Beiträge von TimeIsAHealer

    Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass es ohne die beidseitige Arbeit klappen kann.

    Diese alten Muster, diese alte Angst, all das... von beiden Seiten. Es ist sicher unglaublich harte Arbeit, damit taeglich umzugehen.

    Ich bin mir sehr dessen bewusst, selbst wenn mein XY in einem halbem Jahr Trocken vor meiner Tuer stuende.

    An meinen Aengsten kann er damit auch nichts aendern. Das kann nur ich selbst.

    Auch das war fuer mich eine unglaublich schwere Erkenntnis und viele Leute fragen mich "Ja, aber wenn er doch jetzt was macht (machen wuerde) dann gaebe es schon noch eine Chance fuer euch, oder? "

    Ich sage "Ich weiss nicht, was die Zukunft bringt und ich muss erstmal selbst klarkommen, bevor ich zusammen mit jemandem klarkomme, ob derjenige jetzt trinkt oder nicht"

    Hallo ihr Lieben.

    Gestern wieder (endlich) ein kontaktfreier Tag, jetzt habe ich wieder das Gefuehl, meine Distanz, die ich mir in der einen Woche erarbeitet hatte, ist nicht ganz gebrochen durch die zwei "Rueckfall"-Tage...

    Morgen ist sein Arzttermin, den er mir ja unter die Nase gerieben hat vorgestern.

    Ich hoffe wirklich, dass er sich NICHT meldet. Ich will nicht mal wissen, ob er dort war oder nicht.

    Ich hab meinen Plan fuers Wochenende und ich hoffe, dass falls mein Handy klingelt, ich die Kraft haben werde, nicht dranzugehen.

    Ich weiss, dass es mir nicht gut tut, zu wissen, was er tut und ich will einfach auch garkeine Gedanken mehr dazu haben, was, wo, ob und ueberhaupt.

    Sein Leben. MEIN Leben.

    Ich wuensche euch einen schoenen Tag

    Mit vielen Gruessen

    Miriel

    Hey,

    das was Nici schreibt.. ist so wahr.

    Auch ich habe immer gedacht, alles waere gut, wenn er doch nur mit der Trinkerei aufhoeren wuerde.

    Heute muss ich sagen, dass das schlicht und ergreifend ein Trugschluss ist.

    Natuerlich, irgendwo sagt immernoch das kleine Teufelchen "Ja, wenn du jetzt was aendert, aendert er vl auch was und dann wird alles gut"
    Aber das schicke ich dann sofort wieder weg und besinne mich auf MICH.

    Im Grunde gibt es auch genug Co-Abhaengig-Beziehungen, ohne Alkohol, die genauso verlaufen. Man ist felsenfest davon ueberzeugt, dass man selbst ja ALLES gibt und der andere das doch einfach nur mal sehen und wuerdigen muss und sich dementsprechend auch verhalten (bzw. "aendern") muss, damit es klappt.

    Wir koennen nicht erwarten, dass sich der andere aendert, wenn wir genau in dem Chaos bleiben, in dem wir sind, auch ganz ohne ihn im Grunde....

    Dieses Staendige nur Reagieren auf das Agieren des Partners fuehrt zwangslaeufig in einen Teufelskreis, aus dem man eben nur herauskommt, wenn man SELBST etwas tut.

    "Trennung" = "Distanz"

    Ja, das stimmt wohl, wobei fuer mich die Distanz ohne Trennung nur ganz schwer moeglich war.

    Auch ich bin getrennt, und erst jetzt kann ich "echte" Distanz aufbauen.

    Es fuehlt sich genauso wie es grade ist, irgendwie voellig ok an und absolut nicht mehr so, wie vor der Trennung. Denn da hat es sich irgendwann nur noch FALSCH angefuehlt. Und das Gefuehl ist weg.

    Einfach so. Verschwunden. Trotz Zweifel und Gedanken Wirr usw. Es ist ok so, wie es ist.

    Und diese extremen Verlustaengste und Gedanken die man so hat, die einer Endzeitstimmung gleichen, auch die entfernen sich immer mehr, denn man merkt, dass garnicht DAS SCHLIMME eintrifft, was man befuerchtet hat, bei dem Gedanken sich zu trennen (oder auch zu distanzieren)

    Es passiert nichts Schlimmes.
    Im Gegenteil.
    Es kann dir nur besser gehen.

    Denn alles was vorher war, war alles andere als gut und frei.

    Entscheidungen treffen heisst auch nicht immer, dass man irgendwas ausprechen, ankuendigen, versprechen, etc. muss.

    Man kann auch innerlich Entscheidungen treffen und sie dann einfach leben.

    Ich wuensche dir ganz viel Kraft.

    Hallo liebes Julchen,

    das ist wohl wirklich eine allseits bekannte Co-Sache...

    Dass wir versuchen uns zu fuehlen, in dem wir andere fuehlen, oder so aehnlich.

    Ich bin auch seit Kindheit an in der Rolle der Starken und beginne jetzt daran zu arbeiten, es nicht mehr zu sein.

    Faellt es dir nicht auch vielleicht sogar schwer Trost anzunehmen?

    So geht es mir naemlich oft.

    Im Grunde geben wir immer das, was wir gerne zurueckhaetten und geben uns so stark, sodass unsere eigene Beduerftigkeit irgendwie unter den Tisch faellt.

    Warum das so ist, und wie man es aendern kann, dem bin ich grade auf der Spur :)

    Aber mal ganz ehrlich Julchen, du bist DEINEN Weg gegangen, du bist jetzt frei, du hast einen Weg fuer dich und deine Tochter gefunden und bist darauf geblieben!
    Das ist verdammt stark und wertvoll, was du da alles geschafft hast!

    Meinen Respekt!

    Mit vielen Gruessen

    Miriel

    Entschuldige dich doch nicht fuer dein Sprechen! Du kannst so viel sagen, schreiben, etc. wie du magst.

    Schau dir meinen Thread an, ich bin grade nur am Schreiben :)

    Es ist gut, Dinge niederzuschreiben, sich damit auseinanderzusetzen, es zu teilen, damit irgendwie auch ein Stueck weit "abzugeben"

    Deine Beschreibung deines Lebens. Macht traurig, aber macht auch Hoffnung, Hoffnung auf ein besseres Leben FUER DICH!

    Klar, du bist jetzt psycho, jetzt, wo du eben langsam aber sicher die Marionetten-Faeden beginnst, zu loesen.

    Lass dich nicht beirren auf deinem Weg.

    Was haelt dich ab, dich zu trennen?

    Ich kenne es auch.

    Ich habe mir lange eingebildet, seine Interessen stimmen sowas von ueber ein mit meinen.

    Sein Musikgeschmack, mein Musikgeschmack, seine Wertvorstellungen, meine Wertvorstellungen, seine Weltanschauung, meine Weltanschauung. Bis hin zur vollkommenen Selbstverleugnung - bzw. - Aufgabe.

    Um dann eben festzustellen, dass ich das alles nicht will. Kehrtwende. Herausfinden des Eigenen, schwierig, aber moeglich. Langsam aber sicher kommt mein eigenes Ich wieder zum Vorschein.

    Auch ich war Marionette.
    Irgendjemand im Forum hat es mal so schoen beschrieben "Ich habe die Faeden abgeschnitten"

    Es ist nicht erbaermlich Topas, es ist ein Hilfeschrei von dir. Der aber auch von dir selbst gehoert und ernst genommen werden muss.

    Du kannst dir nur selbst das geben, was dir fehlt.

    Hoer in dich hinein.

    Es lohnt sich.

    Achso, und was ich noch im Kopf hatte, die Nachricht von Brigitte Nielsens Rueckfall.

    Ich glaube, es waere garnicht schlecht, wenn Alkoholismus als Krankheit mehr in der Oeffentlichkeit thematisiert werden wuerde, echte Statements, die dann eben auch die Menschen erreichen, die sich schaemen, dass sie es nicht alleine schaffen.

    Aber vielleicht ist das auch ein Irrglaube von mir, da es ja im Grunde wirklich kein Tabuthema mehr ist.

    .....

    Achso, ganz vergessen :
    (so nebenlaeufig ist es immerhin schon fuer mich, da kann ich eigentlich froh sein)

    Er hat mir auch erzaehlt (OHNE dass ich gefragt habe), dass er gestern nach der Arbeit beim Arzt war und sich einen Termin fuer Freitag genommen hat.

    Wieder ein Freitag-Termin.

    Also ich kann nicht sagen, dass das fuer mich gestern wirklich irgendwelche Hoffnung ausgeloest hat.

    Er sagte es und ich sagte auch nichts dazu. Er sagte es und fuer mich war es irgendwie vom Gefuehl er gestern so, als wuerde er mir sagen, dass er eine Pflanze gekauft hat - etwas, womit ich nicht gerechnet haette, aber auch nichts Aussergewoehnliches, im Grunde voellig banal und einfachzu handhaben (Arztbesuch sowie Pflanze)

    Bei der Pflanze wuerde ich aber auch davon ausgehen, dass er sie doch nicht schaffen wird zu giessen.

    Ich habe zwei Moeglichkeiten ins Kloster zu gehen, entweder Ende August oder Ende Semptember.

    Darum muss ich mich jetzt kuemmern.

    Liebste Gruesse

    Guten Morgen ihr Lieben!

    Hab so schlecht geschlafen, und ertappe mich wieder beim aufs Uhr schauen und seinen Tagesablauf verfolgend.

    Gestern Abend wieder ein kurzes Gespraech. Ich hab es dann sehr sehr kurz gehalten, nur knapp geantwortet auf wie es geht usw.

    Er suchte sofort die Konversation ueber "Alles", sagte wieder wie leid es ihm tut.

    Ich sagte, dass es mich freut, wenn es ihm gut geht (so wie er vorher gesagt hatte) und dass wir darueber nicht mehr reden muessen (also ueber das "Alles" )

    Naja... Im grunde bringt das nichts, ich hoffe, ich gehe keine Schritte zurueck :(

    Ich fuehle mich grade ziemlich ausgelaugt und all Energie ist irgendwie futsch...
    Das kann doch nicht sein... Wo ist mein Gefuehl der letzten Woche ?

    Hab extreme Genickschmerzen seit zwei Tagen, so schlimm, dass ich es wirklich fast nicht aushalte, weil es 24 h weh tut und auch nicht verschwindet.

    Vielleicht vom vielen Schreiben hier ;)

    So.

    Ich wuensch euch einen schoenen Tag.

    Ja... eine alternative Zukunft....

    Wir werden sie haben. Denn DIE Zukunft, die wir wollten, die gibt es SO ja in keinem Fall....
    Es ist schwer, das zu akzeptiern, aber auch die Erkenntnis dessen, macht es einfach, im JETZT und HIER zu leben oder??

    Mhh.. Musik machen habe ich in den letzten Monaten wieder richtig neu lernen muessen, da ich es einfach nicht mehr fertig gebracht habe, obwohl ich es liebte vorher.

    Aber auch jetzt ist es manchmal noch so, dass ich mich dazu "zwingen" muss..

    Ja, es heisst zwar, dass jeder seinen Tiefpunkt braucht, aber ich denke dennoch, dass es solche und solche Menschen gibt.

    Vergiss dich einfach bloss nicht!

    Und dein Schritt, dass du nicht mit ihm zusammenziehst, und das auch laut gesagt hast. Das finde ich sehr stark!

    Mhh.. dieses Verabschieden von einer gemeinsamen Zukunft... das kenne ich. Das ging bei mir auch phasenweise... und sehr langsam.

    Und selbst jetzt bin ich nicht sicher, ob da nicht doch noch ein Funken Hoffnung ist auf eine Kehrtwende...

    Toll, dass du dir Noten gekauft hast :)

    Sowas koennte ich eigentlich auch mal machen, spiele auch, aber es waere eigentlich ma eine gute Sache Noten zu bestellen, die man echt liebt.

    Auch Das Musik machen kommt zu kurz als Co, geht es dir auch so?

    Ich habe fast ein halbes Jahr nicht mehr musiziert, obwohl ich es oft genug gekonnt haette.

    Einfach wie gelaehmt.

    Wir sind auf dem richtigen Weg glaube ich.

    Ich finde es gut, dass du diese Entscheidung ausgesprochen hast. Ich denke, es ist ein kleiner Schritt in deine Freiheit, den du gemacht hast damit.

    Der Gefuehlswechsel... wenn er nicht waere, waere alles einfach.

    Ich glaube fest daran, dass du ueber den Winter kommst!

    Wuensche dir jetzt erstmal viel Kraft und Entspannung fuer die naechsten Tage und viel Spass mit den neuen Noten.

    Mit vielen Gruessen

    Miriel (die sich jetzt gleich mal im Internet ein passendes Notenheft sucht, danke fuer die Idee! :) )

    Hallo liebe Topas,

    dass du dich verabredet hast finde ich super, und du wirst sehen, wie "normal" es sein kann, ins Kino zu gehen.

    Nur Mut. Es lohnt sich!

    Ich finde es verdammt stark, dass du schritt fuer Schritt beginnst deinen Weg zu gehen. Auch in dieser schweren Situation.

    Ich wuensche dir viel Kraft!

    Viele Gruesse

    Miriel

    Hey,

    also ich habe noch nie eine Therapie gemacht, gehe zwar im Moment zu einer psychotherapeutischen Beratung aber ich glaube das ist eher so eine "Orientierung" und irgendwann werde ich wohl "weitergereicht" wenn die passende Art der Therapie feststeht.

    Ich habe in den Selbsthilfegruppen das erste Mal richtig bewusst wahrgenommen, welch grosse Rolle meine Kindheit ueberhaupt spielt (spielen koennte) in dem ganzen Abhaengigkeits-Ding.

    Dennoch will ich im HIER und JETZT klarkommen.

    Ich weiss noch nicht, inwiefern ich mich entscheiden werde (oder mir geraten wird)

    Im Grunde faende ich es gut, die Ursachen fuer all das zu wissen, habe aber auch Angst, dass dann mehr "aufgeht", wie mir eigentlich lieb ist.

    Ich finde schon, dass man Psychoanalyse machen kann, aber eben nicht ein Leben lang, da man sich glaube ich auch in dem Ergruenden und Analysieren verlieren kann und das Handeln im HIER und JETZT vergisst.

    Aber natuerlich finde ich es auch gut, SICH SELBST besser verstehen zu lernen.

    So wie ich esgrade einschaetze, werde ich wohl auch auf die Ergruendung meiner Kindheit konzentrieren, um DANN eben dementsprechend mein Verhalten HEUTE zu gestalten, um gut zu leben.

    Irgendwie so hab ich das vor :)

    ICh muss aber sagen, dass meine Schwester z.B. jahrelang psychoanalytische Therapie gemacht hat, ihr das sicherlich viele Gruende gezeigt hat, sie aber leider nie wirklich gelernt hat im HIER und JETZT zu leben.

    Es wird zwar immer besser, aber eine Verhaltenstherapie waere da iregndwann sicher sinnvoll gewesen.

    Mhhh

    Das so meine "Erfahrung" dazu.

    Mit vielen Gruessen

    Miriel

    Danke InBetween!

    Der Tag danach, also heute... es war schwer aufzustehen, es war schwer aus dem Haus zu gehen, aber ich habe es gemacht.

    Heute ist es eine Mischung aus Traurigkeit und dem Gedanken "Wenn er was macht, dann macht er's, mir muss es egal sein."

    Ist es mir aber nicht.

    Wie kann es mir egal sein? Wer kriegt das wirklich hin?