Beiträge von Zimttee

    Ich finde das auch keine gute Idee.
    Für mich klingt das eher danach, dass sich dein Vater in dem Zustand nicht mehr selbst versorgen kann/möchte und dann eben in dein Nest hüpft, um dort weitertrinken zu können.
    Ein ernstgemeinter Entzug beginnt irgendwie anders :(
    So rutscht du grad nur tiefer in die Co-Abhängigkeit.. Weil du dich wieder für ihn verantwortlich machst.

    Ich würde mich schnellstmöglich informieren, was du nun tun musst. Überleg mal, ihm passiert was- und dann? Ich kann von hier schlecht abschätzen, in welchem Zustand sich dein Vater befindet.
    Aber ich habe vor ein paar Wochen einen Zeitungsartikel gelesen, da ging es um einen Alkoholiker, der bei der Tochter eingezogen ist, weil er alleine nicht mehr so gut klar kam. So, er wollte keinen Entzug, sondern nur schön weitertrinken und nebenbei ein gemachtes Nest. Die Tochter hat ihm zunächst keinen Alk mitgebracht, weil sie nicht wollte, dass er vor den Kindern trinkt. Er hat daraufhin Terror geschoben, randaliert- und sie ist eingeknickt und hat ihn "mitversorgt". So, dann ist er gestorben- dann sind sie die Tochter angegangen- unterlassene Hilfeleistung und Körperverletzung. Den genauen Betrag kenne ich nicht mehr, aber sie bekam eine Geldstrafe zwischen 2000 und 3000 Euro.
    Vielleicht solltest du dich erkundigen, inwiefern sowas auch dich treffen kann.
    Lass es nicht mit dir machen, sondern setz ihn vor die Tür, wenn er seine Versprechen nicht endgültig wahrmacht. Und Entzug bei dir- die Verantwortung würde ich mir nicht aufbürden.

    Hallo Mamahase!

    Was ändert denn die abgeschlossene Ausbildung bei ihm? Er wird doch jetzt nicht klarkommen und auch danach nicht.
    Solange du zu ihm hälst, unterstützt du seine Sucht indirekt. Informiere dich mal über Co-Abhängigkeit.

    Du schreibst: "Ich habe einfach wahnsinnige Angst das er wieder dem Alkohol verfällt und seine Chance mit der Lehre verspielt."

    Wenn er vorher eine Entgiftung gemacht hat und nun wieder trinkt, fürchte ich, ist es schon wieder zu spät.
    Wenn man als Angehöriger eines Alkoholikers auf seinen Alkkonsum achtet, sieht man oft nur die Spitze des Eisberges- wieviele Schlücke und Schnäpse bemerkt man gar nicht.

    Wenn du nun keine Kraft mehr hast, das ist verständlich. Ich weiß, wie kräftezehrend es ist, den Untergang über Jahre mitzubekommen- es ist so unnütz.. Kümmer dich um dich selbst, dass du bei Kraft bleibst.
    Warst du schonmal bei einer Beratungsstelle, bei der Caritas bspw.?
    Ich werde in den kommenden Wochen dort auch einen Termin machen und bin gespannt. Hier im Forum liest man viel Gutes.

    Vergiss dich selbst nicht!

    Ich denke, es ist das, was du daraus machst.
    Wenn du dich nun vergräbst, dir Vorwürfe machst, weich wirst und wieder auf ihn hereinfällst, ist es ein Rückschritt.

    Wenn du nun erkennst, dass er dich versucht wieder einzulullen, ihn nicht wieder an dich ran lässt und stark bleibst, hast du daraus gelernt und kommst dadurch weiter.

    Es ist eben nur die Frage, was du daraus mitnimmst.

    Hey Faithfully,

    nunja, das ist jetzt nun passiert und du kannst es nicht mehr rückgängig machen. Ich freue mich jedenfalls, dass es nur ein kurzer "Realitätsverlust" war und du fix wieder vom "Co-Zug" abgesprungen bist und jetzt nicht mit rosaroter Brille "Alles wird wieder gut"-rufend durch die Straße läufst.

    Im Prinzip weißt du ja- wenn er es ernst meinen würde, hätte er die Katze schon längst abgegeben und würde nicht nur davon reden. Er weiß doch, wie du dazu stehst.

    Ich denke, jeder Ausrutscher eignet sich wunderbar, um seine Lehre daraus zu ziehen- du machst ihm schon seit Wochen die Hölle heiß, er redet von Besserung und verspricht dir das Blaue vom Himmel. Jetzt hast du erfahren, dass es alles nur Geschwätz ist- und das ist alle Mal besser, als es nur zu vermuten. Sonst überlegt man sich ja doch in ein paar Jahren, ob er sich nicht doch geändert hätte, wenn du ihm die Chance gegeben hättest. Jetzt hatte er sie- und nichts.

    Ich denke, dass du gestärkt daraus hervorgehen kannst und es dich auf deinem Weg nicht zurückgeworfen hast, sondern du eben eine weitere Station des Weges hattest.

    Dann weißt du ja im Prinzip, wie es geht, sich von einem Alkoholiker zu trennen- aber du brauchst noch Zeit?

    Das mit deiner Tochter ist bitter- aber leider trifft wohl auch dort der Satz zu, dass du ihr nicht helfen kannst, wenn sie bei ihm bleiben möchte und es indiskutabel ist, dass du bei deinem Ex hättest bleiben sollen.

    Ich habe auch jahrelang bei den Eltern zugeschaut- Mutter trinkt, Vater ist Co (von der Sorte deiner Tochter), aber irgendwann kam dann eben der Punkt, andem ich dachte, dass es nun reicht.
    Dieses WE bin ich nicht hingefahren, weil ich krank bin, aber deswegen ruft meine Mutter nun jeden Tag an, weil sie sich Sorgen macht. So kommt man leider auch nicht wirklich auf Abstand. Aber ich weiß, was du meinst.
    Hauptsache, es kommt im Kopf an, dann ist der Rest nur eine Frage der Zeit.. Und weitere Kinder sind ja auch nicht involviert?

    <quote> Als nächstes wäre jetzt job weg dran.!!!! </quote>

    Möchtest du ihm denn so lange dabei zusehen?
    Es gibt mir zu denken, dass er sich nicht an die eigene Nase fasst, da ihm der Führerschein weggenommen wurde UND die Tochter wg der gleichen Begründung auszieht.
    Ich kenne deinen Thread nicht komplett, aber was hält dich noch bei ihm? Wieso siehst du als nächste Station der Abwärtsspirale nicht deinen Auszug, sondern den Jobverlust?

    Viele Grüße!
    Natalie

    Unglaublich, LaMer, dass du erst 18 bist. Du wirkst soo erwachsen.
    Da bist du reflektierter als so mancher mit 30.

    Mein Vater ist genauso, wie dein Vater, Fatima.
    Er will Hilfe, ja. Aber er will nichts ändern, alles soll so bleiben, wie es ist- aber Mama soll nicht mehr trinken.
    So geht es nun eben nicht- aber das begreift er nicht. Beim letzten Mal habe ich ihm gesagt, dass sie wollen muss. Ich könnte zig Handstände machen, mit dem Finger schnippen- aber wenn sie nicht will, wird das nix. Abgesehen davon sei der Zug nun eh abgefahren. Dann seine Antwort- inhaltlich badete er in Selbstmitleid, sah sich als das große Opfer... Aber nicht die Möglichkeit, zu gehen. Hab ich ihm dann aufgezeigt. Da war er eingeschnappt. Ich habe eh das Gefühl, dass je mehr man sagt, desto eingeschworener sind sie. Und meine Familie möchte ich nun auch nicht gegen mich aufbringen.
    Seitdem sage ich immer, wenn er rumjammert, dass er sich selbst kümmern muss, mich bitte da nicht reinzieht, weil ich da nicht helfen könne. Es tut mir auch leid um ihn; er hat seit knapp 50 Jahren hart gearbeitet, Überstunden gemacht und damit gut verdient- sein Leben hat er sich sicher auch anders vorgestellt. Aber auf der anderen Seite- er will auch nicht. Es hat 20 Jahren gedauert, bis er zum Hausarzt ging. Der hat ihn anscheinend nicht gut beraten zum Thema Co-Abhängigkeit. War selbst Alkoholiker. Naja, zur Suchtberatung geht Papa nicht, um sich selbst will er sich auch nicht kümmern. Nix. Also- was soll ich da machen?

    @ Fatima: Wenn du ihn "Wie geht's" fragst, dann ist das nicht wirklich nur an ihn gerichtet. An ihn gerichtet wäre "Wie geht es dir?". Ich würde dir da raten, einfach konsequent zu bleiben. Frag, wie es ihm geht.. Wenn er dann abdriftet, dann erinnere ihn daran, dass du nach ihm gefragt hast, dir ohnehin denken kannst, wie es Mutter geht und frag nochmal, wie er sich denn fühle. Ansonsten bin ich nicht der Meinung, dass man sich als Paar immer nur im Doppelpack sehen muss- das sagt dann ja schon alles, dass er sein Wohlbefinden an das Befinden seiner Frau knüpft.

    Ach, Spaßbremse wurd ich auch schon öfters genannt. Wenn ich mich recht erinnere, wirklich ausschließlich nur von Leuten, die ihren eigenen Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle haben. Vielleicht wollten sie eben nur von ihrem eigenen Problem ablenken und das ungute Verhalten und damit den schwarzen Peter zu mir rüberschieben?

    Naja, ich denke, ich bin lieber eine Spaßbremse in deren Augen und lebe dafür aber auf Dauer gesünder- UND in meinen Augen sind ohnehin die die Spaßbremsen, die mit ihrem ungezügelten Alkoholkonsum jede Party sprengen ;)

    Wann ist man "geheilt"?
    Wenn man als Partner die Trennung einläutet? Wenn man sich als Kind nicht mehr um die Sauferei seines Elternteils schert, sondern das Elternteil nur noch als "unheilbar krank" wahrnimmt und den früheintretenden Verlust bedauert? Oder muss ich das Telefon ignorieren, wenn ich dauerhaft als geheilt gelten möchte?

    Momentan ist es so:
    - ich habe begriffen, dass ich es nicht ändern kann und sie demnächst irgendwann (hoffentlich später, momentan ist sie stabil, arbeitet, versorgt den Haushalt.. Aber der Wasserbauch ist eben schon seit bestimmt drei Jahren sichtbar und sie berichtet von Schmerzen, kognitive Schäden sind zu bemerken) sterben wird.
    - ich suche nicht mehr nach Flaschen oder Erklärungen, warum sie heute/gestern/sonst wann trinken musste bzw. wann sie wohl begonnen hat. Ich weiß, dass ihr Trinkverhalten schon in ihrer Jungend nicht mehr normal war, dass es nicht meine Schuld ist, warum sie begonnen hat. Wenn man überhaupt EINEN einzigen Grund finden kann, warum sie begonnen hat? Aber es ist okay so, ich kann und konnte es nicht beeinflussen.
    - Ich bin mir im Klaren, dass ich gefährdet bin, ihre Muster zu übernehmen, sie ist nicht die einzige Alkoholikerin. Wenn man sich den Stammbaum anschaut, gibt es unglaublich viele Alkoholiker und deren Kinder, die in Co-Beziehungen geraten sind und selbst zu trinken begonnen haben bzw. einen Alkoholiker kennenlernten. Diese Reihe möchte ich nicht fortsetzen ;)
    - Ich bin in letzter Zeit entspannter und glücklicher- ich habe das Nägelkauen erfolgreich abgelegt und kompensiere auch nicht mehr mit Nahrungsmitteln.

    Tja, bin ich noch Co? Ich war es definitiv, aber kann man sich 100%ig als Kind davon lösen? Mir geht es momentan gut, auch wenn ich traurig bin, dass ich eben nie eine unbeschwerte Kindheit hatte und meine Kinder irgendwann keine schöne Oma/Opa-Beziehung zu meinen Eltern haben werden, weil Oma dann wohl nicht mehr lebt oder dazu nicht in der Lage sein wird und Beziehungen nicht wirklich intakt in meiner gesamten Familie sind. Verarbeiten werd ich das Ganze wohl noch müssen; wenn sich ein "Ende" abgezeichnet hat, möchte ich ein Buch schreiben- Material hab ich tragischerweise genug dafür- in allen Facetten. Es soll dann nicht nur ein persönlicher Erfahrungsbericht werden, sondern einen gewissen wissenschaftlichen Anspruch haben.

    Tja, momentan bin ich stabil, mein Umfeld, bis auf meine Familie, ist "safe", ich blühe auf und habe nun festgestellt, wie ich mich in 5 Jahren entwickelt habe- vom verschüchterten, übergewichtigen Mauerblümchen zu jemandem, der fest im Leben steht, seine Stärken kennt, diese einsetzt und dafür Anerkennung erhält. Äußerlich habe ich mich weiterentwickelt, dass mich sogar Menschen, die mich längere Zeit nicht gesehen haben, nicht mehr wieder erkennen (Familie, engerer Freundeskreis.. ehemalige Kollegen).

    Damit geht es mir jedenfalls gut- und daher ist es mir auch egal, ob ich momentan noch Co bin... Oder nicht mehr. Denn es schränkt mich nicht ein.

    Hallo Papaya!

    Tja, in der Patsche sitze ich auch- allerdings ists meine Mutter, die trinkt.

    Ist es denn wirklich so, dass sie alles tun?
    Das höre ich von meinen Eltern auch immer- zwischen den Zeilen werfen sie mir damit Undank vor. Aber- wenn ich mal so überlege, war es das, was ein Kind im Minimum braucht.. Viele Dinge, die für andere selbstverständlich sind (mentale Unterstützung, Interesse zeigen), haben sie gar nicht getan. Ich wurde kleingeredet und willenlos gemacht, damit ich bei anderen nicht mit Hochmut anecke- statt dass sie mein Selbstvertrauen gestärkt haben. Und jetzt, wo demnächst mein Geburtstag ansteht, gehen sie lieber aufs Volksfest im Heimatort, statt auf meine Feier mit Kaffee und Kuchen. Tja, das alles ist bitter. Aber sie tun immer alles für mich ;)

    Halt dir mal vor Augen, was sie gemacht haben, wie was andere Eltern für ihre Kinder machen und was du selbst vermisst hast.

    Mir hilft es, hier zu reflektieren. In solchen Gesprächen rauszufinden, was wirklich schief lief und wie eben die Realität ausschaut und wie sie sich von dem, was meine Eltern mir einreden, unterscheidet.

    Ich habe immer gedacht, dass eine Leberzirrhose die einzige Endstation ist, die Mama erwarten wird. Ich habe erst im letzten Jahr von so Dingen wie Krampfadern der Speiseröhre oder Korsakow gehört und zu meinem Erschrecken festgestellt, dass Mutter ziemlich krasse Symptome von Korsakow ausbildet.
    Man kann sich schon nicht mehr wirklich mit ihr unterhalten- also nur über so Dinge wie die Gardinen der Nachbarn oder Lästern über Bekannte, die auf Biolebensmittel achten oder so, das geht. Aber sobald es "tiefsinniger" wird, war es das. Es hat drei Semester gebraucht, bis sie wusste, welche Fächer ich studiere.. Mit dem Handy und Laptop kommt sie nicht klar- sie versteht nicht mal, dass man Seiten auf dem Laptop nach oben oder unten scrollen kann.

    Es schmerzt, ja. Aber das ist eben der Weg, den sie eingeschlagen habe- wer A sagt, muss auch B sagen. Wer zuviel Alkohol trinkt, muss akzeptieren, dass er davon krank wird.

    Das Verhältnis zu meiner Mutter ist auch nicht mehr zu kitten, wir haben gar keins so wirklich. Ich würde ihr nie etwas anvertrauen, weil ich weiß, dass sie damit in der Verwandtschaft hausieren geht und mit ihr über Probleme reden geht auch nicht. Ich habe das Gefühl, dass sie das gar nicht mehr umsetzen kann oder das, was sie denkt, formulieren.
    Ich war nun über 1 Woche nicht mehr zu Besuch (früher war ich an 3Tagen/Woche) zu Hause. Habe mich seit dem Tag auch nicht mehr gemeldet.
    Meine Eltern werfen es mir vor, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich das Elend nicht mehr sehen möchte.
    Wenn sie geistig abrutscht? Dann werde ich ihre Pflege nicht übernehmen; mein Leben beginnt grad erst richtig, früher war ich in diesem Sumpf gefangen. Ich werde mich nicht wieder darein begeben- dafür hab ich zu viel Verantwortung, für mich und meine Beziehung. Dann müssen sie einen Pflegedienst oder später ein Heim nehmen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meine ersten 24, 25 Jahre von ihnen so "versüßen" lasse, dann die kommenden Jahre dadurch versaue.. Was wohl so lange weitergeht, bis dass Papa tot ist? Er ist total Co und kommt alleine gar nicht klar. Der ist schon überfordert, den Busfahrplan zu lesen, geschweige denn, den Haushalt zu schmeißen. Dann sind das nochmal 20, 30 Jahre. Dann bin ich 50! Und was hatte ich bis dahin für ein Leben? Eins als Knechtin meiner Eltern, die ihre Probleme ausbaden muss und als Blitzableiter herhält, sobald sie sich ihrer Situation mal wieder bewusst werden. Und die ihre Kinder/Familie mit in den Schlamassel, den meine Eltern selbst nicht wuppen möchten, reinzieht. Damit die mitausbaden. Nein danke!

    Zitat

    sehe vor meinem geistigen Auge, wie mein Vater, allein und traurig mit seinem Bier dasitzt und sich ganz verlassen von seinen Kindern fühlt


    Meinst du, er würde kein Bier trinken, wenn du dich meldest?
    Er weiß doch, dass ihr euch wegen des Bieres nicht meldet- also hat er die Wahl, dass er damit aufhört und normaleren Kontakt haben kann, oder eben weitertrinkt und ihr euch distanziert. Er trinkt aber weiter.

    Hallo Matthias,

    meinen XY gibt es nicht- aus meiner Perspektive ist es die Mutter.
    Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eben gut tut, wenn man Dinge in Erfahrung bringt, um so besser damit abzuschließen. Egal, wie die Wahrheit aussieht- hauptsache Klarheit. Was daran lustig ist, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

    Weißt du, ich habe immer gedacht, dass meine Mutter wirklich erst zu trinken begonnen hat, als ich geboren war und es da irgendeinen Auslöser gegeben hat, den ich verursacht habe. Mir hat es geholfen, als meiner Oma rausrutschte, dass Mutter vorher schon Probleme mit Alkohol hatte. Was genau ist mir da wiederum egal- aber ich weiß, das Problem existierte schon vorher. Ein weiterer Schritt, mich aus den Schuldgefühlen zu lösen.
    Ich weiß nicht, ob du nachvollziehen kannst, was für Gedanken in jemandem vorgehen können, der mit einem Alkoholiker zusammenlebt.

    Zitat

    Seit 6Jahren wohnt er nun mit bei mir und damit fing das Trinken an.


    Der Satz lässt tief blicken. Bei mir war er in etwa so "Als mein Geschwister und ich geboren waren, fing das Trinken an". Dieser Zusammenhang ist sehr belastend. Dann tut es gut, wenn man weiß,

    Zu Beginn, als ich ausgezogen war, ging es mir auch super. Ich freute mich meines Lebens, meiner neuen Freiheit, endlich mal Leute einladen zu können und hab dafür sogar extra eine Kaffeemaschine geholt ^^ Nur irgendwann holt dich halt die Vergangenheit wieder ein- dann ist Alltag im neuen Leben eingekehrt, und man beginnt nachzudenken und zu verarbeiten.

    Wenn man sich dessen nicht bewusst ist, behält man diese Verhaltensweisen eben weiterhin bei.
    Daher dann eben auch die Frage nach den Gründen, sich gleich zwei Männer mit Suchtproblemen zu angeln.

    Natalie (Die jetzt zur Uni fährt und bis 20Uhr dort in vollen Zügen das Leben genießt ;) )

    Zitat

    Ich glaube, dass das was Zimttee insgesamt schildert, schon richtig ist, jedoch hat jeder Mensch sein eigenes Tempo und kann nicht knallhart von allem Abstand nehmen.

    Es kommt ziemlich auf den Leidensdruck an. Wenn gartenblume nur jeden Sonntag hinfährt und dadurch frustriert wird, dann kann sie das über längere Zeit eher aushalten. Zwischendurch baut sie die Familie wieder auf und sie hat 6 Tage Ruhe.

    Ich kenne meine Mutter nur als Alkoholikerin, wir haben alle sehr darunter gelitten. Irgendwann habe ich starke psychosomatische Erkrankungen entwickelt- das fing bei Nägelkauen im Alter von 3 Jahren an, hin zu heftigen Entzündungen der Kopfhaut, Magenschleimhautentzündungen, meine Nagelhaut war entzündet, ich hatte zwischendurch, wenn die Belastung zu groß war, Probleme zu sprechen oder zu denken, war dauermüde- so war mein Abi eher mau. Ich futterte knapp 20kg Übergewicht an. Das kam alles häppchenweise und ich konnte es ignorieren. Jammerte bei Freundinnen rum, die sich auf Dauer alle aus dem Staub machten, weil sie merkten, dass es zwecklos ist, mir zuzuhören, da ich selbst den Hintern nicht hochbekam und an der Situation nichts änderte.
    Meine Eltern legten mir zig Steine in den Weg, ich hab alles gemeistert. Dann irgendwann kam der Knall- durch die hohe psychische Belastung hat sich bei mir eine Augenerkrankung ausgebildet. Medikamente bekomme ich zwar, aber die auslösende Komponente, die Belastung, wird den Verlauf dennoch bis zur Erblindung vorantreiben. Ich habe in den letzten Jahren hart an mir gearbeitet- mir nach über 20 Jahren das Nägelkauen abgewöhnt, habe über 20kg Gewicht verloren, hab mich in der Uni auf den Hosenboden gesetzt, weil ich Karriere machen möchte- und jetzt teilten meine Ärzte mir mit, dass ich Abstand zu den Eltern finden muss, um mich zu schützen, die Erkrankung maßgeblich durch die Belastung kommt und ich mir daher wohl eine Verbeamtung knicken kann? Ich war soo wütend wie noch nie in meinem Leben.

    Da war mein Leidensdruck zu hoch, ich habe dann in mehreren Jahren den Kontakt runtergeschraubt und konnte mich emotional lösen.
    Um das zu schaffen, muss man knallhart reagieren- meine Eltern kommen beide immer wieder an und machen Vorwürfe bzw Angebote, wieder einzuziehen etc. Wäre ich nicht gelöst oder knallhart, könnte ich dem nicht standhalten.. Sie zielen genau auf die- wie heißen die?- Co-Knöpfe ab- mitlerweile zieht das nicht mehr und das merken sie.

    Ich denke, du kannst es aussitzen, Gartenblume.. Und warten, bis er stirbt. Ist dann die Frage, ob sich dein Problem erledigt hat, oder die Schuldgefühle eine andere Dimension annehmen? Oder du suchst vorher den Abstand, um im Falle seines Todes distanzierter zu sein. Aber es muss eben der Moment kommen, indem es klick macht. Ich bin überzeugt, dass so lange der nicht kommt, du den Absprung nicht schaffst.

    Warum hast du konkret Schuldgefühle? Und warum, glaubst du, braucht er sich keine Vorwürfe zu machen?

    Hm, ich könnte jetzt noch eine kleine Geschichte zum besten geben. Aktuell, heute, geschehen.
    Bei uns im Süden gibts Volksfeste, die einmal im Jahr über das Wochenende stattfinden. Sie fallen immer in einen bestimmten Zeitraum. Dieses Jahr fällt einer der Tage auf meinen Geburtstag. Ich hab meinen Eltern angeboten, dass ich einen Kuchen backe und Kaffee koche und wir eben bei mir Kaffee trinken. Da hatte ich allerdings nicht die Rechnung mit dem Volksfest gemacht- nein, das geht nicht, sagte Mutter. An dem Tag ist das Fest, da gehen sie hin. Mein Partner war ziemlich erschrocken, eine Freundin, der ich davon erzählt habe, auch.. Naja, ich konnte es mit einem Kopfschütteln hinnehmen- wenn wieder ein "Aber wir haben immer alles für dich getan, und du lässt uns im Stich" kommt, dann weiß ich, was ich zu antworten habe ;)

    Warum hast du ein schlechtes Gewissen?

    Ich habe auch eher das Gefühl, dass du dich nur gerne lösen möchtest, aber nicht willst. Wenn du es wirklich willst, dann grübelst du nicht darüber nach, wie toll es wäre, wenn du nicht mehr an ihm hängst, sondern dann ziehst du den Strich und denkst "Es langt".

    Zitat

    Klar moechte ich mich abnabeln und loslassen weil ich die Nase voll hab von panik.bei mir haperts noch am schlechten gewissen und ich weiss nicht wie ich da raus komme.


    Wie du da rauskommst? Das passiert dann, wenn du auch keine Lust mehr auf das schlechte Gewissen hast, weil es deine Lebensqualität nimmt und auch dort den Strich ziehst.
    Ich denke, dass es die Verwandten richtig gemacht haben. Klar denkst du nun, dass alles an dir hängt- hängt es aber nicht. Die Verantwortung hast nicht du, sondern dein Vater. Irgendwann gibt es in diesen Familien einen Punkt, an dem das Gefüge bricht. Dann sind viele Leute von der Co-Abhängigkeit betroffen, der Alki ist nicht willig, aufzuhören und ruht sich auf seiner Familie aus.. Und die ersten Verwandten wollen nicht mehr und brechen aus und befreien sich. Der, der übrig bleibt, meint nun, alle Last zu tragen und ist wütend über die anderen, die gegagen sind. So geht die gesamte Familie kaputt. Aber im Prinzip ist es genau richtig; der beratungsresistente Alkoholiker wird eh sterben. Wenn die Familie weiterhin dableibt, zieht er sie jedoch mitrunter.

    Du sagst, dass dein Vater dich immer noch beleidigt und niedermacht- dann, tut mir leid für den Begriff, kehr du auch diesem Ekel den Rücken zu. Du versuchst ihm zu helfen, aber wirst bei den Besuchen immer noch niedergemacht. Dich zwingt niemand, ihn zu besuchen.
    Der Schlüssel war für mich das Wort Verantwortung- die hat jeder für sein Leben selbst. Dein Vater für seine Gesundheit, die er ruiniert hat und für die Menschen, die er nacheinander aus seinem Leben vergrault. Eigentlich sollte er froh sein, dass du ihn besuchst- aber er hackt nur weiter auf dir rum. Also hat er deine Besuche nicht verdient. Er tut dir nicht gut- er hat die Verantwortung für sich, du die für dich. Wenn er dir nicht gut tut, dann besuche ihn nicht mehr.

    Ganz einfach eigentlich. Aber es ist nur dann durchzuziehen, wenn du wirklich nicht mehr magst und begriffen hast, dass er dir dein Leben momentan versaut und es nicht nur für dich schlecht ist, sondern auch deine Kinder mit reingezogen werden. Die brauchen wiederum eine glückliche Mutter, um zu ihr ein gesundes Verhältnis aufzubauen.

    Wenn du das alles nicht begriffen hast, wirst du da weiterhin hocken, und jeden Sonntag (wie heute) zu deinem Vater fahren, mit einem negativen Gefühl wieder nach Hause kommen und dir deine Lebensqualität nehmen.

    Deine Therapeutin hat Recht- wenn er stirbt, dann stirbt er eben. So wird das wohl bei meiner Mutter auch sein. Aber sie hat sich (dein Vater auch!) dafür entschieden, weiterzutrinken, und dann eben dafür den Tod in Kauf genommen. Ihre Verantwortung. Da kann ich ihr keine Leberzirrhose oder eine kranke Speiseröhre oder ihr kaputtes Hirn abnehmen- das hat sie auch in Kauf genommen.
    Mein Gedanke ist auch, dass sie im Tod erlöst ist- wenn er nicht käme, ginge der Verfall immer weiter. Zu einem noch unwürdigeren Leben, das sie nie haben wollte.

    Zitat von schnuffig


    Es gibt Fotos von mir, die beweisen, dass ich nicht immer so war. Ich wette was, du würdest mich darauf erkennen, wenn ich dir nur den Hinweis gebe unter allen die Person zu suchen, die ausschaut, als wäre sie völlig abgetrennt von der Welt.
    Die war ich.

    So war ich früher auch. Ich hatte regelrecht Angst vor Menschen, dass sie mich nicht leiden können und sich über mich lustig machen. Meine Eltern sind bei anderen auch sehr auf Distanz, gehen auch immer davon aus, dass andere grundsätzlich immer schlechtes denken.

    Zitat von schnuffig


    Was ich nicht verstehe, bei dir und bei Zimttee auch nicht, ist das mit den Freundschaften und dem offen sein für Kontakte.


    Naja, offen bin ich eigentlich auch. Ich scheine eine "Ich helfe euch allen"-Ausstrahlung zu haben und ziehe Menschen, die mit ihren Problemen nicht klar kommen, magisch an. Depressionen, Burn-Out, "Alles so ungerecht" und auch drei/vier ernsthafte Alkoholprobleme sind mein engerer Freundeskreis. Mein Ex hat sich vor einiger Zeit erhangen, rückblickend sind die anderen auch nicht auf dem Damm psychisch. Die letzte Freundin, die ich dachte, gefunden zu haben, will immer nur im Mittelpunkt stehen; ihr diene ich zum einen zur Bestätigung als auch zur Schuldzuweisung, wenn sie was nicht gebacken bekommt. Nach 4 Monaten weiß ich, dass sie der klassische Narzist ist. Über mich haben wir in den 4 Monaten, die wir nun besser befreundet sind, nicht gesprochen ^^ Ich scheine da kein glückliches Händchen zu haben und resigniere wohl momentan. Hier klappt es gut, weil wir uns im Internet bewegen, jeder vor seinem PC. Mich erkennt niemand. Und ich habe viel angestaut, worüber ich nie reden konnte. Das muss langsam raus, sonst drehe ich durch. Hier ist der richtige Ort dazu, ich bekomme Feedback von gleichgesinnten Menschen. Mein Freund hört mir auch viel zu, aber er kann langsam nicht mehr verstehen, warum ich noch nach Hause fahre.

    Zitat


    Was bedeutet das, dass du und du Schwierigkeiten mit intimen Beziehungen habt? Ich merke hier nämlich nichts davon.
    Bedeutet das, dass es Menschen gibt, die du nicht leiden kannst?


    Es gibt selten Menschen, die ich nicht leiden kann. Ich suche in jedem die positive Seite, der Rest wird irgendwie entschuldigt oder klein geredet. Eigentlich sollte ich nach "Person, die mir gut tut" und "Person, die mir nicht gut tut" unterscheiden. Es ist dann so, dass ich mich auch durchaus über Menschen ärgere- aber das fix wieder vergessen und übergehe das einfach. Wohl wie zu Hause; da wurde jeder Exzess auch totgeschwiegen und "Alles nicht so schlimm". Familie hält zusammen. Obwohl man damit natürlich seine Fehler wiederholt.

    Zitat


    Was ist der eigentliche Grund, warum ihr, du, diese Eigenschaften ablegen wollt?


    Weil sie mir im Weg stehen und mich langsam auch ärgern. Ich behindere mich selbst, wenn ich mir weiterhin kleinrede- andere ziehen mühelos an mir vorbei, weil sie nicht zweifeln, und ich sitze da und verpasse meinen Start vor lauter Grübelei. Ich hätte gerne auch mal eine wirklich beste Freundin, mit der ich in einem Café sitzen kann, quatschen, lachen.. Oder klassisch "im Pyjama TV gucken" oder so. Einfach mal das Leben genießen- aber das geht nicht, weil diese Freundschaften sehr einseitig sind oder Treffen von Trübsalstimmung dominiert werden. Bei vielen Leuten, mit denen ich zu tun habe, weiß ich auch, dass sie tratschen bzw hinter meinem Rücken schlecht über mich reden- wie meine Familie. Aus diesen Kreisen will ich endlich raus. Ich bins einfach leid.

    Und du? Wie würdest du die Fragen auf dich bezogen beantworten? Wenn ich fragen darf?

    Liebe Grüße,

    Natalie

    Zitat von Avalonpe

    "Du wirst schon sehen, was Du davon hast......"

    Ja, ich gehe davon aus, dass du das sehen wirst. Das ist aber keine Drohung, sondern ein Versprechen. Du wirst ein selbstbestimmtes, glückliches Leben haben, was nicht vom Suff deines Mannes und dem Alkohol geprägt ist. Dir wird eine riesen Last von den Schultern gehen, weil du nun auch räumlich nicht mehr verantwortlich bist. Kannst machen, was du willst, ohne auf seinen Zustand Rücksicht zu nehmen.

    Wenn er selbst eure Finanzen nicht klären will, würde ich da nicht so hinter ihm herrennen. Lässt sich das per Anwalt klären? Da regel es so, sonst zieht dich das noch zusätzlich runter. Dass er dazu nicht in der Lage ist, ist nicht dein Problem.

    Hallo Boonii!
    Das ist wohl eine klassische Geschichte und beobachte ich seit 20 Jahren bei meinen Eltern. Bei uns war es auch zuerst der Freitag, an dem Mutter getrunken hat und zog sich seitdem immer enger bis zu täglich.
    Nunja.

    Was ist jetzt genau dein Anliegen?

    Alkoholiker sind Meister der Manipulation. Wie gesagt, Mutter trinkt seit 20 Jahren und seit ich denken kann, spielen sich diese Spielchen hier zu Hause ab. Du kannst sie nicht gewinnen- im Prinzip sorgen sie nur dafür, dass du in der Situation ausharrst, dir Gedanken darum machst, was er jetzt nun wieder meint, ob er Recht und du Schuld hast oder oder oder. Sie halten dich nur hin. Statt dass du ihn zum Schutze deines Sohnes endlich vor die Tür setzt, grübelst du weiter, ohne zu handeln.

    Zitat von boonii


    Ich möchte mich trennen, einen Schnitt unter die Beziehung setzen und er fragt, in wie weit ich bereit bin mich zu ändern...? Er hätte sich ja schon extrem eingeschränkt...


    Nein, er schränkt sich nicht ein. Er trinkt ja weiter. Und ganz davon ab, ist es wirklich eine Einschränkung? Ein Entzug ist nicht negativ, sondern positiv. Es wäre der einzig richtige Weg; ein Segen für dich und die Kinder und normalerweise selbstverständlich. Wenn sein stellenweiser Verzicht schlimm ist, ist die Folgerung, dass er euch gerne weiter damit fertigmachen will. Willst du mit sojemandem weiterleben?
    Auch dieses Zitat oben ist Hinhaltung. Du stellst ihm ein Ultimatum, willst seinetwegen die Beziehung beenden. Er lenkt von sich auf dich ab- auch ganz klassisch. Statt ihm dann weiter mit Trennung zu drohen, grübelst du weiter und ziehst dir den Schuh an. Du hast dich jedenfalls nicht zu ändern- du hast nicht das Problem, sondern er ist krank und macht keinesfalls den Anschein, als ob er daran arbeiten will- sonst würde er sich an die eigene Nase packen und nicht dir den schwarzen Peter zuschieben.

    Lass dich nicht auf sein Niveau herab- er ist süchtig und wird, solange er nicht einsichtig ist, alles dafür tun, dass er bequem weitertrinken kann. Dafür gehört natürlich ein Co, der ihn darin unterstützt. Also wird er dich in dieser Rolle halten wollen.
    Diskutiere nicht! Lass dich auf keine Diskussion ein- ihr verfolgt da verschiedene Ziele- und er wird nicht aus lauter Dankbarkeit von seinem Suchtkurs abweichen. Stell ihn vor vollendete Tatsachen. Es ist dein Haus, deine Eltern wohnen dort- und es ist das Zuhause deiner Kinder, die mit diesem Mann vom Regen in die Traufe kommen. So ein Mist kann ihnen das ganze Leben verbauen- und sie sind noch jung und können es nicht selbst in die Hand nehmen, sondern auf deinen Schutz angewiesen.

    Ich würde an deiner Stelle die Eltern und Kinder einweihen und ein offenes Gespräch führen. Du hast das Feld auf keinen Fall zu räumen. Ich würde, wenn er außer Haus ist, den Schlüsseldienst kommen lassen, Schlösser austauschen, seine Koffer packen und mit einer Information vor die Tür stellen.

    Zitat

    Warum ist es so schwer aus der Beziehung heraus zu kommen?

    Es ist schwierig, darauszukommen, weil du dich auf seine Spielchen einlässt. Eine saubere Trennung funktioniert vllt bei gesunden Partnern, aber, wie du merkst, nicht bei solch kranken. Den wirst du mit Bitte Bitte nicht aus der Wohnung kriegen. Im Grunde ist es einfach- Kinder und Eltern informieren, Termin mit dem Schlüsseldienst, Koffer auf, Kleidung rein, Koffer zu. Haustür auf, Koffer raus, Haustür zu. Keine Diskussion. Die wirst du nicht gewinnen, weil deine Regeln da nicht gelten.

    Viel Erfolg!

    Puh, interessante Frage! Nun, ich fange mal an :)


    1. Sie haben keine klaren Vorstellungen davon, was normal ist.
    Puh, jein! Was ist schon normal? Das ist ziemlich sozialisationsabhängig. Aber ich merke schon, dass ich mit Menschen nicht sooo zurecht komme. Und mit "Alkoholiker-Familien" ganz gut klarkomme.

    2. Es fällt ihnen schwer, ein Vorhaben von Anfang bis Ende durchzuführen.
    Das hält mir meine Mutter seit der Grundschule vor ^^ Ausgerechnet sie.
    Ich vergesse, nach Dingen aufzuräumen, lasse mich total schnell ablenken. Bei vielen Dingen brauche ich mehr Zeit- in der Schule eine Klasse wiederholen, beim Führerschein zwei praktische Versuche, Studium nicht in Regelstudienzeit.

    3. Sie lügen, wo es ebenso leicht wäre, die Wahrheit zu sagen.
    Ich bleibe, ohne mit der Wimper zu zucken, bei der Wahrheit. Auch wenn es manchen Leuten nicht gefällt.

    4. Sie verurteilen sich gnadenlos.
    Ohja! Ich bin sehr defizitorientiert- aber diese Denkweise wurde mir schon immer antrainiert. Naja, dadurch hab ich auch eine heftig Prüfungsangst anerzogen.

    5. Es fällt ihnen schwer, Spaß zu haben.
    Ja, man darf keinen Spaß haben, sondern sich immer nur rumquälen, sich kasteien. Wer zwischendurch entspannt, ist faul. Vor einem Jahr saß ich hier und hatte ein schlechtes Gewissen, in Urlaub zu fahren.
    6. Sie nehmen sich sehr ernst.
    Das eigentlich nicht. Mhmm..

    7. Sie haben Schwierigkeiten mit intimen Beziehungen.
    Beziehung läuft- aber Freundschaften :( Gar nicht.

    8. Sie zeigen eine Überreaktion bei Veränderungen, auf die sie keinen Einfluss haben.
    Ohja :( Ich brauche das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.

    9. Sie suchen ständig nach Anerkennung und Bestätigung.
    Auf jeden Fall! Anerkennung, Bestätigung.. Fühle mich sonst immer minderwertig und neige dazu, mich immer zu rechtfertigen.

    10. Sie haben meistens das Gefühl, anders zu sein als andere Menschen.
    Ja, das wurd mir immer mitgegeben. Andere sind immer besser, schneller, schlanker, schöner, klüger..

    11. Sie sind entweder übertrieben verantwortlich oder total verantwortungslos.
    Übertrieben verantwortlich… Jap. Den Schuh ziehe ich mir immer an.

    12. Sie sind extrem zuverlässig, auch wenn offensichtlich ist,
    dass etwas oder jemand diese Zuverlässigkeit gar nicht verdient.
    Nein! Leider nicht.

    13. Sie sind impulsiv. Sie neigen dazu, sich mit Verhaltensweisen
    festzurennen, ohne alternative Handlungsmöglichkeiten oder eventuelle
    Konsequenzen ernsthaft zu bedenken. Diese Impulsivität führt zu
    Verwirrung, Selbstverachtung und Kontrollverlust über ihre Umgebung.
    Das Resultat ist, dass sie enorm viel Energie aufbringen müssen, um das
    angerichtete Durcheinander wieder zu beheben.
    Jap, das leider.

    Ich denke, der Vergleich, ist in gewisser Art okay.
    Alkohol hat bei jedem Abhängigen auf Dauer eine tödliche Wirkung, aber nicht jeder Abhängige ist aggressiv und in der Lage, seinen Co umzubringen.
    Dennoch tust du dir selbst keinen Gefallen, wenn du wieder ins alte Muster rutschst. Zumindest für mich kann ich sagen, dass die Konsequenzen eines Rückfalls für mich nicht so schlimm sind, wie die Trunksucht meiner Mutter für sie.

    Dennoch ists natürlich auf Dauer gut, sich vom Feld zu begeben, das steht außer Diskussion.