Beiträge von Zimttee

    Hallo Emma,
    hier habe ich deinen Thread echt übersehen.

    Wie geht es dir denn nun?
    Bist du mit deinem Leben zufrieden?


    Co-Abhängigkeit ist übrigens nicht offiziell als Krankheit gelistet. Es gibt da zwei Lager- die, die sie als Krankheit sehen und die, die die Co-Abhängigkeit nicht als eigene Krankheit sehen. Ich gehöre zu letzterem- keine eigenständige, unabhängige Erkrankung, macht aber krank auf Dauer.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    (und danke für deinen Beitrag in meinem Faden)

    Zitat von JonathanHeart

    Interessantes Thema. Mich würde mal eure Meinung zu meiner Ex-Beziehung interessieren: Sie meinte, betrunken könne sie mich nicht ertragen, sodass ich stets allein trank. Was ich ihr wiederum vorhielt. Wenn es mir richtig mies ging, war sie weg. Betrunken machte ich ihr Vorhaltungen, die sie mir wochenlang nüchtern vorhielt. Sie schleppte mich zur Caritas-Suchtberatung - ohne Erfolg, und als ich meinte, sie sei Co-Abhängig, ist sie fast ausgeflippt. Sie nahm alle möglichen Psychopharmaka, und als ich meinte, das sei auch eine Art Abhängigkeit, ist sie ebenso ausgeflippt. Nun ja. Aus und vorbei. Und ich bin endlich nüchtern.

    Hallo Jonathan,
    was soll man dazu sagen? Es klingt, als wären es die typischen irrationalen Streitereien in einer Beziehung mit einem nassen Alkoholiker.
    Vermutlich ist es für sie das beste, dass sie gegangen ist.. Sie scheint dann auch nicht die stabilste zu sein, wenn sie Psychopharmaka nimmt. Allerdings würde ich mich dort mit dem Wort "Abhängigkeit" zurückhalten- sie nimmt sie, um gesund zu werden. Und nicht alle Psychopharmaka machen abhängig.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Emma,
    vielen Dank für deine liebe Rückmeldung! :)
    Das freut mich.

    Heißt das, dass du auch in den geschlossenen Bereich wechselst?

    Liebe Grüße
    ZImttee

    Zitat von girasole


    Mit einem "das gehört nunmal zu ihnen" würde ich persönlich unzufrieden sein.
    Ist das eine verhaltenstherapie? In meiner tiefenpsychologischen Therapie konnte damit gearbeitet werden.
    Ich konnte herausfinden, dass mich aktuelle persönliche Kritik triggert, weil tief im inneren Anteile von mir dann "gefüttert" werden, , die mich hassen, verachten oder auch mir schaden wollen. Somit gerät dann persönliche, ungerechtfertigte Kritik zu etwas ganz fatalem für mich. Meine Existenz wird infrage gestellt!
    Dann geht quasi los, dass ich blöd bin. Nichts wert. Nutzlos. Hässlich usw.
    und dann bleibt nur noch weinen, oder um mich schlagen. Mehr zum wehren habe ich nicht, denn diese Seite in mir ist noch ein Kleinkind.

    Hey Girasole,

    ich hatte nun in den 4 Wochen zwei weitere Proben. In einer davon sagte meine Betreuerin, dass ich nicht mehr so hektisch bin und entspannter wirkte.
    Na geht doch. Liegt aber wohl daran, dass ich mir weniger Stress und Druck mache und nun einfach nur noch annehme.

    Diese Stimmen, wie du sie beschreibst, kenne ich auch nur zu gut.
    Die, die immer "Versagerin" flüstern und alles schlimme, was mir passiert, für angemessen und verdient halten.

    Ich hoffe, dir gehts gut :)

    LIebe Grüße,
    Zimttee

    Zitat von Katharsis

    Gelesen habe ich, dass Alkoholismus nicht genetisch bedingt ist. Nun habe ich bei mir selbst und bei vielen anderen Alkoholikern festgestellt, dass der Alkoholismus sehr oft in der gesamten Familie verbreitet war.

    Hey Katha,

    wo hast du das denn gelesen?
    Ich habe für mich die "Antwort" gefunden, dass Alkoholismus sehr wohl genetisch ist. Es gibt Studien darüber, dass bei Alkoholikern oft der Dopaminspiegel im Gehirn sehr niedrig ist. Der Dopaminspiegel sorgt dafür, dass Menschen sich glücklich fühlen. Alkohol dockt an die Repeptoren des Gehirns an, die auch für das Dopamin zuständig sind- es kommt zu einem ähnlichen Effekt, Alkohol kann so den Mangel ausgleichen.
    Der Mensch merkt dies, verbindet es mit dem Alkgenuss und trinkt mehr und weiter.

    Der Dopaminmangel ist auch erblich- das würde die hohe Quote in manchen Familien erklären.

    Wenn ich mich genauer beobachte, merke ich, dass ich dieses "nicht stoppen können" bei Süßkram zeige. Wenn ich eine Tafel Schokolade begonnen habe, kann ich nicht mehr aufhören.
    Ich denke, dass wir unterschiedliche Strategien finden können, wie wir mit diesem "Mangel" umgehen- betäuben wir uns mit Alkohol? Beginnen wir zu essen? Lassen wir Essen weg? Finden wir andere ungute Wege oder gehen wir unsere Probleme konstruktiv an, sodass wir glücklich werden?
    Mein Gewicht ist nicht zu hoch, aber ich merke, sobald ich stressige Zeiten habe, nehme ich 2 kg zu, die danach wieder runter müssen.

    Die Art der Strategie, die wir wählen, liegt in der Prägung durch die Kindheit: Wie haben uns die Eltern vorgelebt, mit Problemen umzugehen? Welches Fazit, was eine wirksame Strategie ist, habe ich selbst gezogen?

    Ich glaube nicht, dass immer nur ein Faktor die Alkoholsucht auslöst. Es spielen mehrere zusammen.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Zitat von ReinerF

    Ist schon interessant zu sehen, wie weit Eure Meinungen auseinanderliegen. Ähnlich zwiespältig sieht es auch in mir aus, wenn es um das Thema Betreuung geht.

    Ich denke, du hast da nicht ganz verstanden, was ich meinte.
    Klar geht es da um dich- es hat Einfluss auf dein Leben.. ABER du solltest die Entscheidung nicht von dem Einfluss auf dein Leben abhängig machen.

    Sollte das Leben deiner Frau in Gefahr sein, solltest du dich um einen Betreuer kümmern (man muss die Meldung ja machen, der Betreuer kommt nicht so) und ihr ihn nicht verweigern, weil du dein Leben so weiterleben möchtest wie bisher. Die Gesundheit deiner Frau hat Vorang vor deinen Interessen- umgekehrt: Deine Frau sollte keine Nachteile haben, weil du keine Veränderung willst.

    Ich habe es schon oft mitbekommen (egal ob hier im Forum oder bei meinen Eltern zu Hause), dass der Co jegliche Konsequenzen abwehrt, die dem kranken Partner helfen würden, nur weil er selbst Angst vor den "Nebenwirkungen" hat. Als Konsequenz wird sich dann nie etwas ändern und der Zustand wird konserviert, bis die Konsequenzen (wie bspw. Gesundheitsschäden) nicht mehr zu leugnen sind. Dann wird sparsam geguckt.

    Bsp.: Mein Vater wollte keinen Rettungswagen für meine Mutter rufen, weil er nicht wollte, dass die Nachbarn reden.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Zitat von Emma2010


    Laut meines Duden bedeutet Symbiose:
    Zusammenleben ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen

    Hey Emma,
    die Definition, die du nennst, ist die der Biologie. Bzw. passt am besten dazu.
    Kennst du die Vögel, die Ungeziefer von Nashörnern entfernen? Oder die kleinen Fische, die Ungeziefer von größeren Fischen fressen?
    Die gehen eine Symbiose ein- der Putzerfisch frisst dem größeren das Ungeziefer weg und wird dadurch satt. Beide profitieren und führen eine Symbiose.

    Wenn ich aber eine Beziehung führe, bedeutet Symbiose für mich keine Abhängigkeit. Man kann sich wunderbar ergänzen- zum Beispiel putze ich gerne die Küche, mein Freund lieber das Bad. Also macht jeder sein Ding- und die Wohnung ist sauber. Eine Freundin isst gerne Lakritz, ihr Partner lieber Weingummi- so teilen sie sich Haribo und die Tüte wird leer.
    Wenn ich viel zu tun habe, übernimmt er meine Druckaufträge und ich organisiere für ihn die Handwerker, wenn er wieder außerhalb wohnt.
    Dennoch merke ich, wenn er unterwegs ist (er hat nun für 3 Monate unter der Woche in einer anderen Stadt gelebt oder vor einiger Zeit 6 Monate in London), dass ich auch ohne ihn leben kann.

    Mit ihm ist es schön, ohne ihn fehlt er mir- aber ich kann trotzdem alleine leben und finde mein Leben schön.
    Wenn er die Beziehung beenden würde, wäre ich sehr traurig, mir würd es sicher schlecht gehen. Aber wenn es sein Wunsch wäre- dann kann ich ihn nicht daran hindern, sondern akzeptiere es, weil ich ihn liebe. Weiterleben könnte ich dennoch. Meine Lebensqualität ist nicht an ihn gebunden.

    Meine Therapeutin nannte das "gesunde Beziehung", während sie Abhängigkeit in einer Beziehung eher als ungesund betrachtet.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Guten Abend,

    Zitat von pilsum


    Als Co-Abhängiger hat man keine Chance, oder?


    nein, leider nicht. Nicht, wenn keine Einsicht besteht.

    Ich frage mich immer, wenn ich solche Texte lese, warum die Schreiber dann mit ihren Partnern zusammen sind.
    Wenn sie uns fragen, weil sie sich nicht trauen, den XY zu fragen, warum sie wichtige Anliegen nicht mitteilen können oder darunter leiden und still halten.
    Was macht dann für dich eine Beziehung aus?

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo LeMa,

    das klingt so, als ob deine Eltern die Rollen umgedreht haben und dir Dinge erzählten, die für "kleine" Ohren nicht gedacht sind.

    Aus diesem Grund sind Rollenverdrehungen so gefährlich- sie können traumatisieren.
    Kinder brauchen ja das Gefühl, dass Eltern ihnen Sicherheit geben- das war bei euch anscheinend genau umgekehrt- du warst der Anker deiner Mutter und hast sie in Hilflosigkeit erlebt. Das erschüttert.
    Ich bin auch die Tochter einer Alkoholikerin und habe die Zeit nun aufgearbeitet.

    Wäre das auch etwas für dich?

    Viele Grüße
    Zimttee

    Hallo Sunflower,

    dann schließe ich mich auch mal hier an.

    Was ist denn dein Ziel? Wo sind deine Grenzen? Dessen solltest du dir klar werden.

    Was du schilderst, scheint der typische Beginn einer Beziehung mit einem Alkoholiker zu sein. So beschreiben das viele hier.

    Ich kann dir nur den Rat geben, auf die Einhaltung deiner Bedürfnisse und Grenzen zu bestehen und dich nicht in die Co-Rolle schubsen zu lassen.
    Mir scheint, als ob dein XY die Spielchen gerade beginnt.

    Das bedeutet: Wenn es dir schlecht geht un du unglücklich bist, sag ihm das. Wenn dir sein Verhalten nicht passt- dann sprich ihn darauf an und schau, was passiert. Klar kannst du ihn nun in Watte packen, rumlaufen wie auf Eierschalen- aber das wird nichts ändern. Er wird dadurch nicht gesund oder liebevoll.
    Ganz im Gegenteil: Er wird dadurch merken, wie weit er bei dir gehen kann und was du dir bieten lässt.

    Diese Streits, die angezettelt werden, sind auch typisch. Kannst du bspw. bei Renate nachlesen- er braucht Stoff und muss trinken- und schafft sich Gründe, um dich dafür sitzenzulassen. Dann bist du nämlich Schuld und nicht er mit seiner Sucht. Letztendlich ist das der Beginn der Wahrheitsverzerrung- du wirst an allem Schuld sein. Vor allem daran, dass er trinken muss.
    Hier beginnt die psychische Gewalt.
    Meiner Meinung nach hat das nicht viel mit Liebe zu tun.
    Viele der trockenen Alkoholiker schreiben, dass sie auch gar nicht zu Liebe fähig waren- auch wenn sie mit Liebesschwüren um sich warfen. Das war dann eher die Strategie, den Co an sich zu binden. Jegliche Gefühle wurden durch den Alkohol betäubt. Der Alk stand auch immer an erster Stelle- und danach irgendwann der Partner, der im Sinne der Sucht missbraucht wurde.

    Letztendlich wird dieses Hin- und Her dazu führen, dass er dich an sich bindet, dich von seinen Gefühlsausbrüchen abhängig macht. Das solltest du unterbinden.

    Mach dir deutlich, wie du dich in Beziehungen verhälst. Wie behandelst du deinen Partner, aber wie behandelt er dich? Möchtest du das? Und vor allem: Was hat das mit Liebe zu tun?

    Danach solltest du dich entscheiden.
    Und das Motto: Actions speak louder than words.
    Es zählt nicht, was er alles von sich gibt, sondern sein Handeln. Darum gehts und das zeigt seine wirkliche Motivation.

    Wenn er die ganze Zeit von Liebe redet, aber dich wie Dreck behandelt.. Wird da nicht viel Liebe zu dir im Spiel sein.

    Liebe Grüße,
    ZImttee


    Ich kopiere das mal hier rein, sonst werden beide Threads auf Dauer zu unübersichtlich. Antwort folgt in Kürze ;)

    noch ein kleiner Nachtrag:

    Ich habe in mehrern Texten von dir gelesen, dass du sehr zwischen physischer und psychischer Abhängigkeit unterscheidest.
    Warum denn? Was macht das für einen Unterschied?

    Abhängig ist abhängig- eine unschöne Partnerschaft oder ein schlechter Vater, der den Kindern schadet, wird doch dadurch nicht besser, wenn man ihm den Zettel "vermutlich nur psychisch abhängig" auf die Stirn klebt.

    Hallo Elisa-Chrissy,

    Zitat von Elisa-Chrissy

    was ich mir ganz gut vorstellen kann, wenn man "nur" Bier trinkt


    Also ist die Sucht weniger schlimm, wenn man von Bier abhängig ist als von dem "bösen" Zeug?
    Es geht doch um den Alkohol im Getränk- und da spiel es keine Rolle, ob man den nun aus dem Bier zieht oder aus Wodka. Ich würde es sogar als tückischer sehen- weil Bier von vielen, anscheinend auch von dir, nicht ernst genommen wird. "ach ist ja nur Bier". Und so kann man sich lange was vormachen.

    Zitat von Elisa-Chrissy

    Ihre Sucht vielleicht schon selbst überwinden können.

    Ich kenne niemanden, der es selbst geschafft hat. Und auch der Tenor hier im Forum ist: ohne ärztliche Hilfe geht es nicht. Willensstärke alleine reicht nicht. Es handelt sich um eine Krankheit und keine schlechte Angewohnheit. Und das ist die Aussage derer, die selbst getrunken haben und von denen ich dann mehr Wissen erwarte als von einem Arzt, der das Thema nicht am eigenen Leib erlebt hat.

    Zitat von Elisa-Chrissy

    Die Frage ist einfach nur, wie wichtig es ihm ist, ohne Alkohol zu leben.


    Es ist eine Krankheit. Die Krankheit verhindert die Selbsterkenntnis.
    Ich würde die Frage eher so formulieren, wie wichtig es dem Co ist, ein lebenswertes Leben zu führen. Man hat ja nur das eine- und das kann ich eben glücklich und erfüllt oder an der Seite eines Säufers mit seinen X Biergeliebten verbringen.
    Wobei wir auch da wieder beim Thema "Selbsterkenntnis" wären.

    Zitat von Elisa-Chrissy

    Aber ich kann mir gut vorstellen, wenn es gesundheitlich wieder passt, dann gibt es ja keinen Grund mehr, weiter zu machen mit der Nüchternheit. So denken die. Wenn einer aufhört, dann nur für sich selbst, nicht wegen dir, wegen der Arbeit oder sonstwas.


    Ja richtig.

    Ich habe das Thema studiert und meinen Abschluss darin gemacht. Ich habe den Eindruck, wenn ich das so schreiben darf, dass du das Ganze noch sehr unterschätzt. Das ist nicht böse gemeint, sondern ein Ratschlag, den ich selbst im Bereich SelbstHILFEgruppe erwarten würde.
    Ich kann dir nur raten, dich auf der Alkoholikerseite etwas umzuschauen- das hat mir damals sehr geholfen, die Situation bei mir zu Hause richtig einzuschätzen.

    Liebe Grüße
    ZImttee

    Hey Pilsum,

    was in ihm wirklich vorgeht, kann dir keiner wirklich sagen.
    Nach allem, was ich erlebt habe, würde ich darauf nichts geben. Ich würde nichtmals eine Wette abschließen.
    Dafür ist die Sucht zu tückisch.

    Ich habe etwas den Eindruck, dass du eure Beziehung total von seiner Abhängigkeit abhängig machst, wenn ich das so schreiben darf.
    Macht es denn einen Unterschied?
    Letztendlich zählt doch, ob du glücklich bist
    und nicht, was wäre, wenn.
    Es gibt keine Garantie, dass er zu dem Traumtypen wird, wenn er nüchtern ist. Es ist sogar häufig so, dass Alkohol vorhandene Eigenschaften zu Tage fördert und verstärkt. Er wird dann wohl immer noch ein Ekel sein, wenn er nüchtern ist.

    Wie ist denn eure Beziehung so?
    Du schreibst von 3 Jahren, die nicht einfach waren. In denen er dein Herz trat, sich im Ton vergriff und nicht dafür einstand. Er interessiert sich nicht für dich.
    Ja, warum bist du denn dann mit ihm zusammen?
    Es gäbe doch sicher andere Männer, die dich mehr würdigen würden. Warum verschleuderst du dich an jemanden, der eher eine Nanny und einen Blitzableiter möchte als eine tolle Beziehung?

    Mir scheint, als habe er nichts wirklich verstanden.
    Trau da deinem Bauchgefühl- der Autokauf klingt wirklich wie eine Ersatzhandlung. Hätte er es wirklich verstanden, würde er nicht auf Geldausgeben ausweichen, sondern sich mit sich auseinandersetzen und wirkliche Schritte dagegen einleiten.

    Also: Was wünschst du dir vom Leben, wo möchtest du in 5 Jahren stehen?

    Und der nächste Schritt: Ist das mit deinem XY erreichbar?

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hey Pilsum,

    inwiefern denn falsche Wahrnehmung? Wessen?

    Die Trinkpausen gab es bei meiner Mutter auch immer wieder, wenn sie mal wieder im Krankenhaus landete oder
    total abgestürzt ist.

    Dann war danach ein paar Tage Ruhe, mein Vater feierte in seiner Naivität ihre Gesundung und danach soff sie um so schlimmer weiter.

    Wie stellst du dir deine Zukunft vor und wie möchtest du denn leben?

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Schon wieder 2 Monate vorbei.

    Zitat von RenateO

    aber ich fand auch den jeweiligen ,,Abschiedsschmerz,, aushaltbar egal welche Seite dann den Kontakt abgebrochen hat.

    Ja, es ist aushaltbar, aber es tut natürlich weh. Ich merke, dass ich rund um mich herum viele liebe nette Menschen habe, die mich mögen, wie ich bin. Und auf die konzentriere ich mich. Das ist schön.

    Es ist erschreckend, wie sehr mein Auge für das psychische Befinden von Menschen geschult ist.. Da merke ich immer, wie sehr ich damals darauf angewiesen war, meine Eltern zu jedem Moment einschätzen zu können.
    Bei einer aus der Mädelsclique war mir das komische Verhalten bereits aufgefallen- nicht gradlinig, nicht aufrichtig, kein guter Umgang mit Mitmenschen. Nicht selbstsicher. Ich könnte so weitersprechen. Jetzt habe ich dann mal ihre Eltern kennengelernt- sofort war mir klar, der Vater ist Alkoholiker: die Haut, die Augen, der Gesichtsausdruck. Er hat dann auch während des Treffens 3 Gläser Bier getrunken. In dem Zeitpunkt trank ich einen Cappu.
    Sie ist der typische Co, verherrlicht ihre Eltern, klebt dran. Klebt an anderen, aber kann sie dennoch nicht bei sich auf Dauer ertragen.
    Meine Freundinnen sind überrascht, wie schnell ich andere durchschaue.
    Die eine Kollegin- ich hielt mich immer fern. Die anderen fragten irgendwann, warum. Ich ertrug es nicht- sie kommt im Leben nicht klar, sucht Menschen, die sie pampern und den Mist übernehmen. Mir war klar: Magersucht, Depression, Angststörung.. Wollten die anderen nicht glauben, bis die Kollegin dann damit in der Psychiatrie landete. Genau damit. Zwischendurch war mir noch ihre Fahne aufgefallen.

    Es erschreckt mich irgendwie.
    So ist es gut, wobei es auch behinderlich ist, weil man Menschen nicht einfach so annehmen kann, sondern direkt ihre "Macken" sieht. Ich kann mit ihnen nicht befreundet sein- das ertrag ich einfach nicht.


    Ich merke momentan eine weiteres Problem, gegen das ich nicht ankomme. In Stresssituationen verfalle ich in Starre- wie damals zu Hause. Doof, wenn ich in der Prüfung bin und dann den Entertainer raushängen lassen soll. Gibt immer Punktabzug. Die 1 kriege ich daher nicht mehr.

    Ich merke auch, wie das Verhalten meiner Eltern mich gebrochen hat. Es gibt Situationen, in denen Menschen so fies werden wie meine Eltern damals, als ihr Co-System ins Wanken geriet. Sie setzten mir dann zu, bis ich heulte. Sobald jemand anderes ebenso auftritt wie sie damals, bin ich handlungsunfähig.
    Das sind so Situationen, die mich unendlich wütend machen. Ich kann im Moment machen, was ich will- da komme ich nicht raus. Es macht mich wütend, dass ich das, was meine Eltern sich damals geleistet haben, weil sie ihr verd*mmtes Leben nicht auf die Kette gekriegt haben, immer noch ausbaden muss. Als Kind war ich nicht in der Lage, mir zu helfen.. Und jetzt kriege ich jedes Mal die Quittung dafür. Ich würde gerne anders handeln können- kann es aber nicht.
    Meine Therapeutin sagte, dass ich damit leben muss- es gehört zu mir. Ich soll es akzeptieren.
    Mich macht es einfach traurig.

    Dennoch läuft es. Aber ich bin froh, wenn es vorbei ist.

    Aber eine kleine Rückmeldung: Die von Hazel angesprochene verbesserte Struktur ist eingetroffen ;)

    Schönen Sonntag allen.

    Zimttee

    Zitat von Ko 68

    Gleichzeitig soll sie nicht vergessen, dass er krank ist.

    Die Krankheit ist dennoch keine Entschuldigung. Sie sollten sich abgrenzen, obwohl er krank ist- sonst führt der Weg direkt in den Co-Teufelskreis. Ihn irgendwie in Watte zu packen, hilft allen Beteiligten nicht. So erhält der Kranke auch nicht den Tiefpunkt, den er braucht, um den Kurs ändern zu müssen... Wenn jeder denkt "Och, krank... Der Arme."
    Vielmehr sollten die Kinder lernen, dass sie sich auch gegen den kranken Vater schützen und abgrenzen müssen.

    Deine Kinder werden lernen, dass Alkohol schlecht ist, wenn sie sehen, was er aus Menschen macht, dass er Familien zerstört. Wenn sie in Familien aufwachsen, in denen der Alkohol selbstverständnis auf dem Tisch steht, sich jemand das Feierabend Bier "gönnen darf", weil er es nach einem harten Arbeitstag "verdient hat", werden Kinder dies übernehmen. Wenn sie merken, dass der Alkohol geduldet wird- auch wenn man sich zwar darüber aufregt, aber dennoch keine Handlungen folgen, dann ist das Gift.
    Kinder beobachten, welche langfristigen Konsequenzen das Ganze hat- wenn die Mutter irgendwann die Grenze zieht, ist es für die Entwicklung positiv.

    Ich fand die Pubertät am schlimmsten- man fühlt sich ohnehin total unsicher, unverstanden... haltlos. Wenn dann noch der Halt und die Orientierung durch ein Elternteil wegfällt und das sogar noch gemein wird, ist das die emotionale Hölle auf Erden.

    Schön, dass du mit dem Sohn sprechen willst.