hier also meine...wie war das bei mir- Geschichte:
Angefangen hat es bei mir wohl wie bei Vielen in der Jugend. Man trank halt etwas zum Partymachen. Hin und wieder nahm ich mir auch mal ne Flasche Wein allein zur Brust, während des Lernens für die Schule oder (das ist mir jetzt klar) um meine unstillbaren Einsamkeitsgefühle zu deckeln. Zwar hatte ich einen stabilen Freundeskreis, doch ein gebrochenes Herz, was sehr lange Thema war…
Kritisch wurde es für mich während meiner Studienzeit 2001. Ich hab fast schon täglich getrunken, mich sehr abgekapselt von meiner Umwelt. Zum einen weil ich den Anforderrungen nicht gewachsen war und mich anderen gegenüber minderwertig fühlte, zum anderen diente der Alk mir als Hungerstopper, was meine Esstörung ziemlich vorran trieb.
Das Studium brach ich ab, zog in ne andere Stadt und lernte paar Leute kennen. Mir gings besser und ich hatte das Gefühl wieder mehr Licht zu sehen. Getrunken hab ich nachwie vor, nur diesmal auch wenn ich mal wegging.
Ich begann mehrere Ausbildungen, welche ich immer abbrach weil ich meine Essproblematik nicht in Griff bekam und zu oft verkatert war und nicht rauskam. Das Ganze war abgemischt mit depressiven Phasen und Suizidgedanken.
Ich lernte einen Mann kennen der mich zu ner stationären Therapie schleppte, so konnte ich die Bulimie loswerden. Getrunken hab ich immer noch und immerzu. Die Menge stieg zwar langsam aber mir war klar ich muss was ändern, ansonsten bekomme ich nichts auf die Reihe.
Mehrere Versuche des Aufhörens folgten. 2006 schaffte ich es 6 Wochen nix zu trinken, bis zu dem Zeitpunkt wo ich mich mit meiner damaligen Chefin im Praktikum anlegte. Wieder gescheitert.
Es folgten noch einige Starts in Richtung Karriere, alles hingeschmissen sobald es ernst wurde. Mehrere Versuche des Alkweglassens – zum Scheitern verurteilt. Psychotherapien in den letzten 10 Jahren, sowie ambulante Tagesklinik haben mir nichts gebracht.
Zuletzt lag ich nur noch auf der Couch, saufend ,rauchend, grübelnd und vor mich selbst hindebattierend wie ich was anders machen kann um endlich zu leben. Ich las viel in Foren und hang vorm PC oder schrieb etwas oder starrte in die Luft. Ja, hatte zwar 10000 Ideen was ich machen könnte, und auch paar Leute die was mit mir machen wollten aber ich lebte so zurückgezogen in meiner Höhle, dass es mir immer schwerer viel rauszugehen. Meine sozialen Kompetenzen hatte ich nur im Suff halbweges im Griff, und bei anderen mit Fahne aufzuschlagen wurde mir immer peinlicher. Sooo viel hab ich nicht mal getrunken, es warn so 1-2 Fl Wein, mal auch ne halbe, mal auch 3 wenn ich mich völlig weggeschossen hab. Doch der Trümmerhaufen meiner Laufbahn wurde immer deutlicher…
Ich sah den destruktiven Kreislauf ohne Sinn und bin erstmal hier gelandet. Ich stellte mich selbst vor die Entscheidung: will ich mein Leben in die Hand nehmen und etwas dafür tun, oder will ich langsam dahin vegetieren und sterben- kurz: leben oder draufgehn. Und ich entschied mich fürs Leben.
Nun nach zehn Tagen Entgiftung, ist der erste Schritt getan und ich weis es wird ne lange Reise… und für mich solls kein zurück geben.
Ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben und denke hier nen Ort gefunden zu haben der mir hilft meinen Weg zu gehen.
Danke,
herzlichste Grüße,
Steffi