Beiträge von TwoTimes

    Hallo, Marion, hallo Forum,

    Es fällt mir manchmal unglaublich schwer, einfach zu sein. Nichts sinnvolles zu machen.
    Ich beginne gern Kämpfe. Mit der Zeit zum Beispiel. Versuche in einen Tag sehr viele Aktivitäten zu pressen. Beginne zu rotieren. Will alles schaffen. Schneller sein als die Zeit. Es gibt ein Lied das heißt "Lok auf zwei Beinen" der Sänger beschreibt genau, wie ich mich oft fühle. Der Beat ist auch so treibend. Genau so ist es.
    Mit dem Alkohol war es ja auch so. Versuchte, ein Suchtstoff zu kontrollieren. Wie anstrengend das war.

    Große, übermächtige Gegner, mit denen ich mich anlege.
    Ich habe es schon mal mit Kampfsport versucht. Das hat mir auch sehr gut gefallen. Mit einem Menschen nach Regeln zu kämpfen hat mir sehr gut getan.

    Aber auch hier wieder: Ich will tanzen und will ein Instrument lernen. Das joggen, Yoga und schwimmen mache ich schon und dann auch noch Kampfsport aufleben lassen? Das wird alles zuviel. Zu teuer. Ich habe manchmal das Gefühl, mir meine Energie gar nicht leisten zu können.

    Es wäre gut, könnte ich mehr bewusste Pausen einlegen und mich bremsen, wenn ich beginne, mich mit der Zeit anzulegen. Wenn ich mich bremsen könnte, bevor ich anfange gegen sie anzurennen. Weil, wenn ich merke, dass ich wieder verloren habe, bin ich frustriert. Na klar, tut mir das nicht gut.

    Dieses Gefühl, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen ist enorm spürbar.

    Allen einen guten Wochenstart,
    TT

    Hallo GIA,

    also ich bin 10 Jahre älter als du. Wenn ich heute die Wahl hätte, würde ich auch mit 25 aufhören. Ich hätte in mein Studium zwei Auslandssemester integriert. Und wäre in die Welt gezogen, anstatt mich im Wein zu verstecken und mir leid zu tun. Außerdem hätte ich etwas zur Stärkung meines Selbstwertgefühls unternehmen sollen, anstatt wegen der Parties durchzuhängen und wäre einfach nüchtern tanzen gegangen.

    Alkohol ist total überschätzt. Leider ist mir das erst mit über dreißig klar geworden. Ehrlich, ich bereue es, die Parties waren es nicht wert.
    Aber gut, jetzt ist es so, nun mache ich eben jetzt das Beste daraus.

    Ich wünsche dir einen guten Weg,

    LG TT

    Hallo Forum!

    Ich habe mir in den letzten Tagen mal einen Blick zurück in meine jüngere Vergangenheit gestattet. In der Tat ist es 4 Jahre her, da hatte ich nicht nur 3 Baustellen, wie heute, sondern 7. Die drei Probleme von heute waren auch schon da, dazu habe ich noch geraucht, getrunken, war oft deprimiert und habe mit Wein und trauriger Musik zu Hause in Selbstmitleid gebadet und hatte mir einen meiner Lebensträume noch nicht erfüllt.

    Mal aus der Vergangenheitsperspektive betrachtet, sieht es schon viel besser aus. Jetzt ist mir klarer, dass ich einfach nur ganz in Ruhe weitergehen brauche. Der Blick zurück lohnt sich manchmal, ich schaue da viel zu selten hin. Meist habe ich die nähere Zukunft im Blick, spüre sehr deutlich mein "Ich will da jetzt hin" fixiere mich auf meine Ziele und verliere meine Gelassenheit.

    Ich habe heute schon viel unternommen. Es war sehr schön. Es sind jetzt allerdings auch wieder einige Dinge sehr gut gelaufen. Das macht mir dann auch wieder Mut.

    Zudem habe ich jetzt, nach 1,5 Jahren gemerkt, dass ich meine letzte Beziehung losgelassen habe. Ich merkte auf einmal...der Mann ist mir gleichgültig geworden. Ich wünsche ihm Glück. Somit bin auf dem zur Freiheit.

    Euch noch ein schönes Wochenende,

    LgTT

    Hallo bloona,

    ja, so ging es bei mir in der Suchtberatung auch los. Das man ja erstmal schauen müsste, ob ich überhaupt schon alkoholsüchtig bin.

    Das ist glaube ich so, wenn man sich noch auf einem Level befindet, das viele noch als normal ansehen. Wenn man keine harten Fakten präsentieren kann, wie Führerschein weg, Abmahnung auf der Arbeit, Partner wegen des Alkohols weg.

    Aber in den eigenen Kopf kann keiner schauen. Ich denke, wenn man es so erklärt, wie es wirklich ist, wird das auch respektiert werden.

    Hast du die Ärztin in der Ambulanz mal gefragt, aus welchen Gründen sie dir das vorschlägt? Ob aus Überzeugung, Erfahrung oder ob sie angehalten ist, dir einfach die ganze Bandbreite an Angeboten vorzustellen? Oder vielleicht möchte sie dich damit ermuntern, deine genaue Problematik in der Sucht zu schildern.

    Spannend finde ich die Reaktionen der anderen. Wenn du ankündigen würdest, dass du ab jetzt für immer auf Gummibärchen verzichten wirst, würdest du wohl nur ein Achselzucken ernten. Wenn du für immer auf Fleisch verzichten willst wirst du von den meisten sicher auch keine große Aufmerksamkeit bekommen. Bei Alkohol ist das interessanterweise oft anders.

    LG TT

    Hallo BC

    Meine Veränderungswünsche: Ich hätte gern ein ganz kleines Haus zur Miete, 4 Zimmer, mit einem Gartenanteil, eine unbefristete Teilzeitstelle in einem Job mit ruhigen Kollegen, zwei weitere Freundinnen und einen kleinen Bekanntenkreis, genug gespartes für kleinere Notlagen, die Möglichkeit einmal im Jahr eine Fernreise und eine Kurzreise machen zu können und das ich so leben kann, bis ich in Rente gehe. Sollte es sich mal ergeben dass ich mehr Zeit habe und näher der Natur lebe, hätte ich gern 2 Hunde. Einen Golden Retriever, einen Border Collie.
    Das sehe ich vor mir. Meine Vision meines Lebens. Außer, dass es nicht vorangeht liebe ich dieses Bild.
    Einen Partner hätte ich im Prinzip auch gern, aber nur, wenn er wirklich lieb und warmherzig, optimistisch und charakterfest ist. Sonst gehts auch ohne.

    Lg TT

    Hi Steffi,

    ich hatte im März diesen Jahres das erste Mal aufgehört, im Mai einen Rückfall, auch ähnlich kurz wie bei dir. 1 Tag, 1 Kater, und danach hier angemeldet, mit dem Gedanken "Ich brauche manchmal Unterstützung, Verständnis usw. Bei mir wars, dass ich eigentlich keinem erzählen wollte, was los ist. Heimlich trocken leben. Das war ein Fehler.

    Seit ich hier schreibe und mich draußen etwas geöffnet habe, ist es 1000mal leichter. Ich glaube es ist wichtig, für sich zu schauen, was man braucht, was einen stark macht.
    Schön, dass du wieder hier bist!
    Lg TT

    Hallo Frank, BC, Lea, Matthias

    Oh jetzt habt ihr mich aber aufgebaut!! Danke :D

    Lea, ich würde so gern fliegen, aber ich habe Flugangst. Ich hatte mit 19 Jahren vor fast allem Angst (möchte auch nicht mehr jünger sein) heute ist tatsächlich nur noch das übrig geblieben. Ich bin in jede meiner Ängste so oft reingelaufen, bis sie weg war. Also fast. Ein Rest bleibt ja immer, besonders wenn es einem schlecht geht. Aber der schränkt nicht ein. Ein Grund für die Entscheidung für eine Verhaltenstherapie ist auch, dass ich mir mit der Flugphobie nicht in Eigenregie helfen kann. Für langsames Rantasten:Flughafenbesichtigungen, Kurzflug, Mittelstrecke, Langstrecke fehlt mir das Geld. Darum kommt im Moment nur Bus oder Auto und Fähre in Frage. Das wäre perfekt. Naja, Träume. Aber ich will unbedingt, ich glaube, ich werde Irland lieben. Und den Humor der Iren bestimmt auch.

    Frank, ja, du hast in jedem Fall Recht. Nicht zu trinken ist die Grundvoraussetzung, dass überhaupt möglich ist, zu merken, dass etwas gut ist.
    Ja, Rückenprobleme habe ich auch. Ich ziehe bei Angst und Unruhe die Schultern hoch und verspanne, atme flach, meine Haltung ist nicht 1a usw.
    Ich kann da Yoga und Muskelaufbau empfehlen. Rückenschule, Massagen, vom Kieser-Training schwärmen auch viele.
    Das tut alles sehr gut.


    Zusammengefasst bleibt für mich die Frage, wie ich da rangehen soll: Ich kann genießen, was ich habe, auch die kleinen Dinge. Das sind ja so kleine Blumen am Wegesrand. Dann kommen plötzlich Steine von oben: Stromnachzahlung. Zum Beispiel. Gibt da viele Möglichkeiten. Krach. Alle Blümchen zerstört. Da liegt er, der Fels. Okay, er hat mich nicht getroffen. Ich lebe noch. Aber meine Blümchen sind hin. Das sind so meine Probleme. Meinen Leben hat keine Sicherheitsnetze. Keine. Alles, was anderen passiert, passiert mir auch. Mich trifft es ohne Netz und doppelten Boden. Das geht denke ich auch sehr vielen so. Ich habe Gemüsebeete, kann mir aber nicht leisten, eine Vogelscheuche aufzustellen. Dafür reichts nicht mehr. So stehe ich ängstlich am Beet, verscheuche die Vögel und frage mich, ob es Sinn macht, auf einen Schutz zu hoffen oder die Beete aufzugeben. Um es bildlich auszudrücken...

    Danke euch, ich wünsche allen einen schönen Tag.

    LG TT

    Hallo Marion, hallo Lea, hallo Forum

    danke für eure Antworten.
    Es ist frustrierend für mich...diese Hilflosigkeit. Jeden Tag kommt die Frage "Was soll ich bloß machen?" Keine Antwort zu finden. In mir.

    Manches in meinem Leben funktioniert immer. Sport zum Beispiel. Ist nicht einmal in den Bereich Baustelle gekommen. Kindererziehung. Ein Selbstläufer.
    Lust etwas zu unternehmen...Ideen...Interessen das ist einfach so da, ich brauche dafür nichts zu tun. Ich stehe jeden Tag mit Freude auf und will in den Tag.

    Und manches: Arbeit, Sozialkontakte, Finanzen stehen seit einigen Jahren auf der roten Liste mit dem Titel "verbesserungsbedürftig"

    Ich schaffe es nicht, etwas in den Bereichen zu ändern, in Schwung zu bringen. Was bleibt? Immer mal wieder bewerben, in der Hoffnung doch mal Glück zu haben und etwas wirklich Gutes zu bekommen? Immer mal wieder zwingen, auf einen netten Menschen zuzugehen, in der Hoffnung, dass es etwas Bereicherndes wird? Immer mal wieder Geld in eine Reisekasse stecken, in der Hoffnung, dass in diesem Jahr mal nichts kaputtgeht, und das Geld nicht zweckentfremdet werden muss?

    Es ist Mangelverwaltung.

    Dadurch, dass ich fast schon trotzig wieder und wieder versuche, mein Leben zu verbessern, haben sich viele Enttäuschungen angehäuft. Ich wünschte, es würde an meiner Tür klingeln und jemand würde mir eine Gebrauchsanweisung für meine drei Baustellen hereinreichen. Zum Beispiel: Bei diesen Firmen bewerben, da bestehen die besten Chancen für unbefristete Verträge. Oder: In diesen Verein eintreten, da kann man zwanglos in Kontakt mit Menschen kommen. Ein Finanzmasterplan mit den sichersten Möglichkeiten sich abzusichern und Geld zu sparen. Irgendwas fehlt mir in diesen Bereichen..Wissen, Intuition, KnowHow, gesunder Menschenverstand.
    Keine Ahnung, das ist das Problem meiner Baustellen.

    LG TT

    Guten Morgen Pink Lady, Guten Morgen Forum,

    ja vielen Dank für deine Daumen.

    Es gibt einen Film mit Tom Hanks, da war er noch relativ jung. "Geschenkt ist noch zu teuer" Ein Paar kauft sich ein wunderschönes Haus, dass einen perfekten ersten Eindruck macht. Sie suchen den Haken, da der Preis sehr niedrig ist. Beim Einzug finden sie ihn dann. Das ganze Haus ist eine einzige Baustelle. Die Treppe, die Elektrik, die Böden, alles ist marode, zerstört, veraltet und nach und nach bricht alles zusammen. Sogar die glückliche Ehe der beiden zerbricht fast daran.

    So ist mein Empfinden. Aufgrund meiner Einsamkeit fehlen mir Menschen in allen Lebenslagen. Wenn ich keine Beziehungen, kein soziales Netz habe, habe ich auch keinen, der mir beim Umzug hilft, keine Reisebegleitung, wenn ich in den Urlaub will, keinen, der einem ein Küchenregal anbaut, wenn ich zu schwach für den Schlagbohrer und die hartnäckige Wand ist. Es fehlen mir Ideengeber, Menschen mit Informationen, Geburtstagsgäste.

    Ich bin wirklich zu 95% komplett auf mich allein gestellt. Man kann natürlich Dienstleistungen wie Umzugshelfer und Handwerker bezahlen und sonst alles allein machen. So gehe ich im Moment auch vor. Aber ein Kreis von Menschen, um mich herum, in dem ich Unterstützung geben und nehmen könnte, wäre schon besser.

    Und so gehts mir wie den beiden aus dem Film in ihrem Abbruchhaus. Sie beginnen an einer Stelle zu renovieren und an der nächsten kracht die Decke zusammen.

    Da es sich ja um mein Leben handelt und ich es schön haben will, stehe ich da, mit Staub und Schutt im Haar und frage mich...wo fange ich an?

    Wo ist es sinnvoll zu beginnen? Ist der Punkt Arbeit der Richtige? Finanzen? Einsamkeit/soziales Netz? Oder an allen Punkten immer ein bißchen?

    Wenn ich an einem Punkt arbeite, mich konzentriere und mich freue "Hurra, es geht voran" höre ich an anderer Stelle schon wieder den Putz rieseln.

    Das ist mein Stresspunkt momentan.

    LG TT

    Hallo Forum,

    ich danke fürs Daumen drücken. Meine Bewerbung ist so gut wie fertig. So lange alles offen ist, geht es mir gut.

    Meine Stimmung schwankt im Moment von Phasen, in denen ich mich tatsächlich glücklich fühle, zu Phasen, in denen ich ängstlich bin.

    Ich mag den Herbst sehr gern. Meine Lieblingsjahreszeit. Besonders dann, wenn die Sonne scheint und dabei so unaufdringlich ist wie im Moment. Ich mag die Herbstdekokartion, die Saisongerichte, alle drei Herbstmonate auf ihre Art. Also habe ich im Moment relativ viele Glücksmomente, die sich halbe Tage hinziehen können. Ich denke jetzt oft "Huch, mir gehts ja super" Was ist das denn?"

    Auf der anderen Seite bin etwas ängstlich. Wer bin ich jetzt? Wo will ich hin? Ich hatte jetzt schon einige Momente, in denen ich mir seltsam "menschlich" vorkam. Weniger souverän. Es sieht so aus, als bekäme meine Mauer Risse. Das macht mich nervös. Wirklich ein wenig, als würde ich eine Weltreise antreten und packen.

    Wenn ich ängstlich bin, beginne ich im realen Leben zu reden. Etwas von mir preiszugeben. Das finde ich einen ganz guten Nebeneffekt, da es sonst ja ein eher unangenehmes Gefühl ist und ich so mal ein bißchen aus mir raus komme.

    Ich musste eine Sportpause einlegen, aus organisatorischen Gründen. Morgen gehts wieder los. Ich denke, dass wird die schwankende Stimmung lindern.

    Auf all meinen Baustellen geht es mir zu schleppend voran. Das ist natürlich meine subjektive Wertung. Mir ist aufgefallen, dass ich nicht merke, wenn etwas besser wird. Das fällt mir so schwer zu erkennen. Ab und zu lohnt sich wohl ein Blick zurück...nach vorn....

    LG und einen schönen Abend TT

    Hallo Lea,

    ich habe heute ein Stellenangebot entdeckt. Alles passt. Eine perfekte Stelle für introvertierte Menschen. Ein wenig Herausforderung dabei..aber ein Sachgebiet, dass mich sehr interessiert. Gut zu erreichen, Arbeitszeit passt. Gehalt stimmt. Das ist schon fast skurril...diese Sache mit dem Aufschreiben von dem, was man möchte.

    Das wollte ich. Eine Chance für etwas Gutes. Jetzt kann ich kämpfen (also eine gute Bewerbung schreiben, informieren etc.)

    Drückt mir die Daumen...bin eine Weile weg und beschäftigt.

    LG TT

    Hallo Sinnfinder, hallo Forum,

    bezüglich meines Gefühls, in bestimmten Bereichen Defizite zu haben ist es einfach so: Ich bin unzufrieden. Das ist Fakt.
    Vor 7 Jahren waren ich mitten im Studium und lebte in einer Stadtwohnung. Das fühlte sich goldrichtig an. Das richtige Alter um unter Studenten zu sein, idealistische Gespräche zu führen und tanzen zu gehen.
    Ich war zufrieden und manchmal glücklich.

    Heute passt nichts zusammen. Mein Beruf ist toll. Aber er ist projektbezogen, es gibt es kaum noch unbefristete Verträge, die Kollegen sind oft anstrengend und überfordert (ich auch) und er ist für die Anforderungen unterbezahlt. Für mein Sicherheits- und Aufbaubedürfnis und zur Absicherung meiner kleinen Familie ist er eine glatte 6. Aber es ist meiner, und ich habe den Anspruch an mich, eine gute Stelle zu finden. Ist bis jetzt nicht gelungen. Ärgert mich.

    Ich wohne immer noch in einer Stadtwohnung. Eigentlich ist jetzt Zeit, für etwas Ländlicheres. Aus vielerlei Gründen im Moment noch utopisch.

    Einen guten Mann habe ich auch nicht gefunden. Und durch mein Trinken und Rauchen bin ich selbst auch keine gute Partnerin gewesen.

    Also habe ich praktisch die großen Anforderungen der Zeit zwischen 30-40 Jahre vergurkt.

    Die Jahre zwischen 20-30 waren gut. Und ich habe auch die Probleme dieser Zeit gut gelöst. Ich war stark und habe mir etwas zugetraut. Und jetzt klappt nichts mehr. Das hat zur Folge, dass ich das Vertrauen verloren habe.

    Das Vertrauen in mich. Es zu schaffen zu verreisen, ein glückliches Händchen zu beweisen, ein gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt zu haben, all das ist weg. Und stimmt, 3 Monate alkoholfrei ist kurz, ich hoffe wirklich, es gelingt noch etwas. So dass ich zum 40. Geburtstag sagen kann: Ich habe das Jahrzent doch noch gut abschließen können. Ich bin zufrieden.

    Lg TT

    Hallo bloona,

    meine Gespräche mit Familie und Freunden waren deinen sehr ähnlich.

    Aber ehrlich gesagt, mit mir konnte man auch nicht wirklich intensiv und offen über Alkohol reden, als ich selbst noch getrunken habe.

    Ich habe es für mich erstmal so gelöst, dass ich mit Betroffenen über das Thema spreche, hier und auch im realen Leben und die, die selbst trinken haben mit mir...die nicht mehr mitmacht...genug zu tun. Ich meine, es war der Thread von Bruce, der das mit Beispielen thematisiert hat, die Reaktionen der anderen.

    Für mich war das wertvoll. Ich war schon vorbereitet, dass ich nicht mit Hilfe, einem offenen Ohr und Verständnis zu rechnen habe, sondern mit Abwehr, nicht darauf eingehen wollen oder langen Erklärungen über deren eigene Trinkgewohnheiten.

    Also auf keinen Fall mit Lob, so wie es beim Rauchen der Fall war. Als ich aufhörte zu rauchen, brauchte ich keine Gruppe, die mich stützt. Da hat meine Umwelt mich sehr aufgebaut. Beim Trinken: Nichts. Kein Lob. Nicht ein positives Wort.
    Ist doch interessant...

    Ich wünsche dir viel Kraft,

    LG TT

    Hallo Sinnfinder,

    oh, den Hinweis andere zu überrumpeln mit meinem Wollen und Wünschen habe ich mir auch schon einige Male angehört. Zuerst war ich gekränkt, weil ich dachte "aber meine Idee ist gut" daran kann es nicht liegen, also habe ich daraus geschlossen "der Mensch mag mich nicht mehr" Meine innere Schwachstelle. Wenn ich keine Erklärung finde, muss immer die herhalten :wink:

    Aber das es ein anderes Tempo gibt, derjenige Ruhe braucht, gerade innerlich woanders ist, dass habe ich ganz oft völlig übersehen. Das kann ich tatsächlich erst sehen, seit ich nichts mehr trinke. Bei mir ist da eine Menge Tempo raus...vor allem in Bezug auf mein näheres Umfeld.

    Lg TT

    Hallo Miasia,

    ich kenne keine Hintergründe, weiß zum Beispiel nicht, ob der xy um den es geht, schon mal auf eine Fahne hin angesprochen worden ist und er das verdrängt hat.

    Bei mir war es so, dass ich kein einziges Mal auf eine Fahne angesprochen wurde.
    Das ist eine für mich unbeantwortete Frage geblieben: Wieviel muss man abends bis wann trinken? Ab wann merken es andere am Geruch?

    Ich weiß, wie es riecht, wenn jemand relativ frisch getrunken hat. Also 1-5 Stunden nach Konsum. Es gibt auch einen Geruchsunterschied zwischen einem Glas Wein und einer größeren Menge Hochprozentigem. Das kann ich bei anderen ein wenig!! unterscheiden. Bei mir selbst konnte ich das gar nicht einschätzen. Kein bißchen.

    Ich habe abends meist 0,6 l(3 Piccolo) Sekt getrunken und zwischen 22 Uhr und 23 Uhr aufgehört. Morgens habe ich um 8.30 Uhr das Büro betreten und mich den halben Tag mit der Frage gequält, ob man es riecht oder nicht. Bonbons gelutscht, kaum noch gesprochen. Ich hatte ein so schlechtes Gewissen, es war eine reine Qual.

    Ich habe mir fast gewünscht, dass mich jemand fragt, ob ich ein Alkoholproblem habe. Damit das aufhört. Oder hätte selbst gern gefragt: Du, rieche ich noch nach Alk? Aber damit hätte ich mich ja öffnen müssen und es wäre vorbei gewesen. Bei mir gingen Scham und Sucht Hand in Hand.

    Ob xy verdrängt, sich schämt, sich selbst etwas beweisen will, stark sein will (in dem Sinne auch weitertrinken will) kann, denke ich, ausschließlich er allein beantworten. Aber wenn man noch drin steckt und noch nicht so weit ist, ist glaube ich, auch die Antwort darauf schwer zu geben.

    LG TT

    Hallo sinnfinder,

    für mich gibts zwei Arten von Listen: Die, die ich auf der Arbeit geführt habe und meine eigenen.

    Die Listen im Job fand ich schon fast unmäßig lang. Es brauchte nicht viel, um zu erkennen, dass sowohl ich, als auch meine Kollegen viel zu viel auf dem Schreibtisch hatten. Ich erinnere mich, die Hälfte der Liste abgehakt zu haben, einen Übertrag an Aufgaben mitzunehmen und die nächste zu schreiben. Genauso lang. Aber das Berufsleben ist so oder so seltsam.

    Meine eigenen Listen mag ich. Ich schreibe so viel darauf, wie ich möchte. Und das, was da drauf steht, mache ich auch. Manches sofort, manches im Laufe des Tages, manches erst in einem Jahr. Ich nenne sie "Zauberzettel" weil fast immer wahr wird, was ich schreibe. Aber das ist auch selbstbestimmtes Handeln. Ich bestimme. Kein anderer gibt vor, wieviel da drauf stehen darf.
    Ich mag das. Das verschriftlichen von Gedanken. Wenn sie in meinem Kopf beginnen zu tanzen, mache ich zuerst einen langen Spaziergang und am Abend schreibe ich auf, was sich am Boden abgesenkt hat. Am nächsten Tag eine Liste. Sonst habe ich zuviel Pläne, Gedanken, Hoffnungen, Wünsche und Erinnerungen im Kopf und werde schusselig :wink:

    Lg TT

    Hallo Forum,

    Matthias, danke für die Glückwünsche.

    Ich habe heute mal wieder einen Schritt gegen meine Ängste gemacht. Es gibt ja diesen Satz "Da, wo die Angst ist, geht es lang" Ganz oft, sicher aber auch nicht immer, stimmt das.

    Das Resultat war, dass ich im Nachhinein das Gefühl hatte, mich selbst viel strenger zu beurteilen, als andere es tun. Ein Großteil meines inneren Stresses ist hausgemacht. In Eigenregie produziert.

    Das nächste Thema ist das berufliche "Nach Hause kommen". Ich brüte, ich überlege, ich träume vor mich hin. Ich habe einen Beruf, ich habe einen Job. Aber das, was mir fehlt ist das Gefühl, innerhalb meines Berufes einen Arbeitsplatz zu finden, bei dem ich denke "Hier bist du angekommen. Hier möchtest du bleiben."

    Das ist überhaupt mein Thema. Ich bin eine Nomadin. Im Beruf, in der Partnerschaft, beim Thema Wohnung. Ich bin die, die kündigt. Ich bin die, die Partnerschaften beendet. Ich bin die, die weg will.

    Dann überlege, was ich falsch mache. Ich träume von einem Büro mit einer Tür zum zu machen, einem netten ruhigen Kollegen darin und einem anständig bezahlten Arbeitsplatz, bei dem ich meine Stärken einsetzen kann und nicht immer gegen meine Natur ankämpfen muss.
    Wie komme ich dahin?

    Und ich hätte gern einen Partner, der sich freut, dass es mich gibt und der sich grundsätzlich des Lebens freut.

    Also ist es wohl meine Aufgabe zu lernen mich zu freuen, dass es mich gibt und mich auch des Lebens zu freuen.

    Heute will ich noch in ein Musikgeschäft gehen und mir Instrumente anschauen. Ansonsten gehts mir gut. Mit meinem Nicht-trinken und mit meinen Leistungen im letzten halben Jahr bin ich sehr zufrieden.

    Ich wünsche allen eine gute Zeit,

    Lg TT

    Hallo Forum,

    ich melde mich mal wieder. Jetzt bin ich drei Monate trocken.
    Es geht mir gut damit. Das hatte ich auch so erwartet. Letzte Woche konnte ich erstmals wieder aus vollem Herzen über mich selbst lachen. Auch das war so ein "Alkohol-Diebstahl" Das hatte mir die Sucht gestohlen.

    Als Belohnung für mich gibts heute eine neue Frisur.

    Da es auf der Baustelle "Einsamkeit" so gar nicht vorangehen will, habe ich sie erstmal losgelassen.

    Und mich der Baustelle "Finanzen" zugewandt. Ich möchte ja gern in Zukunft reisen. Dafür brauche ich eine Reisekasse. Wäre auch gut, wenn da etwas drin wäre :wink: Da bin ich jetzt dran. Haushaltsbuch führen, Einnahmen und Ausgabencheck usw. Das macht mir richtig Spaß. Hätte ich gar nicht gedacht. Es ist eine ganz andere Thematik als die Psychologie der Einsamkeit und fühlt sich eher erholsam an.

    Ja und dann gibts da noch das Instrument, dass ich schon immer gern erlernen wollte. Da bin ich so auf dem Stand, mich mal zu informieren, wann und wie ich Unterricht nehmen will. Ich denke, November ist ein guter Startmonat dafür.

    Euch ein schönes Wochenende,

    LG TT

    Guten Morgen BC,

    Das liest sich toll, was du schreibst. Vielen Dank dafür.

    Ich habe gestern abend nochmal darüber nachgedacht und die letzten Partnerschaften Revue passieren lassen. Um die handelt es sich. Es handelt sich sowieso um mein Leben ab 30. In Arbeit, Partnerschaft und Leben. Und um das Weichen stellen zwischen 27 und 30 Jahren, das mir nicht zu meinem Wohlbefinden gelungen ist. So fühle ich mich jetzt. Als Weichstellerin. In der Nacharbeit.

    Ich denke, ich habe mich jeweils zu schnell und zu intensiv eingelassen. So bin ich. In der Single-Phase sehe ich keine Männer. Nicht mal an. Niemand ist da. Als wäre ich Mitglied eines Nonnenklosters. Blick nach unten, keine Flirts, keine Dates, keine Gespräche, keine Vergleiche. Dann begegnet mir ein Mann, mit dem ich mir mehr vorstellen kann und ich bin derart ausgehungert, nach Gesprächen, Zuwendung, Umarmung, dass ich keine Zeit mehr habe. Für nichts. Nicht zum kennenlernen, nicht zum durchatmen, nicht zum überlegen, ob ich wirklich schon meine Wohnung kündigen und einen Umzug in Erwägung ziehen soll.

    Darum möchte ich die Kontaktanzeige aufgeben oder vielleicht ist es sogar besser einem Verein beizutreten. Aufgrund der Unverbindlichkeit. Damit ich mal auch als Single das Gefühl habe, dass ich noch interessant für Männer bin. Damit mal Gespräche möglich werden. In denen ich nicht verliebt bin. Ich mal schauen kann "Wie sind Männer eigentlich?" Ich kenne ja nur die wenigen, mit denen ich in Beziehung war.
    Und auch immer wieder die Wochenaufgabe an mich "Schau' mal hoch, wage mal ein Lächeln"

    So, viel geschrieben, viel offene Worte...ich mache mal eine Woche bis 10 Tage Pause um alles sacken zu lassen und mich meinem realen Leben zuzuwenden. Ich war jetzt hier sehr transparent und möchte mal schauen, ob ich das bei meinen verbliebenen realen Freundinnen und neuen Kontakten einen Hauch mehr Offenheit zulassen kann.

    Ich bedanke mich bei allen bis hierhin und bis bald,
    Lg TT