Manchmal ist es einfach auch schwer zu sortieren, was man selbst will und was man wollen soll.
Dann kann Losgehen und Ausprobieren helfen. --
Nicht, dass das unbedingt leichter ist ...
Schlaf gut, Lindi.
Beiträge von inbetween
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Es ist vielleicht so, dass du in dieser Sache deinen Tiefpunkt noch nicht erreicht hast - bisher ging es ja immer gerade so noch gut, wenn ich dich richtig verstanden habe.
Bei den ersten Malen habe ich mich wirklich gezwungen, die Sache anders anzugehen. Ich habe mir im Kopf eine Art Liste gemacht: was ist die Aufgabe/das Problem, wo will ICH hin, was kann ICH dafür tun - und: was am Endergebnis liegt NICHT in MEINER Hand (denn meist ist man ja nicht die einzig beteiligte Person ...). Und wenn es die Entscheidung über eine "Lebensfrage" war - Plan B überlegt.
Was ich dann tun konnte, habe ich gemacht, bis ich selbst zufrieden war - beim Rest habe ich versucht zu akzeptieren, dass ich ihn nicht kontrollieren kann.
Und es gab auch Aufgaben, bei denen ich klar wusste, das will ich eigentlich nicht tun - bzw. dafür will ich keinen großen Aufwand betreiben. Und habe dann akzeptiert, dass es nicht brillant wird.Vielleicht kannst du ja noch einmal genauer beschreiben, an welchem Punkt in so einem Geschehen du innerlich "aussteigst".
Aber bei mir musste auch erst das Stadium erreicht sein, dass mich mein Verhalten selbst richtig angenervt hat. -
Liebe Miriel,
ich weiß nicht, wie es bei dir war: mein ehemaliger Partner hat sich auch immer rührend um mich gekümmert, wenn ich krank war, ein Problem hatte, wenn die Dinge nicht liefen - das war schön, aber auf der anderen Seite fand ich es auch seltsam - dass er mir seine positiven Gefühle für mich am besten zeigen konnte, wenn ich mich so schwach gefühlt habe.
Die Kehrseite der Medaille hat er mir dann einmal in einem sehr offenen Gespräch gezeigt: für meine Stärke, meinen Erfolg, hat er mich zugleich bewundert und (seine Worte!) gehasst. Und ja - dann wurde ich klein gemacht, beschimpft usw.
Schlimm.
Sehnsucht ist normal. Aber gib dich dafür nicht selbst auf.
Gute Besserung wünscht dir
Lea -
P.S.: - Wenn wirklich das "Leben" oder, sagen wir, ein Lebensentwurf von einer Entscheidung abhängt (Beruf, etc.) dann entlastet es mich, wenn ich mir vorher einen Plan B oder Lebensentwurf B überlegt habe, mit dem ich genauso zufrieden sein könnte.
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@ Lindi
Also, was hat die Veränderung gebracht - wie so oft bei mir ist das vom Kopf ausgegangen, nachdem ein gewisser Leidensdruck da war.
Ich habe mir genau vor Augen geführt, was ich da eigentlich mache: hausgemachten Stress, der total überflüssig ist. Denn weder konnte ich mich über das Ergebnis freuen (es hat zwar immer geklappt und auch gut geklappt, aber wie gesagt - es war immer das Gefühl da: gerade nochmal gut gegangen ...) noch war die Zeit des Herausschiebens besonders angenehm, denn klar wusste ich, dass ich meine Zeit eigentlich mit der anstehenden Aufgabe verbringen müsste ... etc.
Als mir klar war, dass ich mir mit meinem Verhalten selbst ein Bein stelle und mir - auch wenn es pathetisch klingt - wichtige Lebenszeit und Lebensfreude nehme, habe ich mir einfach mal erlaubt, mich rechtzeitig an die Lösung der Aufgabe zu machen und so lange zu arbeiten, bis ICH mit dem Ergebnis für MICH zufrieden war, nicht mehr und nicht weniger - und dann in die Situation zu gehen und zu sehen, was passiert. Und siehe da - eine Katastrophe ist nicht eingetreten, im Gegenteil: es hat mindestens so gut geklappt wie früher, ich war aber zudem jetzt noch viel selbstbewusster und gelassener, denn ich hatte ja den Maßstab für mich vorher gesetzt und für MICH Erfolg und Misserfolg definiert, unabhängig z.B. vom Ausgang einer Prüfung.
Was nicht heißt, dass schon alles perfekt war - aber ich habe jetzt wirklich keine Angst mehr vor Fehlern.
Und wenn sie passieren, kann ich viel entspannter damit umgehen. Ich schaue sie an und überlege mir, wie ich sie vermeiden kann, das Angehen der Aufgabe macht viel mehr Spaß.Zu deinem anstehenden Gespräch - was hängt davon ab? Dein Leben?
Wenn es nicht so läuft, wie du möchtest - hast du dann keine Alternativen? Angst ist immer ein schlechter Ratgeber.
Ist jetzt bewusst etwas provozierend formuliert und soll nicht klugsch***erisch daherkommen. -
Ich finde das nicht überheblich, was du schreibst, ich kenne das Gefühl auch und habe es lange ähnlich gemacht. Das Hauptgefühl bei Erfolg war dann meist "uff, noch einmal Glück gehabt - hätte auch ins Auge gehen können".
Inzwischen messe ich Misserfolg nicht mehr so ein großes Gewicht bei. Ich habe gelernt mir insofern zu vertrauen, dass ich in der Lage sein werde, das Problem zu erkennen, das zum Misserfolg geführt hat, und es beim nächsten Mal zu umgehen.
Das hat mich sehr befreit. Und ich genieße es jetzt, ohne Druck in eine Situation hineinzugehen.
Intelligent genug, aus Fehlern zu lernen bin ich - und die Chance will ich mir nicht mehr nehmen. (Ich hoffe, das klingt jetzt nicht eingebildet).
Fühlt sich besser an als vorher. -
Hallo Lindi,
kannst du es genießen, wenn du Erfolg hast/etwas aus eigener Kraft schaffst, wenn du dir selbst eine Struktur gegeben hast?
Wenn du Erfolg hast, denkst du eher, es waren die Umstände, die dazu geführt haben oder eher, dass der Erfolg deinem eigenen Einsatz zu verdanken ist?LG, Lea
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Ich für meinen Teil glaube nicht, dass ich meinen ehemaligen Partner "retten" wollte - im Gegenteil: beim leisesten Anzeichen, dass er das von mir erwartet, habe ich ganz klar gesagt, dass ich das nicht kann. Dieser Punkt hat immer wieder zu Streit geführt. Er hat mich dann als kalt und gefühllos beschimpft, ich würde ihn nicht wirklich lieben usw., ich habe versucht sachlich zu argumentieren, es hat nicht geholfen.
Klar habe ich mich dann manchmal schon gefragt, ob es stimmt - dass ich ihn nicht genug liebe. Denn einige Dinge habe ich tatsächlich nicht geliebt, sondern sie haben mich richtig wütend gemacht: diese Lethargie oft, das Desinteresse und Streit-vom-Zaun-brechen, um in Ruhe trinken zu können, die Schwarz-Weiß-Malerei.
Ich habe mir in stundenlangen Gesprächen den Mund fusselig geredet.
Seine Beschimpfungen haben mich am Anfang sehr verletzt, irgendwann wurde dann aber ein Muster erkennbar in seinem Verhalten, und ich habe mich innerlich distanziert.
Warum ich so lange mit ihm zusammengeblieben bin?
Weil es ganz oft den klaren Willen seinerseits gab, aufzuhören - einmal hat er es ein Jahr lang geschafft.
Und weil es natürlich auch andere Momente gab - die wurden allerdings immer seltener, dafür war schon einiges an Porzellan zerschlagen ...
Retten wollte ich ihn nicht. Mich hat es wütend gemacht, dass er sich nicht selbst retten wollte. Das hatte dann wiederum natürlich doch etwas mit meinen Erwartungen an ihn zu tun.
Er hat sich in Situationen gebracht, in denen wäre ich im Erdboden versunken - ich habe es nicht begriffen, warum jemand sich selbst so etwas antut. -
Liebe Nys,
auch von mir vielen Dank für deinen Ausflug in die Schreibwelt! Es hat beim Lesen deines Beitrags bei mir ganz oft "klick" gemacht.
Ich habe in der Beziehung mit meinem letzten Partner immer wieder an meinem Verstand gezweifelt. Ich denke, eines der größten Probleme war, dass ich oft dachte, ich kann meiner Wahrnehmung nicht mehr trauen - entweder er spinnt oder ich, aber es kann nicht zwei so grundverschiedene "Wahrheiten" oder Wahrnehmungen der gleichen Situation geben. Ich habe mich daran festgebissen, herauszufinden, wo da der Fehler im System ist.
Was du schreibst, macht für mich sehr viel Sinn

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Also ich muss sagen, dass mich der Selbsthass meines ehemaligen Freundes extrem an die Grenze meiner Liebesfähigkeit gebracht hat. Nicht nur, weil dieser Hass dann auch immer auf andere projiziert wurde, sondern weil er einfach so eine zerstörerische Atmosphäre schafft.
Am Anfang war ich nur wie vor den Kopf geschlagen von den verbalen Attacken, ich hab's nicht kapiert.
Da wollte ich noch herausfinden, was dahintersteckt - schlimme Erlebnisse etc. etc.
Das Problem dabei war: das Abwarten nach jedem Übergriff hat nach und nach auch mein Selbstwertgefühl angenagt. Und das hat einen Ping-Pong-Effekt in Gang gesetzt.
Ich würde von mir heute sagen: ich kann einen Menschen, der sich selbst hasst, nicht lieben - ich will es auch nicht. Es geht nicht. Und Selbstliebe kann auch nicht durch Liebe und Verständnis von außen entstehen, jedenfalls nicht mehr ab einem gewissen Punkt, denn sonst entsteht Abhängigkeit. -
Ich würde einen Aspekt, den Renate angesprochen hat, gerne noch einmal von einer anderen Seite beleuchten.
Die Frage war, kann jemand, der sich selbst hasst, andere lieben?
Ich würde das gerne mal umdrehen: kann man jemanden lieben, der sich selbst hasst?
Das Anliegen, jemanden zu lieben, wie er ist, würde dann ziemlich pervertiert, finde ich. -
Hallo Zimttee,
natürlich kann man Liebe nicht abstellen, aber du würdest doch nicht für den Rest deines Lebens nur um der Liebe zu deinem Freund willen darauf verzichten, (dann irgendwann von jemand anderem) wiedergeliebt zu werden, oder?
Das meinte ich damit. -
Noch mal ein anderer Versuch, diesem Thema beizukommen:
Ich würde für mich sagen: ja, ich liebe sowohl das Gefühl, geliebt zu werden (in dem Sinne, wie ich das beschrieben habe) als auch das Gefühl, dieses Gefühl des Geliebtwerdens in meinem Gegenüber zu wecken.
Für die lange Zeit zwischen diesen Momenten wäre eine partnerschaftliche Liebe mein Ideal.Nochmal zur selbstlosen Liebe - was heißt: um der Liebe Willen lieben? Ich kann mir darunter nicht viel vorstellen.
Liebe braucht ein Gegenüber, und dieses Gegenüber hat immer etwas mit mir selbst zu tun. Ich kann mich ja nicht dabei ausblenden, wie soll das gehen?@ Zimttee: Natürlich freust du dich, wenn dein Partner so fühlt wie du.
Wenn er es nicht (mehr) tun würde, dann wäret ihr kein Paar (mehr).
Und dann würde man das, was zwischen Euch ist, nicht mehr als Liebe bezeichnen. Aber es hat eben etwas mit beiden Seiten zu tun, es ist Geben und Nehmen. ... Oder?
Klar kannst du das nirgends "einklagen".Uah, mein Kopf platzt.
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Ich meine: Liebe ist, oder sie ist nicht.
Kann ich nicht auch einen Anspruch aus dem "deine Liebe mir gegenüber muss selbstlos sein, sonst ist sie keine" ableiten? -
Was genau ist mit selbstloser Liebe gemeint?
Ist das eine andere Art von Liebe als partnerschaftliche Liebe?
Ich konnte mir unter selbstloser Liebe eigentlich bisher nicht so genau etwas vorstellen.
Was an der Liebe ist selbstlos?
Weiß ich, dass sie selbstlos ist, wenn das schöne Gefühl, das das Geliebtwerden in mir erzeugt, unwichtig ist?Ich weiß nicht - ich glaube, es gibt keine selbstlose Liebe.
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Danke, Renate
das freut mich sehr!
Ich habe eigentlich noch nie vorher so genau drüber nachgedacht, was für ein Gefühl ich mit "Geliebtsein" beschreiben würde.
Mir hilft deine Frage gerade sehr, das zu sortieren. -
Es ist ein absolut schönes Gefühl, wenn man sich geliebt fühlt.
Aber das sind - wie bei vielen Gefühlen - Blitzlichter, Momentaufnahmen, die man nicht konservieren und auf die man keinen Anspruch erheben kann.
Das ist manchmal bitter. Man kann das Geliebtwerden nicht herbeizwingen.
Man kann sich ja auch nicht dazu zwingen, jemand anderem das Gefühl des Geliebtseins zu vermitteln.
Es passiert.
Man ist ein glücklicher Mensch, denke ich, wenn es oft passiert.
Dazwischen gibt es dann noch die vielen anderen Dinge, von denen Renate einige aufgezählt hat.Es ist echt kompliziert mit dem Lieben und Geliebtwerden.

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Zitat von RenateO
Respekt,Vertrauen,Ehrlichkeit, Fürsorge,Achtung,
VerantwortungAbsolut einverstanden.
Aber was für ein Gefühl ist damit verbunden?
Wenn ich so drüber nachdenke, dann hat für mich "Liebe" (also ich meine jetzt mal das unmittelbare Gefühl, wenn ich mich von jemandem "geliebt" gefühlt und dieses Gefühl genossen habe) etwas mit Selbstvergessenheit zu tun und immer zu tun gehabt.
Nicht darüber nachdenken zu müssen, wie, wer, was ich bin, sondern einfach
im Moment leben und wie ein Salamander auf einem Stein in der Sonne sitzen.Dieses Gefühl war mir während der Pubertät zeitweise abhanden gekommen.
Mittlerweile weiß ich viele Dinge, die ich tun kann, um diesen Zustand der Selbstvergessenheit (auch und vor allem allein) zu erreichen.
Längere Zeit war es aber mit dem Gefühl "von einem Partner geliebt werden" verbunden.Hm, keine Ahnung, ob das verständlich ist, was ich gerade schreibe


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Hallo Renate und Rhein,
das ist eine gute Frage, finde ich. Und eine schwierige, da "Liebe" so ein Wort ist, das für verschiedene Menschen mit ganz verschiedenen Dingen verbunden ist.
Ich finde es unglaublich schwer, jenseits der gängigen Klischees zu beschreiben, was "Liebe" für mich ist, wie sich das anfühlt.Ich werde mal drüber nachdenken.
Danke für diese Frage!Viele Grüße
Lea -
Liebe Sarawen,
vielen Dank! Ich wünsche dir auch, dass du dein Leben wieder so gestalten kannst, wie es sich für dich gut anfühlt.
Auch wenn es dauerhaftes Glücklichsein wohl nicht gibt - was ich genieße ist ein Grundgefühl der Zufriedenheit und Lebensfreude.
Ich werde alles dafür tun, damit das mein Lebens-Grundgefühl bleibt, auch wenn sicher nicht immer alles glatt laufen kann und wird.
Was auch kommt, ich werde gut für mich sorgen
Viele liebe Grüße
Lea