Liebe Cadda,
erst mal: Du musst Dich überhaupt nicht rechtfertigen! Es ist Deine Entscheidung. Punkt!
Mir ging es ganz genau so wie Dir: ich hatte Bedenken bzgl. direkten Nebenwirkungen und Langzeitfolgeschäden, hab mich in meinen Augen auch sehr (!) diszipliniert verhalten und in meinen Augen somit ein minimales Risiko dargestellt, jemanden anzustecken. Ich hatte (und habe immer noch) überhaupt keine Angst mich selbst anzustecken (also mache mir überhaupt keinen Kopf, dass ich evtl. mit einer Ansteckung ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommen könnte - obwohl ich natürlich weiss, dass auch bei völlig gesunden und immunstarken Menschen schwere Verläufe auftreten können). Ich hatte ganz einfach ein wirklich ungutes Bauchgefühl dabei, mir ging das alles viel zu "hoppla-hopp" mit der Entwicklung des Impfstoffes.
Ich bin generell "vorsichtig" bei allem, was irgendwelche Medikamente angeht. Ich achte sehr auf meinen Körper (ja, als ich noch alkoholabhängig war, habe ich das nicht, aber seit 9 Jahren hat sich da ja einiges bei mir geändert), ernähre mich wirklich sehr gesund, achte auch mich, nehme keine Medikamente, nicht einmal Aspirin für Kopfschmerzen. Was Impfungen angeht, bin ich auch eher zurückhaltend. Ich habe - bedingt durch meine Arbeit - die Hepatitis-Impfung (weil eine solche Ansteckung wirklich gravierende gesundheitliche Folgen hätte) und die "gängigen" Impfungen (Tetanus, etc.). Aber ich käme z. B. nie darauf, mir eine Grippe- oder Zeckenimpfung verabreichen zu lassen - weil ich für mich persönlich (!) hier die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung (Zeckenbiss) für gering bzw. Folgen der Krankheit (Grippe) als nicht schwerwiegend erachte.
Im Juli habe ich mich dann doch impfen lassen. Wieso? Ehrlich gesagt, der Hauptbeweggrund war, dass ich die ganzen Einschränkungen bei der Arbeit satt hatte (FFP2-Maske, ständiges Testen, die schon fast "anklagenden" Blicke der Geschäftsführerin, weil ich mich nicht impfen lassen wollte) und ich mir auch einfach wieder etwas "Normalität" gewünscht habe. Ich dachte, je mehr sich impfen, desto schneller würde die Normalität wieder eintreten. Mein Bauchgefühl war auch nicht mehr so "dagegen", sonst hätte ich es nicht getan.
Tja, und jetzt? Meine Bedenken bzgl. der Folgeschäden sind nicht mehr da bzw. kaum noch - man findet diesbezüglich inzwischen mehr Information im Netz. Ich hoffe immer noch auf eine Normalisierung des Alltagslebens durch höhere Impfzahlen.
Allerdings ist die Realität momentan leider wieder eine andere: so hohe Inzidenzen wie noch nie, obwohl doch so viele schon geimpft sind. Impfdurchbrüche. Gefühlt sind es wirklich viele Geimpfte, die sich trotzdem anstecken. Bei der Arbeit wurden die Regeln aufgrund der Inzidenzen wieder verschärft, ich muss mich jeden zweiten Tag trotz Impfung testen, muss schon seit ca. 2 Monaten wieder mit FFP2 arbeiten. Die Bewohner im Heim leiden so extrem unter diesen ganzen Regelungen, es ist einfach nur schrecklich. Von Normalität keine Spur. Eine Impfpflicht soll eingeführt werden (was ich nach wie vor absolut unmöglich finde!), die "2+"-Regelung kommt, aber aktuell finden noch Fußballspiele mit Publikum statt (oder irre ich mich?) und viele Weihnachtsmärkte finden statt. Das passt für mich einfach alles nicht zusammen...
Ich habe aber auch eine Lösung oder Idee, wie die Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Ich habe nur das Gefühl, dass alle Regelungen und die Impfungen einfach aktuell zu keinem Erfolg führen. Und das finde ich allmählich unglaublich frustrierend....
Du siehst, liebe Cadda, auch mich beschäftigt das Thema. Ich schaue keine Nachrichtensendungen und schalte das Radio aus, sobald irgendwelche Berichte über dieses Thema kommen. Ich kann es einfach nicht mehr hören...
Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende!
lg Sue