Ich denke, das Stichwort ist Verdrängung, oder?
Beiträge von Zimttee
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Hallo Nys,
Viele Ostergrüße aus meinem Urlaub - euch allen. Ich lese alle eure Beiträge
ich glaube, es geht nicht im Speziellen um das Verhalten alkoholkranker Mütter, sondern um das Verhalten psychisch kranker, belasteter Mütter bzw Eltern. Das sagen zumindest meine Fachtexte.Viele Grüße,
Natalie -
Hallo Aiko,
Ob es euch tatsächlich anders ist, kann dir hier niemand sagen. Aber ich kann dir sagen, dass es auch bei uns mal Zeiten gab, in denen es mal anders war.
Es ist eine Abwärtsspirale, die sich immer tiefer schraubt. Auch bei euch, wenn er und du nichts ändert. Auch du bist Teil des Systems, wenn du dich mit der Tochter, nicht entfernst. Such mal nach dem Stichwort 'systemische Suchttheorie'.
Lass dich von Worten nicht hinhalten und verlange Handlungen: nicht er will eine Therapie machen, sondern er bemüht sich darum.
Was in deiner Tochter vorgehen wird, kannst du in meinem Faden hier nachlesen. Nach dem, was ich erlebt habe, fehlt mir noch immer die Fähigkeit nachzuvollziehen, wieso Eltern ihren Kindern solche Zustände zumuten. Mein Vater sagte mal, als Kleinkinder waren wir so klein, dass wir uns an nichts erinnern können. Das fatale an dieser Einstellung ist, dass man sich zwar an nichts bewusst erinnert, aber viel beobachtet und so für später am Modell lernt. Sie lernt momentan, indem sie euch beobachtet, wie man mit Menschen interagiert, umgeht, Beziehungen führt etc. Basisfähigkeiten, die zu massiven Problemen führen können, wenn man die 'falschen' Vorbilder hatte.
Ich wünsche euch dreien, dass ihren diese Situation baldige den Griff bekommt.Österliche Grüße, Natalie
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Hallo Aiko,
Momentan Word es noch irgendwie laufen, aber in meinem Beitrag kannst du nachlesen, wie es in Zukunft laufen wird. die Hölle war nicht von Anfang an so heiß, die Temperatur stieg nur langsam.
Reicht es aus, nach einem Therapeuten zu suchen? Wieso ziehst du nicht jetzt aus und kommst erst zurück, wenn er dass Leben auf der Reihe hat? Das wäre die Nummer sicher für euch.Nachdenkliche Grüße,
Natalie -
Hallo ihr,
danke für die Rückmeldungen!Ja, etwas mehr als eine Woche ist seitdem vergangen.
Ich war krank geschrieben und kann die Prüfung natürlich später antreten, wenn meine Prüfer wieder Zeit für mich haben. Einen neuen Termin habe ich noch nicht. Ich habe, wie Renate schon schrieb, vieeel geschlafen. Immer, wenn ich wollte- Zeit hatte ich ja
Ja, ich denke, diese Momente haben wir hier im Forum wohl alle, wenn die Augen aufgehen. Als ich hier erkannte, dass auch meine Mutter sterben wird und ich mir hier nur was vormache, wenn ich glaube, dass die Erkenntnis sie irgendwann erleuchten wird.. Aber irgendwie hat dieses Wissen nun an meiner Basis gerüttelt. Vielleicht habe ich es vorher nicht richtig erkannt und eben durch die Fachliteratur das Ausmaß gesehen.
Ich glaube, ich habe bisher ihren Suchtbeginn auf irgendwann um mein 5. Lebensjahr gelegt. So weit reichen meine Erinnerungen jedenfalls. Ihre Alkoholvergiftung dürfte gewesen sein, als ich 4 oder 5 war. Wahrscheinlich eher 5. Mein Geschwister konnte damals schon laufen und ist jünger.
Aber durch diese Texte erkannte ich ihr Verhalten von vorher als krankhaft- und das schon, seit ich denken kann. Sie war in meinen Erinnerungen nie die liebevolle, empathische Mutter. Immer gereizt, unfair, unangenehm. An allem war ich Schuld, ich war immer schlecht, nicht gut genug, verwöhnt (wovon denn? von nicht gesetzten Grenzen?) und ungezogen. Sie lief damals fluchend durchs Haus und ich fühlte mich schon als Kleinkind mies. Diese Rückmeldungen bekam ich dann auch von meinen Verwandten (ebenso krank wie Mutter).Eine konkrete Situation war, als ich etwa 2 oder 3 Jahre alt war. Das Geschwister grad geboren und ich total ängstlich und eifersüchtig. Ich sollte unten alleine auf dem Sofa sitzen bleiben und meine Mutter ging mit dem Baby einen Stock höher zum Wickeln. Ich bin ihr auf der Treppe hinterher, habe mich an ihr festgehalten und sie löst einfach so meine Hand von ihrer Hosentasche, dass ich die Treppe runterfalle. Von fast ganz oben. Statt dass sie mich tröstet, hat sie mich geschimpft und mir die Schuld gegeben. Ich war damals etwa 3 Jahre alt, jedenfalls noch nicht im Kiga.
Und das kam alles durch diese Texte hoch, dabei waren die Ereignisse irgendwo versteckt oder begraben. Diese Gefühle, an die ich mich so konkret nicht erinnern kann, die aber doch immer da waren. Ich fühlte mich damals hilflos- ich sollte schlecht und ungut sein. Aber wie werde ich besser?
Und jetzt lese ich diese Texte, alles wird mir wieder bewusst- und vor allem erkenne ich, dass ich gar nicht so schlimm war- sondern sie einfach krank. Schon so früh. In den Texten stand, dass psychisch kranke Mütter gar nicht in der Lage sind, responsiv und empathisch mit Kindern umzugehen und sie so zu erziehen, wie sie es bräuchten. Auch, wenn die Mütter ihre Rolle als gut empfänden. Den Kindern können sie nicht gerecht werden. Diese Kinder haben dann von Anfang an einen schlechten Start ins Leben und gegenüber anderen Kindern dicke Nachteile. Nach allem, was ich zu Leistungsentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung etc gelesen habe, merke ich, dass ich allein anscheinend wirklich eine starke Leistung erbracht habe. Nach allen Voraussetzungen, die meine Eltern mir gaben, hätte ich kaum eine Chance auf einen höheren Schulabschluss oder ein Studium. Ich hatte nie emotionale Unterstützung, niemals. Es wurde immer alles runtergespielt. Meine Eltern haben mir oft nicht viel zugetraut- wollten mir sogar das Abi und das Studium ausreden, da ich mir sonst das eigene Grab schaufle. Ich wurde nicht zur Selbständigkeit oder Selbstregulation erzogen, mir fehlen doch die ein oder anderen Fertigkeiten.
Und das wurd mir nun alles klar in den letzten Tagen. Quasi meine Defizite, die ich auf jeden Fall aufarbeiten muss.
Anscheinend sind das die Defizite, die die EKAs haben, wie man sie vielfach hier nachlesen kann. In den Texten wurde mir alles vor Augen geführt.Ich habe mir jedenfalls nichts böses dabei gedacht- immerhin hat es ja einen Schulbezug. Da sind eben die klassischen Ansätze, wie man mit den Eltern der Schüler umgeht- die Eltern wollen nur die besten Noten fürs so tolle Kind und der Lehrer muss dann erklären, dass die 4 oder 5 doch korrekt ist. Diese Ecke etwa. Aber natürlich, im Nachhinein, hat mich das Thema schon angezogen. Ich erinnere mich daran, wie ich die Liste las und an dem Thema hängen blieb.
Ja, Lindi, genau so ists- es ist alles lehrbuchmäßig! Wirklich- ich erkenne, dass ich im Prinzip das Kind war, das, so hart es klingt, vor dieser Mutter hätte geschützt werden müssen, solange sie sich nicht behandeln lässt. Und genau da hat mein Vater versagt. Der, der immer noch keine Verantwortung übernimmt. Früher ließ er mich hängen als Kind, nun schiebt er mir die Verantwortung für allen Sche*ß zu. Ich soll der Lückenfüller sein. Das war übrigens auch Thema der Texte- es gibt Übergangsphasen im Familienlebenszyklus. In einer befinden sich meine Eltern nun, auch die letzten Kinder ziehen aus. Nun merken sie, dass sie alleine sind und können die Augen vor ihren Problemen nicht mehr verschließen- wieder soll ich herhalten und einspringen, dass sie ihre Probleme nicht mehr sehen - oder, noch schlimmer, lösen- müssen. Statt dass sie mal endlich selbst Verantwortung übernehmen. Pustekuchen.Mein Vater war beim letzten Telefonat wütend- war ich doch schon seit 5-6 Wochen nicht mehr zu Hause. Dann wurde mir vorgehalten, dass ich aber noch meinen Freund besuche und ich sollte Rechenschaft ablegen, wann ich zuletzt bei ihm war. Und das wg 5-6 Wochen, in denen ich 3 wichtige Prüfungen hatte. Eine Freundin war deswegen seit Weihnachten nicht mehr zu Hause und das ist okay.
Aber das ist der Punkt- ich merkte, dass es nicht um mich oder mein Wohlergehen geht- sondern nur um meine Eltern. Ich werde instrumentalisiert und als Puffer missbraucht, damits für meine Eltern erträglicher wird. Sche*ß drauf, was mit meinen Prüfungen ist. Soll ich mich halt so nicht anstellen. War ja schon bei der letzten Prüfung im letzten Prüfungsblock der Fall, dass ich mich auf sie verließ und in der Woche vor der Prüfung nach Hause fuhr. Sie haben sich richtig Mühe gegeben, sich danebenzubenehmen. Mutter rannte sogar heulend in Unterwäsche durchs Haus. Auch was neues.@ Nys, ja, ich denke, es ist schon das beste.
ich hatte ein langes Gespräch mit der Ärztin- von Psychosen, schizophrenen Phasen, Depressionen (bekommen 36% bis zu 60% der Kinder von daran erkrankten Eltern auch- Infos aus dem Handbuch-- ich fand die große Anzahl erschreckend) bin ich jedenfalls weit entfernt ihrer Meinung nach. Aber der Prozess der Reflexion hat nun vollständig eingesetzt, was sie begrüßt- ich solle dies für eine Therapie nutzen, um das aufzuarbeiten. Joa.
Ich merke nun, dass in mir eine Wut aufkommt. Mir liegt vor Augen, was falsch gelaufen ist, was sie mir damit antaten und wie sie immer noch versuchen, mich in die Rolle des Erwachsenen zu drängen (der ich nun zwar bin- aber dennoch dürfen sie zum Teufel die Verantwortung nicht auf mich abwälzen). Irgendwie habe ich gar kein Bedürfnis mehr, mit ihnen zu sprechen. Über Ostern werd ich im Urlaub sein, um Kraft für die Prüfung zu tanken. Das wissen sie bisher nicht.Ich werde das Thema nun behalten. Jetzt ists zu knapp, es zu wechseln. Ich werde mich im Urlaub damit in kleinen Portionen auseinandersetzen- jeden Tag ein bisschen. Der Vorteil des Themas ist, dass ich sogar kleine Details wie die %-Zahlen oben direkt beim ersten Lesen behalten habe. Das werde ich mir zu Nutze machen. Ich habe drei Themen in der Prüfung und werde dieses Thema als letztes angehen- so bleiben vielleicht nur noch 5-10 Minuten dafür übrig. Und ich werde versuchen, den Schwerpunkt auf die Eltern-Lehrer-Zusammenarbeit zu lenken. Dann komme ich um das Unangenehme herum.
Tja.. Ich hab jedenfalls noch etwa 2-3 Wochen- denke, es wird nicht vor Semesterstart losgehen. Die meisten Prüfer nutzen die Zeit, um mit ihrer Familie in Urlaub zu fahren.
So, das Ausko*zen musste mal sein. Aber ich habe das Gefühl, ich sehe so klar wie noch nie bisher. Ich fühle mich auf jeden Fall befreit und losgelöst. Was auch daran liegen kann, dass ich mich so lange nicht mehr mit meinen Eltern befasst, da nicht getroffen, habe. Es gibt mir jedenfalls Kraft für die kommende Zeit- die wird bestimmt nochmal ätzend. Die Reaktion meines Vaters war wohl nur der Vorgeschmack auf das, was sie nun von mir erwarten, da das Geschwister auszieht. Aber die letzte Zeit zeigte mir, wie gut es werden kann, wenn ich sie lange Zeit nicht mehr sehen kann.
Viele Grüße,
Natalie -
Hallo Ihr,
wahnsinn, schon wieder sind 4 Wochen vergangen.
Jetzt, wieder mit etwas Distanz, sehe ich, dass ihr natürlich recht habt.
Ich habe die letzten Wochen viel an meinem Studium gewerkelt und daher versucht, die Probleme mit meinen Eltern außen vor zu lassen.
Ich habe sie auch seit 5 Wochen nicht mehr gesehen.
In der Zwischenzeit habe ich meine letzte schriftliche Prüfung geschrieben und hätte auch meine Abschlussprüfung gehabt. Hätte.
Nun war es so, dass ich sie in Psychologie absolvieren sollte. Prinzipiell habe ich daran Spaß.
Die Prüferin gab Themen vor, aus denen ich mir welche aussuchen konnte. Unter anderem entschied ich mich für "Eltern und Familie". Ich hab nichts böses geahnt- ging es doch ums Thema Schule.
Ich bekam dann ein paar Texte aus Lehr- und Handbüchern von der Professorin, die ich lernen sollte- und ZACK. Ging es natürlich nicht nur um Schule, sondern um Erziehung an sich. UND vor allen Dingen darum, was Eltern so alles anrichten können, wenn sie denn psychisch krank sind. Puh- das hat mir den Boden untern den Füßen weggerissen, stand da doch das komplette Verhalten meiner Mutter in meiner Kindheit. Von "verhalten sich eher nicht responsiv und unempathisch" bis hin zu "neigen dazu, negative Verhaltensweisen des Kindes überzubetonen". Welche Erziehungsstile diese Eltern bevorzugen, wie sie sonst so mit dem Kind umgehen und welche Probleme dies beim Kind auslöst und welche Konsequenzen es fürs Leben des Kindes hat.Das war hart, wenn plötzlich und unerwartet alles aufgestochen wird, womit man gar nicht so rechnete.
Mit dem Ergebnis, dass es mir ganz schön auf den Magen geschlagen ist- Magenkrämpfe, Herzklopfen, die Schrift ist mir vor den Augen verschwommen, dass ich diese Texte nicht mehr lesen konnte, mir wurde schwarz vor Augen, bin an einem Tag sogar umgekippt, musste mich übergeben.. etc. An dem Tag, bevor ich das Thema zu lernen begann, war alles in Ordnung, ich freute mich auf die Prüfung. Und mit dem Thema gings bergab.
Ich war dann einen Tag vor der Prüfung beim Arzt und wurde ausm Verkehr gezogen. Meine Ärztin sagte, dass ich wohl einiges erkannt habe durch die Fachliteratur und dies zu einer akuten Stressreaktion geführt hat und sie an meiner Stelle auf keinen Fall in die Prüfung gehen würde. Zack.
Mitlerweile geht es mir wieder besser. Ich kann mir nun viele meiner Probleme erklären, weiß, dass mir manche Fähigkeiten, die Kinder gesunder Eltern haben, einfach fehlen- meine Eltern besitzen sie auch nicht, wie soll ich es also lernen? Ich habe auch erkannt, wie diese Familiendynamik im Detail läuft. Es gab dazu 4 Seiten Text, die erklärten, wie meine Eltern in ihrem Muster hängen bleiben und dabei standen dann wortwörtlich Papas Manipulierungssätze wie "Familie hält zusammen" blup. Es passte alles wie die Faust aufs Auge- als ob jemand meinen Vater studiert und ein Buch dazu geschrieben hätte.Tja.. So liege ich nun im Bett und warte darauf, wieder zu Kräften zu kommen. Die Tagen waren schon stressig genug udn dann noch das.
Es wird aber wieder =) Nur mir ist nun bewusst geworden, wie wichtig eine Therapie für EKAs ist. In der Kindheit läuft soviel schief, auch wenn man es nicht bewusst merkt.
Nachdenkliche Grüße,
Natalie -
Hey Miriel,
wie läuft es mit deiner Staatsarbeit? Kannst du dich darauf momentan noch konzentrieren?Viele Grüße,
Natalie -
Hallo Seelchen,
Bei mir ist es genau so. im Prinzip hat dich deine Mutter vorher schon hängen gelassen, weil sie seine Sucht in deiner Kindheit duldete, statt dich davor zu schützen. Mein Vater hat auch nur dabei zugesehen, statt Konsequenzen zu ziehen und uns zu beschützen. So zieht sich sein Verhalten weiter. Die einzige, die etwas ändert, bin ich. Und somit passe ich nicht mehr in das System. Der Rest weigert sich ja, etwas zu ändern.
Es frustriert auch mich, zu sehen, wie alles kaputt geht und meine Eltern untätig dabei zusehen.
Ich denke, ich muss da meinen Weg gehen und mich und zukünftige Kinder schützen. Vorher muss alles stabil sein. Meine Kinder werden auch in keinem nassen Umfeld gehütet, das werde ich verhindern. momentan habe ich schon mit konsequentem Verhalten begonnen und mache mir in meiner Familie keine Freunde. Ich fahre nicht nach Hause, weil sie nichts geändert haben und ich momentan meinen Abschluss mache und die Belastung nicht mehr ertrage. meine Eltern verstehen dies nicht und machen mir Vorwürfe. Anzeichen, dass sie mal etwas ändern wollen, sehe ich auch nicht.
Ich kann dir nur traten, konsequent zu bleiben. Meinst du, dass deine Oma wenigstens durchgreift?
Viele Grüße, Natalie -
Hallo Schneeflöckli,
Ja, diese Beobachtungen kenne ich auch. Ich habe in letzter Zeit ein paar Freundinnen gefunden, die gesund sind. Zuvor lernte ich nur “Pflegefälle“ kennen. Es half, mich von diesen bewusst zu trennen und mir vor Augen zu führen, warum es nicht funktioniert und mich von der Verantwortung für deren wohl zu lösen.
Mal gucken, ob diese Freundschaften halten. Auslösend war, dass ich es schaffte, dass Muster und die gründe dieses Musters zu erkennen. Die “Freunde“ hatten Eigenschaften meiner Eltern und waren quasi eine Fortführung der ungesunden Familienstruktur.Viele grüße und herzlich willkommen hier,
Natalie -
Ja klar, ich mag mir nicht vorstellen, wie die Botschaft letztendlich sein wird. So weit kann ich mich auf den Gedanken nicht einlassen.
Aber zumindest aktuell tut es nicht weh.
Ich hoffe, dass es sich so lange noch hinzieht, wie ich brauche, um mein Leben aufzubauen, damit ich eine stabile Existenz habe. Mehr kann ich da nicht ausrichten. -
Sie können selbst den eigenen Tod vor Augen haben- auch das ändert nichts.
Neulich hat ein Bekannter meiner Familie die "frohe Botschaft" erhalten, dass der, sollte er seinen Lebenswandel so beibehalten, nur noch überschaubare Zeit zu leben hat. Er müsse aufhören zu trinken und zu rauchen. Und? Natürlich trinkt und raucht er weiterhin, hat aber alles alibimäßig auf die Hälfte reduziert und lügt sich selbst in die Tasche. Die Frau kam mit verquollenen Augen zu unserem Treffen, total fertig wg der Nachricht. Aber alle reden sich ein, dass er es ja nun verstanden habe *Kopf schüttel*
Bei meiner Mutter erst recht. Auch da hat sich nichts geändert. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mit dem Gedanken schon arrangiert habe- er treibt mir jedenfalls nicht mehr die Tränen in die Augen und ich bin dankbar, dass sie mein Studium quasi überlebt hat.
Ich kann es auch nicht nachvollziehen- und habe das Bedürfnis danach aufgegeben.Viele Grüße,
Natalie -
es kommt auf dich an- momentan bin ich so gestresst, das ich kaum Kontakt zu meinen Eltern möchte. Sonst geht es auch, wenn ich ab und an mal vorbei schaue. Aber ich Kasse mich nicht mehr für ihre Probleme instrumentalisieren.
Ich würde die raten, auch die Verantwortung für deinen Vater anzugeben. Dass ist wirklich nicht deine Aufgabe. Er soll sich selbst um sich kümmern; so ist zwar schon bequem für ihn, jedoch auf deine kosten. Er ist doch erwachsen! Wenn du Bedenken hast, sprich mir einem Arzt, vllt lässt sich da was machen, wenn er alleine nicht mehr leben kann und seine Gesundheit vernachlässigt. In Sachen Betreuung. Aber das darf nicht an dir hängen bleiben. Ich würde die Regel aufstellen, ab 21 Uhr nicht mehr erreichbar zu sein und nur mir ihm sprechen, wenn er nüchtern ist. Bei SelbstmordÄußerungen die Polizei anrufen. Wichtig ist Konsequenz, sonst nimmt et deine Haltung nicht ernst und lässt sich weiter von dir tragen.
Wie soll es sonst bei dir weiter gehen? Mit deinem Vater wird es nicht besser werden und du wirst stärker mit reingezogen. Wenn du nicht dein gesamtes Leben und deine Gesundheit dafür opfert willst, solltest du nun beginnen, Grenzen zu setzen.
Ansonsten wird es nicht besser werden, sondern immer schlummert bis zur Ganztagsbetreuung.Wo bleibst du mit deinen Interessen dabei?
Alles Liebe,
Natalie -
Hallo Ramona,
Erfahrungen mit einem alkoholkranken Elternteil habe ich ja. Was erwartest du für Tipps?
Und aus dieser Erfahrung kann ich dir sagen, dass du nun für dich entscheiden musst, wie du mit der Situation umgehst. Er scheint sich nun für seinen nassen Weg entschieden zu haben. Und du? Gehst du ihn weiter mit oder wechselst du auf den trockenen?
Wenn du ihn nun weiter trägst, wird sich an der Stelle nicht viel ändern- wenn sich was ändern soll, muss der Impuls von dir kommen.
Du solltest dich nun befreien, wenn du die Situation nicht mehr aushälst- oder eben warten, bis es dich komplett fertig gemacht hat und du den Leidensdruck nicht mehr aushälst.Du hast keine Verantwortung für ihn und kannst ihn nicht beeinflussen- das gilt nur für dein Leben.
Love it, change it or leave it- ist die Devise.Alles Liebe, Natalie
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Fingertip, wie alt bist du denn?
Ich (auch Studentin) glaube, dass du allein die Verantwortung für dein Studium trägst.
Je nach Alter und Semesteranzahl könntest du ein paar Dinge durchsetzen, die dir das Leben erleichtern. Bafög, Wohngeld, Job.
Was spricht dagegen, eine andere Wohnung zu nehmen?Natalie
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Hallo Sanja,
was spräche denn gegen eine nasse Einrichtung? Ist es so aussichtslos, kannst du prüfen, ob es nicht sogar angemessen wäre, ihn wg seiner Epilepsie in Kombi mit der Sucht betreuen zu lassen? Dann stünde ihm vielleicht sowas wie eine Pflegestufe zu?
Ich bin auch EKA, wie du meiner Vorstellung entnehmen kannst. Und auch ich bin von Schuldgefühlen momentan geplagt- aber habe hier im Forum Zuspruch erhalten, dass ich wirklich mein eigenes Leben habe und leben darf.
Ich möchte dich ermuntern, die Verantwortung abzugeben- er ist dein Vater, nicht dein Sohn. Es ist normal, dass Angehörige in solchen Situationen überfordert sind- das ist ja an Stress und Druck nicht auszuhalten. Dazu kommt dann ja die emotionale Verbundenheit- deswegen würde ich diese Betreuung nicht annehmen.
Bedenke auch, dass es immer schlimmer werden wird. Du bist Mitte 20, ein Tick jünger als ich. Wir sollten an unseren eigenen Leben basteln und nicht unseren Eltern den Rücken stärken, damit sie ungeniert saufen können. Jetzt ist doch die Zeit, in der du soviel für dein Leben festlegst, noch Zeit für dich hast, bevor du irgendwann mal eine eigene Familie hast. Diese Zeit kannst du nie wieder nachholen, wenn du sie nun wg deines Vaters vergeudest. Und wie gesagt, das wird mit ihm immer schlimmer werden, die Betreuung immer intensiver. Wenn er nicht vorher stirbt, endet er irgendwann als Pflegefall und wird definitiv in so einer Einrichtung enden. Oder magst du dein Leben komplett für ihn aufgeben und zur 24-Stunden Pflege wechseln?
Du bist nicht die Nanny deines Vaters, auch wenn es für ihn am bequemsten so wäre. Er hat sich für seinen Weg entschieden; genau so hast du auch eine Wahl und kannst dich jederzeit für dein eigenes Leben entscheiden. Er ist für sich selbst verantwortlich.Wie sieht dein Alltag aus? Hast du Zeit für eigene Interessen? Wie wäre es mit Kurzurlauben?
Wie stellst du dir selbst dein weiteres Leben vor?Viele Grüße,
Natalie -
Hallo, ich schließe mich weich da an- Co-Abhängigkeit beginnt dort, wo ich unter der Sucht/Erkrankung eines Menschen leide, seine Verantwortung abnehme und mich für ihn verantwortlich fühle. Das hat nichts mit Rollenverteilung oder mit “jemanden bloß für sich putzen lassen“ zu tun.
Schwieriges Thema. Bei besagtem Schreiber würde ich als Laie nicht von Co-Abhängigkeit sprechen. -
@ paddy: dann waren also die Frauen Deutschlands bis über 1945 hinaus, in manchen Teilen der Welt aktuell immernoch, nach ihren Rollenbildern geurteilt, co-abhängig?
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Oh, noch mehr Antworten.. Ich antworte heute Abend, jetzt muss ich wirklich lernen. Bis später!
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Hallo Oldie,
ja, das habe ich schon beobachtet; sobald ich nach einer stressigen Zeit weniger Stress in der Uni habe, fühle ich, dass ich mich mehr mit den Problemen zu Hause auseinandersetze.
Aus diesem Grunde habe ich die Besuche zu Hause auch momentan eingestellt, das kann ich nicht gebrauchen. Mir geht es echt gut und ich habe das Gefühl, dass ich die Tipps, die ich beim Coaching wg meiner Prüfungsangst gelernt habe, nun auch richtig anwenden kann. Aber sobald dann noch der Stress mit meinen Eltern dazukommt, kann ich das Ganze nicht mehr verpacken.Ich verspüre auch das Bedürfnis, richtig Distanz zu schaffen. Also sowohl finanziell aus der Abhängigkeit rauszukommen, als auch emotional. Ich habe zB nun mit meinem Freund den Deal, dass ich bei ihm waschen kann- seine Wäsche packe ich dann dazu und wir haben beide einen Vorteil.
Sollte ich dann wirklich ein eigenes Auto haben, die Wäschefrage auch geklärt sein, brauche ich auch nicht mehr bei meinen Eltern übernachten. Das wird ihnen zwar auch nicht schmecken, aber ich mag nicht mehr. Also von daher ist der finanzielle Ausblick nicht so rosig, aber er hat auch viele Vorteile. Bisher hatte ich mehr Geld, aber eben diese Abhängigkeit von meinen Eltern. Ich denke, ich komme dann auch mit weniger Geld aus, wenn ich dafür freier bin.Danke, dass du diese Selbständigkeit nochmal betonst. Mein Verstand sagt mir, dass mir ein schönes Leben zusteht und dass ich für MICH leben kann und eben nicht lebe, um meinen Eltern zu helfen.. Aber es ist so unglaublich schwierig, wenn dir als Kind von Anfang an eingetrichtert wurde, dass Kinder ihren Eltern helfen müssen, damit sie später mal nicht ins Heim kommen, wo sie schlecht behandelt werden. Prinzipiell wurde diese Abhängigkeit von meinen Eltern schon von Anfang an vorbereitet und nun werden diese Strippen gezogen.
Ich habe momentan das Gefühl, dass meine Eltern vermehrt Druck machen, da mein Geschwister bald auszieht, mein Freund nun weg ist und sie wohl denken, dass ich nun eher bereit bin, Zeit mit ihnen zu verbringen. Und zudem geht es auch meiner Mutter schlechter. Ich habe jegliche Versuche abgeblockt.
Ich weise meine Eltern schon ständig darauf hin, dass es ihre Probleme sind, nur sie diese verbessern können und natürlich, dass ich keine Eheberaterin bin. Diese Hinweise sind allerdings immer fix vergessen- ich habe das Gefühl, es geht rechts rein und links raus.
Daher auch der komplette Kontaktabbruch, bis die Prüfungen hinter mir liegen. Ich habe nichtmal das Bedürfnis, mit ihnen zu telefonieren- es gibt nichts, worüber wir uns unterhalten könnten. Nix.Danke, dass du mich bezügl. meiner Einstellung gegenüber der Beraterin unterstützt. Ich bin dort hingegegangen mit dem Gedanken, dass sie Spezialisten auf dem Gebiet sind. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ich in der Co-Abhängigkeit gestärkt werde.
Nuun, ich muss nun auch wieder an den Schreibtisch, lernen.
Danke fürs Lesen und deine Rückmeldung!Natalie
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Hallo Renate,
ich hab mal ein paar Angaben, die ich schon kenne, in einen Rechner eingegeben; einen Anspruch hätte ich schon. Aber ist die Frage, ob ich den auch habe, wenn ich verbeamtet bin?
Da werd ich mich die Tage mal hinterklemmen, dann ist wenigstens die Mietbelastung zu 2/3 vom Tisch.
Und ansonsten kann ich dann halt keine Therapie beginnen, sondern es reicht "nur" für einen erweiterten Forenzugang- besser als nichts.
***********Zudem grüble ich momentan darüber, ob ich wieder zur Suchtberatung gehen sollte. Ich hatte insgesamt schon 3 Termine dort, 3 würden noch ausstehen.
Aber ich muss sagen, dass ich zunächst begeistert war und es gut fand, hingegangen zu sein. Aber im Nachhinein ist mir klar geworden, dass diese Dame meinen Co-Knöpfen mehr Futter gegeben als genommen hat.
Zum Beispiel hat sie mir wieder Hoffnung gemacht, meine Mutter zu einem Entzug zu überreden- es ist nie zu spät und lohnt sich doch noch. Und war ganz entsetzt, dass ich mich dagegen wehrte, weil ich einfach dafür keine Verantwortung mehr tragen möchte. Mutter will ja nicht.
Und dann eben mein Vater- ich sollte auch hier Verantwortung annehmen und dafür sorgen, dass er zur Suchtberatung geht, einen Termin machen und ihn dorthin begleiten, weil er es alleine wahrscheinlich nicht gebacken bekommt.Mich haben diese beiden Anweisungen total getriggert. Mit etwas Distanz denke ich, dass es nicht meine Baustellen sind, auch wenn diese Beraterin mir das Vorgehen als Möglichkeit der Problemlösung schmackhaft machen wollte. Ist ja nicht so, als ob ich das jahrelang erfolglos versucht hätte.
Ich hatte zwar wieder ein paar Gespräche mit meinem Vater- aber bei ihm ist keinerlei Einsicht vorhanden. Er kann ihre Sucht nicht als Krankheit sehen und jammert dann nur, warum sie keine Rücksicht auf ihn nehmen könne? Ein klarer Fall von IAO. Und ich sei ja auch so gemein und lasse ihn auch im Stich- wir sind eine Familie, ich habe ihm beizustehen. Auch wenn ich dabei selbst draufgehe, sei es egoistisch von mir, ihn im Stich zu lassen. Ich habe ihm damals aufgezeigt, dass ich nicht mehr kann, dass meine Gesundheit den Bach runter ist und ich mir, wenn ich mich da weiter reinstürze, meine Zukunft komplett verbaue.
Er ist in keinem Fall dazu bereit, irgendwas zu ändern (Schuld ist ja Mama, er hat kein Problem) und von Trennung will er nichts hören. Wenn ich da deutlicher werde, bin ich nur diejenige, die die Ehe der Eltern zerstören will.
Hatten wir schon alles.Jetzt hatte ich ein längeres Gespräch mit meinem Geschwister; sie zieht nun auch aus, 300km weg und beginnt ein Studium. Das letzte Geschwister, der Rest ist flügge und auf Distanz. Tjaaa. Mein Vater hat mit Engelszungen versucht, diesen Auszug zu verhindern und sogar meine Aussagen runtergemacht, indem er meine und die Aussagen meiner Ärzte als "Quatsch" und "Übertreibung" und "Anstellerei" dargestellt hat.
Als ich das hörte, war bei mir Schicht im Schacht. Das geht ja mal gar nicht. Da war dann auch der letzte Wille dahin, noch ein Gespräch anzustoßen und den Vorschlag der Beraterin anzusprechen.
Auch kann ich mir nun an 5 Fingern abzählen, dass mir meine Eltern nun vermehrt auf die Pelle rücken werden; wenn das letzte Geschwister nun ausgezogen ist, bin ich diejenige, die am nächsten bei ihnen wohnt.Seht ihr das auch so? Mir kommen diese Vorschläge der Beraterin "ungut" vor. Sie zementieren die Zustände eher und reißen mich wieder tiefer rein, als dass sie mir helfen. So empfand ich das Gespräch.
Ich hatte, bedingt durch ihre Argumentation und ihr super-nervöses, zerstreutes Verhalten eher den Eindruck, als sei sie selbst EKA und meine Schilderungen triggern sie auch selbst.
Seht ihr das ähnlich? Ich meine, es ist nun ein paar Monate her, und grad kommen diese "was wäre, wenn die Dame doch Recht hat?"-Gedanken hoch.Viele Grüße,
Natalie