Schon wieder 2 Monate vorbei.
Zitat von RenateO
aber ich fand auch den jeweiligen ,,Abschiedsschmerz,, aushaltbar egal welche Seite dann den Kontakt abgebrochen hat.
Ja, es ist aushaltbar, aber es tut natürlich weh. Ich merke, dass ich rund um mich herum viele liebe nette Menschen habe, die mich mögen, wie ich bin. Und auf die konzentriere ich mich. Das ist schön.
Es ist erschreckend, wie sehr mein Auge für das psychische Befinden von Menschen geschult ist.. Da merke ich immer, wie sehr ich damals darauf angewiesen war, meine Eltern zu jedem Moment einschätzen zu können.
Bei einer aus der Mädelsclique war mir das komische Verhalten bereits aufgefallen- nicht gradlinig, nicht aufrichtig, kein guter Umgang mit Mitmenschen. Nicht selbstsicher. Ich könnte so weitersprechen. Jetzt habe ich dann mal ihre Eltern kennengelernt- sofort war mir klar, der Vater ist Alkoholiker: die Haut, die Augen, der Gesichtsausdruck. Er hat dann auch während des Treffens 3 Gläser Bier getrunken. In dem Zeitpunkt trank ich einen Cappu.
Sie ist der typische Co, verherrlicht ihre Eltern, klebt dran. Klebt an anderen, aber kann sie dennoch nicht bei sich auf Dauer ertragen.
Meine Freundinnen sind überrascht, wie schnell ich andere durchschaue.
Die eine Kollegin- ich hielt mich immer fern. Die anderen fragten irgendwann, warum. Ich ertrug es nicht- sie kommt im Leben nicht klar, sucht Menschen, die sie pampern und den Mist übernehmen. Mir war klar: Magersucht, Depression, Angststörung.. Wollten die anderen nicht glauben, bis die Kollegin dann damit in der Psychiatrie landete. Genau damit. Zwischendurch war mir noch ihre Fahne aufgefallen.
Es erschreckt mich irgendwie.
So ist es gut, wobei es auch behinderlich ist, weil man Menschen nicht einfach so annehmen kann, sondern direkt ihre "Macken" sieht. Ich kann mit ihnen nicht befreundet sein- das ertrag ich einfach nicht.
Ich merke momentan eine weiteres Problem, gegen das ich nicht ankomme. In Stresssituationen verfalle ich in Starre- wie damals zu Hause. Doof, wenn ich in der Prüfung bin und dann den Entertainer raushängen lassen soll. Gibt immer Punktabzug. Die 1 kriege ich daher nicht mehr.
Ich merke auch, wie das Verhalten meiner Eltern mich gebrochen hat. Es gibt Situationen, in denen Menschen so fies werden wie meine Eltern damals, als ihr Co-System ins Wanken geriet. Sie setzten mir dann zu, bis ich heulte. Sobald jemand anderes ebenso auftritt wie sie damals, bin ich handlungsunfähig.
Das sind so Situationen, die mich unendlich wütend machen. Ich kann im Moment machen, was ich will- da komme ich nicht raus. Es macht mich wütend, dass ich das, was meine Eltern sich damals geleistet haben, weil sie ihr verd*mmtes Leben nicht auf die Kette gekriegt haben, immer noch ausbaden muss. Als Kind war ich nicht in der Lage, mir zu helfen.. Und jetzt kriege ich jedes Mal die Quittung dafür. Ich würde gerne anders handeln können- kann es aber nicht.
Meine Therapeutin sagte, dass ich damit leben muss- es gehört zu mir. Ich soll es akzeptieren.
Mich macht es einfach traurig.
Dennoch läuft es. Aber ich bin froh, wenn es vorbei ist.
Aber eine kleine Rückmeldung: Die von Hazel angesprochene verbesserte Struktur ist eingetroffen 
Schönen Sonntag allen.
Zimttee