Hallo Lunki,
ich finde es toll, dass Du Deine Gedanken hier schreibst - das ist so viel wert!
Ja, es gibt Tage, da fühlt man sich echt mies, aber die gehen vorbei, auch wenn es abgedroschen klingt...
Zu Deiner Jobsituation: ich kann das gut nachvollziehen, wenn man sich nicht wohl fühlt bei den Kollegen, sich nicht verstanden und integriert fühlt. Und es tut gut, sich das mal von der Seele zu schreiben. Aber dann solltest Du etwas unternehmen, denn vom Jammern alleine wird sich ja nichts ändern
(ist nicht böse gemeint!). Ich kann mich auch an viele Situationen erinnern, in denen ich sehr unzufrieden und unglücklich war (unabhängig davon, in welchem Bereich, also ob privat oder beruflich). Und erst mal bleibe ich da oft "hängen" und "suhle mich ein bisschen im Selbstmitleid" (wie ich das gerne bezeichne). Ich habe aber im Laufe der Jahre gelernt, dann auch mal aus diesem Loch rauszukommen und in Aktion zu gehen. Denn ohne, dass ich selbst etwas ändere, wird sich kaum etwas an der Situation ändern. Ja, das ist unbequem und manchmal denkt man, man hat die Kraft dazu nicht - aber aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, wenn man den ersten Schritt gemacht hat, ist viel mehr möglich, als man denkt!
An erster Stelle steht jetzt erst einmal das Trockenwerden! Wie stark wirkt sich die berufliche Situation denn auf Dein allgemeines Befinden aus? Entweder Du kannst die nächsten Monate überstehen nach dem Motto "Augen zu und durch" und Dich voll und ganz auf das Trockenwerden konzentrieren? Oder - falls die berufliche Situation da eine Schwierigkeit darstellt, die das Trockenwerden gefährden könnte - dann solltest Du Dich aktiv um eine andere Stelle bemühen? Ist schwierig gerade, das kann ich mir vorstellen. Aber Du solltest überlegen, was nötig ist, um trocken zu werden.
Den Arztbrief ungeöffnet liegen zu lassen, wird es nicht besser machen
Vielleicht ist das Ergebnis ja gar nicht so schlimm, wie Du befürchtest? Wenn Du den Brief öffnest, weisst Du zumindest woran Du bist und kannst entsprechend handeln! Nur Mut!
Mein erster Besuch in einer (realen) SHG hab ich auch noch gut in Erinnerung - ich hab mich so geschämt und es war mir unglaublich "peinlich". Und soll ich Dir was sagen: es tat so unglaublich gut!! Es war ein wichtiger Schritt, mich mit meiner Abhängigkeit auseinander zu setzen, es stärkt, man bekommt Rückhalt und fühlt sich nicht so "abartig" (zumindest war es bei mir am Anfang so), sondern sieht, dass es da ganz viele andere, "normale" Menschen gibt, die das gleiche Problem haben. Ich bin mir sicher, Du wirst es als positive Erfahrung wahrnehmen!
Ich wünsch Dir schon mal ein schönes 2. Adventswochenende,
lg Sue