Beiträge von lütte69

    Hallo Sandra,

    ich denke, es ist ein Lernprozess - gedanklich und körperlich vom anderen weg zu kommen. Könntest Du vielleicht einen kleinen Urlaub machen oder jemanden weiter weg besuchen? Dann bist Du erst mal räumlich schon ein ganzes Stück weg und neue, andere Eindrücke lenken vielleicht eher ab. Wichtig ist aber in meinen Augen, dass Du fühlen kannst, dass Du nicht für ihn verantwortlich ist, dass er mit seinem Leben machen kann, was er will, auch wenn Du andere Wünsche für sein Leben hast. Bei mir hat das über ein Jahr gedauert, aber es hat sich gelohnt.

    Wünsche Dir Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Vielleicht schaust Du mal, was Dir wirklich fehlt. Das mit dem "baldmöglichst guten Ersatz" finde ich kritisch. Nimm Dir die Zeit und komm mit Dir ins Reine. Wenn du zufrieden bist, spiegelst Du das auch wider. Ich habe fest gestellt, wenn ich mit mir im Einklang bin, passieren mir auch gute Dinge und negative kann ich besser verarbeiten. Nimm Dich in den Arm und tröste Dich, Du hast alles in Dir, was Du brauchst, finde Deinen Weg zu Dir.

    viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo CoA,

    ist es nicht auch ein erleichterndes Gefühl, alle Prüfungen fertig zu haben? Fühlst Du nicht ein bisschen Stolz dabei? Wovor hast Du Angst? Du kannst Dein Leben gestalten - ist das nicht auch spannend, wenn ein neuer Abschnitt beginnt?

    Ich wünsche dir eine entspannte Woche.
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Sandra,

    das ist ja echt eine bescheuerte Situation. Mir hat zur spontanen Ablenkung von den wirren Gedankenkreisen Folgendes geholfen: Lieblingsmusik an, ganz laut aufdrehen und mitsingen. Wenn wir singen, können wir nicht denken :shock: . Bei mir hat's gut geholfen. Ich hab viel gelesen und wirklich ein altes Hobby wieder ausgegraben.

    Für mich war auch wichtig wirklich zu begreifen und zu fühlen, dass er für sich verantwortlich ist. Er ist erwachsen und darf sein Leben leben wie er es möchte, auch wenn es nicht der Vorstellung von meinem Leben entspricht. Als ich das fühlen konnte, konnte ich ihn loslassen. Denn da wusste ich auch, dass ich für mein Leben verantwortlich bin und dafür dass es mir gut geht, dass ich meinen Weg für ein zufriedenes Leben finden und gehen muss. Leider sind dabei manchmal schmerzhafte Entscheidungen zu treffen.

    Was das Dorf denkt, kann Dir Banane sein. Die stecken nicht in Deinen Schuhen.

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld.
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Hartmut,

    Zitat

    Ist der Unterschied für einen Co ersichtlich, was nun die treibende Kraft ist, den Alkoholiker „trocken“ zu legen? Krankheitsverhalten oder Liebe?

    Ich denke, wenn mir dieser Unterschied bewusst gewesen wäre, wäre ich nicht hier gelandet. Der Übergang ist meiner Meinung nach schleichend. Da ich ihn nicht gemerkt habe, bin ich über meine Grenzen gegangen und habe mich aus den Augen verloren.

    sonnige grüße
    lütte

    Hallo CoA,

    Zitat

    Und ich spiel dann die Rolle eines Clowns, Lustobjekts oder Mülleimers. Aber ich möchte Kontakt mit menschen, bei denen es Interaktion gibt. Bei denen meine Bedürfnisse auch beachtet werden und ich Wertgeschätzt werde.

    Ich glaube, das passiert, wenn Du Dich selbst beachtest und wertschätzt. Zumindest hab ich die Erfahrung gemacht, dass mir gute Dinge passieren, wenn ich mit mir einigermaßen im Reinen bin und das auch ausstrahle. Du musst den Clown nicht spielen. Ich kenne das. Ich bin auch immer die Witzige mit einem lustigen Spruch auf den Lippen, egal wie's in mir aussieht. Aber damit komm ich nicht weiter. Ich darf auch mal traurig sein und das auch zeigen. Das fällt schwer, weil das andere Muster tief in mir steckt, aber ich lerne.

    Glückwunsch zur Rauchfreiheit. Ich hab vor 6 Jahren aufgehört und bin immer noch happy darüber.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Julia,

    Zitat

    Die Entscheidung zu treffen zu gehen, ist das, was mir schwer fällt und mich zerreißt innerlich

    Dieses Gefühl kenne ich zur Genüge. Es wurde auch nicht besser als ich gegangen bin, im Gegenteil. Aber ich hab mich da durch gekämpft, weil alles besser war, als im System zu verharren - so hab ich es empfunden. Mein bisschen Rest an Instinkt sagte mir, dass ich kurz davor bin, mich auf zu geben.

    Ich habe für mich festgestellt, dass die Zeit vieles zurecht rückt. Weiß gerade nicht, wie ich es ausdrücken soll. Ich kann Dir nur empfehlen, für Dich aktiv zu werden, Dein Leben zu gestalten. Wenn er es für sich schafft vom Alkohol weg zu kommen, habt ihr doch immer noch die Chance auf eine schöne gemeinsame Zukunft. Wenn er es nur auf Grund Deines Druckes macht, wird es eine schwere Zeit. So hab ich es jedenfalls erlebt. Mein Mann wollte mich zurück und hat deswegen aufgehört zu trinken. Damit hatte ich wieder den schwarzen Peter. Das war eine sehr anstrengende Zeit, bis er die Fäuste aus den Taschen genommen hat und für sich aktiv wurde. Heute geht es uns gut, aber der Weg dahin war sehr steinig und er forderte viel Geduld.

    Auch wenn es schwer fällt, versuch dich auf dich zu konzentrieren und nicht auf ihn.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Julia,

    Zitat

    Zusätzlich kenne ich mich mit Alkoholikern nicht aus und weiß nicht, wann ist jemand ein Alkoholiker, wann trinkt jemand zu viel, weil er eine schwierige Phase hat und ist sehr wohl in der Lage auch damit aufzuhören.

    So ging es mir vor 6 Jahren ebenfalls. Ich brauchte unbedingt eine Bestätigung von außen, dass er Alkoholiker ist. Das war mir so ungemein wichtig. Die bekam ich natürlich nicht, weil nur der Trinkende selbst sagen kann: "Ja, ich bin Alkoholiker". Heute brauch ich so eine Bestätigung nicht mehr. Heute weiß ich, wenn ich mich in einer Beziehung nicht wohl fühle, habe ich das Recht zu gehen. Ich will nie mehr Bauchschmerzen und Angst vorm nach Hause gehen haben, weil ich nicht weiß, was mich dort erwartet.

    Zitat

    Allerdings denke ich auch, dass jeder auf die schiefe Bahn geraten kann. Und dann hilft es, wenn man jemanden hat, der für einen da ist. Ich denke, dass jeder Mensch eine Chance verdient hat und ich wäre auch dankbar, wenn ich eine Chance bekommen würde, wenn ich in seiner Situation wäre. Keine Ahnung, ob das Sinn macht.

    Das ist sicher alles richtig, aber er ist erwachsen und in der Lage, sein Leben zu ändern. Du kannst ja an seiner Seite sein, wenn er diese Chance nutzen will, aber das ist seine eigene Entscheidung. Aber ich denke, so lange er diese Entscheidung nicht getroffen hat, ist die Chance auf eine glückliche Beziehung mit ihm nicht sehr groß.

    Es freut mich für Dich, dass Du eine Therapeutin gefunden hast, die Dir bei der Aufarbeitung hilft.

    viel Kraft und Geduld für Dich
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Hartmut,

    ich hatte gesund ja in ".." gesetzt. Die Beziehung ist ja für den hier schreibenden Teilnehmer nicht zufriedenstellend und er/sie sucht Hilfe. So ging es mir damals auch. Ich würde meinen damaligen Zustand nicht als krank, aber auch nicht als gesund bezeichnen. Mir ging es in der Situation körperlich und psychisch schlecht. Da ich im System gefangen war, sah ich für mich keinen Ausweg und bin nach einigen Recherchen hier gelandet und bin meinen, für mich nicht leichten Weg gegangen - erst allein und dann wieder mit meinem Mann. Heute lebe ich in einer zufriedenen, glücklichen - für mich gesunden - Beziehung mit meinem Mann.

    Ich maße mir in keinem Fall an, hier oder sonst wo Diagnosen zu stellen. Ich bin auch der Meinung, dass ich klar stelle, dass ich aus meiner Sicht schreibe, meine Erfahrungen mitteile und dass diese nicht allgemeine Gültigkeit besitzen. Daher werde ich mich auch mit einer Definition einer gesunden Beziehung zurück halten. Vielleicht reden wir besser von einer zufriedenen Beziehung? Das was ich jetzt mit meinem Mann habe macht mich glücklich und zufrieden. Wir lieben uns, wir haben viel gemeinsam, wir akzeptieren unsere Unterschiede, wir reden, lachen, schweigen miteinander, wir lassen dem anderen seine Freiheiten, haben gemeinsame und alleinige Hobbies. Wir können miteinander streiten, Meinungen austauschen. Ich fühle mich wohl in meinem Leben und habe den Eindruck, dass es meinem Mann auch so geht. Das ist meine Sicht der Dinge, die nicht allgemeingültig ist, damit es nicht zu eventuellen Missverständnissen kommt.

    Ich wollte gestern keinen ellenlangen Text verfassen, daher nur so ein kurzes Statement, aber dass scheint ja daneben gegangen zu sein. Mir ging es damals so, dass mein Gefühlsleben, meine Werte und Prägungen völlig auf dem Kopf standen, dass ich mich innerlich neu justieren musste. Da war ich mit meinem trinkenden Mann und unserer nicht intakten Beziehung völlig überfordert. Erst mal (in meinem Leben) ging es um mich, ich musste für mich einen neuen Weg in meinem Leben finden. Durch meinen Auszug begann auch mein Mann über gewisse Dinge in seinem Leben nachzudenken und andere Prioritäten zu setzen. Er begann sein Leben zu ändern und ich meins (für mich ein Gesunden) und es gab noch genügend, dass uns verband.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo CoA12307,

    Zitat

    Jetzt kommt er wieder an und mag mich sehen ohne üble Forderungen. Wir schreiben ganz viel und machen Späße. Aber ich kann ihn nicht einfach wieder annehmen. Ich bin ganz durcheinander.

    Das musst Du doch auch nicht. Lass Dir die Zeit, die Du brauchst. Hat er an seinem Trinkverhalten etwas geändert? Das war für mich halt Grundbedingung damals, dass er nicht mehr trinkt, damit wir in Kontakt bleiben und ab und zu was unternehmen.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Camilla,

    Zitat

    Meine Denke ist einfach, wenn die "Sucht", die "Abhängigkeit" noch nicht da ist, sondern "nur" der Missbrauch...kann es dann nicht eine gemeinsame Lösung geben?


    Ich denke, dass jeder für sich "gesund" werden muss und dass Du es dann erst mit einer gesunden Beziehung versuchen kannst. So jedenfalls ist es mir ergangen. Wir sind eine Zeit lang getrennt unsere Wege gegangen und haben dann wieder zusammen gefunden. Ich musste gesund werden, genauso wie er. Heute bin ich glücklich in dieser Beziehung. Meine Erfahrung ist, dass die Zeit zeigt, ob es funktioniert. Voraussetzung ist jedenfalls: kein Alkohol.

    Sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Camilla,

    von mir auch ein herzliches Willkommen im Club. Mich trieb eine ähnliche Situation wie Dich hier her. Das war vor 6 Jahren. Ich hatte auch den Wunsch ihn zu unterstützen - "trocken zu legen". Heute weiß ich, dass es nicht funktioniert, dass jeder für sich die Entscheidung treffen muss, wie er leben will - mit Alk oder ohne, mit einem trinkenden Partner oder ohne. Ich bin damals gegangen, weil ich dachte, dass alles besser sein muss, als weiter dieses Leben. Natürlich hat sich in mir alles gegen diesen Schritt gesträubt. Es war eine reine Kopfentscheidung. Ich wollte ihm helfen, ihn unterstützen, aber so lange er das nicht zugelassen hat, war es vergebliche Liebesmüh. Mein Auszug hat ihn zum Umdenken bewogen. Das muss natürlich nicht zwangsläufig so sein.

    Es geht Dir in dieser Beziehung nicht gut, also liegt es an Dir, Maßnahmen zu ergreifen, damit Du wieder zufrieden bist.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Karin,

    ich bin damals gegangen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich immer mehr verschwinde. Ich war unglücklich, gab ihm die Schuld und wusste nicht was ich tun sollte, damit er nicht mehr trinkt und unser Leben wieder schön wird. Dann kam ich hier her in einer ähnlichen Situation wie Du. Von den Usern hier der unfassbare Vorschlag der Trennung. Er trank doch, er sollte machen und mein Leben sollte sich ändern - so meine Einstellung. Ich habe sehr viel gelernt - über mich und über die Alkoholsucht. Und dann bin ich gegangen, als ich merkte, dass alles andere besser sein musste, als weiter in der Situation zu verharren. An seiner Seite hätte ich es nicht geschafft, mein Leben zu ändern. Dafür brauchte ich erst mal Zeit und Raum für mich und er hatte Zeit und Raum für sich. Bei uns geschah das kleine Wunder, dass ich ihm wichtiger war als der Alk und dass wir wieder zueinander gefunden haben, aber das brauchte ca. 2 Jahre und war ein anstrengender Weg. Aber ich habe gelernt, dass sich in meinem Leben nur was ändert, wenn ich aktiv daran arbeite.

    Zitat

    Ich bin mir fast sicher, dass ein Verlassen sein Ende bedeuten würde. Er würde sich dann komplett gehen lassen fürchte ich (vielleicht täusche ich mich auch). Wahrscheinlich sagen das alle Frauen von Alkoholikern.

    Könnte dein Bleiben nicht aber auch Dein Ende bedeuten? Ende meine ich so wie ich es oben beschrieb, dass mein ICH, meine Wünsche und Bedürfnisse immer mehr verschwanden.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Dich
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Milla,

    mir ging es wie Dir. Ich bin ausgezogen und dachte, dass meine Probleme damit erledigt wären. Leider war dem nicht so. Es war eine völlig neue Situation. Ich musste erst mal mit mir selber klar kommen. Die Traurigkeit, die Zweifel, die Wut waren ja durch meinen Auszug nicht verschwunden. Sie rumorten weiter in mir. Plötzlich war auch viel freie Zeit da. Was sollte ich damit anfangen? So wie Aurora schreibt, hab ich es gemacht. Hab mir ein neues Hobby gesucht, viel an mir gearbeitet (gelesen, Therapie, geredet), eingeschlafene Kontakte wieder aktiviert. Das hat funktioniert - immer langsam Schritt für Schritt, aber es wurde besser.

    Hab Geduld mit Dir.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Chuck,
    Ich glaube, es braucht alles seine Zeit. Vielleicht bist Du aber auch mit dir noch nicht im Reinen. Dass irgendwas in dir noch bearbeitet werden will bevor du wirklich in Liebe los lassen kannst. Bei mir hat das über ein Jahr gedauert. Hab Geduld mit dir und hör nicht auf, dir wichtig zu sein.
    Sonnige Grüße
    Lütte

    Guten Morgen,

    hab gerade einen Geistesblitz gehabt, dass ich ja bei den Co's und nicht bei den EKA's geguckt hatte. Also hier noch mal mein Post für Dich

    Zitat

    Hallo Maskottchen,

    wollte Dir gerade noch was schreiben, habe aber Deinen Faden nicht gefunden. Vielleicht hab ich auch nicht richtig gelesen.

    Ich habe vor kurzem den Film "Die Hütte - ein Wochenende mit Gott" gesehen. Dabei hab ich sehr an Dich gedacht. Vielleicht magst Du ihn Dir mal anschauen. Es geht darin auch um los lassen und verzeihen.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Wünsche Dir ein entspanntes Wochenende
    sonnige Grüße
    lütte

    Liebes Maskottchen,

    ich möchte Dich gern mal in den Arm nehmen und Dir sagen, dass Du alles schaffen kannst und Dir Mut machen, Deine Eltern los zu lassen und Dich wichtig zu nehmen.

    Zitat

    Aber obwohl die Erkenntnis herrscht, dass ich nun mein Leben selbst in die Hand nehmen sollte, ich habe damit Riesenprobleme;
    Wie soll ich das alles verzeihen?
    Ich schaffe das nicht ausschließlich über den Rückblick, dass meine Eltern Alkis waren...

    Sorry
    Ich enttäusche gerade wohl...

    Wer sagt denn, dass Du verzeihen sollst. Ich denke, "loslassen" ist hier das Zauberwort. Du musst gar nix. Nur wie lange kreisen Deine Gedanken und Gefühlen um Schuld, Vergebung und Verzeihen? Haben diese Gedanken Dich weiter gebracht? Wie schon geschrieben wurde, ist es wirklich einen Versuch wert, die ganze Situation mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wie wäre es, wenn Du alles was Dich bewegt in einem Brief an Deine Eltern nieder schreibst und diesen Brief in einem Karton vergräbst, mit einem Schiffchen auf die Reise schickst oder verbrennst - symbolisch los lässt. Dann kannst Du vielleicht anders auf die Vergangenheit schauen und mit ihr abschließen.

    Den einzigen Menschen, den Du hier enttäuschen kannst, der bist Du. Ich kenne nur diesen ganz kleinen Teil von Dir, den Du hier zeigst. Ich berichte freiwillig von meinem Weg, meinen Erfahrungen. Ich kann Dir schreiben, was mir geholfen hat. Du allein kannst nur entscheiden, was sich für Dich richtig anfühlt und dann versuchen, es umzusetzen. Du gehst Deinen Weg, ich begleite Dich dabei ein kleines Stück, aber es ist und bleibt Dein Weg. Das ist etwas, was ich mit Hilfe des Forums gelernt habe. Ich bin ganz egoistisch hier, weil es mir gut tut und hilft, ich kann von den vielen Menschen hier profitieren, dadurch dass ich hier lese und schreibe, zum Nachdenken angeregt werde. Ich habe die Wahl, mich zu beteiligen oder zu schweigen. So bist Du nur für Dich hier. Du bist an einem Punkt, wo Du allein nicht weiter weißt und Hilfe suchst. Hier gibt es viele Erfahrungen und Sichtweisen von denen Du profitieren kannst. Du entscheidest, was wichtig und richtig für Dich ist.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Jetzt ein bisschen ausführlicher.
    Hartmut schrieb:

    Zitat

    Natürlich bin ich als Alkoholiker schuld was ich im Suff angestellt habe

    . In wie fern bringt Dich diese Feststellung weiter? Was ist Schuld? Wer definiert Schuld?

    Für mich ging es damals nicht um Schuld und heute auch nicht. Das hab ich damals auch zu meinem Mann gesagt und sehe das heute noch genau so. Wir waren an diesem besonderen Punkt vor fast 6 Jahren, weil wir so sind wie wir sind. Der Weg, den wir gegangen sind, hat uns in dieses Dilemma geführt. So sollte es für mich nicht weiter gehen, also habe ich für mich drastische Veränderungen herbei geführt. Es waren für unsere Beziehung die richtigen Veränderungen. Durch mein Handeln (bin ich jetzt schuld?) konnten wir beide neue Wege einschlagen. Das war nicht leicht und hatte viel mit Reflektion und innerer Neuorientierung zu tun - auf beiden Seiten, aber wir haben es geschafft. Ich finde es wichtig zu reflektieren, welche Entscheidung, welcher Wesenszug an mir hatte besonderen Einfluss. Wenn es eine gute Situation ist, will ich das natürlich intensivieren und wenn meine Entscheidung zu einem für mich unangenehmen Ergebnis führte, will ich das ändern und versuchen, beim nächsten Mal zu vermeiden.

    Ich bin für mein Leben verantwortlich, ich kann über mein Leben bestimmen, es verändern. Dabei rede ich von mir als Erwachsene. Die Situation von Kindern mit süchtig trinkendem Elternteil ist eine andere. In meiner Kindheit ist auch nicht alles so gelaufen, wie es der Norm entspricht, aber für mich ist das Vergangenheit, es liegt in einer Schublade, die auch manchmal noch auf geht und der Inhalt nagt dann an mir, aber er bestimmt mein Leben nicht mehr. Vielleicht hat ja auch gerade diese Kindheit Wesenszüge an mir gefördert, die heute sehr positiv wahr genommen werden, die mir aber manchmal auch im Weg stehen. Ich mag nicht über die Schuld anderer nachdenken, weil ich daran nichts ändern kann, ich will mein Leben zufrieden leben.

    sonnige Grüße
    Lütte