Beiträge von Zimttee

    Hallo Nys,

    ja, in unseren von zu Hause bekannten Mustern fühlen wir uns wohl.

    Bei mir ist es auch so- trinkende Mutter, Flucht von zu Hause "wg des Studiums". Eine Sucht habe ich nicht entwickelt, habe auch kein besonderes Bedürfnis nach Alkohol. Aber dieses "nicht aufhören können" empfinde ich bei Süßigkeiten/Schokolade. BMI Gott sei Dank im normalen Bereich.

    Mein Partner ist kein Alkoholiker, jedoch gibt es mehrere "Fälle" in seiner Familie. Co ist er nicht.
    Jedoch habe ich diese "Problemfälle" im Freundeskreis- depressive Menschen oder auch viele "Freunde" mit Alkohlproblem. Da räume ich momentan auf.

    Warum Trockene konsequenter als Cos sind?
    Trockene spielen direkt mit ihrem Leben, mit der Gesundheit, wenn sie weitertrinken. Da ist ein körperlicher Verfall an den Leberwerten messbar und Alkohol hat konkrete, messbare Konsequenzen. Und Co-Abhängigkeit ist eher psychisch, abstrakter und wird häufig nicht als Krankheit identifiziert. Wenn ich bei meiner Mutter anrufe oder sie treffe, dann hat das nicht die Konsequenzen für mich wie ein Alkoholiker sie erfahren muss, sobald er mit Alkohol in Kontakt gerät.

    Viele Grüße,
    Natalie

    (magst du dich auch bei uns vorstellen?)

    Hallo Sarawen,

    ja, Angst ist sehr häufig bei Co-Abhängigen.
    Gerade bei länger bestehender Co-Abhängigkeit kann es zu Angststörungen kommen- als Zeichen, dass der Körper großen Belastungen ausgesetzt ist. Letzteres hab ich als Erklärung hier im Forum gefunden.

    Ich habe in letzter Zeit, seit dem Unistress, auch vermehrt damit Probleme. Heute erst noch, als ich gesehen habe, dass -angeblich- edit, Firmenname entfernt ein Paket, das ich für meine Eltern bestellt habe, an den Verkäufer zurückgeschickt wurde. Zack, Panik. Bei jedem Schei* könnte ich am Riesenrad drehen.

    Liebe Grüße,
    Natalie

    Hallo Carmelita!

    Es freut mich sehr, dass du immer noch abstinent bist.

    Das, was du beschreibst, erinnert mich sehr an meine Mutter. Sie lässt sich so vieles von meinem Vater und auch anderen gefallen, kriegt den Mund nicht auf, um sich zu wehren, sondern schluckt den Frust mit Alkohol runter. Dabei hätte sie alles Grund, sich auch mal durchzusetzen, auch mal zu "streiken"- aber das lässt sie sich von anderen, die von ihrem "Einsatz" profitieren, ausreden.
    Im Prinzip geht es doppelt auf ihre Kosten: Sie ruiniert dir Gesundheit, steckt ihre eigenen Bedürfnisse hintenan und spielt für alle die Magd.

    Was sind das für Menschen, die akzeptieren, dass jemand anderes für sie draufgeht?

    Hast du mal über ein Coaching nachgedacht bzw. über eine Verhaltenstherapie?
    Lass dir das Verhalten deines Mannes nicht bieten. Wenn du ihn auf deine Seite gezogen hast, haben seine Kinder und deine Schwiegermutter den Wind aus den Segeln verloren.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo!

    Bei Tocco hab ich in seiner kurzen Zwischenbilanz einen Beitrag zum Thema Zufriedenheit gefunden. Seitdem denke ich darüber nach.

    Ich fand diese Menschen, die aus sich heraus zufrieden sind, immer sehr interessant und bewundernswert.
    Wie sie in sich ruhen, Entspannung ausstrahlen.
    Ich überlege seitdem, was diese Menschen ausmacht und wie sie zu dieser Haltung gelangen.
    Mein Fazit bisher: diese Menschen ruhen in sich selbst, weil sie sich nicht aus dem Fokus verlieren, mit sich selbst zufrieden sind, weil sie ihre Anforderungen an sich selbst nach ihrer Leistungsfähigkeit feststecken und weil sie sich nicht ständig mit anderen vergleichen, sondern sich unabhängig von anderen definieren.
    Das ist also vermehrt auch mein Ziel. Vorallem nun Weihnachten, wo mir wieder meine Prachtcousinen und -cousins vor die Nase gehalten werden.

    In meinem letzten Beitrag schrieb ich noch von besagter "Freundin", die mich als Co braucht.
    Nun ist es wieder soweit. Sie hatte ein furchtbares Unglück, anscheinend nicht verschuldet, und ist verletzt mit finanziellen Einbußen. Direkt wieder das alte Muster- alles öffentlich posten und dann Honig verteilen, damit brav alle darauf eingehen und Trost spenden und bemitleiden. Ich habe lange überlegt, wie ich reagieren sollte. Meine Antwort war ein schlichtes "Gute Besserung" und das wars- ich hab momentan genug um die Ohren, sodass ich mir ihr Gejammer -schließlich ist sie wg unüberlegter Entscheidungen, von denen wir ihr bei Rückfrage abgeraten haben selbst Schuld- nicht noch zusätzlich anhören möchte.
    Ich bin also bei mir geblieben =) Und schon ein wenig stolz.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Else,

    das öffnet dem Co so langsam die Augen, wie verquer und verzerrt der Abhängige seine Umwelt wahrnimmt.
    Erst ist man total erleichtert, dass er endlich einsieht, wie er lebt (der Zustand des Hauses) und was das Suchtverhalten für ihn bedeutet.. Und dann dauert es nicht lange, er verdrängt und alles ist wieder gut.
    Das ist bitter.

    Aus deinen Posts konnte ich euer Alter nicht entnehmen- aber zu einem Neustart ist es nie zu spät.
    Wenn dein Partner nun wieder vollends abrutscht, landet er womöglich bald ganz tief unten. Willst du das alles mittragen, seine Pflegerin später werden?
    Seinen Verfall mitansehen?

    Ich kann dir nur raten, ihm Konsequenzen aufzuzeigen.
    Dass er sich alles schön redet, wird jedem klar sein. Wenn du weiterhin bei ihm bleibst, wird er auch durch dich indirekt bestätigt, dass ja alles super ist und alles bleiben kann, wie es ist.

    Dein Partner hat sich nun wieder für den Alkohol entschieden. Und du? Wie stellst du dir nun dein Leben vor? Entscheidest du dich für das Doppelgespann Partner und Alkohol?

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo liebe Else,

    ich kann dir nicht sagen, wie das nun abläuft. Leider hab ich es bisher nicht erleben können.
    Vielleicht kannst du ihm irgendwie zeigen, sobald er sich meldet (wann auch immer), dass du zu ihm hälst.

    Ansonsten kannst du ihm nun nicht helfen. Versuche, ihm zu vertrauen und richte deinen Fokus auf dich.
    Er arbeitet nun an sich- du solltest an dir arbeiten und dich wieder in deinen Fokus nehmen.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Miriel,

    ja, das klingt doch schonmal nach einem guten Plan! Dein neues Jahr startet ohne XY.

    Du hast dann schonmal zwei Kanäle gefunden, in denen du dich sicher fühlst- skype und dein Handy. Du wirst merken, dass du dich im Skype sicher fühlst und nicht mehr beklemmt, wenn du auf dein Handy guckst.. Weil du eben weißt, dass dort keine schlechten Nachrichten auf dich warten.
    By the Way ist der Name TimeIsAHealer auch noch bei Skype frei. Ein gutes Omen. Vielleicht sind das die Inseln, die du brauchst, um dir Nischen zu suchen, in denen du dich nicht mit ihm beschäftigen brauchst und an deine Vorsätze erinnert wirst? Um so von ihm loszukommen.

    Als ich damals nach einem Partner gesucht habe, habe ich bewusst nicht auf Partys, in Diskotheken oder auf Schützen- oder Volksfesten Ausschau gehalten. Einfach, weil ich niemanden aus diesem Milieu haben wollte. Klar, eine Party ist mal nicht schlecht- aber mir war das Risiko, dass ich dann doch jemanden erwische, der ständig feiern geht oder mit Sätzen "Bier ist doch kein wirklicher Alkohol, sondern ein Lebensmittel" um sich wirft, zu hoch.
    Ich glaube, mir wäre auch sehr aufgestoßen, wenn er in der Zeit des Kennenlernens bei den ersten Treffen getrunken hätte.

    Einen schönen 3. Advent wünsche ich dir!

    Natalie

    Miriel, du schreibst ständig von Besserungen, aber letztendlich wiederholen sich diese Situationen ständig.
    Was soll daran nun besser sein?

    Ständig schreibst du davon, dass er dir nicht gut tut, dich mit SMS verletzt und provoziert- aber jede SMS empfängst du von Neuem und reagierst genauso darauf wie auf die letzte.
    Und um das alles zu toppen, sitzt du nun mit einem neuen Typen, der beim Kennenlernen trinkt, in einer Bar.

    Irgendwie weiß ich auch nicht, was ich dazu noch schreiben soll. Du scheinst sehr in deinen Mustern festzustecken.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Puh, ich schließe mich Grazia an.
    Kontakt zum Vater gut und schön- aber sowas geht gar nicht. Das Wohl des Kindes muss gewahrt bleiben- und das ist eben das erste, was in dieser Konstellation auf der Strecke bleibt.
    Ich finds gut, dass du dich nun informierst.
    Hast du Protokoll geführt? Das wäre hilfreich, weil du deine Situation begründen musst.
    Aber wie gesagt- die Situation geht für so ein kleines Kind gar nicht. Es gibt Situationen, in denen die Meinungen der Eltern auseinander gehen- Süßkram, Torten etc. Das musst du dann als Mutter hinnehmen.
    Aber ein psychisch Kranker, der Druck aufs Kind ausübt und es beeinflusst, davor musst du deine Tochter schützen.

    Lies mal bei uns Kindern von Alkoholikern, da sollte dir ein Licht aufgehen, was ich meine.

    Natalie

    Hallo Ina!

    Ja, all diese Erkenntnisse hatte ich auch schon- und daran habe ich auch sehr zu knabbern.

    Es ist ein Ansatz aus der Psychologie, eine Sache wegzunehmen und eine andere anzubieten. Dabei soll es nicht um Belohnungen gehen (krass ausgedrückt: "Für jedes Glas, was du stehen lässt, bekommst du ein Stück Schokolade"), sondern der Erkrankte soll sich eine alternative Beschäftigung suchen, die ihm besser tut.
    Wichtig ist eben, dass sich der Erkrankte selbst etwas sucht. Ich habe heute in einer Fachzeitung einen Text darüber gelesen, es ging um Burn-Out Patienten. Als Möglichkeit wurde genannt, man könne im Job kürzer treten und die gewonnene Zeit in einem Schrebergarten verbringen.
    Für Alkoholiker käme vergleichbares in Frage- abends zu stricken statt vor dem TV zu trinken oder eben auch ein Garten, joggen beginnen.. Oder oder oder. Aber die Sache ist immer noch, dass dieser Prozess von deinen Eltern ausgehen muss. Und es gibt immer noch die Möglichkeit, dass sie dennoch weiter trinken wollen.
    Ich denke, bei einer Beratungsstelle wärest du dennoch gut aufgehoben =) Es ist ja nicht nur wichtig, dass deine Eltern Hilfe bekommen, sondern du brauchst auch welche.

    Mir fällt es auch schwer, uns noch als Familie zu sehen. Im Prinzip hat sich unsere Familie in 4 Lager aufgeteilt, jeder macht sein Ding und will irgendwie durchkommen. Meine Eltern versuchen das Ganze noch irgendwie aufzufangen, machen Geschenke oder versorgen einen mit Materiellem. Mutter bringt Kekse mit, besorgt Dinge aus der Drogerie für mich. Aber irgendwie kann ich es dennoch nicht zulassen.. Weil ich eben merke, dass mir eine Bindung zu ihnen nicht gut tut.
    Jetzt neulich haben wir das erste Mal bei Kaffee und Keksen am Tisch gesessen- ich bin Mitte 20. Mutter trinkt seit 23 Jahren etwa.
    Auch das macht mich sehr traurig. Auf der einen Seite sehe ich, dass sie ja alles irgendwie versucht. Aber so lange, wie sie noch trinkt, wird das nichts :( Ich merke, dass sie sich schämt- aber dennoch, aufhören will/kann sie nicht. Bei aller Liebe- ich kann dennoch nicht nachgeben.

    Ich studiere ja auch. Gehen deine Eltern noch arbeiten? Wenn nein, könntest du den vollen Bafög-Satz bekommen- der wäre echt nicht schlecht. Ich bekam kein Bafög und habe mir dann irgendwann einen Job gesucht. Als Werkstudentin kannst du 20 Stunden tagsüber unter der Woche arbeiten gehen. Wochenende und abends ist egal.

    Bei mir ist es so, dass meine Mutter gar nicht greifbar für mich ist.. Also ich wüsste nicht, wie ich sie charakterisieren sollte. Sie versucht es immer, uns alles recht zu machen, hat keine Ecken und Kanten. Aber welches Wesen sie selbst hat? Tja.. Irgendwie wird alles vom Alkohol dominiert.
    Einmal waren wir in einer größeren Runde mit den Freunden meiner Eltern essen. Ich wusste wieder nicht, worüber ich mit Mutter reden sollte- zu ihrer Freundin fand ich aber einen sehr guten Draht und sprach mit ihr. Irgendwann sah ich den Blick meiner Mutter, dass ihr das weh tat. Sie saß schweigend mit am Tisch. Auch die Erkenntnis ist bitter.

    Auch vermisse ich einfach manchmal jemanden, der eben wie eine klassische Mutter ist, einem Wurzeln gibt, berät und Freundin ist. Das geht aber alles nicht. Mit meinen Sorgen kann ich nicht zu ihr kommen- wir haben da keine gemeinsame Basis und ich hätte Angst, dass sie sich meine Probleme zu sehr zu Herzen nimmt.

    Ich glaube, du bist nicht alleine.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Ina!

    Was willst du denn für Ratschläge?
    Also, erst habe ich gedacht, dass du anscheinend weißt, dass man dir keine Ratschläge geben kann, wie du deine Eltern schützt, weil du selbst aus dem Fachbereich kommst.
    Dann fragst du, ob man deinen Vater von der Mutter trennen sollte- und da dachte ich, dass du anscheinend doch Ideen suchst, wie du deinen Eltern helfen kannst, von ihren Süchten loszukommen.

    Du kannst für deine Eltern keinen Entzug machen und sie auch nicht bekehren oder trennen. Bei ihnen muss es Klick machen. Wenn bei dir der Groschen fällt, hilft es deinen Eltern nicht. Es ist eher so, dass du die Sucht zementierst, wenn du weiterhin helfend an ihrer Seite stehst.
    Wie bei deinem Vater- er hat auch begonnen zu trinken. So macht er keinen der beiden glücklich, abgesehen davon, dass sie nun beide auf einem Level stehen. Manchmal ist es hilfreich, den Eltern Dinge zu sagen wie "Deine Sucht schadet mir und macht mich fertig. Du schadest dir selbst und versäufst dein Leben. Das möchte ich mir nicht mehr ansehen und beende vorerst den Kontakt. Meld dich, wenn du aufgehört hast". Bei Prinzessin? hats geholfen, bei Brummbär leider nicht.
    Der Punkt ist- du kannst deinen Eltern nicht helfen, wohl aber dir selbst. Wenn du dich da mit reinkniest, gehst du selbst mit drauf oder beginnst mitzutrinken, was aber auf kurz oder lang aufs selbe hinausläuft.

    Ich besuche sie nur noch alle drei Wochen, rufe selten an und halte auch bei Besuchen gut Abstand.
    Weihnachten bin ich bei ihnen, besuche die Omas, verbringe Abende mit meinen Eltern, aber ziehe mich zurück, sobald ich merke, dass es nicht mehr klappt.
    Danach fahre ich schnell wieder und lege meist die Arbeitszeit so, dass ich am "3.Weihnachtstag" wieder arbeiten muss.

    Aber möglichst lege ich alles so, dass ich immer emotional Abstand halten kann.

    Ich kann die Beratungsstelle der Caritas empfehlen. Gehört habe ich noch vom Sozialpsychiatrischen Dienst.
    Hol dir für dich Hilfe!

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Kath,

    dein Vater hat dich und deine Schwester missbraucht und du möchtest ihm Fotos deiner kleinen Tochter zeigen?

    Milde ausgedrückt: das würd ich unterlassen! Du musst deine Tochter schützen- oder könntest du ausschließen, dass, sollte er sich melden, sein Interesse dir und nicht bloß deiner Tochter gilt?
    Ich glaube, ich würde an deiner Stelle eher froh sein, wenn er nichts von ihrer Existenz weiß. Einen solchen Opa braucht deine Tochter nicht. Nicht nur Alkoholiker, sondern auch noch pädophil.
    Eigentlich wünscht man sich Pädophile nichtmals in der Nachbarschaft- und du willst, dass sie einen Pädophilen persönlich kennenlernt und womöglich Vertrauen aufbaut?

    Lass den Kontakt sein!
    Aber vielleicht kannst du dich an eine Beratungsstelle wenden. Hast du eine Therapie gemacht?
    Dann wäre das doch mal eine Idee, um die Vergangenheit zu verarbeiten und eben diese Sehnsucht nach einem gefährlichen Vater zu überwinden.

    Ich meine, Co-Abhängigkeit ist das eine. Auch ich sehne mich manchmal danach, mit meiner Mutter mal richtig Zeit zu verbringen, eine richtige Beziehung aufzubauen. Aber damit bringst du dich und dein Kind in Gefahr.
    Das Bedürfnis hat man wohl, weil jeder Mensch ein Bedürfnis nach Nähe und einer stabilen Familie = Geborgenheit hat. Vielleicht merkst du nun, was du deiner Tochter geben kannst und sehnst dich danach, das auch von deinen Eltern zu erfahren?
    Ich habe das Gefühl, als ob dir gar nicht wirklich bewusst ist, was dir dein Vater angetan hat.
    Du scheinst ihn ja damit schon konfrontiert zu haben. Hast du das Gefühl, dass deine Wahrnehmung nicht so schlimm ist, nur weil er die Geschehnisse nicht anerkennt?

    Alles Liebe,
    Natalie

    Ela, ich würde mich auf solche Diskussionen über seine Trinkmenge nicht mehr einlassen. Das ist doch nicht zielführend. Es ist egal, ob er nun täglich trinkt oder nur jeden zweiten Tag oder ob er sich nur volllaufen lassen muss, bevor er in Urlaub fährt und 3 Tage nicht trinken kann- Alkoholiker ist Alkoholiker. Und nach meiner Erfahrung kann ich dir sagen -egal, ob seine Aussage nun stimmt oder nicht- selbst, wenn er jetzt nicht jeden Tag trinkt- sein Trinkverhalten wird in den nächsten Jahren schlimmer werden. Das ist der typische Verlauf eines Alkoholikers. Irgendwann wird er bei täglich sein.
    Und dass er jetzt auf dieser Argumentationsbasis diskutiert, zeigt doch, dass er überhaupt nichts verstanden hat und auch nichts ändern will. Sonst würde er sagen "Ich bin ernsthaft auf Therapiesuche, lasse mich einweisen und trinke nie mehr", statt seinen Alkoholkonsum runterzuspielen. Was nicht soo schlimm ist, muss nicht geändert werden.

    Hallo Ela!

    Zu deiner Frage: Ja, du hast es richtig gemacht.

    Zu ihm:
    Kein Alkoholiker hat seinen Konsum im Griff.
    Wäre es für ihn so einfach, hätte er seine Therapie ja durchziehen können UND wäre ganz sicher nicht betrunken zum Ausflug erschienen. Es ist schon ein starkes Stück, betrunken dort aufzutauchen. Zu Beginn einer Beziehung zeigt man sich ja eher von seiner besten Seite ;)
    Hättest du ihm das nun "durchgehen" lassen, könntest du davon ausgehen, dass es immer mehr einreißt und er immer mehr für sich "rausschlagen" will.

    Wenn du gesundheitlich angeschlagen bist, ist eine Beziehung mit einem Alkoholiker Gift für dich.
    Selbst gesunde Menschen gelangen irendwann zum Ende der Kräfte- hier hieß es schon öfter "Entweder du trinkst mit oder gehst dabei drauf- wenn du ihn nicht verlässt". Und es stimmt.

    Ja, es gibt manche Beispiele, in denen es klappen kann. Aber bei diesen Beispielen war das Paar schon vor Suchtbeginn zusammen und hatte eine gesunde Basis. Meist jedoch klappt es nicht.

    Kopf hoch, du hast das richtige für dich getan!
    Natalie

    Hallo Prinzessin?,

    danke für deine Rückmeldung!
    Ich möchte dir auf diesem Weg auch noch sagen, dass du unbeschreibliches Glück hattest, dass du so nach 10 Jahren einen Weg aus der Sucht gefunden hast. Es ist ja nicht nur der Anteil deiner Kinder, dass sie dir die Pistole auf die Brust gesetzt haben, sondern auch dein Verdienst. Dass du bereit warst, dir dein Problem einzugestehen und zu erkennen, dass es so nicht weitergehen darf. Würde letzteres fehlen, hätten deine Kinder noch so viel schreiben können und du würdest noch trinken.
    Ich hoffe, dass du diese Chance auf Dauer nutzt!

    Zu meinem Vater: Er erkennt die Alkoholsucht nicht als Krankheit, sondern als Provokation. Er versucht sie, unter Druck zu setzen, dass sie aufhört; lehnt aber eine stationäre Therapie ab.
    Das klappt natürlich nicht. Er verlässt sie dennoch nicht, weil er alleine nicht klarkommen würde. Für ihn ists schlimmer, alleine als mit einer alkoholkranken Frau zu leben. Er ist hoffnungslos überfordert und lehnt aber alle "richtige" Hilfe ab, da sie seine Tätigkeit voraussetzt. Er muss ja selbst an sich arbeiten- das will er nicht. Am besten läuft alles so weiter- pünktlich Frühstück, Butterbrote für die Arbeit, Mittagessen und Abendbrot um 19h. Wenn er dann immer noch Wäsche im Kleiderschrank hat und sich auf "seinen" Platz auf der Couch setzen kann, ist seine Welt in Ordnung. Würde ich allerdings eine rosa Fee rufen können, die einen Zauberstab schwingt und Mutter gesund macht, wäre das auch okay.

    Er hat ja sein Soll erfüllt- ihr sagt er seit 20 Jahren regelmäßig, dass sie aufhören soll zu trinken und dass er sie sonst verlässt. Dann hat er noch den Hausarzt gerufen, der sich alles mal von den beiden angehört hat und dann unverrichteter Dinge wieder gegangen ist. Also alles getan- was soll man denn sonst noch machen?

    Mir tut es auch unglaublich leid. Sie hat nun die nächste Quittung bekommen in Form einer weiteren Erkrankung. Als sie mir das sagte, schien sie sehr verzweifelt- aber auf der anderen Seite will sie auch nichts ändern. Einmal wurde sie schon operiert.
    Jetzt ist es so, dass wir einkaufen wollten. Es gibt in meiner Stadt einen Laden, indem sie vor 2 Jahren schonmal einen Pulli gefunden hat. Sie braucht etwas mehr um die Schultern und viele Pullis sitzen daher nicht richtig. Dieser eine Pulli saß damals gut und am Bauch etwas lockerer. Nun spannt er am Bauch, da dieser so groß geworden ist. Ansonsten hat sie nicht zugenommen. Auch ihre letzte Winterjacke spannt sehr.
    Sie war nun guter Dinge in meiner Stadt, wir wollten für sie einen Pulli finden.
    Resultat des Tages: ihr Bauch ist so dick, dass sie keinen Pulli gefunden hat, obwohl die aktuellen Pullis zwei Nummern größer ausgewählt wurden als noch vor zwei Jahren.
    Sie war richtig enttäuscht und traurig.
    Es zerreißt mir das Herz.
    Sie gab sich sehr Mühe, hatte was für mich eingekauft, Plätzchen gebacken und mitgenommen. Machte sich Sorgen, was sie mir noch zu Weihnachten schenken könne. Und auf der anderen Seite das.
    Wenn ich wenigstens sauer sein könnte... Dann hätte ich einen Grund, mich abzuwenden. Aber so halte ich mehr Distanz, weil ich merke, dass mir der Kontakt nicht guttut.

    Auf der anderen Seite hat sie momentan eine gute Phase. Die will ich auch mal genießen, mal eine Mutter haben.. Aber auf der anderen Seite tut mir das nicht gut. Spätestens, wenn sie wieder abrutscht, stecke ich emotional zu tief mir drin und rutsche mit.

    Ich denke, Distanz halten ist das beste.
    Momentan ist Weihnachtszeit, das beduselt mich etwas. Zudem mache ich mir noch Gedanken, ob wir das nächste Weihnachten noch zusammen haben werden. Das macht mir Angst.

    Ansonsten kann ich berichten, dass ich den Kontakt zu zumindest einer Freundin, die mich als Co für ihre Depressionen und sonstigen Probleme nutzte, nun sehr reduziert habe. Sie meldet sich momentan auch nicht mehr. Von daher okay, es ist in meinem Sinne.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Liebe Kristina!

    Es tut mir für euch unendlich leid, dass eure Schwägerin/Schwester auf so unnötige Weise mit 35 Jahren gestorben ist.
    Mich entsetzt es auch jedes Mal aufs Neue, welche Macht der Alkohol hat. Dass er es schafft, dass sich süchtige Menschen über Jahre -wissend- selbst vergiften.

    Konntet ihr euch noch verabschieden?
    Ich hoffe, sie musste nicht sehr leiden und hat nun ihren Frieden gefunden.

    Natalie

    Dein Bruder hat doch auch die Möglichkeiten zu einer Ausbildung und einem tollen Partner- aber er nimmt sie eben nicht wahr.

    Mit "unter seinen Möglichkeiten leben" meine ich auch, dass er nun immer noch keine Ausbildung beginnt. Irgendwann ists gänzlich zu spät dafür, aber möglicherweise geht es nun noch. Ich hab ja keine Ahnung, wie alt er nun ist. Aber ich kenne eben viele Menschen, die erst später noch eine (weitere) Ausbildung begonnen haben.

    ABER es ist schon klar, dass er ohne Ausbildung nun nichts findet. Deswegen sollte er so langsam den A.... mal hochkriegen, die Notbremse ziehen und eine Ausbildung/ein Studium suchen.

    Ringelblume spricht das an, was ich meine.
    Er scheint ja begriffen zu haben, dass eine Ausbildung eigentlich wichtig ist. Nur warum macht er keine? Aus dem Kontext zu urteilen.. kommt es häufig vor, dass Menschen einfach sehr große Angst davor haben, zu versagen, sich selbst als minderwertig fühlen, glauben, eine Ausbildung nicht hinzukriegen. Das sind irrationale Gründe, die natürlich quatsch sind- aber man selbst glaubt es natürlich. Diese Menschen haben dann so große Angst davor, dass das, was sie meinen, schon längst erkannt zu haben, aufgedeckt wird und sie öffentlich versagen, dass sie nichts beginnen.
    Prüfungsangst, Versagensangst und Minderwertigkeitskomplexe treten natürlich sehr häufig auf, gerade bei EKAs. Das kannst du hier im Forum nachlesen, ich glaube, bei Paco findest du das auch. Ich hatte auch sehr lange damit zu kämpfen. Mein Studium war zunächst nur eine Flucht von zu Hause. Dann saß ich in meiner Wohnung vor den Unterlagen und den Aufgaben und dachte, dass ich das nie hinkriegen werde, habe nur aufgeschoben und abgemeldet.
    Häufig war ich auch so nervös, unruhig und durcheinander, dass ich zum Lernen gar nicht in der Lage war.

    Sollten solche Dinge (das ist nun nur ein Auszug und keine vollständige Analyse) auch bei deinem Bruder zutreffen, hast du wenig Möglichkeiten. Du könntest deinen Bruder davon überzeugen, sich Hilfe zu holen- aber wenn er ablehnt, war's das.

    Hallo Ratzfatz,

    ich glaube schon, dass ich dich verstehe.
    Ja, Geschwister sitzen in einem Boot. Zumindest, was die Situation mit einem trinkenden Vater betrifft.

    Aber sobald einer der betroffenen Probleme hat, die er nur selbst lösen kann, jemand anderes sich aber dafür verantwortlich fühlt und ihm seine Sichtweise übertragen will, wirds schwierig.
    Dann bist du in einer ähnlichen Situation wie mit deinem Vater. Du siehst, dass jemand Probleme hat und es ihm damit nicht gut geht und willst ihn antreiben, dass er es endlich überwindet. Mach dich nur nicht für die Problemlösung verantwortlich. Du kannst ihm Anregungen bieten- aber wenn er diese ausschlägt, solltest du es akzeptieren.

    Was schwebt dir denn vor? Willst du abends mit ihm darüber reden, was er noch für Möglichkeiten hat? Willst du ihm eine Ausbildung finanzieren?

    Wichtig scheint für mich das warum zu sein. Warum bleibt jemand freiwillig unter seinen Möglichkeiten? Eigentlich sind Menschen doch "gierig" nach Bestätigung und Anerkennung- das beginnt schon, wenn Kinder ihren Eltern zeigen wollen, was sie alles können oder gelernt haben.

    Im Prinzip weiß er doch, wie wichtig eine Ausbildung ist- aber er hat sich dennoch dagegen entschieden.
    Also müssen doch schon tiefe Gründe vorliegen.

    Klar, du kannst versuchen ihm aufzuzeigen, wie wichtig dies ist- aber das weiß er doch bereits.
    Ist halt die Frage, warum er trotzdem nicht entsprechend handelt.

    Aus meinem Studium kann ich dir sagen, dass es durchaus Probleme sein können, an die du als Angehöriger nicht rankommst, wo deine Hilfe nicht ausreicht. Das solltest du im Hinterkopf behalten- sollte dies zutreffen, kann sich dein Bruder nur selbst helfen.

    Wäre ich du, würde ich mich wohl mit ihm hinsetzen und einfach fragen, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Will er sich noch weiterbilden? Was könnte er sich vorstellen, was interessiert ihn? Wenn er darauf eingeht, kannst du ja weitere Pläne angehen. Wenn er aber ausweicht und abblockt, solltest/musst du das akzeptieren.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Miriel,

    zum Kippeln..
    Ich habe wahrscheinlich ein kleines Problem mit dem Essen. Momentan ists bezwungen und ich habe einen guten BMI, ABER ich merke, dass da was in mir schlummert, was ich eingesperrt lassen sollte.
    Ich schätze, ich kompensiere mit dem Essen Angst, Unsicherheit und Stress. Sobald ich Stress, Angst oder Unsichertheit spüre und eben nicht mehr esse, kippelts- meine Leistungsfähigkeit, meine Konzentration.. Oder ich muss vermerkt anders kompensieren.

    Das mit diesem Aushalten kenne ich auch- vermutlich der Suchtdruck? Das, was wir sonst fühlen würden, wenn wir nicht kompensieren?

    Alles Liebe,
    Natalie