Beiträge von inbetween

    Ich finde dich in deinem Verhalten sehr klar und stark, auch wenn du gestern noch einmal mit deinem Freund gesprochen hast.
    Ich glaube, das Auf- und Ab hört erst wirklich auf, wenn man sich innerlich ganz verabschiedet hat. Die Wellen erst mal ausrollen zu lassen ohne direkt zu reagieren, finde ich, ist schon viel.
    Am nächsten Tag sieht die Welt dann meist schon wieder ganz anders aus.
    Weiterhin viel Kraft!

    Findet Ihr es wichtig, dass man sich in der therapeutischen Arbeit bzgl. Co-Abhängigkeit mit der eigenen Kindheit beschäftigt?
    Meine Therapeutin hat v.a. auf Änderung von Verhaltensmustern im Hier und Jetzt mit mir hingearbeitet, woher bestimmte Dinge kommen/kamen, stand weniger im Vordergrund.
    Ich fand das auch ganz nützlich so. Allerdings höre/lese ich auch öfter, dass es da andere Ansätze gibt. (Aussöhnen mit dem inneren Kind ... usw.)
    Was sind Eure Erfahrungen? Was hat Euch besonders geholfen, was war wichtig/hat Euch weiter gebracht?
    Ich bin gespannt auf Eure Antworten :)

    Ja, und was ich dir auch sagen kann - wenn dein xy wollte, ginge es wirklich ganz schnell. War bei meinem Freund auch so. Er war am Ende. Hatte Suizidgedanken, hat sich selbst eingeliefert, alles in die Wege geleitet. Die Entscheidung war fest und sonnenklar, ohne Hin und Her.
    Dann ging's ein Jahr gut. (Mein Verdacht: das hat er sich innerlich als Ziel gesetzt, um zu beweisen, dass er seine Sucht in den Griff bekommen kann und nicht zu dem Großteil gehört, der bereits im ersten Jahr den ersten Rückfall hat).
    Also: wo Wille, da Weg.

    Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen: diese Hoffnung braucht sehr lange zum Sterben, vor allem wenn man ihr Nahrung gibt - was ich auch sehr lange gemacht habe. In vielen Situationen kannst du dich wahrscheinlich mit zunehmender Zeit immer besser innerlich distanzieren. Aber - bei jedem gescheiterten Versuch wird die Ernüchterung größer.
    Das ist der lange Weg. - Ich bin auf diesem Weg selbst noch nicht ganz am Ende angekommen; ich weiß nicht, ob ich's nochmal machen würde. Eher nicht.
    Der kurze Weg: du ziehst einen klaren Strich. Heißt: Abbruch des Kontakts, komplett.

    Wie auch immer: "Freiheit" kommt von "innen", das ist meine feste Überzeugung. Du musst nur so viel geben, wie du willst.
    Ein Beispiel: ich kenne ähnliche Situationen, wie Renate sie in ihrem Thread beschrieben hat - es ist ein Treffen vereinbart, auf das man sich freut und das in letzter Minute abgesagt wird. BOING. - Pöller. (Um in Renates Bild zu sprechen).
    Das habe ich drei Mal mitgemacht, dann war mir klar - das hat Methode.
    Ich habe mir also parallel immer etwas anderes, besonders Schönes vorgenommen. Wenn er dann abgesagt hat, war mir das egal - ich hatte dann andere Dinge vor.

    Nun kann man sagen: ich habe mich perfekt an sein Verhalten angepasst. Da ist vielleicht auch etwas dran.
    Mir hat es aber die nötige innere Distanz verschafft und mich davor bewahrt, enttäuscht zu sein und mich die ganze Zeit zu fragen: "WARUM".
    Die Frage ist - willst du das? Ich frage mich auch gerade, ob ich das nochmal so will.
    Ich weiß es im Moment auch noch nicht.

    Mich nervst du auch nicht! Ich hatte in solchen Situationen immer das Gefühl, ich müsste sofort etwas tun, wusste, dass das eigentlich Quatsch war und hatte das Gefühl, den Verstand zu verlieren.
    Du hast das prima gemacht so, finde ich!
    Mach dich jetzt nicht selbst fertig deswegen, bitte.
    Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus.

    Du wirst tun, was du tun musst. Das ist auch in Ordnung so. Quäle dich nicht deswegen.
    Ich bin mehr als einmal "zur Hilfe" geeilt. Es hat die Dinge nicht besser gemacht. Ich war hinterher grenzenlos enttäuscht. Aber - es war meine Entscheidung. Was draus wird - darauf hat man keinen Einfluss.

    Miriel, an dem was er sagt, kannst du ablesen, dass alles nur Vorwand ist. Er hat niemanden zum Reden? Er hat mit seinem Freund, der Erfahrung mit Drogenkranken im Umfeld hat, gestern stundenlang gesprochen.

    Er will wirklich nur Knöpfe drücken. Ruf bei der Polizei an, wie Zimttee geraten hat.
    Wirst sehen, wie schnell er sich beruhigt.
    Wenn er nun doch nichts machen möchte - seine Sache.

    Oh, oh, oh Miriel. Bleib bei dir. Lass dir kein schlechtes Gewissen machen!!!
    ER muss handeln. Ich habe den Eindruck, er versucht dich zu erpressen. Klar sollte man Äußerungen in Sachen Selbstmord ernst nehmen.
    Wenn du wirklich große Angst hast, kann du ihn zwangseinweisen lassen.
    Was ist mit dem Freund? Er hat ja seine Hilfe angeboten.
    Vielleicht hilft es, wenn dein XY merkt, dass auch noch andere sein "Theater" (ich nenne es jetzt mal so, zur Distanzierung) mitbekommen.

    Liebe Miriel,
    diese Phasen habe ich auch schon hinter mir. Ich glaube nicht, dass er sich selbst was antun wird.
    Wenn er selbst die Gefahr sieht, dann soll er sich selbst einweisen lassen. Dann klappt es mit dem stationären Entzug auch sofort, ohne irgendwelche Wartezeiten.
    Du selbst bist zu dicht dran!
    Was könntest du tun? Ihm zuhören? Ihm sagen, ist alles nicht so schlimm? Es ist schlimm.
    Was solche Situationen angeht, habe ich mittlerweile ein sehr, sehr dickes Fell.
    Hilfe gibt es in solchen Situationen. Aber du bist definitiv die falsche Adresse.

    Wenn er jetzt zu dir kommen will, dann heißt das, dass er nicht beim Arzt und nicht im KH war, keine stationäre Entgiftung angefangen und auch sonst nicht wirklich etwas in Angriff genommen hat.
    Kannst du wegfahren? Zu einer Freundin? Urlaub nehmen?
    Du brauchst Abstand, wenn du merkst, dass es innerlich nicht geht, dann eben geographisch.

    Viel Kraft!

    Eigentlich wollte ich das hier im Bereich "Gedichte und Sinnliches" posten, denn es hat eher was mit "Fiktion" zu tun, aber dort konnte ich nichts einstellen. Könntest du es verschieben, Karsten (oder jemand anders, der die Berechtigung hat)?

    Vor dem Einschlafen habe ich manchmal etwas verrückte Ideen zu Themen, die mich gerade beschäftigen. Ich dachte, ich poste sie mal. Vielleicht will sie ja jemand irgendwann mal umsetzen.

    1.) Die alkoholfreie Kneipe
    Hier gibt es leckeres Essen, man kann Karten spielen oder sich unterhalten, alles wie in der "richtigen" Kneipe halt, nur es gibt von vornherein keine alkoholischen Getränke auf der Karte, aber alles, was man sich sonst vorstellen kann. Klar, dass man hier viele trockene Alkoholiker und deren Angehörige trifft, mit denen man sich ungezwungen unterhalten kann.

    2.) Der alkfreie Betrieb/die alkfreie Firma
    Das Zertifikat "alkoholfrei" weist darauf hin, dass in dieser Firma weder zu bestimmten Feierlichkeiten noch nach Feierabend noch ansonsten Alkohol konsumiert wird. Es gehört zur Firmenphilosophie, dass auf trockene Alkoholiker Rücksicht genommen wird.

    Hat jemand noch mehr Ideen :wink:

    Gute Nacht - und danke!