Zitat von Prinzessin?
Liebe Nathalie!!
Deine Geschichte hat mich tief erschüttert. Habe sie vorher gelesen.
Das wusste ich ja natürlich alles nicht.
Ich bin vollkommen deiner Meinung, dass du nicht für deine Mutter verantwortlich bist. Eigentlich ist das genau die verkehrte Rolle - eigentlich sollte es genau umgekehrt sein.
Du hast in deiner Kindheit viele Dinge übernehmen müssen, von denen Kinder keine Ahnung haben sollten. Und dennoch war alle Mühe umsonst.
Wieso hat dein Vater das zugelassen?
Es ist mehr als legitim, dass nun Schluss sein muss - vielmehr es ist für dich (über)lebenswichtig!
Verzeih mir meine Naivität im vorigen Beitrag - ich wusste ja nicht...!
Es sollen sich jetzt andere um deine Mutter kümmern - z.B. ihr Mann.
Wahrscheinlich wird sich da nix mehr ändern - aber du hast keinen Einfluß darauf - vielmehr du hast bereits viel zu viel tun müssen - bist um eine unbeschwerte Kindheit umgefallen. Nun sogar chronisch krank.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du einerseits professionelle Hilfe hast und andererseits, dass du es durchhältst zu erkennen, dass DU da nichts mehr ausrichten kannst, außer dich selbst kaputt zu machen.
Ich schicke dir ganz viele gute Wünsche!!!!!!!!!!
Prinzessin?
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Hallo Prinzessin?,
danke für deine Rückmeldung!
Ich möchte dir auf diesem Weg auch noch sagen, dass du unbeschreibliches Glück hattest, dass du so nach 10 Jahren einen Weg aus der Sucht gefunden hast. Es ist ja nicht nur der Anteil deiner Kinder, dass sie dir die Pistole auf die Brust gesetzt haben, sondern auch dein Verdienst. Dass du bereit warst, dir dein Problem einzugestehen und zu erkennen, dass es so nicht weitergehen darf. Würde letzteres fehlen, hätten deine Kinder noch so viel schreiben können und du würdest noch trinken.
Ich hoffe, dass du diese Chance auf Dauer nutzt!
Zu meinem Vater: Er erkennt die Alkoholsucht nicht als Krankheit, sondern als Provokation. Er versucht sie, unter Druck zu setzen, dass sie aufhört; lehnt aber eine stationäre Therapie ab.
Das klappt natürlich nicht. Er verlässt sie dennoch nicht, weil er alleine nicht klarkommen würde. Für ihn ists schlimmer, alleine als mit einer alkoholkranken Frau zu leben. Er ist hoffnungslos überfordert und lehnt aber alle "richtige" Hilfe ab, da sie seine Tätigkeit voraussetzt. Er muss ja selbst an sich arbeiten- das will er nicht. Am besten läuft alles so weiter- pünktlich Frühstück, Butterbrote für die Arbeit, Mittagessen und Abendbrot um 19h. Wenn er dann immer noch Wäsche im Kleiderschrank hat und sich auf "seinen" Platz auf der Couch setzen kann, ist seine Welt in Ordnung. Würde ich allerdings eine rosa Fee rufen können, die einen Zauberstab schwingt und Mutter gesund macht, wäre das auch okay.
Er hat ja sein Soll erfüllt- ihr sagt er seit 20 Jahren regelmäßig, dass sie aufhören soll zu trinken und dass er sie sonst verlässt. Dann hat er noch den Hausarzt gerufen, der sich alles mal von den beiden angehört hat und dann unverrichteter Dinge wieder gegangen ist. Also alles getan- was soll man denn sonst noch machen?
Mir tut es auch unglaublich leid. Sie hat nun die nächste Quittung bekommen in Form einer weiteren Erkrankung. Als sie mir das sagte, schien sie sehr verzweifelt- aber auf der anderen Seite will sie auch nichts ändern. Einmal wurde sie schon operiert.
Jetzt ist es so, dass wir einkaufen wollten. Es gibt in meiner Stadt einen Laden, indem sie vor 2 Jahren schonmal einen Pulli gefunden hat. Sie braucht etwas mehr um die Schultern und viele Pullis sitzen daher nicht richtig. Dieser eine Pulli saß damals gut und am Bauch etwas lockerer. Nun spannt er am Bauch, da dieser so groß geworden ist. Ansonsten hat sie nicht zugenommen. Auch ihre letzte Winterjacke spannt sehr.
Sie war nun guter Dinge in meiner Stadt, wir wollten für sie einen Pulli finden.
Resultat des Tages: ihr Bauch ist so dick, dass sie keinen Pulli gefunden hat, obwohl die aktuellen Pullis zwei Nummern größer ausgewählt wurden als noch vor zwei Jahren.
Sie war richtig enttäuscht und traurig.
Es zerreißt mir das Herz.
Sie gab sich sehr Mühe, hatte was für mich eingekauft, Plätzchen gebacken und mitgenommen. Machte sich Sorgen, was sie mir noch zu Weihnachten schenken könne. Und auf der anderen Seite das.
Wenn ich wenigstens sauer sein könnte... Dann hätte ich einen Grund, mich abzuwenden. Aber so halte ich mehr Distanz, weil ich merke, dass mir der Kontakt nicht guttut.
Auf der anderen Seite hat sie momentan eine gute Phase. Die will ich auch mal genießen, mal eine Mutter haben.. Aber auf der anderen Seite tut mir das nicht gut. Spätestens, wenn sie wieder abrutscht, stecke ich emotional zu tief mir drin und rutsche mit.
Ich denke, Distanz halten ist das beste.
Momentan ist Weihnachtszeit, das beduselt mich etwas. Zudem mache ich mir noch Gedanken, ob wir das nächste Weihnachten noch zusammen haben werden. Das macht mir Angst.
Ansonsten kann ich berichten, dass ich den Kontakt zu zumindest einer Freundin, die mich als Co für ihre Depressionen und sonstigen Probleme nutzte, nun sehr reduziert habe. Sie meldet sich momentan auch nicht mehr. Von daher okay, es ist in meinem Sinne.
Alles Liebe,
Natalie