Ich schließe mich Zoolander an!
Aber ich vermute, dass du auch keine ehrliche Antwort auf die Frage erhälst- der Alkoholiker verdängt ja. Meine Mutter würde antworten "Ich trinke nicht, mir geht es gut!", oder lass mich in Ruhe, kümmer dich um deinen eigenen Kram. Das waren bisher jedenfalls die Antworten.
Ansonsten hab ich auch schon von Antworten wie "ist nur ein Genussmittel" oder "du gönnst mir meine Entspannung nicht" gehört.
Ein Arztbesuch ist schonmal ein gutes Ergebnis. Ich drücke dir die Daumen, dass der Arzt schon Dinge findet, auch wenn er jetzt einige Tage abstinent ist.
Ansonsten kann ich dir nur aus eigener Erfahrung empfehlen, dass du ihn zum Arzt begleitest und auch das Gespräch mit diesem Arzt suchst. Wenn er möchte, wird er dir das Blaue vom Himmel lügen und du wägst dich in falscher Sicherheit. Hat er sich schon einen Termin geholt?
Mein Opa hat den Ärzten damals bis kurz seinem Tod eine Auskunftssperre verhängt- wir haben nix erfahren. Nun ist es bei meiner Mutter das gleiche in grün; die Ärzte sagen nix und Mutter behauptet, sie sei in bester Gesundheit.
Er behauptet, nicht süchtig zu sein, schiebt dir die ganze Schuld in die Schuhe und greift dich in den Gesprächen immer an. Warum bist du dir sicher, dass er aufrichtig ist, wenn er Arztergebnisse bekommt? Dann würde er ja sein Gesicht verlieren.
Hast du dir schon einen Plan überlegt, wie es weiter geht, wenn:
- er sich weiterhin quer stellt und alles auf dich abwälzt?
- er gesundheitlich richtig abbaut? Wirst du ihn dann pflegen?
- er doch die Kurve kriegt und einen Entzug macht? Kannst du dann sein Verhalten verzeihen? Damit meine ich jetzt nicht, dass er getrunken hat. Sondern seine respektlosen Reaktionen, wenn du ihn darauf ansprichst.
Hast du dir eine Grenze gesetzt, wie weit du gehen möchtest? Das fände ich sehr wichtig; sonst merkst du nicht, wie er dich Schritt für Schritt mit runterzieht und du dir alles gefallen lässt.
Ich finde es wirklich gut, dass du dich nicht auf seine Anschuldigungen eingelassen hast und ihm Paroli bietest. Er hat das gemerkt und lenkt etwas ein. Der nächste konsequente Schritt ist meiner Meinung nach, Konsequenzen zu zeigen, wenn er seine Versprechen bricht. Dazu gehört meiner Meinung nach, wenn er weiter trinkt, nicht zum Arzt geht bzw alleine hingeht, dir offensichtliche Lügen auftischt ("Der Arzt sagt, dass ich kein Alkoholproblem habe.") bzw. die Ergebnisse dir vorenthält. Dass er dich nicht zur Suchtberatung begleitet, da er meint, nicht süchtig zu sein, betrachte ich als grenzwertig. Warum sollte er die Zugeständnisse ernst meinen, wenn er kein Problem hat?
Lass dich nicht hinhalten!
Meine Erfahrung ist, dass der Alkoholiker immer kleine "Beruhigungshäppchen-Zugeständnisse" verteilt, sobald er meint, dass es ihm ans Leder geht. Der Angehörige futtert sie dann dankbar auf, ist gesättigt und zufrieden/beruhigt und lässt locker.
Wie stellst du dir dein weiteres Leben vor? Was möchtest du noch erleben?
Wie wirst du in dieser Sache weiter vorgehen?