Beiträge von Zimttee

    Deine Krankheit ist im Grunde nur an ihn zu denken und dich zu vergessen. Nun hast du an dich gedacht und möchtest ihn vergessen- ist der richtige Weg.
    Du musst gucken, ob er zu dir passt. Wenn ein Bett noch so toll ist, aber eine Erbse drückt, kann die Nacht sehr unangenehm werden. Ebenso ists mit dem Partner. Er kann toll sein, aber seine Alkoholsucht verdirbt dir die Beziehung. Dann solltest du dich trennen. Und ich denke, die Panikattacken sind ein guter Hinweis, dass er dir nicht gut tut.
    Das ist dein Körper, der dich auffordert, dich mehr um dich selbst zu kümmern.

    Es gibt einen Test auf der Seite ^^ Hab den witzigerweise Mal mit meinem Freund gemacht... Mir war klar, dass der negativ ausfällt und das Ergebnis war auch "nein".
    Aber ich habs auch mit dem Coach erarbeitet und wurde vorher auch schon von einer Bekannten darauf angesprochen. Und wusste auch schon immer, dass da etwas nicht stimmt bzw anders ist. Ich kann Gefühle anderer Menschen wahrnehmen, ich spüre sie sogar selbst.. Ich habe eine sehr gute Intuition, rieche sehr gut,höre vieles, was andere zu dem Zeitpunkt noch nicht hören.
    Hast du die Seite gefunden?

    Ahja, ein Arzt meiner (trinkenden) Mutter beschrieb dieses "Phänomen" auch schon bei meiner Mutter- ohne von dieser Form der Hochbegabung zu wissen. Sie ist erst seit einiger Zeit vermehrt in den Medien.

    Ich habe in diesem Zusammenhang auch schon über Alkoholmissbrauch gelesen.. Was manche dieser Menschen dann machen, um "nichts mehr fühlen zu müssen".

    Hey Miriel,

    wie fühlst du dich nun?

    In solchen Minuten merkt man doch, was er wirklich über sich denkt.. Und dass du anscheinend keine Chance hattest, da er absolut uneinsichtig ist. Und das trotz des Arzttermins Freitag ;)

    Wie ist nun die Urlaubsplanung?

    Und, was ich eben vergessen habe.. Hier haben zwei geschrieben, dass sie das Gefühl haben, mehr zu spüren als andere.. Bzw mehr wahrzunehmen.
    Es gibt da ein interessantes Forschungsprojekt aus Österreich, welches sich mit einer Hochbegabung in der Wahrnehmung befasst. Diese Hochbegabung betrifft etwa 10% der Bevölkerung, auch mich.
    Die Forschungsgruppe nennt sich "zartbesaitet". Es gibt eine Homepage, die ihr finden könntet, um euch zu informieren.

    Hallo ihr!

    Sehr gut, Miriel, dass du nicht nachgegeben hast, als dein XY versuchte, dich zu erreichen.
    Ich denke auch, dass es sich um Panikattacken handeln könnte. Mir geht es mit meiner Prüfungsangst manchmal ähnlich. Nimm die Warnzeichen deines Körpers ernst! Angststörungen sind unter Co-Abhängigen weitverbreitet.
    Mir wurde auch geraten, der Angst dann nicht nachzugeben, weil man sich dann eben konditioniert (wenn ich Angst habe, muss ich nachgeben und dann gehts mir besser) und tiefer reinrutscht. Eher sollte man lernen, mit der Situation umzugehenm, aber sich ihrer nicht zu entziehen.

    Wie lange trinkt sie denn schon bzw wie lange bekommst du das so mit?

    Das Problem ist eben, dass diese Co-Abhängigkeit so harmlos anfängt- man will dem Kranken helfen, auch aus eigenem Interesse. Wenn der Partner Krebs oder irgendwas anderes hätte, würd man das ja auch machen.
    Man gerät da immer mehr rein, je mehr der Partner abrutscht, desto mehr gibt man sich Mühe. Beginnt irgendwann zu kontrollieren. Es dreht sich dann nur noch um den Süchtigen- man will keine weiteren Anlässe geben, rennt nur noch wie auf Eierschalen durch die Gegend. Irgendwann beginnt der Partner dann auch, die Schuld abzuwälzen, wird gemein. Lügen sind sowieso an der Tagesordnung.

    Bei uns zu Hause ging es irgendwann soweit, dass sich dann niemand für uns Kinder interessierte. Wenn Vater nach Hause kam, wurden wir nicht gefragt, wie es uns geht oder wie die Schule war, sondern ob sie wieder getrunken habe. Und es hat auch bei ihm damit begonnen, dass er helfen wollte.

    Auf Trennung wird es dann wohl hinauslaufen, wenn sie weiterhin trinken möchte und nicht mitzieht. Vorher begreifen es die meisten nicht.

    Wenn du magst, lies doch mal im Bereich für trockene Alkoholiker mit? Ich fand es aufschlussreich, auch die Seite kennenzulernen.

    Hallo Gartenblume,

    dein Vater ist schwer krank und hochgradig alkoholsüchtig. Leider ist es normal, dass er solche "Realitätsverschiebungen" hat, das ist Folge seiner Krankheit. Du beurteilst ihn wie einen gesunden Menschen- das ist er aber nicht und ist für ihn der falsche Maßstab. Ich kann nur wieder sagen, dass du mit ihm nicht mehr diskutieren solltest- bei ihm wird es keine Einsicht geben! Du wirst da nicht an ihn herankommen. Leider. Und wenn er so schwierig ist und absolut kein normaler Umgang möglich ist, ist es zwecklos, dort weiter hinzufahren.
    Denk jetzt auch mal an dich! Wenn du das nicht machst, können wir hier noch so viel schreiben... Und es wird dir nicht helfen.

    Nebenbei merkst du nun, dass es die richtige Entscheidung war, seine Pflege auszuschlagen. Überleg mal, er würde es irgendwann dir in die Schuhe schieben, dass es ihm unter deiner Pflege schlechter geht?

    Zitat von Immergrün


    Sie ist nur geblieben, weil sie dachte, wir Kinder würden eine Scheidung nicht unbeschadet überstehen.

    Ja, die Kinder werden immer vorgeschoben, wenn sich der Elternteil eigentlich nicht trennen will. Ist bei uns leider genau so.

    Was ich jetzt grad erst sehe, Sandy.

    Zitat von sandyts


    Ich habe das Gefühl für Menschen, die mir nahe sind, verantwortlich zu sein. Sei es mein Ehemann, mein Kind, meine Mutter, mein Vater oder meine Schwester.

    Das meine ich damit, dass das Leben in einer gesunden Familie anders ist als in einer Familie, in der es Alkoholiker gibt.
    In einer gesunden Familie ist das Kind Kind und wird von den Erwachsenen umsorgt. In einer ungesunden Familienstruktur bekommt das Kind die Verantwortung für alle um sich herum aufgedrückt und kann dann auch als Erwachsener nicht davon ab. So wird es quasi zum Co-Abhängigen herangezogen, wie der Alkoholiker es braucht. Und das ist nicht okay. Mein Coach nannte das Kindesmissbrauch, als ich von den Erwartungen meiner Eltern, mich um sie zu kümmern, berichtete. Verrückt- schon als 4-Jährige wusste ich die Telefonnummer von der Feuerwehr, mit der ich hätte Hilfe holen können. Als es damals, als ich 4 war, dann notwendig wurde, hat es meine Mutter mir mit letzter Kraft (sie hatte eine Alkoholvergiftung), dann auch noch verboten.

    Deine Schwester ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Ebenso dein Mann, deine Mutter und dein Vater auch. Einzig für dein Kind hast du die Verantwortung- und für dich selbst. Dein Kind braucht eine glückliche zufriedene Mutter, um zu dir eine gesunde Beziehung aufzubauen- nicht dass es auch irgendwann denkt, für Mama zuständig zu sein, Mama trösten zu müssen und so einen Kram.

    Du könntest ein Zeichen mit deiner Schwester vereinbaren:
    Dass sie ihren Anruf mit Uhrzeit per SMS ankündigt oder vorher einmal kurz anschellen lässt und 1 Minute später erneut oder so. Dann weißt du, dass du rangehen kannst.

    Dass sie selbst in Erziehungsdingen bei dir angerufen hat, ist heftig. Scheint, als wäre es ihre Art, Probleme nicht selbst zu lösen.

    Ich habe bei AlAnon gelernt, dass die Familienstruktur in Familien mit Alkoholiker/n nicht ok ist. Dass sich alles um den Alkoholiker dreht und der Familienzusammenhalt drauf geht, die einzelnen Menschen sich zurückziehen. In meiner Familie ist es krass ausgeprägt, da sich diese Krankheit durch die Generationen zieht. Das meinte ich mit solchen. Es sollte nicht abwertend klingen, aber das Familienleben in einer von Alkoholsucht betroffenen Familie ist anders als das in Gesunden.

    Die Familie meines Partners ist anders. Dort werde ich nach meiner Meinung, meinen Interessen und Erlebnissen gefragt und bin jedesmal nach 2 Stunden schon total platt, dass ich am liebsten nicht mehr reden mag. Es ist soo anstrengend, das bin ich gar nicht gewöhnt.. Immer auf Leute reagieren zu müssen und eine Frage nach der anderen zu bekommen. Ich merke auch, dass mein Freund manchmal mit meiner Art nicht klar kommt- dass ich manchmal Abstand brauche, abends mal 2 Stunden nicht reden mag und alleine bin. Sonst wird mir das miteinander zu viel. Früher lebte jeder bei uns zu Hause alleine. Die Kinder in ihrem Zimmer, Eltern im Wohnzimmer. Es wurde nicht unbedingt zusammen gegessen. Abendbrot hab ich sogar nie gegessen, weil ich meiner betrunkenen Mutter nicht gegenübersitzen wollte- das ist nun ein Kulturschock für mich ^^ Irgendwie muss ich meinem Freund noch verklickern, dass es nicht von Desinteresse zeugt, wenn ich ihn nicht frage, wie sein Tag oder sonstwas war. Ich denke zwar darüber nach- aber ich frage ihn dann nicht. Aber es ist keine Absicht. Ich muss es echt lernen.

    Ich denke, dieses sich verantwortlich fühlen und helfen wollen ist charakteristisch für Co-Abhängige. Auch wenn es total irrational ist, helfen zu können, setzen sich Co-Abhängige weiter dem aus, wollen helfen, wo ihre Hilfe nicht helfen kann und ziehen keine Grenze, sagen nicht nein und denken nicht ans eigene Wohl.. Denken nicht an sich, sondern lassen die Gedanken um das Wohl des Süchtigen kreisen- obwohl dieser selbst dafür verantwortlich ist und sich eben frei dazu entscheidet, sein Wohl zu gefährden. Das sieht man schon bei dir, finde ich. So richtig von dir hast du nicht geschrieben. Außer, dass du wütend bist.

    Ein Problem ist auch, dass man so nicht lernt, was normal ist. Du lernst nur die Wahrheit, die deine Eltern meinen zu kennen. Kinder helfen Erwachsenen, wenn Eltern die Kinder anschreien oder aggressiv ihnen gegenüber werden, ist es normal, nicht nein zu sagen.. Sondern dann wird das schon so stimmen.. etc. Da sind der Phantasie leider keine Grenzen gesetzt. Die Wahrheit eines Alkoholikers ist manchmal total verquer- und wenn du das nicht hinterfragst, kann dein Partner auch sturzbetrunken vor dir stehen, und du glaubst nach 20 Jahren immer noch nicht zu wissen, ob er wirklich süchtig ist.. Weil er es ja immer unter Kontrolle hat und abstreitet. Mutter verkauft Papa echt ein X für ein U- und Papa glaubt es gern.

    Ich fürchte, dass die Distanz keine große Rolle spielt. Die habe ich bei meiner Mutter auch. Wenn sie anruft, gehe ich nicht ans Tele. Wenn, rufe ich an- zu Zeiten, von denen ich weiß, dass sie wohl nüchtern ist. Aber das auch nur 1 Mal pro Woche. Ich besuche sie max. alle 2 Wochen, manchmal auch alle 3 oder 4. So kann ich emotionale Distanz halten und merke auch, dass es mich wieder runter zieht, wenn ich doch dort war.
    Ich habe sogar neulich gemerkt, dass ich dabei war, bei einer dauer-depressiven Freundin, die sich seit 3 Jahren gegen eine Therapie wehrt, in die Co-Abhängigkeit zu rutschen. Auf der einen Seite rennt sie hinter mir her, will sich ausheulen, schmiert Honig ums Maul- auf der anderen Seite ist sie gemein, aggressiv, lästert und sobald man nicht springt, wie man will oder mal nein sagen muss, da es zeitlich nicht geht, ist man die böse und wird angeschrien. Auch dass habe ich mir bieten lassen, bin wie auf Eierschalen umhergelaufen, um bloß keinen Fehler zu machen und immer die beste Freundin zu sein. Bis mir auch da die Augen aufgingen- man gelangt in die Co-Abhängigkeit, trotz großer Distanz, geringem Kontakt.

    Leider wird dein Sohn keine gesunde Oma mütterlicherseits haben.
    Es ist schade, aber so ist es nunmal. Mein Opa war auch Alkoholiker. Aus der Erfahrung kann ich sagen, dass man als Kind merkt, dass da was nicht stimmt und dass es gut wäre, wenn du ihm dann kindgerecht die Wahrheit sagst, sodass er keine falschen Schlüsse zieht. Mein Opa war mir immer unangenehm, ich habe ihn gemieden, konnte ihn nicht einschätzen. Ich hätte nicht gefragt, ob ich alleine bei ihm bleiben könnte ^^ Ich war froh, es nicht zu müssen.
    Für den Anfang kannst du ihm sagen, dass Oma krank ist.. Oder vielleicht, dass sie sich deswegen nicht so wie andere verhalten kann und du dann gerne dabei bist, um auf ihn aufzupassen. Für Kinder ist das okay, sie fragen so weit, wie sie es verkraften können. Wir Kinder wussten recht früh aus Papas Kommentaren, dass Opa Alkoholiker ist und zu viel Bier trinkt. Und es war okay. Vielleicht sogar ganz gut, dass wir keine Schuld bei uns suchten.

    Hm, meine Mutter wusste, dass ich studiere.. Welche Fächer, konnte sie sich nie merken. Eigentlich ganz simpel, als wenn ich sagen würde Mathe, Englisch und Politik. Wenn andere sie danach fragten, hat sie einfach x-beliebige Fächer aufgezählt und jeder wusste, dass sie keine Ahnung hat, weil die Kombination so nicht möglich war. Und auch nicht in der Anzahl.
    Ich finde es toll, dass du dein Abi nachmachst. Was möchtest du denn studieren? Etwas soziales?

    Hey Sandy!
    Meine Mutter trinkt auch.

    Zitat von sandyts


    Gerade hat mich meine Mutter angerufen. An ihrer Stimme hab ich hören können, dass sie wieder betrunken war (wie jeden Abend). Sie hat wieder geweint, wegen ihrer Beziehung. Es ist da einfach dauernd ein Hin und Her. Sie sind dann wieder auseinander und am nächsten Tag wieder zusammen. Ich kenn das ganze schon. Sie hatte das auch schon mit ihrem Ex. Ich sage ihr dauernd, dass sie einen Schlussstrich ziehen soll. Ich kann genauso gut mit einer Wand reden. Warum tue ich mir das an? Warum versuche ich ihr Ratschläge zu erteilen, die sie eh nicht annimmt? Und warum rege ich mich noch darüber auf?

    Deine Mutter ist sowohl für den Alkoholkonsum als auch für ihre miserablen Beziehungen selbst verantwortlich. Du erkennst schon, dass es zwecklos ist, ihr diese Ratschläge zu geben. Es geht ihr wohl nur um's Ausheulen, als um einen konstruktiven Rat zu bekommen.
    Du bist die Tochter, sie die Mutter. Es klingt ein wenig so, als wären die Rollen bei euch vertauscht?
    Warum du dir das antust, musst du selbst überlegen. Aber vielleicht willst du deiner Mutter helfen (das wird einem ja schon als Kleinkind eingetrichtert in solchen Familien), hast diese Beschützerrolle übernommen oder willst wiedergutmachen, dass du weggezogen bist? Und meinst, ihr dann telefonisch beiseitestehen zu müssen?

    Zitat von sandyts


    Mein Mann sagt ich solle ihr das sagen, dass ich da keine Lust mehr drauf habe, dass sie ständig mir die Ohren vollheult. Das klingt iwie krass. Ich solle einfach auflegen und sagen, sie solle anrufen, wenn sie nüchtern ist. Aber das kann ich nicht. Ich kann noch nicht mal einfach auflegen. Noch nicht mal gar nichts sagen kann ich.


    Damit hat er wohl recht. Wenn du etwas nicht willst, musst du das kommunizieren. Ansonsten wird sie weiter so anrufen. Problem ist in der Tat, dass man in solchen Familien dazu erzogen wird, sich aufzuopfern, Mama zu helfen und bloß nicht traurig zu machen. Dabei wird vergessen, dass Mama das Kind auch nicht traurig machen darf. Kindern wird von Anfang an ein schlechtes Gewissen eingetrichtert. Warum fühlst du dich so schlecht? Die, die ein schlechtes Gewisseä haben sollte, ist deine Mutter. Das Problem ist auch, dass einem in der Familie eingetrichtert wird, diese armen kranken als Opfer zu sehen, als vom Schiksal geprägt und selbst nichts tun können. Aber man übersieht, dass sie durchaus auch Täter sind und ihre Situation und die Gutmütigkeit der anderen ausnutzen, um sich selbst nicht kümmern zu müssen.
    Warum solltest du nicht sagen dürfen, wenn dir etwas nicht gut tut und für dich unerträglich ist? Normalerweise sollte deine Mutter auf deine Gesundheit bedacht sein. Vielleicht hilft es dir, das Gespräch vorm Spiegel oder mit deinem Mann zu üben? Sie ruft betrunken an und du sagst nein.

    Zitat von sandyts


    Meine Schwester kann das besser. Sie wohnt noch bei meiner Mutter, aber sie sagt da einfach gar nichts zu. Sie hat sich von der Kummerkastenfunktion befreit.


    Sprich doch mal mit deiner Schwester dadrüber, was sie bewogen hat und wie du es schaffen könntest?

    Zitat von sandyts


    Meine Mutter macht das auch immer so frech. Ruft hier an und tut so als wenn sie nur so anriefe. Als wenn sie nur wissen wolle, wie es mir ginge. Dann bin ich gezwungen zu fragen, wie es ihr ginge und dann gehts los mit dem Geweine.


    Deine Mutter erwartet es wohl, aber du bist nicht gezwungen, dich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Lass es doch einfach und guck, wie sie reagiert.

    Zitat von sandyts


    Was kann ich denn tun? Kann ich meiner Mutter denn nicht helfen, dass sie den Alkohol mal weglässt?


    Nein, das kann nur deine Mutter selbst. Sie muss was ändern wollen. Bisher scheint sie sich aber so ganz wohlzufühlen. Helfen würdest du ihr eher durch Nichthilfe. Denn sie weiß bisher, dass sie nichts ändern braucht, alle Aufmerksamkeit bekommt und immer einen Ansprechpartner hat. Also gibt sie, wenn es ihr schlecht geht, die Verantwortung an dich weiter.

    Zitat von sandyts


    Ich habe ihr schon geraten mal zu ner Psychologin zu gehen. Die könne ihr helfen. Da könne sie einfach mal reden und alles loswerden. Da wurde sie gleich aggressiv.


    Du hast Recht, ja. Aber für sie ist es bequemer, wenn sie bei der bekannten Tochter anruft, die den Mund nicht aufmacht und sie sich nicht mit der Sucht nicht auseinander setzen muss. Bei einer Therapeutin würde über die Probleme gesprochen, sie muss sich mit Dingen auseinander setzen, die sie von dir wahrscheinlich nicht hören würde. Bei dir weiß sie, wie du reagierst.. Eine Therapeutin hätte mehr Distanz- da kann sie die Spielchen nicht abziehen.


    Zitat von sandyts


    Ich weiß einfach nicht mehr weiter :(

    Ja, ich weiß was du meinst. Ich hätte auch gerne mal eine Mutter, wie andere auch. Jemand, der sich wirklich für mich freut, sich für mich interessiert, der mein Leben kennt und mit dem man reden kann. Der an meinem Leben teilnimmt und nicht in seiner eigenen Welt lebt.
    Aber so ist es leider nicht.

    Es ist schön, dass du einen Ehemann hast, der dir zur Seite steht.
    Es klingt für mich, als würdest du ziemlich in der Co-Abhängigkeit stecken? Nun.. Kommt vielleicht eine Therapie oder ein Termin bei einer Suchtberatungsstelle für dich in betracht? Ich fand es immer gut, von anderen, unabhängigen Menschen zu hören, was ich erwarten kann und was nicht, dass sie mir sagten, dass ich zu Recht sauer auf sie bin und dass meine Wahrnehmung okay ist. Denn das ist mir durch meine Mutter immer ausgeredet worden. Bei ihr war ich immer die schlechte.

    Vielleicht reicht es auch erstmal, dass du nicht ans Telefon gehst, wenn du siehst, dass sie anruft?

    Ich nehme das mal auseinander!

    Zitat von 3b

    bis heute hat sie noch nicht die notwendigkeit all die alkvorräte aus dem haus zu verbannen.

    Sie plant nicht aufzuhören und braucht die Vorräte demnach noch. Es wäre einfach zu teuer, alles neuzukaufen.

    Zitat von 3b

    ich will jetzt nichts schön reden, aber ihre sucht ist jetzt nicht sehr dramatisch, soll heißen, sie trinkt wirklich nicht viel, aber wenn sie mal trinkt ist keine ende in sicht und tags danach gehts ihr richtig dreckig. ein ständiges auf und ab.


    Das klingt aber schon dramatisch? Es gibt keine Sucht, die ich harmlos darstellen würde. Ich fürchte, du redest es dir dennoch schön. Bedenke auch, dass hier jede der Horrorgeschichten mal so "ist ja nicht sooo schlimm" angefangen hat. Endstation ist der Tod. Ein Suchtberater war mal, als ich in der 9. Klasse war, bei uns und sagte: Jede Sucht endet im Tod, wenn der Süchtige nicht aufhört." Deine Freundin will bisher nicht aufhören. Als ich das damals, vor 10 Jahren, hörte, dachte ich: naja, soweit wirds nicht kommen.. Nun, 10 Jahre später, sind wir bei einer Leberzirrhose und Wasserbauch und beginnendem Korsakow. Der Typ hatte Recht.
    Naja, du kannst ja selbst nachlesen, wie sich eure Beziehung entwickeln wird. Das haben hier alle gemeinsam. Das brauche ich hier nicht auszumalen- jede Sucht beginnt "harmlos", aber entwickelt sich im Laufe der Jahre zu unvorstellbarem Psychoterror für alle. Dies ist grad der Anfang vom Ende. Auch wenns harmlos aussieht- irgendwann wirds schlimmer. Die Abwärtsspirale wird eigentlich nur durch den Tod beendet..

    Zitat von 3b

    sie war schon bei den aa, ist da aber nicht mehr hin, sie sieht sich noch nicht so weit. bislang meinte sie, sie könne auch kontrolliert trinken was bisher leider immer wieder widerlegt wurde, bis uns beider bewusst wurde: sie hat ein ernstes alk problem.


    Weil sie nicht wirklich will. Sie will weitertrinken. Kontrolliertes trinken gibt es nicht.

    Zitat von 3b


    sie nimmt regelmäßig professionelle hilfe in anspruch aber ohne sich festzulegen, wie sie konkret zum ziel kommt. sie will es alleine schaffen sagt sie.

    Weil sie nicht will. So guckt ihr "niemand auf die Finger", sie muss sich damit nicht auseinander setzen und kann alleine ruhig weitertrinken. Wenn sie den Weg nicht plant, will sie sich nicht auf den Weg begeben. Ansonsten ist die professionelle Hilfe wohl nur ein Alibi für dich und zum Gewissen beruhigen für sie.

    Zitat von 3b


    ihrem engsten umfeld hat sie das schon gesagt mit dem alk problem. aber eben schon 2-3 mal und es hat nicht geklappt.

    Klingt recht halbherzig? Da scheint kein Wille hinterzustecken.

    Zitat von 3b


    wenn sie nicht trinkt ist unsere beziehung richtig gut, aber wenn sie trinkt und ihre aufs und abs hat, ist die partnerschaft schwierig. und insgeheim weiß ich, dass letztendlich, wenn sie es nicht schafft unsere partnerschaft auf dem spiel steht.


    Erinnert mich etwas an die Aussage einer Mitschreiberin hier.. „Er ist eigentlich Alkoholiker, aber wir haben eine tolle Beziehung“ vs. „Wir haben eigentlich eine tolle Beziehung, aber er ist Alkoholiker“.
    Ich glaube nicht, dass man mit einem Alkoholiker eine tolle Beziehung führen kann, da die heimliche Geliebte, der Alk, immer dazwischen steht, sich in die Beziehung drängt und dann irgendwann zur Hauptsache des Süchtigen wird, der dafür den Partner stehen lässt. So lange, wie sie sagt, sie würde aufhören und habe alles unter Kontrolle, so lange hält sie dich hin und will den Geliebten, den Alk, nicht aufgeben.

    Zitat von 3b


    also ich werde nun keinen alk mehr (in ihrer anwesenheit) trinken um meinen teil dazu beizutragen. den bölkstoff im hause, denke ich, muss sie selber entfernen. solange sie das nicht tut, und da gebe ich dir recht, ist sie noch nicht so weit. und will sich nur ein hintertürchen aufhalten.


    Es bringt nichts, wenn du keinen Alk in ihrer Anwesenheit trinkst, und sie dabei nicht ernsthaft an Entzug denkt. Das hilft ihr erst, wenn sie wirklich abstinent lebt. So lange beruhigst du selbst nur dein Gewissen, erzeugst Hoffnung, dass dein Tun zum gewünschten Erfolg hilft und glaubst, mit etwas sie zum Entzug zu bringen, was gar nicht zielführend ist. Du kannst ihr auf dem Weg zur Entscheidung nicht helfen und nichts dazu beitragen. Durch dein Handeln macht es bei ihr nicht klick. Das muss sie selbst vollziehen. Und das will sie anscheinend momentan nichts- also kannst du Purzelbäume schlagen, Handstand machen, wie du lustig bist.. Aber du wirst sie nicht zur Überzeugung bringen, dass ein Entzug und die endgültige Abstinenz notwendig ist. Und der Gedanke „Wenn ich nix in ihrer Anwesenheit trinke, trage ich einen Teil dazu bei, dass sie aufhört“ ist in meinen Augen schon ein Gedanke eines Co-Abhängigen bzw ein Schritt in die Richtung.

    Zitat von 3b


    ist eigentlich mein erster kontakt zu einem alkoholiker und bin mir deshalb, was mein verhalten betrifft, auch sehr unsicher. Sie trinkt z.b seit ca. 4 wochen nichts mehr, bis letzten freitag, als wir zusammen bei freunden waren. sie hat 3 bier getrunken bis ich dann sagte, dass wir gehen. sie wäre bestimmt gerne noch geblieben und hätte weitere 5 bier getrunken. am liebsten würde ich mich sofort aus dem staub machen sobald sie wieder anfängt zu trinken.


    Deswegen sollten willige Abstinentler auch den Kontakt zu Bier und biertrinkenden Freunden meiden, nix im Haus haben.. Und diese Leute eben einweihen, wenn man wirklich nicht trinken will. Sonst nutzt man in solchen Situationen nur das Hintertürchen, denkt an „alles unter Kontrolle haben“ und säuft munter weiter. Diese 4 Wochen waren nur die berühmte Trinkpause, um sich selbst zu beweisen, dass alles unter Kontrolle ist und dir etwas vorzumachen, dass du Ruhe gibst.

    Zitat von 3b


    wenn ich aber mittrinke verharmlose ich doch nur alles. müßte ich da zeichen setzen und ihrem trinken den kampf ansagen?

    Du kannst den Kampf nicht ansagen, dass muss sie. Klingt sehr nach Co-Abhängigkeit, wenn ich ehrlich bin. Du kannst für dich nur überlegen, ob du mit einer Partnerin, die trinkt, glücklich wirst. Ob du es riskieren kannst, mit ihr eine Familie zu gründen? Ich meine, wenn sie schwanger wird, muss sie 40 Wochen abstinent leben, um das Ungeborene nicht zu schädigen. Sie hält keine 5 Wochen durch. Was sonst droht, kannst du unter FAS oder FAE nachlesen. Willst du mit einer Person Kinder bekommen, die diese, deine Kinder schon im Mutterleib schädigt? Was dann außerhalb des Mutterleibes weitergeht, wenn sie ihren Auf und Abs ausgeliefert sind. Ist im EKA-Forum nachzulesen.

    Zitat von 3b


    soll ich beim rückfall mich aus dem staub machen und ihr klipp und klar (auch vor freunden) sagen, dass ich das nicht unterstütze?


    Das wäre für alle Beteiligten das beste. Hilfe durch Nichthilfe ist hier die Devise. Oder „In Liebe fallen lassen.“ Solange du da bist, unterstützt du passiv ihren Alkoholkonsum, da du einen Zweck erfüllst. So erkennst du, ob sie sich für dich oder den Geliebten entschieden hat. Du schreibst hier wieder nur von ihr und was du für sie tun kannst. Was tust du denn für dich in der Situation? Ich würde dir raten, zu einer kostenlosen Beratung zu gehen. Da kannst du mehr Details preisgeben und erhälst von einer Fachfrau/einem Fachmann Rat.
    Ich kann dir nur sagen, dass ich aus der Beziehung meiner Eltern gelernt habe, dass ich die Flucht ergreife, sobald ich einen süchtigen Partner habe und der sich als entzugsresistent entpuppt.

    Vielleicht hilft es dir, wirklich mal mit einem Facharzt darüber zu sprechen? Dann hast du für dich Gewissheit.
    Ich weiß zB nicht, ob Mutter in der Schwangerschaft getrunken hat. Aber ich weiß, dass sie als Jugendliche keine Grenzen kannte, wenn sie mal getrunken hat.

    Ich würde mich nicht als naiv beschreiben, spontan bin ich ganz und gar nicht.. Und vor Konsequenzen habe ich solchen Respekt, dass ich versuche, alles zu vermeiden.
    Und es ist wirklich gesichert, dass deine Mutter in der Schwangerschaft getrunken hat?

    Ich hab grad nochmal in einer freien Enzyklopädie gelesen: Kinder, die das weniger auffällige Syndrom mit normalem IQ haben, brauchen meist bis ins Erwachsenenalter Beaufsichtigung und dann auch Hilfe bei den alltäglichen Dingen des Lebens. Das kann ich ausschließen. Ich denke, bei mir liegt es wirklich am Stress und daran, dass meine Eltern früher auf mir rumhackten und mein Selbstwertgefühl ständig unteegruben. Durch das Coaching ist es auch besser geworden und mein Examen verläuft jetzt auch problemfrei.

    Hey,

    mir geht es auch so!
    Meine Mutter konnte wohl schon vor der Schwangerschaft nicht mit Alkohol umgehen und ich habe auch lange überlegt, ob ich ihr da irgendwas zu verdanken habe. Mein Arzt sagt eindeutig nein, da ich eben "nicht so aussehe", intelligent sei etc. Er wäre sich da sehr sicher und hätte schon was gesagt, wenn er der Meinung sei, dass es mich betreffe.

    Ich habe Konzentraetionsprobleme, ab und an Probs mit dem Gedächtnis, bin schlecht organisiert, Small Talk kann ich nicht leiden, soziale Kontakt ist auch so ein Thema.. Hab mich sehr zurückgezogen. Und ich habe auch alles wiederholt- Abitur, Fürerschein.. Brauche für vieles länger.. Mein Studium nicht in Regelstudienzeit, weil, ich viel mehr Zeit brauche, um an meine Fähigkeiten zu glauben und vor allen Dingen brauche ich Beständigkeit.. Ich bin dauernervös. Durch mein Studium habe ich gelernt, dass dies eben "antrainierte" Dinge sind, durch den Stress ausgelöst. Gerade, was meine Prüfungsprobleme oder die Nervosität betreffen. Ich merke auch, dass es schlimmer wird, wenn ich mehr zu tun habe. Gerade diese soziale Komponente, (Ur-)Vertrauen, Konzentrationsprobleme, Angst, für vieles länger brauchen gehören zu den klassischen Charakterbildern eines EKAs. Ich glaube bei mir daran, dass es einfach durch die Erziehung und das Erlebte kommt. Wenn ich mir das angucke, was ich erlebt habe, ist es nicht verwunderlich.Ich akzeptiere es als einen Teil von mir, setze mich nicht unter Druck, nehme mir die Zeit, die ich brauche- und es klappt dann auch.

    Ich frage mich, ob es nur die eine Möglichkeit für erhöhte Leberwerte gibt. Oder obs nicht schon ausreicht, am Abend vor der Abnahme getrunken zu haben.

    Wenn sie ihn als Alkoholiker erkannt hat, hat sie wohl richtig gehandelt. Er streitet ab- sie kann nichts machen. Ich meine, sie ist vom Fach und er wird nicht der der erste Abhängige gewesen sein, der seine Sucht leugnet.
    (Im übrigen hatte mein Freund mal einen Virus, nachdem seine Leberwerte hochgingen. Oder ich hatte mal wg meiner Medis einen Ausreißer.) Aber sie wird sich ihren Teil gedacht haben, wenn sie nichts weiter dazu sagt. Es hat dann ja auch keinen Zweck- das ist ja gerade das, was wir lernen sollten. Ihre EInstellung ist die gesunde. Den XY darauf aufmerksam machen, und, wenn er nicht einlenkt, eben sein lassen. Alles andere geht an die Nerven und ist zwecklos, weil er nicht mitziehen will.

    Gerade solche Feste sind doch immer unangenehm, wenn du mit einem Alkoholiker hingehst.. Du weißt nie, wie es ausgeht. Es gab bei uns Feste, da hat Mutter mit glasigen Augen teilnahmslos dabei gesessen, einmal hat sie eindeutig getrunken und fast über den Tisch geko**t. Im Grunde freue auch ich mich nicht mehr auf Weihnachten. Das soll die schönste Zeit des Jahres sein. Aber bei uns ist es immer beklemmend und bedrückend. Nur mein Vater versucht, irgendwie die Stimmung zu halten, weil er meint, dass wir uns an Weihnachten freuen sollten.
    Ich hab echt Tränen in den Augen, wenn ich daran denke, dass er an Weihnachten mal wieder glücklich sein könnte. Das muss für deinen Vater das unbeschwerteste Weihnachten seit langem sein. Und darauf freut er sich einfach.

    Kann es vielleicht sein, dass es dir schwer fällt, die neue Frau zu akzeptieren, weil du den Tod deiner Mutter noch nicht richtig verarbeitet hast?

    Hallo 3b,

    was genau will deine Partnerin denn verändern, um trocken zu werden? Will sie zum Entzug und im Anschluss zur Therapie? Also macht sie schon richtig Nägel mit Köpfen, oder redet sie nur davon, was sie machen könnte?

    Also, ich finde es gut, dass du dich hier angemeldet hast. Wenn du dich hier umschaust, kannst du in jedem Thread lesen, wie eine Beziehung mit einem Alkoholiker wahrscheinlich enden wird. Von daher ist es gut, dass du hier bist und etwas Stärkung bekommst.

    Zur Co-Abhängigkeit: Es ist ein wirklich schleichender Prozess, in den so mancher unbemerkt reinschlittert, wie der Alkoholiker in seine Abhängigkeit. Co-Abhängigkeit hat viele Facetten, von der eine eben die Vertuschung der Sucht des Partners ist, um ihm zu helfen. So hilft man Alkoholikern nicht, sondern lässt sie unterm Deckmäntelchen weitertrinken.

    Zitat von 3b

    meine partnerin will nicht, dass ich das ganz aufgebe, da sie meint damit würde sie sich outen, was wiederum druck auf sie ausübt. ihrer meinung nach sollte ich wie bisher meine 1-2 bierchen trinken, damit das mit ihrem problem nicht auffällt.

    Es ist ein wichtiger Schritt, dass sie sich die Sucht eingesteht. Aber leider bedeutet das nicht gleich, dass jemand bereit zum Entzug ist. Der klappt nur, wenn man es wirklich aus sich heraus will und nicht, weil der Partner es wünscht oder die Gesellschaft. Für mich klingt es etwas so, als ob sie sich noch ein Hintertürchen offen halten will, für den Fall, dass sie das doch nicht durchzieht. So bleibts für sie bequem.

    Wenn ich an meine Ernährungsumstellung denke, hab ich davon bewusst dem engsten Kreis erzählt- damit sie mich unterstützen, mir keine Schokolade mehr andrehen oder mich zum Essen animieren. Und dass ich auch vor ihnen in der Spur bleibe. Das war zwar etwas Druck, aber der war positiv und tat mir gut. Und wenn man es auch wirklich will, dann hat man ein Ziel vor Augen, von dem man nicht abweichen will.
    Wenn sie wirklich den Absprung geschafft hat, braucht sie ein alkfreies Umfeld, um nicht beim ersten dummen Gedanken einzuknicken. Oder ihre Freunde sollten das wissen, um sie nicht zu verführen.
    Achte da auf dein Gefühl!

    Ich würde reinen Tisch machen. Ich weiß nicht, welche Ausmaße ihre Alkoholabhängigkeit annimmt- aber kannst du ausschließen, dass es nicht eh schon jeder weiß? Dieses "nicht erkannt werden als Alkoholiker" scheint da echt weit verbreitet zu sein. Wobei die meisten davon ausgehen können, dass es die Leute eh wissen- die Nachbarn bekommen einen Streit mit, das Umfeld bemerkt, dass sie häufig angetrunken ist, die Kontrolle nicht hält.. Meine Oma hat damals Mutter einmal beim Grillen betrunken erlebt- und wusste sofort, was Sache ist. Das reicht.
    Oder man sieht es ihr auf Dauer eh an. Also ist es ein Trugschluss, zu denken, dass es eh niemand weiß.. Aber dieser Gedanke hindert die Menschen daran, Klarschiff zu machen.. Weil sie wie deine Freundin davor Angst haben, Farbe zu bekennen. Und so saufen sie sich dann lieber zu Tode und denken bis zuletzt, dass es niemand weiß.

    Also, als soliden Beginn würde ich ansehen, dass ihr zur Suchtberatung geht, oder deine Freundin zum Arzt. Professionelle Hilfe kann nicht schaden. Und zwar sowohl für deine Partnerin als auch für dich.

    Wie geht es dir eigentlich damit? Wie fühlst du dich? Du hast soviel über sie geschrieben, aber nichts über dich.
    Hast du dir schon ein Limit gesetzt?

    Entschuldige, das war nun ein langer Beitrag.. Aber ich hab Prüfungszeit ^^

    Viele Grüße!

    Hey Klarheit,

    ich schließe mich da Laura so ziemlich an!
    Es ist seine Sache, wie er nun sein Leben nach ihrem Tod gestaltet. Die Idee mit dem Trauerjahr kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Wenn ein Partner aus einer gesunden Beziehung verstirbt, ist das noch was anderes, als wenn es sich um jemanden handelt, der vorher mit einem Alkoholiker verheiratet war. Vielleicht war er in den letzten Jahren auch deshalb so stark, weil er auf das Ende vorbereitet war und wusste, was kommt? Und daher eben gefasster und gelöster. Weißt du, wie er deine Mutter angesehen hat?
    Er hat ja anscheinend seit Jahrzehnten kein eigenes Leben mehr gehabt, sondern sich für die Mutter aufgeopfert und alle Höhen und Tiefen miterlebt.
    Die Gefühlslage ist auch eine andere. Von daher kann ich nun nachvollziehen, dass er nun, nach 40 Jahren in einer Suchtbeziehung, den Lebensabend in einer "normalen" Beziehung verbringen möchte- die beste Zeit ist ja nunmal vorbei.

    Wenn du mehr Zeit brauchst oder deine Kinder.. Dann solltet ihr euch die Zeit nehmen und erstmal etwas Abstand wahren. Auf der anderen Seite kann ich nachvollziehen, dass er nun das erste Mal seit Jahrzehnten wieder unbeschwert glücklich ist und euch daran teilhaben lassen will.
    Ich würde mich echt freuen, wenn mein Vater nach Mutters Tod sein Leben so gut hinbekommt.

    Viele Grüße und Kopf hoch!
    Natalie

    Miriel, ich fürchte, dass sich seine Aussagen da auch etwas widersprechen.
    Warum muss sich noch rausstellen, dass er Alkoholiker ist, wenn er es doch schon weiß und zugibt? Wie soll sich das rausstellen?
    Wenn er dir das wirklich nicht zumuten möchte und es ihm so ernst, wie er vorgibt, und auch der Rest der Aussage stimmt, dann würde er nun alles daran setzen, dass "herauszufinden", dir zuliebe. Und nicht bloß davon reden. Da passt etwas nicht :(
    Er ist Alkoholiker, er hat andere Intentionen als du. Du willst, dass er vom Alk loskommt. Seine Aussagen klingen nicht so, als ob er es wirklich ernst meint. Also will er weitertrinken. Die Diskussionen sind zwecklos, so lange ihr nicht die selbe Intention habt.
    Jeden moment, den du über ihn grübelst, machst du ihn wieder zum Mittelpunkt und weichst von dir ab.