Hallo ihr Lieben..
mit ein wenig Abstand habe ich das Wochenende mit viel Nachdenken und so weiter versucht hinter mir zu lassen.
Es ist echt verrückt, wie sich Gedanken und Gefühle im ständigen Wechsel befinden können.
Es überkam mich dann doch auch die Traurigkeit, aber auch Wut, aber alles irgendwie auch verbunden mit Klarheit.
Klarheit darüber, dass ich noch immer oder vielleicht jetzt sogar noch mehr weiß, was ich nicht mehr will.
Ich habe mich geärgert, darüber, dass ich so überrumpelt so und so reagiert habe und vielleicht dies oder das anders hätte machen sollen oder wollen. Aber dann bin ich doch immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, dass es eben so war, ich es nicht ändern kann und dass das eben ich bin.
Es hätte nicht zu mir gepasst, ihm die Tür zu zu schlagen. Und es hätte auch nicht zu mir gepasst, mir nicht anzuhören was er zu sagen hat.
Aber natürlich hätte ich dann auch irgendwann einen Cut machen können.
Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass ich ihm natürlich signalisiert habe damit, dass er jederzeit hier auftauchen kann.
Aber ich glaube, dass eigentlich der springende Punkt ist, dass ich mich jetzt genauso verhalte wie vorher, mich nicht melde und die Kontaktsperre genauso beibehalte, wie sie war.
Denn eigentlich ist es völlig egal, was ich sage oder in dem einen Moment tue, ausschlaggebend ist doch welche Konsequenzen ich letztendlich auf Dauer ziehe, oder?
Denn wie oft habe ich schon Dinge gesagt, getan und dann aber nicht danach gelebt.
Ja, das Wochenende hat mich natürlich nicht kalt gelassen. Aber ich finde es gut, dass das Bedürfnis, mit ihm zu sprechen, nicht zurückgekommen ist. Ich hab fast das Gefühl, dass es mir irgendwie noch klarer geworden ist, dass es eben einfach nichts zu reden gibt. Es gibt nichts, was ich ihm erzählen oder sagen wollte und genauso wenig hab ich irgendwas, was ich von ihm wissen will.
Und ganz am Ende ist da aber natürlich doch so ein kleiner Schnipsel irgendwo im Kopf, auf dem steht "na, aber vielleicht macht er jetzt ja doch was.."
Ich weiß, dass der Schnipsel da ist und ich kann dagegen auch wenig tun.
Vielleicht wird der auch immer bleiben, ich denke fast, dass das vielleicht auch was mit dem normalen menschlichen Kampfeswillen zu tun hat, wo man eben die letzte Hoffnung irgendwo nie ganz loslassen kann!?
Als er hier war, hab ich aufjedenfall ein paar Sachen realisiert, die ich mal aufschreiben will.
Dass ich nicht mehr zurück in diese (seine) schwarze Welt will, die ich mit ihm hatte.
Dass ich sagen kann, dass ich mein Leben mag.(trotz Höhen und Tiefen)
Dass ich mir MEINER sicher sein kann, jeden Tag. (natürlich kann auch mir immer was passiern, aber ihr wisst sicher was ic hmeine
)
Dass ich meine Freiheit liebe.
Dass ich diese zerfressende Angst nicht mehr habe, so wie mit ihm und um ihn und sie auch nie mehr haben möchte. (und es ist so verdammt geil (!), dass ich einfach wirklich nicht mehr diese Sorge um ihn fühle)
Dass ich einfach entscheiden kann, wie ich meinen Tag verbringen. Und eben auch mein Leben.
Dass es um mich geht.
Dass ich niemanden retten kann, sondern wenn überhaupt nur mich selbst.
.....
Ja, das sind so einige Gedanken..
Und was ich auch realisiert habe ist einfach, dass er es bis heute leider nicht verstanden hat, dass der Grund und das Grundproblem der Alkohol ist. Es tat schon weh, dass nochmal so klar zu sehen, als er so vor mir saß und irgendwas darüber sagte und mir einfach so klar wurde, dass sich sein Denken einfach nicht geändert hat.
Klar, er hätte gern ein anderes Leben, macht dies, erzählte mir, dass er einen Sprachkurs macht (um berufl mehr Chancen zu haben), dass er beim Zahnarzt war und sich um seine Zähne kümmert (für ihn ein Riesenschritt, für andere eben normal!), dass er kleine Schritte macht, blablablablabla..
Und ich denke nur, dass das eben leider aber alles nichts bringen wird, wenn er weitersäuft und er sich selbst was vor macht.
Aber das ist eben nicht mehr meins sonder SEINS. Und deshalb hab ich dazu auch nichts gesagt.
Aber das so klar vor mir zu sehen, das tat mir einfach weh und leid. Aber ändern kann ich es nicht.
Und ich merkte auch, wie viel Distanz ich einfach habe, dass ich einfach so ein richtiges Gefühl hatte, dass ich mein Leben beschütze will, auch vor ihm, auch in Zukunft.
Es war für mich sowas wie eine Erleichterung mich in Sicherheit zu wissen.
Mh.. alles in allem viele Gedanken und Erkenntnisse, die ich vorher sicher auch hatte, aber im Nachhinein kann ich dennoch sagen, dass es mir im Grunde einfach noch mal bitter gezeigt hat, dass es richtig war, vor zwei Monaten, das erste Mal, das zu tun, was MIR gut tat und was für mich richtig war.
Ich wünsche euch einen schönen Tag. Danke fürs Lesen.
Mit vielen Grüßen
Miriel