Beiträge von TimeIsAHealer

    Hallo ihr Lieben,

    ich hatte ihm erst vor ein paar Wochen meine jetzige Nummer gegeben.

    Weil ich vertraut habe. Nochmal ändern werde ich momentan nicht. Es sei denn, es sollte wiederum nicht anders gehen.

    Und bisher hat er auch nicht mehr angerufen. Der Tag lief normal ab. Heute habe ich endlich eine Nachmieterin gefunden für mein Zimmer. Ziehe nämlich in eine andere WG und darauf freue ich mich. Größeres Zimmer, ruhigere Lage, nicht mehr im 4. Stock ohne Aufzug :) Es gibt viel zu tun.

    girasole

    Ja die Ungewissheit ist im Grunde nicht zu ertragen. Aber das bedeutet ja eigentlich auch, dass man im allgemeinen auch mit einem trockenen Alkoholiker nicht zusammen sein kann/sollte. Denn Garantie hat man doch nie..

    Mh. aber ja. Diese Unsicherheit will ich nicht für meine Zukunft. Und das weiß ich ja auch.

    Ich geh heute früh schlafen. Hab einiges zu klären wegen der Wohnung die nächsten Tage. Und dann gehts ab in den Urlaub mit Mama und auch mit Schwester. Ein Urlaub, dem ich nach langem Hin und Her zugestimmt habe.

    Nun freue ich mich aufs Meer und auf Ruhe.

    Herzliche Grüße

    Miriel

    @Sunshine

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ich sagte nie, dass es bei mir anders ist, das hab ich auch immer betont. Aber ja, ich habe immer gehofft und habe alles was positiv war in den Vordergrund gestellt, um das Negative nicht zu spüren.

    Und das was du schreibst bezüglich dessen, dass ich ihn benutzt habe.. darüber habe ich auch schon öfters hier geschrieben und ich weiß, dass es diese Anteile leider gibt und ich nicht aus purer Liebe den Kontakt zu ihm gehalten habe.

    Er ruft nun seit einer halben Stunde auf meinem Handy an. Und schreibt, ich solle bitte rangehen. Es ist nicht nur seine Schuld, dieses Lügengerüst. Und das weiß ich. Es hat nur durch beide von uns gelebt.

    Was sollte ich ihm nun noch sagen. Dass es mir leid tut, dass ich die Trennung eben nicht beim ersten und auch nicht beim zweiten und auch nicht beim dritten Mal durchgezogen habe.

    Mh. bin gerade auch etwas sprachlos. Bin nicht aufgewühlt und es geht mir auch nicht total schlecht. Ernüchtert kann man sagen.

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    danke für eure Beiträge.

    girasole

    gehe ich von der von dir genannten Definition von seelischer Gesundheit aus, dann kann ich nicht sagen, dass ich in den letzten Jahren gesund gelebt habe. Von meinen Beziehungen war noch keine stabil und genau das gleiche kann man im Grunde über meine Jobs und auch meinen Umgang mit meinem Studium sagen.

    Aber gut. Es geht voran und es ist stabiler geworden, mein Berufsleben. Und auch meine Beziehungen, damit meine ich weniger XY, sondern vielmehr allgemein die Beziehungen zu den Menschen um mich herum. Ich kann mich besser abgrenzen und spüre mehr als früher, was ich will und was ich nicht will. Die ein oder andere Beziehung, ob freundschaftlich oder familiär, ist dadurch auch zu einer gewissen Distanz gekommen. Aber das ist dann das, was für mich das Bessere ist.

    Ja, es fällt mir schwer, zu sagen "Ich kann nicht mehr". Ich merke, dass ich vor allem vor meiner Familie (väterliche Seite) stets das Bild wahre, dass alles ok ist, ich zwar hier und da mal Stress habe, ich involviere aber niemanden und jammere auch nie über irgendwas. Lediglich mit meiner Mutter rede ich über Probleme und sage auch mal, dass es mir schlecht geht. Aber auch das kommt nicht oft vor.
    Meine Schwester ist das komplette Gegenteil und involviert ihr ganzes Umfeld in ihr Problemsystem. Ich glaube, unter Anderem auch deshalb, mache ich es genau anders. Aber natürlich auch, weil ich weiß, dass es einfach auch nicht der Weg ist, alles immer abzuladen, zu jammern, aber eben doch nichts zu ändern.

    Ich bin da ziemlich rigoros geworden mit mir selbst. Durch diese "emotionale Unabhängigkeit", die ich dadurch geschaffen habe, nehme ich mir aber auch das Recht heraus, die Probleme anderer (vor allem die meiner Schwester) eben nicht mehr zu meinen zu machen, so wie ich das früher oft zwangsläufig getan habe.

    Väterliche Seite inklusive Schwester nannte mich auf Grund dieses Verhaltens schon zu Genüge egoistisch, desinteressiert an der Familie, gleichgültig, etc. Aber ich weiß, dass das System der väterlichen Seite so gestrickt ist - emotionale Erpressung, Abhängigkeiten schaffen, emotionale Erwartungen, ....

    Und dem habe ich mich entzogen, was mir aber auch heute immer mal wieder misslingt und es mir passiert, dass ich mich mittendrin in dem emotionalen Manipulationsgewirr meines Vaters oder meiner Schwester befinde. In ihr erkenne ich viele Muster meines Vaters und deshalb fällt es mir sehr schwer mit ihr einen normalen Umgang zu haben. Sicher habe ich auch einige Muster von ihm in mir. Aber ich will sie durchschauen und ich will mit ihnen leben lernen und sie nicht an anderen ausleben, etc.

    Mhja. Aber trotz allem habe ich eben Distanz aufgebaut, für die Familienmitglieder eher unverständlich, ärgerlich. Für mich der einzige Weg, um voran zu kommen und vor allem zu mir selbst.

    @ Frozen Tears

    Vielen Dank für deine Worte.

    Sie machen mir Mut, also das mit den Jobs und so :) Ja und mit dem Studium entfernt von "Zuhause" das ist bei mir ähnlich und war aufjedenfall notwendig, um den Schritt in die richtige Richtung überhaupt schaffen zu können.

    Zu XY. Das was du geschrieben hast, das klingt so in etwa, wie ich das empfinde, aber natürlich ist es in der Realität immer so eine Sache, das dann auch umzusetzen.

    Ich habe nun einige Zeit damit verbracht, Kontakt zu ihm zu haben, die Zeit zu genießen, zu versuchen, auf das, was er sagt, zu vertrauen. Habe positive Veränderung bemerkt. Wir haben viele Gespräche gehabt. Und dennoch war ich mir immer bewusst, morgen kann es anders sein. Dieser Gedanke hat diesen Prozess begleitet.
    Nun ist der Tag gekommen an dem ich gestern im Gespräch das erste Mal sicher war, dass er getrunken hat. Und nach kurzem Hin- und Her hat er es zugegeben. Ich bin ruhig geblieben, habe keine Vorwürfe gemacht, aber habe das Gespräch sofort beendet.
    Mh. Ich habe mich immer mit diesem Gedanken auseinandergesetzt vorher. Er hatte mich nicht mehr in irgendwas involviert. Ich hatte ihn seit Januar nicht mehr "bewusst" unter Alkohol erlebt. Ich wollte daran glauben und ich habe ihn deshalb gelassen. Letztlich trinkt er eben noch immer. Ich wollte glauben, dass er was tut. Ich bin auch nicht der Meinung, dass all die Veränderung, die ich an ihm wahrgenommen habe, nur eine Illusion ist. Er hat sich bemüht. Wahrscheinlich bemüht, kontrolliert zu trinken und vor allem sich zu kontrollieren, in meiner Gegenwart. Das muss anstrengend sein, das hab ich ihm gestern gesagt. Ich war froh, dass er letztendlich ehrlich war, zumindest gestern, wenngleich ich weiß, dass er mir sicher einige Male was vorgespielt hat.

    Und ja. Es ist SEINE Krankheit. Und das habe ich gestern auch gespürt. Ich hatte kein Bedürfnis, ihn zu belehren oder Sonstiges. Ich weiß nun (erneut würden vielleicht einige hier sagen), dass er nicht aufhören will.

    Ich war gestern nicht schockiert, ich war auch nicht wütend. Vielleicht war ich sogar erleichtert :/ weil ich natürlich durch seine Unklarheit bezüglich des Themas immer gedacht habe, dass es sein kann, dass er trinkt. Ich wollte ihn lassen. Ich wollte ihm die Chance geben, ohne mein Richten, Urteilen, Reden, Belehren, etc. und mit Vertrauen, dass er etwas für sich tut.
    Aber das tut er eben nicht.

    Langer Rede, kurzer Sinn.

    Es sticht nicht mehr ins Herz, das ist überraschend komisch. Es ist kein Weltuntergangsschmerz. Ich bin heute morgen aufgestanden und habe genau das gemacht, was ich vorhatte, mich um meine Sachen gekümmert, um Verträge, um Post. Und so wird der Tag auch weitergehen.

    Es ist traurig, dass er trinken muss und dass er für sich doch nicht die Entscheidung getroffen hat, aufzuhören. Ich bereue es nicht, dass ich Kontakt hatte, im Gegenteil, wir hatten viele schöne und alkoholfreie Stunden und Gedanken gemeinsam. Und die möchte ich nicht missen. Ich bin auch nicht wütend. Ich habe es glauben wollen. Und das war meine Entscheidung.

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Hey girasole,

    danke für deinen Beitrag.

    Ja. also. Ich war eigentlich "offiziell" noch nie wg Depression oder wegen XY krankgeschrieben. Da ich im Studium bin, kann ich letztendlich fehlen wann ich will. Und das seit 2009. Vorher habe ich eine Ausbildung abgebrochen, weil ich nicht klar kam und auch Ängste hatte und vorher war ich im Ausland. In meinen Jobs konnte ich mich grundsätzlich durchmogeln, da brauchte ich nie eine 100 % ige Arbeitskraft zu sein.

    Du siehst, es geht irgendwie und das bei mir nun schon... lass mich überlegen seit Schulabschluss 7 Jahre... Und es wurde natürlich nicht besser. Und im Laufe des Studiums nur schlimmer. Aber Hilfe hab ich halt erst dann im Zuge der Beziehung mit XY in Anspruch genommen.

    Ich hatte immer wieder persönliche "Tiefpunkte" wenn ich zurückblicke, also auch vor XY. Aber irgendwie hatte ich auch immer die Rolle der starken Miriel, die ich gewissenhaft zu spielen vermochte. Vor allem gegenüber meiner Familie. Die Rolle habe ich bis heute behalten, also aus der Perspektive der väterlichen Seite. Es geht doch nichts über das Familiensystem.

    Momentan würde ich mich, trotz XY, wenn ich hier in meiner gewohnten Umgebung bin, als relativ stabil einstufen, aber das bedarf täglicher Arbeit an mir selbst und schwankt natürlich immer mal wieder. Aufjedenfall fühle ich mich sehr viel stabiler und besser als noch vor einem 3/4 Jahr. Sobald ich jedoch mein Gewohntes verlasse, reißt mich das meist so raus, dass ich wieder Tage, wenn nicht sogar Wochen brauche, um mich davon zu erholen und meinem gewohnten Tagesablauf nachzugehen. Das ist dann jedes Mal mit sehr viel Willen und Energie verbunden, die ich da aufbringen muss, um mich sozusagen "zurückzuholen". Das bezieht sich dann auf Tagesablauf, Ernährung, Bewegung, Gewohnheiten, Pflichten, ... also alles, was in Balance gehalten werden muss, damit es mir gut geht am Ende.

    Du siehst, ich würde also nicht sagen, dass es mir SO schlecht geht. Und trotzdem sage ich zu meinem Psychologen, dass ich das Gefühl habe, dass ich mein Leben eben nicht auf die Reihe bekomme dauerhaft und da ist vor allem eigentlich die Angst, dass ich diesen "Alleingang", so will ich es mal nennen, also dieses immer wieder volle Power geben auf Grund von Dingen, die für andere selbstverständlich sind, letztendlich nicht ewig aufrechterhalten kann. Für mich wäre es unglaublich wichtig, zu lernen, die "normalen" Dinge auch mit normalem Energieaufwand bewältigen zu können.

    Ja.. ok was rede ich. Aber wie immer - es tut gut, das aufzuschreiben :)

    Die Beratung, zu der ich gehe ist im Durchschnitt alle 2 WOchen, aber es fällt dann auch mal aus, oder ich bin im Urlaub und dann sind es auch mal 4 oder 6 Wochen. Das ist auch ok und ich habe dadurch auch gemerkt und gelernt, dass dann auch nicht die Welt untergeht, aber es gab auch schon andere Zeiten, in denen ich völlig am Boden war, als der Psychologe mal krankgemeldet war zu unserem Termin...

    Fakt ist eigentlich - ich möchte aufarbeiten. Ich habe erkannt, dass meine Kindheit nicht so rosig war, wie ich sie mir ausgemalt habe. Ich habe erkannt, dass die Persönlichkeit meines Vaters einen weitaus größeren Einfluss auf mich hatte, als ich dachte und ich habe erkannt, dass etliche Verhaltensmuster meinerseits genau darauf basieren. Ich habe erkannt, dass auch meine Mutter abhängig war von meinem Vater, bis sie sich nach 17 Jahren Ehe befreien konnte. Ich habe erkannt, dass nur ICH etwas ändern kann an meinem Leben und dass ich dazu aber auch verstehen will, warum ich Dinge so getan habe und so tue.

    Ich will die Muster kennen und ich will mit ihnen umgehen lernen bzw. ihnen da, wo ich kann, entgegen wirken können. Aber auch da schwingt bei mir glaube ich so eine Art Kontrollsucht mit. Ich kann auch das ganz schlecht loslassen. Ich habe Angst, die Kontrolle irgendwann komplett zu verlieren. Wenn ich dann meinen Vater anschaue, weiß ich, dass es passieren kann. Und das möchte ich in keinem Fall. Aber ich weiß auch, dass man nicht über alles Kontrolle behalten kann.

    Aber genau aus all diesen Gründen... würde ich wahrscheinlich gerne "kontrolliert" therapeutisch arbeiten ;)

    Ich werde das noch einmal ansprechen bei meinem Psychologen, aber schon wenn ich darüber nachdenke, kommt sofort der Gedanke gesprungen "Aber Miriel, schau doch mal, dir gehts doch garnicht so dreckig grade, ist doch übertrieben..." usw..

    Aber ja. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit. Ich bin noch nicht mal im Berufsleben und kann mir jetzt schon kaum vorstellen, wie ich es im Beruf schaffen soll. Jeder Job bereitet mir immer wieder Angst, die Pflicht, irgendwo hin zu MÜSSEN, funktionieren zu müssen,etc.. bereitet mir unglaublichen Druck und Angstgefühle, so dass ich eben auch schon viele Jobs, die ich eigentlich gern gemacht habe, an den Nagel gehängt oder erst garnicht angetreten habe.

    Und diese Gefühle möchte ich nicht mehr haben.

    Ok. jetzt ist mal gut :)

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben!

    Vielen Dank für eure Beiträge.

    @Sunshine

    Als ich über meinen Vater schrieb und auch in meine rletzten Sitzung mit meinem Psychologen fast nur über meinen Vater redete, war auch für mich danach klar, dass das auch nicht der Weg sein kann, nun wieder die Probleme von jemand anderem in den Fokus zu nehmen.

    Anlass dafür war und ist aber lediglich, dass der Kontakt in den letzten Wochen häufiger war und ich auch dort vor Ort war und mich die "Zustände" hautnah berührt, beeinflusst und auch emotional belastet haben. Nicht nur der Zustand meines Vaters, der natürlich sein eigenes Leben lebt, nein auch der Zustand des Hauses und drum herum, was diesseits meine Großmutter sehr belastet, die dagegen aber wenig tun kann.

    Auch hier könnte man sagen, ist nicht meine Sache. Aber es ist noch immer meine Familie und meine Großmutter von 80 kann da einfach nicht wirklich viel ausrichten und ich wollte da einfach helfen. Vielleicht zu viel des Guten, weil das Ganze letztendlich vieles in mir aufgewühlt hat und ich auch sehr wütend geworden bin über alles.

    Und ja, ich werde nicht gezwungen zuzusehen bei dem ganzen Leben meines Vaters etc. Aber letztendlich werde ich immer wieder involviert und wenn es Gespräche mit Großmutter oder Schwester sind oder eine Skype Nachricht meines Vaters, dass seine Gesundheit den Bach heruntergeht grade "Ach, wer hätt es gedacht..." ...

    Also auch hier würde letztendlich nur helfen, alle Kontakte zu cutten (was ich ja teilweise schon tue) bzw. Gespräche in solche Richtungen zu unterbinden.


    Ok. Aber du hast Recht. Den Fokus darauf zu legen und mich über die Probleme meines Vaters zu ereifern bringt mich selbst nich weiter und verschleiert nur meine eigene Problematik.

    Eine Riesenangst hab ich auch. Nämlich genau davor, dass mit XY alles eine einzige Lüge vor mir selbst sein könnte. Nämlich das, dass ich die Veränderung in XY als eine Veränderung wahrnehme und deshalb den Kontakt halte.

    Ich sehe es nach wie vor nich tso, dass sich innerhalb 141 Seiten nichts verändert hat. Aber diese Diskussionen habe ich hier schon des Öfteren geführt und ich weiß nicht ob es Sinn hat dagegen etwas zu sagen. Denn dann wiederum könnte es heißen, dass ich diese Veränderung eben nur illusioniere und mir das ganze schön rede.

    Und vielleicht ist dem so und ich bin so krank, dass ich es nicht mal mehr selbst sehen kann.

    Aber ich sehe es nicht so.

    Ich bin der Meinung, dass ich ziemlich viel an der Beziehung zu XY geändert habe. Der Fokus liegt da ganz klar auf meinem Verhalten und auf meiner Abhängigkeit und mich aus dieser zu befreien. Ich muss hier immer wieder lesen, dass ich die Trennung nicht "durchgezogen" habe.


    Ich weiß nicht, was genau darunter verstanden wird ehrlich gesagt.

    Es gibt eine große Veränderung in der Beziehung zwischen XY und mir. Jedenfalls empfinde ich das so. Auch wenn er nicht in einer Klinik sitzt und ich ihn dort besuche. Wir sprechen. Wir kommunizieren. Und wir leiden nicht mehr. So wie wir es getan haben.

    Aber es wird immer wieder im Grunde "verlangt", dass die endgültige Trennung, der endgültige Abschied passieren muss, damit man überhaupt vorwärts kommen kann.

    Ich bin mir sehr bewusst, dass ich Fallen kann, denn eine Garantie für die Veränderung des Partners gibt es nie. Aber darf ich die Veränderung, die ich an ihm wahrnehme nicht auch schätzen, anerkennen und vor allem auch auf sie vertrauen?

    Ich maße mir nicht an, zu behaupten, bei meinem XY wäre alles anders. Und das weiß ich auch. Aber es ist wie es ist. Und dass er sich verändert, ist sichtbar für mich. Und dass ich mich verändere ist sichtbar für ihn. Und diese Veränderungen haben unsere Beziehung verändert.

    Meinen Respekt vor deinen elf Jahren - ich ziehe den Hut.

    Danke für deine ehrlichen Worte.

    @Sunshine

    Ja, stimmt. Ich sage Zuhause meistens wenn ich über meinen Heimatort spreche. Manchmal nicht, manchmal sage ich auch "heim" wenn ich über den Ort spreche, wo ich gerade wohne. Es stimmt, ich benutze das mal so mal so, aber meistens ist Zuhause der Ort, wo meine Eltern heute noch leben.

    Die Fragen die du diesbezüglich stellst sind interessant und ich glaube, es ist wichtig, sich darüber klar zu sein. Und ich merke auch manchmal, wenn ich so schreibe, dass ich selbst in dem Moment überlege oder zögere, was ich schreiben soll, wei lich es eigentlich nicht weiß.

    Mh. Ich fühle mich in meinem Ort, in dem ich nun lebe, zuhause. Irgendwie. Aber irgendwie hängt wahrscheinlich noch so einiges an meinem Heimatort und all dem, was mich damit verbindet. Irgendwie ist es eben die Heimat. Der Platz, wo ich groß wurde, wo mein Leben begann und wo ich bisher die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe.

    Aber nein, ich kann nicht sagen, dass ich mich dort noch so richtig zuhause fühle. Mein Ruhepunkt ist hier, in meiner Wohnung, in meiner "neuen" Stadt, die ich mir ausgesucht habe, um zu dort zu leben. Und so fühlt es sich auch an, wenn ich herkomme und ich freue mich auch immer, wenn ich dann von einem Besuch in der Heimat wieder zurück zu mir komme.

    Du schreibst, dass du mit 24 mit deiner Therapie angefangen hast. Was für eine Therapie hast du gemacht?

    Ich frage mich manchmal, ob ich da was falsch mache. Da ich Studentin bin, bin ich bei einer Beratungsstelle, die extra für Studenten gedacht ist. Dort arbeiten aber ganz normale Psychologen und Therapeuten. Aber dennoch habe ich nicht dieses "sichere" Gefühl, ich gehe zu "meiner Therapie" wenn ich dort hingehe. Denn jedes Mal wird gefragt, ob ich weitere Termine möchte etc. Ich meine klar, ich habe die Freiheit zu kommen, oder eben nicht. Aber irgendwie ist es für mich komisch. Ich würde gerne richtig "arbeiten" also neben meiner täglichen Arbeit, eben auch in einer Therapie. Ich weiß auch nicht so recht. Auch habe ich eine stationäre Therapie schon letztes Jahr mal angesprochen, als es mir ziemlich schlecht ging und ich ziemlich am Boden war. Ich fühlte mich nicht wirklich gut beraten und hatte das Gefühl, mir geht es nicht "schlecht genug" um stationär zu gehen, wobei mein damaliges Bedürfnis genau dieses war.
    Inzwischen geht es mir viel besser, vieles hat sich für mich geändert und mein Alltag ist ein ganz anderer als damals. Trotzdem denke ich noch immer über diese Art der Therapie nach. Vielleich twerde ich es noch einmal ansprechen bei meinem nächsten Termin (September..)

    Dennoch hat mir mein Psychologe bei dieser Stelle an vielen Punkten zu Erkenntnissen verholfen, vor allem eben was meinen Vater angeht und meine Kindheit. Ich habe viele Dinge nicht miteinander verbunden und habe auch da vieles schön geredet, tue es oft noch immer. Und genau da werde ich ansetzen müssen bzw. setze ich an. Es fällt mir sehr schwer, diese Dinge auszusprechen.

    Ja. Oft kam es mir auf XY bezogen so vor, als bliebe ich stehen, wieder zurück, noch eine Ehrenrunde, usw. Aber blicke ich zurück, weiß ich, dass ich heute um ein vielfaches weiter bin, als ich es war. Und das sicher nicht nur in Bezug auf XY. Viele Dinge sind angestoßen worden, in mir. XY ist ein Teil von einem großen Ganzen. Und ich weiß, dass es Ursachen hat, warum er in meinem Leben ist und ich ihn nicht losgelassen habe. Ursachen, die tief liegen.

    Aber für mich hat sich vieles verändert. Im Grunde mein ganzes Leben. Alles ist anders, als es noch vor 2 Jahren war. Und das hat nicht in erster Linie mit XY zu tun, wenngleich er sicher der Auslöser war dafür, dass ich überhaupt an einen Punkt gekommen bin, wo ich Dinge ändern wollte/musste.

    Ich lebe anders. Und ich lebe besser. Ich lebe gesünder, keinesfalls immer und perfekt. Aber Beziehungen, Lebensweise, Innere Ruhe, alles hat sich verändert. Und ich bin erst am Anfang und weiß, dass es ein steiniger Weg ist, so weiterzugehen, wie ich es gerne würde und so, dass es mir gut geht.

    Und für andere vielleicht etwas "Normales" aber z.B. gibt mir allein mein jetziger Umgang mit meinem Studium unglaublich viel zurück. Früher habe ich nie weiter als ein Semester gedacht, ich hatte Angst, so unglaubliche Angst, dass ich fast in jedem Semester am Ende min. die Hälfte aller Prüfungen nicht gemacht habe. Jetzt ist das anders. Ich steuere auf das Ende zu, habe viel gemacht in den letzten drei Semestern, es gab viel aufzuholen. Und ich bin stolz darauf. Ich habe das geschafft, und zwar ganz alleine. Und das gibt mir unglaublich viel Energie zurück. Ich habe noch immer Angst. Aber die Angst kontrolliert mich nicht mehr. Und ich habe einen Plan. Ich weiß, dass ich, wenn alles so klappt, wie ich das vorhabe, nächstes Semester mein Studium beende. Ich hätte früher nicht gedacht, dass ich das so klar einmal sagen werde. Denn Dinge, die ich angefangen habe, auch zu beenden. Das war niemals meine Stärke.

    Für mich unter Anderem das ein großer Schritt für meine Zukunft.

    Und es tut gut, so etwas aufzuschreiben, merke ich gerade :)

    Nochmal vielen Dank für deine Worte :)

    Und übrigens, ich habe mich sehr gefreut, von dir, als "Neue" etwas hier zu lesen! :)

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Hallo Lindi,

    danke für deinen Beitrag.

    Ja, es ist halt schon so, dass ich natürlich schon den Zustand meines Vaters angesprochen habe. Aber es ging dabei nie um Alkohol, da ich es erst in den letzten 2 Jahren überhaupt geschafft habe, mich von ihm zu distanzieren, so weit,d ass ich überhaupt was ansprechen konnte. Und da war die Esserei schon das Hauptproblem. (meiner Meinung nach)

    Alle haben es schon versucht, und wie bei jeder Sucht, will man es natürlich erstmal nicht hören. Bzw. ist mein Vater schon so, dass er dann einlenkt und sagt "Ja, es wird jetzt wirklich Zeit, was zu tun" oder "ja, ich muss unbedingt eine Reha beantragen" oder andere Floskeln und die aber absolut nicht ind ie Tat umsetzt.

    Es gab einige Versuche, mit Unterstützung seiner neuen Frau, die aber ins Leere verliefen.

    Er müsste einen richtigen Cut machen. Und ich glaube davor hat er ne Riesenangst. Wie wahrscheinlich jeder Süchtige. Aber die Angst kann ihm eben keiner nehmen. Aber außerdem hat er es - so denke ich - schon auch geschafft, ein stabiles Lügengerüst um sich selbst aufzubauen, es sich selbst schön zu denken usw....

    Und trotz aller Versuche mit ihm zu reden, denke ich natürlich immernoch, dass ich es wieder und wieder versuchen sollte. Aber meine Reaktionen, nämlich, dass ich drei Tage brauche, um mich von Begegnungen derer Art mit ihm zu erholen, die halten mich davon ab, überhaupt noch irgendeinen Schritt in diese Richtung zu gehen.

    Weil es einfach unglaublich weh tut, einem Menschen, den man liebt, dabei zusehen zu müssen, wie er sich selbst kaputt macht.

    So wie auch in der Beziehung mit dem Alkoholiker ist doch eigentlich fast immer die Trennung die einzige Möglichkeit und alles Reden, Diskutieren, etc. eigentlich bodenlos. Und so in der Art sehe ich das bei meinem Vater auch, der weitaus mehr als nur eine Sucht auslebt.....


    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Liebe Renate,

    es freut mich von dir zu lesen.

    Ja die Gartenarbeit tut mir wirklich sehr gut, bin immer völlig müde am Ende vom Tag, kann gut schlafen und fühle mich gut. Während der Arbeit denke ich nicht, grüble nicht, sondern arbeite einfach. Toll - so gedankenfrei zu sein :)

    Ja, mit meinem Vater. Du hast aufjedenfall Recht mit dem was du sagst. Aber mein Vater hat eben nicht nur dieses Alkoholproblem. Er hat auch ein massives Essproblem, welches meiner Meinung nach auch süchtiges Verhalten ist und dementsprechend verhält er sich auch (mit Ausreden, Abtun, Herunterspielen, Rechtfertigen, etc.) ...

    Das sichtbare Problem bei meinem Vater ist sein Gewicht, das er dringend verlieren müsste. Dass der Alkohol vielleicht irgendwann mal Anfang all dieser Süchte ist, die mein Vater jetzt auslebt, das ist nicht mehr zu sehen.

    Ja. Es scheint für mich unmöglich, ihn auf den Alkohol anzusprechen, nicht nur weil ich Angst hab, nein, auch weil sein Gewichts- und Essproblem momentan voll im Vordergrund steht und er auch dieses nicht in den Griff zu bekommen scheint.

    Es klingt blöd, aber ich weiß irgendwie nicht so Recht, wo da der Anfang sein müsste.

    Im Grunde ist er mehrfach süchtig. Und das Essproblem hat Überhand genommen und das Alkoholproblem verschwindet gerade im Hintergrund, zumal er auch nie betrunken ist oder Sonstiges. Jedenfalls nicht so, dass ich es mitbekomme. Da mal zum Mittagessen ein Bier, das wars grade eigentlich.
    Das soll garnichts runterreden, ich weiß, dass es da ein Problem gibt. Nur die Esserei ist gerade allgegenwärtig und krankhaft.

    Er müsste es wollen. Sein Leben zu ändern. Darum gehts. Und das eben mit allen Konsequenzen. Und da sehe ich gerade keinen Willen. :/

    Hallo ihr Lieben,

    wollte nur mal wieder Hallo sagen.

    Bin nach Hause gefahren und nachdem ziemlich viel ums Haus herum liegen geblieben ist in den letzten Monaten, habe ich gestern Abend angefangen daran zu arbeiten. Die Arbeit ist anstrengend, tut mir aber unglaublich gut. Ich genieße die frische Luft und die Tatsache, dass ich etwas gestalte :) (Garten und Vorgarten) Es ist echt viel Arbeit und gerade sehe ich kein Ende.

    Ich freue mich aber dennoch jetzt schon darauf, wie es am Ende aussehen wird (hoffentlich :) ) und vor allem darauf, dass es meiner Großmutter dann endlich möglich sein wird, sich wieder in ihrem Garten zu bewegen...

    Was meine eigene Wohnung angeht, ist es gerade etwas stressgeladen. Wir haben Ungeziefer im Haus und ich versuche nun aus dem Mietvertrag heraus und in eine andere Wohnung hineinzukommen. Hätte sogar schon etwas, aber mein Vermieter ist ziemlich störrisch und auch ziemlich dreist.... :/

    Manchmal frage ich mich, wieso manche Steine im Weg so unnötig schwer zu übergehen sind. Aber ich glaube, jede Erfahrung macht einen klüger und bringt einen im Grunde einen Schritt voran.

    Ansonsten geht es mir ganz ok, eben bis darauf, dass es einige Dinge gibt, um die ich mich in den nächsten Wochen kümmern muss. Alkohol spielt auch bei uns zuhause immer wieder eine Rolle.

    Hier eine Flasche in den Hecken (die ich gerade schneide), da eine Flasche unterm Autositz...

    Ich kümmere mich um mich, ich möchte den Fokus nicht darauf legen. Ich mache den Garten, weil ich weiß, wie wichtig es meiner Großmutter ist und weil mir die Arbeit schon immer, auch früher, Spaß gemacht hat, wenngleich es jetzt wirklich ein riesiger Berg ist, der sich da angesammelt hat. Ich wohne hauptsächlich bei meiner Großmutter, schlafe auch dort und gehe nur ab und an zu meiner Vater, wenn ich hier bin, weil mir zu viel Kontakt, Nähe und Gespräch eben irgendwann nicht mehr gut tut. Eine gesunde Distanz ist einfach notwendig, auch wenn ich merke, dass er das nur ganz schwer akzeptieren kann. Da wird sofort angerufen, wenn er hört, dass ich auf bin und gleich erwartet, dass ich Gesellschaft leiste..

    Ich versuche mich ganz bewusst abzugrenzen. Es fällt mir schwer, weil ich auch das Gefühl habe, er ist ständig enttäuscht von meiner Zurückweisung bzw. von meiner Distanz.. .

    Mh. Naja. Ich sorge dafür, dass es mir gut geht. Und dazu brauche ich das eben.

    Ich grüße euch ganz herzlich.


    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    meine Prüfungen sind vorbei.

    Und ich habe es gut überstanden :)

    Im Nachhinein weiß ich immer nicht, was mir noch vor drei Wochen solche Angst bereitet hat.. Mh.

    Ich versuche jeden Tag, gut für mich zu sorgen. Habe nun vor 2 Wochen angefangen meine Ernährung umzustellen. Und siehe da, ohne dass ich hungere oder es fokussiert habe, habe ich sogar 2 kg abgenommen.

    Dann war ich nun schon zweimal bei einem offenen Singkreis, was mir auch sehr gut tat, auch wenn ich mit Abstand die jüngste Person dort war ;) Es war einfach sehr stärkend zumal es unter freiem Himmel stattfindet, was natürlich dann noch energiegeladener ist.

    Die Prüfungsphase war zwar etwas anstrengend, aber der Stress ist jetzt einfach vergessen und ich freue mich nun auf ein paar freie Tage.

    Mit XY habe ich nach wie vor Kontakt. Ich hänge noch immer etwas in der Luft, weiß für mich selbst aber gerade keine Lösung für diese Situation, weil ich eben weder sicher weiß, was er nun tut oder nicht, für mich selbst aber nicht entscheiden kann, dass ich den Kontakt nicht mehr will. Mich auf das Finden einer Antwort zu konzentrieren habe ich aufgegeben, denn gerade das ist ja das, was ich nicht mehr will.

    Er ist nicht der Mittelpunkt meines Lebens und das ist gut so.

    Und deshalb versuche ich, mein Leben, so wie ich das möchte, zu gestalten. Und ich glaube daran, dass der Prozess in mir irgendwann so weit sein wird, dass ich Antworten für mich bekommen werde, was XY angeht.

    Und was er in dieser Zeit tut, ist ganz alleine seine Geschichte.

    Ich für meinen Teil möchte, auch trotz Kontakt zu ihm, vorwärts gehen und dafür sorgen, dass es mir gut geht.

    Ich wünsche euch einen schönen Tag

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Und ich wollte noch was meinem Papa schreiben... Es geht grad irgendwie Schlag auf Schlag. Ich weiß nicht, ob das normal ist. Es holt mich sehr ein und ich schreibe immer mal Dinge auf, weil mein nächster Termin bei meinem Psychologen ist erst wieder im August, weil er im Urlaub ist...

    Mir wird so vieles klar, habe auch mit meiner Mutter schon öfters darüber geredet. Ich bin sehr froh, dass sie da keine abwehrende Haltung hat und alles von sich weißt oder so. Sie redet sehr offen, auch wenn es im Grunde sicher auch unangenehm für sie ist (da sie sich ja auch erst nach Jahren hat trennen können).

    Ich merke nur, auch wenn ich meinen Vater für nichts verurteile, wie ich wütend bin und aufpassen muss, dass nicht in einem Gespräch mit ihm alles rausplatzt. Was ja absolut nicht wirklich hilfreich wäre.

    Das fällt mir schwer, da eigentlich bei jedem Gespräch mit ihm irgendwas dabei ist, was etwas in mir hochkommen lässt. Verrückt eigentlich. Ich fühle mich ein wenig wie auf Holzkohlen, aber da ist es vermutlich nur sinnvoll, den Kontakt grade ziemlich zurückzufahren.

    Es schwankt immer wieder zwischen Wut, Traurigkeit und Mitgefühl.

    Und dem Gefühl, dass er ganz weit entfernt ist von mir. Innerlich.

    Ich weiß nicht so richtig, wohin mit all den Gefühlen.

    So und nun gehe ich zu meiner SHG.

    Viele liebe Grüße

    Miriel

    Und letztendlich. Selbst wenn wir nie mehr ein wirkliches Paar werden sollten.

    Ich empfinde diese "Mühe" als lohnenswert, denn dieser Mensch ist mir wichtig und zu spüren, dass Gespräche funktionieren können in einer Art und Weise, wie sie vorher niemals funktioniert hätten, das bedeutet für mich einfach was.

    Nachtrag. Mit Meta-Kommuniziern meine ich vor allem, dass wir manchml sehr lange darüber sprechen, WIE wir miteinander sprechen und WAS da genau oft schief läuft und wie wir das am besten ändern können, damit diese Dinge einfach besser sein können in der Kommunikation.

    Beispiel: Dass wir gewisse Rollen haben und die eben auch im Gespräch übernehmen, die nur ganz schwer zu überwinden sind, wenn man das aber eben anspricht oder ausspricht, man das dann auch schafft im Gespräch eben zu überwinden und auf eine Ebene zu kommen.

    Das ist mühsam, das alles zu bereden und sich dessen bewusst zu werden und es dauert manchmal länger als das Missverständnis etc. selbst, darüber zu sprechen, welche Ursache das hat und wie man das ändern kann.

    Und dieser "Aufwand" würden wir (so glaube ich) beide nicht betreiben, würden wir nur von einer Freundschaft ausgehen.

    Hallo liebe Natalie,

    es ist schön von dir zu lesen!

    Mh. Also . Ich würde es vielleicht aus meiner Perspektive so beschreiben.

    Klassisch habe ich versucht bei meinem XY das zu "retten", was ich bei meinem Vater nicht retten konnte/kann, bzw. was ich mich bei meinem Vater auch nie getraut hätte zu sagen. Ich habe quasi an XY das ausgelebt, was ich an meinem Vater vielleicht hätte gern ausleben wollen.

    Dass das nicht der richtige Weg war und ist, das ist mir heute klar.

    Dass du es nicht definieren kannst liegt daran, dass es nicht definiert ist.

    Wir haben keine Beziehung, dazu verhalten wir uns zu "frei". Aber es Freundschaft zu nennen wäre schlichtweg auch falsch, denn dazu verhalten wir uns zu "unfrei" .

    Sprich ich suche keinen anderen Partner und sage ihm auch immernoch, dass eine Zukunft nur ohne Alkohol geht.

    Keiner spricht sich aus. Und das kann ich ihm nicht mal mehr vorwerfen, weil ich es nicht besser mache. Dieser "Zustand" ist nicht das Wahre.

    Denn letztendlich lässt nur die Hoffnung diesen Zustand leben.

    Ich sehe uns nicht als Paar, da wir auch keine Liebeleien etc. austauschen. Aber ich dennoch ist er im Herzen noch voll da.

    Ich sehe uns aber auch nicht als Freunde, denn dazu habe ich zu viele Gefühle, die für eine Freundschaft definitiv zu viel wären. Abgesehen davon, reden wir sehr viel, führen viele Gespräche, auch viel über die Kommunikation zwischen uns (sozusagen Meta-Kommunizieren ;) ) Ich glaube, diese "Mühe" würde ich mir dann doch nicht machen, wenn ich nicht auch an die Zukunft denken würde.

    Mh.

    Liebe Grüße

    Miriel

    Hey Lindi,

    ja.. nötig ist es.

    Und ich merke auch, wie ich mit jeder kleinsten Erkenntnis über meine Kindheit, meinen Vater, auch ein kleines Stück mehr Distanz zu XY spüre. Das ging mir schon die ganzen letzten Wochen so. Immer mal wieder, wenn so eine "Erkenntnis" sich breit machte, hatte ich das Gefühl, weniger nach XY greifen zu wollen.

    Wenngleich ich ihn auch nicht losgelassen habe.

    Es scheint immer mal wieder irgendwas wie Schuppen von den Augen zu fallen.

    Und ja. Nicht mehr von unten nach oben, so wie mein Vater das gerne für immer hätte.

    Ich verurteile meine Eltern nicht, weder meine Mama (mit der ich einen sehr guten Kontakt pflege), noch meinen Papa (auch wenn es mit ihm unglaublich schwierig ist). Ich bin schon wütend. Über die Uneinsichtigkeit, die Ignoranz, den Stolz, die Überheblichkeit, die er so an den Tag legt. Aber letztendlich, wie du es sagst, ist er nur ein Mensch. Und ich weiß, dass er es eben nicht anders konnte. Aus welchen Gründen auch immer. Und heute eben noch immer nichts ändern kann oder will. Aus welchen Gründen auch immer.

    Aber mein Leben wird darunter nicht leiden, vor allem nicht so, wie es das Leben meiner Schwester noch immer tut. Leider. Aber auch bei ihr muss es einen Willen zur Veränderung geben, den ich so richtig eben leider nicht sehe... Bzw. vermute ich fast, dass es sie "schlimmer erwischt" hat, als mich - mit der Prägung. Aber auch das ist vielleicht wieder nur ein Abtun meiner eigenen Problematik in "alles nich so schlimm"....

    Dennoch. Ich will eine Zukunft. Und zwar eine freie und eine zufriedene.

    Gute Nacht

    Miriel

    Hallo liebe lamestain,

    wenn ich es nicht besser wüsste, könnte dein Beitrag von meiner Schwester stammen.

    Ich las nun deine Zeilen und jedes Wort kam mir vor, als käme es aus ihrem Mund.

    Hast du auch Geschwister?

    Was ich dir dazu sagen will ist, meine Perspektive, denn ich habe eine, mit der ich. z.B. meine Schwester "betrachte".

    Ich habe mich sehr von ihr distanziert, vor allem im letzten Jahr. Ich konnte es nicht mehr tragen, all das, was sie mit mir geteilt hat. Es war eine riesige emotionale Belastung für mich. Und letztendlich wollte auch sie nur Verständnis, Nähe, Zuneigung, Freundschaft.

    Ich fühle mich auch heute noch sehr oft sehr schlecht deshalb, aber ich musste erkennen, dass ich sie NIE so verstehen werde, wie sie es sich wünscht. Das hat sie aber leider noch nicht erkannt. Die Erwartung, die sie an die Menschen in ihrem Umfeld hat, kann nicht wirklich jemand erfüllen. Auch sie tritt jedem mit Misstrauen gegenüber. Da blieb im Grunde irgendwann nur noch ich als Schwester, um die Vertrauensperson in ihrem Leben zu sein. Diese Rolle konnte und wollte ich aber irgendwann nicht mehr einnehmen.

    Genauso wenig wie andere Menschen genau MEINE Perspektive verstehen können.
    Und das muss ja auch nicht sein. Und das habe ich so für mich herausgefunden. Das ist nicht die Lösung für das Problem aber für mich war es ein sehr wichtiger Schritt, den meine Schwester bisher leider noch nicht gegangen ist.

    Ich schreibe von ihr, weil ich wirklich das Gefühl habe, dass hier Parallelen sind. Ich weiß nicht, ob es für dich hilfreich ist, wenn ich dir das aus meiner Perspektive erzähle.

    Ich finde es super, dass du hierher gefunden hast und ich hoffe, dass dir der Austausch helfen kann.

    Ich glaube, die Angst ist (auch bei meiner Schwester) das größte Problem, sie verhält sich oftmals "gezwungen" unter Menschen. Du beschreibst, dass du dir überlegst, wie du dich hinsetzt, etc.
    Wie man diese Gedanken überwinden kann, dazu kann ich nichts sagen, denn auch bei meiner Schwester habe ich dafür keine Lösung.

    Das Wichtigste ist und bleibt aber denke ich, dass man Verantwortung für sich übernimmt und nicht nach Lösungen im Umfeld zu suchen.. Du schreibst, dass du dachtest, dass es dir gut tun würde, dich zu öffnen, dich aber eben niemand richtig versteht etc...

    Auch dieses Problem sehe ich bei meiner Schwester. Sie hat große Probleme im Alltag. Das Problem ist aber, dass sie diese Probleme bis ins Detail mit Menschen besprechen möchte, Verständnis sucht, Gespräche, etc. Diese Menschen können ihr aber weder helfen, noch verstehen sie gewisse Gedanken. Die Seite, die zuhört ist meist überfordert (z.B. meine Mutter oder Großmutter) macht sich Sorgen, aber ist eben am Ende mit dem "Latein".

    Du sagst, du hast eine Therapie zur Aufarbeitung gemacht. Hast du denn schon einmal über eine Verhaltenstherapie nachgedacht?

    Was hat dir am Konzept von Al-Anon nicht gefallen?

    Ich glaube der Austausch mit Gleichgesinnten ist eines der wichtigsten Dinge, es gibt zum Beipiel auch Selbsthilfegruppen, die sich EmotionsAnonymous nennen. Du kannst es ja mal im Internet suchen, wenn du magst.

    Ich hoffe, ich habe dich nicht überrollt, deine Geschichte erinnert mich so, dass es wohl in mir Gefühle ausgelöst hat, dir zu sagen, was ich dazu denke.

    Ich drücke dich.

    Mit vielen Grüßen

    Miriel

    Hallo Lindi,

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ja, doch ich habe seine Eigenschaften und seine Verhaltensweise gerade im letzten Jahr immer öfters und klarer mit Alkohol in Verbindung gesehen, also nicht mit Trunkenheit, sondern mit dem, was ich eben im Zuge meiner Beziehung zu XY über die Krankheit erfahren habe und über die "Persönlichkeiten".

    Es passt alles. Und ich habe eigentlich auch schon in meiner Selbsthilfegruppe öfters mal das Thema angesprochen, aber eben immer mit dem Zusatz, dass ich ja nicht sicher bin. Aber auch da hatte ich irgendwann das Gefühl, dass es eigentlich nicht wirklich Zweifel gibt...

    Und auch meine Mutter sagt (meine Elterns sind seit fast 10 Jahren geschieden), dass er schon immer ein Problem damit hatte ihre rMeinung nach. Sie hat sich nach 17 Jahren Ehe "befreit". Gute Leistung meiner Meinung nach, wenn ich es in dem Kontext betrachte, dass sie selbst ja auch Co. gewesen sein musste, eventuell.

    Ich muss sagen, dass eben im letzten Jahr diese ganzen verschwommenen Bilder immer klarer geworden sind. Wie war noch die Situation, wie hab ich meinen Vater empfunden als Kind, usw. Im Grunde passt alles zusammen. Und trotzdem fällt es mir schwer, zu sagen, dass ich vom Alkoholismus geprägt sein soll, weil der Alkohol eben in meiner Kindheit für mich so nicht sichtbar war. Ich höre da von andern, dass sie einen Elternteil betrunken im Wohnzimmer auf dem Boden fanden usw. Dann kommt bei mir klar der Gedanke "Nein, bei uns war das so nicht - also alles ok."
    Ein Trugschluss. Genauso wie bei manchem Alkoholiker, der denkt, ein Alkoholiker ist man erst, wenn man mit vollgemachten Hosen auf der Parkbank liegt.


    Sichtbar war der Alkohol eben wahrscheinlich genau in diesen Eigenschaften, in der verbalen Gewalt, der Kontrolllosigkeit und vor allem auch in der Unberechenbarkeit und der daraus resultierenden Angst vor ihm.

    Es ist schwer für mich, merke ich gerade, und auch sonst, diese Dinge auszusprechen (bzw. zu schreiben). Aber es ist so.

    Ja. Un die Thematik mit XY hat momentan auch bei meinem Psychologen nicht Priorität. Der wusste schon vor einem Jahr, dass mein Vater die Wurzel ist. Aber er hat mir eben meinen Weg gelassen, dass ich auch bereit bin, das zu bearbeiten. Und ich merke, dass ich sicher mehr bereit bin als letztes Jahr, aber es immernoch unglaublich schwierig ist, das Thema wirklich zu besprechen.

    Weil ich auch weiß, dass ich all diese Gefühle und Dinge, die waren und sind, eventuell niemals mit meinem Vater werde "klären" können. Und sich das bewusst zu machen, tut weh.

    Immer wieder rede ich mit meiner Mama darüber. Auch sie macht sich manche Vorwürfe und erkennt, dass sie abhängig war.

    Und dann immer wieder der Gedanke an seine guten Seiten, die er durchaus hat und die Aufopferung, die er so manches Mal für andere (für uns Töchter) an den Tag gelegt hat - man kann es Manipulation nennen, emotionale Erpressung, usw.

    Da klar zu sehen - empfinde es als unmöglich. Und der Hass meines Vaters auf meine Mutter. Vielleicht alles ein Ergebnis seiner allmählichen Verbitterung. Und vielleicht eben auch das ein Ergebnis des Alkohols. .....

    Flaschen im Auto, hinterm Haus trinken. Ja, es sind Fakten. Und ich weiß, dass ich in solchen Situationen immer mit mir gerungen habe, ihn zu konfrontieren. Aber ich habe es nie getan - aus Angst.


    Ich empfinde es als unglaublich, dass ich jahrelang mit mir gerungen habe, wusste, dass er ein Problem haben muss bei dem Verhalten, es immer wieder verdrängt habe. Und ich frage mich heute, wie lange ich das schon mache...
    Ich finde es erschreckend, dass das so lange funktioniert hat und ja noch immer nicht ganz aufgehört hat.
    Ich denke, wirklich angefangen diese Dinge zu "sehen" habe ich schon vor fast 10 Jahren.
    Aber wer weiß. Vielleicht eben auch schon früher. Nur halt in anderer Form. Dass, da "was nicht stimmt" usw.
    Nur leider wurde einem als Kind eben vermittelt, dass das halt "normal" ist. Oder so ähnlich. Meine Mutter in ihrer Abhängigkeit hat da nicht wirklich viel dazu beigetragen, dass ich in meiner Meinung, dass da was komisch ist, bestätigt wurde. Ne, sie hat das alles ja mit ihrem Verhalten akzeptiert, das heißt ja also für die Kinder, dass es dann wohl akzeptabel sein muss.

    Naja, was schreibe ich hier einen Roman. Diese Dinge findet man sicher zu tausenden bei den EKA`s.

    Es ist wirklich so. Ich habe nicht dort geschrieben (gelesen schon ab und zu) weil ich immernoch dachte, ich gehöre nur hierher.

    Der Bruder meines Vaters ist schwer alkoholkrank, das hat Jahre gedauert, bis es "raus" war und er in eine Klinik ging. Er hat mehrere Klinikaufenthalte gemacht, wie es genau um ihn steht weiß ich nicht, weil der Kontakt nur sehr sporadisch ist.

    Der Vater meiner Mutter war Alkoholiker, ich habe ihn aber nie kennengelernt, weil er früh gestorben ist.

    Alles in allem, Alkoholismusgeprägte Wurzeln.

    Vielleicht habe ich hier zu sehr im Detail geschrieben. Wenn ja, tut mir das leid.

    Es kam so ein Redefluss über mich.

    Danke fürs Lesen

    Miriel

    Hey Renate,

    ja ich kenne deine Geschichte.

    Aber ich kann meine nicht in allen Punkten mit deiner vergleichen.

    Ich lebe, wie gesagt, seit 2006 alleine. Lebe also mit meinem Vater nicht zusammen. (Genauso wenig wie mit XY). Das heißt, die Lebensweise meines Vaters hat nur indirekten - also gedanklichen - Einfluss auf mich.

    Im Klartext - ich fahre im Jahr ca. alle 2-3 Monate mal nach Hause. Dann bleibe ich meistens nur 1-3 Tage. Von diesen Tagen verbringe ich den kleinsten Teil bei meinem Vater (wenn es hoch kommt 5 Stunden).

    In diesen 5 Stunden wird sich meist mit Frau und ihm ausgetauscht, über Dinge, die so anstanden, etc.

    Vertrauliche Gespräche finden, wenn überhaupt, nur mal am Telefon statt, wenn irgendwas ansteht oder so.

    Es fällt mir schwer so "aus der Ferne" zu richten.

    "Papa, weißt du eigentlich, dass du dich kaputt machst?"

    Er sagt selbst, dass sein Arzt im Grunde nur das Eine sagt "Lebensstil ändern".

    Eine Umsetzung davon wäre ja aber nicht so einfach. eine Reha wurde abgelehnt, usw...

    Das Alkoholthema auf den Tisch zu bringen erscheint mir ehrlich gesagt wie ein Tropfen auf den heißen Stein, bei all den Dingen, die er inzwischen bearbeiten muss. Ich war einige Male kurz davor. Als ich immer mal wieder Flaschen fand, ihn hinter dem Haus heimlich trinken sah (ca. 1 Jahr her). Aber ich habe es nie geschafft, weil ich zu feige war. Angst vor der Reaktion, Angst vor Konfrontation, und auch Angst, ihn "bloßzustellen". Sicher die typischen familiären Verhaltensweisen.

    Seit über einem Jahr gab es eben solche Situationen nicht mehr und ich habe das Gefühl, den Moment verpasst zu haben, auch wenn ich weiß, dass es DEN Moment eben nicht gibt.

    Liebe Grüße

    Miriel

    Hallo Renate,

    schön von dir zu lesen.


    Dass ich über meinen Vater noch nie wirklich geschrieben habe, liegt einfach daran, dass ich mich davon schon seit Jahren distanziere.

    Emotional sowie räumlich, weiterhin habe ich mich auch von meinem Vater finanziell unabhängig gemacht, was es für mich um einiges einfacher gemacht hat eine innere Distanz dazu aufzubauen.

    Abgesehen davon war ich nie in der Lage meinen Vater einen Alkoholiker zu nennen, weil es nicht so "sichtbar" war und ist, soweit ich das als Kind/Jugendliche und auch jetzt beurteilen konnte und kann. Ich würde mich selbst nicht als Alkoholikerkind bezeichnen, aber vielleicht fehlt auch mir da die Einsicht oder Klarsicht.

    Bei meinem Psychologen ist das durchaus Thema und auch im Moment das hauptsächliche Thema.

    Ich habe letztes Jahr z.B. ein langes Gespräch mit meinem Vater gehabt, über seine Gesundheit etc. Er hatte da eine sehr einsichtige Phase was seinen Lebensstil angeht und wollte "alles ändern". Es hat sich nichts geändert.

    Diese Anläufe hat er schon öfters gemacht.

    Auf sein Trinken habe ich ihn noch nie angesprochen, jedenfalls nie in dem Kontext Alkoholismus. Das mag für dich verantwortungslos sein und ich weiß selbst, dass es DEN richtigen Moment für so etwas nicht gibt. Aber ich lebe schon seit 2006 nicht mehr mit meinem Vater zusammen (mit kurzen Ausnahmen) und habe mich da einfach dem Umfeld entzogen. Der Alkohol war nie das Hauptthema, es war eines von vielen:

    Cholerik, Überheblichkeit, Macht, verbale Gewalt, Kontrolle - Kontrollverlust, Druck, Groll, Hass, Essstörung und dann eben noch der Alkohol.

    Dass natürlich alles vom Alkohol ausgehen könnte, ist mir bewusst, und dennoch stand mein Vater nie volltrunken vor mir. Geht seinem Job nach, kümmerte sich immer um alles, hat letztes Jahr im Nov. wieder geheiratet, unterstützt bis heute meine Schwester (emotionale Abhängigkeit...) usw..

    Und zu alle dem kommt die Angst. Eine Angst vor meinem Vater, die eben da ist. Und die ich bewältigen muss und die ich auch zu bewältigen versuche - unter Anderem in meinen Gesprächen mit meinem Psychologen.

    Denn mein Vater ist mit größter Wahrscheinlichkeit die Instanz, die mich am meisten geprägt hat.

    Und ja - ich verdränge zum Teil. Es gab Zeiten da gelang mir das nicht, da habe ich mir täglich Sorgen gemacht und überlegt und gegrübelt - und klar, habe ich auch mit meinem Vater geredet. Aber ich habe auch immer wieder feststellen müssen, dass es sein Leben ist (so wie auch bei all unseren XY`s) und ich ihm nicht helfen kann.

    Es ist unglaublich schwierig, meinem Vater auch nur annähernd so etwas zu sagen, dass man sich Sorgen um ihn macht. Allein diese Tatsache kann er nicht akzeptieren, weil in ihm dann sofort die Alarmglocke läutet, die "Schwäche" heißt. Es ist vielleicht schwierig das zu verstehen... Als meine Schwester es das letzte Mal versucht hat, ihm zu sagen, dass sie sich Gedanken macht, ist es völlig ausgeartet und meine Schwester fühlte sich danach drei Tage elend.

    Ich mache nicht so, als wäre nichts. Meine Großmutter, die macht das vielleicht, die verdrängt komplett, auch vor uns (meiner Schwester und mir), was aber sicher auch daran liegt, dass sie in dem Dunstkreis lebt. Die Frau meines Vaters, keine Ahnung, wie sie das alles sieht. Aber auch sie ist eben "drin".
    Ich habe einfach nicht die Macht darüber, ob er was tut oder nicht. Und er weiß sehr wohl, wie es um ihn steht, denn auch diese Bestätigung hat er schon vom Arzt !!

    Es ist nicht alles schwarz und weiß.

    Viele liebe Grüße

    Miriel

    HAllo ihr Lieben,

    @Herze

    Mh. Also damit ich glücklich bin, müsste ich mich wahrscheinlich von diesem Gedanken befreien, dass er - sofern er trocken werden würde - ein potentieller Partner sein könnte.

    Dieser Gedanke hält mich, weil ich das Gefühl habe, er tut was.

    Glücklich für mich versuche ich aber alltäglich auch unabhängig von ihm zu sein. Ich mache schöne Dinge (z.B. gestern ein ganzer Tag am See mit meinen Mitbewohnerinnen :) ) und ich gehe meinen alltäglichen Dingen nach, kümmere mich um wichtige Dinge, um meine Gesundheit (seelisch und körperlich)

    Und da ist eben XY. Mit dem ich Gespräche führe, die mir gut tun. Aber die Gedanken zur Trinkerei und inwiefern er nun was tut, die tun mir eben nicht ganz so gut, weil ich diesbezüglich keine Sicherheit habe.


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    Am Wochenende war ich zuhause. Und wie so oft kam ich hier bei mir an am Sonntagabend und war ziemlich deprimiert und fertig.

    Mein Vater sieht einfach immer schlechter aus und so langsam merkt man einfach, dass auch im Haus und um das HAus herum Dinge einfach liegen bleiben....

    Ich mache mir Sorgen, aber auch da weiß ich, ich kann es nicht richten.

    Ob er nun zu viel trinkt, oder überhaupt - da ich nie zuhause bin habe ich nicht wirklich Einblick..aber ich glaube kaum, dass sich gerade dieses Verhalten geändert haben soll. Dennoch war mein Vater ja nie der "typische" betrunkene Alkoholiker... sondern eben eher jemand, bei dem ich dann dann leere Flaschen im Auto fand oder so. Er aber nie wirklich "aus der Rolle" gefallen ist...

    Fakt ist aber, auch neben des Alkohols, ist der ganze Lebensstil eben einfach nur schlecht und man sieht es ihm einfach an, dass seine Gesundheit den Bach heruntergeht aber er eben nichts dagegen tut, obwohl er es zu wissen scheint.

    Und ich versuche all meine Co-Antennen auszuschalten und komme aber doch immer wieder zu demErgebnis, dass ich ihm wenigstens mal klar sagen sollte, dass ich mir Sorgen mache und Angst habe, dass er bald stirbt. Alleine ihm das zu sagen, ist eine höchster Drahtseilakt bei der Persönlichkeit meines Vaters.

    Das hat mich Sonntag beschäftigt. Und gestern tat mir die Auszeit am See wirklich gut und ich hab es dann auch genießen können :)

    Der Fokus muss auch hier auf mir bleiben. Und deshalb kümmere ich mich auch darum, auch wenn es immer wieder garnicht einfach ist.

    Gerade habe ich eine Klage am laufen (schon seit 2011) und da ist nächste Woche die Anhören - ich habe geklagt. "Auslegungssache" ... Deutsche Gesetze... ich hab nur eine sehr geringe Chance..aber drückt mir die Daumen.. vielleicht bringt das was :)

    Nächste WOche hab ich meine erste Prüfung. Den Inhalt dieser Prüfung bekomme ich am Freitag - ich bin gespannt. Und muss versuchen ENTspannt zu bleiben... und in drei Wochen ist alles rum :)

    Ich wünsch euch einen schönen Abend!

    Mit vielen lieben Grüßen

    Miriel