Beiträge von lütte69

    Hallo Destiny,

    und ob ich Angst hatte, nach über 20 Jahren Ehe "einfach" so zu gehen. Ich hab mir vor Angst fast ins Hemd gemacht. Das ließ mit dem Auszug auch nicht gleich nach. Bei seinen Anrufen hatte ich regelrechte Panikattacken. Mein Herz und mein Kopf waren ja keine Einheit. Die Entscheidung war ja reine Kopfsache, mein Herz hat ja auch gehofft. Aber ich hatte es zu Hause einfach nicht mehr ausgehalten. Ich glaube, es hat ca. 1,5 Jahre gedauert, bis ich ihn wirklich loslassen konnte - auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt schon wieder zusammen waren. Ich kann mich an den Moment erinnern als bei mir im Herzen die Erkenntnis ankam, dass es völlig egal ist, was ich mach oder nicht, ich kann ihn nicht ändern, er ist für sich verantwortlich. Das war auch ein Gefühl der Erleichterung, da fiel ne Menge Ballast von mir ab. Ich hab mich gern gekümmert und wollte alles schön und harmonisch für alle, aber das geht nicht. Was für mich schön und harmonisch ist, geht dem anderen vielleicht auf den Keks :shock: . Auch wenn's mir nicht immer leicht fällt, schaff ich es schon, meinen Mann nicht immer aufheitern zu wollen, wenn er mal schlecht drauf ist bzw. zu denken, dass seine Stimmungen immer an mir liegen. Das ist für mich eine schwierige Aufgabe, ihn einfach zu lassen.

    Zitat

    Gestern Abend war ich alleine und konnte ganz entspannt den Abend genießen. Ich musste nicht ständig daran denken, was oder wieviel er trinkt und auch nicht seine schlechte Laune ertragen.

    So soll es doch sein und so kann es sein, wenn Du für dich sorgst.

    Zitat

    Aber trotzdem habe ich ihn vermisst. Den Mann, den ich einmal kennengelernt habe. Den vermisse ich sehr. Immer

    Das ist normal und darf so sein, aber ich denke, der Schmerz wird weniger, je mehr du dich in den Fokus rückst. Er hat doch auch die Chance, sein Leben in den Griff zu bekommen, aber das liegt eben ganz allein an ihm.

    sonnige Grüße
    lütte

    Hallo Destiny,

    auf was hoffst Du? Soll er sich ändern, damit Dein Leben besser wird? Das war meine Hoffnung damals. Heute weiß ich, wie hoffnungslos das war. Ich musste mich bewegen, was verändern, damit sich mein Leben verändert. Ich lieb(t)e meinen Mann auch, aber ich musste einsehen, dass ich zu Grunde gehe, wenn ich weiter in seinem alkoholisierten Umfeld bleibe. Ich musste mich zwischen ihm und mir entscheiden. Ich hab mich für mich entschieden. Das war nicht leicht, weil ich ja egoistisch und kalt (so seine Worte) -die Böse - war. Durch meinen drastischen Schritt hatten wir die Chance uns zu verändern und die haben wir genutzt. Der Weg war steinig, hat sich aber gelohnt.
    sonnige Grüße
    lütte

    Hallo Destiny,

    ich kann dir dazu nur sagen, dass sich bei mir erst was geändert hat, als ich angefangen habe, mich zu verändern. Die Veränderungen gingen gegen alles, was ich gefühlt habe. Ich habe rein kopfmäßig gehandelt, das Gefühl kam irgendwann hinterher. Leider reicht unsere Liebe oftmals nicht, um eine Veränderung im Alkoholkonsum dauerhaft zu erreichen. Bei mir hat erst mein Auszug ihn zum Nachdenken und Handeln gebracht.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Destiny,

    herzlich willkommen im Forum. Deine Zwickmühle kann ich gut verstehen. Wie wäre es, wenn Du ihm vorher eine Ansage machst. Entweder er tut was gegen seine Sucht (nicht nur wenn die Kinder da sind, sondern grundsätzlich) oder Du redest mit der Mutter der Kinder offen über Deine Bedenken. Ich würde die Kinder da nicht so reinziehen.

    Was ich hier im Forum gelernt habe ist, dass jeder für sein Leben verantwortlich ist, also auch Dein Partner. Er, und nur er, hat die Möglichkeit sein Leben zu ändern. Andersrum bin auch nur allein ich für mein Leben verantwortlich. Das bedeutet, dass ich mir darüber klar werden musste, wie ich leben will und ob mein Partner mit seiner Sucht da rein passt. Ich bin damals ausgezogen und im Prinzip war mir egal, was passiert. Der Stein kam ins Rollen - es hat sich was bewegt. Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, dass was passiert. Wie sagt Einstein so treffend: "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert".

    In diesem Sinne viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo Bianca,

    ich kann mich Aurora nur anschließen. Für Dich weißt Du doch, was Du möchtest und was nicht. Auch ich kenne die Angst davor, das eigene Leben umzukrempeln. Aber Du musst nicht alles auf einmal angehen. Mach es schrittweise - immer ein kleines Stückchen. Ändere Kleinigkeiten - das macht Mut für größere Schritte. Du musst Dich nicht ändern, damit er in Ruhe weiter saufen kann. Du darfst Dich ändern, damit Du mit Deinen Kindern zufrieden leben kannst.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Sandstrand,

    das hört sich alles nicht gut an. Ich bin da Auroras Meinung, dass eine Pause eine wirklich gute Idee ist, damit Du zu Kräften kommen kannst. So wie Du schreibst, hab ich das Gefühl, dass Du das nicht mehr lange durchhalten kannst. Schraub einen Gang zurück, guck einfach, was mal liegen bleiben kann - Du musst nicht perfekt sein. So eine Auszeit kann dir vielleicht auch Deine Ruhe im Umgang mit deinen Kindern wieder geben. Deine Angst kann ich verstehen, aber ich glaube nicht, dass sich Kinder permanent kaufen lassen. Sicher ist das Materielle eine aufregende Sache, aber ich denke, dass die Kinder eher die Mama vermissen als das neueste Spielzeug.

    Ich drück Dich mal und schicke Dir ein paar Sonnenstrahlen
    Lütte

    Liebe Sandstrand,

    Deine Kinder und Du - ihr seid Priorität Nr. 1. Auch Du bist wichtig. Nur Du kannst dafür sorgen, dass es Dir gut geht und du die Kraft für dich und deine Kinder findest. Die Kinder können noch nicht allein ins Ausland und fertig. So langsam könnte ja auch feststehen ob er her kommt oder nicht. Kannst Du da ein Ultimatum setzen, denn Du willst ja auch planen und nicht ständig in der Schwebe hängen. Versuch mehr an Dich zu denken und weniger an ihn (ich weiß wie schwer das ist). Dieses ständige Kreisen um ihn raubt dir die Kraft. Mach Dir bewusst was du wie willst und versuche ihm das ganz deutlich zu vermitteln. Ein gemütliches Weihnachten ohne Papa ist meiner Meinung nach besser als ein angespanntes Weihnachten mit Papa oder?

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld.
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo kingjuliansmum,

    Deine Gefühle sind in Dir begründet. Das heißt, dass Du sie ändern kannst. Du kannst aktiv aus der Situation raus gehen und Dich für ein zufriedenes Leben entscheiden. Das ist kein leichter Weg und er erfordert Mut, Kraft und Geduld, aber Du kannst ihn gehen. Hab das gerade bei jemand anders schon mal geschrieben: Schwerer als zu bleiben ist nur zu gehen. Ich brauchte den räumlichen Abstand um zur Ruhe zu kommen und in mir ein paar Dinge zu sortieren.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Moony,

    ich wollte auch nie die Böse sein und in Harmonie gehen. Da war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Ich habe in einem Film am Wochenende einen sehr schönen Satz gehört: "Schwerer als zu bleiben ist nur zu gehen." Das war mein Dilemma vor 6 Jahren. Es ist aber möglich. Du kannst seine Gefühle nicht ändern. Die hat er so oder so. Du kannst Deine Gefühle beeinflussen und Dich wichtiger nehmen als ihn.

    Viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo Mira,

    Du bist wütend und frustriert, dass kann ich verstehen. Du willst ihn unterstützen - keine Frage, aber dabei darfst Du natürlich nicht auf der Strecke bleiben. Es hört sich ja so an, dass er am Freitag Freiraum hat. Warum kann er sich in der Zeit nicht um Haushalt und Kinder kümmern und Du machst mal was für Dich? Würde euch ein Wochen- oder Monatsplan, in dem für jeden mal Auszeiten und gemeinsame Zeiten eingetragen werden, helfen? Wie stellt er sich denn eine Partnerschaft in Zukunft vor? Du machst und tust und er ist krank? Hattet ihr vorher eine gewisse Arbeitsteilung? Sicherlich steht seine Trockenheit an Platz 1 der Prioritäten, dass heißt aber in meinen Augen nicht, dass sich die ganze Welt um ihn drehen muss. Du bist auch ein Mensch mit Bedürfnissen und die haben genauso ihre Berechtigung. Gäbe es die Möglichkeit, dass ihr bei der Therapie eine Paarstunde macht, bei der Du mal Deine Sicht der Dinge schildern kannst. Ich fand so eine Moderation durch den Therapeuten ganz hilfreich. Ansonsten versuch dir deine kleinen Inseln zu schaffen um mal runter zu kommen und zu verschnaufen.

    Viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hi Moony,

    das hier finde ich sehr interessant

    Zitat

    kann ich alles auf ihn schieben "nur" weil er Alkoholiker ist? natürlich, durch diese Krankheit kommen wir oftmals erst in komische Situationen. aber manchmal fühle ich mich schlecht weil es am Ende immer heißt: du (er) hast doch gesoffen. Irgendwie sind ja immer zwei beteiligt.

    Stehst Du mit ner Waffe an seinem Kopf und zwingst ihn zu trinken? Dann wären 2 beteiligt. Wenn er alleine für sich und seinen Schatten säuft und du beim Sport bist - wo ist deine Beteiligung? Weil Du so schwierig bist? Ich kenn auch schwierige Personen und ich muss deswegen nicht trinken. Er entscheidet bei jedem Schluck selbst, das Glas an den Mund zu führen. Da kannst Du dich auf den Kopf stellen und zurück, es ändert seine Entscheidung nicht. So wie ich die Alkoholiker hier verstanden habe, finden sie in nassen Zeiten immer einen Grund zu saufen, da könntest Du der liebe Gott persönlich sein und es wäre nicht recht. Ich hab früher auch immer gedacht, wenn ich mich so oder so verhalte, trinkt der nicht oder wenn er sich so oder so verhält, wird mein Leben besser - Pustekuchen - ich bin für mein Leben verantwortlich. Wenn ich ein anderes Leben haben will, muss ich halt was ändern in meinem Leben. Ich bin damals ausgezogen und mir war alles egal. Meinem Mann plötzlich nicht mehr. Wir haben wieder zueinander gefunden (was kein leichter Weg war), aber wir haben uns beide verändert, an uns arbeiten müssen. Jetzt ist Deine Zeit, stell Dich in den Fokus und sorge dafür, dass es Dir gut geht. Dazu hab ich mal irgendwo gelesen "Wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt."

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Moony,

    herzlich willkommen im Forum. Was würdest Du Deiner besten Freundin raten, die dir gerade das, was Du geschrieben hast, erzählt? Ist es die "große Liebe" wert, sich selbst aufzugeben? Du merkst selbst, dass Du schon körperlich leidest. Für mich liest sich das wie Beine in die Hand und so weit weg wie möglich.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Tini,

    wie alt ist Deine Tochter? Manchmal müssen wir als Mütter für unsere Kinder eine Entscheidung treffen, die sie nicht mögen. Ich denke, der Schaden, den ein Umzug bei ihr "anrichten" würde, wäre nicht so gravierend wie das Leben mit einem alkoholabhängigen Vater. Wäre dein Mann bereit auszuziehen?
    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Tini,

    herzlich willkommen im Forum. Auch wenn es vielleicht weh tut, ich hab nicht den Eindruck, dass Dein Mann trocken werden will. Ich denke, es gibt da nur ein schwarz oder weiß. Trinken oder nicht trinken wie schwanger oder nicht schwanger - ein bisschen geht nicht.
    Ich war vor sechs Jahren in einer ähnlichen Situation und bin ausgezogen, weil ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste. Mir war egal, ob die 20 Jahre Ehe den Bach runter gehen oder nicht, ich musste nur noch weg. Allein konnte ich zur Ruhe kommen. Mein Kind (damals schon aus dem Haus, hat mich im Nachhinein gefragt, warum ich nicht schon früher mit ihm ausgezogen bin - autsch). Mein Mann hat dann aber beschlossen ohne Alk zu leben und so sind wir wieder zusammen (auch kein einfacher Weg). Das Verhältnis zu unserem Kind ist besser, aber da sind noch sehr viele Risse, die nur langsam mit der Zeit gekittet werden können - hoffentlich.
    Es sollte in Deinem Leben erst mal um Dich und dein Kind gehen. Das heißt, wie stellst Du Dir ein zufriedenes Leben vor? Kannst Du das so wie es jetzt ist, verwirklichen? Was kannst Du tun, damit es dir besser geht? Dein Mann ist erwachsen und trifft seine Entscheidungen für sein Leben. Das war schwer für mich zu verstehen, dass er sein Leben auch versaufen darf, aber als diese Erkenntnis vom Kopf zum Herzen durchgewandert war, ging es mir besser.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Amy,

    mir war es damals nicht möglich mit meinem Mann unter einem Dach zu leben. Ich hätte mich nicht auf mich konzentrieren können, sondern hätte seine Worte immer zu sehr an mich ran gelassen. Es war schon schwierig genug, die Telefonate zu verarbeiten. Drücke Dir die Daumen, dass Du eine kleine Heimat für Dich findest.

    Wünsche Dir eine entspannte Woche, in der Du zur Ruhe kommen kannst. Lass ihn seinen Entzug machen und kümmere Du Dich um Dein Leben, das ist jetzt die Hauptsache.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Emma,

    hier wurde vieles schon gesagt, dem ich mich nur anschließen kann. Ich war auch an dem Punkt wo ich irgendwie das Gefühl hatte zu verschwinden, mich aufzulösen, nicht mehr ich zu sein. Da konnte ich meine restlichen Kräfte mobilisieren und mich auf den Weg machen. Inzwischen war mir alles, was mich gehalten hat egal, ich wollte nur noch weg. Trotzdem war es eine schwere Zeit, weil Verstand und Herz sich keinesfalls einig waren. Es ist immer schwierig, Ratschläge zu geben, weil ich Dich nicht kenne, aber mir hat es sehr geholfen, mich in den Fokus zu rücken (Kind war aus dem Haus). Was würdest Du Deiner besten Freundin raten, die Dir all das schildert, was Du hier schreibst?

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg
    sonnige Grüße
    Lütte

    Danke für die Worte Aurora, Du sprichst mir aus der Seele. Auch bei mir musste es erst diesen Punkt geben, an dem mir klar wurde: entweder ich ändere was oder gehe vor die Hunde. Aber dafür lebe ich zu gerne. Veränderungen waren schmerzhaft und viele musste ich vom Kopf her umsetzen, weil mein Gefühl völlig dagegen war. Einiges ist mir gelungen, anderes nicht so, aber der Weg führt zu einem zufriedenen Leben. Ich durfte meine Sicht auf vieles ändern und eine Menge über mich lernen. Im Nachhinein war es gut für mich, dass ich mich (zugegeben nicht ganz freiwillig) auf diesen Weg begeben habe.

    Zum Thema: In der Konfrontationssituation hätte ich vermutlich dicht gemacht und niemand an mich ran gelassen. Aber ich denke, es ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Es tickt ja jeder anders. Ich jedenfalls habe die Erfahrung gemacht, dass ich erst einen Tiefpunkt brauche um in die Puschen zu kommen.

    sonnige Grüße
    Lütte