Beiträge von Zimttee

    Wusstet ihr, dass 30% aller Kinder von Alkoholikern im Leben selbst Alkoholiker werden?
    Kinder lernen am Modell: Sie werden später so leben, wie es ihnen die Eltern vorgelebt haben. Haben sie gelernt, dass Alkoholtrinken gut und hilfreich ist, werden sie die Strategie später selbst anwenden.
    Oder sie werden sich später Partner suchen, die die gleichen Merkmale der Eltern haben.
    So geraten viele EKAs später selbst in Co-Abhängige Beziehungen oder eben an die Flasche.

    Von daher ist konsequentes Handeln die beste "Investition" in eine glückliche Zukunft für die Kinder.

    Hallo Ko,

    ich finde es sehr sehr wichtig, dass Kinder verstehen, was läuft.
    Alles andere wäre für ihre Entwicklung ziemlich schädlich.
    Kinder erfahren die Prägung durch ihre Eltern- maßgeblich das Selbstwertgefühl, den Umgang in der Partnerschaft, den Umgang mit Konflikten. Wenn da was schiefläuft, führt das zu Katastrophen im späteren Leben. Schulversagen, Selbstmordversuche. Letzteres hatten wir hier im Forum schon öfters.
    Ich habs früher auch versucht- nach außen war ich das ruhige, bescheidene, angepasste Mädchen. Gymnasium, gute bis durchschnittliche Noten, nie irgendwo Probleme. Wie es aber in den Kindern aussieht, weiß niemand. Meine Eltern leugnen meine Probleme bis heute- ich hatte es immer gut, sagen sie. Hätte ich es so gut gehabt, hätte ich nie versucht mich umzubringen. Das schlimmste ist wirklich das "ich bleibe noch ein paar Jahre zu Hause, mache gute Miene zum bösen Spiel und tu so, als wäre alles gut, WEIL.." Weil ist egal. Das Verhalten ist einfach nur schädlich für Kinder.

    Ich finde, deine Tochter macht das super. Ihrem Verhalten nach zu urteilen, würde ich sagen, hat sie mehr verstanden als du. Kinder haben da oft eine bessere Urteilsfähigkeit. Deine Tochter hat verstanden, dass alles andere eh zwecklos ist und der einzige Weg der Auszug ist. In dem Alter war ich nicht so weit wie sie- da habe ich nur ertragen.

    Mehr Sorgen würde ich mir um den Sohn machen- verschlossenes Verhalten kommt mir bekannt vor.

    Du solltest ihr erklären, dass das Verhalten deines Mannes nicht ihre Schuld ist, dass sie keinen Einflus haben, dass es ihm wieder gut geht. Egal, was sie machen.
    Dass sie ihn für sein Verhalten nicht mögen müssen und dass es nicht okay ist, wenn der Vater die Flasche den Kindern vorzieht.
    Du kannst ihnen erklären, dass es gefährliche Stoffe gibt (Alkohol oder Zigaretten) von denen Menschen nicht zu viel haben dürfen, denn sonst werden Menschen sehr schnell abhängig und können nicht mehr daohne leben. Dass es deinem Mann eben so ergangen ist, er krank ist. Aber wichtig: Krank nicht im Sinne von Schnupfen. Dass es nicht hilft, ihn zu pflegen. Dass es für euch nur noch den Weg gibt, ihn alleine zu lassen, damit er sich ändert. Erkläre ihnen, dass sie es wert sind, dass du euch drei beschützt und dass es euch so besser geht.

    Ich glaube, diese Zusammenhänge hatte ich als Kind schon recht schnell verstanden. Mein Vater bis heute immer noch nicht.
    Kinder werden so viel fragen, wie sie es verkraften können und sie werden sich gehört fühlen. Ich fands früher schlimm, dass niemand etwas unternahm. Diese Handlungsunfähigkeit war schrecklich.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Liebe Miriel,

    heute habe ich noch an dich gedacht- wie witzig.

    Bist du nicht mehr im geschlossenen Bereich? Da haben wir ja noch vor drei Monaten geschrieben.

    Ich glaube, du klingst so klar wie noch nie. Wenn ich mich da an die Eierei um Seite 100 erinnere.
    Was macht denn dein Studium? Das war fertig, oder?
    Ich bin jetzt seit einem Jahr fertig- Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Genaueres würde ich aber lieber "drüben" schreiben.
    Nur soviel: Es macht richtig, richtig Spaß.

    Meine Therapie habe ich quasi beendet, mir geht es gut. Den Kontakt habe ich zu meinen Eltern momentan quasi abgebrochen, zu Hause war ich
    seit einem guten halben Jahr nicht mehr.

    Wie geht es dir?

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Babe,

    herzlichen Glückwunsch zur Einsicht- lieber spät als nie.
    Hast du eine Idee, warum du nur auf trinkende Männer stehst?
    Wie ist denn die rechtliche Seite- kommst du so einfach aus der Wohnung mit allen Verpflichtungen raus, wenn du sie ihm dann überlässt?

    Nicht, dass du dann noch für den Zustand der Wohnung haftbar bist.

    Und warum wartest du bis zum nächsten Rückfall? Du darfst auch sofort gehen.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Zitat von kummerstier

    Ich habe mir nur schon ab und zu mal gedacht, wenn ich keine Kinder mit ihm hätte, hätte ich mich vielleicht schon besser lösen können, aber die zwei Engel möchte ich ja keinesfalls missen, also ist jeder Gedanke daran reine Verschwendung. Ich hoffe nur, du verstehst mich richtig.

    Wieso solltest du deine Kinder nun missen?
    Ich meine, sie sind nun da- also gibt es da ja nichts weiter zu überlegen.
    Und vielleicht solltest du dich, gerade weil du kleine Kinder mit ihm hast, von ihm lösen? Weil diese beiden alles mitausbaden und du auch Verantwortung für sie trägst.
    Als Kind hätte ich mir gewünscht, dass meine Eltern etwas ändern.

    Ich denke, es gibt viele Denkweisen, die dazu beitragen, dass Menschen in ihren Situationen haften bleiben- diese ist gerne genutzt. "Nur für die Kinder bleibe ich, ihnen solls gut gehen" oder so ähnlich.
    Wenn hier kinderlose Cos aufschlagen, sagen sie, dass sie nicht gehen, weil sie keine Kinder haben- es leidet ja sonst niemand.
    So kann man es immer drehen und wenden, wie es passt.

    Nur als Denkanstoß.
    Es gibt viele fiese Mechanismen, die uns irgendwie dazu bringen, in der Situation auszuharren. Ich denke, dieser ist einer davon.

    Viele Grüße!

    Hey,
    ich habe diesen Beitrag gerade erst entdeckt...

    Zitat von Elisa-Chrissy

    Ich möchte nur ganz vorsichtig etwas anmerken. Ich habe das Gefühl, dass hier ganz schön harte Worte fließen. Mag sein, dass sie der Wahrheit entsprechen. Aber Sonnenschein (und auch ich) suchen doch moralische Hilfe hier im Netz. Man möchte doch nicht niedergemacht werden und das Forum gleich wieder verlassen wollen. Ich versteh natürlich, dass jeder ehemals Betroffene uns Angehörigen die Augen öffnen will, aber geht das nicht auch ein bisschen einfühlsamer, so dass wir nicht gleich wieder abhauen wollen?


    Liebe Chrissy,
    ich glaube, niemand, der hier antwortet, möchte irgendwen fertig machen oder Leute vertreiben.
    Ich denke, wir sind hier in einem Selbsthilfeforum- hilfe ist das Stichwort. Und ich glaube nicht, dass es irgendwem hilft, wenn man ihm das schreibt, was er hören will. Wenn ich einen Text lese, dann bestimme ich selbst die "Tonart", in der er stehen soll. Und ich glaube, dass man als frischer Co hier etwas sensibler reagiert.

    Zitat von Elisa-Chrissy

    dann denkt man sich, ist doch gar nicht so schlimm


    Genau diesen Eindruck möchte ich vermeiden. Ich weiß, dass diese Situation für Kinder die Hölle ist, weil ich es ebenso erlebt habe. Und daher werde ichs vermeiden, Eltern in irgendeiner Weise gut zuzureden, damit die noch ein paar Runden länger auf dem Co-Karussel mitfahren. Je länger die Elternteile (beide) darin verharren, desto schlimmer ist es für die Kinder.
    Das, was ich zu Hause erlebte, war emotionaler Missbrauch- und diese Rolle werde ich auch hier im Forum nicht einnehmen- weil es falsch ist.
    Ich denke, Augen öffnen und die Wahrheit sagen ist gut. Nur das bringt die Betroffenen weiter- auch wenns bei weitem nicht das angenehmste ist.
    Ich weiß, dass manche hier ankommen und sich im Fokus der Probleme, als armes Opfer sehen. Von Schuld sprechen, die sie dem Trinker dann großzügig zuschustern. Den Co trifft keine Schuld- er ist das Opfer.
    Als Kind sehe ich es anders- aus meiner Perspektive waren damals meine beiden Eltern verantwortlich. Mein Vater erst recht, als Mama süchtig war.
    Ich meine, es gibt immer den einen Menschen, der die schlimme Situation auslöst UND dann gibt es aber noch den Partner/Co, der das System stabilisiert und der es mitmacht. Gerne auch mit dem Verweis, dass eine Trennung ect für die Kinder so schlimm wäre.. Dass sie nicht aus der Umgebung wegsollen. Jetzt als EKA habe ich die Wahl- und will dort nie wieder hin.

    Zitat von Elisa-Chrissy


    Ich hab zumindest eingesehen, dass ich die Trinkerei nur schlimmer mache, indem ich schimpfe, nörgle und dadurch schlecht drauf bin.


    Nein, DU machst seine Trinkerei nicht schlimmer, sondern er.
    Als Co hast du so gar keinen Einfluss auf den Konsum deines Partners. Hast du mal darüber nachgedacht, dass das seine Art ist, dich zu manipulieren?
    Weil er will, dass du den Zusammenhang zwischen seinem Konsum und deiner Art siehst und er dann denkt, "wenn sies checkt, lässt sie mich mehr in Frieden- Ziel erreicht?"
    Wenn du an ihm rumnörgelst, dann hast du die kurzfristige Verschlechterung. Wenn du Ruhe gibst und nichts machst, dann hast du die "übliche" Verschlechterung, die Spirale nach unten.. DIe immer weiter abwärts führt.
    Die Zeit ist gegen dich, will ich sagen.

    Nun. Wie gesagt- vergraulen will hier niemand irgendwen. Aber durchaus die Wahrheit aufzeigen. Die Situation ist mies- als Co ist man ja Meister dadrin, wegzugucken, alles schön zu reden "ist ja nicht so schlimm" überall hineinzuinterpretieren. Ich fürchte, es ist einfach nur bitter, wenn man hier mit der Realität konfrontiert wird.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Zitat von kummerstier


    Zimttee auch das mit Deiner Freundin tut mir leid. Aber ich glaube, es ist leichter sich von einer Freundin zu trennen als von einem Partner oder? Trotzdem keine schöne Sache.

    Hey Kummerstier,
    das braucht dir nicht leid zu tun- letztlich war diese "Freundschaft" zu der Freundin keine wirkliche Freundschaft, sondern eher so ein Zweckding.
    Das, dem ich anfangs hinterher getrauert habe, war eigentlich nie so vorhanden.
    Meine Therapeutin sagte dazu, dass sich diese "Freundin" wie ein Sektenchef verhielt. Sie hatte geschickte Manipulationsstrategien und verstieß Leute zumindest kurzweilig, wenn sie ihr nicht mehr passten.

    Wie kommst du auf den Vergleich, von wem es schwieriger wäre sich zu trennen? ich denke, die DIskussion wäre müßig. Ich war mit ihr letztlich knapp 20 Jahre befreundet. Und die letzten Jahre eigentlich auch nur, weil ich sie weit auf Distanz hatte; so konnte ich ihre Art besser verdrängen. Wäre sie näher gewesen, hätte ich mich der unbequemen Wahrheit wahrscheinlich schon viel eher stellen müssen.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Kummerstier!

    Schön, dass du deinen Thread hier eroffnet hast.
    Die meisten, die hier schreiben, können deine Vorstellung nicht lesen- deswegen kopiere sie doch hier nochmal rein.

    Ich denke, das große Problem deines Mannes ist, dass er nicht nur suchtkrank ist, sondern weitere nicht einfache psych. Erkrankungen dazukommen.

    Ich hatte eine Freundin mit vergleichbaren Problemen und habe letztendlich den Kontakt komplett abgebrochen, weil ich ihr Verhalten als zermürbend empfand.
    Letztlich war diese Freundschaft auch nicht mehr lebenswert, weil wir uns die meiste Zeit um ihre Vorwürfe bewegten, die sie mir regelmäßig um die Ohren warf. Vermeintlich Dinge, die sie eindeutig von sich auf mich projizierte.
    Das war ein Fass ohne Boden- nach mehreren Jahren (5 oder 6?) habe ich sie gelassen. Das ist nun auch schon 4-5 Jahre her und ich höre regelmäßig, dass sie sich nicht geändert hat- wohl auch, weil ihr einfach die Einsicht fehlt.

    Mir geht es seitdem viel besser, da diese ständigen Diskussionen nur Energie fressen.

    Liebe Grüße
    Zimttee

    Zitat von Sonnenschein11

    Sie kann gar nichts mitbekommen weil sie wie gesagt am Wochenende bei ihrem leiblichen Papa ist und wenn er in der Woche abends Alkohol trinkt schläft sie längst und selbst wenn sie wach würde, gäbe es keinen Unterschied zur Situation zu Abenden wo er gar nichts trinkt. Es gibt kein lautes Geschrei bei uns. Er trinkt seinen Wein, seinen Cocktail oder Bier und gehen wie jedes Paar normal ins Bett. Bei ihm merkt man den Alkohol nicht dass er anfängt zu lallen oder zu schwanken. Wie gesagt: seine böse Art hatte er schon längst abgelegt nachdem ich ihm sagte dass ich das keine Sekunde länger dulde und ihn auch im Streit nicht mehr provoziert habe.

    Hey Sonnenschein,

    schlimmer als meine Mutter ständig betrunken zu sehen war für mich die Veränderung in der Familie. Die Spannungen, die ja immer da waren und die man auch so spürte. Dass sie beide einen auf "ist ja alles normal" machten und ich einfach spürte, dass nichts normal ist.
    Meine Eltern wollten mir ihre komische, verdrehte Selbstsicht aufzwängen.

    Und du kannst davon ausgehen, dass es nie so bleibt, wie es jetzt ist. Es wird alles schlimmer werden- seine Launen, sein Konsum.
    Wenn du ihn heiratest, hälst du für ihn den Kopf hin. Selbst nach einer Scheidung käme man zu dir, wenn er später in ein Heim muss oder sich nicht mehr finanziell versorgen kann.
    Das solltest du wissen.

    Warum lässt du den Alkohol nicht einfach weg? Warum betonst du, wie wenig du jedes Mal nur trinkst oder verträgst?
    Drei vier Tage die Woche? Huch. Achte da mal auf dich selbst.

    Wenn andere Leute sagen, dass ich mit ihnen trinken soll, dann sage ich nö ;)
    Und wer weiß- ich denke, dein XY weiß ja schon, dass er sich da auf dich verlassen kann. Dann braucht er selbst mit dem Trinken nicht mehr anzufangen, weil er weiß, dass die Initiative von dir kommt.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Guten Tag Sonnenschein,

    Zitat von Sonnenschein11


    Meine Tochter bekommt von all dem nie etwas mit. Er trinkt immer nur dann wenn sie gerade bei ihrem leiblichen Papa ist und wenn sie wieder kommt ist immer alles wieder vergessen und toll.


    ja genau. Bestimmt bekommt sie nichts mit.
    Glaubst du das wirklich? Ich bin auch eine Tochter, die ja nieeeee irgendwas mitbekommen hat. Sagen meine Eltern. Ich weiß aber alles und habe mich nie elendiger gefühlt als damals.
    Es sind ja nicht nur die direkten Eskapaden, die deine Tochter dann mitbekommt. Schlimmer fand ich die Stimmungsschwankungen meiner trinkenden Mutter und die Kälte zwischen meinen Eltern.
    Und wenn dein XY so weitertrinkt, wird er irgendwann auch keine Rücksicht mehr auf die Anwesenheit deiner Tochter nehmen. Das wird auch einreißen.

    Zitat von Sonnenschein11

    Meinst trinke ich sogar die ersten zwei Tage mit, aber nur ein Glas Wein oder einen Cocktail. Am dritten Tag klinke ich mich aus und werde meist fuchsig und mir wird es zu viel.

    Das ist typisch Co. Mittrinken, Brauch man eigentlich nicht viel zu sagen? Teppich hoch und drunterkehren.

    Wieso überlegst du eigentlich noch, ob er nun abhängig ist? Er war doch zum Entzug in der Geschlossenen und das nun ist ein waschechter Rückfall- da ist die Sucht direkt wieder ins Haus eingezogen. Es gibt keine Grenze, bis wann ein Mensch abhängig ist.

    Hm. Was denkst du eigentlich, wenn du deinen Text aus der Perspektive einer neutralen Person liest? Was würdest du einer Freundin raten?
    Wenn ich das lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Er macht dich klein, manipuliert dich. Verbietet dir den Mund. Wird gewalttätig.
    Das ist doch psychische Gewalt vom Feinsten. Warum redest du dir das schön? Jemand, der seinen Partner so behandelt, ist kein toller Partner.
    Das wäre so, wie wenn du von dem Auto mit Totalschaden berichten würdest, dass es das zuverlässigste Auto sein würde, wären da nicht die kaputten Bremsen und die durchhängende Kupplung und das Leck im Tank. Ein Auto mit diesen Mängeln ist einfach unzuverlässig und nicht "wäre zuverlässig wenn...".

    Ich fürchte, du baust dein kleines Kartenhaus auf ziemlich sandigem Boden :( Irgendwann klappt alles zusammen und du kannst nichts mehr schönreden.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Reiner,

    hm..
    Nein, Erfahrungen habe ich damit nicht. Bisher.

    Was mir aber an deinem Text aufgefallen ist- du schreibst fast nur von deiner Frau, die scheint sehr in deinem Fokus zu stehen.
    Was ist denn mit dir? Mir ist aufgefallen, dass du beschreibst, dass du schon unter deiner Frau leidest. Es ist oft so, dass sich Cos damit bestärken- "mein Partner ist krank, mit ihm/ihr zu leben ist die Hölle.. Aber ich bleibe trotzdem bei ihm/ihr- bin ich nicht hilfsbereit / nett / gütig..."
    Häufig ist es auch so, dass sich diese Cos dann an den kranken Partner klammern, um nicht auf sich gucken zu müssen, weil sie dann merken, wie schrecklich das eigene Leben denn ist oder die Auseinandersetzung mit den eigenen Problemen nicht ertragen.
    Es ist einfacher, über andere zu sprechen als über sich selbst.

    Sollte die Entscheidung, ob deine Frau einen gesetzlichen Betreuer erhält, nicht alleine aus dem Gedanken getroffen werden, ob damit ihr Leben gerettet werden kann? Ich finde es gefährlich, wenn du diese Entscheidung davon abhängig machen wirst, was danach mit deinem Leben geschehen wird.
    Ich meine, du bist erwachsen und solltest dein Leben unabhängig von deiner Frau leben können.

    Hast du schonmal darüber nachgedacht, Hilfe für dich zu holen? Du könntest Hilfe in einer Therapie finden, in der du deine Gründe reflektierst, warum du freiwillig dieses System mit deiner Frau (unter-)stützt.
    So hälst du nämlich die Endlosschleife deiner Frau aufrecht.

    Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es schwierig ist, sich diese Mithilfe einzugestehen- aber es ist heilsam und tut gut, sich auf sich selbst zu fokussieren und an sich zu arbeiten, statt auf den kranken Partner / die kranken Eltern zu gucken.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Liebe Soni,

    Alkoholiker können ihren Konsum nicht kontrollieren und sie können ihn auch nicht reduzieren. Es würde nie bei einem Glas Bier zum Genuss, wie wir Nicht-Alkoholiker es kennen, bleiben.

    Es geht eigentlich nur, dass der Betroffene sein Problem eingesteht und handelt- also in den Entzug geht und nie wieder trinkt. Die Handlung setzt aber einen gewissen Leidensdruck voraus- solange, wie er mit seinem KOnsum "durchkommt", wird er weitertrinken. Das tut er ja anscheinend auch.

    Du merkst, dass du keinen Einfluss auf die Krankheit hast- würdest du bei einem Krebskranken ja auch nicht denken, dass du Schuld am Krebs trägst.
    Du hast keinen Einfluss auf die Entstehung und keinen Einfluss auf seine "Bekehrung"- das muss von ihm kommen. Es klingt eher so, dass er sich eine Zeit lang dir zuliebe zusammengerissen hat und dies nun nicht mehr aufrecht erhalten kann, da die Sucht eben auf Dauer nicht zu kontrollieren ist.
    D.h. er hat dich getäuscht und kann den Schein gerade nicht mehr halten.

    Du kannst nur um dich sorgen- sieh zu, dass du dich nicht verstrickst- mach dihc nicht abhängig von ihm sondern achte darauf, dass dein Lebensumfeld so gestaltet ist, dass es DIR gut geht.
    Ansonsten verschwendest du deine besten Jahre an jemanden, der seine Zeit lieber dem Alkohol schenkt als dir.

    Was machst du denn in deiner Freizeit? Hast du Freunde, Hobbies oder ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern?

    Liebe Grüße
    Zimttee

    Liebe Minnie,

    hast du hier im Forum schonmal gelesen, wie es Kindern von Alkoholikern wirklich geht?

    Ich hätte früher auch sehr an meinen Eltern gehangen- im Nachhinein weiß ich, hätte man mich vor ihnen schützen müssen.

    Lies mal die Beiträge ovn uns EKAs durch- dann wirst du wissen, dass du die vernünftige Mutter bist... Kinder immer an ihren Eltern hängen, aber du es in diesem Moment besser wissen musst. Dein XY wird eurer Tochter nur schaden.
    Wenn dein XY so Phasen hat, in denen ihr ihm sch**ß-egal seid, merkt das deine Tochter auch. Daher hängt sie wohl so an ihm- "ich muss ihn nur mehr lieb haben, dass er mich auch lieb haben kann".
    Kein schönes Selbstbild, was sie so erlernt.

    Na... Finde dich erstmal hier ein... Und dann wirst du einen Weg sehen

    ;)

    Liebe Grüße,
    ZImttee

    Hey Olli,

    schau mal in meinem Faden nach- bei mir ist es ähnlich.
    Die Mutter trinkt, der Vater ist der hilflose Co und ich "habe mich aus dem Staub gemacht". Mein Bruder lebte lange noch bei ihnen, hat aber nun auch den Absprung geschafft und ist weggezogen.

    Ich habe nun auch eine Therapie seit einem guten Jahr und fühle mich damit sehr wohl. Allerdings zahle ich selbst.

    Merkst du auch Wut in dir? Wut darüber, dass sich deine Familie ziemlich hilflos stellt und dir die gesamte Verantwortung zuschustert? Obwohl du gesundheitlich auch angeschlagen bist?
    Die Rollen scheinen bei euch vertauscht zu sein.

    Ich habe das Ganze zu Hause so in den Griff bekommen, dass ich 200km weggezogen bin und den Kontakt sehr reduziert habe. Ich bin pro Quartal max. 1 Mal zu Hause und wir telefonieren alle 2 Wochen.

    Das tut mir gut und bietet ihnen weniger "Angriffsfläche". Manchmal stelle ich jedoch fest, dass mir selbst die seltenen Besuche zuviel werden.
    Aber so ist es nunmal. Ich gehe dann wieder auf Abstand und lasse mich weniger reinziehen.

    Es ist sehr schwer damit umzugehen. Wenn ich von mir auf dich schließe, würde ich sagen, dass diese monatlichen Besuche zu viel sind. Selbst in meiner Verfassung wäre es mir zu krass.
    Ich denke, du weißt selbst, dass das Verhalten deiner Familie (Eltern UND Schwester) schädlich ist.

    Wie willst du damit weiter umgehen? Was wünschst du dir?

    Liebe Grüße
    ZImttee

    Hey Jessy,

    ich habe das genau deswegen angesprochen, weil das zwei Merkmale von EKAs sind.

    Das ist eine Menge, was du erlebt hast. Nicht EKA-spezifisch.
    Und vielleicht könnte ein stationärer Aufenthalt wirklich der beste und effektivste Weg sein. Deine Ärzte wissen sicher, was sie dir raten.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hey Sheep,

    ich sehe es ein bisschen als Zeichen, dass man die bestehende Situation nicht mehr aushalten kann.

    Bei mir ist ja auch klar, dass meine Mutter daran sterben wird. Ich möchte nicht, dass sie stirbt- aber dennoch denke ich manchmal, dass das Bangen endlich vorbei wäre, wenn der Tag X eingetreten wäre. Dann ist das, wovor ich Angst habe, endlich geschehen.
    Natürlich wird es mit diesem Tag nicht besser. Aber man kann einfach nicht mehr.

    Wenn du Merkmale für Co-Abhängigkeit suchst, findest du dort auch ein Kennzeichen, dass man eben das Ende des Menschen herbeisehnt. Es ist ganz normal und gehört bei manchen nach langer Zeit des Leidens dazu.

    Ich sehe es eher als Zeichen, dass der Druck und die Belastung der Angehörigen zu viel wird. Es ist ok und nachvollziehbar.
    Ich weiß jetzt nicht, wie lange dein Elternteil trinkt- meine Mutter trinkt seit 25 Jahren etwa. Ich weiß, dass dieser Erlösungsgedanken "sie macht einen Entzug" nie zutreffen wird. Daher ist der nächste Ausweg der Tod. Auch wenn ich ihn nicht wünsche.. Aber dann ist das Bangen vorbei.

    Liebe Grüße,
    Zimttee