Liebe Sinneswandel,
Dein Titel heißt: "ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll". Ich hab da ne tolle Idee. Wie wäre es, wenn Du Dein Leben in den Fokus rückst und nicht seins. Ich glaube, das ist es auch, was Barthell Dir sagen will. Es geht um Dich und Dein Leben. Dein Partner redet in meinen Augen nur. Was in diesem Fall überzeugen würde, wären Taten, aber die folgen, so wie ich es lese, nicht. Du brauchst Dir nicht über wenn und hätte den Kopf zu zerbrechen. Er ist erwachsen und wenn er sein Leben ändern will, hat er in diesem Land viele Hilfsangebote und Unterstützung - auch von Deiner Seite. Es liegt aber ganz allein an ihm, ob und wie er das nutzen möchte. Mir ging es zu Anfang genauso. Ich wollte unbedingt von jemandem bestätigt haben, dass mein Mann ein Alki ist. Ich wollte unbedingt helfen und er sollte den Weg gehen, den ich ihm aufgezeigt hatte. Dabei war ich unglücklich und verband mein Glück/Unglück immer mit seinem Verhalten. Wenn er dieses und jenes macht oder lässt, dann ..... - alles völlig Banane. So wie er erwachsen und für sich verantwortlich ist, so bin ich auch erwachsen und für mich verantwortlich
. Das heißt, ich bin für mein Glück/Unglück verantwortlich, ich bestimme, wie mein Leben aussieht. In meiner Geschichte gibt es ein Happy End und keinen Alkohol mehr, vielleicht auch weil wir beide unsere Verantwortlichkeiten kennen und noch viel Liebe auf beiden Seiten da war. Es war aber kein einfacher Weg und vieles was mir im Kopf klar war, stand im krassen Gegensatz zu meinen Gefühlen. Diese innere Zerrissenheit hat mich lange begleitet, aber es hat sich gelohnt.
Ich möchte Dir Mut machen, Deinen Weg zu gehen. Mach Dir klar, was Du vom Leben möchtest und fang an, das umzusetzen, auch wenn die Schritte klein und manchmal in die falsche Richtung gehen. Es lohnt sich. Schaff Dir kleine Oasen und sei gut zu Dir.
Viel Kraft und Geduld.
Sonnige Grüße
Lütte