Beiträge von inbetween

    Liebe Herze, liebes Forum,

    nun sind es gut drei Monate, seit ich hier zum letzten Mal geschrieben habe - hier schlagen ja mittlerweile einige Wellen ziemlich hoch!

    Ein kurzes "Update" - der Umzug ist gut über die Bühne gegangen und ich fühle mich sehr wohl in meinem neuen Zuhause :)
    Mir geht es gerade so gut, dass ich für mich beschlossen habe, auf absehbare Zeit den Weg der totalen Risikominimierung zu gehen.
    Heißt - Beziehung ist für mich keine Option mehr.
    Da das bedeutet, dass ich wohl auch auf eine "Familie" im herkömmlichen Sinn, sprich, eigene Kinder mit einem Partner verzichten werde, habe ich die letzten Wochen sehr intensiv darüber nachgedacht, wie ich mein Leben nun gestalten möchte: viel reisen, viel sehen und das tun, was mir große Freude macht.
    Bisweilen habe ich dann überlegt: wie egoistisch von mir - das Leben nicht mit jemandem teilen zu wollen.
    Und hin und wieder ist da eine Stimme, die sagt: zu einem "gesunden" Leben gehört Partnerschaft und Familie dazu.
    Wirklich? Ich werde mir jetzt die Zeit lassen, herauszufinden, was mir selbst gut tut.

    Dazu hat dieses Forum viel beigetragen, wenngleich auch bei mir der Anfang von großem Hin und Her geprägt war.
    Ehrlich: ich war froh, dass ich trotzdem schreiben durfte und Antworten bekommen habe, auch wenn ich nicht alles sofort umsetzen konnte, weil es schlicht so einfach nicht ist.

    Danke an alle dafür!
    Und auch für das Trösten manchmal und das Verständnis, das in einigen Situationen mehr geholfen hat als ein Tritt in den Hintern.
    Denn es hat Trauer ermöglicht und nicht nur Kampfgeist und Widerstand heraufbeschworen, der selbstverständlich auch seinen Platz hat.
    Für mich persönlich war die Trauer rückblickend im ganzen Prozess am wichtigsten.

    Mit lieben Grüßen
    Lea

    Lieber Hiob, liebes Forum,

    ich finde, es kann nicht schaden, wenn Frauen Selbstverteidigung lernen. Jiu Jutsu zum Beispiel. Mich hat das sehr befreit. Wenn ich früher alleine im Wald unterwegs war, hatte ich immer Herzklopfen (man bekommt ja als Mädchen schon alle möglichen Horrorgeschichten vom „bösen Wolf“ erzählt). Seit ich weiß, dass ich mich im Notfall verteidigen kann, bewege ich mich viel freier. Das ist wirklich ein Stück hinzugewonnene Lebensqualität!
    Sollte ich mal Töchter haben, werden die das auch lernen.

    Zum „Fremdschämen“: ist doch seltsam – warum schämen wir uns, wenn Menschen sich daneben benehmen, die Deutsch sprechen oder aus Deutschland kommen, aber nicht, wenn Menschen sich daneben benehmen, die z.B. die gleiche Haarfarbe haben wie wir?
    Ich finde es eigentlich immer problematisch, wenn Menschen auf ein Merkmal reduziert werden, das dann mit (negativen oder auch positiven) Eigenschaften verknüpft wird (deutsch, jüdisch, rothaarig), denn das greift immer zu kurz.
    Das Perfide ist doch, dass man das Merkmal nicht leugnen kann (Haarfarbe ist offensichtlich, Nationalität steht im Pass ...). Aber die Verknüpfung mit der Eigenschaft ist Willkür, da besteht kein innerer, schon gar kein zwingender Zusammenhang.
    Aus diesem Grund ist „Fremdschämen“ für mich passé.
    Verantwortlich bin ich für mein eigenes Verhalten, damit habe ich schon Arbeit genug. :wink:

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Liebe Herze,

    vielen Dank für deine Nachfrage, mir geht es im Moment sehr gut, ich habe beruflich viel um die Ohren, aber die Arbeit macht mir großen Spaß und es läuft gerade einfach gut, juhu.
    Der Umzug ist in zwei Wochen – ich freue mich schon auf die neue Wohnung.
    Ich habe auch ein paar Mal mit meinem Freund telefoniert, um organisatorische Dinge zu regeln. Er hat mir seine Hilfe angeboten, und ich habe sie angenommen. Es hat sich richtig angefühlt.
    Ich weiß auch nicht genau warum, aber auf einmal funktionieren unsere Gespräche ohne Druck und ohne Dramatik. Das ist sehr angenehm.
    Wo es hinführen wird und ob es irgendwo hinführen wird? Wer weiß. Ich warte nicht darauf.
    Ich lebe mein Leben (wie, ist mein Ding) und er seins (wie, ist sein Ding). Tag für Tag.
    Um mehr mache ich mir keine Gedanken.
    Ich suche nicht nach einer neuen Beziehung, ich hoffe und warte auch nicht, ob aus der alten noch einmal etwas wird.
    Ich bin einfach im Hier und Jetzt, offen für alles, was zwanglos ist. (Was nicht heißen soll, dass ich jetzt das unverbindliche Nehmen-was-kommt für mich entdeckt habe :wink::wink: ).
    Schwer zu beschreiben, dieses Gefühl. Ich hatte es so vorher noch nie. Vorher „wollte“ ich immer unbedingt irgend etwas. (Was? Gute Frage ...)
    Vielleicht habe ich ja endlich was begriffen?

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Hallo Natalie,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Obwohl ich schon ein recht alter Hase bin, stressen mich (vor allem mündliche) Prüfungen immer noch, auch wenn es mit der Zeit etwas besser geworden ist.
    Ein toller Tipp, den mir eine Freundin gegeben hat für Prüfer, die andere Sachen fragen, als abgesprochen sind: kurz darauf eingehen/Problem anreißen und dann mit den eigenen Themen weitermachen, à la: „Um auf mein Thema zurückzukommen, ...“ usw.
    Ruhig selbst die Initiative ergreifen und das Gespräch lenken. Es gibt tatsächlich viele Prüfer, die die abgesprochenen Themen einfach vergessen – nicht unbedingt aus Bösartigkeit, sondern weil sie keinen Bezug mehr dazu haben, wie wichtig diese Prüfungen für die Prüflinge sind, leider! :roll::roll:

    Was mir auch geholfen hat: eine Prüfung mit jemandem simulieren (vielleicht mit deinem Freund?) Wenn man Zusammenhänge wiedergeben muss, wird einem schneller klar, wo die Überlegungen noch nicht ausgereift sind. Zu deinem Freund hast du Vertrauen, er soll dir einfach möglichst fiese Fragen stellen, auf die du dir dann Antworten überlegen kannst. :wink:

    Das Problem mit den Prüfungsinhalten, die einem selbst sehr nahe sind, kann ich gut nachvollziehen! Vielleicht könntest du einfach Fallbeispiele erfinden, die deiner Konstellation ähnlich sind und den Personen aus deinem Fallbeispiel andere Namen geben? Das hilft vielleicht, etwas Abstand zu gewinnen.
    Ansonsten denke ich, kann es eher helfen, wenn du den Stoff mit eigenen Erfahrungen und Beobachtungen verknüpfen kannst.

    Ich drücke dir sämtliche Daumen!!
    Aber wenn es nicht so ausgehen sollte, wie du es dir wünschst: letztendlich sind es nur Noten.

    Mir selbst geht es im Moment super gut. Ich habe gerade beruflich sehr viel zu tun, aber ich genieße jede Minute, es „läuft“ und macht gerade einfach großen Spaß.
    Der Umzug ist in zwei Wochen, ich sitze quasi auf gepackten Kisten.
    Das wird dann noch einmal anstrengend, aber dann mache ich es mir gemütlich. :D

    Ganz liebe Grüße und ein großes Paket Selbstvertrauen!
    Lea

    Hallo BC,

    ich für mich würde sage, es gibt zwei Hauptarten von Veränderungen – etwas neu anfangen und etwas beenden (um etwas neu anfangen zu können).
    Wenn mir ein Neuanfang (egal ob im Job, bei Beziehungen) ein leicht mulmiges Gefühl macht, dann hilft es, mir vor Augen zu führen, dass das ein ganz normaler Teil vieler Lernprozesse ist. Angst hat ja in vielen Situationen unserer Entwicklungsgeschichte lebensrettende Funktion gehabt. Diese Vorsicht vor Neuem und Unbekanntem hat also einen Sinn. Ich versuche dann, mich bewusst zu entspannen und herauszufinden, WAS genau mir eigentlich Angst macht – nicht genau zu wissen, was mich erwartet, eine Entwicklung nicht absehen zu können, mich vielleicht nicht akzeptiert zu fühlen. Wenn ich mir das vor Augen geführt habe, dann ist das schon die halbe Miete. Ich vergleiche die Situation dann mit ähnlichen, die ich schon durchlebt habe, und die nicht schlimm waren – dann tritt die Angst in den Hintergrund und die Vorfreude und Neugier überwiegt. Und wenn der Punkt erreicht ist, dann kommt der „Flow“, dann gehe ich in die Situation hinein und „mache“ einfach.
    Klar können dann auch wieder Phasen kommen, in denen ich mich unwohl fühle – dann hilft wieder das Prinzip „entspannen und hinschauen“. – Und entsprechend handeln.
    Und was mir auch ganz wichtig ist: ich erlaube mir, Fehler zu machen und mich nicht zu überfordern. Das befreit ungeheuer, und die Fehler werden schlagartig weniger.

    Wenn mir das Beenden von etwas Angst macht, läuft eigentlich der gleiche Prozess ab.
    Ich führe mir dann vor Augen, aus welchen Gründen ich etwas beenden will – und warum es mir Angst macht, es zu beenden (nicht wissen, was danach kommt, ein Gefühl des „vom Regen in die Traufe“, Aufgeben von Gewohnheiten/Routinen ... usw).
    In dem Fall hilft es, mir konkrete Alternativen auszumalen und mir zu überlegen, wie ich sie umsetzen kann: welche Wege eröffnen sich, wenn ich eine für mich unangenehme Situation beende? Wie beende ich sie am besten (Paukenschlag/radikaler Schnitt oder Schritt für Schritt/schleichend)? Was gewinne ich dadurch? Was möchte ich eigentlich?
    Meistens funktioniert es ganz gut.

    Und dann gibt es ja noch die langen Phasen zwischen Anfang und Ende – die Mitte, in der man auch manchmal denkt „och ne, das ist mir jetzt zu anstrengend, ich möchte eigentlich lieber eine Veränderung“. –
    Was ich sehr schwer finde, ist, immer zu unterscheiden, ob ich gerade in einer Hängephase bin, bzw. auf einem „Plateau“, bei dem ich das Gefühl habe, alles stagniert, nichts geht vorwärts (vielleicht kann man das mit dem Lernen eines Instruments vergleichen: am Anfang freut man sich, wenn man die ersten Töne halbwegs hinbekommt und der Fortschritt ist zu sehen – dann kommt eine gaaanz lange Phase von Üben, Üben, Üben ohne dass man einen Fortschritt merkt – und gerade da ist es wichtig, nicht aufzuhören, sondern dran zu bleiben) – oder ob ich mich wirklich in einer Situation befinde, die nicht nur mein innerer Schweinehund gerne beenden würde, sondern die ich aus Rücksicht auf mich selbst und mein Wohlergehen unbedingt beenden sollte.

    ....

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Liebe TT,

    ich glaube, solche Phasen der Unzufriedenheit, in denen nichts voran zu gehen scheint, machen ganz viele Menschen durch, mit ganz verschiedenen Lebensentwürfen.
    Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, dann gibt es dort einige, die sich fragen, ob sie den richtigen Weg gehen, ob nicht die eigenen Wünsche auf der Strecke geblieben sind dabei. Egal, ob es die erfolgreiche unabhängige Zahnärztin ist, die merkt, dass die Karriere allein nicht mehr reicht, oder die Mutter von drei Kindern, die sich fragt, ob sie sich jemals ihre Träume von Reisen (ohne Kinder) wird erfüllen können.

    Den perfekten Lebensentwurf, der einen vor solchen Gedanken schützt, ich glaube, den gibt es nicht. Irgend etwas bleibt wohl immer auf der Strecke, und wenn es nur vorübergehend ist.
    Was ich ganz angenehm finde am Älterwerden (ich möchte echt nicht gerne noch mal 14 sein ...) ist, dass ich ein Gefühl dafür bekomme, dass viele Dinge in Phasen verlaufen; etwa vergleichbar mit den Jahreszeiten. Etwas wächst neu, kommt zur Blüte, trägt Frucht – verwelkt. Und dann liegt das Feld über den Winter brach. Jede einzelne Phase kommt und geht. Ich denke, so ist es auch mit diesen Phasen, in denen man sich mit sich selbst nicht ganz zuhause fühlt – dem Brachliegen.

    Manchmal geht so eine Unzufriedenheit von allein wieder weg, weil man letztlich doch sieht, dass die guten Dinge überwiegen. Wenn sie nicht alleine weggeht, dann kann man selbst aktiv werden, und das tust du ja!
    Hab’ noch ein bisschen Geduld, auch wenn es nicht sofort zu klappen scheint. Sei nicht enttäuscht. An dem, was garcia geschrieben hat, ist viel Wahres dran: du kannst das Leben wieder mit allen Sinnen erfassen und spüren – das ist sehr viel wert, auch wenn es auf den ersten Blick (in solchen Phasen) vielleicht erst einmal als Zumutung erscheint.

    Mach’ dir das Warten so schön wie möglich. Wenn es nicht für die große Reise reicht, dann vielleicht für eine kleinere oder kürzere? Und wenn es nur der Wochenend-Trip mit einer Billigfluglinie nach Dublin oder Cork ist– mal andere Luft schnuppern tut gut!

    Denn, wie die Iren vorzugsweise in unschönen Lebenslagen sagen:
    It could be worse ...

    Ganz liebe Grüße!
    Lea

    Liebe Natalie,

    wenn du innerlich merkst „das fühlt sich gut an“ (Kaffeetrinken, Schwimmen ... sich über „normale“ Dinge unterhalten), dann, denke ich, kannst du diesem Gefühl ruhig vertrauen und es genießen! Und selbst wenn sich dann irgendwann mal ein anderes Gefühl einstellen sollte, das „Abstand!“ signalisiert – dann schaust du dir einfach an, was genau hinter diesem Gefühl steckt und gehst wenn nötig auf Abstand.
    Ich merke bei mir manchmal, dass ich mich quasi ein bisschen zu Flexibilität im (emotionalen) Umgang mit Menschen „ermahnen“ muss (d.h. konkret: auf Abstand zu gehen ohne ein schlechtes Gewissen zu entwickeln) – mir eben jede Situation anzuschauen und entsprechend zu handeln. Es kann sein, dass man mit einem Menschen lange befreundet war, dass es dann aber irgendwann nicht mehr „passt“ – man entwickelt andere Interessen, andere Werte ... dann ist es vielleicht Zeit, sich zu verabschieden. – Ohne schlechtes Gewissen.

    Was ich dir auch noch schnell zum Druck am Ende des Studiums schreiben wollte: das kann ich sehr gut nachvollziehen! Das Pensum für die Prüfungen ist meistens absichtlich so angelegt, dass man es unmöglich alles bewältigen kann, will sagen: das Aushalten der Unmöglichkeit, bis ins Detail gut vorbereitet zu sein, ist Teil der Prüfung. Ich musste manchmal aufpassen, mich nicht zu verzetteln. Mir hat es geholfen, mich mit der Struktur meiner Prüfungsthemen und mit der „Denkstruktur“ meiner Prüfer zu befassen: legen sie eher auf Detailwissen wert? Oder auf die „großen Linien“ (ideal ist es, wenn man zu beidem etwas parat hat).
    Wichtig war meinen Prüfern auch, dass ich selbstständig Zusammenhänge entwickele und darlege. Und lass’ dich nicht verunsichern! Provozierende Fragen gehören auch zum „Prüfungsgeschäft“ – das ist für dich eine Gelegenheit zu zeigen, dass du deine Positionen gut durchdacht hast. Nur nicht in Schreckstarre verfallen. Im Zweifelsfall nachfragen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg! Vertrau’ dir selbst, das ist ganz wichtig!

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Liebe TT,

    auch ich kenne diese Gefühle, wenn man sich wünscht, man müsste nicht alles allein machen – gerade in Situationen wie Umzug ... usw.
    Aber einerseits ist es, glaube ich persönlich, ganz gut, wenn man merkt, dass man es auch aus eigener Kraft schaffen kann (was nicht heißt, dass man immer allein bleiben und alles allein machen muss – aber mal so als Ausgangsbasis, dass es prinzipiell geht). Andererseits sehe ich bei mir (gerade dann, wenn ich mir Hilfe bei solchen „handwerklichen“ Problemen herbeiwünsche), die Gefahr, Beziehungen zu funktionalisieren. Natürlich geht es bei Freundschaften und auch bei anderen Arten von Beziehungen schon darum, sich auch gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. Aber für mich steht an erster Stelle immer, dass ich mich in der Gegenwart eines Menschen wohl fühle, dass ich mit ihm lachen, diskutieren, wenn nötig heulen ... usw. kann.
    Hey – die dummen Löcher kriegen wir auch allein gebohrt.
    Und manche Wände sind einfach nicht für Löcher gemacht – da kriegt dann auch kein Handwerker gescheite rein. Da finden wir halt andere Wege.
    Aber lachen, reden, lieben, „leben“ (Geburtstag feiern) macht mit anderen Menschen einfach mehr Freude.

    Ich wünsche dir, dass du bald Menschen begegnest, mit denen du das alles ohne Angst tun kannst!
    Viele liebe Grüße
    Lea

    Liebe Natalie,

    in meinen Ohren klingt das ganz schön extrem und ungemütlich, was du da beschreibst. Die schreien dich an und machen dich runter? Da könnte ich aber drauf verzichten.
    Sind da keine anderen dabei? (Zum Beispiel die, die du im anderen Thread beschrieben hast – die meinte, dass du dir Männer aussuchst, die nicht gut für dich sind?)
    Also für mich gibt’s eigentlich keinen großen Unterschied zwischen dem, was ich an einem Partner und an meinen Freund/innen schätze bzw. schätzen würde (mal abgesehen von der körperlich-sexuellen Anziehung).
    Eine gute Freundin, finde ich, sagt einem durchaus mal die Meinung, wenn sie etwas sieht oder zu sehen meint, was ich selbst vielleicht übersehe (Beispiel Partnerwahl).
    Sie darf sich auch mal richtig auswüten, wenn sie Stress hat, aber nicht gegen meine eigene Person gerichtet. Wenn das passiert, glaube ich, gerät was Grundlegendes durcheinander.
    Gerade bei Borderlinern ist das ja oft so, dass sie in starren Aktions- und Reaktionsmustern gefangen sind – es ist vielleicht einerseits tröstlich zu wissen, dass mit den Anfällen nicht konkret du gemeint bist, aber ich glaube, für eine tiefe Freundschaft mit gegenseitigem Geben und Nehmen wäre da sehr viel Arbeit ihrerseits nötig, die sie offenbar nicht angehen will oder kann (Therapieabbruch). Puh.

    Ich denke schon, dass du da deinem Spürsinn vertrauen kannst. Vielleicht klappt es ja auch mit der gleichen Methode, die du bei deinem jetzigen Freund angewendet hast. Überlegen, was du möchtest und dann das „Beuteschema“ überarbeiten.

    Bei mir ist es allerdings auch mit den richtig tiefen Freundschaften seit der Studienzeit bzw. seit ich im Arbeitsleben bin, etwas weniger geworden, was ich sehr schade finde – aber ich zehre immer noch davon, denn sie haben mich einfach in verschiedenen Phasen meines Lebens wirklich begleitet. Was an neuen Menschen hinzugekommen ist, sind eher Bekanntschaften inzwischen, weitgehend unverbindlich. Eine Kollegin ist dabei, bei der ich es mir gut vorstellen könnte. Aber genaues Hinschauen kann auch da nicht schaden, denke ich. Es drängt ja nichts.
    Meine alten Kontakte pflege ich, so gut es geht, aber es ist leider schon ein Qualitätsunterschied, ob man sich einfach treffen und etwas gemeinsam unternehmen kann oder ob man nur schreibt oder telefoniert.

    Was ich dir aber auch immer mal schreiben wollte: ich mag deine Beiträge sehr! Wie du deine Entwicklung beschreibst, wie du zu immer mehr Selbstvertrauen und zu dir selbst findest – das ist einfach schön zu lesen. Freie Menschen, die um ihre Stärken (und Schwächen) wissen, sind etwas Schönes.

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Lieber Hiob,

    schön, dass du wieder schreibst!
    Das war bestimmt kein leichter Schritt. Aber es wäre vielleicht ein Geisterhaus geworden.
    Und für deine Töchter ist es bestimmt auch einfacher, wenn sie in Ruhe und auch geographisch Abstand nehmen können.
    Darf das Pony mit?

    Ich wünsche dir sehr, dass es mit der Bewerbung klappt!
    Viele liebe Grüße
    Lea

    Liebe Herze,

    ich finde es ganz verständlich, dass du dir in dieser Situation unsicher bist und dich fragst, ob du nicht vielleicht gerade „Schuld“ auf dich lädst oder ihm das Leben unnötig schwer machst.
    Lass’ noch ein wenig Zeit vergehen (bei mir waren es gefühlte Jahrhunderte) und dann kommt der Moment, an dem du wirklich innerlich weißt, dass es richtig und gut war, ihn an dieser Stelle „aufzugeben“ oder besser: ihn wieder in seine eigene Obhut zurückzugeben.
    Er muss zu sich selbst finden, damit er wieder zu anderen finden kann. Genau wie wir.
    Bei uns tut es weh. Bei ihm tut es auch weh. Das ist, glaube ich, leider die Begleiterscheinung beim Zu- sich-kommen ohne Dämpfer (Sucht/Abhängigkeit). Das habe ich schon bei so vielen hier gelesen.
    Aber der Moment, in dem der Schmerz nachlässt, tut einfach nur gut. Man tritt sich selbst anders gegenüber. Und ich glaube, man tritt dann auch andern anders gegenüber.
    Aber diesen Weg muss jeder allein gehen. Und dann, vielleicht, kreuzen sich die Wege wieder. Aber es hilft nicht, wenn man durch die Straßen hetzt in der Hoffnung, der andere könnte einem hinter der nächsten Ecke? begegnen, oder vielleicht der übernächsten?, oder der überübernächsten?, :evil: wie lange soll ich denn hier jetzt noch einsam durch die Stadt rennen :twisted: :?::cry::cry:

    So verliert man den Blick für das, was um einen herum vorgeht.
    Fiona Apple: I walk a little faster.

    Du bist stark :!: Du hast viel zu geben :!: Aber du bist es auch wert, ebenso viel zu bekommen :!: :!: Und das geht nur auf Augenhöhe.

    Ich drücke dich ganz fest!
    Lea

    Hallo Ihr Lieben,

    Ihr habt magische Daumen :!:
    Es hat geklappt :!: :!:

    JUHU :D

    Ich freue mich so auf mein neues Zuhause, ich bin schon dauernd beim gedanklichen Einrichten.
    Es ist ein seltsames Gefühl – Dinge gleichzeitig in die Hand zu nehmen (meine Zukunft) und aus der Hand zu lassen (meinen Freund). So eine Art Schwebezustand, in dem die Zeit außer Kraft gesetzt ist. Nichts drängt, nichts will, nichts muss. So eine Art heitere Ruhe.
    Ich könnte mich dran gewöhnen. :idea:

    Ein schönes Wochenende Euch allen!

    Lea

    Liebe TT,

    ich würde es nicht ganz so eng sehen mit den Entwicklungsaufgaben der einzelnen Lebensalter. So etwas kann schnell normierenden Charakter bekommen, und man fühlt sich dann, als sei man gescheitert. Bei manchen dauern bestimmte Phasen einfach länger.
    Aber deine Unzufriedenheit würde ich ernst nehmen – ich habe den Eindruck, das tust du auch. Projektbezogene befristete Verträge stelle ich mir sehr anstrengend vor – immer das Damoklesschwert über dem Kopf, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Ich glaube, das macht viele Menschen krank, wenn die berufliche Existenz immer an so einem seidenen Faden hängt. Und dann soll man auch noch kreative Ideen entwickeln unter diesem Druck – absurd!
    Aber du hast ja schon einen Vorstellung, welche Art von Beruf zu dir passen könnte – Arbeit im Archiv usw. Ich glaube, wenn du da einfach offen für bleibst und die Augen offen hältst, dann wirst du in absehbarer Zeit auch was Geeignetes finden.
    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen!

    Viele liebe Grüße
    Lea