Beiträge von Zimttee

    Vielleicht unterstützt du ihn auch gerade damit am meisten, dass du ihn alleine lässt. Nur so kann er begreifen, dass sein Alkkonsum nicht okay ist.

    Jetzt siehst du, was er wirklich will.
    Will er weiterhin mit dir zusammen sein, dann ändert er was.
    Zieht er den Alkohol vor, bleibt alles beim alten.

    Ich glaube, ihm ging es darum, nicht zu trinken, um seine Partnerin nicht in Versuchung zu bringen bzw. weil ihm vllt auch der Konsum durch ihre Sucht vergangen ist.
    Und er dachte, dass er sich zum Co-Alkoholiker macht, wenn er dann weitertrinkt, um die Sucht der Partnerin zu vertuschen. Sie wollte ja, dass er weitertrinkt, damit nichts auffällt.

    Ich habe eher das Gefühl, dass er noch nicht so weit ist, um sich der Tragweite des Alkoholismus bewusst zu werden. Vielleicht braucht er einen anderen Tiefpunkt, um den Ratschlag "Trennung" angesichts ihres Verhaltens als angemessen zu erachten.

    Dein letztes Posting klingt doch gut =) Also nicht, dass er sich täglich weiterhin meldet, sondern es klingt danach, dass du auf dem Weg zu dir selbst bist =)

    Ich habe mich neulich bei dem Gedanken erwischt, dass ich mich von manchen Leuten so behandeln lasse, wie meine Mutter früher mit mir umgesprungen ist. Während meinem Freund schon die Nackenhaare zu Berge stehen, grüble ich noch darüber, wie ich am besten mit diesen Menschen klarkomme :(


    Du machst Butter selbst?

    Meinst du, dass man dort nur reingelassen wird, wenn man süchtig ist?

    Suchtberatungen sind auch für Menschen geeignet, die sich im Umgang mit süchtigen Angehörigen beraten lassen wollen. Und das würde dir sicher gut tun.

    Auf der anderen Seite beinhaltet das Wort Co-Abhängigkeit schon das Wort "Abhängigkeit" und das nicht ganz ohne Grund.
    Wärest du unabhängig, würdest du dir das Verhalten deiner Eltern nicht jedes Mal wieder antun, sondern hättest direkt die Fronten geklärt, Grenzen gesetzt und bei Überschreitung der Grenzen daraus Konsequenzen gezogen.
    Aber würdest dieses Spiel nicht jedes Mal von vorn antreiben.

    Was erwartest du denn, wenn du ihm einen Brief gibst?
    Ich würde keinen Brief schreiben, wenn du ihn damit umdrehen willst oder ihn zu irgendwelchen Einsichten bringen. Er weiß ja, dass es dir schlecht geht und will dann eben alleine weitertrinken.

    Einen Brief würd ich nur schreiben, um meine Gedanken zu strukturieren und mir klar zu werden, was ich überhaupt will.

    Was möchtest du denn?
    Wie siehst du die Situation, wie fühlst du dich, welches Verhalten wünschst du dir selbst für dich und deine Familie?

    Es ist häufig bei Co-Abhängigen zu beobachten, dass sie sich so verhalten wie dein Vater und andere Familienangehörige mit ins (sinkende) Co-Boot ziehen wollen. Sie meinen es gut, weil sie denken, sie helfen der Süchtigen damit. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, sie schaden dem Suchtkranken, den Angehörigen und sich selbst.

    Meine Mutter trinkt wie gesagt seit über 20 Jahren, mein Vater wirft ihr seitdem regelmäßig vor, Alkoholikerin zu sein. Aber zwischendurch leugnet er es wie dein Vater. Als sie das letzte Mal mit einer Vergiftung im Flur lag, habe ich durchgesetzt, dass der Krankenwagen kam. Er wollte ihn nicht anrufen. Als ich dies erledigt habe, wollte er mir einen Maulkorb verpassen, dass ich keinem Arzt davon erzähle- sonst würden sie eine falsche Diagnose stellen.
    Die Ärzte haben ziemlich schnell rausgefunden, dass mein Vater Informationen vorenthält und haben mich dann unter einem Vorwand von ihm weggeholt und mich draußen gefragt, was los ist. Anscheinend haben sie sowas öfters.

    Wenn du nicht magst, lass dir das nicht bieten!
    Es ist okay, wenn du aus dem Boot aussteigst und sagst, dass du auf Abstand möchtest.

    Ich würde den Kontakt wohl reduzieren bis abbrechen, weil es sehr kräftezehrend ist, deine Gesundheit darunter leidet, auch dein Mann fertig ist. Weil dein Vater die Realität so verzerrt, die Aussagen deines Mannes und Sohnes als übertrieben darstellt.
    Das Problem ist ja, dass dein Vater nicht nur jemandem zum Reden braucht, sondern dass er versucht, dich wieder mit reinzuziehen.
    Am gesündesten für dich wäre es, wenn du dich davon abgrenzen kannst.

    Und es ist nicht deine Verantwortung, wenn du den Kontakt abbrichst. Du musst dich selbst schützen, weil dein Vater dir mit seinem Verhalten schadet.

    Kannst du zu einer Suchtberatung gehen?

    Hallo Rhein,

    ich weiß, was du meinst =)
    Ich nehme auch gerne Selbstgekochtes mit zur Arbeit. Darauf freue ich mich dann bis zur Mittagspause.
    Klar, könnte ich auch zur Kantine gehen, ABER da liegt mir das Essen grundsätzlich immer schwer im Magen und ich bräuchte erstmal einen Mittagsschlaf.
    Das bedeutet für mich auch "sich etwas gönnen".

    Schönen Abend!

    Hallo Mietzekatze!

    Puh, wieder eine sehr ätzende Situation. Und leider so, wie viele andere. :( Ich finde es immer erschreckend, wie gleich sich alle Situationen sind.

    Meine Mutter fand auch immer einen Grund zu trinken. Zur Trauerbewältigung, aus Freude.. Weil Samstag ist etc.
    Im Nachhinein betrachtet, war sie auch immer darauf aus, ihre Sauferei "durchzusetzen".
    Das war immer ihr leitendes Motiv, sie ist da wie ein nasser Fisch, den man mit Händen nicht fangen kann. Überall windet sie sich durch, wenn man sie anspricht.
    Also habe ich es aufgegeben, nasse Fische zu fangen.

    Du merkst aber nun, was ich mit seinem Verhalten meinte? Also dass du dein Interesse ansprichst, was ihm widerstrebt (solange du trinkst, will ich nicht zurück, ansonsten schon) und seine folgende übertriebene Reaktion (Kontaktsperre).
    Ich wette, der zweite Anruf war nur, um zu gucken, ob du auch nach dem angedrohten Kontaktabbruch noch an deiner Meinung festhälst. Das sind die typischen Manipulationen.

    Handy zu Hause ist auf jeden Fall eine gute Idee!
    Du klingst sehr entschlossen, das ist gut!
    Viel Erfolg beim Treffen heute Nachmittag.

    Natalie

    Ich hatte zwischendurch auch mal heftigen Haarausfall.. Der Arzt schob es dann auch in die psychosomatische Ecke zu meinem Reizmagen, der Kopfhautentzündung, meiner Nervosität, dem niedrigen Blutdruck (bei knapp 90kg ^^) und dem Nägelknibbeln.
    Aber wo diese Probleme herkommen- da hat er nie nachgefragt.
    Mitlerweile ist alles nachgewachsen, sogar die Geheimratsecken! Und meine Stirn wirkt nicht mehr so groß, weil der äußerste Haaransatz nachgewachsen ist. =)
    Seit knapp 3 Jahren habe ich den Kontakt zu meinen Eltern auf ein Treffen alle 2-3 Wochen reduziert. Es scheint zusammenzuhängen.

    Ja, so ging es mir früher auch.
    Ich habe auch immer Fertigessen gekauft und nicht gemerkt, dass ich mir damit nichts Gutes tue. An gutes Essen habe ich keinen Gedanken verschwendet.
    Der Gedanke, dass dies aus der Esssituation zu Hause resultiert, ist interessant. Bei uns war es auch so, dass es eigentlich nur Streit gab bzw. dass Mutter zu den Mahlzeiten manchmal so betrunken war, dass ich es nicht ertragen konnte, mit ihr am Tisch zu sitzen. So hab ich vor allen Dingen das Abendessen täglich ausfallen lassen. Es widerte mich geradezu an, dieses Gesicht zu sehen, wie sie sich Essen auf die Gabel schaufelt und es auf dem Weg zum Mund runterfällt und sie mit den Augen und der Gabel hab im Mund hinterher stiert.

    Irgendwann ging es so jedoch nicht mehr weiter. Ich hatte sicher 15kg Übergewicht angesammelt, hatte einen gesundheitlichen Tiefschlag erlitten.. Da hab ich mich dann dieser Verantwortung gestellt und mitlerweile auch ein paar interessante Rezepte entdeckt.

    Ich konnte an diesem Punkt akzeptieren, dass meine Kindheit für den A...Eimer war, meine Eltern es vermasselt haben, weil sie beide krank sind. Aber das ich nun die einzige bin, die das Ruder noch rumreißen kann.
    Ein toll eingerichtetes zu Hause habe ich auch nicht, aber ich schaffe es, etwas mehr für mich zu sorgen, gutes Essen zu kochen und mal zu entspannen. Ich habe ein paar Hobbies für mich entdeckt, demnächst startet mein erster Zumba-Kurs =) Ich freu mich.
    Die Idee mit dem Einrichtungsberater hatte ich auch schon ^^ Nun, mal gucken.

    Ratzfatz, wie möchtest du die Situation für dich ändern?
    Was kannst du für dich tun?

    Es ist jedoch nicht deine Pflicht, dich für deine trinkende Mutter bis zur Selbstaufgabe aufzuopfern.
    In einem gesunden Mutter-Tochter-Verhältnis würde es die Mutter nicht soweit kommen lassen, dass die Tochter sich für sie aufopfert.

    Der Sinn einer Aufarbeitung könnte für dich darin liegen, zu erkennen, warum du dein eigenes Wohl in dieser Situation hinten anstellst und es zulässt, dass deine Familie unter der Situation leidet, obwohl deine Mutter immer so schlecht zu dir war und deine Sorge nicht verdient hat.

    Auch meine Mutter hat mich früher niedergemacht und mein Selbstwertgefühl untergraben. Ich wollte ihr immer alles Recht machen und so endlich die Anerkennung bekommen, die sie immer verweigerte.
    Egal, was ich machte.. Meist wurd ich hinterher noch ausgeschimpft. Grund zur Häme gab es immer.
    Das war für mich der Motor, mich da hinterher reinzuknien. Aber wie gesagt, Anerkennung blieb aus und ich stellte fest, dass es mir nicht gut tut, wenn ich mich so aufopfere. Sämtliche psychosomatischen Erkrankungen wie Reizmagen als 15-jährige oder eine komplett entzündete Kopfhaut, Nägel knibbeln, Dauernervosität etc wurden seitens meiner Eltern immer ignoriert. Irgendwann kam dann noch so ein Knaller und ich konnte nicht mehr wegschauen, was die Sucht meiner Mutter mit mir macht. Da stellte sich für mich die Frage "Entweder sie, oder ich" und ich habe mich dafür entschieden, dass sie die Verantwortung für sich wieder tragen soll.
    Das war mein persönlicher Tiefpunkt.

    Meine Eltern haben diese altmodische Vorstellung auch. Aber ich sehe das eher als eine Vorstellung aus Bequemlichkeit, weil sie selbst die Verantwortung für das nicht tragen wollen, was sie nun verbocken und ich habe nach all dem, was sie mir dadurch angetan haben, keine Lust, auch diese Suppe für sie auszulöffeln.
    Ich bin eine Kilometeranzahl in dreistelliger Höhe weggezogen und habe jetzt schon klargemacht, dass ich nicht wieder zurückkommen werde.
    Wenn Mutter mal ein Pflegefall werden sollte, werde ich nicht einspringen. Wenn sie dann auch noch externe Hilfe ablehnen, wird mein Vater sich selbst kümmern müssen. Bevor das aber geschieht, wird er eine Pflegefachkraft engagieren.

    Wenn der RTW kommt, nehmen sie deine Mutter mit, wenn sie bewusstlos ist. War bei meiner Mutter auch so. Als sie einmal bewusstlos war, wurd sie einkassiert. Als sie beim nächsten Mal zu sich kam, hat man sie nicht mitgenommen.
    Ich gehe nicht davon aus, dass man sie da liegen lassen würde. Auf der anderen Seite- warum soll sie da nicht liegen? Soll sie zu sich kommen und selbst merken, in welche Situation sie sich gebracht hat. Sie sollte die Verantwortung selbst tragen. Wenn ihr die ihr immer abnehmt, ist klar, dass sie nicht dazu lernt.

    Wie soll das denn für dich weitergehen?
    Wie siehst du deine eigene Zukunft?
    Willst du Konsequenzen ziehen, oder soll es so weiterlaufen?

    Hallo Apalonia!

    Puh, das ist keine schöne Situation. Meine Mutter ist ebenfalls seit ich denken kann Alkoholikerin; das geht auch nicht spurlos an ihr vorbei.
    Momentan ist sie Mitte 50, hat ihr halbes Lebens bereits versoffen und mir graut es vor der Zukunft.

    Deinen Beitrag im Vorstellungsbereich kann ich nicht einsehen, das geht nur mit einem erweiterten Account. Wenn du magst, kannst du ihn hier einkopieren.

    Hast du dich schonmal um Hilfe für dich bemüht bzw kennst du dich mit Co-Abhängigkeit aus?
    Den Theorieteil kannst du hier im Forum nachlesen; ich gehe davon aus, dass du dich dort wiedererkennen wirst.

    Du scheinst dich sehr für deine Eltern verantwortlich zu fühlen und lässt dich sogar frech behandeln.
    Mir ging es früher auch so.
    Tatsache ist aber, dass deine Eltern für sich selbst verantwortlich ist. Deine Mutter für ihren Alkoholkonsum und dein Vater für seine Unselbständigkeit. Beide MÜSSEN es nicht hinnehmen, sondern sind gewillt, es hinzunehmen. Dein Vater könnte ausziehen, deine Mutter einen Entzug machen. Auch wenn die Situation für sie sicher nicht bequem ist, scheint es für sie angenehmer zu sein, darin zu verharren, als sich endlich mal aufzuraffen und etwas zu ändern.
    Das ist auch das Problem der Angehörigen. Sobald bei deinen Eltern etwas droht unangenehm zu werden, seid ihr da und helft ihnen aus der Misere. Daher brauchen sie nichts zu ändern, weil immer jemand die Kohlen aus dem Feuer holt. Klar, man heult dann ein wenig- aber letztendlich ist es nicht so schlimm, als wenn sie da liegen bleiben würde, weil ihr nicht da seid.

    Wie alt ist denn dein Sohn?
    Ich würde ihn da außen vor lassen.

    Lass dir das Verhalten so nicht bieten.
    Meine Mutter war auch immer frech. Bis ich Grenzen gesetzt habe und sie merkte, dass es Konsequenzen hat.
    Früher wurde ich sogar von ihr geschlagen, zuletzt als Teenager hab ich eine Ohrfeige kassiert. Ich habe zurück geschlagen. Das war das letzte Mal, dass sie die Hand gegen mich erhoben hat.
    Entschuldigungen etc habe ich auch niemals gehört. Meine Mutter ist sehr gut darin, anderen die Schuld zuzuschieben. Selbst neulich, als sie auf der Straße den Zeitungsjungen zusammengefaltet hat, fand sie hinterher noch eine Begründung, wieso er es verdient habe.
    Ich glaube, mein größtes Problem war damals, dass ich "normalen" Umgang und Verhalten gar nicht kannte. Ich wurde schon immer von ihr runtergeputzt, daher habe ich mir das später auch gefallen lassen.

    Tja. Was ich an deiner Stelle machen würde?
    Ich würde mich stark distanzieren. Nur so kann sie merken, dass ihr Verhalten Käse ist. Das habt ihr nicht verdient. Und so lange du ihr keine Grenzen aufzeigst, wird sie die von dir gedachten immer weiter überschreiten.

    Ich denke, deine Schwester macht es ganz richtig. Jeder von euch hat ihr eigenes Leben, ebenso wie die Eltern. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Es ist Missbrauch, wenn die Eltern diese Verantwortung an die Kinder delegieren.

    Hast du das Verhältnis zu deiner Mutter schon aufgearbeitet?

    Liebe Grüße,
    Natalie

    PS: Zitat: .Meine Eltern sind mitte 70 und nicht ernsthaft krank!

    Ich fürchte, deine Eltern sind ernsthafter krank, als du meinst. Co-Abhängigkeit (Vater) und Alkoholabhängigkeit (Mutter) können beides zum Tod führen. Den Verfall deiner Mutter nimmst du ja selbst wahr. ABER du bist weder Ärztin noch Therapeutin, als dass du sie heilen kannst. Im Gegenteil, wenn du ihnen hilfst, verlängerst du ihren Leidensweg, da du sie beide vom Tiefpunkt fernhälst. Was glaubst du, wie oft sich deine Mutter noch besinnungslos trinken würde, wenn man sie einfach mal auf dem Boden liegen lassen würde?

    Kannst du ausschließen, dass er nicht doch noch irgendwo etwas gebunkert hat?
    Oder vielleicht hat es auch einfach nur jetzt "Klick" gemacht, da er krank ist und alleine nicht mehr klar kommt? Vielleicht hat er begriffen, dass er abhängig ist, wo er nicht mehr so einfach an Alkohol kam?
    Keine Ahnung. Oder die Ärzte haben ihm den Kopf gewaschen?

    Ich würde mir da nicht soo viele Gedanken drum machen, genau weißt du es ja nicht.

    Wie geht es dir nun nach deiner Kindheit als "Zwangs-"EKA?

    Süchtig wird er wohl gewesen sein bzw ist er.
    Zum Thema alkoholfreies Bier möchte ich nichts sagen.. ABER es ist ziemlich gefährlich, einen Entzug ohne ärztliche Unterstützung zu machen. Da droht Lebensgefahr! Ich wäre da an der Stelle deiner Mutter sehr vorsichtig und würde lieber einen Arzt zu Rate ziehen. Besonders, da dein Vater krank ist.

    Zitat von Miezekatze


    Verbreite? Glaubst du ich saug mir hier was aus den Fingern?

    Ich habe es nicht so verstanden, dass er dich angegriffen oder dir unterstellt hat, dass du dir etwas aus den Fingern saugst.
    Informationen verbreiten bedeutet nicht, dass du lügst, sondern, dass du Infos über ihn ins Netz stellst. Das ist hier eigentlich nicht erlaubt, da dies hier ein anonymes Forum ist und man durch jede Information, die du über ihn gibst, Rückschlüsse auf ihn ziehen kann, falls man ihn kennt.

    Aber genau so ging es mir in meinen ersten Tagen hier auch.
    Mir fehlte absolut das Gespühr dafür, was nun "über mich schreiben" und was "über meine Mutter schreiben" ist. Ich schrieb über die ganzen katastrophalen Zustände zu Hause, wie ätzend meine Familie doch ist, dass alle auf mir rumhacken und dachte, ich schreibe über mich. Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich auch mal über mich schreiben möchte? Und ich dachte, das habe ich doch getan. Tage später habe ich es nochmal gelesen und gemerkt, dass da rein gar nichts über mich steht.

    Und dann wurde mir klar, dass ich wohl so tief mit reingezogen wurde, dass ich längst nur noch um meine Mutter kreiste, nur auf meine Verwandtschaft und deren heftige Unterstellungen re-agierte, statt selbst mal zu agieren und mich aus derem Einfluss zu entfernen.

    Das selbe sehe ich bei dir auch. Deine eigenen Bedürfnisse und Gefühle stehen hier gar nicht, nur Schilderungen eurer Machtkämpfe. Du reagierst nur auf deinen Partner und falls du doch mal etwas wagst (deinen Urlaub zu verlängern), setzt er einen drauf, dreht den Spieß rum und du stehst wieder da.

    Er hat ein Recht darauf, sich tot zu saufen. Es bringt absolut nichts, dass du ihn so kontrollierst, weil du positive Verhaltensänderungen mitbekommen möchtest. Er weiß, dass er eine Chane auf eine gute Beziehung hat, wenn er einen Entzug macht. Dass er nur Begründungen vorschiebt, trotzdem weiter trinkt, dich anlügt, zeigt dir nur, dass du bestenfalls auf Platz 2 stehst. Platz 1 ist der Alkohol, dem er weiterhin fröhnt. Klar hat er momentan noch den 22.Okt. Den Tag der MPU. Aber was meinst du, passiert, wenn er die hinter sich hat? Dann braucht er sich nicht mehr zusammenzureißen.
    Nunja. Also, er hat sein Recht, was er sich momentan zu nutze macht. Dann hast du auch eine Wahl: 1. dich ihm unterordnen und seinen Konsum dulden, oder 2. Konsequenzen ziehen und die Sache beenden, weil du den Konsum nicht mehr duldest.
    Das wird dir aber nur gelingen, wenn du selbst in die agierende Position wechselst, dich von seinen verworrenen Ansichten befreist und dein Leben nicht mehr von ihm abhängig machst.

    Was machst du denn? Gehst du arbeiten, hast du einen Freundeskreis, Hobbies, Kinder? Was fühlst du? Das steht hier alles nicht im Text. Ist dir das denn nicht wichtig?

    Hallo Sally!

    Ja, meine Mutter ist auch Alkoholikerin.. Seit knapp 25 Jahren.
    Mir ging es ähnlich wie dir. Meinen ersten Freund hatte ich mit 16 etwa. Schnell habe ich Beziehungen als Flucht von zu Hause erkannt und hatte meist Partner, die eine nette Familie hatten und mich etwas auffingen.
    Wobei mir das eigentlich zweitrangig war, jedoch wurd mir immer vor Augen geführt, was mir zu Hause fehlt. Unabhängig davon hatte ich sie nicht als Zweck, aber es war eben auch eine Funktion.

    Also, was mir geholfen hat, war, dass ich mir mein eigenes Leben aufgebaut habe, in dem ich zu Hause war. Job, Studium, Wohnung, Hobbies. Hobbies sind ganz wichtig!
    So bindest du dich nicht an deinen Freund, indem du sein Leben adaptierst, sondern baust dir deine eigene Nische auf, die dich auffängt, sollte die Beziehung doch scheitern. Freunde darf man da auch nicht vergessen, ein unabhängiges soziales Umfeld und unabhängige Finanzen.

    Nunja, eine Therapie ist wirklich eine gute Idee, dort kannst du viel aufarbeiten. Ich hab Anfang des Jahres mit einem Coaching begonnen, wo ich mich Schritt für Schritt an meine Probleme rangewagt habe. Ich fand es erkenntnisreich und ich komme nun in denselben Situationen besser klar. Dazu gehört natürlich auch zu erkennen, woher die Probleme überhaupt kommen.
    Hast du diese Angst wirklich nur wg deines Mutter? Immerhin warst du damals "schon" 10. Was hat dein Vater und die Scheidung/Beziehung der Eltern damit zu tun?

    Ansonsten würd ich sagen, dass nicht alleine die Scheidung der Grund für die Alkoholprobleme deiner Mutter ist. Ist immer die Frage, was zuerst da war? Die Henne oder das Ei?
    Probleme alleine sind nicht alleine die Ursache, dazu gehört auch, mit Problemen nicht umgehen zu können, die Flucht in den Alkohol als Möglichkeit/Lösung zu erkennen etc. Aber so eine Scheidung ist auch immer eine gute Erklärung für den Alkoholiker.

    Als Bsp. Ich habe meine Mutter ins Krankenhaus bringen lassen, als sie mal besinnungslos in der Ecke lag. Dort hat sich dann ein Pfleger auf der Intensivstation um sie gekümmert, wollte wissen, was los war und sie zu einem Entzug überreden.

    Dann hat sie ihm sonstwas erzählt. Er erklärte mir später, dass sie ja sooolche Probleme in ihrer Ehe habe, sodass sie deswegen begonnen habe zu trinken und überhaupt. Er hat ihr das wirklich geglaubt. Ich habe ihn gefragt, ob er meine, dass mein Vater ihr nach über 20 Suchtjahren den Wein noch auf dem Silbertablett serviere? Alkoholiker sind häufig nicht in der Lage, die Situation richtig zu erkennen, sich selbst als Verantwortlichen zu erkennen- alle anderen haben die Schuld, nur sie selbst nicht. Der böse Ehemann, früher waren es die anstrengenden Kinder. Die Wahrheit ist aber laut meiner Oma, dass Mutter schon als Jugendliche nicht mit Alkohol umgehen konnte, sich auf Feiern regelmäßig abgeschossen hat und alle Probleme damit kompensierte. In diese Zeit, noch vor meinem Vater, legt Oma den Beginn Mutters Sucht. Ganz davon ab, war mein Opa auch schon Alkoholiker- sie lernte quasi am Modell "Problemkonfrontationen" aus dem Weg zu gehen.

    Wenn eine Scheidung schon alleine der Grund für eine Alkoholsucht wäre, müssten wir eine verdammt hohe Alkoholikerquote haben, da in Deutschland mehr oder weniger jede 3. Ehe wieder geschieden wird.

    Die Frage ist natürlich auch, ob diese Angst "nur" aus dir kommt, oder ob dein Freund dir das Gefühl vermittelt, Angst haben zu müssen?
    So war es damals auch bei mir. Ich habe jetzt nicht sooo viel verändert, aber Angst habe ich in dieser Beziehung nicht.

    Woran machst du deine Co-Abhängigkeit fest?

    Liebe Grüße,

    Natalie

    Hallo Nicolle!
    Das wichtigste ist, dass du deinen eigenen Gefühlen traust. Wenn du meinst, dass er nicht hinter einem erneuten Entzug steht, dann lass dich da nicht beirren.

    Ansonsten hast du wohl schon angedeutet, dass es gut wäre, dir Hilfe zu holen. Auch deshalb, weil deine Mutter schon Alkoholikerin war. In der Kindheit schleichen sich meist schon Dinge ein, die man als Erwachsener nicht durchschaut und daher nicht überwindet. Nicht umsonst werden knapp 30% aller Kinder von Alkoholikern später selbst zu Alkoholikern oder heiraten einen Alkoholiker.
    Gute Erfahrungen wurden mit der Suchtberatung der Caritas gemacht, die helfen dir, deinen Weg zu finden.

    Wie geht es dir mit deinem Mann? Was fühlst du?

    Zitat von Miezekatze


    Das er ganz von mir weggeht? - dann war meine ganze Hilfe und Sorge die letzten Jahre umsonst.


    Das wären dann 6 Jahre, oder? Momentan sieht es meiner Meinung nach nicht so aus, als würde er sich ändern. Willst du irgendwann morgens aufwachen und feststellen, dass du nicht nur 6 Jahre vergeudet hast, sondern 10, 16 oder 26 Jahre? Mein Vater sagte immer "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." Wobei, gerade er hat sich nicht daran gehalten.

    Zitat von Miezekatze


    Das er nicht um mich kämpft?- liebt er mich dann nicht mehr?


    Frag mal "drüber", im anderen Forum nach, ob die nun trockenen Alkoholiker rückblickend meinen, man könne jemanden als nasser Alkoholiker lieben? Die Diskussion gabs hier schon öfters und ich kann mich nicht dran erinnern, dass jemals einer gesagt hat, dass dies möglich ist. An erster Linie steht sowieso immer der Alkohol. Die Gedanken kreisen darum. Und wenn du ihn dann noch vom Trinken abhalten möchtest, obwohl er weiter trinken will, dann hast du eh verloren. Egal, ob du seine Partnerin bist, oder seine Tochter. Der Alk steht über allem.

    Zitat von Miezekatze

    "Aber wenn du nicht direkt spurst und deine eigenen Bedürfnisse miteinbringst, dann schickt er dich wieder weg. Du wirst ausquartiert und er weiß genau, dass es dich wurmt, dass du nun weg bist und nichts mehr mitbekommst. So weiß er, dass er dich wieder kriegt."
    Naja, so würde ich das jetzt nicht sagen. Ich bin ja immer von mir aus gegangen, er hat mich ja nie rausgeschmissen oder so. Ich fühle das ich stark genug bin, mir von ihm nichts mehr gefallen zu lassen.
    Doch wäre es nicht unfair von mir ihn nicht die Chance zu geben, jetzt, wo er endlich was unternimmt?

    Ich glaube, ich habe mich nicht verständlich ausgedrückt.

    Also, zum einen ist es so, dass manche Beziehungen (auch die familiären) eine seltsame Abhängigkeitsdynamik haben.
    Das bedeutet für mich, dass es keine Freiheit in diesen Familien gibt, sondern alle voneinander abhängig sind. Auch die Alkoholiker vom Co. Der Co gibt Halt, er ist beständig da, der Alkoholiker kann sich auf ihn verlassen, wenn er Hilfe braucht- sei es die Entschuldigung beim Chef, Gesicht wahren gegenüber den Nachbarn oder Essen kochen nach einer durchzechten Nacht. Und in nüchternen Momenten auch zum Anlehnen.
    Auf der anderen Seite ist es häufig zu beobachten, dass diese Alkoholiker ihrem Co gegenüber gewalttätig werden- physisch wie psychisch. Wenn ich die Inhalte meiner Examensprüfung heranziehe, sie bezogen sich auf Freud und seine Neurosenlehre, dann kann es sein, dass dem Alkoholiker dadurch auch seine Unfähigkeit bewusst wird und er das ganze auf den Co projiziert und an ihm auslässt. Das ist zumindest hier bei uns der Fall, bei dir hab ich natürlich keinen Anspruch auf Korrektheit, weil ich deinen Mann eben nicht kenne. Eben das passiert dann, wenn du dich aus seinem System entfernst. Du warst immer da, hast seine Eskapaden mitgemacht und dann erhebst du plötzlich den Anspruch, dich von ihm zu entfernen. Zack, er merkt seine Unfähigkeit.

    Meine These von dem "Spuren" bezieht sich auf diesen Moment. Ja, er hat dich nicht weggeschickt- aber 1. Habe ich den Eindruck, als komme es ihm etwas gelegen, weil er nun machen kann, was er will, ohne eine direkte Szene zu kassieren.. So war er ja nun zwei Mal in der Kneipe, oder du hattest das Gefühl, dass er nach Alkohol riecht. Was er dann mit Erkältungstropfen erklären konnte oder es war notwendig, in der Kneipe Alkohol zu trinken, weil er ja noch eine Rechnung begleichen musste. Sprich, du hast keinen Einblick mehr in sein Leben. Wäre ich ein frisch trockener Alkoholiker und mir würde was an meiner Trockenheit liegen, dann würd ich den Wirt nach seiner Bankverbindung am Telefon fragen.

    Auf der einen Seite ist es erstmal schön, machen zu können, was man will. Dann kommt das ABER. Er muss sich nun auch um alles kümmern; das ist die Situation, wo ihm dann auch wieder alles bewusst wird. Und ich glaube auch, dass es an seinem Ego gekratzt hat, dass du ihn hast sitzen lassen.
    Mir kommt es so vor, als habe er nun den Spieß rumgedreht und du sollst sehen, was du von deinem "Urlaub" hast.

    Zitat von Miezekatze


    auch das tat er so komisch ab von wegen, er habe sich ja an das allein sein gewoehnt, und wenn du meinst.


    Das nennt man in der Pädagogik Konditionierung. Du lässt ihn alleine und wenn du wiederkommst und eigentlich denkst, er fällt dir um den Hals und hat endlich eingesehen, dass sein Alkproblem alles kaputt macht, dann sagt er dir einfach, er habe sich an deine Abwesenheit gewöhnt (was so ziemlich das Gegenteil ist von dem, was du erreichen willst) und du kannst aber zurückkommen- "wenn du meinst". Wenn ich das zu jemandem sage, dann bedeutet das soviel wie "hab ich keinen Bock drauf, aber wenn du unbedingt willst..." Beim nächsten Mal hast du daraus gelernt, dass solche Aktionen die Stimmung eher anspannen, als dass du damit eine gewünschte Reaktion bekommst und wirst es, um des lieben Friedens Willen, nicht mehr machen. Zumindest dann, wenn er das erreicht hat, was er vorhatte. Das sieht man hier wirklich ganz oft
    Es ist natürlich nun an dir, daraus eine richtige Konsequenz zu ziehen und zu erkennen, dass das Manipulationsversuche sind.

    Nächstes Beispiel:

    Zitat von Miezekatze


    er wollte mich mit dem heimkommen nicht unter Druck setzten, aber er möchte doch so langsam wissen wo wir stehen und was jetzt ist. Er hatte sich vorgestellt, das wenn ich heute wieder Heim komme wir dann einkaufen gehen und schön gemeinsam kochen und das we gemeinsam verbringen. Doch als ich ihm sagte, das ich es mir bis morgen überlegen wolle wurde er wieder ganz kurz angebunden, fast eingeschnappt, "gut, dann Fahr hetzte Heim, ich muss wieder hoch ins Büro!"


    Darauf bezog sich mein eigentlicher Kommentar.
    Für den Fall, dass du wieder Heim kommst, gibts einen gemütlichen Abend mit einkaufen und kochen, du bist schließlich ein braver Co und ziehst wieder ein (=Belohnung, Zuckerbrot). Zwischen den Zeilen zeigt dir das, dass er sich doch nicht sooo sehr an die Einsamkeit gewöhnt hat ;)
    So, jetzt sagst du aber: "Ich bin mir doch nicht sicher, ob ich wieder zurückkommen soll, ich überlege es mir bis morgen" - dann hast du natürlich auch kein Anrecht mehr auf eine Belohnung und erhälst die Antwort "Gut, dann fahr jetzt Heim, ich hab eh noch anderes zu tun" (=Strafe) und wirst weggeschickt. Würde dein Mann dich so akzeptieren, wie du bist, und das ist für mich Liebe im engeren Sinne (ich kann niemanden, den ich um seiner selbst Willen und seiner Freiheit liebe, zu irgendeinem Verhalten zwingen, dann wäre er ja nicht mehr er selbst, sondern eine Marionette von mir, das schließt Liebe für mich aus).. Also würde er dein Verhalten akzeptieren und dir die Freiheit zu jeder Entscheidung geben, dann hätte er gesagt "Gut, wenn du später wieder fahren möchtest.. Aber wir können ja trotzdem gemeinsam kochen?"

    Ist er denn nicht derjenige, der nicht möchte, dass ihr euch auseinander lebt? Dann wäre es erst recht angebracht, dass er dich nicht weggeschickt, sondern ihr euch so wieder etwas annähert. Aber dieses "Ich habe Angst, dass wir uns auseinander leben" bedeutet meist übersetzt, dass er Angst hat, dass du dich aus der Co-Abhängigkeit befreist. Und diese ganzen "Erziehungsmaßnahmen" wie "Wenn du nicht wieder hier einziehst, kochen wir auch nicht zusammen" haben eigentlich den näheren Sinn, dich emotional weiter an ihn zu binden. Oder ein anders Beispiel ist, dass er direkt übertreibt, wenn du kritisch über die Beziehung nachdenkst.. "Dann machen WIR halt Schluss". Auch eine Möglichkeit, sich vor kritischen Gesprächen zu drücken.. Weil er weiß, dass du dann zurückruderst.

    So, ich denke, ich höre mal auf ^^ Genug mich vorm Lernen gedrückt ;)

    Du sollst für ihn packen?
    Pfff! Das kann er doch selbst.


    Das ist nicht dein Mann, sondern jemand, der vom Alkohol ferngesteuert wird. Der hat das Gehirn übernommen. Ohne Alk hätte er niemals so reagiert.
    Umso wichtiger, dass er nun geht, wenn er ohnehin nicht aufhören will. Dann hat er auch nichts bei dir und den Kindern verloren.

    Meine Mutter reagiert genauso uns Kindern gegenüber. Ich nehme nicht an, dass es meine Mutter in dem Sinne ist. Also die, die sie damals mal war. Es ist leider nur ein Mensch, der sich zum Wrack gesoffen hat und deren Gedanken nur von "Ist noch genug Alk da" bis "wann trinke ich wieder?" reichen.

    Ich fürchte, wenn dein Mann nicht die Kurve bekommt, wird es genauso enden. Darauf hast du aber keinen Einfluss und du solltest ihn von euch entfernen, damit du und die Kinder das nicht mitansehen müsst.
    Also hast du alles richtig gemacht und das zeigt er euch doch auch. Deine Kinder werden es dir sicher danken.

    Viel Kraft! Ab jetzt geht's bergauf!