Beiträge von Wacholderfrau

    Hallo,

    herzlichen Dank für die lieben Worte - Clärchen, sue, Dusty, Maik, Karsten, Matthias, Cemend, schnuffig und Pink-Lady.

    Mein 1. Trockengeburtstag ist erst morgen :wink: , aber passt scho...

    Ich spürte gestern den ganzen Tag über, wie wichtig mir das Datum meiner Anmeldung war. Ich habe mich angemeldet und konnte somit nicht mehr weiter trinken. So war das für mich. Und so hat sich mein Leben verändert, wie, das möchte ich so nach und nach erzählen.

    Als ich meinen Beitrag hier gestern geschrieben hatte, machte ich ein paar Dinge im Haushalt und merkte plötzlich, wie stolz ich mich für ein paar Momente fühlte. Gar nicht mal, weil ich morgen ein Jahr lang nicht mehr trinke, sondern stolz darauf, dass ich mir Hilfe geholt habe. Allein hätte ich es nicht geschafft, das weiß ich. Ich habe hier die Hilfe und Unterstützung bekommen, die ich gebraucht habe. Und dafür bin ich sehr dankbar.

    Liebe Grüße von Wacholderfrau

    Hallo,

    heute vor einem Jahr habe ich mich hier im Forum angemeldet. Zwei Tage hat es noch gedauert, bis ich mit dem Trinken aufhören konnte, und erst am 11.7. traute ich mich endlich, etwas im Vorstellungsbereich zu schreiben

    Zitat von Wacholderfrau

    Ich will keine Trinkerin mehr sein

    Ich möchte frei sein, mich frei fühlen. Niemand schränkt meine Freiheit mehr ein als ich selbst.
    Ich habe Angst, Angst vor dem, wie es weitergehen wird, wie mein Leben weitergehen wird, Angst vor den Ausmaßen der Alkoholabhängigkeit, Angst, dass es bereits zu spät sein könnte.

    Es gibt viele Dinge, die ich machen möchte, Dinge, von denen ich weiß, dass sie mir wichtig sind und gut tun, die ich aber nicht machen kann, weil ich in meiner Sucht gefangen bin.
    Das Leben mit Alkohol ist verdammt hart ist. Jeder Tag, an dem ich Alkohol trinke, ist ein harter Tag und der Tag nach diesem Tag ist ein harter Tag, an dem ich oft Bedenken habe, ob und wie ich ihn überlebe. Und doch schaffe ich es, am gleichen oder am nächsten oder am übernächsten Tag wieder zu trinken. Ich wundere mich darüber, wie ich in der Lage bin, mir dies alles zuzumuten und ich bin erstaunt darüber, was mein Körper, mein Geist und meine Seele in der Lage ist auszuhalten und welche Fähigkeiten zu regenerieren dieser Körper hat. Ja, dann bin ich auch sehr erstaunt darüber, wie leidensfähig ich bin, denn zu trinken, bedeutet Leid, oft unendliches Leid. Zu trinken bedeutet Rückzug von Anderen, bedeutet Rückzug von mir und bedeutet mich in mich verschließen.
    Ich will kein Inmich mehr sein, deswegen habe ich mich hier angemeldet, weil ich endlich damit aufhören will, alles mit mir selbst auszumachen. Wie sich das hier gestalten kann, weiß ich allerdings nicht. Mein Wunsch ist es, nicht mehr zu trinken und ehrlich zu sein, vor allem zu mir selbst.
    Es ist für mich kein Problem, eine, zwei, drei oder vier Wochen, es können auch zwei Monate sein, nichts zu trinken. Dann aber kommt der Tag, an dem ich mich ohne mit der Wimper zu zucken betrinke. Es ist ein immerwährender Kreislauf, aus dem ich aussteigen will, weil es ein stetiger Kampf ist, weil es mir meine Lebenslust und Lebensenergie raubt und weil es mich daran hindert zu leben.



    Ich bin keine Trinkerin mehr. Und ich spüre meinen Boden wieder unter meinen Füßen. Der Alkohol bestimmt mein Leben nicht mehr, aber meine Trockenheit bereichert es.

    Was ich sagen will? Ich bin einfach nur froh über meine Entscheidung - heute vor einem Jahr.

    Liebe Grüße, Wacholderfrau

    Hallo Andreas,

    ich bin beeindruckt von deiner "kleinen" Schilderung, in der du mit wenigen Worten sehr, sehr viel aussagst, was wichtig ist. Danke für deine Offenheit.

    Zitat von Nys


    Ich hoffe sehr, daß diesen Beitrag viele Männer im www lesen, die sich noch überlegen, ob sie nicht evtl. mit der Flasche glücklicher sind. Dein Beitrag spricht Bände darüber, wie froh Du bist, diese Entscheidung in erster Linie für Dich und Dein Leben (mit Deiner Familie) getroffen zu haben und wie sehr Du dieses neu zurückgewonnene Leben genießt.

    das sehe ich auch so... ergänze: Männer und Frauen :lol:

    Gruß, Wacholderfrau

    Hallo schnuffig,

    deine kleine Bilanz gefällt mir. Ich werde sie gerne für mich als Anregung mitnehmen, denn bald habe ich auch ein Jahr erreicht, über das ich mich freuen darf.

    Zitat

    mochte ich die Nacht lieber als den Tag. Ich habe nicht gerne geschlafen


    das kenne ich auch. Weißt du, warum du nicht gerne geschlafen hast und was sich durch die Abstinenz geändert hat?
    Ich kann noch immer sagen, ich schlafe nicht gerne, außer wenn ich mich zu einem Mittagsschläfchen hinlege.

    Lieben Gruß von Wacholderfrau

    Hallo schnuffig,

    bitte verstehe meine Antwort auf deine Eingangsfrage zu Alice Miller nicht als Abwertung ihrer Arbeit und schon garnicht als Kritik, dass es für dich (die) Grundlage für die Aufarbeitung deiner Kinheit ist. Jede/r geht den Weg, für den sie/er sich entscheidet.

    Ich glaube sagen zu können, dass ich Millers Texte, auch ihre Biografie, ziemlich gut kenne und sie mir wie gesagt auch hilfreich waren - ob ich sie tatsächlich verstanden habe, sei dahingestellt :lol:
    Mit Theorie meinte ich, dass das, was ich lese, auch wenn ich mich intensiv damit beschäftige, eben theoretisch und nicht praktisch ist.

    Dir alles Gute
    lieben Gruß, Wacholderfrau

    Hallo schnuffig,

    Zitat

    Gibt es hier eigentlich jemanden, der als Grundlage zur Arbeit mit der eigenen Kindheit die Werke der Kindheitsforscherin Alice Miller heranzieht


    Ich habe schon vor vielen Jahren einiges von Alice Miller gelesen, finde ihre Bücher interessant. Für mich trug vieles, was ich bei ihr gelesen habe, zu meinem Verständnis für mich bei, auf die Idee, ihre Texte als Grundlage zur Arbeit mit der eigenen Kindheit zu nehmen, wäre und würde ich jedoch nicht kommen und mal nur von meinem Gefühl ausgehend, finde ich das auch nicht ratsam.

    Zitat

    Das ist eher was für Menschen wie mich, die fanden oder manchmal auch immer noch finden, das irgendwas nicht in Ordnung ist mit ihnen.
    Also Menschen, die das Gefühl haben, sie hätten tief in sich ein Monster oder endlose Abgründe.
    Die sich nicht liebenswert finden und es noch schlimmer finden, anderen nicht mit der Liebenswürdigkeit begegnen zu können, mit der sie das eigentlich möchten.


    Das Empfinden, ich sei nicht in Ordnung, in mir endlose Abgründe zu haben, nicht liebenswert zu sein, begleiteten mich lange Zeit meines Lebens. Dies mit Alice Miller aufzuarbeiten zu können, ist für mich unvorstellbar, weil es bei einer theoretischen Auseinandersetzung bleiben würde, einer Begegnung deiner Erfahrungen, deines Innenlebens, deiner Gefühle mit der Lektüre und den Theorien einer Kindheitsforscherin.

    Mit Gruß von Wacholderfrau

    Lieber zerfreila,

    meine herzlichsten Glückwünsche zu 5 Jahren Trockenheit, Freiheit und wiedergewonnenem Leben.

    Es wäre schön, wenn du die Zeit finden würdest, ein wenig davon zu erzählen, was dir Sorgen macht. Mich interessiert dein Weg und das, was dich betrifft. Was macht die Planung deiner Reise?

    Alles Liebe und Gute für dich
    Wacholderfrau

    HalloTina,

    ich habe etwa 4 Wochen nachdem ich zum letzten Mal Alkohol getrunken habe, hier im Forum - im geschützten Bereich - meinen "Rückfallbericht" geschrieben und eingestellt. Warum ich zunächst gezögert habe, ihn hier in diesem Thread zu wiederholen, weiß ich nicht, ich sehe keinen relevanten Grund dafür, diesen Teil meiner Geschichte zurückzuhalten. Ich übernehme den Text vom 6.8.2012 bis auf die ersten paar Zeilen, die mir zu personlich sind (und korrigiere auch keine Schreibfehler :lol: )

    Vor etwa 20 Jahren hörte ich nach einem Suizidversuch für 12 Jahre auf zu trinken...
    --- Mein Leben begann angenehm zu werden, ich begann mich wohlzufühlen, auch in meiner Haut wohlzufühlen, hatte ein sehr schönes soziales Umfeld, die alle von meiner Alkoholabhängigkeit und einige von der schlimmen Zeit wussten.
    Ich erlebte in diesen 12 Jahren viel Lebensglück und Lebensfreude, Leidenschaft und Lebendigkeit. Dass das mal für mich möglich sein würde, hätte ich nie für möglich gehalten.

    Wann begann der Rückfall?
    Mit Sicherheit nicht beim ersten Glas.

    Es war klar, dass ich nicht mehr trinken wollte. Ich bin auch einige Jahre zu den AA gegangen, bis ich gemerkt habe, dass ich an einem Punkt war, an dem ich mich nicht mehr weiter entwickeln würde, bliebe ich weiter da. Auf mich wirkte das Leben der meisten AA-Freunde fad, farblos, leblos.

    Meine Therapeutin sagte dann mal dazu, das wäre auch nicht die Form der Selbsthilfe, die ich brauchen würde, und sie ist auch der Meinung, dass wir beide irgendwann mal ein Gläschen Sekt zusammen trinken würden, weil sie glaubt, dass ich, so wie ich mich entwickelt habe, durchaus dann mal kontrolliert trinken könnte. Ich wusste genau, wie falsch diese Aussagen waren und dass sie nicht wirklich viel Ahnung über Alkoholismus hatte, ließ mich von ihr auch nicht irritieren, doch gehört habe ich das gerne, was sie sagte.

    Ich erwähne dies hier nicht, um Verantwortung abzugeben, nein, ganz und gar nicht, ich erwähne es, weil es in die Sammlung der Dinge, der Gegebenheiten gehört, was meinen Rückfall betrifft. Das Wichtigste im letzten Abschnitt ist der Satz: doch gehört habe ich das gerne.

    Ich denke mal, hier hat meine Überheblichkeit ihren Anfang genommen, denn ich dachte nämlich auch noch – gut, dass sie das nicht zu jemandem Anderen gesagt hat – denn ich weiß ja damit umzugehen.

    Ich habe viel für mich getan, ich habe gelernt, für mich zu sorgen und meine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Auch nach der Trennung von den AA habe ich Trockenarbeit geleistet.

    Aber es gab eben auch die Verantwortung meinen Kindern gegenüber. Die Kinder waren relativ regelmäßig alle zwei Wochen für einen Tag bei ihrem Papa, der zwar Unterhalt (normalerweise) bezahlte, sich jedoch sonst um nichts, was die Kinder betraf, gekümmert hat.

    Nachdem ich mich stabil genug fühlte, bewarb ich mich und bekam auch sofort den gewünschten Arbeitsplatz. Ich glaube, es gab kaum jemand, der diese Entscheidung verstanden hat, denn ich hätte es mir noch einige „gutgehen lassen“ können, ohne zu arbeiten, das wollte ich aber nicht auf seine Kosten.
    Etwa nach etwa einem halben Jahr nach der Klinik habe ich wieder gearbeitet.

    Ich kann zwar gut verstehen, dass ich meine Unabhängigkeit wollte, aber in meinen Augen war das falscher Stolz.

    Es ging mir gut, ich hatte meine Werkzeuge gefunden, wie ich so leben konnte, dass es mir und meinen Kindern gut gehen konnte.
    Wenn es mir gut geht, habe ich eine Fülle an Kraft und Energie, so fühlt sich das an und ich beschrieb das oft so: ich sitze an einer Quelle, aus der Energie fließt und fließt und ich kann schöpfen und schöpfen. Manchmal empfand ich diesen Segen schon als Fluch, weil ich kein gesundes Maß hatte.

    Was ich damit sagen will ist, dass ich bereits nach einem halben Jahr wieder gearbeitet habe, war zu früh, auch wenn es mir gut ging und es noch über 11 Jahre gedauert hat, bis ich wieder getrunken habe.
    Auch wenn ich für mich gesorgt habe, umsichtig war, achtsam war, auf meine Bedürfnisse geachtet habe, habe ich mir durch die permanente Ausbeutung meiner Kraft sehr geschadet.

    Ich habe eine unmenschliche Stärke entwickelt, die nichts aber auch gar nichts mit Demut zu tun hatte, eine Stärke, mit der ich mir unweigerlich damals den Weg zum Rückfall geebnet hatte.

    Warum ich nicht viel früher getrunken habe, mag vielleicht jemand fragen? Ich habe mein Leben genossen, war erfolgreich in meinem Beruf, habe noch eine weiter Ausbildung gemacht, habe für meine Kinder gesorgt, Haushalt, Hund, Katzen. Ich habe viel Bestätigung bekommen, die meiner Seele guttat. Bestätigung für diese weitere (tolle) Ausbildung, die ich nebenbei machte, Bestätigung auch, weil ich es geschafft habe, einen katastrophalen Tiefpunkt so gut zu überstehen und mir so ein gutes Leben aufzubauen. Ich war die Vorzeigeklientin meiner Therapeutin.
    Ich habe wieder begonnen, Anderen zeigen zu müssen, wie toll ich bin, was ich alles kann, was ich alles auf die Reihe bekomme, welche Fähigkeiten ich habe…

    Allerdings habe ich das auch irgendwann bemerkt, aber da war der vollbeladene Karren schon nicht mehr aufzuhalten.

    Nun kommt noch der absolut klassische Fehler dazu. Ich hatte wieder eine Beziehung, in der ich mich wohlfühlte… ich habe diesem Mann gesagt, dass ich keinen Alkohol trinke. Ich habe den neuen Freunden und Bekannten gesagt, dass ich keinen Alkohol trinke. Ich habe nicht gesagt, dass ich trockene Alkoholikerin bin.
    Ich weiß, es ist krass. Krass? Nein, ich habe mich längst vorher nicht mehr ernst genommen.

    Irgendwann kam es eben dann zu dem einen Gläschen Sekt. Jeder oder die meisten von uns wissen, dass es keine Kunst ist, nach diesem ersten Gläschen wochenlang kein weiteres zu trinken. Es gab dann irgendwann in meinem Haushalt wieder Alkohol für Gäste – weil ich darüber stehe, der Alkohol kann mir ja nichts anhaben. Das ging auch eine ganze Weile gut. Sehr gut sogar. Es ging gut, bis der Tag kam, an dem mir etwas sehr nahe ging, eigentlich völlig egal, wenn es nicht dieser Grund gewesen wäre, wäre es jener gewesen. Ich trank alleine an meinem Geburtstag eine Flasche Sekt. Ich hatte allen Freunden gesagt, ich möchte mit meinem Freund alleine feiern, und der war dann so müde, dass er nicht feiern konnte… Was natürlich ein „sehr verständlicher und gut nachvollziehbarer Anlass“ war…
    Am nächsten Tag war ich komplett geschockt und ich hatte wochenlang regelrecht Albträume, dass ich wieder trinken könnte.

    Es hat langsam begonnen, es hat langsam zugenommen, es gab immer wieder Pausen, auch eine von einem Jahr, es wurde immer schlimmer, aber das muss ich ja hier niemandem erzählen.

    Ich habe viel zu schnell den Respekt vor dieser Krankheit verloren,
    Überheblichkeit, auch Oberflächlichkeit (auch wenn ich das in Bezug auf mich nicht hören mag), Selbstüberschätzung, Unehrlichkeit (vor allem mir selbst gegenüber) falscher Stolz und Leistungsorientiertheit haben ihren Teil dazu beigetragen.
    Und dass meine Trockenheit zum Selbstläufer wurde.
    Es war für mich selbstverständlich, keinen Alkohol zu trinken.
    Was auch noch eine Rolle spielt ist, dass ich mir nie von jemandem gewünscht habe, dass er auf mich Rücksicht nimmt.
    Interessant ist in meinen Augen auch, dass ich erst in der Therapie gelernt habe, dass auch ich wichtig bin, was mich sehr glücklich gemacht hat und ich später dann alles dafür getan, wieder unwichtig zu werden. Unwichtig für mich versteht sich.

    Wacholderfrau

    Hallo Sabine,

    ich stehe dir gedanklich und mit gedrückten Daumen bei. Hoffentlich hat sich die Lage nicht verschlimmert, sondern das Wasser geht langsam zurück.

    Zitat

    Ich habs auch für mich aufgeschrieben, weil ich Saufdruck bekommen habe. Ich will das später nochmal durchlesen und bin froh über jede stressige Situation die ich trocken erlebe - es geht.


    Diese beiden Sätze halte ich für sehr wichtig. Ja, es geht. Und ich kenne keine stressige Situation, in der mir der Alkohol, bzw. das Betrinken eine Hilfe gewesen wäre.

    Lieben Gruß von Wacholderfrau

    Hallo Hartmut,

    ich wollte keine Trinkerin mehr sein, wollte nicht mehr trinken müssen, deswegen habe ich mir Hilfe gesucht. Ich glaube, ich steckte viel zu tief in meinem Sumpf, sprich Anhängigkeit, als dass ich mir hätte Erwartungen machen können, wie mein Leben denn hätte weiter gehen können. So wie es war, konnte es jedenfalls nicht mehr weiter gehen, ich war an dem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr so weiter machen konnte und wollte. Es konnte nur besser werden, eine Vorstellung von "besser" hatte ich nicht.
    Was mir durch eine sehr lange Abstinenz, dem darauf folgenden Rückfall, weiteren Trinkpausen und vermehrtes Trinken bewusst geworden ist, dass nicht trinken allein nicht reicht, und wenn ich nicht nur nicht trinke, muss ich einige Dinge beachten, einiges für mich tun. Das sind neben der Grundbausteine meine ganz persönlichen Bedürfnisse, die ich nicht mehr außer Acht lassen will. Dadurch verändert sich mein Leben fast Tag für Tag. Die Probleme um mich herum lösen sich selbstverständlich nicht in Luft auf. Und das, was ich durch das Saufen in mir kaputt gemacht habe, wird auch nicht von heute auf morgen heil, nur weil ich den Alkohol weglasse.
    Und dennoch erlebe ich bereits ab und zu kleine Momente des Glücks, kleine Momente der Zufriedenheit und auch gelegentlich die einer eigenen kleinen heilen Welt. Planen kann ich diese Momente nicht und erwarten, dass sie wiederkommen, tu ich nicht.
    Was ich über Jahre von trockenen Alkoholikern mitbekomme ist, dass sich ein Leben ohne Alkohol lohnt und wieder lebenswert sein kann.

    Grüße von Wacholderfrau

    Hallo lieber zerfreila,

    ich freue mich, dass du so viel Glück hast/hattest. So ein Schrecken macht einem sehr deutlich bewusst, wie schnell alles anders sein kann, das verstehe ich gut.

    Alles Gute dir und liebe Grüße von Wacholderfrau

    Hallo Uwe,

    schon seit ich hier im Forum bin, lese ich gerne, was du schreibst.
    Herzlichen Glückwunsch zu 5 trockenen Jahren.
    Deine berufliche Entwicklung hört sich ja gut an, ich bin auf die Fortsetzung gespannt und drücke dir die Daumen.

    Lieben Gruß
    Wacholderfrau

    Hallo Jonas
    und hallo Frank,

    alles was mich ausmacht, wird gerade bei Kantate 140 und 147 (eine CD) von Bach angesprochen - wie schon oft.
    Von den Brandenburgischen Konzerten benötige ich nahezu jährlich eine neue CD :)
    Es spricht mich manches an hier, Jonas, das eine oder andere. Es ist jedenfalls interessant hier zu lesen.
    Die Leidenschaft und das Wissen über die Musik, Jonas und Frank, so unterschiedlich sie wirken mag, liegt doch recht nah beianander bei euch, finde ich. Das ist schön.

    Gruß von Margit

    Hallo anonymous,

    Zitat von anonymous999

    konkret -> Ich weiß das ich Hilfe brauche aber irgentwas in mir sträubt sich dagegen und ich bin permanent im Konflikt mit mir selbst. Alleine schafft man es niemals.
    Konkret bräuchte ich vielleicht einen gut gemeinten Rat wie man dies am besten hinbekommt ohne kurz davor wieder wegzurennen..!

    Ich würde dir sehr gerne viele gute Ratschläge geben... :) , erzähle dir lieber etwas von mir.

    Ich kenne das, was du schreibst nur zu gut. Leider. Für mich war diese "Haltung" sehr verhängnisvoll und ich lange gebraucht habe, sie zu verändern. Zu spüren, ich brauche Hilfe, den Gegenpol gleichzeitig zu spüren, ich kann/darf/will keine Hilfe, ist schier unerträglich. Du hast deine Gründe, dich gegen Hilfe zu sperren. Ich kann das gut nachvollziehen, weil du dich (bei mir war es so) dadurch zu schützen versuchst.

    Ich brauchte unglaublich viel Mut dazu, Hilfe anzunehmen, paradox war das, weil tiefer in der Scheiße konnte man kaum mehr stecken, als ich es tat.
    Ich versuche dir mal ein Bild zu vermitteln, das mir geholfen hat. Ich war bereits in einer Psychosomatischen Klinik und davor drei Monate in der Psychiatrie, als der Wendepunkt kam.
    Bildlich gesehen befand ich mich in einer dunklen Höhle, sah rein garnichts, wagte mich keinen Schritt zu bewegen, weil ich nicht wusste, wo ein Abgrund oder wo fester Boden war. In dieser Situation empfand ich genau dies, was ich oben bereits geschrieben habe, ich brauche Hilfe, dringend, würde am liebsten schreien vor Angst und Not, das konnte ich aber nicht, und ich verweigerte jegliche Hilfe, die mir angeboten wurde. In dieser Anspannung verharrte ich, bis ich kaum noch konnte.
    In "meinem Bild" ging es damit weiter, dass ich Hände wahrnahm. Es gab Menschen, die mir ihre Händ reichten. Nicht um nach mir zu greifen, nein, das taten sie nicht. Ich spürte, die Hände (die Menschen dazu) meinten es gut mit mir.

    Ich war mutig genug, mir mein Leben zu ruinieren. Und fast zu feige, eine dieser Hände zu nehmen. Fast :)

    Hier gibt es einige Hände, die es gut mit dir meinen. Trau dich.

    Es war für mich ein Lebensneubeginn, aus meiner Höhle herauszukommen und konnte nicht lange danach, vor dem Alkohol kapitulieren. Aber das ist eine andere Geschichte :lol:

    Schicke dir einen lieben Gruß
    Margit

    Hallo Marion,

    es ist erstaunlich, mit welcher Nochalance du auf Beiträge und Fragen reagierst.
    Vor einer Woche verkündest du deinen Rückzug aus dem Forum - magst du dir mal die Mühe machen und allein deine Beiträge eines einzigen Tages - zum Beispiel heute - betrachten?
    Vor einer Weile teilte dir eine Userin mit, dass sie kein Wort deiner Beiträge glaubt. Kürzlich wurdest du damit konfrontiert, dass deine Beiräge den Anschein haben, du würdest trinken.

    Sag, prallt das alles an dir ab? Tralala, das Geplänkel geht weiter...???

    Es mangelt mir mit Sicherheit nicht an Humor und Empathie, auch nicht an Respekt und Achtung dir gegenüber, Marion. Jedoch das, was ich bei dir zu lesen bekomme, wirkt auf mich oft sehr unglaubwürdig.

    Gruß, Margit

    Hallo Delia,

    ich hatte mich heute schon auf den Weg gemacht, dir zu schreiben und dich zu fragen, warum du so wenig hier bist- habe mich dann über Franks Gruß an dich gefreut.

    Die meisten von uns haben Rückfälle aufzuweisen, davon muss die Welt nicht untergehen - und du auch nicht. Die Frage (meine Frage) ist, wie willst du damit umgehen? Hast du dir Gedanken gemacht, wann und wie du aufhören möchtest. Denn das ist ja hoffentlich keine Frage, oder?
    Pack es an, Delia. Du bist nicht allein.

    Schicke dir liebe Grüße
    Margit