Danke, Maik, dir auch!
Ich sitze seit ein paar Wochen an der Kreuzung und kann mich nicht entscheiden, welchen Weg ich einschlagen soll. Kopf will links, Herz will rechts - oder auch mal umgekehrt.
Kein schönes Gefühl. Aber seit ich hier schreibe, geht es mir schon viel besser.
Beiträge von inbetween
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Oh je, dann hast du ja sogar zwei "Baustellen", wenn ich das mal so formulieren darf ... ich finde, du hast gut reagiert. Lass dich nicht unter Druck setzen und dir sagen, was du fühlen sollest/müsstest. Wer soll das beurteilen können, wenn nicht du selbst? Meine Mutter ist zwar keine Alkoholikerin, aber sie hat bei mir auch lange Zeit sehr viele Knöpfe drücken können, und auch dort musst ich lange um innere Distanz kämpfen, bis ich die ganzen "double binds" und gegensätzlichen Ansprüche durchschaut habe. Die Zeiten sind zum Glück lange vorbei, aber das war so wichtig, auch für unsere Beziehung. Erst, nachdem ich mich distanziert hatte, konnten wir uns auf Aufgenhöhe wiederbegegnen.
Lass dich nicht verrückt machen. DU entscheidest. -
Geraldijn, ich finde, das hast du gut gelöst (mit dem Freund, der "retten" wollte).
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Ich finde, das ist der beste Weg, den du gehen kannst - der Weg, der sich innerlich richtig anfühlt. Dinge zu sagen, zu denen du stehst. Dinge zu tun, zu denen du stehst. Ohne Angst, ohne Scham, ohne Verantwortungsbewusstsein für Dinge, die du nicht in der Hand hast.
Angst macht krank, unsicher, abhängig. Auch Angst vor "Fehlern". Lass dir Zeit. Erlaube dir Abstand und innere Distanz, du bist deswegen nicht gefüllos. Und du brauchst auch keine Angst davor zu haben, dass andere dich für gefühllos halten könnten, wenn du dich abgrenzt. -
Hab keine Angst. Du darfst auch "Fehler" machen - ich denke das jedenfalls. Nimm dir selbst den Druck, dann wird es leichter, die Dinge mit klarem Kopf zu sehen.
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Ich weiß, es hilft nur bedingt, aber: Schrittchen für Schrittchen. Du musst nichts entscheiden. Warte ab wie du dich fühlst, wenn die Wogen sich glätten und das erste Gefühlschaos vorbei ist.
Ich denke an dich! -
Ich habe selbst auch ein Problem mit dem Abgrenzen gehabt, Stück für Stück ist es besser geworden, ich weiß allerdings nicht, was der drohende Tod mit mir machen würde.
Ich habe schon ein paar wichtige Sätze hier in diesem Forum gelesen, vielleicht helfen sie dir auch:
Niemand wird gezwungen zu trinken - wer den ärztlichen Rat bei einer schweren Erkrankung nicht befolgt, muss mit den entsprechenden Folgen rechnen.
Saufen ist nicht strafbar. Jeder darf sich totsaufen, wenn er/sie will.Du kannst sie nicht retten.
Alkoholismus ist eine Krankheit. Was wäre, wenn deine Schwester unheilbar an Krebs erkrankt wäre? Würdest du dich auch verantwortlich für ihre Genesung fühlen?
Die Trauer wäre sicher die gleiche, aber deine innere Haltung wäre anders - denke ich mal.
Du würdest sie besuchen, ihr Beistand geben, um sie trauern. Aber du würdest dich nicht selbst aufreiben, um sie zu retten, denn du wüsstest, dass nichts, was du tust, den Krebs besiegen könnte.Was mir auch mit meinem alkoholkranken Partner sehr schwer fällt, ist, den Alkoholismus als KRankheit zu akzeptieren, denn für mich spielt schon der Wille, zu trinken oder es eben zu lassen, eine wichtige Rolle. Wenn ich "nein" zu Alkohol sagen kann, warum kann er es nicht auch?
Aber so einfach ist es nicht, denke ich.Ich wünsche dir viel Kraft, auch, deine eigene Hilflosigkeit zu akzeptieren. Vielleicht hilft der Vergleich mit der Krebserkrankung.
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Lass es dir gut gehen!
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Danke! Und es stimmt - es hilft gar nichts, wenn ich mich selbst unter Druck setze, das habe ich in den letzten Wochen gemerkt, als ich mir eine Entscheidung abverlangen wollte, weil sie eben demnächst ansteht. Weil ich gerne "klare Verhältnisse" wollte, egal wie. Ich bin schon lange nicht mehr so grimmig durch die Gegend gelaufen, ich konnte mich selber nicht mehr leiden.
Hier zu schreiben macht mir viele Widersprüche noch einmal klarer, und die Ehrlichkeit hier im Forum mag ich sehr!Es stimmt. Auch ich bin abhängig, auch ich habe "Suchtdruck", auch bei mir funktioniert es einfach über den "Willen" nicht - das ist, so absurd es klingt, ein erleichterndes Gefühl.
Und was ich auch erleichternd finde - so oder so wird die Entscheidung eine Entscheidung sein, kein Hals-über-Kopf. Das fühlt sich gut an! -
Auch wenn manche mich vielleicht wegen meiner Unentschlossenheit als "hoffnungslosen" Fall sehen - trotzdem danke ich euch! Auch wenn ich noch nicht klar sehe, ist meine Stimmung viel besser geworden, seit ich hier schreibe!
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Ja - das Loslassen und die innere Distanz sind meine großen Themen. Wie Hartmut schreibt: jeder hat das Recht, sich totzusaufen ...
Der Verstand hat's begriffen, der Rest noch nicht. -
Ich habe gerade im Bereich der Alkoholiker mehr oder weniger die Frage gestellt, ob die Androhung von Trennung wirklich jemanden zur Abstinenz gebracht hat. - Ich glaube es nämlich eigentlich auch nicht, dass es funktionieren kann, wenn jemand für andere "trocken" wird.
Ich bewundere dich für deine Standfestigkeit!
Wenn dir der Gedanke an ein Treffen solches Unbehagen bereitet, dann lass ihn einfach wissen, dass du das nicht möchtest.
Vielleicht hilft es dir auch, einen Brief zu formulieren - du musst ihn ja nicht abschicken.
In "akuten" Situationen hilft mir das manchmal, mir noch etwas klarer zu werden, wenn ich bestimmte Dinge Schwarz auf Weiß sehe.
Manchmal muss ich dann auch drüber lachen, welche listigen Hintertürchen mein Unbewusstes noch offenhalten will - obwohl es so lustig eigentlich gar nicht ist ... -
Hartmut, danke für deine klaren und auch etwas herausfordernden Worte. Mir geht es nicht so sehr darum, meinen Partner in einer Tabelle einzustufen (was war schon, was hat - noch nicht - gereicht ...). Es geht mir eher darum, mir meine eigene Machtlosigkeit in dieser ganzen Sache noch etwas deutlicher vor Augen zu führen. Denn ich glaube, der Rückzug von Angehörigen/Partnern ist sehr selten wirklich der entscheidende Anstoß, etwas zu verändern. Wie schon manchmal geschrieben wurde: man wird am ehesten und längsten für sich selbst trocken, nicht für andere.
(Wohlgemerkt: ich habe nicht vor, das in ein Argument umzumünzen, dass die Trennung nicht doch notwendig oder besser ist).Allgemein gesprochen versuche ich gerade, meinem Herzen über den Verstand auf die Sprünge zu helfen.
Keine Ahnung, ob das funktionieren wird ... -
Ich würde abwarten. (Auch wenn ich selbst darin nicht sehr gut bin ...).
Sein Freund ist da oder er ist im Krankenhaus, wie auch immer - er ist nicht allein, es ist jemand bei ihm.Was ich mir an deiner Stelle sehr schwierig vorstelle, weil ich ja selbst dauernd mit mir kämpfe, ist, deine Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen, eventuell wieder über den Haufen zu werfen, bzw. zu überlegen, einen Neuanfang an bestimmte Bedingungen zu knüpfen.
Ich kenne das befreiende Gefühl, wenn man sich zu einer Entscheidung durchgerungen hat (was mir gerade nicht gelingen will) - wenn dieses Gefühl ins Wanken kommt, das ist nicht schön.
Ich weiß keinen Rat außer den, abzuwarten. Lenk' dich ab, zumindest mal für eine Stunde, dann schau dir deine Gefühle noch einmal an. - Und nochmal, ...
Ich hab's vorhin selbst gemerkt. Man kann sich nicht zu einer Entscheidung zwingen, auch wenn vom Verstand her alles klar ist.
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Vielen Dank, Karsten. So ähnlich hatte ich mir das schon gedacht (dass der ausschlaggebende Punkt wohl bei jedem etwas anders ist).
Hat es dir geholfen zu wissen, dass Alkoholismus eine Krankheit ist? Mir fällt es ganz schwer, das bei meinem Freund als solche zu akzeptieren, weil er immer wieder lange Trinkpausen einlegen kann, wenn er will.
Liegt es daran, dass ein gewisser Selbstschutz eine Weile lang funktioniert (dass man das mit den Trinkpausen z.B. schafft, weil man den Job etc. nicht verlieren will), dann aber irgendwann keine Kontrolle mehr möglich ist? -
Ist es in Ordnung, wenn ich als Co-Abhängige in diesem Bereich eine Frage poste? Wenn nicht, bitte einfach wieder löschen.
Ich hoffe nicht auf ein Patentrezept, aber es gibt so viele verschiedene Meinungen dazu, was passieren muss, damit jemand mit dem Trinken aufhört, dass mich eure eigenen Erfahrungen hierzu sehr interessieren würden.z.B.
War es die Einsicht, dass es gesundheitlich nicht so weitergeht - hat euer Körper einfach nicht mehr mitgemacht?
War es ein einschneidendes Erlebnis?Vielen Dank!
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Oh je, Miriel ... ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Inkonsequenz ganz schlimm ist - ich war und bin selbst oft nicht konsequent genug. Gerade in solchen Situationen, in denen man einem anderen wirklich wehtun muss.
Ich hoffe, du hast die Kraft, konsequenter zu sein als ich. -
Ich danke euch sehr für die vielen Antworten und die offenen Worte!
Leider komme ich im Moment einfach nicht zu einer klaren inneren Einstellung, ich gehe mir mit diesem Hin und Her gerade selbst fürchterlich auf die Nerven.
Ich hätte es gern einfach und klar ...Ja, die peinlichen Situationen und die Vorwürfe - am Anfang hat er mich damit sehr gut eingefangen, aber irgendwann hat es dann bei mir "klick" gemacht und ich habe mich nicht länger quasi mitverantwortlich für sein Verhalten gefühlt. Wenn er sich daneben benimmt, dann ist das sein Problem, nicht meins.
Manchmal (bei den Beleidigungen) habe ich mir vorgestellt, dass er am Tourette-Syndrom leiden würde (Stichwort "Krankheit").
Da hat mir eine ganz gute innere Distanz verschafft.Es ist auch nicht so, als würde mich sein Verhalten komplett aus der Bahn werfen - das hat es am Anfang kurzzeitig, aber letztendlich passe ich schon ganz gut auf mich auf.
Dass wir derzeit eine Fernbeziehung führen, liegt z.B.daran, dass ich mich beruflich verändern wollte und umgezogen bin. Meine (zumindest finanzielle ...) Unabhängigkeit bedeutet mir sehr viel, denn so habe ich jederzeit die Chance, im Zweifelsfall tatsächlich meine Koffer zu packen und zu gehen.
Also auf bestimmte Bereiche hat er bei mir keinen Zugriff mehr, bzw. ist die Abhängigkeit nicht ganz so ausgeprägt, und ich fühle mich auch nicht als Opfer.Es tut mir Leid, wenn ich euch gerade genauso auf die Nerven falle, wie mir selbst - wahrscheinlich sind diese ganzen Erklärungsversuche typisch und ich sehe einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Vielleicht muss ich auch einfach noch einmal böse auf die Nase fallen, bis ich's wirklich kapiere
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Es stimmt. Ich kann/will noch nicht loslassen.

Kennst du die Bücher von Melody Beattie? Sind seit einigen Jahren meine Begleiter - mal helfen sie, mal nicht.Nun ja - ein paar Monate habe ich noch, bis es soweit wäre (mit dem Zusammenziehen).
Vielleicht sehe ich bis dahin klarer.
Ich danke dir sehr für deine direkten Worte, Miriel - ich werde jetzt mal einen langen Spaziergang machen und nochmal über alles nachdenken. -
Schwierige Fragen, das alles.
Einerseits sagt mir eine innere Stimme (genau wie dir) - "wer weiß, ob das gut gehen wird" und "lieber nicht".
Andererseits weiß ich auch, dass ich vorher mit noch niemandem bei so vielen Dingen auf einer Wellenlänge lag.
Und ich habe den Eindruck, dass ich an dieser Beziehung auch deshalb festhalten möchte, weil auch meine "Beziehungsstrukturen" problematisch sind, und ich zum ersten Mal wirklich klar sehe, wo meine Probleme liegen.
Ich weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist. Aber ich hätte ein bisschen das Gefühl, dass ich bei einer Trennung auch vor meinen eigenen "Problemen" weglaufen würde.
Es ist wirklich zu vertrackt
