Hallo Delia,
ich bin selbst erst 7 Wochen hier, habe heute vor 7 Wochen das letzte Mal getrunken. Ich möchte dir gerne sagen, wie ich mit meiner "Neuzeit" umgehe. Vielleicht ist ja etwas dabei, was dich anspricht.
Mein oberstes Kriterium ist dieses Forum hier. Hier habe ich den Halt gefunden, den ich brauche und gebraucht habe. Ich lese täglich viel und schreibe täglich (vor allem im geschützen Bereich).
Warum Halt? Hier sind Menschen, die mich verstehen, weil sie das gleiche Problem und die gleiche Krankheit haben wie ich. Und ich fühle mich verstanden.
Ich schreibe alles, was ich denke und fühle - naja, das würde wohl den Rahmen sprengen - sag mal so, eben das, was mich beschäftigt, umtreibt, bewegt. Komme mir gelegentlich auch peinlich vor - diese Rückmeldung hat mir aber noch niemand gegeben...
Bei mir war es so, dass ich mich jahrelang energie- und kräftemäßig ausgebeutet habe. So tut es mir eher gut, weniger zu machen und mir so viel Ruhe wie möglich zu gönnen. Ich brauche viel Zeit für mich, gerade wenn ich innerlich sehr bewegt bin.
Liebe Grüße von Margit
oder
Süddeutschland grüßt Süddeutschland
Ich bin auch noch dabei herauszufinden, was ich brauche und wie ich das, was ich brauche, auch umsetzen kann. Inzwischen geht es mir schon ziemlich gut, zumindest gibt es viele schöne Momente, die ich auch genießen kann.
Allerdings bin ich sehr auf der Hut, Delia, und habe allergrößten Respekt vorm Alkohol und der Gefahr, die in umgibt und in dessen Einzugsgebiet ich mich befinde - wenn ich nicht acht gebe.
Ich war 12 Jahre trocken - es ging mir sehr gut dabei - dann habe ich allmählich wieder angefangen zu trinken - 8 Jahre lang. Ich weiß nicht, ob ich nochmal die Chance auf ein trockenes Leben bekomme.
Für mich ist es wichtig, gut auf mich zu hören, mich wieder ernst zu nehmen. Das habe ich lange nicht mehr gemacht und lerne es nun wieder - und immer lieber.
Ich wünsche dir sehr, dass du dir deine Fragen selbst nach und nach beantworten kannst, indem du auf die hörst. Ich glaube, mit Bedürfnissen und den Dingen, die einem wichtig sind, muss man sich erst so langsam wieder anfreunden.
Ob du noch eine Therapie brauchst? Ich habe sehr lange und sehr intensiv Therapie gemacht. Die war für mich lebensnotwendig. Nun sage ich, ich will keine Therapie mehr.
Aber ich brauche Unterstützung, das ist ganz klar. Und die finde ich hier.
Bitte gehe sorgfältig und behutsam mit dir um, ich glaube, dann bekommst du am ehesten deine Antworten auf die Fragen, die du gestellt hast.