Beiträge von Zimttee

    Hallo Dorothea,
    Doch, genaue Erkenntnisse gibt es auf dem Gebiet: das “Kind“ heißt Hypersensibilität und ist offiziell anerkannt. Diese Menschen nehmen mehr wahr und sind dadurch natürlich mehr Belastungen ausgesetzt als andere. In Österreich ist die Forschung weiter als hier. Schau daher mal unter edit Martin

    Sehr informativ und erklärt vieles.

    Natalie

    Hallo Nys,
    interessantes Thema.
    Ich habe neulich in einer Fachzeitung zum Thema Co-Abhängigkeit gelesen, dass es immer noch nicht als Krankheit gelistet ist, weil sich die Mediziner nicht einig sind. Ich persönlich schließe mich der Seite an, die nicht an der Definition der Co-Abhängigkeit als Krankheit an. Ähnlich wie der Diskussion um Burn out und Erschöpfungsdepression. Ohne hier in die Tiefe zu gehen. Ich habe mich im letzten Semester mit dem Thema Sucht im Rahmen meiner Staatsprufung beschäftigt. Meine Erkenntnis ist, dass das große Problem meiner Familie ist, dass sie zum einen viele Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben in einer gesunden Balance nicht gelernt haben. Die können nicht mit Stress und sonstigen Belastungen umgehen und haben zudem nicht die Fähigkeit, über Gefühle zu reden. Als Ersatz zur Bewältigung ist eine Sucht getreten. Dabei ist es wohl immer der Alkohol. Meist wird das zur sucht, was gut zur Verfügung steht und was man als hilfreich erlebte. Ich sehe Alkohol nicht als hilfreich an, bin da negativ konditioniert. Da ich jene Kompetenzen zur Bewältigung auch nicht gelernt habe, tendiere ich auch dazu, mir andere Tätigkeiten zur Bewältigung zu suchen. Essen, Nägel knibbeln, Geld ausgeben. Internet. da bin ich momentan dran. Ich habe meine Ernährung nun im Griff, musste erst lernen, wie man doch gut ernährt. Habe nun endlich nach knapp 25!! Jahren aufgehört, die Nägel zu malträtieren. Das gibt nur mit einer heftigen Einschränkung des Kontakts zu meinen Eltern. Internet verliert so auch seinen Reiz. Fehlt noch die Sache mit dem Geld.diesen Monat hab ich gut haushalten können. Ein Anfang.
    Nachdenkliche Grüße,
    Natalie

    Hallo Lebensfroh,
    ja, genau so geht es mir auch.
    Ich komme nicht aus dem Quark, was so vieles betrifft. Manchmal trennt mein Freund ewig hinter mir her: wg Arztterminen, meiner Ernährung, Sport etc.
    Ich hatte ihn mal darum gebeten, mir eine Rückmeldung zu geben, wenn ich diese Dinge vernachlässige. Erschreckend, wie häufig ich diese Rückmeldung bekomme.
    Ich habe nie wirklich gelernt, wie ich mich richtig um mich kümmere. Wann ich so krank bin, das ich zum Arzt sollte, wie gute Ernährung ist.. Oder genug zu trinken, Sport, Sozialkontakte pflegen oder mit Geld umzugehen oder oder. Als Kind lief ich immer mit, es drehte sich alles um die Mutter. Lebensfroh war ich als Kind nie. Vielleicht, als ich ganz klein war. Vollkommen unbeschwert jedoch nie, da die Sauferei meiner Mutter eine ständige Belastung war. Früher dachte ich immer zum Trost, dass ich so lange durchhalten müsse, wie es geht. Alternativ gibt es ein paar hohe Brücken in der Umgebung. So habe ich mich dann Jahre lang in meinem Zimmer verkrochen und bin nach meinem Abi direkt ausgezogen.
    Tjoa, jetzt muss ich nachholen, was ich bisher versäumte.
    Wie alt bist du, wenn ich fragen darf?
    viele Grüße. Natalie

    Oh, es geht um die Mutter.. Da hab ich es wohl wohl überlesen. Ansonsten gilt natürlich alles, was ich geschrieben habe, dennoch. Eure Rollen scheinen so vertauscht zu sein, dass mir mein Irrtum gar nicht aufgefallen ist. Du verhälst doch eher wie meine Mutter, nicht wie die Tochter. Eigentlich sollte es umgekehrt sein.

    Hallo hope,
    ich nehme an, deine Tochter ist erwachsen, oder?
    Wenn sie sich für einen Entzug entscheidet, ist das ihr Wille. Wenn sie sich dagegen entscheidet, auch. auf letzteres kannst du keinen Einfluss nehmen.
    Hast du sich schon mal mir dem Begriff Co-Abhängigkeit beschäftigt? Manche dieser Merkmale prägst du massiv aus. Das ist weder gut für dich, noch hilft es deiner Tochter.
    Es ist nicht böse gemeint; es wäre besser, wenn du bei Gesprächen mir den Therapeuten deiner Tochter über deinen Kontrollzwang redest, als über die Fortschritte und möglichen Rückfälle deiner Tochter. Nur sie allein kann das Glas stehen lassen; wenn sie trinken will, kannst du es ihr nicht aus der Hand reißen.
    Ihr beide müsst nun an euch arbeiten: deine Tochter an ihrer Abstinenz und du daran, ihr die Verantwortung für ihr Leben wiederzugeben und ihr zu vertrauen.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Hallo Dorothy,
    ich würde ihm zu meinem eigenen Schutz nichts von meinen Plänen berichten.Du sagst selbst, er sei dauerbetrunken. Was bringt ein Gespräch in dem Zustand?
    Abgesehen davon, dass er unberechenbar wird?
    Er hatte doch genug Chancen.

    Viele Grüße!

    Hallo Sarawen,

    kein Problem, ich hab dich verstanden.
    Welche Muster ich falsch gelernt habe.. Hm. Also ich habe eine Zeit lang auch geglaubt, dass es ein Zeichen von Liebe sei, einen Streit vom Zaun zu brechen oder jemanden zu kontrollieren. "Ich streite mich mit dir, weil mir was an dir liegt". Das habe ich nun in den Griff bekommen.
    In meiner Familie unterhalten sich die Menschen nicht. Es gibt quasi kein Interesse, keine tiefen Gespräche. Ich musste die Kommunikation erst richtig lernen und mich daran gewöhnen, dass man manche Dinge in Gesprächen erarbeitet und sich so austauscht. Wie man Interesse zeigt und Dinge erfragt. Gelernt habe ich dies erst, nachdem schon einiger Frust in der Beziehung entstanden ist. Ich habe bewusst hingehört, wenn mein Partner mit seiner Familie sprach- wie kommunizieren sie? Was fragen sie? Was ist Thema? Und ich habe ihn darum gebeten, mir dabei zu helfen. Wenn er zB Dinge erlebt hat, sollte er mir entgegen kommen und davon von sich aus berichten oder mich mit Rückmeldungen, was ihm bei manchen Gesprächen gefehlt hat, lenken.
    Weil es nie große Gespräche bei mir zu Hause gab, war ich in "normalen" Gesprächen oft sehr schnell erschöpft; mir fehlte einfach die Ausdauer. Als ich seine Eltern kennenlernte, war das für mich eine Drehung um 180°. Plötzlich gab es lange, intensive Gespräche, ich wurde gefragt, musste richtig zuhören. Nach kurzer Zeit war ich schon erschöpft und wollte mich aus Gesprächen ausklinken- was seine Familie aber nicht zuließ. Da half nur die Übung; jetzt, nach > 3 Jahren geht es.
    Ich habe auch nie gelernt, wie ich mich richtig um meine Gesundheit kümmere. Sobald ich krank werde und mich entsprechend verhalte, mich bspw ins Bett lege, fühle ich mich schlecht: wehleidig, wie ein Hypochonder, als ob ich mich anstelle. Als ich ein Kind war, hatte ich nicht krank zu sein. Alles andere war zu anstrengend für meine Mutter und sie kritisierte mich solange, bis ich wieder funktionierte. Ich habe mich nie richtig geschont, mich zur Gesundung ins Bett gelegt oder gar getraut, bei Schmerzen zum Arzt zu gehen. Was würde der Arzt nur denken, wenn ich wegen Nix bei ihm auftauche? Als 8-Jährige hatte ich wg einer verschleppten Erkältung eine Herzmuskelentzündung.
    Auch nun fällt es mir schwer, meinen Gesundheitszustand richtig einzuschätzen und notfalls zu behandeln. Ich hab schnell ein schlechtes Gewissen und fühle mich schuldig.. Sodass ich manche Erkältungen verschleppt und nun chronisch entzündete Mandeln habe. Auch hier habe ich meinen Freund um oft um Einschätzung und Rückmeldungen gebeten oder frage notfalls in Apotheken nach.

    Soviel dazu.. Wenn ich noch weiter nachdenke, fallen mir sicher weitere Beispiele ein.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Hallo Stern,
    eine knallen ist noch das geringste, was ich mir vorstellen kann bezüglich meiner Mutter. Und ich denke auch nicht an viel liebevolles, wenn ich sie sehe. Hat wohl auch damit zu tun, dass sie schon immer getrunken hat, ich schon immer ihre Launen abbekam. Schon als Kleinkind hat sie mich dafür niedergemacht, das sie mit uns Kindern nicht klarkam. Ich war schlecht, ungezogen und überhaupt- dabei ging die Wurzel allen Übels von ihr aus. Ich musste es nur ausbaden.
    Daher ist unser Verhältnis auch nicht wirklich vorhanden.
    Anfangs hab ich mir auch den Schuh angezogen, das ich Verantwortung für sie habe. Hab ich aber nicht. Ein Alkoholiker kann seinen zustand sehr lange verbergen- da hast du gar keine Chance, etwas mitbekommen. Und wenn du etwas ahnst, ist das Kind schon längst in den Brunnen gefallen. Selbst jetzt hast du keinen Einfluss. Er wird sich nichts verbieten lassen, früher wie heute.
    Hast du in deinem Leben Halt? Etwas, was dich auf andere Gedanken bringt und dir Kraft gibt?

    Viele Grüße,
    Natalie.

    Hallo Varescu,
    ich denke, dein Ex hat sein Ziel erreicht, oder?
    Deine Gedanken sind wieder bei ihm. Ich konnte in den Zeilen, die du von ihm geschrieben hast, nichts konstruktives erkennen. Nichts, was andeutete, dass “der Groschen gefallen“ ist. Er bedauert, was passiert ist. Punkt. Aber von Änderung steht da nix. Reue auch nicht. Da hat Cocomel recht- dass hätte er ja alles schonmal und mehr hat er in beiden Situationen nicht gelernt?
    Stattdessen triggert er dich an und sucht deine Knöpfe “es war ja nicht alles schlecht “. Ja, aber sich nicht alles gut. Warst du diejenige, die von Gewalt berichtete? Meinst du, “nicht alles schlecht“ ist eine angemessene Wortwahl in dem Kontext?
    In meinen Augen ist das ein klassischer Manipulationsversuch und nichts, was ich für bare Münze nehmen würde. Anscheinend war es mit Co doch angenehmer, jetzt testet er aus, ob du ebenso anspringst.

    Dass er Hilfe wünscht oder braucht, steht da auch nirgendwo. Das ist deine Co-Interpretation. Wenn will er dich in deiner alten Rolle wieder.
    Irgendwie fehlt da sein Änderungswille, ernste Reflexion des Problems- und überhaupt. Das, was du wieder gegeben hast, ist nur Gesülze und Gesäusel. Und du machst dir wieder tiefere Gedanken um ihn.
    Bleib bei dir!
    Natalie

    @ Linde: Genau SO war es bei uns zu Hause auch- der Text hätte zu 100% von mir kommen können.
    Ich weiß noch, wie ich meinem Vater früher die Tür geöffnet habe und die erste Frage immer "Hat sie getrunken?" war. Andere würden sich nach dem Tag, der Schule oder dem Befinden der Kinder erkundigen. Vater fragte nach Mutters Pegel.
    Generell ist bei uns zu Hause auch keine wirkliche Kommunikation möglich. Wir sind keine ganze Familie, sondern einzelne Menschen, die mal unter einem Dach lebten. Gespräche sind nicht tiefsinnig, nicht von Interesse geprägt.. Kommen nicht so in Gang, wenn ich nicht einfach drauflos rede. So wurde ich schon öfters nicht über (Geburtstags-)Feiern informiert- sogar das Kaffeetrinken meines eigenen Vaters fand daher ohne mich statt, obwohl ich unter der Woche hingekonnt hätte. Oder meine Cousine fragte, warum ich grad nicht auf ihrer Feier sei? Ich wusste nichts davon, mir wurde nie etwas mitgeteilt.

    Wie ist denn euer Verhältnis zu euren Eltern? Funktional?
    Ich werfe ihnen nicht vor, dass sie meinem Leben die schlechtmöglichste Basis gegeben haben.. Aber ich lasse auch nicht zu, dass sie mich jetzt noch in diese Formen und Muster pressen, sondern distanziere mich. Das scheinen sie aktuell zu merken, es hagelt gehörig Vorwürfe. Aber sie scheinen nicht zu kapieren, dass mein Verhalten auf ihre katastrophalen Verhältnisse sind.

    @ Georgina: Was war das denn für eine Therapie? Nach welchem Ansatz?
    Ich merke ähnliches. Ich habe zwei "Freundinnen", die beide psychisch sehr angeschlagen sind. Aktuell fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass beide mehr oder weniger ein Abklatsch meiner Mutter sind und wir die selben Muster haben- schlechte Kommunikation, wir finden nicht zueinander, erreichen den anderen nicht. Dabei finde ich eigentlich, dass ich es sonst hinkriege, eine Beziehung zu anderen aufzubauen. ABER mit den beiden geht es einfach nicht, weil sie ebenso wie meine Mutter in sich selbst ausharren, nicht über sich und ihre Gefühle sprechen können und in einer passiven Rolle stecken. Das scheint auch mich, wie bei meiner Mutter, zu lähmen.

    Also, ich bin auf Antworten gespannt. Besonders, wie sich die Beziehung zu euren Eltern entwickelt hat.

    Natalie
    (Ja, man wird zum Co erzogen. Weil man nur als Co in dem Familiensystem seine Rolle ausführen kann. Alles andere wird von den Eltern abgestoßen- das ahnt das Kind und fügt sich, um einen Platz zu erhalten.)

    Kurz und knapp: das Engagement einstellen, ihn vor die Wahl stellen: Alk oder ich.. und daraus meine Konsequenzen ziehen.

    Ich würde nach meinen Erfahrungen niemals nie wieder eine Beziehung/Freundschaft oder was auch immer zu einem Suchtkranken oder sonstwie psychisch Kranken ohne Einsicht aufbauen. Einfach, weil es sowieso immer gleich abläuft, man die emotionale Distanz eh nicht halten kann und ruck zuck wieder tiefer drinsteckt, als man möchte.
    Wer hält es aus, jemandem beim langsamen Selbstmord zuzugucken, ohne selbst psychisch mit draufzugehen? Da hat selbst geschultes Fachpersonal dran zu knabbern.

    Wenn du glaubst, dass du das hinkriegst und dem Kranken helfen kannst, sitzt du schon wieder selbst in der Co-Abhängigkeit.

    Hallo,

    Das ist ein schwieriges Thema. Meinst du verzogen im Sinne von verwöhnt? Ich fürchte, dass Kinder in solchen Familien selten verwöhnt werden. Es dreht such ja immer um die kranken, Bedürfnisse von Kindern werden zum Schluss wahrgenommen. Kinder werden in ihrer Entwicklung so nicht unterstützt, bekommen nicht das, was sie brauchen, um sich gut zu entwickeln, ein gutes Selbstbild umoder so etwas wie Optimismus zu entwickeln. Es fehlen Kommunikationsfähigkeiten, sich richtig ausdrucken zu können- zu hause wird selten richtig gesprochen.woher sollen Kinder das also lernen? Es ist schwierig, ihr Verhalten richtig zu deuten. Ich kenne es von meinem Vater und erkläre es mir mit seinem Minderwertigkeitsgefühl, mangelnden Kommunikationsfähigkeiten und Angst, nicht geliebt zu werden.
    Sowie ich weiß, kommt das verhalten häufiger vor. Nimm es nicht persönlich. Ich würde an deiner stelle grenzen setzen undKonsequenzen ziehen, wenn sie sie überschreitet.
    “Umerziehen “ kannst du sie nicht.

    Liebe grüße.
    Natalie

    Nachdem ich mich für meine Staatsprüfung in Psychologie mit den Folgen von Eltern-Kind-Beziehungen auf die Entwicklung des Kindes beschäftigt habe, bin ich davon überzeugt, dass das Bild, was die Eltern den Kindern vermitteln, maßgeblich für das spätere Leben der Kinder verantwortlich ist. Natürlich kommt es auf die Persönlichkeit des Kindes an- aber ich muss auch sagen, dass ich kein EKA oder Kind sonstig psychisch kranker Eltern kenne, was "unbeschadet" aus der Sache rausgekommen ist bzw. normal und gesund sozialisiert wurde.
    Ich merke bei mir selbst, dass meine Eltern mir eben Werte, Verhaltensweisen und Einstellungen vermittelt haben, die mich direkt in die Co-Rolle brachten. Kuschen (wie sie es nannten), unterordnen, kein eigener Wille, keine Widerworte, dauerhaft schlechtes Gewissen und Selbstbild, Schuldgefühle und so weiter waren auf dem Tagesprogramm und wurden von kleinauf eingetrichtert. "Willst du, dass es der Mama schlecht geht?" "Wegen euch ist sie mit den Nerven fertig." "Pass auf sie auf- --- du hast nicht genug aufgepasst, jetzt hat sie wieder getrunken" usw. Die Frau hat den Haushalt zu schmeißen. Mein Vater war mal in der Wohnung meines Freundes, der einen Schwarzteefleck auf seiner Arbeitsplatte in der Küche hinterlassen hat. Kommentar meines Vaters "Wieso hast du den nicht weggewischt? WIsch den schnell weg, oder willst du, dass S. was schlechtes von dir denkt, wenn du nicht sauber machst?"
    Es ging sowieso immer um das, was andere denken und dass man sich besonders gut zeigen muss.
    So ging es beliebig weiter.
    Fürchterlich.
    Und ich sehe in meinem jetzigen Leben, dass ich große Schwierigkeiten habe. Sei es die Prüfungen, ein positives Selbstbild und Selbstvertrauen zu finden. Ich bin durch die jahrelange Belastung immer noch dauernervös, obwohl ich den Kontakt massiv einschränke. Aber der Wurm ist drin.
    Ich habe auch gemerkt, dass ich mir nur Freundinnen gesucht haben, die irgendwie dem entsprachen, was meine Eltern mir vorlebten. Freudinnen, die ihren Frust an mir ausließen, mir an allem die Schuld gaben, mir ein schlechtes Selbstbild vermittelten... Mich in ihrem Schatten stehen ließen. Könnte ich weiter ausführen, aber davon ists zu spät ^^
    Aktuell beende ich eine Freundschaft, bei der ich merkte, dass das Mädel dem Verhalten meiner Mutter entsprach, eine Freundschaft, die ihrerseits durch Neid, Unterstellungen und Lästereien geprägt war. In meinen Augen ists keine Freundschaft, für sie jedoch normal.
    Die Gefahr besteht darin, dass wir uns wohl Beziehungen und Freundschaften suchen, die dem aus der Familie bekannten Muster entsprechen- das ist bekannt, gewohnt und wird als passend empfunden. Also übernommen, obwohls total unpassend und unangenehm ist- aber jahrelang eingetrichtert.

    Nachdenklich (und müde) Grüße,
    Natalie

    Hallo Detlef,

    das ist keine schöne Situation.
    Aber was glaubst du denn, wie sich das auf Dauer entwickeln wird? Wie ist deine Perspektive?
    Möchtest du deine nächsten 5, 7, 10 oder 12 Jahre so weiter verbringen und irgendwann deine dich stets beleidigende, meckernde Frau pflegen, weil sie sich das Hirn weggeschossen hat?
    Was erhoffst du dir, wenn du wieder zu ihr fährst?

    Viele Grüße,
    Natalie

    Hallo Aivlys,
    du klingst sehr entschlossen, das ist gut :)
    Wie alt bist du, wenn ich fragen darf?

    Bei mir zuhause ist es das gleiche.v. Meine Mutter begann zu trinken, als ich zwei oder drei Jahre alt war und trinkt nun seit etwa 25 Jahren.
    Zu deinen Fragen:
    Wenn ich Sehnsucht habe, machte ich mir klar, dass es Sehnsucht nach einer Mutter ist und nicht nach dieserMutter. Eine liebevolle Mutter war sie nie, ihr Verhalten von damals vermisse ich jedenfalls nicht. Dann halte ich mir vor Augen, das es normal ist, diese liebe zu vermissen, wenn man sie nie hatte. Schließlich fehlen mir dadurch auch Fähigkeiten.
    meine Mutter ist immer noch nicht einsichtig, obwohl die folgen nicht mehr zu übersehen sind.aber sie verdrängt. Falls sie behaupten wurde, sich nun Hilfe zu holen, würde ich zum einen auf Taten bestehen und zum anderen weißen wollen, was sie sich erhofft und warum. Wenn sie diese Fragen nicht beantworten kann, kann es mit der Motivation ja nicht so weit hersein. Aber leerem Gerede würde ich nicht glauben.
    Frustration... Ich verdränge sie nicht, sondern reflektiere sie und lasse sie zu. Ansonsten gehe ich dann zum Sport, was aktuell nicht klappt, da ich krank bin.
    So gut es geht.
    Wie viel Kontakt hältst du noch?
    Deine Einstellung bezüglich deiner Kinder finde ich gut :) zumindest mein Vater hat mich vor meinem alkoholkranken Großvater fern gehalten, als er noch lebte und ich bin froh darum.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Hallo Irini,

    schön, mal wieder von dir zu lesen =)

    Gute Frage. Das Problem ist wohl, dass der Mann nie beim Arzt war; so ist nun schwer zu sagen, ob er tatsächlich abhängig war oder die Kurve vorher noch bekommen hat. Der Weg in die Abhängigkeit ist ein langer.
    Wenn er tatsächlich abhängig war und nun wieder trinkt, würde ich die Finger von ihm lassen.

    Es ist schwer, hier einen Rat zu geben. Hör am besten auf dein Gefühl und das warnt dich anscheinend nun schon. Vielleicht wegen der Widersprüche in den Aussagen?

    - Wenn er vorher abhängig war, kann er jetzt nicht normal konsumieren.. Dann ist das grad anscheinend das Ende einer Trinkpause.
    - Wieso trinkt er nun Alkohol, wenn er ihn angeblich eklig findet?

    Hast du eine Idee, wieso du stutzig bist?
    Das ist ja das wichtige und nicht, ob man einem "geheilten Alkoholiker" eine Chance geben darf.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Das beste, was du für dich und vor allem für dein Kind tun kannst, ist, ihn aus der Wohnung zu befördern. Deinem Partner kannst du eh nicht helfen. Oder siehst du irgendeine Besserung? Er spucke Blut und säuft dennoch weiter- das ist dich eine klare Ansage.
    Dein Sohn hingegen muss in so einem Elend aufwachsen, orientiert sich an dem Verhaltensweisen seines trinkenden Partners als Vorbild und lernt am Modell. Ihm zu liebe solltest du etwas ändern, er ist ein kleines Kind und von deinen Entscheidungen abhängig.

    Viele Grüße,
    Natalie