Beiträge von Zimttee

    Puh- unglaublich. 5 Monate sind vergangen seit meinem letzten Beitrag hier im TB im offenen Bereich.

    Wo bitte ist die Zeit hin?

    Es ist viel passiert. Positives wie negatives.
    Positiv ist, dass es jobtechnisch weiterhin super läuft- ich habe nun erste Einschätzungen zu meinem Notenlevel erhalten und es könnte kaum besser sein :)
    Ich habe mich weiterhin von meinen Eltern lösen können und halte den Abstand- er tut mir gut, mir geht es immer besser.
    Leider baut mein Vater gerade massiv ab. Bei meiner Mutter ist es klar- da erwarte ich nicht viel. Aber nun verliere ich wohl auch noch meinen Vater und das ist hart. Ihc habe mich sehr daran geklammert, dass er noch bleibt.
    Natürlich macht mir das Angst.

    Im Kollegium fühle ich mich sehr wohl, das läuft. Mit den Schülern macht es sehr Spaß.

    Die Freundschaften.. Die eine "Freundin" mit Borderline-Problematik hat sich wieder gemeldet. Altes Spiel, altes Muster. Ich habe die Kontaktaufnahme dieses Mal abgeblockt.

    Zu den neuen Freundschaften: Es funktioniert nicht mehr mit 2 Leuten, die ich sehr mochte.
    Bei einem habe ich die typischen Zucker-Brot-und-Peitsche-Muster entdeckt. Zwischen Abwertung, Verletzung, Boshaftigkeit und anfangs noch großer Euphorie und "ich mag dich". Das tut weh. Es war eine schöne Zeit, war lustig. Aber es ist nicht das, was ich erhoffte. Er ist nicht der aufrichtige Mensch, für den ich ihn hielt. Ent-Täuschung. Schmerzhaft.
    Es geht nur um ihn und seine Bestätigung. Zack, Blatt gewendet. Zimttee ist böse und out.
    Ich kann es nicht ertragen, so abgestempelt zu werden- so bin ich nicht. Ich kann es nicht ertragen, so weggelegt zu werden.

    Dafür habe ich nun zum ersten Mal im Leben eine richtige Mädelsclique. Wir treffen uns oft, es ist gesellig.. Wir schreiben online, telefonieren. Es fühlt sich so normal an und dennoch war es das bisher nie.
    Es macht Spaß und ist schön, sie zu sehen.

    Immer noch habe ich Schwierigkeiten, in manchen Situationen Emotionen zu zeigen.

    Aber alles ist gut und wird gut. Es ist kein angenehmer Weg- aber er ist begehbar und reinigt, stärkt und macht das Leben schöner und lebenswerter.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Jessy,

    nein, dafür, dass du traurig bist, brauchst du dich nicht zu entschuldigen.
    Aber für die Art und Weise, wie du aufschlägst, vielleicht schon. Zumindest, wenn du etwas mehr Austausch hier erwartest.

    Als Kind war es schon so- aber du bist sicher keins mehr, oder? ;)
    Sagen musst du nichts- antworten muss dir auch niemand. Merkst du, was ich sagen möchte?

    Ansonsten würde ich auf die Meinung von Experten eher vertrauen als der Meinung hier im Forum. Wir haben hier zwei recht nette Nachrichten von dir gelesen... Die Menschen, die dir zur stationären Therapie geraten haben, haben sich hoffentlich länger mit dir unterhalten.

    Wir kennen ja nicht mals genau deine Symptomatik- da kann man dir von einem stationären Aufenthalt nicht abraten.

    Ansonsten gilt die Regel: Je länger eine traumatisierende, belastende Situation angehalten hat, desto länger dauert es, sie aufzuarbeiten.

    Schönen Abend.

    Hallo Jessy,

    ja, ich habe deinen Beitrag schon gesehen und wollte auch antworten. Im EKA-Bereich ist generell weniger los als bei den anderen Angehörigen, da brauchts für eine Antwort schonmal länger als drei Tage.

    Aber ich muss sagen, dass der Ton hier die Musik macht- und dein 2. Posting geht mir gerade etwas gegen den Strich.

    Schönen Abend noch!
    Zimttee

    Hallo Simonchen,

    eigentlich befinde ich mich auf dem Weg ins Bett.

    Ich bin Tochter einer Alkoholikerin und so alt wie du.
    Die Zukunftspläne kenne ich auch- eigene Familie, Haus...
    Das ist alles schön und gut- aber mit einem uneinsichtigen Alkoholiker nicht machbar. Das ist die Lehre, die ich aus dem Leben meiner Eltern gezogen habe. Und ich habe bisher kein anderes Beispiel kennengelernt.
    Wohnt ihr zusammen?

    Ich kann dir nur raten, das Weite für dich zu suchen.
    Wenn du deinen XY heiratest, wirst du ein Leben lang, auch nach einer Scheidung, für ihn verantwortlich sein. Bei finanziellen Problemen, Pflegefall- du wirst zur Kasse gebeten. Auch nach einer Scheidung.

    Kinder wachsen mit einem SUchtkranken Elternteil auf- das geht gar nicht. Lies bei mir nach, wie das ist. Wenn du magst.
    Ich arbeite nun mit Kindern, auch mit Kindern aus suchtbelasteten Familien und ich muss sagen, dass das alles noch glimpflich ausgegangen ist. Ich kenne 10jährige, die sich ritzen und in die Depression abrutschen, weil Papa trinken muss und Mama den Absprung nicht schafft.

    Das allerbeste, was du machen kannst, ist nun zu gehen.
    Ich finde es nicht Jammern auf hohem Niveau oder übertrieben. Denn wenn du nun so weiter machst, machst du dein ganzen Leben kaputt.
    Jetzt kannst du das Rude noch rumreißen- also nutze die Chance.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo KreismitEcken,

    aber es ist ja dein Verhalten, was dich letztlich stört- du kannst keine Beziehungen aufbauen und flüchtest in andere Länder.

    Ich war, als ich die Therapie begann, nicht wirklich co-abhängig. Im Grunde hatte ich verstanden, dass ich nicht helfen kann und mich auch schon räumlich distanziert und Besuche reduziert.
    Das Ziel der Erziehung meiner Eltern war, mich klein zu halten und zum Co zu erziehen. Diese Grundsteine hatten sie schon von klein auf gelegt- mein Selbstwertgefühl ist nicht wirklich gut (gewesen), ich habe mich selbst ziemlich schlecht eingeschätzt, hielt mich für wertlos... Konnte schlecht Freundschaften halten. Alles sollte perfekt sein, ich prokrastinierte. Und ich hatte Schwierigkeiten, das Erlebte zu verarbeiten. Ich habe früher Dinge erlebt, die Kinder in dem Alter nicht hätten sehen dürfen.

    Außerdem traute ich meiner Wahrnehmung häufig nicht- meine Eltern haben immer alles zerredet.

    Letztendlich habe ich mich zur Therapie entschieden, da ich den praktischen Teil meiner Ausbildung angetreten bin, die ziemlich viel Stress bedeutet. Ich hatte Angst, diesem Stress und (Leistungs-)Druck so nicht standhalten zu können.
    Mir tut es gut- es tut auch gut, endlich jemanden zu haben, der sich mit der Manipulation und den Verstrickungen im Co-System auskennt, es durchschaut und mir den Kopf zurecht rückt. Es ist erleichternd zu erfahren, dass meine Wahrnehmung doch nicht so falsch ist, wie ich dachte.. Und ich kein schlechter Mensch bin, wie man mir immer einbläute, als ich begann mich zu befreien.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Nicita,

    willkommen auch hier.
    Deine Geschichte können neben dir nur die für den geschützten Bereich freigeschalteten lesen- die meisten hier doch eben nicht.
    Du kannst sie hier noch reinkopieren.

    Ich habe dort ja schon geschrieben, dass es mit meiner Mutter auch so aussieht. Sie trinkt, seitdem ich 3 oder 4 Jahre alt war- also so um die 25 Jahre schon. Auch wenn sie ein Kleid trägt, sieht sie aus, als wäre sie schwanger. Arme und Beine sind ganz dünn. Sie zeigt auch manchmal Anzeichen von Korsakow.

    Ich bin mit 21 ausgezogen und habe in einer anderen Stadt studiert. Nun lebe ich ich knapp 200km entfernt.
    Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern wirklich stark eingeschränkt. Ich sehe sie alle paar Monate mal, telefonieren alle 2 Wochen. Wenn ich dort bin, übernachte ich nur eine Nacht.
    Dazu habe ich eine Therapie begonnen, um alles zu verarbeiten und aufzuarbeiten. Denn tatsächlich haben meine Eltern jahrelang manipuliert und darauf hingearbeitet, eine ebenso Co-Abhängige ranzuzüchten. Diese Strukturen müssen aufgebrochen werden.

    Diesen Rucksack habe ich auch gespürt- aber die einzige Möglichkeit, den Ballast loszuwerden, war, den Kontakt zu minimieren.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Zitat von boebe1974


    Ist schon Nachmittag und er ist noch nicht Heim.... vielleicht hat selber kapiert und die Initiative gezeigt, hoffentlich

    Wahrscheinlich liegt er noch in irgendeiner Ecke und fröhnt dem Rückfall, nicht?
    Ich würde eher davon ausgehen, dass er sich die Zeit mit der Nummerinhaberin vertreibt, als dass er sang- und klanglos Initiative ergreift.

    Nun.
    Worauf wartest du denn noch?
    In der Beratungsstelle gibt man dir keinen Rat, den Rat der Leute, die dich kennen, willst du nicht. Dumme Situation.
    Dein Kind leidet unter der Situation- ist dir das egal? "Nein" wirst du entrüstet rufen. Und warum beendest du das Ganze denn nicht? Warum lässt du dein Kind dem weiterhin ausgesetzt. Ich wette, dein nächster Gedanke gebinnt mit "aber ER/XY...". Nein, du! Du bist dran. Dein Partner ist krank und du stützt das Ganze und hälst das System aufrecht.
    Er veralbert dich. Er säuft weiterhin, bleibt Nächte weg.. Hinterlässt Nummern offensichtlich von Frauen auf dem Tisch.. Tanzt dir auf der Nase rum. Und du schluckst das alles? Ist das nicht demütigend?
    Ich denke, meine Meinung sollte klar sein.
    Ich habe in so einem Haushalt, wie du ihn führst, 21 Jahre verbracht. Mein Vater ist wie du. Mir tut es um euer Kind leid- es ist das einzig wirklich hilflose, was alleine nicht klarkommt, was Hilfe braucht, was eurer Sorge bedarf. Weiter darf ich darüber nicht nachdenken, sonst steigere ich mich rein. ;)

    Ich würde dir wünschen, dass du endlich den Absprung vom Karussel (an Anlehnung an Kaleu) schaffst. Er hat mit seinen Worten ins Schwarze getroffen- schade, dass du sie ignorierst.

    Alles Gute!
    Zimttee

    Ich habe ähnliche Erfahrungen auch vor 4 Jahren gemacht und kann daher nachvollziehen, dass es eine lebenslange Belastung ist. Erfahren habe ich das damals auch durch die Todesanzeige.

    Mir half der Gedanke (wie bei Kaleu), dass mein Ex eben ein eher instabiler Mensch war, der dann wohl wann anders sich umgebracht hätte.
    Zudem gibt es immer Mittel und Wege, wenn man leben möchte. Er hätte auch noch bei anderen anrufen können. Er war selbst im Rettungsdienst tätig und wusste, was zu tun ist.

    Umso perfider, dass dein XY in die selbe Kerbe haut.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Aber wie stellst du dir denn dein Leben vor?

    Vergiss es, ihn in irgendeiner Weise überzeugen zu können. Es gibt da kein ultimatives Argument, keinen Kampf, den es zu gewinnen gibt.
    Er ist uneinsichtig- da gibt es keinen Knopf, den du drücken musst, um ihn umzustimmen. Vergiss es.

    Das einzige, was du machen kannst, ist zu gucken, was du willst.

    "Mit ihm zusammen sein und gerade so auf Abstand zu bleiben, dass man nicht co wird"- das ist nicht möglich. Was ist denn das für eine BEziehung, in der man emotional auf Abstand bleibt? Das geht doch nicht- "wasch mich, aber mach mich nicht nass" fällt mir dazu ein.

    Wie willst du denn leben?

    Heidi, bei uns ist es genau so. Ich unterschreibe jeden Satz.
    Auch bei uns war es das Haus.
    Jetzt sind wir alle weg, niemand von uns würde dieses Haus nehmen. Ich wüsste gar nicht, was ich jeden Tag schlucken müsste, um es darin zu ertragen.

    Das war es nicht wert.
    Aber ich denke, es ging auch nicht wirklich ums Haus, es war alles nur vorgeschoben, um nicht handeln zu müssen.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Donnalie,

    das klingt so, als ob du die Alkoholsucht als einen Schleier betrachtest, der die Realität betrübt.

    Ich würde sie eher als etwas sehen, was das wirkliche Gesicht eines Menschen hervorhebt.
    Und wenn jemand jemanden wirklich liebt, glaube ich, dass er auch krank anderen Menschen sowas nicht antun würde.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Donnalie,

    wenn du dich hier im Forum umgesehen hast, wirst du sicher bemerkt haben, dass solche "Zwangbekenntnisse" nur dazu dienen, die Partnerin zum Bleiben zu manipulieren.
    Er wird weitertrinken, sobald er sich sicher wähnt.

    Viele Grüße und alles Gute,
    Zimttee