Beiträge von inbetween

    Liebe TT, liebe bloona,

    ja, das finde ich auch interessant, die gesellschaftliche Haltung zu diesen beiden mehr oder weniger akzeptierten Substanzen.
    Bei Alkohol ist es ja oft so, dass jemand, der keinen (oder auch zuviel) trinkt, als nicht genussfähig hingestellt wird. Der Umgang mit Alkohol wird quasi zum Gradmesser für Genussfähigkeit und Selbstkontrolle zugleich. Verrückt.
    Ich habe das nie kapiert, ehrlich gesagt. Bei Genuss geht es ja für mein Empfinden um Geschmack, und über den lässt sich ja nun mal nicht streiten. Wenn mir also Tomatensaft besser schmeckt als etwas Alkoholisches, wieso bin ich dann nicht genussfähig?
    Aber wenn ich erst etwas betüdelt sein muss, damit ich genießen kann (und das ist ja nun mal die vorrangige Funktion von Alkohol)... scheint mir das viel problematischer.
    Ganz ehrlich: ich bewundere jeden, der den Mut hat, offen zu sagen, dass er nicht trinkt. Und es ist erstaunlich, wie viele andere dann plötzlich mitziehen, weil sie dann keine Angst mehr haben müssen, als genussunfähiger Abstinenzler dazustehen.

    Ich find’s super, dass Ihr nichts mehr trinkt!

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Huhu Marion,

    ganz richtig gelesen :D:D:D
    Ich fand es deswegen passend, weil es ja etwas beschreibt, was – zumindest bei uns COs – häufig vorkommt, aber unschön endet: Das Gefühl der Anziehung, des „Gleichklangs“, der Vertrautheit (zumindest am Anfang) das viele hier und auch ich in den Threads beschrieben haben. Bei Rilke wird dieses gemeinsame Schwingen ja als zugleich schön und bedrohlich empfunden.
    Dann kommt in den Threads auch immer wieder die Frage auf: was an diesem großen Gefühl der Nähe war echt, was davon haben ausschließlich wir selbst in unserer Vorstellung erzeugt (und damit den Partner vielleicht auch verfehlt)?
    Und zum Schluss: woher rührt diese Vorstellung von Nähe – warum suchen wir uns einen bestimmten Partner aus (welcher Geiger hält uns in der Hand ...); und was müssten wir beachten, damit es mal eine gute Nähe wird?

    Vielleicht reicht es ja wirklich, wenn wir bereit sind zu akzeptieren, dass wir voneinander nichts wissen – dass Liebe eine spannende Entdeckungsreise ist, die aber keine Kolonien der eigenen Vorstellungen im anderen errichtet, sondern die von gegenseitigem Respekt, echtem Interesse und so etwas wie Gastfreundschaft geprägt ist.

    Angeregt von Hiob habe ich mal angefangen, mich im Internet durch den Pesso-Bulletin zu lesen. Da gab es einen interessanten Artikel zu einer Therapietechnik und ihren Berührungspunkten mit der PBSP. Findet Ihr, wenn ihr „Pesso“ und „Unbewusste Dynamik der Partnerwahl“ eingebt. Sehr spannend!

    Melinak, das Buch, das du erwähnst, klingt auch interessant! – Genau, warum können viele von uns keine „gute Nähe“ zulassen?

    Ich finde es toll, dass ich mit Euch hier über solche Dinge schreiben kann – klar könnte man auch sagen: nicht reden oder denken, sondern machen. Aber so ein bisschen Sortieren vorher ist vielleicht gar nicht verkehrt.

    Ganz lieber Gruß von
    Lea

    Lieber Hiob,

    ist dein Buch schon angekommen?
    Ich habe gestern mal im Internet recherchiert und dabei auch das erste Kapitel von „Die Liebe ist ein Kind der Freiheit“ gefunden. Dort stand etwas sehr Wichtiges, wie ich finde, sinngemäß: Liebe (in Freiheit) entsteht aus dem (Selbst-)Eingeständnis heraus, eigentlich nichts über den anderen zu „wissen“ – und aus diesem Grund nachzufragen und dem anderen Raum zur Selbsterklärung bzw. Selbsterzählung zu lassen, damit man ihn nicht aufgrund eigener Vorstellungen verfehlt und enttäuscht ist/wird.
    Der Gedanke gefällt mir gut. Aber – es erscheint mir gar nicht so leicht.
    Was wissen wir letztendlich über uns selbst?
    Auf welches Instrument sind wir gespannt und welcher Geiger hält uns in der Hand?
    Sind unsere Selbsterzählungen selbsterklärend? Oder bedürfen sie einer fortwährenden (gemeinsamen) Interpretation?

    Viele liebe Grüße von
    Lea

    P.S.: Einer meiner Lieblingsfilme ist „Antonias Welt“ – ich habe ihn mir gestern erst wieder mal angeschaut. Ich mag ihn deshalb so gern, weil er wirklich alternative Lebensentwürfe zeigt (keine Angst, dabei geht es nicht um wild lebende Kommunen oder Swinger-Clubs :wink: ...). Und in diesem Film gibt es auch selbstverständlichen Raum für gesellschaftliche „Außenseiter“.
    Zugegeben, die meisten Männer kommen in diesem Film nicht gut weg, das hätte man etwas anders machen können. Aber ich finde diesen Film wirklich sehr phantasievoll und gelungen.
    Und ich meine, es lohnt sich, über solche Alternativen nachzudenken. Nicht alles, was schon (zumindest „gefühlt“) immer so war, ist auch immer gut.

    Liebe Herze,

    ja, Träume aufzugeben ist nicht leicht. Aber zum einen kannst du bei Hiob nachlesen, wie es sich anfühlt, wenn der Traum zum Albtraum wird: dann hast du zwar einen Hof und Tiere, aber du sitzt alleine da und hast Mühe, das alles zeitlich und finanziell zu managen, weil dein Partner trotz tausendfacher Ankündigung immer noch kein trockenes Leben führen kann oder will und du auf dich allein gestellt bist.
    Ich hatte auch mal so ein Wunschbild im Kopf – eine kleine alte Mühle vielleicht, mit Wiesen drumherum, mit einem Reittherapiezentrum für Kinder ... nun ja. Im Moment stecke ich ab und zu mal ein wenig Zeit und Energie in Überlegungen, ob und wie ich das auch allein schultern könnte – oder vielleicht in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die nicht unbedingt in einer Beziehung mit mir leben müssen, denn genau betrachtet ist das eigentlich keine notwendige Voraussetzung für so ein Unternehmen. Der Möglichkeiten sind viele, und ich denke, wenn der Wunsch nur groß genug ist, werden wir sie suchen und auch finden.
    Und es sind ja auch in erster Linie UNSERE Träume. Klar, mein Freund hätte da mitgezogen, er konnte sich das auch gut vorstellen. Aber die Initiative dazu wäre von mir ausgegangen.

    Viele liebe Grüße und träume weiter, es gibt immer Wege.
    Lea

    Lieber Hiob,

    Hängematten sind genial :D:!: , fast noch besser als Ohrensessel, finde ich. Besonders die ganz großen aus Stoff, in denen man längs und quer Platz hat. Ich halte es da stundenlang aus.

    Tja, mit den Verehrer(inne)n ist das so eine Sache – gerade dann, wenn man sich in einer Trennungsphase befindet und meint, auf rohen Eiern zu gehen und das Gefühl hat, dass einem allein alles zu viel wird. Klar ist man da offen für Signale, die ein erhofftes aber wohl nur vermeintliches „beim nächsten Mal wird alles anders und besser und das am besten sofort“ verheißen. Vielleicht macht es auch das Loslassen ein wenig leichter, wenn man sich eine schönere gemeinsame Zukunft mit einem andere Menschen ausmalt – aber ein bisschen „Flucht“ ist wohl mit dabei. Ich wäre an deiner Stelle ebenfalls vorsichtig.
    Für mein Empfinden hat „Verehrung“ auch etwas Ungemütliches, Unreifes. Ein Gefälle von oben nach unten und von unten nach oben quasi. Nicht auf Augenhöhe. Ich glaube, bei Verehrung spielen Projektion und Idealisierung eine große Rolle. Ich würde mir auch lieber Zeit lassen und genau hingucken.
    Aber du wirst den richtigen Weg finden, da bin ich sicher. :wink:

    Viele liebe Grüße von
    Lea

    Lieber Hiob,

    diese Verbindung zwischen Ausdruckstanz und Pessos Therapiekonzept leuchtet mir sofort ein.
    Die Bedeutung der Körpersprache bzw. der nonverbalen Kommunikation beschäftigt mit auch seit einer Weile. Zwar nicht in Form von Ausdruckstanz, aber ich habe vor einiger Zeit die Kommunikation mit Tieren (bitte nicht lachen), genauer mit Hunden und vor allem Pferden für mich entdeckt. Sie geben einem wirklich ungefilterte Rückmeldung zu den eigenen körpersprachlichen Signalen, die man so aussendet und die einem gar nicht bewusst sind. Tiergestützte Therapie finde ich überhaupt eine spannende Sache. Ich habe mal miterlebt, wie ein autistischer Junge während der Reittherapie angefangen hat, vorsichtigen Kontakt zu suchen. Unglaublich. Auch, wie viele Ausdrucksmöglichkeiten, die wir eigentlich haben, beim Älterwerden verschütt gehen können, wenn wir sie nicht pflegen.
    Da gibt es so viele spannende Dinge (wieder-) zu entdecken.

    Das Buch zu Pesso, das du empfohlen hast, werde ich mir besorgen. Der Platz für den Lesesessel in der (hoffentlich) neuen Wohnung ist schon auserkoren :D:D

    Liebe Grüße von
    Lea

    Lieber Hiob,

    vielen herzlichen Dank für diesen langen Beitrag! Das klingt wirklich spannend und anders als Hellingers „Ohne Wurzeln keine Flügel“ ... etc.

    Ich denke, ich werde das in absehbarer Zeit mal ausprobieren, wenn ich noch ein bisschen mehr zur Ruhe gekommen bin. Was ich extrem spannend finde, ist die Verbindung zum Ausdruckstanz – spielt der in der Therapie auch eine Rolle?

    Und ich habe auch schon manchmal gedacht: schade, dass man nicht einfach aus der Haustür raus in eine reale SHG gehen kann, wo die Menschen, die hier schreiben, leibhaftig anwesend sind und man sich richtig mit ihnen unterhalten kann. Das wäre wirklich manchmal einfacher als das Tippen. (Doppelt danke dafür also).

    Mit einem lieben Gruß von
    Lea

    Lieber Hiob,

    danke für’s Daumen drücken, es wäre sooooo schön, wenn es klappen würde. Aber wenn nicht, dann suche ich einfach weiter. :arrow:
    Mmm provencalische Beinscheiben klingen gut! Und Bratäpfel mit Nüssen und Honig – auch so ein Herbst- /Winterschmaus. Und Pilze sammeln gehen kann man auch bald wieder! Da hast du mich auf eine Idee gebracht, danke! :D

    Ganz lieber Gruß von
    Lea

    Lieber Hiob,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
    Darf ich deinen Text in den Thread

    Zitat

    „(Beziehungsmuster aus der) Kindheit aufarbeiten?“

    kopieren? Denn wir reden hier ja quasi in Tamaras Thread über ihren Kopf hinweg?
    (Entschuldige, Tamara).

    Lieber Gruß
    Lea

    Liebes Forum,

    noch einmal kurz ein kleiner „Tagebucheintrag“

    Die Wohnung ist fast perfekt – ganz perfekt wäre ja auch etwas unheimlich gewesen.
    Nächste Woche erfahre ich, ob ich sie bekomme.
    Und dann haben Wauzel und ich demnächst kein winziges Zimmer mehr, sondern eine schöne neue Bleibe für uns allein mit viel Natur drumherum – und von da aus geht es weiter.

    Und der Herbst liegt in der Luft – ich liebe den Herbst!

    Viele Grüße an alle, die das hier lesen
    von einer frohgemuten Lea :D:D

    Liebe Marion,

    ich würde sagen, vertraue einfach deinem Gefühl – das kann dir am besten sagen, was du gerade brauchst.
    Klar, sozialer Rückzug ist nicht unbedingt gut. Aber manchmal schon, finde ich, wenn man so viel mit sich selbst zu tun hat, dass man dann auch das Zusammensein mit anderen nicht genießen kann oder sogar als Anstrengung empfindet.
    Und natürlich wäre es sicher schön, den alten Freund zu treffen und ihm dein Herz auszuschütten – aber es gibt ja auch Telefon. Und vielleicht reicht das für dieses Wochenende erst einmal. Und vielleicht hast du ja dann nächstes Wochenende Lust, nur für dich selbst dort runter zu fahren und ihn zu treffen – und deine Eltern nicht.
    Ich finde: du darfst das! :wink::wink:

    Viele liebe Grüße von
    Lea

    Lieber Hiob,

    was du von dieser Therapieform schreibst, klingt sehr interessant. Ich muss sagen, ich war solchen Konzepten wie Familienaufstellung, Regression usw. bisher eher skeptisch gegenüber.
    Funktioniert es wirklich, diese unguten Beziehungsaspekte auf diese Weise loszulassen? Und wie genau? Spielen da auch primärprozesshafte Dinge eine Rolle und wenn ja, wie werden die bearbeitet?
    Vielleicht könntest du ja dazu was im Thread (Beziehungsstrukturen aus der) Kindheit aufarbeiten? schreiben?
    Das wäre toll.
    Mir hat eine Verhaltenstherapie zwar sehr geholfen, aber ich überlege mir schon länger,
    ob nicht vielleicht auch noch ein anderer Ansatz sinnvoll wäre.

    Lieber Gruß von
    Lea

    P.S.: Deine Idee zur Kinderbetreuung finde ich super!

    Liebe Mitzu,

    noch ein kleiner Nachtrag: vielleicht möchte „das Leben“ dich mit dieser verunglückten Beziehung auch etwas vorwärts bringen auf dem Weg zu dir selbst. Vielleicht sollst du auf die Erkenntnis stoßen, dass es gut sein kann, allein zu sein und sich selbst genug zu sein.
    Denn zu diesen verunglückten Beziehungen gehören ja immer zwei. Du (ge-)brauchst ihn, um nicht allein zu sein, er (ge-)braucht dich, um sich groß und stark zu fühlen (und vielleicht um ebenfalls nicht allein zu sein).
    Insofern seid Ihr „quitt“.

    Liebe Grüße von
    Lea

    Liebe Mitzu,

    ja, wenn es immer so einfach wäre, das, was man erkannt hat, einfach umzusetzen ... das kenne ich gut, dieses Gefühl „aber jetzt sind wir doch schon so weit gekommen, das darf doch alles nicht umsonst gewesen sein“ ... das Problem ist nur, je länger man festhält, desto mehr „investiert“ man, desto zäher hält man dran fest ... es ist ein Teufelskreis.
    Mir hat es eigentlich immer geholfen, mir ganz konkret zu überlegen, was ich trotz Einschränkungen (finanzielle Lage) ... usw. in die Tat umsetzen könnte – z.B. eine eigene Wohnung. Und irgendwann fange ich dann tatsächlich an, nach diesen Dingen die Augen offen zu halten, und siehe da: auf einmal ergeben sich Lösungen.
    Aber ich weiß auch gut aus eigener Erfahrung, dass man den Punkt, an dem man dann wirklich so weit ist, sich einzugestehen, dass man gescheitert ist mit dieser Beziehung, nicht erreichen kann, indem man sich selbst dazu zwingt.
    Der Moment wird kommen, sei dir dessen gewiss, denn du hast schon sehr viel durchschaut.
    Bis dahin versuche dir selbst etwas Gutes zu tun. Dein Selbstwertgefühl ist im Keller (seins, wie du ihn beschreibst, sogar noch mehr, gerade weil er dich so herunterputzen muss).

    Ich wünsche dir die Kraft, eine Entscheidung zu treffen und die nötigen Schritte in die Wege zu leiten.

    Ganz liebe Grüße
    Lea

    Liebe Mitzu,

    herzlich willkommen hier im Forum.
    So wie du es beschreibst, klingt es so, als hätte dein Mann große Probleme, dich als eigenständigen Menschen wahrzunehmen. Denn es scheint, als würde er jedes Mal, wenn du ihm in deiner Eigenschaft als eigenständiger Mensch (eigene Bücher, eigene Musik, eigene Interessen ...) bewusst wirst, (verbal) aggressiv und das mit dem Erfolg, dass er dich dann wieder „in seine Spur“ bringt und dich wieder ungestört als Teil seiner selbst betrachten kann.
    Mit Liebe hat das wohl eher wenig zu tun, auch wenn er das noch so oft wiederholt.
    Er (ge-)braucht dich, klar. Du hast ja beschrieben, was du alles managst ...
    Aber möchtest du nicht viel lieber für das gemocht und geliebt werden, was dir selbst wichtig, lieb und teuer ist? Für die Art, wie du als individueller Mensch, als Mitzu eben bist?

    Was sind denn aus deiner eigenen Sicht die Gründe dafür, dass du nicht einfach gehst?
    Was hält dich innerlich zurück?
    Denn eigentlich gäbe es keinen Grund, freiwillig in dieser Situation zu bleiben.

    Viele liebe Grüße von
    Lea