Beiträge von Zimttee

    Hey Flower,
    teil ihm einfach nur kurz und knapp dein Anliegen mit. Es ist Schluss. Keine Begründungen, nichts dergleichen. Das gibt ihm nur wieder eine Basis für Diskussionen.
    Wenn er nach einem Grund fragt, erkläre ihm, dass es nichts mehr zu erklären gibt, da alles schon jahrelang durchgekaut wurde.
    Wenn er so hartnäckig ist, wechsle die Telefonnummer und versuche, vorerst wo anders unterzukommen.
    ich hoffe, das er schnell nachgibt.

    Liebe Grüße,
    Matador

    Hallo Cocomel (in Anlehnung an das niederländische Getränk?),

    Für mich klingt es nicht so, dass er sich aktiv mit seinem Problem auseinander setzen will. Er scheint eher zu verdrängen und eben dann gereizt zu reagieren, wenn es nicht gelingt, weil du ihn daran erinnerst.
    Gleiches sehe ich seit Jahrzehnten bei meinen Eltern. Jeder, der das Thema anspricht, kriegt die Wut darüber ab. So hat sich das Problem seit Jahrzehnten gefestigt, weil es immer unter den Tisch gekehrt, statt angegangen wird.

    Mein Rat: Lass ihn machen! Und vor allem, wie fühlst du doch, wenn er dir gegenüber so aggressiv ist? Las dich doch nicht als Blitzableiter für seine Probleme missbrauchen.

    Liebe grüße,
    Natalie

    Das ist auch so ein Punkt, über den ich momentan nachdenke.
    Ich bin mit meinem Partner schon länger zusammen; in meinem Alter denkt man auch an Hochzeit. Aber wie eine solche Feier dann ablaufen soll, weiß ich auch nicht.
    den ein oder anderen Familienteil möchte ich nicht einladen. Aber das wird für dicke Luft sorgen. Mit Menschen, die mich schlecht behandeln, will ich nicht feiern. Was mache ich mir meiner Mutter? Vor der letzten Familienfeier war sie so betrunken, dass sie nicht hingehen konnten. die kann schon gar nicht mehr ohne Alkohol, sodass sie entweder betrunken auftaucht oder bleibt direkt zu hause. Schlimmer wäre es, wenn sie sich auf der Feier abschießt. Mein Gedanke war schon, eine Art Security zu engagieren, die dann darauf achtet, dass sich niemand daneben benimmt.
    Im Grunde versauen die familiären Zustände eine mögliche Feier schon im Vorfeld.
    Was sagt dein Verlobter zu der Feier und seiner Familie?
    Steht er hinter deinen Plänen, seine Familie nicht einzuladen?

    Viele Grüße!

    Oh, ich lese nun, was die Korrektursoftware aus meinem Text gemacht hat.
    Ich meinte, dass du niemals mir denen auf einer Wellenlänge sein wirst. Dafür sind eure Motive zu unterschiedlich. Du willst ihm helfen sich zu befreien, damit er endlich ein freies Leben führen kann. Und die Familie setzt natürlich alles daran, dass er bei ihnen bleibt, das System weiterhin stabilisiert und die Aufgaben innerhalb beibehält.
    Dieses System aufrecht zuhalten, ist das Motiv seiner Familie- du erklärt in ihren Augen das Gegenteil.
    Bei meiner Familie ist es genau so. Die Familie meiner Mutter setzt mit sehr zu, macht mit Vorwürfe, ignoriert mich, gibt mit die Schuld, das Mutter anfing zu trinken, als ich ein Kleinkind war. Das ist totaler Quatsch, aber scheint der Familie meiner Mutter einen Sündenbock zu geben. So schieben sie die Schuld auf mich und müssen sich nicht mehr damit auseinander setzen, vielleicht selbst etwas versäumt zu haben.
    Was meine Familie betrifft, habe ich mich dazu entschieden, sie machen zu lassen.ich bin kein Fachmann, keine Psychologin und kann ihnen nicht helfen.also müssen sie ihre verquere Einstellung selbst in Frage stellen. Wenn nicht, dann nicht. Ich habe mich gelöst.

    Natalie

    Lass seine Schwester seine Schwester sein, die Mutter weiter trinken.. aus einer “gesunden “ Perspektive wirst du bitte mit ihnenauf erinnert Wellenlänge sein.
    Wenn man sich auf einem sinkenden Schiff befindet, sollte jeder erwachsene für sich selbst Verantwortung übernehmen. So sich in krank machenden Familien. Sonst geht man mit unter.

    Informiere dich, wenn du magst, über systemische Theorien zur Suchtentstehung. Klaus Hurrelmann hat dazu etwas geschrieben. Bei den Texten hab ich alles verstanden.

    Solidarische Grüße,
    Natalie

    Hey,
    Ich stamme auch aus einer solchen Familie wie dein Freund und mache ähnliche Erfahrungen mir der Familie meines Partners.
    Ich fand es eine Erleichterung zu merken, dass meine Empfindungen zu hause richtig sind und ich mir alles nicht bloß einbilde.
    Was meine Familie betrifft, habe ich das, was hinter ihrem verhalten steckt, erkannt. Ich weiß nun, dass es nicht meine schuld ist, sondern dass sie mich und andere an sich binden wollen, will sie alleine nicht klar kommen.
    aber genauer will ich mich damit auch nicht befassen. Sie sind krank und es hilft mir nicht, Verständnis für sie aufzubringen. Wenn ich das mache, falle ich nur in die alte rolle zurück.

    Hey Alyssa,

    ich denke, ganz allgemein, dass jedes EKA über eine Therapie nachdenken sollte. Ich kenne genug und sehe bei jedem die Folgen.
    Aber der Punkt ist, dass es vielen selbst nicht auffällt; das ist eben das Fatale- du merkst das Verhalten nicht, weil es für dich normal ist.
    Für mich war jahrelang auch alles okay- ich bin etwa 5 Jahre älter als du. Nun bin ich in einer Phase- Studium fast beendet, Stress, Druck, von zu Hause gelöst.. Und da kommts hoch. Jetzt merke ich erst, was los ist. Auch wenn ich alles für relativ stabil halte- ich bin in einer guten Partnerschaft, arbeite ganz solide und beende mein Studium. Aber dennoch.
    Erst jetzt werden mir Defizite bewusst, die mir den Alltag schwer machen und mir im Weg stehen.
    Und da ist der Punkt: Ich sehe in der Familie meiner Mutter, dass es üble Konsequenzen haben kann: Mutter hat angefangen zu trinken und ihre Geschwister sind beide auch.. gestört. Und dies haben sie wiederum auch an ihre Kinder weitergegeben, obwohl diese keine Alkohol kranken Eltern haben. Davor habe ich Angst! Dass ich eben Dinge, die ich nicht recht gelernt habe, falsch an meine Kinder weitergebe.
    Ich denke, jetzt ist bei mir der Moment, an dem ich merke, dass ich da intervenieren muss.

    Liebe Grüße,
    Natalie

    Hey Miriel,
    Ja, ich denke schon, das die Entscheidung gut war. So, wie sich meine Eltern momentan verändern. Mir scheint, als ob sie sich in aller Verzweiflung an mich klammern, statt endlich an sich zu arbeiten.
    Es geht so einfach nicht mehr.
    So komme ich vom Regen in die Traufe. Ich habe jetzt so lange ohne wirkliche Unterbrechung geackert. So wäre ich von Stress in super Stress gekommen, zusätzlich noch meine hilf- und verständnislosen Eltern auf den Schultern, sie glauben, dass ich noch öfter vorbei kommen kann, weil ich in der Nähe wohne.
    Zusätzlich muss ich aktuell noch eine Progression meiner Erkrankung verpacken und weiß noch nicht, was dadurch auf mich zukommt.
    Die Erfahrung meiner Versicherungssuche war, dass eine Therapie ein Hindernis gewesen wäre.wie dass bei einer Verbeamtung wäre, weiß ich nicht. daher will ich selbst zahlen, um nichts UN der Akte

    Hallo ihr!
    Es ist schon wieder 2 Wochen her, dass ich zuletzt in meinem Faden geschrieben habe.
    Soviel zu meiner Zukunft:
    Die Situation mit meinen Eltern hat sich verschärft; insofern, dass sie nun extrem an mir klammern und auch Druck ausüben. Sie wollen mich nun dazu bringen, mich häufiger bei ihnen zu melden bzw öfter vorbeizuschauen. Notfalls wird eben massiver Druck ausgeübt, sie teilen mir mit, dass ich mich zu melden habe.
    Ich habe in der letzten Zeit ein Buch von Klaus Hurrelmann - Drogengebrauch, Drogenmissbrauch gelesen. Dort werden verschiedene Theorien zur Suchtentstehung/Suchtfestigung vorgestellt. Unter anderem ging es auch darum, wie sich Suchterkrankungen in den Familien festigen und über Generationen weiterverbreiten. Dort habe ich im Detail meine Familie wiedergefunden. Es wurde von diesen "Wir können nicht ohne dich"- "Wenn du jetzt gehst, brauchst du nicht wiederzukommen"-Wechselbädern berichtet. Genau diese Spielchen meine ich, bei meinen Eltern nun entdeckt zu haben. Ich habe das Gefühl, dass sie nun härtere Geschütze auffahren, um mich an sich zu binden.

    Also habe ich nun die Konsequenz gezogen und diesen Referendarsplatz bei ihnen in der Gegend abgesagt, da ich die Befürchtung hatte, dass sie mich nicht mehr in Frieden lassen würden und dass sie auch gar nicht eingesehen haben, dass ich mit Ende 20 sowas wie mein eigenes Leben verdient habe. Ich hatte den Eindruck, dass sie meinen, dass ich so lange bei ihnen am Tisch zu sitzen habe, wie ich noch nicht verheiratet bin.

    Zudem habe ich nun endlich die nötige Zeit, um mich einer Therapie zu widmen. Heute habe ich mich um einen Platz bei einer zentralen Stelle informiert- Wartezeit bis 2014. Allerdings nur 4 Wochen, wenn ich privat zahle oder Privatpatient bin. Eine Sitzung kostet 90 Euro. Nunja, in 1 Woche erfahre ich, ob es in 4 Wochen einen Platz in meiner Gegend gäbe und werde dann gucken, ob ich es irgendwie bezahlen kann. Ansonsten muss ich halt noch ein halbes Jahr +- warten.

    Ich hoffe, es geht euch allen gut?

    Viele Grüße,
    Natalie

    Ich bin nun auch an dem Punkt, an dem ich nach einem Therapeuten schiele; merkte einfach, dass dafür die Zeit gekommen ist.

    Wenn du an Fachbüchern Interesse und Zugang zur Unibibliothek hast, such mal nach Klaus Hurrelmann und Heidrun Bründel: Drogengebrauch und Drogenmissbrauch und schaue dort nach den systemischen Theorien, nach denen Alkoholismus Teil der Familienstruktur ist. Mir ists wie Schuppen von den Augen gefallen. Es sind nur ein paar Seiten- aber ich hab das System meiner Familie wiedererkannt. Es lohnt sich. Ich schreibe die Tage mal ein paar Zeilen in meinem Faden dazu.

    Es sind auch noch ein paar andere interessante Kapitel dabei, aber das ist schon das wichtigste.

    Gute Nacht,
    Natalie

    Hallo alle zusammen,
    Es geht alles, wenn man nur irgendwie will.
    Ich habe nun mein Studium so ziemlich beendet beendet. Hab die ganze Zeit gearbeitet bis zu 20 Stunden die Woche.
    Ja, meine Noten hätten besser sein können. Nun bin Ich bei 2,3. Aber ich bin so gut wie fertig. Andere haben es auch schneller geschafft- aber egal. Ich habe auch Kollegen, die alles komplett alleine stemmen- auch das geht.
    Man muss nur wollen, die Verantwortung selbst packen und sich nicht durch negative Gedanken selbst verbauen.
    Fingertip, such dir bitte professionelle Hilfe. Warum sollten sich andere darum scheren, wenn du dich selbst verletzt? Das ist deine eigene Verantwortung, was du mit deinem Körper machst. Ich würde mich da auch nicht mit erpressen lassen.
    An Alyssa : die selben Gedanken habe ich auch. Und ich denke, dass deine Situation sehr wohl schlimm ist. Zwar kannten die Belastungen nicht objektiv messen; Sie sind aber dennoch da und du spürst die Folgen. Diese Defizite merke ich auch. Das fiese ist eben, dass sie nicht objektiv sind man unterschätzt sie,. Ich hatte nun in Psychologie eine Prüfung dazu und es hat mich aus den Socken gehauen, die Fachbücher dazu zu lesen. Das ist so wahnsinnig gefährlich - zum einen hat man Problemen in seiner Persöhnlichkeitsentwicklung, zum anderen gibt man dies an seine Kinder weiter, sodass sich die Seuche durch Generationen weiterzieht.
    Diese Defizite sind auch mir bewusst geworden.

    Wie geht es nun für dich weiter?

    Liebe Grüße,
    Natalie

    Hallo,

    ich möchte auch mal kurz in den Raum stellen, dass man auch sehr gut ohne Oma leben kann. Es ist zwar schön, wenn es eine gibt, die sich kümmert- aber daohne gehts auch. Kann es vielleicht sein, dass du deine eigenen Bedürfnisse an deine Mutter auf die Oma-Enkel-Beziehung projizierst?
    Ansonsten kann dein Sohn auch ohne die Anwesenheit dieser Menschen mit einem Therapeuten reden. Vielleicht ist es besser, wenn er nur mit einem neutralen Therapeuten redet und niemand aus diesem verqueren Familiengefüge mit dabei sitzt?
    Und wie ist es mit dir? Suchst du dir auch selbst Hilfe?

    Liebe Grüße,
    Natalie

    Außerdem- lass dich mal beraten. Mir fällt grad ein, dass es doch auch Ausnahmen gibt, in denen jemand eben nicht unterhaltspflichtig ist. Du solltest dich darüber informieren, dann schwindet die Angst ein wenig und du könntest planen.
    Außerdem, hätte ich die Wahl, würde ich lieber von 1000 Euro alleine leben, als freiwillig in die Hölle meiner Eltern zurückzukehren. Das wird wohl am Mai der Fall sein- mir bleiben dann vielleicht noch 100Euro monatlich für Lebensmittel, aber kein Geld der Welt ist mir so viel wert, dass ich dafür mein Leben, meine Möglichkeiten und die Gesundheit, die ich noch habe, wegschmeiße.

    Ich fand den Satz, dass du zufrieden bist, solange er dich nicht schlägt, auch sehr bedrückend. Mein erster Gedanke war, dass dir anscheinend ziemlich die Selbstachtung fehlt.
    Bist du dir bewusst, dass du das Geld über eure Gesundheit und das Wohlbefinden stellst? Meine Eltern haben das auch getan- ich bin nun chronisch krank als Folge der langanhaltenden Belastung.
    Gesundheit ist unersetzbar- das merkt man jedoch erst, wenn sie weg ist. Vorher ist sie selbstverständlich.
    Hast du denn keine Angst, dass du irgendwann mal alleine vorm TV sitzt und dir Vorwürfe machst, dass du dein Leben so weggeworfen hast?

    Der Text ist jetzt nicht böse oder mit vorwurfsvollem Unterton gemeint.. Bitte nicht falsch verstehen. Er soll nur die andere Seite aufzeigen.

    Liebe Grüße!
    Natalie

    Zitat von Befreiung

    Ich habe 2 Baustellen, unsere 15.Jähirge Tochter braucht mich in ihrer ganzen Person, zumal ich für 2 Erwachsene stark sein muss. Sie irgnoriert ihren Vater zum Teil schon. Sie hat gelernt, wenn was ist muss ich es klären. Ich werden ernst genommen und bin zuverlässig.

    Auf diesen Satz würde ich gern nochmal eingehen.
    Bedenke, was für schwierige Lebensbedingungen deine Tochter hat. Du bist eigentlich ihre Mutter und solltest dafür sorgen, dass sie unbeschwert aufwachsen kann. Das ist mit einem alkoholkranken Vater leider nicht der Fall. Vielleicht magst du dich mal im EKA-Forum umschauen, was es uns EKAs in unserer Jugend mit einem suchtkranken Elternteil ging?
    Ich finde es schon sehr sehr traurig, dass sie ihren Vater ignoriert- aber anders gehts auch nicht. Irgendwie muss man seinen Weg finden und sich in der Situation arrangieren, wenn die Eltern die Situation nicht anders regeln können.. Sonst geht man als Kind dabei drauf.

    Man wird ja nicht einfach so groß- sondern muss viel lernen, Fähigkeiten entwickeln.. Und meine eigene Erfahrung und das, was ich in der Fachliteratur gelesen habe, ist eben, dass das nicht wirklich in nicht-funktionalen Familien klappt.
    Ich meine, deine Tochter ist fast noch ein Kind- da ist es normal, als Eltern für das Kind da zu sein. Erst recht, wenn der Vater so krank ist.

    Ich weiß nicht, was du schon alles unternommen hast- aber vielleicht ist das nun der Punkt, die Situation zu überdenken und zu merken, dass nicht nur du leidest, sondern deine Tochter mittendrin steht und für ihre Entwicklung ein stabiles Umfeld braucht.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Aber Maxi, das ist immer noch ihre Verantwortung. Sie muss es wollen- und dann kann sie das auch umsetzen. Aber so lange, wie sie nicht will, kann sie auch nicht. Da gibts ein paar treffende Sätze zu:
    * "Kann nicht" wohnt in der "Will nicht"-Straße.
    und "Wer will, findet Wege, wer nicht will, der findet Gründe."
    So ist es.
    Genau genommen begibst du dich grad in ihre Rolle und machst sie zu einem armen, hilflosen Kind. Bedenke, dass sie immer die Wahl hatte- und sie hat sich für bleiben entschieden. Auch wenn sie gerne jammert- bleiben ist bequemer als handeln; vor allem, wenn man noch eine Tochter hat, die einen an die Hand nimmt.
    Dir wiederum schadet diese Situation doppelt- zum einen der saufende Vater und zum anderen die hilflose, unfähige und unselbständige Mutter, die für dich nicht Mutter sein kann.
    Gib ihr die Nummer der Suchtberatung und siehe zu, was passiert. So hab ich das bei meinem Vater dem armen, hilflosen auch gehandhabt, da er ja nicht weiß, was er machen soll. Und was ist passiert? Ja, genau. Nichts.
    Da merkte ich, dass er ja im Prinzip nichts ändern will- Mutter soll sich bitte ändern und weiterfunktionieren. Aber er will weiterhin das warme, umsorgte Nest haben und dazu soll ich ihm wieder zur Seite springen, damit er es aushalten kann. Problem ist nur, dass ich damit draufgehe- aber den Schaden ist er bereit zu zahlen.
    Er weiß, dass ich schon ernsthaft krank geworden bin und nie wieder gesund werde- aber es geht ihm nur um sich und sein Wohl und nicht darum, eine Veränderung durch eine Trennung (anders wird das nichts mehr, da Mutter schon zu lange trinkt) herbeizuführen.
    Denke an dich dabei. Wenn du dich so belasten lässt, ruinierst du dir möglicherweise damit dein Leben.

    Alkohol- ich habe mein Leben vor einiger Zeit radikal umgestellt. Auch die Ernährung. Daher trinke ich kaum Alkohol. Dieses Jahr kann ich die Gläser noch an einer Hand abzählen.
    Aber ich hab auch kein Bedürfnis danach, vieles schmeckt mir auch nicht. Ich verbinde Alkoholkonsum eher mit Kater, in den Seilen hängen und "wirr" im Kopf sein- unangenehm.
    Daher mache ich mir darum eigentlich keine Gedanken. Mein Laster ist eher Schokolade und da muss ich aufpassen. Ich hab etwa 20kg abgenommen vor 3 Jahren- wenn ich Schoki essen würde, wie ich möchte, wären die RuckZuck wieder drauf.

    Liebe Grüße!

    Hallo Befreiung,

    ich dachte damals auch, als meine Mutter mit einer Alkvergiftung ins Krankenhaus kam, dass sich nun ganz bestimmt was ändert. Ich war sooo froh, dass es endlich so weit gekommen ist- und dann passierte nichts. "Alkoholabhängigkeit" stand zwar auf der Diagnostik, aber nun ist das auch wieder vergessen, verdrängt und alles ist tutti.

    Ich würde wetten, dass du die Medis gegen Bluthochdruck nicht mehr brauchst nach einer Trennung.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Hallo Maxi-

    deine Mutter könnte so viel selbst erreichen, dazu braucht sie dich nicht. Es ist auch nicht deine Aufgabe als Tochter (ist 88 dein Geburtsjahr?) sie zu therapieren. Da gibts bestimmte Anlaufstellen- selbst der Hausarzt oder eben eine Suchtberatung, die ihr diese Wege aufzeigen könnten, wenn sie von außen Input braucht. Aber die eigene Tochter sollte dazu als Stütze nicht missbraucht werden- weil es eben zu Situationen führt, in denen du grad steckst. Sie ist die Mutter, hat die Verantwortung für sich selbst und ist erwachsen. Sie sollte die Tochter ins Leben begleiten und führen und sich nicht von ihr stützen lassen. Wie findest du sonst deinen Weg?

    Verstehst du, was ich meine?
    Und glaub mir- es ist das geringste Problem, ihr aufzuzeigen, wo sie Hilfe findet. Sie ist nicht in der Situation, weil sie keine Idee hat, wo sie sich helfen lassen kann. Die Probleme dahinter sind viel massiver. Daher ist das nicht deine Aufgabe und nicht deine Verantwortung. Du bist die Tochter, wahrscheinlich grad noch in der Ausbildung und keine Therapeutin. Letztere wäre für deine Mutter der richtige Ansprechpartner.
    Dich wird das nur überfordern.

    @ Frühling:
    Mich um mich selbst kümmern. Das bedeutet für mich, das zu tun, was mir gut tut und was in meinem Interesse ist.
    Ich habe beobachtet, dass Kinder aus unbelasteten Familien auf sich achten und sich mit unbeschwerten Dingen beschäftigen- Make-Up, Kleidung etc. Sie genießen ihr Leben, freuen sich auf schöne Dinge.
    Bei mir war es so, dass ich gar nicht an solche Dinge dachte, sondern nur um meine Eltern in Gedanken kreiste. Selbst am Abend vor meinem Urlaubsbeginn, den ich hart selbst erarbeitet hatte, saß ich auf der Couch und grübelte vor mich hin, wie ich nur den Urlaub in Spanien genießen könnte, während meine Eltern weiterhin in ihrem Elend verharren, keinen schönen Urlaub in Spanien mehr haben werden und auch noch nie so weit weg waren. Ich konnte einfach nicht an mich denken und genießen.
    Jetzt kümmere ich mich um mich, indem ich 1. den Kontakt massiv einschränke und 2. bewusst Dinge mache, die ich genießen kann und die auch nichts mit ihnen zu tun haben. Ich möchte auch mal unbeschwert sein und mir darüber den Kopf zerbrechen, welche Kleider ich wohl am besten zu welchem Make-Up tragen sollte ^^
    Der Gesprächscoach hat zumindest dazu beigetragen, dass mir jemand die Augen öffnete, wie verquer die ganze Situation überhaupt ist. Ohne die Meinung eines Außenstehenden kann man schwer über den eigenen Tellerrand blicken.
    Auf Dauer wird auch eine Therapie dazugehören- sonst gebe ich womöglich noch die selben kranken Strukturen an meine eigenen Kinder weiter. Was soll ich ihnen beibringen, was ich selbst nie gelernt habe?
    Wenn ich mir die Familie meiner Mutter angucke, ist der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen. Ich möchte diesen Teufelskreis jedenfalls durchbrechen.

    Ich denke, es sind vielleicht im Detail unterschiedliche Geschichten- aber die kranken Strukturen führen jedoch immer zu ähnlichen Problemen, weil bestimmte Prozesse wie Selbständigkeitserziehung und Persönlichkeitsentwicklung eben nicht richtig stattfinden.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Ich kenne das auch alles-
    * Wut gegenüber dem kranken Elternteil und dann der Gedanke “wie gemein, dass du sowas denkst“
    Mir tat auch immer mein Vater furchtbar leid, weil er so hilflos in der Lage mit der kranken Mutter war und ich ihn mit dem Auszug alleine ließ. Das hat mich sehr gequält.

    Irgendwann merkte ich, wie sehr ich die Rolle von Eltern und Kind vertauschte und Verantwortung übernahm, die gar nicht meine war.
    Nicht ich sollte mich schämen, weil ich so über Mutter dachte, sondern sie sich, will sie aus Bequemlichkeit nichts gegen ihre Sauferei unternahm.
    Nicht ich sollte mir Gedanken um Vaters Situation machen, sondern er sich um meine. Ich war früher ein Kind, er hätte sich um uns als Vater kümmern müssen, das uns nichts passiert. Wenn ein Elternteil “ausfällt“, sollte das andere einspringen und eben dafür sorgen, das die Kinder geschützt werden- entweder lässt sich der kranke behandeln oder man muss Konsequenzen ziehen. Zu erwarten, dass Kinder das Ruder rumreißen, ist Missbrauch.
    Seit mein Gesprächscoach mir seine Sicht als unbeteiligter Erwachsener mitteilte, sehe ich, wie verworren die Situation war.
    Nicht ich bin hier in der Pflicht, sondern meine Eltern wären es gewesen. Und weil sie diese Pflicht nicht selbst wahrgenommen haben, muss ich selbst nun durchgreifen und mich um mich selbst kümmern.
    Im Prinzip hatten meine Eltern immer die Wahl, sie waren erwachsen. Ich war das Kind und musste das erdulden, was sie mir mir ihrer Untätigkeit zumuteten. Daher darf ich auch wütend sein und mich aus dem Sumpf lösen.

    Viele Grüße,
    Natalie