Jetzt ein bisschen ausführlicher.
Hartmut schrieb:
ZitatNatürlich bin ich als Alkoholiker schuld was ich im Suff angestellt habe
. In wie fern bringt Dich diese Feststellung weiter? Was ist Schuld? Wer definiert Schuld?
Für mich ging es damals nicht um Schuld und heute auch nicht. Das hab ich damals auch zu meinem Mann gesagt und sehe das heute noch genau so. Wir waren an diesem besonderen Punkt vor fast 6 Jahren, weil wir so sind wie wir sind. Der Weg, den wir gegangen sind, hat uns in dieses Dilemma geführt. So sollte es für mich nicht weiter gehen, also habe ich für mich drastische Veränderungen herbei geführt. Es waren für unsere Beziehung die richtigen Veränderungen. Durch mein Handeln (bin ich jetzt schuld?) konnten wir beide neue Wege einschlagen. Das war nicht leicht und hatte viel mit Reflektion und innerer Neuorientierung zu tun - auf beiden Seiten, aber wir haben es geschafft. Ich finde es wichtig zu reflektieren, welche Entscheidung, welcher Wesenszug an mir hatte besonderen Einfluss. Wenn es eine gute Situation ist, will ich das natürlich intensivieren und wenn meine Entscheidung zu einem für mich unangenehmen Ergebnis führte, will ich das ändern und versuchen, beim nächsten Mal zu vermeiden.
Ich bin für mein Leben verantwortlich, ich kann über mein Leben bestimmen, es verändern. Dabei rede ich von mir als Erwachsene. Die Situation von Kindern mit süchtig trinkendem Elternteil ist eine andere. In meiner Kindheit ist auch nicht alles so gelaufen, wie es der Norm entspricht, aber für mich ist das Vergangenheit, es liegt in einer Schublade, die auch manchmal noch auf geht und der Inhalt nagt dann an mir, aber er bestimmt mein Leben nicht mehr. Vielleicht hat ja auch gerade diese Kindheit Wesenszüge an mir gefördert, die heute sehr positiv wahr genommen werden, die mir aber manchmal auch im Weg stehen. Ich mag nicht über die Schuld anderer nachdenken, weil ich daran nichts ändern kann, ich will mein Leben zufrieden leben.
sonnige Grüße
Lütte