Einen schönen guten Morgen liebe Forumsfamilie,
einen schönen guten Morgen dir liebe Marion.
Heute habe ich an die Freunde denken müssen die noch leiden.
Und wenn ich so zurückblicke, dann ist es wirklich Leiden.
Zu wissen, dass wenn ich den Alkohol an meine Lippen führe, es kein Halten mehr gibt.
Auch wenn ich es mir selbst beteuerte, dass ich nur ein,-zwei Gläser trinke, so gings dann ungebremst ins Alkoholjammertal.
Ich wollte ja gar nicht so viel trinken.
Ich musste !
Nach einem Glas funktionierte die Bremse nicht mehr.
Es war nur für einen kurzen Moment erleichternd.
Vielleicht eine Stunde, vielleicht auch ein bisschen mehr !?
Und dann ?
Dann zündete mein Geist die zweite Stufe.
Dann war Ich nicht mehr Ich.
Ich wurde aggressiv ( und das gerade ich, der im nüchternen Zustand sozial denkend und besonnen ist ).
Und das war der springende Punkt.
Ich spielte eine Rolle!
Ich war nicht authentisch.
Und wenn die zweite Stufe gezündet war, so wuchs meine Wut auf die Menschen die mich umgaben, und von deren Schuld an meinem Leiden, ich vollkommen überzeugt war.
In meinen Augen wurde ich von diesen Menschen gezwungen eine Rolle zu spielen ( was auch teilweise stimmte)
Es ist nicht immer nur der alkoholkranke Mensch alleinig an allem schuld.
Es gibt Mitmenschen, die nützten meine Krankheit aus, um sich selbst ins bessere Licht zu stellen.
Manche von euch wissen sicher was ich damit meine.
Ich trennte mich vor einigen Jahren von diesem Umfeld.
Scheidung und Ortswechsel.
Dann dauerte es noch eine Weile und es gab ein ewiges Auf,-und Ab.
Viele Situationen die mich früher zum Trinken veranlassten sind nun weggefallen, und haben Platz für mein wahres Ich gemacht.
Es herrscht nun weitgehend Ruhe um mich kennenzulernen.
Und ich weiß(!), ja ich weiß, in jedem süchtigen Menschen steckt ein Wunsch nach Anerkennung, Geborgenheit, und Liebe.
Niemand von uns hat es sich zum Wunsch gemacht krank zu sein !
Niemand sagte: wenn ich mal groß bin möchte ich Alkoholiker werden!
Eine trockene Zeit ihr Lieben
wünscht euch
Lito 