Beiträge von Sissis Hasenfuss

    Hallo Frank,

    hab mich grad mal durch deinen Thread gelesen... kann mir von deiner konsequenz und zielstrebigkeit auf jeden fall ne scheibe abschneiden!
    Was den Kummer mit der "Kathastrophenbeziehung" angeht gibts wahrscheinlich kein geheimrezept. Das einzige was mir da in den Sinn kommt ist, dass die Zeit alle Wunden heilt und wenn man berreit ist loszulassen, sieht man wie die Tür zugeht und ganz woanders eine wieder auf geht.

    Ich wünsch dir für die Nachsorge auf jeden Fall viel Erfolg und positive Impulsschübe! Mit Offenheit, was du ja in der LZT schon erkannt hast, ist man denk ich auf der richtigen Spur...

    herzlichst grüsst,
    Steffi

    Hallo Frank, hallo Leser,

    danke für dein Willkommen!

    ...ja der "Couchzustand" hat mich denke wirklich wachgerüttelt, denn daran gab es nichts lebenswertes mehr. Von aussen betrachtet sieht man sich selbst langsam verrecken- ein Gruselbild.. welches ich auch während der Entgiftung malte, als es unsere Aufgabe war eines der schlimmsten Erlebnisse mit dem Alk aufs Blatt zu bringen. Dieses Bild geht mir nicht mehr ausm Kopf. Ich stellte es mit nem Skellett dar, welches auf der Couch oxidierte, umgeben von Chaos und Weinpullen, paffend, mit Laptop aufm Schoss, eingeschlossen in Gittern, wie im Knast, mit einem Minifenster wo die Sonne reinschien..
    Was ich geplant habe ist hier mich beteiligen und eine Langzeit, welche nächste Woche beantragt wird. Ich stehe zwar auch auf der Liste der Tagesklinik, doch denke dass die Psychotherapeutische Betreuung inner Klinik intensiver ist. Glaub ich...
    Dann besuch ich 2x die Woche eine offene SHG, bis ich eine "meine" gefunden hab. Meine Saufkollegen halt ich auf Abstand und schau mich grad um wie ich ein alkfreies Umfeld schaffen kann. Das gestaltet sich schwierig, weil ich das Gefühl hab mich grad ziemlich zu introvertieren. hmmm... es ist alles noch so frisch.
    Ich frag mich ob ich so schnell wie mgl neue Kontakte knüpfen sollte oder es ok ist die Schotten erstmal halbweges dicht zu lassen, bis ich mich stabiler fühle. ?
    Achso und "Sissis Hasenfuss" :D .. kam spontan in mein Kopf, vielleicht weil ich Hasen so mag und in jeder Frau ne kleine Prinzessin steckt, und der HasenFUSS sowas zerbrochenes hat (das steht wohl für mich dann für die Suchtkarriere inkl. Konsequenzen)...

    Allen ein sonnigen Freitag!

    Grüsse,

    S.

    hier also meine...wie war das bei mir- Geschichte:

    Angefangen hat es bei mir wohl wie bei Vielen in der Jugend. Man trank halt etwas zum Partymachen. Hin und wieder nahm ich mir auch mal ne Flasche Wein allein zur Brust, während des Lernens für die Schule oder (das ist mir jetzt klar) um meine unstillbaren Einsamkeitsgefühle zu deckeln. Zwar hatte ich einen stabilen Freundeskreis, doch ein gebrochenes Herz, was sehr lange Thema war…
    Kritisch wurde es für mich während meiner Studienzeit 2001. Ich hab fast schon täglich getrunken, mich sehr abgekapselt von meiner Umwelt. Zum einen weil ich den Anforderrungen nicht gewachsen war und mich anderen gegenüber minderwertig fühlte, zum anderen diente der Alk mir als Hungerstopper, was meine Esstörung ziemlich vorran trieb.
    Das Studium brach ich ab, zog in ne andere Stadt und lernte paar Leute kennen. Mir gings besser und ich hatte das Gefühl wieder mehr Licht zu sehen. Getrunken hab ich nachwie vor, nur diesmal auch wenn ich mal wegging.
    Ich begann mehrere Ausbildungen, welche ich immer abbrach weil ich meine Essproblematik nicht in Griff bekam und zu oft verkatert war und nicht rauskam. Das Ganze war abgemischt mit depressiven Phasen und Suizidgedanken.
    Ich lernte einen Mann kennen der mich zu ner stationären Therapie schleppte, so konnte ich die Bulimie loswerden. Getrunken hab ich immer noch und immerzu. Die Menge stieg zwar langsam aber mir war klar ich muss was ändern, ansonsten bekomme ich nichts auf die Reihe.
    Mehrere Versuche des Aufhörens folgten. 2006 schaffte ich es 6 Wochen nix zu trinken, bis zu dem Zeitpunkt wo ich mich mit meiner damaligen Chefin im Praktikum anlegte. Wieder gescheitert.
    Es folgten noch einige Starts in Richtung Karriere, alles hingeschmissen sobald es ernst wurde. Mehrere Versuche des Alkweglassens – zum Scheitern verurteilt. Psychotherapien in den letzten 10 Jahren, sowie ambulante Tagesklinik haben mir nichts gebracht.
    Zuletzt lag ich nur noch auf der Couch, saufend ,rauchend, grübelnd und vor mich selbst hindebattierend wie ich was anders machen kann um endlich zu leben. Ich las viel in Foren und hang vorm PC oder schrieb etwas oder starrte in die Luft. Ja, hatte zwar 10000 Ideen was ich machen könnte, und auch paar Leute die was mit mir machen wollten aber ich lebte so zurückgezogen in meiner Höhle, dass es mir immer schwerer viel rauszugehen. Meine sozialen Kompetenzen hatte ich nur im Suff halbweges im Griff, und bei anderen mit Fahne aufzuschlagen wurde mir immer peinlicher. Sooo viel hab ich nicht mal getrunken, es warn so 1-2 Fl Wein, mal auch ne halbe, mal auch 3 wenn ich mich völlig weggeschossen hab. Doch der Trümmerhaufen meiner Laufbahn wurde immer deutlicher…
    Ich sah den destruktiven Kreislauf ohne Sinn und bin erstmal hier gelandet. Ich stellte mich selbst vor die Entscheidung: will ich mein Leben in die Hand nehmen und etwas dafür tun, oder will ich langsam dahin vegetieren und sterben- kurz: leben oder draufgehn. Und ich entschied mich fürs Leben.
    Nun nach zehn Tagen Entgiftung, ist der erste Schritt getan und ich weis es wird ne lange Reise… und für mich solls kein zurück geben.
    Ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben und denke hier nen Ort gefunden zu haben der mir hilft meinen Weg zu gehen.
    Danke,

    herzlichste Grüße,
    Steffi

    Ein neues Licht geht auf in meiner Welt, ja so fühlt es sich zumindest an.

    Hallo Ihr!

    Ich bin also frisch aus der Entgiftung und nun dankbar fürs freischalten! Sonst habe ich mir immer die Kante gegeben nach ner Ortsabwesenheit, jetzt ist die Wäsche am brodeln und meine Taschen sogut wie aussortiert. Mein Kühlschrank ist voll, aber nicht ich. Das is doch mal was. Und mein Plan für morgen steht sogut wie!
    Ich bin höchstmotiviert und mir ist klar jeder weg beginnt mit dem ersten Schritt. Der ist nun getan. Ich bin froh darüber.

    Wenn ich meine Gedanken etwas geordnet hab, folgt ne kleine Vorstellung.

    Danke,

    bis später,
    Steffi