Beiträge von Wacholderfrau

    Hallo Monka,

    ich möchte dich auch noch herzlich willkommen heißen.

    Was du in der kurzen Zeit alles auf die Beine gestellt hast, wie du die Erfahrungen, Anregungen und die Grundbausteine annimmst und umsetzt ist wirklich beeindruckend und richtig schön zu verfolgen.

    Zitat

    und wünsche euch allen einen tollen Abend und ein freudiges Aufwachen morgen früh.


    Ich wünsche dir auch ein freudiges Aufwachen morgen früh, du hast allen Grund, dich zu freuen.

    Der Wunsch, abends froh in Bett gehen und beim Einschlafen mich auf den nächsten Tag freuen zu können, hat mich viele, viele Jahre begleitet. Manchmal bin ich abends früh ins Bett gegangen, damit der Tag endlich vorbei ist, weil ich mein Dasein nicht mehr ertragen habe - und morgens bin ich mit dem gleichen unerträglichen Lebensgefühl aufgewacht. Mir war bewusst, was ich mir mit dem Trinken antue und trotzdem war es so schwer, damit aufzuhören.
    Heute kann ich früh oder spät ins Bett gehen und noch gemütlich lesen, ganz wie ich möchte, weil ich egal zu welcher Uhrzeit dazu in der Lage bin. Und sehr oft kann ich mich auf den nächsten Tag freuen, einfach so...

    Liebe Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo,

    danke dir, liebe Verena.

    Ja, ich hatte eine schöne und entspannte Zeit, aber mit viel Kraft - davon kann gerade keine Rede sein. Dann geht halt nicht viel anderes als arbeiten, ausruhen und trainieren. Durch meine Verletzung im Juli hatte ich viel weniger Bewegung als "normal" und körperlich ziemlich abgebaut... normal ist nun eben das, was jetzt ist :lol: ich bin abends nach der Arbeit ziemlich fertig und kann keine großen Sprünge mehr machen :lol: (is wohl auch besser so)
    Anfang der Woche musste ich noch jammern und stöhnen, irgendwie habe ich heute das Gefühl, ich passe mich meiner derzeitigen Situation ganz gut an, und es passt wirklich so, wie es ist.
    Meistens ist es so, wenn ich nicht so kann, wie ich eigentlich will, gerade was Bewegung und meine Beweglichkeit angeht, entsteht bei mir schnell das Gefühl der Hilflosigkeit. Davon ist nichts zu spüren, es ist Heiterkeit, die ich spüre. Keine Ahnung, warum, und es gefällt mir, mich nicht danach zu fragen. 8)

    Liebe Grüße

    Liebe Verena,

    Zitat

    Ich bin unglücklich obwohl ich glücklich sein sollte. Ich weinte obwohl ich lächeln sollte...

    Wer sagt das denn, dass du glücklich sein solltest, dass du lächeln solltest? Offfensichtlich bist du gestern Abend nicht glücklich gewesen sondern unglücklich und dir war nicht zum Lächeln, dir war nach weinen zumute. Hast du den Anspruch an dich, dass es dir immer gutgehen muss?

    Schicke dir das mal mit lieben Grüßen
    Wacholderfrau

    Hallo Mäuki,

    meine Gedanken über Vertrauen haben sich heute immer wieder hin und herbewegt. Es gab eine Zeit, in der ich mich innerlich völlig abgeschottet habe, zwar Kontakte zur Außenwelt hatte, aber gefangen war in meinem Schweigen. Es gab oberflächliche Bekanntschaften, die zu oberflächlichen Freundschaften wurden, ich habe geheiratet, und ich fühlte mich unerträglich einsam. Dann kam der Alkohol dazu. Ich glaube nicht, dass ich dir erzählen muss, welche Auswirkung das hatte. Ich war nur noch dicht und baute eine Mauer um mich. Verzweifelte Versuche, vom Alkohol wegzukommen, scheiterten und machten alles noch schlimmer. Irgendwann ging gar nichts mehr.
    Dann kam eine Wende, mein Leben begann sich zu ändern, es wurde zu vorher und nachher.
    Mein Leben konnte sich natürlich nur ändern, weil ich vor dem Alkohol kapituliert hatte und Hilfe zulassen konnte, das hieß für mich, dass ich die Hände, die sich mir reichten, nehmen konnte. Das war sehr, sehr schwer und es dauerte lange, sehr lange, aber da entstand ganz langsam Vertrauen.
    Über diesen Prozess könnte ich wohl einen Roman schreiben...

    Und wie geht es mir inzwischen mit Vertrauen? Da ist nicht einfach zu beschreiben. Es gibt mittlerweile einige sehr gute und intensive Freundschaften. Ich bin ein viel offener Mensch geworden, ich kann über Dinge, die mich bewegen, die mich berühren, die mich betreffen, ohne Probleme sprechen. Ich glaube, ich habe ein ganz gutes Gespür entwickelt, wem ich etwas erzählen oder auf wen ich mich einlassen will. Meistens. Nicht immer. Und das ist ein Problem, das ich noch immer habe, immer wieder, nicht oft, aber eben ab und zu. Es passiert mir manchmal, dass ich zu viel Vertrauensvorschuss gebe, auf eine sehr naive Art vertrauensselig bin, und da habe ich mich teilweise in ziemlich unangenehme Situationen gebracht. Meistens habe ich aber wirklich großes Glück mit meinen Mitmenschen :wink:

    Das reicht mal für heute. Ich hoffe, du hast ein für dich gute Arbeitsnacht.

    Lieben Gruß
    Wacholderfrau

    Hallo Mäuki,

    ich finde den AUstausch mit dir anregend und er tut mir gut.

    Zitat

    Und gerade hier gehören gerade auch Probleme hin,
    weil sie sind ja meist der oft versteckte Anlaß zur Sucht,
    denke ich jedenfalls.

    Das sehe ich auch so. Und für mich gilt es Wege zu finden, in problematischen Situationen anders zu reagieren, als ich es früher getan habe, mich nicht mit ALkohol zu betäuben oder auf andere Weise die Flucht zu ergreifen.

    Jeder kann hier selbst bestimmen, was und wem er schreiben möchte. Du bestimmst, was du erzählen und wem du antworten möchtest.

    Mich bewegt, beschäftigt die Frage, was Vertrauen für mich bedeutet. Nun aber erst mal arbeiten gehen...

    Liebe Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo Andreas,

    von mir aus kannst du auch gerne jammern...

    Zitat von Carpenter


    Gut, daß man nix mehr trinkt. Das wäre nämlich wieder so ne Saufspirale...Saufen aus Stress, dann Saufen, weil man wegen dem Saufen zuviel liegen läßt, dann wieder Saufen, weil man nicht mehr rumkommt. Dieses Hamsterrad steht erfreulicherweise auf dem Speicher :)


    Möchtest das Hamsterrad nicht lieber wo einbuddeln? :lol:

    Ich wünsche dir gute Besserung.

    Lieben Gruß
    Wacholderfrau

    Hallo,

    danke Verena, dass du mich hier besuchst.
    Ich kann mittlerweile gut Ruhe geben und vor allem: mich in Ruhe lassen, auch mal nichts tun, rumgammeln, einfach alles stehen und liegen lassen - und etwas, was völlig neu für mich ist, mich ausschlafen lassen. Ich gehe gerne spät ins Bett, weil ich die Nacht liebe, die besondere Nacht-Stimmung, die ganz anders ist als die am Tag (haha, sag ich jetzt nichts weiter dazu). Aber ich bin auch Frühaufsteherin, weil ich die Stunden am Morgen auch liebe. Jedenfalls liegt mein Ausschlafrekord bei 9.30 Uhr. Das ist mir in meinem Urlaub gelungen.

    Morgen arbeite ich nach drei Wochen Urlaub wieder. Mal schauen, ob meine Eingliederung in die Zivilisation glückt...
    MIr ist gerade sehr deutlich bewusst geworden, wie dankbar ich dafür und darüber bin, dass ich meine Urlaubszeit nicht für exzessiver Besäufnisse missbrauchen muss. Jederzeit kann unerwartet Besuch kommen, oder ich kann spontanen Einladungen folgen. Ich kann ausschlafen oder früh aufstehen, ganz wie ich möchte. Ich kann entspannt an meinen Lieblingsplätzchen am Fluss sitzen, ohne gepeinigt vom Alkohol zu sein. Ich muss nicht planen, wann und wo ich Nachschub besorge und die leeren Flaschen entsorge...
    Dies so aufschreiben zu können, macht mich gerade richtig glücklich.

    Liebe Grüße

    Liebe Verena,

    Zitat

    Vielleicht schreibe ich auch wieder mehr jetzt hier


    das wäre 8)

    Ich möchte dir gerne mal erzählen, dass ich öfter an dich denke, ich verrate dir auch weswegen...

    Zitat von Rockqueen


    Mir geht es gut, ich tue viel für mich, verwöhne mich, liebe mich. Das ist meines Erachtens super wichtig :wink:

    Zitat von Wacholderfrau


    Das hörst sich ja richtig gut an. Wie hast du das in dieser relativ kurzen Zeit hingekriegt? Ich finde es sehr schön, dass du sagen kannst, ich verwöhne mich, liebe mich. Toll.

    Ich gehe klar meinen Weg, freue mich darüber - auch über mich, das finde ich schon mal gut, vielleicht darf ich "ich liebe mich" auch noch erleben? :lol: . Im Moment bin ich froh, so wie es ist.

    Zitat von Rockqueen


    ich bin mir sicher dass du "ich liebe mich" auch noch erleben wirst und ich glaube das dauert gar nicht mehr lange :)
    Mir hat mein Freund damals geholfen (zu der Zeit waren wir ja noch nicht zusammen) und er hat mich so sehr unterstützt, ihm verdanke ich auch sehr viel. Er hat mir auch mal in den Ar**h getreten wenn ich lustlos war, gerade anfänglich. Irgendwann hatte ich meine Lebensfreude dann wieder und brauchte den Tritt nicht mehr.

    Ich musste gar nicht lange suchen, um unseren kleinen Austausch vom letzten Jahr zu finden.

    Mir geht es gut, ich tue viel für mich, verwöhne mich, liebe mich. Trifft der schöne Satz von dir immer noch zu?
    Ich würde sagen, ich freunde mich mehr und mehr mit mir an, fühle mich sehr oft in guter und angenehmer Gesellschaft mit mir, und es gibt inzwischen Momente, in denen ich mich mag, manchmal auch bisschen sehr mag, oder mich halt nur gut leiden kann, oder mich dann aber auch mal wieder altdummdoofhässlich finde, was nur noch selten vorkommt und ich auch nicht mehr darauf eingehe - auf diesen Verrat an mir :lol:

    Liebe Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo Mäuki,

    ich habe deine Zeilen nun schon mehrmals gelesen. Ich finde es bemerkenswert, wie du es schaffst, so wesentliche, wichtige Dingen in Worte zu fassen. Das beeindruckt mich wirklich. Danke dir dafür. Es sind nicht nur Worte, die ich lese, es ist eine Geschichte vom Leben, die du erzählst.

    Wenn du möchtest, schreibe ich auch gerne mehr...
    ... gehe mal das schöne Leben genießen - JETZT :wink:

    Lieben Gruß
    Wacholderfrau

    Hallo Mäuki,

    Mitleid ist etwas, was ich überhaupt nicht brauchen kann, aber Mitgefühl und Verständnis tun mir gut.
    Ich habe noch über das Verstehen nachgedacht. Natürlich möchte ich verstanden werden, mich verstanden fühlen. Wichtiger ist mir, glaube ich, dass ich im Lauf der Jahre mich verstanden habe, verstanden, warum ich so bin, wie ich bin, warum ich so handle, wie ich handle, auf Dinge reagiere, wie reagiere. Ich schreibe, ich glaube, weil ich es nicht weiß, ob zuerst das Verständnis von mir für mich oder von anderen für mich da war. Ich weiß es nicht mehr.
    Ich lege keinen Wert darauf, von allem verstanden zu werden, und sehe es wie du, mache verstehen viel, manche weniger und manche gar nicht. Ich bin davon nicht mehr abhängig.

    Zitat

    auch heute erlebe ich häufig extremen Stimmungswechsel,
    man denkt alles ist gut,

    Und dann wird ein Schalter umgeklappt,
    und da ist gar nichts gut.

    Aber ich übe ja das Leben noch,
    ich glaube allerdings das es noch einige Stunden werden.

    Oh, wie das kenne! Und wie ich iüberhaupt zu der Annahme kommen konnte, dass es jemals überhaupt auch nur einen Moment gut war. Diese Zweifel. Und ich würde mir alles nur einreden, mir vormachen, dass ich etwas wie Glück empfinden kann, Zufriedenheit, ja, schönreden, würde ich... am Ende der Fahnenstange kam dann der Selbsthass, abgrundtiefe Verachtung mirgegenüber.

    Ich habe das schon lange nicht mehr so erlebt, und wenn, dann in völlig abgeschwächter Form.

    Wie geht es dir heute? Magst du erzählen, was es mit dem Schalter - und davor - auf sich hat?

    Schicke dir Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo Mäuki,

    Zitat

    Viele können das nicht so gut ertragen,


    Das stimmt. Es ist auch nicht leicht zu ertragen und es ist sehr schwer, die passenden Worte zu finden, was nicht heißt, dass kein Interesse, Mitgefühl und Anteilnahme da ist.

    Ich freue mich, dass du hierher gefunden hast und das sagst, was du sagen möchtest. Mir gefällt deine Art, dich auszudrücken.
    Im Moment denke ich noch über verstehen und nicht verstehen und Verständnis nach... was du darüber schreibst, sehe ich auch so... würde gerne später (morgen) etwas dazu schreiben.

    Wünsche dir eine gute Nacht.
    Wacholderfrau

    Hallo Verena,

    Zitat

    Naja, ich hatte die letzten Monate den Eindruck, dass ich eben viele andere Interessen habe wie viele hier in dem Forum.

    Das ist doch gut und bereichernd andere Interessen zu haben, finde ich. Unsere Gemeinsamkeiten sind die, dass wir alle Alkoholiker sind und uns auf den Weg gemacht haben, mit der Krankheit Alkoholismus zu leben. Das heißt doch nicht, dass wir alle am gleichen Fluss spazieren gehen müssen - das würde mir gerade noch fehlen. Und ich im Ledermini, nee, das lassen wir mal lieber :lol: obwohl, eine Lederjacke zur Jeans, das könnte ich auch gut haben, habe ich aber leider nicht... damit bin ich dann praktisch schon am Ende, was dieses Thema angeht.

    Die Hauptsache, um die es hier im Forum geht, ist klar definiert.

    Ich bin hier, um mir meine Trockenheit zu bewahren, weil das das wichtigste Thema für mich ist. Dinge, die mich interessieren, sind auch wichtig, genau wie die, die mich beschäftigen, belasten, mir Freude machen, mich traurig oder glücklich machen.
    Ich möchte heir schreiben, mich mitteilen, mir sind die Rückmeldungen wichtig und die Meinung der Anderen. Falls ich mich mal in etwas verstricke, falls ich dabei bin, mir etwas vorzumachen, vertraue ich darauf, dass ich hier von denen, die mich lesen, das auch gesagt bekomme. Ich möchte nicht aus den Augen verlieren, warum ich hier bin.


    Zitat

    Das lag auch daran, dass ich hier viel Hilfe bekam, aber nun von denen kaum noch jemand hier ist.

    Das kann ich verstehen.
    Ich habe mich ja auch im geschützten Bereich eingenistet, und mir geht es da wie Nobby, nämlich gut.
    Es ist schade, dass die dir vertrauten Begleiter nicht mehr alle da sind. Aber dafür sind andere da - und alle sind eh nicht weg. Alle hier haben etwas zu sagen, und alle sind aus dem gleichen Grund hier wie du und ich.

    Ich würde mich freuen, Verena, wenn du wieder mehr schreiben würdest.

    Zitat

    Wie geht es dir denn eigentlich? Alles gut bei dir?


    Mir geht es heute prima, es ist einer von den glückeligen Tagen :lol: Alles ist nicht gut aber gut genug.

    Ich habe seit Juli hier wieder einen Thread, in dem ich immer wieder schreibe, schau doch mal vorbei, wenn du möchtest.

    Liebe Grüße von Wacholderfrau

    Hallo Mäuki,

    Zitat

    ich habe versucht mich vorsichtig auszudrücken ,
    in meinen kurzen Beschreibung aber ich dachte denoch verständlich.

    Ich werde es bald nochmal schreiben dann mit klaren Worten ohne Schnörkeleien,
    möglich das es dann auch wieder nicht passt??

    Für mich hast du dich sehr verständlich ausgedrückt. Du hast die Fähigkeit, die passenden Worte zu finden deine Erfahrungen mitzuteilen, mich jedenfalls haben sie erreicht und berührt.

    Zitat

    Manchmal nutze ich auch die Form des Schreibens um mich mitzuteilen auch wenn ich die Möglichkeit hätte zu sprechen,
    vielleicht mach ich das heute auch,
    ich weiß nicht genau was besser wäre??

    Mach das doch bitte so, wie es für dich am besten passt, nämlich das, was dir am nähesten ist. Vielleicht entwickelt sich durch das Schreiben mehr die Möglichkeit zu sprechen.

    Zitat

    Die Narben die schmerzen noch öfters,nicht immer mehr so doll ..aber ich glaube nicht das es weggeht,

    Auch wenn die Narben schmerzen, heißt das doch, dass die Wunden sich geschlossen haben, dass es bereits einen Heilungsprozess gegeben hat und gibt. Narben kann man pflegen. Ich kann dir die Hoffnung machen, dass auch diese Schmerzen weniger werden können bis dahin, dass sie auch auf längere Zeit nicht mehr zu spüren sind. Die Erinnerung wird bleiben, aber auch dafür kann es in dir einen Raum geben, wo sie "gut" aufgehoben ist und sich nicht permantent im Zentrum des Geschehens und deines Denkens befinden.

    Ich kann dir von mir sagen, dass ich gut mit dem leben kann, was ich erlebt und erfahren habe, sogar bis dahin, dass ich mich als glückliche Frau beschreiben kann. Es gibt immer wieder Situationen, in denen der Umgang damit nicht einfach ist, meine Sichtweise hat sich allerdings erheblich verändert und ich falle nicht mehr so tief in die alten Verstrickungungen, inzwischen bleibe ich oft bereits am Rand stehen und betrachte, was wieder gerade in mir passiert, ohne zu fallen.

    Liebe Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo Verena,

    ich freue mich, dass du mir geantwortet hast, was ich leider übersehen habe, entschuldige bitte. Schade, dass du so wenig schreibst, ich glaube nämlich nicht, dass du nichts zu erzählen hast. :wink:

    Wenn ich Saufdruck bekomme, was, seit ich nicht mehr trinke, der Göttin sei Dank nur einmal vorgekommen ist, kommt der nicht aus heiterem Himmel. Irgendwas gerät in Schräglage, ist vorgefallen, oder ich achte nicht darauf, was ich nicht möchte und trotzdem tue oder so... jedenfalls ist das bei mir so.

    Zitat

    Es fing kurz vor Feierabend an und hatte mir schon überlegt wo ich am besten was trinke wenn ich gleich zur Tür raus gehe


    wie du das formulierst, wirkt es auf mich, als käme der Druck aus heiterm Himmel...

    Es interessiert mich, wie du darüber denkst.
    Jedenfalls ist folgendes super und mich freut mich sehr:

    Zitat von Rockqueen


    Eineinhalb Jahre zufriedene Trockenheit werde ich jedoch nicht einfach so in die Tonne treten und bleibe meinem Weg treu. :)

    Liebe Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo,

    lieber Matthias, vielen Dank, ich freue mich über deine Antwort.

    Zitat

    kanns sein, dass alldas trocken viel einfacher, viel schneller und viel leichter passiert? - und es daher viel weniger erscheint?

    na klar, auf jeden Fall trifft das zu. Ich weiß im Moment noch nicht, was mich gestern mit diesen Gedanken umgetrieben hat, bei mir ist es oft so, dass mir das Aufschreiben und das Mit-teilen und die Rückmeldungen dazu verhelfen auf den Punkt zu kommen, um den es wirklich geht. Ich weiß aus vielen Jahren, wieviel Engergie die Sauferei kostet, wie viel Kraft es kostet, nach einem heftigen Rausch einigermaßen zu funktionieren, dann auch wieder und wieder aufhören zu wollen, es zu schaffen bis zu dem Moment, dem erstbesten und geeigneten Problem, das ich zum Anlass genommen habe, um (endlich) wieder trinken zu können.

    Am Anfang meiner Trockenheit sagte ein Freund aus einer SHG, ein trockener Alkoholiker ist zum Erfolg verdammt, weil die Energie, die er zum Saufen und Nichtsaufen braucht, dann zur Verfügung steht und genutzt werden kann.

    Nun, Erfolg? Mein Erfolg beschränkt sich darauf, dass ich aus diesem unerträglichen Teufelskreis herauskommen, herausfinden konnte. Allein habe ich das nicht geschafft, sondern weil ich mir hier Hilfe geholt und die Hände, die mir gereicht wurden, angenommen habe. Das ist der Erfolg meines Lebens.

    Vielleicht geht es mir um die Vielfalt der schönen Dinge, die ich gerne umsetzen möchte, um meine Ideen, um das Aufschreiben meiner Flussgeschichten :lol: zum Beispiel, um das Bemalen der Treibholzstöckchen, die ich gesammelt habe, um die zauberhaften Bilder, die ich in den letzten Wochen gemacht habe, um damit eine Collage zu machen, um um um... , ja, vielleicht ist es das, dass ich nicht alles gleich umsetzen kann (will?), weil ich auch Ruhe brauche und nicht so bewegungs-fähig bin, wie ich es eigentlich gerne hätte, mehr Zeit brauche dafür - und langsamer geworden bin?

    Und ich glaube, das ist gut so, gut so, wie es ist.

    Liebe Grüße von Wacholderfrau

    Hallo,

    Zitat von schnuffig


    ... und mit deinem inneren Lächeln hast du mich gerade angesteckt.

    das freut mich, schnuffig.

    Mein Urlaub geht so allmählich zu Ende. Es gab noch viele schöne Stunden an meinem Fluss - und wird es wohl auch weiterhin geben. Ich fand es so schade, dass ich dieses Jahr nicht ans Meer fahren konnte, nun ist es so, dass ich einfach nur froh darüber bin. Seit ich hier wohne und lebe, konnte ich immer die schöne Natur direkt vor meiner Haustür sehen und schätzen, die letzten Wochen haben sie mir noch näher gebracht.

    Ich habe mich vorhin mit Gedanken beschäftigt, die mich ziemlich irritiert haben. Denn ich war der Meinung, ich mache viel wenig als früher, bin weniger kreativ, lese weniger, unternehme weniger und so weiter, wollte mir einreden, ich sei träge geworden (weiß nicht, vielleicht stimmt das ja auch?) bis mir dann klar wurde, wie ich meine Zeit in den letzten Jahren verbracht habe, die Zeit vor meiner Trockenheit. Von wegen kreativ und vor allem von wegen lebendig. Viel getrunken habe ich, nicht erfüllt gelebt sondern oft abgefüllt die Zeit verplempert. Wenn ich nicht getrunken habe, war ich trotzdem "besetzt" vom Alkohol, auch in längeren Trinkpausen. Ich habe noch funktioniert, habe gearbeitet, Haushalt gemacht und anstehende Pflichten erledigt - und getrunken, das hat auch funktioniert. Was das Energie und Kraft gekostet hat! Unglaublich!
    Das waren meine Gedanken zur späten Stunde :lol:

    Liebe Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo,

    Frank, ich habe mich sehr über deine Rückmeldung gefreut, vielen Dank dafür. Inzwischen fühlt sich "mein Weg" wieder richtig gut an. Ich verbringe meine freie Zeit mit schönen kleinen Dingen, die mir sehr wertvoll sind. In den vielen Stunden, die ich am Fluss verbringe, bekomme ich sehr oft das Gefühl, dass es mir an gar nichts fehlt, dass alles da ist, was ich brauche. Irgendwie machen mich diese intensiven Momente sehr satt, tun mir gut, füllen mich mit Wärme und etwas, für das ich kein Wort kenne, so nenne ich es inneres Lächeln. :lol:

    Viele Grüße
    Wacholderfrau

    Hallo,

    vor einigen Tagen beschrieb ich meine Stimmung in meinem Tagebuch

    In mir macht sich das Gefühl der Sinnlosigkeit breit, das Gefühl, ich hätte meine Orientierung verloren, die Dinge, die mich erfüllen, scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben, vieles wirkt fremd, beziehungsweise scheint die Beziehung dazu verloren gegangen zu sein und massiv will sich der Eindruck durchsetzen, es würde sich nicht lohnen, in irgendeiner Form weiterzumachen, weil alles anstrengend, schwer und mühsam ist , und es am besten wäre, alles einzustellen und nichts mehr zu tun, weil die Leere lähmt und mir einreden will, es lohnt sich nicht, weil alles aus Problemen besteht, die Lösungen nicht greifbar sind. Die Alternative zu, mich dem Trübsinn hinzugeben, ist, damit aufzuhören, mich in Ruhe zu lassen, die sinnlose Frage nach dem Sinn anderen zu überlassen und das leben, was ist. Für mich gibt es die Sinnlosigkeit der/meiner Existenz nicht, das weiß ich, auch wenn es sich gelegentlich so anfühlt. Mir geht es nicht um Sinn und Ziele, mir geht es um die Erfahrung, das Spüren meiner Lebendigkeit, das sich in kleinen Dingen und Begegnungen zeigt/fühlen lässt.

    Meine Strenge und vermultich auch der hohe Anspruch mir gegenüber, macht es mir in solchen Zeiten nicht leicht. Dazu kommt, dass ich dann in das Gefühlsdrama eines von außen verschlossenen Kerkers gleite, wo das Gesetz herrscht, es wird nun immer so bleiben, nie wieder wird es anders werden, alles war umsonst..., alle Mühe, die ich aufgebracht habe. Freiheit wird zum Mythos und unerreichbar.

    Inzwischen kommen meine Lebensgeister allmählich zurück, heute verbrachte ich nun einen Tag in Ruhe und kann mich richtig darüber freuen, dass ich mich wieder wohler in meiner Haut fühle.
    Ich habe noch zwei Wochen Urlaub, in denen ich mich treiben lassen will, ohne mir "große" Dinge vorzunehmen, vermutlich werde ich mich die meiste Zeit an meinem geliebten Fluss aufhalten, das Wasser ansehen, die Bäume, die Blätter, das Wasser... Steine anfassen, Bäume berühren, mich auf die Wiese legen, eintauchen in die Natur, die mir seit ich denken kann, Halt und Kraft gibt und in der mich wie nirgendwo anders geborgen fühle.

    Vor meinem letzten Sommerurlaub bangte ich regelrecht, als mir bewusst wurde, wie ich meine freie Zeit "normalerweise" zu nutzen suchte... das war kurz nachdem ich mit trinken aufgehört hatte. Diese Sorge oder Angst trat diesmal keinen Moment auf, weil ich anderes und besseres zu tun habe, als mich zu besaufen.

    Vor ein paar Wochen gab es eine Situation, die mich heftigst aufgewühlt und mir mehrer schlaflose Nächte bereitet hat. Die damit verknüpften Gefühle hielt ich nicht gut aus, aber ich hielt sie aus, was in nassen Zeiten ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre, weil es nur eine einzige Reaktion für mich gegeben hätte, nämlich mich zuzuschütten.

    Liebe Grüße
    Wacholderfrau