Beiträge von Wacholderfrau

    Hallo und danke fürs Lesen

    LG und nice to meet you !

    Hi Hera, nice to meet you, too

    Du liebe Sue, ich danke dir für deine Worte.

    Wir sind hier viele Schritte gemeinsam gegangen, am Anfang und dann weiterhin. War auch! eine gute Zeit, eine supergute, wenn ich es genau nehme. Aber klar, das alles nochmal durchzustehen - der Gedanke daran ist ja schon gruselig - aber das brauchen wir auch nicht, müssen wir nicht und wollen wir nicht. Inzwischen haben wir einen völlig anderen Blickwinkel. Aber... dass das nicht in Vergessenheit gerät, ist auch wichtig. Gut, dass man hier nachlesen kann, wenn man will und denkt, es wäre mal wieder an der Zeit. Mir reichts vorerst.

    Das Hier und Jetzt ist das Allerbeste.

    Und überhaupt, habe ich das schonmal gesagt? (glaub schon :)) Mir geht es so gut, wie noch nie in meinem Leben. Jetzt!

    Liebe Grüße

    Wacholderfrau

    Hallo Bobby,

    auch noch einen Willkommensgruß von mir.

    Schon der Gedanke an den Gang machte mir schon ein mulmiges Gefühl, aus diesen Gefahrenzonen möchte ich mich erstmal raushalten.

    wie gesagt der Gedanke selbst schon an den Gang dorthin bereitet mir Unbehagen…..

    Wie Whitewolf bereits schrieb, du hast dir die Anwort schon selbst gegeben.

    Das mulmige Gefühl und dein Unbehagen sind deine Wegweiser, nach denen du dich orientieren kannst (solltest), sie sagen dir, wo es lang geht. Wenn du diese Gefühle ernst nimmst, beginnst du dich ernstzunehmen.

    Konfrontationstherapie ist in der Alkoholkrankheit nicht üblich und kontraindiziert.

    Ich sage das mal mit meinen Worten...Ich würde mich niemals einer Situation bewusst aussetzen, in der ich mir beweisen wollte, dass ich dem Alkohol, der Sucht, dem Trigger, widerstehen kann. Auch keiner Situation, in der ich von vornherein ein Unwohlsein empfinde.

    Alles Gute für dich - bleib dran, es lohnt sich!

    Wacholderfrau

    Hallo,

    es gibt hier so viel zu lesen!

    Ich stöbere immer wieder mal in meinen alten Themen und Beiträgen. Ehrlich, mir ist gerade ein bisschen schwindelig. War das wirklich ich, die das alles geschrieben hat? Ja, wer sonst?!

    Ich darf hier aufschreiben, was ich denke, stimmt's? Zum einen denke ich, ich werde immer empfindsamer, je älter ich werde.

    Und dann denke ich, ich könnte das nicht mehr! Trinken, aufhören zu trinken, trocken werden, abstinent sein, ein trockenes Leben aufbauen. Abgesehen davon, dass ich das eh auf keinen Fall wieder will!, ich könnte es auch nicht!

    Es überwältigt mich geradezu, wie besch... es mir gegangen ist und wie mühevoll alles war, diese vielen kleinen Schritte (die ich ja eigentlich aus der jetzigen Sicht unglaublich schätzen gelernt habe), die Auseinandersetzung mit mir und meinem Suchtverhalten.

    Wenn es nur der qualvolle Tod wäre...

    Wieder zu trinken würde ein qualvolles Leben bedeuten.

    Diese Aussage finde ich sehr bemerkenswert, deswegen möchte ich es gern an dieser Stelle haben. Danke dafür.

    Nicht dass hier etwas falsch verstanden wird, ich habe keinen Suchtdruck oder auch nur den entferntesten Wunsch zu trinken. Es berührt mich so mordsmäßig, im alten Thread von meinen Anfängen hier zu lesen.

    Mir ist es zu Beginn schon aufgefallen, dass ich mich nicht gut abgrenzen kann, von dem, was ich allgemein hier lese. Versteh das nicht ganz, denn eigentlich kann ich das normalerweise sehr gut (aha, eigentlich normalerweise). Muss vielleicht ein bisschen langsam machen...

    Sorry, wenn das alles ein bisschen durcheinander klingt und wirkt, so fühl ich mich halt gerade. (Und wieso entschuldige ich mich jetzt?)

    Montagsgrüße von Wacholderfau

    Hallo Alexa,

    ich finde meinen letzten Satz zu flapsig, bitte entschuldige.

    Was ich damit sagen wollte... Ich kennees von mir, dass mich alte Dinge manchmal einholen, die mit der Gegenwart nichts (mehr) zu tun haben. Gerade wenn etwas schwierig ist.

    Lieben Gruß

    Hallo,

    danke an alle, die hier lesen, danke für die Likes und danke für deine Rückmeldung, liebe Elly

    Älter werden ist ein Geschenk, das einige nicht erleben konnten, aus verschiedenen Gründen.

    Mir geht es jedenfalls so, dass ich mich über mein Älterwerden freue, und dankbar bin ich dafür, dass ich es überhaupt erleben darf.

    Ich hatte gestern einen sehr schönen Tag, nicht nur weil ich in einer ganz besonderen Ausstellung in in einer bezaubernden kleinen Stadt war, sondern auch weil eine liebe Freundin mit mir unterwegs war, und wir uns nicht im geringsten haben beeindrucken lassen vom gestrigen katastrophalen Zugverkehr, den ich noch nie so wie gestern erlebt hab. Wir hatten den ganzen Tag gute Laune und uns viel zu erzählen, haben das Bahn-Chaos mit einer Gelassenheit hingenommen, die heute noch nachwirkt :), muss echt lachen, wenn ich daran denke, dass wir in drei Bundesländern herumgegurkt sind und 12 Stunden unterwegs waren. :)

    Interpretieren tu ich nicht, Elly, mein Verständnis von Kunst ist, ob sie mich berührt oder nicht, irgendwie erreicht, ob sie mich zum Nachdenken bringt, mich erfreut und ob sie nachwirkt.

    Nachwirken tun auch die Beiträge hier, auch wenn ich mich nicht bewusst mit ihnen beschäftige, nehme ich das wahr.

    Und ich frage mich heute, warum schaffen es manche, und warum schaffen es manche nicht, vom Alkohol wegzukommen?

    Ich habe bereits ein bisschen von mir erzählt, und ich weiß, dass ich erst dann die Kurve bekommen habe, als mir bewusst, richtig heftig bewusst wurde, welchen Stellenwert der Alkohol bei mir hatte. Und als ich in der Lage war, Hilfe anzunehmen. Dass ich Hilfe brauchte, war mir lange vorher klar. Aber ich konnte meine Not nicht äußern. Ich musste an diesen einen bestimmten Punkt kommen.

    Ja, ich weiß, diese Frage ist hyothetisch, und es gibt nicht wirklich eine Antwort darauf.

    Sonntagsgrüße von Wacholderfrau

    Hallo Alexa,

    ich glaube, wir wissen "eigentlich" alle, was gut für uns ist (und was nicht). Was meinst du? Was könnte in deiner Situation das sein, was du jetzt brauchst, was du jetzt für dich tun kannst?

    Was ich dir mitgeben kann, ist, tu was, bewege dich, verharre nicht in dem, was du oben geschrieben hast. Du kannst das. Auch wenn ich dich noch nicht gut kenne und viel von dir weiß, aber das ist mein Gefühl.

    Du hast von großartige Rückmeldungen bekommen, da steht alles drin, was gerade wichtig ist.

    Ach ja, das mit dem häßlich....das ist ein altes Ding (oder?!), das kannste in die Tonne treten...

    Fühl dich gedrückt. Wacholderfrau

    Lieber Nayouk

    Was war passiert ?
    Ich war eh schon neben der Spur. Es kam etwas unerwartetes, etwas ingesamt stressiges. Es löste Anspannung aus. Ich habe sie nicht wahrgenommen oder sogar ignoriert, bis sich das soweit in die unangenehme innere Unruhe gesteigert hat. Von Begin bis dahin war es ein Zeitraum von ca. 2,5 Stunden.

    Es ist vielleicht ein profanes Beispiel, aber es hat mir gezeigt, wie sich sowas aufbauen kann und wie die Stimme des Teufels sich im richtigen Moment meldet.

    Da ist im Gehirn schon ganz schön was verdrahtet worden (Synapsen), was da nicht hingehört.

    Aber damit muss ich leben und deshalb bin ich hier.

    Ich finde es sehr, sehr wichtig, solche Momente/Situationen hier anzusprechen. Respekt!

    Dafür sind wir in einer Selbsthilfegruppe, nicht wahr?! Hier wirst du verstanden mit dem, wie es dir ergangen ist, das zeigen die freundlichen, klugen und empathischen Rückmeldungen, die du bekommen hast. Und es hilft dir, dich - und deine Veränderung in dir - besser zu verstehen.

    Das Leben ist einfach auch so, dass es Dinge gibt, die schwierig sind und wo man manchmal erst nicht weiß, wie gehe ich damit um. Das passiert allen anderen Menschen (will sagen, Menschen, die nicht trinken) auch. Bei mir war es so, dass ich mit meinen Gefühlen, der wechselhaften Stimmung in mir, eigentlich mit meinem ganzen Innenleben, überhaupt nicht klargekommen bin. Und diese Gefühle wegtrinken wollte und musste, ja, am liebsten mich wegtrinken wollte.

    Diese Gefühle sind aber halt noch da, wenn man nicht mehr trinkt. Und so, wie wir in der nassen Zeit reagiert haben, wollen wir ja nicht mehr reagieren, kein Wunder, dass da Saufdruck/Suchtdruck entstehen kann. Meine Erfahrung ist, dass dieser Suchtdruck mehr oder weniger stark sein kann - und oft nur von kurzer Dauer ist. Früher hielt dieser so unangenehme Druck gefühlt ewig an und wirkte unabänderlich und ich dem ausgeliefert. Hört sich jetzt dramatisch an, ich weiß, aber ehrlich, so empfand ich das, was daraus wurde, ist ja klar...saufen...saufen...

    Rückblickend kann ich den Weg da raus so beschreiben: es ist wie ein neuer Pfad, den ich gegangen bin, ein zugewachsener, verwilderter Pfad, den ich vorsichtig und langsam betreten habe, den ich immer wieder unsicher, aber wachsam begangen bin. Immer wieder und wieder. Inzwischen gehe ich diesen Pfad, der immer wieder für Überraschungen gut ist und auf dem es immer wieder neues zu entdecken gibt, sehr gern und mit dem Bewusstsein dafür, dass es mein Pfad ist, mein Weg, der zwar schon ausgetreten ist aber keinesfalls langweilig, und von dem ich weiß, dass ich aufpassen will, dass er nicht wieder zuwuchert.

    Für mich persönlich ist es hilfreich, in solchen Momenten, wie du oben beschrieben hast, jemanden anzurufen und mich mitzuteilen, es auszusprechen (was für mich lange Zeit extrem schwierig war). Hier zu schreiben, ist eine der besten Möglichkeiten, weil immer jemand da ist und darauf eingehen kann. Das ist meine Erfahrung.

    Ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr zugetextet, lieber Nayouk

    Viele Grüße, Wacholderfrau

    Hallo,

    hatte heute einen gemütlichen Putztag mit ganz vielen Pausen, in denen ich das Buch "Windstärke 17" von Caroline Wahl zu Ende gelesen habe. "22 Bahnen" ist das erste Buch der Autorin. In beiden Büchern geht es um die beiden Töchter einer Alkoholikerin, im ersten um die ältere, im zweiten um die jüngere. Erstaunlich nah und treffend erzählt und geht teilweise echt unter die Haut.

    Dann Handball angeschaut und mich gefreut, dass alles so schön sauber ist (und natürlich auch, dass die deutsche Mannschaft im Finale ist)

    Und so kann ich morgen wieder in der Gegend herumstromern und mir Kunst anschauen, am Mittwoch war ich auch schon in einem meinem Lieblingsmuseum in Sachen Kunst unterwegs. War wunderschön, besonders deswegen, weil mich eine liebe Freundin begleitet hat.

    Ich bin sehr unternehmungslustig zurzeit und voller Energie, manchmal so, dass ich körperlich nicht so ganz mitkomme mit diesem Schwung :S, aber das Schöne am Leben ist ja, dass man immer etwas dazu lernen darf. Zum Beispiel, meine Grenzen zu spüren und desweiteren, sie zu respektieren. In meinem Alter geht halt auch nicht mehr alles so, wie ich manchmal glaube zu können oder wie ich will... Aber es ist gut so, darauf zu achten. Es sind ja auch nicht mehr die Gäule, die mit mir durchgehen, manchmal nur noch ein Ponylein (oder zwei). Habe in letzter Zeit den Satz verinnerlicht: Ich mache nicht das, was ich will, sondern das, was ich kann. Der nächste Schritt könnte dann heißen, ich mache nicht das, was ich kann, sonders das, was ich brauche. Vielleicht, eventuell, irgendwann. Im Moment reicht mir das so, will ja auch ich bleiben:P

    In meiner Stadt und Umgebung gibt es mehrere Selbsthilfegruppen, eine besuche ich regelmäßig, die anderen sporatisch. Und nun bin ich auch wieder hier. Man könnte meinen, mein Alltag dreht sich nur um meine Trockenheit und dem Weg der Genesung. Das tut es sicher nicht, aber sie hat einen angemessenen Platz in meinem Leben. Und das ist gut so. Nur wenn ich trocken bleibe, kann ich das schöne, lebendige und auch lustige Leben führen, das ich so mag.

    Was ich hier von den Lebensgeschichten mitbekomme und von den Menschen in den Gruppen, erschreckt mich immer wieder aufs Neue, nämlich das, was die Sucht mit einem anstellen kann.

    Liebe Grüße von Wacholderfrau

    Liebe Lütte

    So langsam geht es mir aber besser. Ich gestalte mein neues Leben aktiv, habe viel für meine mentale Gesundheit getan und das zahlt sich nun Schritt für Schritt aus. Ich schau positiv in meine Zukunft.

    Das freut mich sehr. Und ich wünsche dir so sehr, dass du dich Schritt für Schritt mehr auf dich konzentrieren und auf deinem positiven Weg bleiben kannst.

    Herzlichst, Wacholderfrau

    Hallo Nayouk

    Es gibt Höhen und Tiefen auch im abstinenten Leben.
    Sie sind ja nicht weg, nur weil ich nicht mehr trinke. Aber ich kann sie fühlen, mit Freude, mit Entspannung, mit Erfüllung, mit Ausdauer, mit Interesse, mit Achtung, mit Respekt, mit Vorsicht, mit Liebe, mit Trauer…..

    Ich erlebe diese Momente wieder und den Tiefen kann ich gegenübertreten.

    Mir gefällt nicht nur dieser Abschnitt in deinen Beiträgen, aber den mag ich besonders. (und den Gesandten des Teufels8))

    Herzlichen Glückwunsch zu 7 Monaten Trockenheit.

    Du liest dich echt gut, und es beeindruckt mich, wie du deinen Weg gehst.

    Liebe Grüße, Wacholder

    Liebe Aurora

    Mich daraus zu befreien war schwer aber eines der besten Dinge, die ich im Leben gemacht habe.

    Gut, dass du es geschafft hast. Den Satz über die neue und erfüllte Beziehung finde ich so schön, es berührt mich, wenn ich das von dir lese.

    Auch mich macht es traurig und betroffen, in Mines Faden zu lesen. Auch die "kurze" Schilderung der Saufzeit deines ersten Mannes, es ist doch einfach erschreckend, was man sich selbst antun kann. Und anderen, wie es hier so viel zu lesen ist, und wie schwer es für Angehörige und Kinder ist, aus dem Suchtsystem auszubrechen.

    Weißt du, was ich früher oft gedacht habe, als ich noch getrunken habe? So schlimm wird es bei mir nicht! So bin ich nicht! Ich bin anders! Ich kann rechtzeitig aufhören!

    Mein Vater hat exzessiv gesoffen, da ging schonmal bis vormittags um 10 eine Flasche Hochprozentiges. Natürlich fand ich das abstoßend, es war einfach nur widerlich. Ja, ich dachte, niemals wird mir das passieren! Auch dass ich ihn im Delirium erleben musste. Niemals würde mir so etwas passieren!

    Fazit: ich bin Alkoholikerin geworden. Im Delirium war ich nicht. Aber nein, ich konnte nicht rechtzeitig aufhören. Richtig, so schlimm wurde es bei mir nicht. Aber es war schlimm genug!

    Ich schicke dir und deinem Schatz liebe Grüße

    Übrigens, die Sucht diskutiert nicht; sie wartet geduldig und schlägt in dem Moment zu, in dem die eigene Überheblichkeit zu Ihr am größten ist.

    Hallo Maeron,

    ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich war mir so sicher, dass ich alles verstanden habe. Und weil es mir nach vielen Jahren Trockenheit richtig gut ging, dachte ich über den Dingen zu stehen. Bezogen auf Alkoholabhängigkeit ist das mehr als überheblich und hatte fatale Folgen.

    Gruß W.

    Hallo und vielen Dank an alle, die hier lesen.

    Bei mir hat sich viel getan in den letzten Jahren 🙂 Weiß gar nicht mehr genau, wann Du „gegangen“ bist damals 🤔 Neuer Beruf, mehrere Umzüge, neue Partnerschaft - eigentlich hat sich alles bei mir geändert 😅 Hab mein Tagebuch im Geschlossenen.

    Liebe Sue,

    Den Start in neuen Beruf habe ich noch mitbekommen. Bald kann und darf ich in deinem Tagebuch lesen, das dauert nicht mehr lange, ich freue mich schon auf den geschützten Bereich.

    Und eine neue Partnerschaft:love: wie schön!!! Soweit ich es aus deinen Beiträgen "herauslesen" kann, habe ich den Eindruck, es geht dir sehr gut mit deinen Veränderungen. Das freut mich sehr.

    Danke Whitewolf. Danke auspole

    Hallo Minihexe,

    Dieses Streben nach Anerkennung, Liebe, Gesehenwerden, weil man so ein tiefes Defizit in sich spürt.
    Ich habe in meiner Vergangenheit immer mein Glück und meine innere Zufriedenheit von anderen / anderem abhängig gemacht. Das klappt natürlich nicht.

    Du bringst das echt gut auf den Punkt. Die Begriffe "Defizit" und "abhängig" machen sehr deutlich, was in mir vorgegangen ist. Viele Jahre, die meiste Zeit meines Lebens habe ich mich über Leistung definiert. Ich habe mich regelrecht verausgabt und musste mich dann von diesem Level runtersaufen.

    Das Verrückte an der ganzen Sache ist leider, dass ich diese ersehnten Dinge nicht annehmen konnte, wenn ich sie bekommen hab, denn es ist ja nicht so, dass ich immerzu leer ausgegangen wäre. Finde das ziemlich tragisch, wenn ich an Beziehungen denke zum Beispiel.

    Es ist auch leicht, in die Opferrolle zu gehen bei diesem Defizit - und ein wunderbarer Grund zu saufen.

    Und es ist nicht leicht, zu erkennen, dass ich Verantwortung übernehmen kann für dieses Defizit - und das geht mit saufen überhaupt nicht (Verantwortung zu übernehmen, meine ich)

    Dann kommt noch das Phänomen dazu, dass, wenn ich mich selbst nicht leiden kann und mich Sch... finde, mich ablehne usw. , können sich andere eh abstrampeln wie sie wollen, da erreicht mich gar nichts. So war das.

    So war das, und jetzt ist es anders. Und geholfen haben mir die vielen kleinen Schritte auf dem Weg von der nassen Alkoholikerin zur trockenen Alkoholikerin. Ich spreche nicht von einer stabilen Alkoholikern, denn stabil käme dem gleich, dass ich sagen würde: Alkohol ist kein Thema für mich. Sag ich das nun mal so: im positiven Sinn ist Alkohol ein Thema für mich geworden. Weil ich eben fürsorglich mit mir umgehe und mich ernst nehme, weil ich aufpasse, dass ich nicht in die Fallen tappe, die die durchtriebene Sucht mir stellen kann ........... und sehr oft gestellt hat, was mir auch lange Zeit willkommen war, weil ich ja trinken wollte. (Wie verkorkst das alles ist, oder:S)

    Liebe Grüße, Wacholderfrau

    Hallo Mine,

    Ich würde an Deiner Stelle immer so entscheiden, wie es sich für Dich richtig anfühlt und wie es Deine Kraft erlaubt.

    Den Satz von Momo möchte ich dir gern auch mitgeben. Du musst ihn nicht besuchen, wenn du merkst, es ist und wird dir zu viel. Und du darfst auch sagen, ich will nicht!

    Es geht meiner Meinung jetzt auch! um dich und die Kinder. Bei der Diagnose deines Mannes hast du bereits viel mitgemacht, ich mag mir das garnicht vorstellen.

    Alles Gute für dich und liebe Grüße von Wacholder

    Liebe Sue,

    danke dir, und es ist schön, von dir zu lesen. Ich bin gespannt, wie es dir die letzten Jahre ergangen ist - und "wie du dich selbst zum Blühen bringst".

    Für mich wäre ein trockenes, erfülltes Leben ohne Ehrlichkeit nicht möglich. Klar war die Ehrlichkeit zu Beginn der Trockenheit schmerzhaft und unbequem, aber irgendwann hat sie mein Leben erleichtert. Was bringt es mir, Dinge unter den Teppich zu kehren, über den ich dann irgendwann doch stolpere und hinfalle. Die Gefahr bei mir als Alkoholikerin besteht ja darin, dass ich nicht mehr aufstehen kann. Und das ist etwas, wovor ich Höllenrespekt hab. Dass ich nicht mehr den Absprung bekommen könnte, also rückfällig werden und nicht mehr aufhören könnte.

    Und so komme ich (fast) automatisch zu dem, was so schön ist in meinem Leben., weil ich mich um mich kümmere und um meine Bedürfnisse, weil ich weiß, was ich brauche - und was mindestens genauso wichtig ist - was ich NICHT brauche.

    Ich habe mir immer Zuwendung gewünscht in meinem Leben, Liebe und Nähe, Aufmerksamkeit und Achtung. Diese Dinge habe ich vergeblich bei anderen Menschen gesucht. Inzwischen bin ich mir dessen bewusst, dass nur ich selbst mir das geben kann - was ich mit dieser unbändigen Sehnsucht gesucht habe - und niemand anderes.

    Mit Unterstützung konnte ich mir eine Basis schaffen. Ich wollte und will nicht mehr trinken und so habe ich mir mein Leben aufgebaut, was nicht immer einfach war - aber immer einfacher wurde. Es gibt Dinge im Leben, die schwierig sind, ob man Alkoholiker ist oder nicht. Es geht halt darum, auch mal Situationen auszuhalten, zu ertragen. Das ist etwas, was mir nicht möglich war, alles musste weggesoffen werden, und wenn es der schlimme Weltschmerz war.

    Ich kann sagen, es geht mir so gut wie noch nie in meinem Leben. Und das schon ne Weile. Wie schön es ist, sagen zu können, ich habe meinen Frieden gefunden. Es gibt so viel schöne Dinge in meinem Leben, anders kann ich es gar nicht sagen. Dinge, die kaum oder kein Geld kosten, einfach weil ich sie sehen und leben kann. Ja, es gibt auch Dinge, die Geld kosten, aber die halten sich in Grenzen. Einige schöne Reisen habe ich in den letzten Jahren gemacht, ich tauche gern mal ab...ab in die Natur. Demnächst werde ich mal wieder 4 Wochen von der Bildfläche verschwinden und ganz mit mir allein sein. Hauptsache Natur und Ruhe und Nichts.

    Ich kann mich gut beschäftigen, bewege mich sehr gern, und ich bin unternehmungslustig, aber ich bin auch oft sehr zurückgezogen, wichtig ist mir die Balance zwischen meinen Aktivitäten und Kontakten und dem, was ich Ruhe nenne.

    Bevor ich jetzt noch mehr ins Schwärmen komme, sage ich mal Gute Nacht

    Wacholder

    Liebe Mine,

    ich wünsche dir viel Kraft und dass du dir die Unterstützung holen kannst, die du für dich brauchst, hier und in deinem Umfeld.

    Welch gute Entscheidung, dass du dich hier mitteilst. Für alle, die hier lesen, sind deine Erfahrungen wichtig und können hilfreich sein, mich machen sie sehr betroffen und traurig, aber sie stärken mich auch auf meinem Weg, fürsorglich mit mir umzugehen.

    Alles Gute für dich und deine Familie

    Wacholderfrau