Beiträge von TimeIsAHealer

    Mh... ja.

    Ungefähr so fühlt es sich ein wenig an.

    Dabei hatte ich ja nichtmal was mitzureden bei seinem Plan herzukommen.

    Er hatte halt meine Adresse, da ich ja fast seit einem Jahr hier wohne und er mir schon mal ein Päckchen geschickt hatte.

    Ach es ist irgendwie echt blöd.

    Ich ärgere mich, dass ich nicht klipp und klar gemacht habe, dass er mich nicht mehr kontaktieren soll. Natürlich würde das auch nichts daran ändern, sollte er es einfach machen, aber ich habe eben nichts dazu gesagt, als er meinte, er würde mir vielleicht mal einen Brief schreiben oder so. Ich hab es ihm in dem Moment halt nicht abgesprochen. Ach was weiß ich...

    :/

    Liebe Sarawen,

    ja da hast du Recht. Und so sehe ich das auch.
    Aber mir fällt es schwer und ich weiß, dass genau da eine Gefahr für mich liegt. Nämlich genau die Leere, die nun eben entstanden ist bzw. die wieder da ist, erneut mit einer Person zu füllen.
    Und davor hab ich halt Angst, weil ich nicht weiß, ob ich es bemerken würde, wenn ich es machen würde.

    Mh.

    Irgendwie geht es mir komisch.
    Ich bin eigentlich grade fast ausschließlich mit meiner Studienarbeit beschäftigt. Das kostet mich viel Energie. Habe eigentlich durchgehend das Gefühl, ich mache zu wenig und arbeite an irgendwas vorbei. Das ist unangenehm. Dennoch schaffe ich es, mir zwischendrin was Gutes zu tun. Hab diese Woche schon zweimal Sport gemacht, war joggen und schwimmen und in der Sauna. Das tut gut.

    An XY denke ich. Immer mal wieder, aber es kommt mir erneut total fremd vor. Er, der Besuch, irgendwie alles. So ganz fern. Gestern hatte ich wieder einen Anflug von Traurigkeit, danach hab ich die Mitbringsel, die er dabei hatte bei seinem Besuch weggepackt. War wütend und wollte es nicht mehr sehen.

    In mir ist da so eine Unruhe, die ich so vor seinem Besuch nicht empfunden habe. Es ist fast so eine Habacht-Haltung. Wenn es klingelt, ist mein erster Gedanke, dass er es sein könnte und ich schaue durch das Guckloch usw. Ich fühle mich irgendwie nicht mehr so "sicher" und "geborgen" hier in meiner Welt, weil er eingedrungen ist, bzw. ich ihn reingelassen habe.

    Abgesehen davon fühle ich auch so eine Nervosität, weil ich irgendwie nur auf den nächsten Kontaktversuch seinerseits "warte". Mit Warten meine ich nicht, dass ich es mir wünsche, aber selbst das habe ich mir auch innerhalb der letzten 1 1/2 Wochen des Auf-und Abs in meinem Kopf und Herz. Nein, es ist eher so, dass ich so das Gefühl habe, es hinter mir haben zu wollen, adequat zu reagieren, um dann endlich wieder Ruhe zu haben. So ist das Gefühl. Es ist ganz seltsam und ich weiß nicht so richtig, wohin damit, es stört mich und es beeinflusst mich ein wenig negativ.

    Aber im Großen und Ganzen geht es mir weder schlecht, noch bin ich mit meinen Gedanken wirklich bei Ihm. Nur diese Unruhe, die ich beschrieben habe, die geht irgendwie nicht weg.
    Ich hoffe, dass sich das legt, aber da ich mir eben nicht vorstellen kann, dass nun von seiner Seite aus nichts mehr kommt, ist da irgendwie so eine Art Angst glaube ich.

    Aber ich mache weiter, bleibe bei mir, fühle mich immer öfters mal ganz wohl und frisch :) Und hoffe, dass ich diese Arbeit überlebe.. ;)

    ICh wünsche euch nun einen schönen Abend.

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben.

    Mh. Irgendwie seltsam. Vor drei Monaten war eine Woche ohne Kontakt undenkbar, jetzt ist sie einfach so auch wieder vorbei gegangen. Einfach so gelebt.

    Gestern war ich wieder in meiner SHG und es tat gut, aber ich merkte auch, wieviel Trauer noch immer in mir ist. Als ich darüber sprach, dass er da war, kamen mir die Tränen. Ich merke, wie sehr ich dagegen ankämpfe traurig zu sein, wie sehr ich von mir selbst erwarte, stark zu sein, rational zu sein, realistisch zu sein, keine "schwachen" Gefühle zu zeigen. Die Trauer über die Tatsache ist doch groß. Ich weiß nicht über welche genau. Ich glaube, die Trennung ist nicht mal der Grund für meine Traurigkeit. Nein, ich denke eher über die Wahrheit. Über die Dinge des Lebens, die passieren und passieren können. Und noch immer über die Machtlosigkeit, die man eben akzeptieren muss.

    Liebe Nys,

    als mein XY am Samstag plötzlich da war. Da kam genau diese Frage.

    "Hast du denn mich vergessen?"

    Und auch ich konnte ganz ruhig antworten, dass ich ihn nicht vergessen habe, sondern dass ich jeden Tag an ihn gedacht habe, aber kein sehnsüchtiges zurückwünschendes, sondern ein liebevolles, wohlwollendes Denken, in dem ich ihm wünsche, dass es ihm gut geht. Und genauso war es auch und genauso hab ich ihm das auch sagen können. Das war auch meine Lösung. Und hätte ich mich selbst dazu gezwungen, ihn zu verdammen, nein, das hätte mir nie so geholfen.

    Es tat auch gut, ihm das sagen zu können. Weil das einfach so war und so ist.

    Ich denke es kommt trotz allem immer auf die Umstände an, unter denen man sich trennen muss, die Verletzungen, die schon geschehen sind, etc. inwiefern man dann auch "loslässt"... ich denke an der ein oder anderen Stelle ist vermehrte Wut, bis vielleicht Hass zum eigenen Schutz sicher hilfreich.

    Für mich musste es das gott sei dank nicht, darum bin ich dankbar. Weil es letztendlich mir selbst auch nur schadet, wenn ich negative Gefühle in mir behalte.

    Viele liebe Grüße

    Miriel

    Danke für deinen Beitrag Sarawen.

    Das was du schreibst, hört sich so an, als könne ich allein, also ohne neuen Partner niemals wirklich sehen, wo ich stehe.

    Ich habe ehrlich gesagt kein Bedürfnis nach einer neuen Beziehung, noch mehr, ich kann es mir grade überhaupt nicht vorstellen, mich auf jemand neuen einzulassen, jemand neuen kennenzulernen, mich jemandem zu öffnen. Ich knabbere sehr an meinen Baustellen, Alltägliches sowie das aus der Vergangenheit. Und zu alle dem kommt eine große Angst dazu, wieder an jemanden zu geraten, bei dem ich Zeichen von Problemen nicht erkennen könnte und am Ende doch wieder in eine Co-Falle geraten könnte.

    Z.B. ist es für mich ein Problem, wenn jemand regelmäßig Alkohol trinkt (in meinem Alter und beruflichen Stand (Student) keine Seltenheit) und ich bewerte das sehr negativ, obwohl es das oftmals vielleicht garnicht ist, mehr noch, ich würde mir am liebsten einen Partner wünschen, der von sich aus sowieso garnicht trinkt.

    Ich glaube, dies sind Dinge, die nicht unbedingt normal meinerseits sind und krankhafte Überbleibsel aus der Beziehung zu meinem XY sind und die es mir sehr schwer machen werden, jemanden einfach so zu nehmen, wie er ist, ohne tausend Ängste, er könne sein Leben nicht im Griff haben, aus welchen Gründen auch immer.

    Aber auf Grund dieser Fülle an Kopfstressigen Gedanken lass ich es gerade lieber sein und versuche mich nur auf mich zu konzentrieren (wenngleich der Besuch meines XY am Wochenende da nicht gerade sehr förderlich war) und bin eigentlich bisher der MEinung gewesen, dass gerade DURCH einen möglichen neuen Partner die Selbstsicht wieder betrübt wird, da man sich wieder mit etwas neuem beschäftigen kann und sich von sich selber ablenkt....

    So ist und wäre das jedenfalls bei mir. Deshalb bin ich gerade besser ohne Mann :)

    Mit vielen lieben Grüßen

    Miriel

    Hey Sarawen, hab auch mal kurz in deinem Fädchen reingeschaut :)

    Ja.. er übt sich in Abstitenz...

    Ich bezweifle auch, dass sich bei meinem XY alles irgendwie ändern würde, wenn er es schaffen würde abstinent zu werden.. aber ich meine, im Grunde sollte es ja darum auch nicht gehen... sondern darum einfach auch den Schritt aus der Sucht für sich selbst zu schaffen.

    Du hast es geschafft dich zu lösen. Alles andere ist ja im Grunde auch nicht mehr wichtig....

    Hey Sarawen!

    Ja, deswegen sagte ich ja, erst Abstinenz und Dann eben vielleicht auch einen neuen Partner.

    Ich wünsche es ihm wirklich, dass er es irgendwann schafft, es zu verstehen, für sich.

    Mir geht es sonst ganz ok. Danke für die Nachfrage :)

    Mh.. Ich schreibe seit vier Wochen an meiner Examensarbeit, komme aber nicht so arg gut voran, was aber an mir selbst liegt...

    Hobbies... halten sich grade in Grenzen.. wenn ich ehrlich bin.

    Und wie geht es dir??

    Du sprichst das aus, was für mich schwierig ist, auszusprechen.

    Aber ja, inzwischen habe ich auch solche Gefühle, dass ich mir wünschen würde, er würde, wie auch immer (ob durch jm anderes oder nicht) zur Abstinenz finden, um DANN vielleicht auch eine neue Frau kennenzulernen und mit ihr glücklich zu werden.

    Da ich es bezweifle, dass es wirklich möglich ist an Seite einer Frau trocken zu "werden" da dies immer wieder mit Co-Abhängigkeit, Suchtkreislauf etc. einhergeht, was meist eben scheitert.

    Aber das auszusprechen ist schwierig und ich glaube, ich will es einfach auch nicht wissen.

    Ich wünsche es ihm. Weiter versuche ich nicht zu denken.

    Auch du machst diese Ausklammerung "so wie es jetzt war" . Und alles was du schreibst könnte ich genauso unterschreiben.

    Danke für deinen Beitrag.

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    schlafe schlecht seit er da war. Fällt mir immer mehr auf, meine Mama sagt, ich verarbeite den Schock in der Nacht.

    Denn tagsüber fühlt es sich ok an.

    Träume von ihm, sehr real.

    Heute Nacht ein Traum. War im Supermarkt, es war wie Samstag, und wir hatten uns im Traum nochmal verabredet, um etwas später Essen zu gehen. Dann stand er plötzlich an der Kasse hinter mir, hatte was zum Essen gekauft für sich und zwei Flaschen Bier, er war schon alkoholisiert.

    Banaler Traum. Sehr real und bitter.

    Das ist wohl das, was mich erwarten würde. Die Nächte mahnen mich. Jede Nacht aufs Neue.

    Mit vielen Grüßen

    Miriel

    Hallo Nys,

    ich melde mich hier auch mal, lese mit, aber sage grade nicht so viel bei anderen.

    An dieser Stelle mag ich aber erwähnen, dass auch ich solche Gedanken wie du gehabt habe, da auch ich mich in dieses "Gemeinsam schaffen wir alles" - Verhältnis aktiv begeben und es mit gestaltet habe.
    Auch ich hatte mit diesem Gefühl zu kämpfen, da ich ihm wirklich Dinge "versprochen" bzw. "zugesagt" hatte, die im Grunde nur SEIN Leben positiv (erstmal) verändert hätten. Ich wollte ja in dieser Zeit sein Anker, sein Retter, sein Mittelpunkt sein.

    Diese angebliche Verantwortung, die ich dann auch spürte, habe auch ich versucht umzuwandeln in ein Mitgefühl oder so ähnlich.
    Heute habe ich ein liebevolles Gefühl für ihn übrig, welches ich nicht mehr nach partnerschaftlichen Gefühlen hinterfrage. Es ist einfach da, wenn ich an ihn denke. Und es ist ok. Fange ich an mehr zu zweifeln, zu grübeln oder mir doch gar mal Sorgen zu machen, dann gebe ich das ab, meist in einem kleinen Gebet.
    Auch mir hat der Weg am meisten geholfen, loszulassen.
    Es abzugeben, weil es nicht in meiner Macht liegt.

    Und deshalb kann ich das sehr gut verstehen und finde es keineswegs drollig. Sondern sehr sinnvoll, wenn es dir in den Momenten hilft.
    Aber klar muss man aufpassen, dass diese "Verbindung", die man da eben noch zulässt, nicht zu stark ist und dann eben doch letztlich im Vordergrund steht. Dann wäre es wiederum eher schädlich.

    Mit vielen lieben Grüßen

    Miriel

    Nochmal hey Pintura,

    da ich grad sehr viel lese, kann ich manchmal nicht mehr genau zuordnen, wo welche Geschichte dazu gehört. Doch jetzt ist mir grade aufgefallen, dass ich deine ja auch gelesen habe. Und ehrlich gesagt hab ich schon vor ein paar Wochen, beim Lesen deiner Geschichte gedacht, dass es bei mir genauso hätte sein können, im Grunde ja auch so war, nur eben ohne Kind, aber auch das war das eine oder andere Mal in Reichweite, da ich ja davon ausging, dass er der Vater meiner Kinder sein wird und ich mir ja alles mit ihm vorstellen konnte.

    Unbegreiflich für mich, aus heutiger Sicht.

    Ich war traurig beim Lesen deiner Geschichte, habe aber unglaublichen Respekt vor deinem Mut, vor deiner Stärke, dass du weitergegangen bist, auf DEINEM Weg.

    Und auch deine zeigte mir, dass es kein Hoffen gibt, kein Ausharren, kein Warten. Entweder es passiert was oder nicht, aber ob ich warte, hoffe, rede, glaube, kämpfe, macht eben keinen Unterschied....

    Was mich bei deinen Worten auch sehr nachdenklich gestimmt hatte, war deine Frage, ob du vielleicht nicht lange genug gewartet hattest... Diese Frage habe ich mir sehr oft gestellt, weil mein XY auch ganz oft eingelenkt hat, auch mal zu einer Gruppe gegangen ist, zum Arzt, Blutbild, etc. (ich war sogar einmal mit beim Arzt, weil er es wollte) und so weiter und so fort.
    Ganz oft war es so, dass der Eindruck entstand, er wollte wirklich etwas ändern, hat sich seiner Familie "anvertraut", seinem Freund,.... aber am Ende ging es doch immer wieder in die, wie du so schön sagst "alte Leier" über.

    Fragte mich, wie das für ihn funktionierte. Aber mir wurde klar - auch ich trage meinen Teil dazu bei. Nämlich in dem ich ihm das alles erstmal abkaufte, hoffte und wieder zurückging und in dem Moment meine Konsequenzen über Bord warf, er damit natürlich wieder das erreicht hatte, was er erreichen wollte und im Grunde nur Zeit rausgeschlagen hatte bis zur nächsten "Erkenntnis" meinerseits.

    Irgendwann konnte er mich sicher auch nicht mehr ernst nehmen, genausowenig wie ich ihm noch vertraut oder geglaubt habe.
    Kurz vor meinem richtigen Kontaktabbruch dann war es eigentlich auch wieder so, dass sich das alte Spiel wiederholt hatte. Er trank ab und an wieder, Diskussionen darüber, hin und her, aber die Konsequenz meinerseits blieb aus. Bis eben zu dem Tag an dem ich dann meine Nummer änderte.

    Die ersten Tage waren sehr schlimm. Aber im Vordergrund stand eigentlich ein befreiendes Gefühl. Dieses Gefühl, dass er es nicht mehr sein kann, der anruft (betrunken oder nicht) oder mir schreibt (betrunken oder nicht). Obwohl ich ihn jederzeit hätte kontaktieren können, hat dieser Schritt bewirkt, dass mir klar wurde, wie gefangen ich vorher gewesen war.

    Und anfänglich habe ich mir Sorgen gemacht, war immernoch sehr viel bei ihm und bei dem was er macht, bei seinem Tagesablauf, und so weiter. Wochenende war ich in Gedanken bei ihm ,weil ich ja wusste, da ist er nicht mit Arbeit "versorgt" etc... Aber es wurde einfach irgendwie besser. Und irgendwann kamen dann eben auch XY-Freie Momente, die unglaublich angenehm waren.

    Und jetzt ist es so, dass ich mir keine Sorgen mehr mache. Also natürlich ist es mir, auch so wie du schreibst, nicht egal, wie es ihm geht. Das Gefühl hat sich bei mir bisher nie eingestellt. Ich würde mir für ihn wünschen, dass er sein Leben in den Griff bekommt. Aber ich weiß eben auch, dass ich nichts daran rütteln kann, ob er das hinkriegt oder nicht.

    Und die Motivation was zu ändern muss halt stimmen. Mein XY hat auch Versuche gestartet, für mich. Die dementsprechend ausgegangen sind. Nach seinem jetzigen Besuch befürchte ich, dass ich noch immer zentraler Punkt in seinen Gedanken bin, nach dem Alkohol. Dass er herkam hat mir gezeigt, dass er sogar selbständig Reisen kann, ABER eben auch nur, weil er mich als Ziel vor Augen hatte und nicht einfach nur für sich selbst. Leider ist und war das mit dem Alkohol auch so.

    Würde ich ihm jetzt zusichern, dass ich wieder eine Beziehung mit ihm eingehe, würde es sicher auch ganz schnell wieder in der "alten Leier" enden.

    Im Grunde hätte ich ihm die Tür vor der Nase zumachen müssen, damit ich als "Ziel" endlich weg bin. Leider hab ich das nicht geschafft. Und ich weiß, dass das für ihn sicher nicht hilfreich sondern eher schädlich war. Aber ich konnte in dem Moment auch nicht nur an ihn denken und an seine Krankheit, ich konnte nicht psychologisch reflektieren, sondern habe ja eben auch noch meine spontane Gefühlswelt, die nicht zu wenig mit Co-Gefühlen bestückt ist.

    Ich kann eben nur für die Zukunft sagen, dass ich an meinem Lebensweg, den ich eingeschlagen habe in den letzten 2 Monaten, meine Einstellung und meine Wünsche, festhalte. Und kann mich vorbereiten auf eine weitere Kontaktaufnahme seinerseits, um dann so zu reagieren, wie es besser ist.

    Ich grüße dich ganz herlich.

    Miriel

    Hey Pintura,

    danke für deinen Beitrag. Ja, es war wohl ein klarer Rückfall, wenngleich ich es so garnciht betrachten mag, weil es ja bedeuten würde, ich müsse jetzt wieder von vorne anfangen und so fühlt es sich eigentlich nicht an.

    Hattet ihr dann wieder mehr Kontakt nach deinem Rückfall oder seid wieder zusammen gewesen?
    So ein Rückfall hatte ich ja auch schonmal, aber nach weitaus weniger Kontaktpause (ich glaube nur einen Monat) und ich bin sofort wieder zurückgegangen damals und hatte mich vorher schon total in Sicherheit gewiegt...

    Dass er jetzt einfach noch mal kurz in meinem Leben aufgetaucht ist. Spurlos geht das sicher nicht an mir vorbei. Ich merke, dass es aufjedenfall seine Spuren hinterlassen hat. Ich schlafe seither nicht mehr so gut, träume sehr viel und wirr und auch von ihm. Bin immer wieder plötzlich traurig (aber das war vorher auch) und denke wieder ein wenig mehr über das Warum? nach und bin so allgemein traurig über die Tatsache, dass er dem Alkohol die Macht überlassen hat.

    In Sicherheit hatte ich mich nicht gedacht, er war vorher auch noch immer ein täglicher Bestandteil meiner Gedanken, aber ja, es stimmt, ich hatte gedacht, dass wenn ich ihn sehen würde, er für mich mehr fremd als vertraut sein würde. Und dem war dann nicht so.

    Ich weiß, dass es jetzt einfach heißt, auf meinem Weg zu bleiben, in der Situation. Das heißt ja eigentlich nur, alles so zu machen wie vorher. Mich auf mich konzentrieren und auch weiterhin keinen Kontakt zu haben mit ihm. Und das ist zu schaffen. Zumal ich mir immer wieder vor Augen halte, dass ich DAS einfach nicht mehr will (auch wenn sich da vielleicht Sehnsüchte und Träume melden).

    Ich lese gerade viel in den Threads und stoße immer wieder zu dem Gedanken: Nein, ich möchte einfach diese Reißleine, die ich gezogen habe nicht wieder rückgängig machen und mich vielleicht in 10 Jahren wieder hier melden, um zu berichten, dass ich nun mit Kind immernoch versuche, mich von ihm zu trennen.
    Das soll garnicht wertend klingend, nein vielmehr zeigt es mir immer wieder ,wie schnell es geht, und wie schnell man es einfach nicht mehr schafft und jahre, jahrzehntelang kämpft und versucht.

    Und auf Grund all dieser Geschichten sehe ich meine Chance und bin dankbar, dass ich sie habe und möchte sie nicht vorbeiziehen lassen. Denn ich weiß, wie gefährdet ich bin und möchte dem entgegenwirken. Und dabei geht es ja nicht nur um meinen jetzigen XY. Es kann auch ein nächster kommen. Und das möchte ich in keinem Fall! Und davor habe ich auch Angst...

    Denn ich sehe, welch ein Kampf es ist und es wird nicht einfacher. Ich kann jetzt schonmal froh sein, dass ich nicht noch immer so da hänge wie vor 3 Monaten, und da konnte ich froh sein, dass ich nicht immernoch so da hing, wie 3 Monate davor.

    Es hat sich was bewegt, in mir und immer weiter und es wurde immer besser, schaue ich zurück, mir ging es immer besser. Und deshalb weiß ich, dass es sich nicht lohnt, zurück zu gehen. Und dieser Gedanke hält mich auf meinem Weg, auch wenn es sicher jetzt nach dem Besuch wieder ein wenig steiniger und gedankenvoller ist.

    Es würde sich nicht lohnen. Für keine Sehnsucht der Welt ;)

    Mit vielen lieben Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben..

    mit ein wenig Abstand habe ich das Wochenende mit viel Nachdenken und so weiter versucht hinter mir zu lassen.

    Es ist echt verrückt, wie sich Gedanken und Gefühle im ständigen Wechsel befinden können.

    Es überkam mich dann doch auch die Traurigkeit, aber auch Wut, aber alles irgendwie auch verbunden mit Klarheit.

    Klarheit darüber, dass ich noch immer oder vielleicht jetzt sogar noch mehr weiß, was ich nicht mehr will.

    Ich habe mich geärgert, darüber, dass ich so überrumpelt so und so reagiert habe und vielleicht dies oder das anders hätte machen sollen oder wollen. Aber dann bin ich doch immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, dass es eben so war, ich es nicht ändern kann und dass das eben ich bin.

    Es hätte nicht zu mir gepasst, ihm die Tür zu zu schlagen. Und es hätte auch nicht zu mir gepasst, mir nicht anzuhören was er zu sagen hat.
    Aber natürlich hätte ich dann auch irgendwann einen Cut machen können.

    Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass ich ihm natürlich signalisiert habe damit, dass er jederzeit hier auftauchen kann.

    Aber ich glaube, dass eigentlich der springende Punkt ist, dass ich mich jetzt genauso verhalte wie vorher, mich nicht melde und die Kontaktsperre genauso beibehalte, wie sie war.
    Denn eigentlich ist es völlig egal, was ich sage oder in dem einen Moment tue, ausschlaggebend ist doch welche Konsequenzen ich letztendlich auf Dauer ziehe, oder?

    Denn wie oft habe ich schon Dinge gesagt, getan und dann aber nicht danach gelebt.

    Ja, das Wochenende hat mich natürlich nicht kalt gelassen. Aber ich finde es gut, dass das Bedürfnis, mit ihm zu sprechen, nicht zurückgekommen ist. Ich hab fast das Gefühl, dass es mir irgendwie noch klarer geworden ist, dass es eben einfach nichts zu reden gibt. Es gibt nichts, was ich ihm erzählen oder sagen wollte und genauso wenig hab ich irgendwas, was ich von ihm wissen will.

    Und ganz am Ende ist da aber natürlich doch so ein kleiner Schnipsel irgendwo im Kopf, auf dem steht "na, aber vielleicht macht er jetzt ja doch was.."
    Ich weiß, dass der Schnipsel da ist und ich kann dagegen auch wenig tun.
    Vielleicht wird der auch immer bleiben, ich denke fast, dass das vielleicht auch was mit dem normalen menschlichen Kampfeswillen zu tun hat, wo man eben die letzte Hoffnung irgendwo nie ganz loslassen kann!?

    Als er hier war, hab ich aufjedenfall ein paar Sachen realisiert, die ich mal aufschreiben will.

    Dass ich nicht mehr zurück in diese (seine) schwarze Welt will, die ich mit ihm hatte.

    Dass ich sagen kann, dass ich mein Leben mag.(trotz Höhen und Tiefen)

    Dass ich mir MEINER sicher sein kann, jeden Tag. (natürlich kann auch mir immer was passiern, aber ihr wisst sicher was ic hmeine :) )

    Dass ich meine Freiheit liebe.

    Dass ich diese zerfressende Angst nicht mehr habe, so wie mit ihm und um ihn und sie auch nie mehr haben möchte. (und es ist so verdammt geil (!), dass ich einfach wirklich nicht mehr diese Sorge um ihn fühle)

    Dass ich einfach entscheiden kann, wie ich meinen Tag verbringen. Und eben auch mein Leben.

    Dass es um mich geht.

    Dass ich niemanden retten kann, sondern wenn überhaupt nur mich selbst.

    .....

    Ja, das sind so einige Gedanken..

    Und was ich auch realisiert habe ist einfach, dass er es bis heute leider nicht verstanden hat, dass der Grund und das Grundproblem der Alkohol ist. Es tat schon weh, dass nochmal so klar zu sehen, als er so vor mir saß und irgendwas darüber sagte und mir einfach so klar wurde, dass sich sein Denken einfach nicht geändert hat.
    Klar, er hätte gern ein anderes Leben, macht dies, erzählte mir, dass er einen Sprachkurs macht (um berufl mehr Chancen zu haben), dass er beim Zahnarzt war und sich um seine Zähne kümmert (für ihn ein Riesenschritt, für andere eben normal!), dass er kleine Schritte macht, blablablablabla..
    Und ich denke nur, dass das eben leider aber alles nichts bringen wird, wenn er weitersäuft und er sich selbst was vor macht.
    Aber das ist eben nicht mehr meins sonder SEINS. Und deshalb hab ich dazu auch nichts gesagt.

    Aber das so klar vor mir zu sehen, das tat mir einfach weh und leid. Aber ändern kann ich es nicht.

    Und ich merkte auch, wie viel Distanz ich einfach habe, dass ich einfach so ein richtiges Gefühl hatte, dass ich mein Leben beschütze will, auch vor ihm, auch in Zukunft.

    Es war für mich sowas wie eine Erleichterung mich in Sicherheit zu wissen.

    Mh.. alles in allem viele Gedanken und Erkenntnisse, die ich vorher sicher auch hatte, aber im Nachhinein kann ich dennoch sagen, dass es mir im Grunde einfach noch mal bitter gezeigt hat, dass es richtig war, vor zwei Monaten, das erste Mal, das zu tun, was MIR gut tat und was für mich richtig war.

    Ich wünsche euch einen schönen Tag. Danke fürs Lesen.

    Mit vielen Grüßen

    Miriel

    Hey Renate,

    ja diese Frage stellte sich mir auch, auch schon in dem Moment.

    Dein Vorschlag diese Position (körperliche Nähe) mit wem andern zu besetzen. Ich habe es versucht. Also nicht richtig aktiv, sondern ich habe mich darauf eingelassen, mich mit anderen wieder zu verabreden und das war auch die paar Male sehr nett, aber die körperliche Nähe war für mich da stets nicht vorstellbar.

    Sicherlich habe ich Sehnsucht nach Nähe und ich denke, die Vertrautheit beim XY hat dann dazu geführt, dass es dazu gekommen ist. Ich wollte ihn wieder spüren, das stimmt. auch ich hatte nun seit letzten Sommer keinen körperlichen Kontakt mehr gehabt (Mann/Frau) und habe es auch nicht so großartig vermisst, jedenfalls nicht das Bedürfnis gehabt, ihn mir in irgendeiner Weise zu "beschaffen".

    Zur gemeinsamen Nacht kam es aufjedenfall auch, weil ich das bewusst wollte, also jetzt nicht, weil er irgendwas gemacht und ich mich dem hingegeben hätte. Ich wusste, würde ich ihn begleiten, würden wir uns sicherlich auch nah kommen. Und das habe ich bewusst getan. Da suche ich auch keine Ausrede. Da spielten sicherlich mehrere Faktoren eine Rolle.

    Die Tatsache dass er es war und die damit verbundenen Gefühle, Sentimentalität, Genuss des Moments, Abschalten meines Verstandes, und eben das Bedürfnis nach körperlicher Nähe.

    Hey Herze,

    danke für deinen Beitrag, ja vielleicht war das missverständlich.

    Ich wollte damit nicht ausdrücken, dass ich mit ihm irgendwas vereinbart habe, vielmehr nur zum Ausdruck bringen, dass es eben diese Möglichkeiten gibt (die gab es auch schon vorher) und ich nun eben aber auch damit rechnen muss (das habe ich vorher eher weniger).

    ja es stimmt schon, dieses komplette aus dem leben rausstreichen ist schwer. auch für mich. aber ich muss eigentlich sagen, dass ich mich in den letzten wochen ganz bewusst mit dem gedanken "angefreundet" habe, ihn vielleicht nie mehr zu sein. er war einfach nicht mehr da und es wurde immer blasser, die erinnerung, wenngleich ich auch immernoch ab und zu trauer empfunden habe, war mein fokus einfach auf mir und meinem leben und nicht darauf, wie es ihm wohl ergeht, ob er sich wohl wieder meldet, ich mich melden soll, etc.

    Es war einfach klar, dass es so wie es ist, richtig ist und auch so bleiben soll.

    Und genau das empfinde ich auch immernoch. Und um das zu erhalten, werde ich auch, wenn nötig, Konsequenzen ziehen.

    Nein, ein Kontakt bringt nichts. Und ehrlich gesagt denke ich nichtmal, dass er niemanden hat. Ich denke, er kommt gut klar. In den ersten 2 Wochen war das anders, da hab ich ständig nur gedacht, wie es ihm wohl geht, es tat mir leid, dass ich diesen Schritt gemacht habe, mein Mitgefühl war groß, bzw. mein Mitleid, mein schlechtes Gewissen hat mich da teilweise erdrückt. Heute ist das anders. Z.B. hätte ich vor zwei Monaten wissen wollen, ob und wie er gut nach hause kommt, ob alles gut gelaufen ist, blablabla.

    Aber es interessiert mich einfach nicht, bzw. ich gebe das ab und mache es nicht zu meinen Gedanken.

    Für mich ist das überraschend. Gestern hatte ich zu Anfang kurz Angst, was der erneute Abschied (der ab dem Zeitpunkt der 1. Sekunde zwangläufig nochmal kommen musste) bei mir auslösen würde.

    Aber es war einfach völlig frei. Und ich konnte sagen, was ich nicht mehr will und dass ich glücklicher bin, so wie es ist. Das war komisch zu sagen, weil ich weiß, dass es ihm sicher weh tut. Aber ich habe eben einfach das gesagt, was ist.

    Hey Oldie,

    du meinst, weil ich sage, dass ich hoffe, dass er den Kontakt lässt?

    Ich habe nicht im Leben damit gerechnet, dass er diesen Schritt geht, weil ich wie gesagt, es ihm schlicht und ergreifend nicht zugetraut habe (nicht, den Schritt zu tun weil er mich sehen will, sondern viel mehr die Planung die damit zusammenhängt) .

    Darum habe ich mich nie damit beschäftigt, was sein könnte, weil ich mir iwie sicher war, dass er den Kontakt nicht aufnimmt. Deshalb war es in den letzten Monaten für mich immer MEINE Entscheidung, ob es Kontakt gibt oder nicht und ich habe mich eben immer für keinen Kontakt entschieden.

    Nun, da ich weiß, dass er so weit gegangen ist, weiß ich auch gleichzeitig, dass ich bereit sein muss dafür, dass er den Kontakt wieder aufnimmt, was nicht bedeutet, dass ich dann nicht mehr abstitent bin oder sein will. Bedeutet einfach nur, dass ich mir, wie Renate auch schon sagte, einen Plan machen muss, nun wirklich überlegen muss, wie ich dann damit umgehe, da ich auch weiß, dass es so wie gestern nicht noch einmal ablaufen soll und ich das auch nicht noch einmal so machen will und werde, sollte es nochmal dazu kommen, dass er vor der Tür steht.

    Es ist einfach nur so, dass ich hoffe, dass sich die Frage nicht mehr stellen wird, da ich hoffe, dass er es nicht noch einmal machen wird. Einfach aus dem Grund, da ich Frieden und Freiheit will und nicht nocheinmal vor eine Entscheidung gestellt werde (reinlassen, nicht reinlassen) .

    Gestern habe ich mich "für" den Kontakt entschieden. Jetzt, danach, ist mir klar, dass das auch bei diesem einen Mal bleiben wird. Für mich.

    Und deshalb hoffe ich, dass es einfach nur damit nun vorbei ist und nicht irgendwas wieder anfängt.

    Dennoch bin ich nun vorbereitet bzw. habe die Möglichkeit mir genau zu überlegen, wie ich vorgehen würde, sollte es noch einmal so weit kommen.

    Die Verantwortung dafür trage ganz allein ich.

    Mit lieben Grüßen

    Miriel

    Hey, ja.

    Ein Plan ist sicher nützlich, denn nun weiß ich, dass er dazu fähig ist, denn ich hätte ihm das ehrlich gesagt nicht zugetraut, dass er es überhaupt rein organisatorisch hinbekommt hierherzukommen, zumal er noch nie hier war. Egal.

    Nein. Ich möchte auch nicht, dass er einfach so wieder kommt. Und auch das habe ich so gesagt.

    Nein. Mein Tag wird schön. Wie du auch schon in deinem Thread geschrieben hast, die Sonne kommt langsam und das trägt noch mehr dazu bei, dass in einem irgendwie etwas "erwacht" und ich freue mich, dass das bei dir auch so ist :)

    Die ersten Sonnenstrahlen sollte man genießen.

    Hallo Oldie,

    gestern habe ich sicherlich auch einfach gehandelt, ich war nicht in der Lage alle Schritte zu durchdenken.

    Vielleicht betrüge ich mich selbst.

    Aber es fühlt sich für mich ganz und garnicht wie ein Rückfall an.

    Die Situation war extrem für mich. Und ich war in dieser Situation zu anderem Handeln anscheinend nicht mehr fähig. So kann man das sicher auch sehen.

    Aber ich möchte mich deshalb nicht schlecht fühle, weil ich denke, dass das kontraproduktiv wäre.

    Ich habe auch gezweifelt, auch nun im Nachhinein, hätte ich vielleicht das ein oder andere gestern anders gemacht, überlegter. Aber das habe ich nicht.

    Ich hoffe einfach, dass er die Kontaktaufnahme bleiben lässt, denn ich lasse sie.

    Liebe Renate,

    danke für deine Rückmeldung!

    Ich bin selbst überrascht, wie ruhig ich heute bin. Es ist komisch, ich habe in mich reingehört, ob es wirklich so ist oder ob ich es mir nur einbilde. Und nein - es ist so.

    Genau so wie du es beschreibst. Innere Distanz. Die einfach da ist. Und die so angenehm ist.

    Dass ich den Kontakt nicht wieder aufnehmen will, ist und war für mich gestern und auch heute noch immer sehr klar. Denn meine gewonnene Freihei möchte ich nicht mehr hergeben für einen Kontakt mit ihm, der zu nichts führt und mir nur schlecht tut.

    Diese Klarheit ist einfach wirklich angenehm zu spüren.

    Ich hatte teilweise natürlich den Gedanken, ob ich ihm damit nun signalisiere, dass er jederzeit hier aufkreuzen kann, und ich empfange ihn mit offenen Armen. Aber im Grunde habe ihn nicht mit wehenden Fahnen und Fanfaren empfangen, sondern meinen Standpunkt klar gemacht, wenngleich ich dann zu schwach war, in dem Moment auch danach zu handeln. Das ärgert mich ein wenig, zumal ich eben genau das nicht möchte, dass bei ihm am Ende nur die Message ankam, dass ich hier auf ihn warte.

    Aber unser Gespräch bevor er heut morgen fuhr, hat nochmal ganz klar festgelegt, wie es aussieht. Einzige Kontaktmöglichkeit wäre mir einen Brief zu schreiben oder herzukommen. Und herzukommen ist für ihn nicht so einfach, das heißt, das kann er auch nicht so ohne Weiteres und ständig.

    Ich glaube nicht, dass er dies als Eintrittskarte sieht, so klang er nicht. Und ich denke, er hat realisiert, dass ich ein Leben habe, dass mir gefällt, auch ohne ihn. Denn er hat nie gesehen, wie ich lebe, jedenfalls nciht hier in meinem neuen Umfeld seit dem Umzug vor einem 3/4 Jahr. Meine Wohnung ist schön eingerichtet, mein Zimmer gemütlich, etc. Er sah, dass ich weitermache, auch ohne ihn. Und ich denke, dass das vielleicht auch wichtig war für ihn, um aus der Illusion aufzuwachen, dass nur wir beide miteinander glücklich sein können. Denn dem ist eben nicht so.

    Dass du deinen XY nach der Kopie gefragt hast, finde ich auch sehr in Ordnung. Ich hätte, nach den 2 Monaten jetzt von selbst keinen Kontakt aufgenommen, weil ich wusste, dass ich dann wieder warten werde, was von ihm kommt. Aber ich glaube bei dir, nach der Zeit und nach allem was war, noch dazu nach dem letzten Vorfall mit seinem Anruf, hast du wohl eine Distanz, die dir auch keine Mail mehr nehmen wird. Und das ist gut so.

    Was mich nachdenklich macht ist, dass du sagst, dass "solange" er säuft, du dir das nicht mehr vorstellen kannst.

    Manchmal, wenn ich sage, dass ich mit XY in dem Zustand, in dem er ist (vermutlich nicht trocken, keine wirkliche Einsicht) nicht leben möchte, dann bekomme ich von anderer Seite die Antwort: Das ist kein Zustand, das ist auch sein labiler Charakter/schwierige Persönlichkeit, der/die es unmöglich macht, mit ihm ein Leben aufzubauen, da er nie jemand sein würde, auf den ich mich auf Dauer verlassen können würde.

    Und dann werde ich sehr nachdenklich..

    Ich musste auch an dich denken gestern kurz, daran, was du erzählt hast von dem Telefonat mit XY, in dem er von einem Entzug sprach etc. Ich habe mich gestern immer mal wieder dran erinnert, um mich selbst zu mahnen. Denn mein XY hat auch ein paar Mal das Problem angesprochen, einmal sagte er, er wäre bei einer Selbsthilfegruppe gewesen und das hätte ihm viele Antworten gebracht, er hätte einiges realisiert und ich hätte Recht mit dem Trinken.

    Ich wollte garnicht mehr wissen, wo er wann war, was er nun unternommen hat, oder überhaupt, weil mir klar wurde, dass es genauso gut auch nur reines Gespräch sein kann, mehr noch, ich ging fast davon aus, dass es sowieso keine Bedeutung hat und er es eben nur sagt, warum auch immer (in dem Moment dachte ich eben auch an deinen XY und fragte mich eigentlich, was hinter solchen Aussagen denn eigentlich steckt?!?!?! Ist doch völlig sinnlos.. )

    Es hat mir geholfen, bei mir zu bleiben, ich habe nicht nachgefragt, habe sogar gesagt, dass ich nicht über Alkohol sprechen möchte. Denn ich denke, wenn er WIRKLICH und ernsthaft Schritte unternommen hat oder hätte oder so, dann hätte er das KLAR gesagt und nicht nur irgendwas scheinbares angedeutet.

    Mir geht es gut heute. Ich bin irgendwie sogar sehr froh, dass ich so früh aufgestanden bin und habe schon für meine Arbeit was getan.

    Es war schön, zu sehen, dass es ihm soweit gut geht und dass er diesen Schritt getan hat, um mich zu sehen, hat mich auch im Endeffekt gefreut, wenngleich ich es unfair fand, mich so zu überfahren.

    Ich denke, an meiner Gefühlswelt ändert der gestrige Tag nichts. Jedenfalls merke ich davon bisher nichts. Vermutlich liegt dies wirklich an der Distanz, die ich doch geschafft habe, aufzubauen. Und darüber bin ich froh. Weil es bedeutet, dass ich heute den Tag genauso genießen kann wie vorgestern. Und das ist ein tolles Gefühl.

    Mit vielen herzlichen Grüßen

    Miriel