Beiträge von Zimttee

    Hallo Nikada,

    danke für deine Nachricht! Naja, so angenehm war Weihnachten nicht. Aber ich hätte es, im Nachhinein, schon schrecklich gefunden, nicht dortzusein. Es waren ja nicht nur meine Eltern zu Hause.
    Richtig ätzend war nur der 24., danach wurde es besser. Alles in allem habe ich mich dennoch die ganze Zeit dort nicht wohlgefühlt. Ich schätze, ich bin schon so auf Stress und Unwohlsein konditioniert, dass ich mich in diesem Haus nie wieder wohl fühlen kann. Ich habe bereits entschlossen, dass ich auch nach einem möglichen Erbe dort nicht mehr wohnen werde. Für mich ist dieses Haus einfach zu sehr mit dem Suff und den daraus resultierenden Streitereien und Problemen verbunden.

    Aber dieses Mal bin ich nicht durch den Wind. Für das nächste Fest werde ich mir eine andere Struktur überlegen. Vielleicht die Anreise an einem anderen Tag und früher wieder fahren. Mal gucken.
    Ansonsten habe ich trotz der Tabletten stark zugenommen, weil ich alles mögliche zwischendurch gefuttert habe. Das ist so ärgerlich, da ich vorher 2kg wieder abgenommen hatte. Konsequenz: in absehbarer Zeit fahre ich nicht mehr nach Hause. Wenn ich nicht drumherumkomme, werde ich für einen Tag hinfahren- das wars. Ansonsten steht der Deal mit meinem Freund, dass ich nach seinem Umzug bei ihm waschen kann- wenn ich das, was er noch übrig hat, mit reinpacke. So viel Kleidung habe ich auch nicht. Die Sache klingt fair.

    Nunja..
    Ich werd dann mal weiter lernen.

    Alles Liebe, Natalie

    Hallo Nys,
    ja diesen innerlichen Druck kenne ich auch. Er ist unerträglich, sodass auch ich immer direkt beginne, irgendwie ein Ventil zu finden.
    Über Weihnachten hatte ich wieder Angst, dieses Gefühl zu spüren, weil ich bei meinen Eltern war. Für gewöhnlich stopfe ich dann Nahrungsmittel in mich rein; sogar schon präventiv, sobald ich zu Hause ankomme, falle ich über den Kühlschrank her und esse Dinge, die ich sonst niemals essen würde. Ein Stück Fleischwurst mit Senf bspw. Bäh. Oder Unmengen an Plätzchen oder anderen Süßkram, vollfetten Joghurt. Was so rumsteht.
    Ich war vor Weihnachten ein paar Wochen nicht zu Hause und habe ein paar kg abnehmen können. Nun habe ich alles wieder drauf. Es ist so frustrierend.

    Aus Fellern lärnt man, aus Fählern lernt.. Aus fel... ;)

    Dieses Gefühl, bei meinen Eltern nicht sicher zu sein, hatte ich auch immer. Ich konnte mich emotional nie auf sie verlassen. Mutter hatte heftige Stimmungsschwankungen, war häufig aggressiv und gestresst und sprach entsprechend mit mir vor allen Dingen. "Verdammt noch mal", "Natalie, langsam zweifle ich an deinem Verstand" und noch andere erniedrigende Sätze waren an der Tagesordnung. Sie gab mir das Gefühl, schlecht und nicht gut genug zu sein. Gelobt wurde ich nie, aber ständig wurde ich mit anderen Kindern verglichen. Dann hielt sie mir vor Augen, dass ich im Vergleich schlechter abschnitt. T. kann schneller laufen, L. auch. V. kann schon die Uhr und bestimmte Buchstaben schreiben, du nicht. Und so weiter. M. spielt so toll dieses Instrument.

    Wenn sie komplett die Nerven verlor, was häufig passierte, nahm sie den Kochlöffel und schlug damit auf uns ein. "Bis er abbricht" wurde dann gedroht. Vater hat uns Kindern auch öfters die Luft abgedrückt.
    Das schlimme ist, dass ich weiß, dass er wieder so reagieren würde, falls man ihm zu sehr wiederspricht und auf seine Aggressionen eingeht. Erst wird er laut, dann laut-beleidigend, dann schreit er richtig und wenn man dann zurückschreit, ist Gewalt die nächste Reaktion.
    Nunja.

    Auf der anderen Seite finde ich es auch wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, wie sich der XY verhält, zu was das führt.. Was eben das Dilemma ist: auf der einen Seite fühlt man sich gut, aber dann passieren eben wieder Dinge, die einem nicht gut tun, man giert nach den "Zuckerstückchen". Das ist ja das Spiel der XY, welches man durchschauen sollte. Im Prinzip war es schon bei meinen Eltern so, dass sie mich so behandelten. So stellte ich irgendwann fest, dass Freunde und Partner mir gegenüber genauso sind. Und ich merkte nix, da ich es von kleinauf nur so kannte. Nunja. Jetzt habe ich das Spielchen durchschaut und bin nicht mehr so empfänglich dafür. Menschen, die aus normalen Familien kommen und gesund sozialisiert wurden, tun sich das von Anfang an nicht an.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, bist du nun aber verheiratet und nicht mehr mit einem XY in einer Beziehung, oder?

    Alles Liebe,
    Natalie

    @ Renate: Weihnachtstag 1 und 2 waren besser. 1 nur im kleinen Rahmen mit Papas Familie und 2 mit der Familie meiner Mutter. Ich merkte dort, dass manche Person recht sauer auf mich ist. Daher überlege ich, ob ich Tag 2 nächstes Jahr cancle. Meine Oma kann ich auch so besuchen. Aber jetzt brauche ich erstmal ein wenig Zeit, um runter zu kommen und die Eindrücke zu sortieren.
    Gehts dir gut?

    @ Nikada: Beantworte ich heute Abend- nun gehts wirklich in die Falle.
    Aber danke für eure Nachrichten, das hat mich aufgebaut.

    Natalie

    Hallo Lindi,

    danke für deine aufbauenden Worte.
    Ich habe tatsächlich ruhige Musik gehört und mich auf meine Bücher konzentrieren können. Musik hat eine starke Wirkung auf mich.
    Mitlerweile bin ich wieder in meiner Wohnung und genieße hier meine Ruhe.
    Abschließen ging auch zu Hause nicht, da Vater den Schlüssel versteckt hat, damit Mutter sich nicht einschließen kann und dort Flaschen verstecken oder trinken. Tatsächlich ist der Raum unter meiner Matratze ein gutes Versteck von ihr- aber das weiß er nicht. Ich mische mich nicht mehr ein.

    Ich wohne in einer kleinen Wohnung, die ich nicht mit einer fremden Person teilen kann. Die meiste Zeit bin ich mit bei meinem Freund, weil seine Wohnsituation besser ist als meine. Aber da zieht er dann weg.
    Ich muss dann in 2 Wochen gucken, wie ich das mache. Die Wohnung hier ist schon günstig, aber nicht günstig genug bei meinem Gehalt.
    Damals hab ich nach einem Studentenwohnheim geguckt- da kostet der qm bis zu 12 oder 13 Euro- das geht gar nicht :( Uninähe ist teuer.
    Ich werde den Tag abwarten, an dem sich meine Zukunft im Januar entscheidet und danach überlegen.

    Es tat jedenfalls gut, über Weihnachten hier zu schreiben.
    Der heftigste Tag war der 24. Ab dem Abendessen und der Bescherung war Mutter gut drauf. Danach waren nur noch deren Kleinkämpfe ein Problem. Tatsächlich hab ich heute früh nochmal mit Vater gesprochen- seiner Meinung nach war Weihnachten ja sehr schön und gelungen. Das sehe ich etwas anders, was ich ihm auch gesagt habe. Daraufhin war seine Antwort, dass ich eben nix mehr gewöhnt sei, da ich hier ja immer meine Ruhe habe und viel alleine sei.
    Der merkt nix mehr. Nunja, mal schaun. Wenn es geht, werde ich Weihnachten nächstes Jahr ändern und nur noch am 1. oder 2. Tag dort sein. Aus Fehlern lernt man ;)

    Tja. Ich mache mir nach den Tagen auch ziemliche Gedanken um ihn. Er hat sich soo sehr verändert, das ist mir erst bewusst geworden, als ich mal mehr als 1-2 Tage dort war. Er schleicht nur durch die Gegend- meist ziellos. Er räumt häufig Dinge ohne erkennbaren Grund von A nach B, erinnert sich oft an manches nicht. So Kleinigkeiten. Wenn man ihm dann sagt, dass er was vergessen habe, wird er oft wütend und aggressiv. "Das ist ja gar nicht so, das war ganz anders" und dann versucht er eben durch Lautstärke zu argumentieren, weil er keine anderen sachlichen Argumente hat. Unabhängig davon auch unruhig, nervös, gestresst und stressend- das bringt mich auf die Palme. Heute morgen bin ich schier ausgeflippt und explodiert. Um 6 Uhr hat er mich mit seiner Art in die Verzweiflung gebracht.
    Mir ist aufgefallen, dass seine Orientierung stark nachgelassen hat. Aber der Weg/die Strecke ist ja ein Faktum, was er nicht leugnen kann. Da hat er dann eine Begründung parat, warum er es nicht mehr hinbekam- "Jetzt ists ja dunkel", "Beim letzten Mal kamen wir aus einer anderen Richtung" "Muss meine Brille aufsetzen" oder sonstwas. Totaler Quatsch, eigentlich müsste er es wissen. Vor allem, wenn wir da grad schonmal rumgefahren sind und er das innerhalb von 5 Minuten nicht mehr hinbekommt und die Strecke seit 5 Jahren ab und an fährt.
    Ja, auch seine Gangart hat sich geändert- schlurfender irgendwie und nicht mehr so flüssig.
    Es wäre nett, wenn hier jemand Altenpfleger wäre und wüsste, dass Alzheimer ganz anders beginnt.
    Aber auch das ist eine Sache, auf die ich keinen Einfluss habe, ja. Aber dennoch :/

    Heute war jedenfalls mein Entspannungstag. Ich war erst etwas arbeiten, dann noch einkaufen und in der Bibliothek und dann eben TV-gucken. Von 19 Uhr bis nun =)
    Nun gehts in die Falle und ich hoffe, dass morgen ein entspannterer Tag wird =)

    Danke fürs Lesen!
    Natalie

    Dann antworte ihm beim nächsten Mal, dass du in der Zwischenzeit an dir arbeitest und ihr beide die Zeit nutzt, um euch zu entwickeln.
    Oder spricht da etwas gegen?
    Es klingt eher so, als ob er dir die "Beginnerkarte" zuschiebt, weil er weiß, dass du sie nicht spielen willst? So ist er dann fein aus dem Schneider.
    Wie zwei Kinder, die oben auf dem 3Meter-Brett im Schwimmbad stehen und keiner vorspringen will, sondern auf den anderen wartet- der auch nicht springen möchte.
    Und irgendwie stimmt das schon.. Ist das irgendwie keine richtige Basis. Oder?

    Viele Grüße,
    Natalie

    Danke für die Rückmeldung.
    Ja, erst war ich auch enttäuscht, dass sie nicht soo die Ideen hatten. Aber so sind sie nunmal, fürchte ich.

    Bestätigung versuche ich nicht zu sehr aus der Partnerschaft zu ziehen. Mein Freund ist mir wirklich sehr sehr wichtig und die erste gesunde Partnerschaft meines Lebens. Aber ich fände es nicht gut, wenn ich alles von ihm abhängig mache.
    Familie selbst habe ich nicht, nicht soo viele Freunde.
    Ich versuche, mir ein schönes Leben zu machen und Interessen nachzugehen, auf die ich Lust habe. Gehe zum Sport, was Spaß macht. Versuche, mit mir selbst zufrieden zu sein und mich so zu kleiden und zu stylen, wie ich mir gefalle.
    Das klappt so ganz gut. Wichtig ist mir auch, mich an mir selbst zu orientieren und nicht ständig mit anderen zu vergleichen.. Da zieht man als EKA meist eh immer den kürzeren. Was andere absolut ohne Anstrengung hinkriegen, fällt mir schwerer, da ich einfach zu viele Baustellen habe. Die anderen kommen entspannt, bei Kräften und rumdum gestärkt aus ihren Familien. Als EKA bist du froh, der Hölle entronnen zu sein und brauchst erstmal einen Ort, um zur Ruhe zu kommen, zu dir selbst zu finden und diese ganzen verqueren Vorstellungen und die Fesseln loszuwerden. Das ist ein riesiger Unterschied. Deswegen hab ich meine Erwartungen an mich selbst runtergeschraubt.

    Ich glaube, man wird als EKA unter Liebesentzug durch die Eltern süchtig nach dieser Anerkennung und 'Liebe', dass man sich darüber definiert und danach giert, mal wieder einen Happen abzubekommen.
    Hätte man immer die Eltern stützend im Rücken gehabt und ein normales Verhältnis zu ihnen, wäre man später nicht so auf ihre Anerkennung fixiert. Ich denke, der Punkt ist, weil man sonst gelernt hätte, auf sich selbst zu hören und sich selbst im Fokus zu halten.
    So traut man der eigenen Wahrnehmung nicht, sondern wartet auf Reaktionen der Eltern.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Als kleinen Nachtrag: Wenn ein Mann deinen Eltern 3 Kamele für eine Ehe mit dir anbieten würde, würdest du ihm auch den Vogel zeigen, oder?

    Auf gleicher Ebene siedele ich den "Alkoholkonsum-Gedanken" an. Niemand macht deinen Wert von außen fest; den bestimmst du nur für dich selbst und nicht ein Kamelhändler oder ein XY, der für dich nicht aufhören kann zu trinken. Vielmehr bist du es nicht wert, dich mit jemandem abzugeben, der dir eine Schnapsflasche vorzieht.

    Hallo Helen,
    ich nehme es nicht mehr persönlich.

    Meine Eltern hatten auch keine Idee, was sie mir schenken sollten. Von einem meiner Geschwister hab ich etwas selbstausgesuchtes bekommen, das hat mich wirklich gefreut.
    Aber das, was ich von ihnen bekommen habe, habe ich selbst ausgesucht, gekauft und eingepackt.
    Nunja.. Sie sind beide krank- für mich der Punkt, an dem ich mich davon distanzieren muss. Es ist von ihnen nicht böse gemeint, sondern zu anderem sind sie nicht in der Lage.
    Ich bin jetzt erwachsen und hole mir die Bestätigung, die jeder braucht, woanders.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Wie kommst du auf die Idee, deinen Wert an seinem Alkoholkonsum festzumachen?

    Es geht in einer Beziehung nicht um "für jemanden genug Wert zu haben", sondern darum, zusammenzupassen. Und ein nasser Mann passt einfach nicht zu dir. Vielleicht nimmt sich eine andere seiner an- schön für sie, die Katze im Sack. Aber für dich ist das nix. Für mich auch nicht.

    Alles Liebe,
    Natalie

    PS. Und trocken ist er gewiss nach 10 Tagen nicht.
    Schau mal im Forum "drüben" nach. Ich finde es sehr aufschlussreich, wie wirklich trockene Alkoholiker das Verhalten derjenigen einstufen, die auch so euphorisch-vollmundig ihre Zukunft nach keinen 2 Wochen der Trinkpause lobpreisen.

    Ja, darfst du, Lindi :)

    Hallo Nilay,

    das klingt ja alles schön und gut, wie er seine Zukunft angehen möchte.
    Wie Lindi schon angedeutet hat, habe ich meine eigenen Erfahrungen als Kind einer Alkoholikerin gemacht und kenne diese Spielchen, die die meisten hier beschreiben, aus über 20 Jahren im Hause meiner Eltern. Meine Mutter hat es seitdem geschafft, meinem Vater auf der Nase rumzutanzen, ihn immer wieder hinzuhalten und letztendlich ihren Alkohlkonsum durchzuboxen. Ergebnis: unsere Kindheit ist vermasselt und die Eltern sind zusammen bis heute nicht glücklich.

    Aus diesem Erfahrungen würde ich mich im Leben nicht auf einen nassen Alkoholiker einlassen- ich kann dir ein Lied davon singen, wie sich die Herdplatte anfühlt.
    Das, was er mit seinem Suff anrichtet, was er in dir auf Dauer kaputt machen wird (im gehts im Prinzip nur um die Sucht, du bist nur das Accessoire, das ihm das Leben erträglich macht), kann er mit den paar Zuckerstückchen, die er mal hinwirft, nicht wieder gutmachen.

    Ich würde mich nicht von ihm erpressen lassen- und ja, das was er abzieht, ist emotionale Erpressung. Da hat Lindi recht. Anscheinend geht ihm die Düse, dass er dich nun verliert. Aber es sollte dich trösten, dass er als nasser Alkoholiker eh keinen Sinn für wirkliche Liebe hat- sonst würde er dich nicht so unter Druck setzen, sondern dich wie eine zarte Pflanze hüten.

    Ihm gehts ja in erster Linie nur um den Alk.
    Bevor er dir irgendwelche Ultimati stellt und dir die Pistole auf die Brust setzt, sollte er erstmal einen Entzug samt erfolgreicher Therapie vorweisen- dann kann er Bedingungen und Forderungen stellen. Aber da ohne ist er in meinen Augen nichts weiter als eine tickende Zeitbombe. Und die würd ich zum Verrecken nicht in meiner Wohnung haben wollen- dann kann er sich bitteschön "die prophezeite Andere" holen, die sich dieses Elends annimmt und Krankenschwester spielt.

    Es scheint mir so, als wolle er den Spieß umdrehen und dich in die Position setzen, die sich entscheiden müsse- dabei ist das definitiv sein Part.
    Er kann dir momentan sonst was erzählen. Du sagtest doch, ihr seid in 2 verschiedenen Ländern. Er könnte die Pulle vor sich stehen haben und dir das Blaue vom Himmel versprechen. Du würdest es nicht merken.

    Und noch eine Frage:
    "entweder mit mir - das wäre schön - oder mit einer anderen Frau." Was hat das mit Liebe zu tun? Mein Partner ist für mich die Liebe meines Lebens, meine "bessere Hälfte"- aber gewiss keine Alternative.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Zitat von Nys

    Hallo Zimttee,

    wollte mal bei Dir reinschaun und frohe Weihnachten wünschen.
    Kann nur wiederholen, was ich Dir in meinem Thread zuletzt geschrieben habe: Du mußt für Dich klären was Dich mehr belastet: Die Trennung von der Familie (auch gegen deren Erwartungen) oder Dein Aufenthalt dort.
    Wie ist das mit Deinem Freund? Hat der auch kein Einkommen? Vllt. kannst Du auch so was wie eine mietfreie Wohnung finden bei jemand der Hilfe im Haushalt oder in der Landwirtschaft braucht. Das habe ich mal gemacht, als ich kein Geld hatte. War anstrengend aber eine unvergessliche Zeit.

    Sei ganz lieb gegrüßt und laß Dich nicht unterkriegen. Das mit dem neuen Kleid und dem Nagellack find ich spitze. Sei stolz auf Dich - egal wie Weihnachten wird! (In der Weihnachtsgeschichte war ja auch nur Chaos, Geburt im Stall --- da denk ich immer dran, wenn mein Weihnachten alles andere als feierlich ist.)

    LG Grüße
    Nys

    Hallo Nys,

    frohe Weihnachten!

    Also, mein Plan ist wie folgt: Ich werde mein möglichstes versuchen, die Dozentin von der Unterschrift zu überzeugen. Ich werde eine Übersicht über mein Studium anfertigen, was ich gemacht habe und wie ich das, was sie meint, was mir fehlen würde, doch erbracht habe. Gott sei Dank passt meine letzte Prüfung auch in das Gebiet- vielleicht reicht ihr das? Ansonsten muss ich noch eine kleine Hausarbeit schreiben. Vllt ist es dann genug?
    Wenn ich diese Unterschrift habe, kann ich mir ab März eine richtige Stelle suchen und auch mehr Geld verdienen. Dann werde ich richtig unabhängig und werde dadurch auch einen anderen Lebensmittelpunkt haben. Es wird dann wohl noch 200km weiter weggehen. Ich denke, diese Distanz wird mir gut tun. Momentan lebe ich durchaus noch wie ein Kind bei seinen Eltern- und das ist Gift, falls ein Elternteil nass ist. Mir tun in diesen Momenten Kinder leid, die dauerhaft bei ihren Eltern so leben müssen. Ich packe ja morgen wieder meine Koffer.

    Mein Freund ist ein 1/4 Jahr eher mit seinem Studium fertig als ich und er sucht derzeit einen Job. Es scheint so, als hätte er was gefunden und zieht demnach um. Daher ist hier momentan ziemlich viel Aufruhe, er hängt auch etwas in der Schwebe. Aber vllt lässt sich da was machen, mal gucken. Bisher hat er auch noch keine neue Wohnung. Wir wohnen auch nicht zusammen, jeder hat seine eigene Wohnung. Nur verbringen wir die meiste Zeit bei ihm, da seine Wohnung eine bessere Lage hat und größer ist. Zusammenleben auf Probe mit doppeltem Netz/Wohnung.
    Ich werde mal abwarten. Wenn sich seine Situation gelegt und geklärt hat, werde ich mal mit ihm sprechen.

    Heute bin ich zuversichtlicher und lasse alles auf mich zukommen; in 2,5 Wochen weiß ich mehr. Bis dahin nützt es mir nichts, mir die Nerven zu ruinieren. Mit ihnen lässt sich besser argumentieren.

    Mit der starken Verwandtschaft, auf die man sich berufen kann, hab ich in gewisser Weise auch. Der Familienzweig meiner Mutter ist ja triefend nass- da ist leider keine Idealisierung möglich- jeder ist entweder Co oder süchtig- oder beides.
    Bei dem Zweig meines Vaters ist es anders- da sehe ich auch viele starke Frauen, die ihr Leben gut und erfolgreich gemeistert haben. Daran hab ich mich auch immer orientiert. Wenn ich bei ihnen zu Besuch war, hab ich schon früh gemerkt, dass was bei meinen Eltern nicht stimmt. Letztendlich bin ich darüber froh, da mir so die kranken Strukturen früh bewusst wurden. So konnte ich schon früh Abstand finden.

    Alles Liebe und danke für deine Rückmeldung,
    Natalie

    Schönen ersten Weihnachtsfeiertag!

    Es ging gestern ab dem Zeitpunkt, zu dem das Fleisch und Gemüse geschnippelt waren. Das Essen war etwas unangenehm, weil natürlich nach dem Theater niemand mehr so richtig Lust hatte. Aber dann wurd es besser.
    Danach war die Stimmung sogar ganz gut.

    Heute hatten sie sich wieder nur die ganze Zeit in den Haaren. Sobald beide im gleichen Raum sind, geht das Zetern los.

    Positiv kann ich verlauten, dass ich mein Lernziel von gestern Abend erreicht habe! :) Zwei Tabellen über 3-4 Seiten sind erstellt und analysiert.

    Ich werde am 2. Weihnachtstag nach Hause fahren. Vorher treffe ich mich noch mit einer Freundin.
    Jetzt werd ich erstmal ein Bad nehmen und mich danach schick anziehen. Um ein wenig für mich zu tun =)

    Hallo Linde!

    Eben hatte ich das Gefühl, dass es einigermaßen besinnlich wird. Dann kam meine Mutter nach Hause und seitdem ists mit der Ruhe vorbei.
    Sie ist sehr aggressiv, geladen und ist, seitdem sie hier ankam, nur am Giften. Natürlich gerät sie dadurch mit meinem Vater ständig aneinander. Die beiden schrien sich eben eine Etage tiefer an und ich verstehe hier oben jedes Wort. Mutter giftet in den höchsten Tönen und gleich ist absehbar, dass sie heulend durchs Haus läuft. Momentan spricht sie nur laut jammernd mit sich selbst.

    Sie wirft mir vor, nicht zu helfen. Dabei hab ich eben schon sämtliche Geschenke eingepackt.
    Dieses Jahr wird wohl eher das Weihnachtsfest für meine Eltern, wie die letzten Jahre auch. Meine Eltern haben keine Idee, was sie uns schenken sollen. Ein paar kleine Dinge bekommen sie von uns, von denen sie nichts wissen. Das, was ich mir wünsche, habe ich selbst gekauft und eingepackt. Verdrehte Welt. Auch hier. Und eigentlich nicht der Zweck von Weihnachten. Aber wenn man schon nicht die eigentliche Besinnlichkeit und Entspannung herzaubern kann, muss es wohl materiell ausgeglichen werden.


    Auch habe ich das Gefühl, dass es ihr nur darum geht, Aggressionen abzubauen. Essen wird es erst in 4 Stunden geben, aber sie wirft mir schon jetzt vor, ihr beim Schneiden nicht zu helfen. Jetzt werkelt sie noch an einem Kuchen rum, den ihr ihre Mutter aus der Hüfte geleiert hat. Statt dass sie "nein" sagt, weil sie heute noch arbeiten musste, kriegen wir jetzt die Packung ab, dass es ihr zu viel wird.
    Naja, ich versprach ihr, dann in 3 Stunden Fleisch und Gemüse zu schneiden- kaum war ich wieder in meiner Kammer, hörte ich, wie sie unten rumlief und meinem Vater jämmerlich Vorwürfe machte, dass sie gleich alleine schneiden müsse. Echt gruselig.

    Jetzt grad hab ich eine Beruhigungstablette genommen und warte auf die Wirkung. Vielleicht kann ich dann noch etwas lernen.

    Dieses Jahr wird das letzte Jahr sein, in dem ich Weihnachten komplett hier verbringe. Nächstes Jahr bin ich knapp 27, da muss das nicht mehr sein. Diesen Schei* tu ich mir nicht mehr an. Zwar hab ich in den letzten im Rausch von vorweihnachtlicher Beduselung noch gedacht, dass man doch Weihnachten mit seiner Familie verbringen muss- aber mein Fazit nun: Lieber alleine, als in solchen Zuständen.
    Ich hoffe, hoffe wirklich, dass es klappt und ich doch wie geplant mit meinem Freund zusammenziehen kann. Das muss doch irgendwie gehen. Wir wollten uns auch ein gemeinsames Haustier zulegen- den Traum hatten wir beide schon unabhängig voneinander seit längerem. Meinem Freund hab ich von meiner Misere mit der Uni noch nix gesagt. Es würd ihn nur unnötig aufregen, er muss sein Leben momentan auch umgestalten und ändern kann man an meinem Problem bis Ende der 1. KW eh nix. Als er zu seinen Eltern fuhr, hatte er kurz die Überlegung, ob wir nächstes Weihnachten zusammen feiern. Das wäre schön =) Und daran denke ich nun.

    So, langsam setzt die Wirkung ein. Ich werde nun mal meinen Unikram hervorholen und vielleicht doch etwas schaffen. Das wäre schonmal ein Anfang.

    Mein spontaner Gedanke:
    Wenn du schon schreibst- gehen oder bleiben? Nimm gehen!
    Aus Erfahrungen kann man prophezeien: Sobald du auf Distanz gehst und er merkt, dass da was bröckelt.. Wird er handzahm werden und dir das, was du forderst, anbieten. Aber nicht, weil er es begriffen hat, sondern weil er dich damit "gnädig" stimmen will.
    Sobald er merkt, dass du wieder "sicher" bist, geht das Spielchen weiter.

    Hallo ihr beiden,

    danke für eure Worte.

    @ Renate: Ich fürchte, das wird der Herr nicht benutzen. Er hat ja kein Problem mit der Lautstärke, sondern wir. Sein Gehör wird halt schlechter wg der Arbeit und seines Alters- so ist das nunmal.
    Er weigert sich auch, seine Brille zu tragen und war zu Tode beleidigt, als ich ihm mal nahegelegt habe, zum HNO-Arzt zu gehen, da er so schnarcht. Ich hatte ähnliche Probleme, die nach einer OP korrigiert werden konnten. Daher ists schon naheliegend, wo seine Probleme herkommen; aber nein.. Er lässt sich nicht operieren und fand meinen Tipp sehr bevormundend und frech. Eine Tochter hat ihrem Vater keine Ratschläge zu geben.

    @ Linde:
    Meine Miete ist vergleichsweise gering, da ich nicht in der Kernstadt wohne. Aber dennoch kann ich keine 200 Euro von meinem Gehalt dafür bezahlen. Eventuell wäre Wohngeld eine Idee, aber ich weiß nicht, ob mein Lohn dafür ausreicht. Ich hab in den letzten Monaten wg der Prüfungen weniger verdient. Das könnte ich mal klären. Wobei wir dann zu dem Problem kommen, dass ich erstmal Bafög beantragen muss, da Wohngeld nur der bekommt, der keinen Anspruch mehr auf Bafög hat. Anspruch habe ich nicht mehr, aber dennoch müssten meine Eltern dafür Lohnsteuerbescheinigungen einreichen- und das haben sie mir zu Beginn meines Studiums schon verweigert. Denn "Keine Schulden machen und kein Geld vom Amt" ist die Devise.
    Ich befürchte, dass es schon sein kann, dass er mir den Geldhahn abdreht, damit ich wieder bei ihnen einziehe. Es gibt noch andere Geschwister, von denen das letzte jetzt bald zum Studium auszieht. Damit wäre mein Anspruch "erloschen"; 2 Wohnungen bezahlen geht nicht.

    Dann wären sie alleine; Vater heult bei dem Gedanken daran jetzt schon. Ihm käme es gelegen, wenn ich wieder da wäre. Damals kamen schon so Sprüche wie "Wenn du jetzt keine Kurse mehr hast, kannst du ja auch wieder nach Hause kommen."

    Ich sehe, ich muss alles daran setzen, diese Unterschrift noch zu bekommen. Irgendwie. Sonst wird das echt die Hölle auf Erden.

    Euch einen schönen 4. Advent und morgen einen schönen Heilig Abend.

    Natalie

    Puh, ich weiß momentan echt nicht, wo mir der Kopf steht.
    Nun bin ich seit gestern bei meinen Eltern. Im letzten Jahr hatte ich die Anwesenheit hier immer sehr reduziert gehalten, 2 Übernachtungen waren immer das höchste der Gefühle.
    Nun bin ich schon Samstag hergefahren- ich hab einen riesigen Berg Wäsche mitgebracht, 4 Maschinen, die ich im Laufe des Tages waschen wollte, damit sie bis Montag (ohne Trochner) trocken werden. Ich wollte die überfüllten Züge heute umgehen und mich gestern Abend noch mit einer Freundin treffen.

    Die Wäsche habe ich auch gestern komplett erledigt, die Züge waren einigermaßen leer und die Freundin hat wg Überraschungsbesuch doch abgesagt und des Treffen verschoben.

    Es hat sich doch noch Unistress aufgetan- vielleicht kann ich die letzten beiden Abschlussprüfungen doch nicht antreten. Eine Dozentin hat einen Fehler entdeckt und wird Mitte Januar entscheiden, ob sie ein Auge zudrückt und mir die Unterschrift dennoch gibt. Ansonsten muss ich den Kurs wiederholen und werde um ein halbes Jahr zurückgeschmissen.

    Was bedeutet das? Ich wollte endlich aus dem Job wg. Mobbing raus und mir eine Stelle suchen, die ich aufgrund des fertigen Studiums antreten kann. Das kann ich dann knicken. Ich wollte mit meinem Freund wegziehen, weil ich nicht mehr an den Studienort gebunden bin. Gebunden wäre ich aber dann doch noch, also wird mein Freund alleine wegziehen.
    Meine Eltern können mir die Wohnung nicht mehr bezahlen, alleine kann ich sie aber auch nicht stemmen. Muss ich dann wohl oder übel hier zu Hause wieder einziehen? Das könnte ich nicht verkraften.

    Ich bin schon jetzt fix und fertig mit den Nerven, nach einem Tag. Mein Vater versprüht eine wahnsinnige Unruhe, alles muss sich um ihn drehen, wir müssen uns ihm unterordnen. Alles ist hier so laut; der Fernseher, es wird laut gesprochen und geschrien. Bei Diskussionen schreit mein Vater einfach los, wenn ihm die Argumente ausgehen und er unsere "übertönen" will.
    Meine Mutter war gestern wieder den ganzen Tag betrunken, hat laut mit sich selbst geredet, sich ihr Leid geklagt und in Selbstmitleid gebadet.
    Erschreckend fand ich, als sie mir einen halb gefüllten Becher Kaffee hinterher bringen wollte. Er war zur Hälfte maximal gefüllt und sie hat es auf 2-3 Metern geschafft, ihn anteilig zu verschütten.

    Jetzt sitze ich hier, hab mein 5qm Zimmer umgeräumt, um überhaupt lernen zu können. Hier stehen nur ein Bett und ein Schreibtisch. Unten zu lernen geht nicht, weil mein Vater in Rentnerlautstärke TV guckt. Immerhin hab ichs jetzt einigermaßen geschafft, mein Zimmer umzuräumen, sodass ich notfalls die nächsten Tage hier sitzen kann, um mich zurückzuziehen.

    Ich hab echt das Gefühl, als ob ich gerade von Uni und Elternhaus zerquetscht werde.
    Auf der einen Seite muss ich noch so viel erledigen, Examensarbeit bis Mitte Februar, Aufsätze bis Mitte Januar, Klausurlernen für Ende Februar und dann doch der Punkt, dass vielleicht doch alles umsonst war, wenn die Dozentin sich zu meinen Ungunsten entscheidet. Dann die negativen Konsequenzen, wenn ich die Unterschrift nicht bekomme- dann bricht meine ganze Planung zusammen. Die Erholung, die ich mir für ab März gönnen wollte, wird aufgeschoben werden müssen und der Stress geht in die Verlängerung.

    Mein Arzt hat mir vor einem Vierteljahr homoöpathische Beruhigungstabletten für die Prüfungsangst gegeben, die ich grad nehme, um klar denken zu können.
    Ich schaffe es immerhin, eine Struktur zu erkennen: die Aufsätze bis Ende des Jahres vorarbeiten und bis Ende der KW1 schreiben. Gleichzeitig meine Examensarbeit weiter vorbereiten, sodass ich die Grundlagenkapitel vielleicht auch bis Ende des Jahres stehen habe und mich dem Hauptteil widmen kann. Den kann ich dann im Januar schreiben und nebenbei für die Klausur, wenn ich sie denn schreiben darf, lernen.
    Für die Weihnachtstage mache ich mir für jeden Tag eine kleine to-do-Liste, an denen ich die Aufsätze und die Examensarbeit vorbereite.
    Eigentlich machbar, oder? Wenn ich das so betrachte, ist es machbar.. Nur viel zu tun.

    Ich muss auch sagen, dass ich das Gefühl habe, dass auch meine Mutter nicht so das Problem für mich ist, sondern eher mein Vater. Es war bis 14 Uhr so wunderbar ruhig. Aber seit er wieder kam, hört man hier nur die Glotze, ihn schreien und sprechen. Er ist total hektisch und unter Dauerstrom und er lässt mich nicht in Ruhe, steht dauernd hinter mir und will ständig Reaktionen und Aufmerksamkeit. Das macht mich total kirre.
    Zudem ist ihm anscheinend erst (vor-)gestern eingefallen, dass ja bald Weihnachten ist und er seiner Frau was schenken will. Er hat aber keine Ahnung, was. Schließlich hat sie sich geweigert, sich Klamotten auszusuchen, die er ihr dann schenken könnte. Jetzt will er, dass ich mir Gedanken darum mache. Ts. Hab mich geweigert und werd auch nicht mit ihm fahren, weil ich genug zu erledigen habe. Aus diesem Grund sind die Geschenke für alle auch schon seit Wochen klar.
    Dann wollte er sich mit Geld an unserem Geschenk beteiligen- das ist aber für beide zusammen.

    Mal wieder ein guter Zeitpunkt, um das selbst umzusetzen, was ich seit Wochen sage- Probleme anderer nicht zu den eigenen machen.
    Das Textschreiben hat schon geholfen- ich werde nun etwas leckeres kochen (das Essen hab ich Gott sei Dank im Griff und auch wieder etwas abgenommen) und dann die Traumhochzeit von Freitag angucken. Die hab ich aufgenommen. Ich bin Susan Sideropoulos-Fan. Meine Nägel hab ich schon gestern gemacht, hab mir eine neue Nagellackfarbe zum neuen Kleid für Montag gegönnt und mich gestern daran erfreut. So, also setze ich heute noch auf Entspannung und lerne dann weiter. So teile ich mir die Tage auf. Wenn ich mich zurückziehen will, hab ich in dem kleinen Zimmer nun die Möglichkeit.

    Ich fühle mich schon etwas sortierter.

    Natalie

    Zitat von Nys

    Zimttee
    Noch ne Frage an Dich: Was wäre wenn Du nicht mehr Co wärst. Dann könntest Du Deiner Mutter anrufen ohne Folgen - oder? Glaubst Du Co ist heilbar? Wenn ja - wo würdest Du bei Dir ansetzen?

    Das Problem an der Sache ist, dass sie meine Mutter ist. Eltern sind ja eigentlich das wichtigste im Leben eines Menschen, Freunde und vllt auch Partner austauschbar. Blöd bei meiner Familie ist, dass alle anderen aktive Cos sind und an ihr kleben. Wenn ich mich distanziere, ernte ich direkt null Verständnis und verliere wohl direkt die Basis.

    Was bedeutet Co-Sein konkret? In meinen Augen bedeutet das u.a., dass ich die Verantwortung für diese Person übernehme, mich um sie kümmere, sie vor sich selbst beschützen und zum Entzug überreden will, mich selbst verliere und meine, irgendwie Einfluss auf sie zu haben.
    Diese Illusion habe ich schon länger nicht mehr. Ich verbringe schon nicht mehr jede freie Minute bei meinen Eltern, habe mein eigenes Leben und trage nur die Verantwortung für mich selbst. Ich will sie nicht mehr vom Trinken abhalten oder bequatschen und habe akzeptiert, dass das ihr Weg ist.
    Momentan geht es mir wieder sehr gut. Aber manchmal, wenn ich bei ihr bin, tut es mir leid, dass wir keine typische Mutter-Tochter-Beziehung haben. Ich kriege ja mit, wie das bei anderen ist.. Neulich musste ich feststellen, dass Mutter und ich bis zu diesem Tag kein einziges Mal alleine mit einer Tasse Kaffee und Keksen am Küchentisch saßen- solche gemeinsamen Momente gab es einfach nicht. Das tut mir weh, das vermisse ich. Momentan bin ich alle drei Wochen etwa zu Hause.
    Ich halte eher die Distanz, rufe selten an.. Habe gar keinen Drang zu Telefonaten. Richtige Gespräche sind ohnehin nicht mehr möglich. Dies wiederum bedauere ich. Aber so ist es nunmal, ich habe keinen Einfluss.

    Ob das nun typisch Co ist? Die Problematik mit einem süchtigen Elternteil schon. Aber ich mische mich nicht mehr bei ihr ein, nehme keine Verantwortung an und konzentriere mich auf mich selbst. Das sehe ich als Fortschritt, denn früher hab ich mich da anders verhalten. Also insofern bin ich "geheilter".

    Viele Grüße,
    Natalie

    Ich kenne ne ganze Menge Hausfrauen, die sich auf Weihnachten freuen- auch, wenn sie nicht religiös sind.
    Die dudeln mich seit Anfang November mit ihren Weihnachtsliedern zu und fotographieren seit 2 Wochen ihre Weihnachtsdeko für Facebook.

    Was ist denn das für eine Aussage? Auch im Hinblick auf den Titel des Threads. Nimm's mit nicht übel, Schmetterlingsfee, aber dein Posting klingt ziemlich danach, als ob Renate den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

    Ich wünsche dir jedenfalls auch entspannte und besinnliche Weihnachtsfeiertage; auch wenn du nicht religiös bist. Sieh es als Extra-Zeit für dich.

    Alles Liebe,
    Natalie