Hallo ihr Lieben,
zuerst mal wieder danke! fuer eure Beitraege, habe mir schon gestern alles durchgelesen.
Gestern war kein guter Tag. Ich hatte Montag auf Dienstag nur 2 Stunden geschlafen und musste frueh raus. War total benebelt deswegen den ganzen Tag.
XY war mir eigentlich garnicht im Kopf, da ich viel zu beschaeftigt war, meine Sachen zu erledigen und dabei gegen die Muedigkeit anzukaempfen, zusaetzlich war ich dann auch angeschlagen, halt alles in allem ziemlich platt.
Als ich heimkam hatte ich ein Paeckchen bekommen.
Sein Geburtstagsgeschenk, das er mir ja nicht hatte geben koennen, als er hier war. Keine Nachricht oder sowas dabei.
Ok, er hatte mir gesagt, dass er mir das dennoch schicken wird, von daher war ich nicht ueberrascht, nur ein wenig wuetend. Aber das ging auch wieder vorbei.
Gestern Abend hab ich mich dann frueh ins Bett gelegt und einen Film angemacht. Es war irgendwas romantisches, keine weltbewegende Story, von wegen, zwei Menschen waren mal zusammen, treffen sich nach Jahren wieder, aber der Mann hat jemand anderen, liebt die andere aber immernoch, war nur immer zu feige, mit der anderen die Beziehung zu haben, weil diese ihm nicht so viel Sicherheit gegeben haette auf Grund des extremen Charakters der Anderen... Ach was weiss ich. Ist im Grunde alles nicht wichtig.
Am Ende hab ich meinen XY angerufen. Ich war unglaublich wuetend und traurig. Habe angerufen und gefragt, ob es irgendwas zu klaeren gaebe, weil er mich nachts um drei anruft, sein Freund mich anruft und auch seine Familie mich anruft. Ob es was Wichtiges gaebe, dann koennten wir bitte jetzt alles klaeren, da ich nachts um drei schlafe und auch in Zukunft um diese Uhrzeit schlafen moechte und es unverschaemt ist, dass er da anruft.
Er sagte nur, dass es ihm leid tut, dass es da was wichtiges gegeben haette, es aber jetzt nicht mehr wichtig waere. haha.
Ich sagte dann, dass wenn es wirklich was wichtiges gaebe, es auch andere Mittel gibt, mir das mitzuteilen und dass das auch fuer seinen Freund gilt.
Ich war auf 180, blieb zwar ruhig, aber ich war einfach so wuetend ueber alles. Ich habe dann noch gesagt, dass er mir ja mit den SMS am Freitag gezeigt hat, dass er auch SMS schreiben kann, es also keinen Grund gibt, mich wg irgendwas aus dem Bett zu holen. Weiterhin besaesse er ja auch die Faehigkeit zur Post zu gehen, was bedeutet, dass wenn er mir wirklich was zu sagen hat, er das auch per Post machen kann und mein Handy einfach nicht mehr das Kommunikationsmittel ist.
Usw.
Er sagte nur, dass er das nicht mehr tun wird und es ihm leid tut, dass er so spaet angerufen haette.
Letztendlich haben wir dann aufgelegt.
Ich hab mich dem Ende des Filmes gewidmet und mich auch wieder beruhigt. Es hatte gut getan, das alles loszuwerden.
Aber ich weiss, dass ich dem Drang anzurufen in dem Moment nachgegangen bin und die Kontrolle nicht hatte.
Ca. Eine Stunde spaeter rief er an.
Entschuldigte sich fuer die SMS und sagte, dass er Sonntagnacht angerufen haette, weil er das mit den SMS sehr bereuen wuerde und in der Nacht nicht geschafft haette, nicht anzurufen, und sich da schon dafuer entschuldigen wollte, dass das aber egoistisch gewesen waere, weil es ja da um ihn ging und darum, dass er sein schlechtes Gefuehl loswird.
Ich habe nicht so viel dazu gesagt, nur, dass es ja nett ist, dass er wenigstens einsieht, dass das voellig daneben war.
Er hat mir dann erklaert, aus welcher Stimmungslage heraus er die SMS geschrieben hatte usw. Und ich habe ihm dann gesagt, dass er seine Stimmungen nicht an mir auslassen braucht, weil ich das auch nicht mehr mache und ich auch meine eigenen Gefuehle habe und auch Momente in denen ich sauer bin. (wie ja eigentlich kurz davor, als ich ihn angerufen und mich ausgelassen hatte, nur dass ich es nicht unter der Guertellinie gemacht habe.)
Er fing dann an zu reden und zu reden und letztendlich redeten wir wirklich sehr lange am Telefon, und wahrscheinlich schuettelt ihr jetzt nur noch den Kopf ueber mich, aber, es war ein gutes Gespraech.
Er sagte unter Anderem Dinge wie, dass er mir nie haette versprechen koennen, nie wieder zu trinken, weil er weiss, dass es keine Garantie dafuer gibt, dass er es schafft (meiner Meinung nach ein Eingestaendnis der Abhaengigkeit gepaart mit der Nichtbereitschaft, wirklich was zu tun.)
Wir redeten ein wenig darueber, wie grade der "2.Anlauf" unserer Beziehung verlaufen ist und redeten viel ueber unsere Persoenlichkeiten und wie diese zusammen "reagiert" haben.
Ich nannte es beim Namen, dass er den Alkohol vor mich gestellt hat.
Und er bejahte das auch.
Es war von uns beiden kein wirkliches Wort des Vorwurfs vorhanden und auch nichts von wegen "Wieso kannst du nicht? Wieso sind wir nicht mehr zusammen? ...." usw.
Es schien irgendwie voellig klar, dass es auch kein Zurueck mehr gibt und dass das so auch sein soll und "in Ordnung" ist. Weil ich weiss, was ich nicht mehr will und er auch weiss, um was es geht.
Ich habe ihm gesagt, dass ich gelernt habe, ihn so zu akzeptieren wie er ist. Dass ich ihn genauso annehme. Aber eben das fuer MEIN Leben halt nicht passt und dass ich diese Lebensweise eben auch fuer mein Leben nicht will und auch nicht akzeptiere.
Es gab viele Themen, nichts wirklich "privates" aber viel "tiefes" und klares.
Ich habe ihm auch gesagt, dass es angenehm ist, dass wir grade so sprechen koennen, ich aber eben auch weiss, dass es sein koennte, dass er mir in zwei Stunden irgendwas niveauloses schreibt.
Er meinte dann nur, dass er das nicht macht, weil er weiss, wie schlecht er sich damit gefuehlt hatte.
Am Ende hat er sich dann nochmal fuer alles entschuldigt und auch ueberhaupt im Allgemeinen fuer das ganze Problem mit dem Alkohol.
Wir haben uns normal verabschiedet, tschau, machs gut, so in der Art.
Das wars.
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Ein Rueckfall?
Es fuehlt sich nicht falsch an. Auch wenn ich meinem emotionalen Impuls gestern nachging.
Lindi
Nein, ich moechte nicht, dass meine Seelen noch mehr Beulen bekommt. Ich moechte gerne ein normales Verhaeltnis zu diesen Dingen bekommen, mir Sorgen machen, wenn es angebracht ist und nicht einfach so und alltaeglich in Sorge leben..
Diese "Knicke" in der Optik, davon hatte ich glaube ich auch vorher schon einige.. Z.B. so ein voellig falsches Verstaendis von Liebesbeziehung und dem Umgang miteinander. Leid war fuer mich "normal" und deshalb auch notwendig fuer mich, um ueberhaupt zu spueren, dass die Beziehung und demnach auch ich, was wert ist/bin.
Mit meinem XY haben sich aber dennoch auch einige Aengste entwickelt oder sicher auch schon vorhandene verstaerkt..
Ganz zu schweigen von MEINEM Verhaeltnis zu Alkohol, dass ich auch noch nicht so wirklich beleuchtet habe..... Das ist grade immernoch so ein Thema, dass unter "Verdraengung/Vermeidung" abgelegt wird.
Mmmh...
topas
Du sagst ablenken, auch das hab ich immer gemacht und versucht.
Mein Psychologe sagte "sich bewusst damit auseinandersetzen, was man gerade fuehlt, es aushalten, verstehen und ueberwinden"
Das hoert sich schwierig an, ist es auch, aber eigentlich ist das ja nichts anderes als "sich wirklich fuehlen", oder?
Also ich finde schon, dass Ablenkung gut tut, aber wenn Ablenkung nur noch dazu dient, sich selbst nicht zu fuehlen, dann finde ich es schlecht.
Denn auch das habe ich nicht selten in meinem Leben gemacht.... Und die Ursache wird damit nicht behoben, auf Dauer.. aber du hast ja auch gesagt, dass es dir sehr half, grad dieses, dich selbst zu verstehen und das, was da eben so ablaeuft..
Ich hab mich einfach zu oft und zu viel abgelenkt in meinem Leben mit anderen Dingen und mich so echt von meinem eigenen Leben ab- und weggelenkt, so weit weg, dass ich das einfach nicht nochmal so arg machen will. Aber natuerlich mache ich auch Dinge, die mir gut tun oder so etwas, um mich zu beschaeftigen 
Danke fuer den Buchtipp!
Schaue ich mir gleich mal an! Bin immer froh ueber gute Literaturtipps, weil ich mir selbst echt schwer damit tue, mich einfach so fuer irgendwas zu entscheiden 
Ich finde es sehr schoen, dass du sagst "..teil unseres Lebens und wird es immer bleiben."
Denn genau so empfinde auch ich und ich weiss auch von frueheren Beziehungen, dass es WIRKLICH so ist. Jedenfalls bei mir.
Bei den wirklich tiefgehenden Beziehungen, die ich hatte, und das waren nicht viele, blieb da immer "etwas". Also vielleicht keine Liebe, auch nicht unbedingt Freundschaft. Aber einfach ein gewisses Stueck Etwas. Und das ist auch bis heute geblieben. Fuer mich ein sehr positives Gefuehl, dass da letztendlich geblieben ist, und auch obwohl alle Liebe weg ist.
Danke fuer deine Umarmung 
Zimttee
Damit hattest du wohl Recht, es war nichts passiert. Und ja, selbst wenn er sich das Leben nimmt irgendwann. Ich werde es nicht verhindern koennen. Ich sage mir das manchmal wirklich vor, dass, selbst wenn das Schlimmste passieren sollte, es dann so sein soll und ich daran auch weder jetzt noch irgendwas was aendern kann.
Das nimmt mir manchmal die Angst..
Marylou
Ja, es ist ein Zwang. Und auch gestern war es denke ich aus dem Zwang heraus, dass ich angerufen habe.
Und der hatte mich unter Kontrolle.
Ich glaube, dass ich dafuer gestern auch anfaellig war, weil es mir koerperlich schon nicht so gut ging. Aber ob koerperlich angeschlagen oder nicht. Zwang ist Zwang und ich muss wissen, wie ich damit umzugehen habe, wenn er kommt...
Flower
Ja... letztendlich hat mich mein XY am Sonntagnacht auch nur angerufen, weil er mir da wohl sagen wollte, wie sehr es ihm leid tut und wie schlecht es ihm deshalb geht. An sich gedacht!
Und ja. Er trinkt freiwillig. Waehlt jedes Mal aufs Neue.
Du sprichst also immernoch regelmaessig mit deinem XY oder seid ihr garnicht getrennt??
Ja.. dieses aus der Distanz betrachten, das finde ich so unglaublich schwer..
Ich wuerde jetzt z.B. eigentlich wieder behaupten, dass mein XY mich ja eigentlich z.B. gestern garnicht versucht hat, mich zu manipulieren, da ich das Gespraech als sehr klar empfand. Ausserdem wuerde ich auch sagen, dass sich mein XY immer um mich gesorgt hat und immer gekuemmert hat, usw.
Aaaber, ist das nur meine falsche Co-Illusions-Einschaetzung??
Das ist echt schlimm, dass ich das Gefuehl habe, dass ich ja keiner Situation mehr wirklich trauen kann...
Ja, er wird trinken, wenn er das will. Und ich muss sagen, ich empfinde den Gedanken daran gerade als voellig in Ordnung. Es zu akzeptieren, ihn zu akzeptieren, mit dem, was er tut. Es aber im gleichen Moment auch abzugeben.. das tut gut. Ich wuensche ihm einfach nur, dass er gluecklich wird/ist. Wie, das ist einfach seins. Ich moechte nur nicht mehr involviert werden, wenn er sich selbst ungluecklich macht.
Melinak
Gedanken sind wirklich komplex und Gedankenketten, die vom einen Extrem ins Andere fuehren sind wirklich anstrengend. Auch ich versuche es immer wieder mit diesen Stops. Es gelingt mir immer besser und auch schneller, nur manchmal eben auch nicht so gut... Denn nich timmer wird mir das schnell genug bewusst, dass ich mich gerade wieder auf ein Gedankenkarussell begebe...
Ich glaube, es ist auch wirklich eine Kunst, damit immer gut umzugehen.
Und dass ein Gedanke Panik ausloesen kann... ja auch das habe ich schon am eigenen Leib erfahren.. Und ja, wie ich oben schon geschrieben habe, fange ich immer mehr an, die Dinge, die ich garnicht in der Hand habe, auch abzugeben. Und das tut unglaublich gut. Ich merke richtig, wie es anfaengt bei mir im Gehirn "anzukommen" und es einfach ein Stueck leichter wird.
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kurzer Einschnitt: Habe ich gerade vielleicht nur so ein Hoch, weil ich gestern wieder meine "Droge" konsumiert habe????????
--> aber so hoch ist mein Hoch auch garnicht.. Ich bin im Grunde immernoch allgemein eher niedergeschlagen als heiter....
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Du schreibst darueber, wie lieb man sich selbst hat.. Ja, damit beschaeftige ich mich in letzter Zeit immer mehr. Ich schaue mich auch wirklich mehr selbst an, bzw. versuche, mich selbst mehr wahrzunehmen, in dem, was ich wirklich bin. Das ist eigentlich eine sehr angenehme Erfahrung, weil ich dann eigentlich meistens zu dem Schluss komme, dass ich eigentlich relativ normal bin und auch relativ gut so bin, wie ich bin 
Freud 
Ja, ich finde Psychoanalyse hoechst interessant, finde es aber auch kritisch, alles nur einer Theorie zuzuordnen. Aber du hast ja selbst schon gesagt, dass es viele andere Erkenntnisse gibt.
Und deine Beschreibung mit der Balance zw Ueber-Ich, Es und Ich ist ja auch plausibel und nachvollziehbar.
Deine Beschreibung von der familiaeren Praegung erinnert mich auch sehr an mich selbst, da auch ich ein voellig falsches Verantwortungsgefuehl habe, vor allem in engen Freundschaften/Beziehungen.
Dieses -sich ueber Anerkennung anderer definieren- sitzt bei mir sehr tief, wobei ich noch am analysieren bin, wodurch das genau kommt und inwiefern meine Kindheit/Jugendzeit da Einfluss darauf hatte. Viele Dinge sind bei mir verschwommen und ich erinnere mich sogar teilweise an sehr lange Zeitabstaende (bis zu Jahren) garnicht mehr richtig.
Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich solche versteckten Erinnerungen und die ganze Vergangenheit ueberhaupt aufarbeiten will, weil ich nicht weiss, inwiefern das dann wirklich noch hilfreich fuer die Gegenwart sein kann....
Aber das wird sich zeigen... Und wie du sagst, aus der Theorie muss dann eine Lebenspraxis werden. Und das muss man eben auch lernen.
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Danke fuer all eure Worte.
Ich habe sogar jetzt so ein wenig dieses Gefuehl, dass ich euch "enttaeuscht" habe mit meinem Anruf und es hat mich auch ein wenig Ueberwindung gekostet, es so offen zuzugeben, weil es ist ja nicht so, als faende ich es voellig ok oder so, da ich mir natuerlich bewusst bin, dass es nicht haette sein muessen/sollen/duerfen.....
Ich nehme gerne Kritik an.
Heute war ein besserer Tag als gestern und darueber bin ich froh.
Ich wuensche euch allen eine gute Nacht!
Mit vielen Gruessen
Miriel