Beiträge von herzeloyde

    Hi Miezekatze,

    ich empfinde zerfreilas Beitrag als keinen Angriff Dir gegenüber. Sie wollte dich sicherlich nur darauf aufmerksam machen, dass alles was wir hier schreiben, für JEDEN zu lesen ist.
    Ich denke es ist gut, dass man sich dessen immer mal wieder bewusst wird.
    Und man sich die Forumsregel "bleib bei Dir, schreib über Dich, über Deine Gefühle und Gedanken" wieder vor Augen führt.


    Liebe Grüße
    Herze

    Hallo ihr Lieben,

    gerade geht es mir nicht so gut. keine ahnung warum sich an manchen tagen die rosarote brille einschleicht und man unfähig ist, sich die gründe vor augen zu führen, die einen dazu gebracht haben, sich zu trennen.
    im moment sehe ich mal wieder nur die dinge die ich verlore habe. ich vermisse ihn gerade furchtbar und muss mich zwingen, ihm nicht zu schreiben...deshalb schreibe ich lieber hier ein bischen, wies mir grad geht.

    letzte woche hat er seinen letzten kram abgeholt. wir haben noch ein bischen geredet, was ok für mich war. ich hatte vor dem treffen große angst, angst, dass ich wieder einknicke und meine ganzen gefühle wieder hochkommen...ich diese nicht kontrollieren könnte. aber so war es nicht. ich war relativ gefasst/ganz bei mir...nicht zuletzt aus dem grund, da er mit einer fahne und angetrunken hier aufgekreuzt ist. auf der einen seite fand ich es schade (für ihn, da er scheinbar immer noch nicht bereit ist was zu ändern)...auf der anderen seite war es für mich eigentlich gut, da ich wieder sehen konnte, was ich NICHT länger haben wollte. einen menschen, der sich bei jeder sich bietenden gelegenheit/bei jedem problem die kante gibt....dieser tag/dieses vorerst letzte treffen von uns verlief also ganz gut.

    dieses wochenende dagegen ist nicht so gut. gestern war ich auf einem flohmarkt. eigentlich etwas, was mir große freude bereitet und etwas, auf das ich mich schon sehr lange gefreut habe. als ich aber so alleine über den markt lief, überkam mich eine traurigkeit. nicht zuletzt wegen der erinnerungen, da wir dies als immer gerne zusammen gemacht haben. ich habe mich furchtbar alleine gefühlt...
    gedanken wie "es hätte alles so wunderbar sein können"....ich hatte auch eine riesige wut in mir....wut auf den alkohol und die drogen, gegen die ich keinen einfluss hatte und die mir etwas genommen hatten, was mir doch so wichtig war.

    abnds war ich dann mit einer freundin in der stadt unterwegs. es war eigentlich ein sehr schöner abend. haben bis drei uhr morgens gequascht, gelacht, rumdiskutiert...aber mir wurde an diesem abend irgendwie bewusst, dass ich von nun an single bin. hört sich komisch an, ich weiß. aber in den letzten wochen war ich so mit mir und der trennung beschäftigt, dass ich mir über alles einen kopf gemacht habe, außer darum, dass die suche nun weitergeht. die suche nach dem menschen, auf den ich mich irgendwann mal einlassen möchte. und das macht mir angst. bzw hatte ich das gefühl, dass es diesen einen nicht mehr geben wird. dass mich gar keiner interessiert....oder wenn ich einen mann interessant finden würde, ich bei diesem eh keine chance hätte. der gedanke, wieder tausend frösche küssen zu müssen bis ich endlich auf DEN treffe, mit dem es passt macht mir angst....das alleinsein macht mir angst...dass ich nie mehr auf einen menschen treffe, der mich so liebt wie ich bin....

    kein guter tag heute...und dieser scheint kein enden nehmen zu wollen...
    aber morgen ist ein neuer tag. und am dienstag beginnt mein bauchtanzkurs. eine sache auf die ich mich freue. auch wenn ich diese freude im moment nicht spüre...ich denke, sie kommt wieder zurück...
    liebe grüße an euch alle
    herze

    liebe Renate
    danke Dir für Deine Antwort. Vor allem danke ich Dir, dass Du Dir Zeit nimmst für mich, obwohl Du selbst gerade aufgewühlt bist....ich muss ehrlich sagen, dass ich in solchen Momenten keinen Kopf für andere Probleme hätte bzw es mir dann schwer fallen würde, darauf zu antworten...
    Ich denke beim Stichwort "betrügen" vorangig ans Fremdgehen. Ist mir vorhin beim Schreiben gar nicht in den Sinn gekommen, dass unter betrügen auch noch andere Dinge fallen können...da siehste mal: so eingeschränkt ticke ich in manchen Bereichen ;)
    Ich habe (so glaub ich) wirklich so gedacht, dass - wenn er mich braucht- würde er mich doch nicht betrügen...dann würde er sich doch selbst ins eigene Fleisch schneiden, da ich dann weg wäre...auf der einen Seite habe ich ihm oft vorgeworfen bzw hatte ich Angst davor, dass er mich ja nur lieben würde weil er durch mich diese und jene Vorteile hätte, aber im Nachhinein kann ich (glaub ich) auch sagen, dass mich eben diese Vorteile/dieses Gebraucht-werden/Macht vielleicht erst dazu gebracht haben, überhaupt eine Beziehung zu ihm aufzubauen... denn dadurch hatte ich nicht mehr solche Angst, dass ich eingetauscht werde durch etwas Besseres...denn ich hatte ja etwas was ich ihm bieten kann, und da es mir schwer fällt zu vertrauen, dass ich als Person allein schon genügen würde, so musste ich ihn vielleicht mit meinem "Retter-Dasein" an mich binden...ganz schön hart sich soetwas vor Augen zu führen...zu merken, wie verquer man selbst tickt...

    Liebe Lindi,
    ich glaube, ich habe solangsam verstanden, was es mit der "dunklen" Seite des Cos auf sich hat...und ich bin mir sicher, dass sich diese Seite im Laufe der Beziehung auch in mir gebildet hat...
    Konntest Du diese Seite in Dir auch finden? Wie bist Du damit umgegangen? Wie bist Du sie wieder los geworden??

    Liebe Grüße und schlaft gut
    Herze


    P.S. kann man denn in eine SHG (v.a. Al Anon) gehen wenn man sich bereits getrennt hat...oder gilt diese Gruppe vorangig Menschen , die im direkten Bezug zu einem Schtigen stehen?

    Hallo ihr Lieben,

    wollte mich mal wieder melden.
    XY hat gerade angerufen, um sich zu entschuldigen, dass er am WE seinen letzten Kram nicht abgeholt hat.

    Ich bin gerade etwas durcheinander....auf der einen Seite komme ich mir gerade so stark vor, dass ich relativ souverän reagiert habe...auf die Art, ich wäre eh nicht daheim gewesen...habe ihn dann gefragt wie es ihm geht usw....er hat dann damit angefangen, dass er mich vermisst und mich lieb hätte und dass er weiß, dass er selbst alles kaputt gemacht hat...

    mir ist klar, dass ich kein Zurück mehr möchte....zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt und unter solchen Voraussetzungen...aber mir ist auch bewusst, dass es DIE Voraussetzungen, die es für einen Neustart bräuchte bei uns nicht geben wird.
    Von demher ist eigentlich alles geschwätzt....

    Trotzdem merke ich, dass mich das Telefonat aufwühlt...ich merke meine Reaktion in mir, meinen innerlichen Drang, ihn am liebsten in meine Arme zu nehmen...ihm wieder aufzuzeigen, was das Leben alles Schöne zu bieten hat...

    Und im Grunde weiß ich, dass hier meine eigene Arbeit anfangen müsste. Warum ticke ich so...warum habe/hatte ich das Gefühl, dass ICH diejenige bin, die ihn von all seinem Kummer erlösen kann??Ziemlich anmaßend von mir wenn ich mir das selbst so eingestehe...woher kommt dieses Gefühl??
    Darüber mache ich mir in der letzten Zeit viele Gedanken...habe nun auch einen ganzen Stapel an Büchern zum Thema Co gekauft und hoff, ich komme irgendwann mal weiter....

    Eine Frage an Euch Frauen: seid/wart ihr ebenfalls extrem misstrauisch und eifersüchtig in der Beziehung? Da in meiner nahen Familie Alkoholsucht kein Thema war/ist muss der Grund für mein Verhalten irgendwo anders liegen und ich habe irgendwie den Verdacht, dass mein Verhalten in meinem Misstrauen Männern gegenüber liegt. Da ich schon als kleines Kind mitbekommen habe, wie unsicher Beziehungen sein können, sitzt in mir irgendwie die Angst, dass man verletzt wird, wenn man sich emotional auf einen Mann einlässt. Bei XY hatte ich das Gefühl, dass er mich nicht betrügen würde, da er mich ja ein Stück weit ja auch braucht....was man braucht betrügt man doch nicht....soviel zu meinen ersten Gedankengängen warum ich so bin wie ich bin....was meint ihr, könnte das ein Grund dafür sein, warum man sich coabhängig verhalten hat/verhält??

    Noch eine Frage: kann man eigentlich auch zu einer SHG wenn man sich getrennt hat; sprich ja eigentlich gar kein Angehöriger in dem Sinne mehr ist?

    Danke schon im Voraus für Eure Antworten

    Liebe Grüße
    Herze

    liebe Renate, lieber Matthias, liebe Lindi

    vielen Dank für Eure Antworten!!!

    Im Grunde weiß ich, dass ihr Recht habt...es sind SEINE Kinder...er bzw die Mutter der Kinder werden den Kontakt zueinander regeln...da habe ich keine Verantwortung mehr...bzw ich hatte sie ja eigentlich nie....

    Das was Du, liebe Lindi, geschrieben hast, hat einen wunden Punkt bei mir getroffen....
    Natürlich spielte bei diesem Thema mein eigener Kinderwunsch mit ihm eine sehr große Rolle...in guten Phasen unserer Beziehung habe ich (teilweise wir beide zusammen) das Luftschloss "große glückliche Patchworkfamilie" ...er mit seinen Kinder plus gemeinsame Kinder aufgebaut....vor allem habe ICH mir diese Vorstellungen bis ins kleinste Detail ausgemalt...aber auch hier vielleicht Selbstüberschätzung? Alles etwas anders als gewohnt, alles etwas komplizierter als bei anderen, aber WIR bekommen das natürlich hin...?

    mich an diese Träume zu erinnern tut gerade weh...habe gerade das Gefühl, dass das Gefühl wieder Oberhand gewinnt...der Verstand, der in letzter Zeit das Sagen hatte, schweigt...

    Das was Du schreibst Renate lässt mich auch wieder an unsere schöne Anfangszeit erinnern. So wie Dein XY Dich fragte, "warum hast Du Dich für MICH entschieden", hat XY mich gefragt "Warum willst Du MICH an Deiner Seite?". Und genau wie Du, habe ich in ihm etwas gesehen, das er (nicht mehr?) gesehen hat. Ich war anfangs so voller Zuversicht, dass ich ihm genau DAS wieder zeigen kann...ihn von all seinen Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen zu "befreien" und er anfängt, sich so zu sehen wie ich ihn gesehen habe...oder im Grunde eigentlich immer noch sehe....als einen Menschen, der es auf den ersten Blick nicht geschafft hat, sein Leben auf die Reihe zu bekommen, da er so voller Zweifel ist und sich als Versager sieht... aber im Innern ein wunderbarer Mensch ist, der die Fähigkeit besitzt, in anderen das Gute zu sehen, der jeden Menschen so annimmt wie er ist ohne zu verurteilen (das habe ich an ihm besonders bewundert)...nur leider nicht bei sich...ich dachte lange Zeit, dass ich ihm durch meine Liebe zu ihm helfen kann, seine komplizierte (Familien)-Vergangenheit zu verarbeiten und beginnt sich irgendwann selbst zu lieben, sich wieder etwas zutraut...

    Um nochmal zum Thema Kinder zu kommen: natürlich war es nicht meine Aufgabe, den Kontakt zwischen Vater und Kinder zu regeln. Aber ich wurde in meinem Verhalten insofern bestätigt, dass sich während unserer Beziehung eben auch der Kontakt zwischen XY und seinen Kindern verändert hat. Hatte er Anfangs unserer Beziehung kaum bis keinen Kontakt zu ihnen, so wurde der Kontakt intensiver...und ich würde schon sagen, dass es auch daran lag, dass ich ihm immer und immer wieder versucht habe bewusst zu machen, dass er an der Vergangenheit nichts mehr ändern kann. In ihm nagte das schlechte Gewissen, seine Kinder damals im Stich gelassen zu haben (die Ex trennte sich aus den gleichen Gründen wie ich) und er fühlte sich als Versager und auf Grund des schlechten Gewissens hat er sich davor gescheut, den Kontakt wieder aufzubauen...ich weiß nicht ob es anmaßen klingt, aber ich hatte schon das Gefühl, dass er unter anderem auch durch mich diese negativen Gefühle ein Stück weit ablegen konnte und sich seiner Aufgabe (den Kindern wieder nahe zu kommen) gestellt hat...Besuche, regelmäßige Telefonate, dadurch dass er dann bei mir wohnte (sprich: in keinem Loch mehr) durften ihn seine Kinder dann irgendwann besuchen kommen...

    Ich merke selbst, dass ich mir wieder n Kopp um alten Kram mache...
    Aber durch das Schreiben versuche ich gerade für mich selbst etwas Klarheit in mich zu bringen...auch wenn sich alles noch sehr konfus und unproduktiv anhört.

    Ich stelle mir auch die Frage, warum mir seine Kinder so wichtig waren bzw dass ER einen guten Kontakt zu ihnen hat. Ich erinnere mich an mehrere Situationen, in denen ich mal wieder auf ihn einredete, dass er sich doch endlich mal bei seinen Kindern melden soll. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe....als sei ich selbst ein kleines Kind, das um die Liebe des Vaters bittet. ich hatte Tränen in den Augen, als ich ihm versucht habe begreiflich zu machen, dass Kinder doch seinen Vater brauchen...dass es Kindern doch erstmal egal ist, ob der Papa sein Leben auf die Reihe bekommt oder nicht...dass Kinder doch einfach nur die Gewissheit haben wollen, dass der Papa an sie denkt und für sie da ist....ich glaube da kommen gerade ein paar Knackpunkte in mir zum Vorschein....

    Das Gefühl des schlechten Gewissens den Kindern kommt glaube ich auch daher, da ich mich sebst so unter Druck gesetzt habe am Anfang. Die erste Zeit habe ich darauf bestanden, dass er mich als gute Bekannte vorstellen soll und nicht als seine neue Partnerin. Ich wollte erst als eine Partnerin vorgestellt werden, als ich für kich sagen konnte "a, das ist etwas für dei zukunft"...Ich glaube, ich habe mich (selbst) zu sehr in die Kinder reingefühlt....habe aus meiner eignen Sicht auf die Kinder geschaut...wahrscheinlich kommen die mit der Tatsache viel besser klar als ich denke....wahrscheinlich hatte/habe ich den Gedanken in mir "ich als Kind würde unter Trennungen/Veränderungen leiden" und projeziere MEIN Gefühl in sie hinein...

    Ohhjjjeee, in mir kommen gerade so viele Gefühle/Gedanken/Unsicherheiten/Verdrängtes zum Vorschein....weiß gar nicht wo ich anfangen soll....wo zuerst hinschauen....was zuerst im Angriff nehmen...vor allem WIE??

    Nachdenkliche und aufgewühlte Grüße
    Herze

    Melinak
    ich bewundere Deine Ehrlichkeit (Dir und uns gegenüber) sehr!!! Und sie gibt mir den Anstoß, bei mir ebenfalls auf Dinge zu schauen...vor allem EHRLICH darauf zu schauen.
    Auf Gefühle die man ja so gerne von sich weist..wer gibt schon gerne zu, dass man im Grunde so große inneriche Schwächen zu verbergen hat...
    auch ich hatte hin und wieder das Gefühl, ich sei die Allerärmste, da ich doch sooo viel auf mich nehme, so viel Liebe in etwas stecke, nie schwach werde weiter zu lieben...und wenn jemand mal sagte "wie schaffst Du das? Tut Dir das noch gut?" so gab mir diese Frage vorangig das Gefühl, mich gut zu fühlen. Ich konnte die Starke herauslassen, die ja sooo viel Gefühl und Liebe in sich trägt...oder ich ließ mich bemitleiden...
    Solangsam komme ich immer mehr dahinter, was bei MIR schief lief (oder sicherlich noch schief läuft)...wo meine Baustellen sind...aber dorthin zu schauen ist nicht angenehm....


    Liebe Grüße
    Herze

    Hallo ihr Lieben,

    Renate : ein sehr treffender Satz....dorthin zhu gelangen ist aber leider ein noch sehr weiter Weg...

    Hatte ich vorgestern einen sehr guten Tag, so hat sich die Euphorie "jetzt schau ich nur noch auf mich" wieder etwas gelegt. Ich merke, dass ich mir wieder Gedanken mache...um IHN...

    Aufgewühlt bin ich durch einen Traum...er hat mir gestanden, dass er bereits eine neue Partnerin hat. Das Seltsame ist, dass mich die Tatsache, dass sie kein Wort Deutsch könne, völlig ausflippen hat lassen. Ich habe ihn angeschrieen, dass diese Frau ihm dann doch nicht helfen könne, seine Probleme auf die Reihe zu bekommen. Seltsamerweise hatte ich vor allem das Problem "regelmäßiger Kontakt zu seinen Kindern" im Kopf. Im Traum hatte ich die Angst, dass die andere ihn eben nicht darin unterstützen könne, Kontakt zu seinen Kindern aufzubauen....seltsam...

    hier wird mir klar, dass ich auch diese Baustelle von ihm zu MEINER gemacht habe. Ich habe mich so reingehängt, ihm sein schlechtes Gewissen kein guter Vater zu sein, zu nehmen. Habe ihn dazu ermutigt, den Kontakt wieder aufzubauen, ihm klar gemacht, dass es Kindern nicht darum geht, dass der Vater finanziell gut dasteht...sondern einfach nur für sie DA ist...Der Traum zeigt mir, dass ich Angst habe, dass er das wieder aus den Augen verliert....bzw dass seine nächste Partnerin keine solche Notwendigkeit darin sieht, dass er eine gute Beziehung zu den Kindern hat. Und am Ende sind seine Kinder die Leidtragenden...ein Gedanke, der mir weh tut....

    Und auch wenn es nur ein Traum war, so rattert es in mir wieder.....Erinnerungen kommen hoch....auch an seine Kinder. Das schlechte Gefühl, dass durch unsere Trennung nun auch bei den Kindern wieder etwas weggebrochen ist, nagt an mir. Ich fühle mich schlecht, dass die Kinder, die auch zu mir eine gewisse Beziehung aufgebaut haben, nun damit klarkommen müssen, dass sie früher oder später sich wieder auf eine neue Frau an der Seite ihres Papas einstellen müssen....wenn ich an die Kinder denke, so habe ich ein schlechtes Gewissen...

    Gruß
    Herze

    was mir zum Thema Coabhängigkeit auch noch einfällt:

    Mir hat hier jemand mal geschrieben, dass man sich bewusst darüber werden soll, dass man sich diese extremen Hochs und Tiefs (die in einer Suchtbeziehung wahrscheinlich zwangsläufig entstehen) SELBST gewählt hat.
    Ich muss für mich sagen, dass das auf jeden Fall so stimmt. Das Suchen nach den ganz großen Gefühlen.
    Dass man für das Gefühl "Du bist was ganz Besonderes, mit DIR schaffe ich alles" auch die Kehrseite der Medaille in Kauf nimmt....
    Denn insgeheim wusste man, dass nach einem extremen Tief ein ganz besonderes Hoch wieder kommt...umso schlimmer ein Streit war, umso schöner/intensiver waren dann die Versöhnungen...ein ständiges "füreinander entscheiden"....da entstand bei mir das Gefühl "Das muss doch die wahre große Liebe sein".....

    Liebe Grüße
    Herze

    schnuffig
    ich denke, das ist auf jeden Fall auch ein großes Therma für uns Coabhängige. Ich hatte sicherlich das Glück, dass ich in der Beziehung (noch) nicht so verstrickt war (also z.B. keine gemeinsamen Kinder), dass es mir leichter fiel, früh genug einen Schlussstrich zu ziehen. Ich lese oft hier bei anderen, dass im Laufe der Beziehung die sozialen Kontakte immer weniger wurden. Und nicht selten stehen dann die Frauen nach der Trennung erstmal alleine da und sind gefordert, neue Kontakte zu schließen oder alte wieder aufzubauen.
    Aber die Tendenz, Freunde zu Gunsten der Beziehung zu vernachlässigen hatte ich definitiv auch. Steckte XY z.B. in einer Depression, fiel es mir unglaublich schwer, etwas alleine zu machen. Der Gedanke "Ihm geht es nicht gut und ich amüsiere mich" fand ich schrecklich. So sagte ich auch die ein oder andere Verabredung ab, nur um bei ihm zu sein....allerdings stand ich am Ende dann doch alleine da, da XY im depressiven Loch meine Nähe nicht ertragen hat...
    Und auf der anderen Seite wurden hin und wieder Verabredungen nicht wahrgenommen, wenn gerade ne gute Phase bei XY war. Ging es ihm gut, so wollte ich diesen Moment nicht verpassen, den guten Tag mit ihm genießen....im Nachhinein kommt es mir wie ein Krafttanken für das nächste Tief vor....


    Liebe Grüße
    Herze

    Hallo ihr Lieben.

    auch wenn ich gerade mal vier Tage lang nichts mehr hier in meinem Fädchen geschrieben habe, so kommt es mir vor, als wäre ich wochenlang auf einer Reise gewesen und melde mich nun wieder zurück :)

    Nach meinem Gefühlsloch an den TAgen um meinen Geurtstag herum fühle ich mich wieder gut. Hatte schöne Tage auf der Arbeit, war auf Kunsthandwerkmärkten, hatte Besuch von einer ganz wunderbaren Freundin...habe es mir gut gehen lassen.

    Habe aber trotz der ganzen Abwechslung auch viel über mich nachgedacht....und natürlich war XY ein ganz großes Thema auch in Gesprächen mit Freunden...hin und wieder auch Tränen bei solchen Gesprächen und kurze Anflüge von Unsicherheit, das Richtige getan zu haben. Aber ich merke, dass sich solche Unsicherheiten nur noch in kurzen Momenten breitmachen und ich es immer öfter schaffe, mir wieder ganz schnell bewusst zu machen, dass ich genau das Richtige gemacht habe....dass es kein Zurück mehr gibt...

    Neu ist das Gefühl, das Ende der Beziehung als Chance zu sehen, MICH kennen zu lernen...mich an meine Ängste Stück für Stück heran zu wagen und diese anfange zu beseitigen.

    Eine für mich gewaltige Erkenntnis ist in mir gereift in den letzten Tagen bzw in langen Gesprächen mit guten Freunden:
    Mir ist bewusst geworden, dass ich in Wirklichkeit sehr lange an etwas festgehalten habe was eigentlich nicht mehr das war, was ich mir gewünscht habe. Mir ist bewusst geworden, warum ich solche Angst hatte, mich davon zu lösen:
    ich hatte vor einigen Jahren eine lange Beziehung, die ziemlich unschön auseinander ging. Dadurch, dass er fremdging und sich für die andere entschied war mein Selbstwert im Eimer, brauchte ungelogen Jahre, um wieder einigermaßen aufm Damm zu sein und so etwas wie Vertrauen zu entwickeln. Hatte das Vertrauen in die Männerwelt völlig verloren und war der Meinung, dass Beziehungen sowieso zum Scheitern verurteilt sind, da Männer früher oder später ohnehin fremd gehen werden...
    Da XY der erste war, bei dem ich mich langsam Stück für Stück öffnen konnte und mich irgendwann wirklich voll und ganz wieder einlassen konnte, hatte ich immer den Drang, dass er es doch sein muss. Ich wollte nie mehr solche Gefühle durchleben wie nach der vorherigen Beziehung. Ich denke, dass ich auf Grund dieser Angst, mich so sehr an diese Beziehung geklammert habe.
    Und nun ist mir aber bewusst geworden, dass diese Trennung gar nicht mit der vorherigen zu vergleichen ist. Die Umstände waren so grundverschieden...ich bin nicht ausgetauscht worden durch eine tollere frau, sondern ICH habe entschieden, dass mich die Beziehung auf Dauer nicht glücklich machen wird. Und die Erfahrung, dass mich diese Trennung zwar traurig macht, aber mich eben nicht in solch ein Loch stürzen lässt wie damals, ist grad sehr wichtig für mich zu erfahren und zu spüren....

    Ich beginne auch zu begreifen, dass ich die Beziehung in gewisser Weise auch GEBRAUCHT habe...um mich gut zu fühlen. Um irgendwas in mir zu reparieren bzw reparieren zu lassen, was in mir kaputt gegangen ist.
    Ich beginne mich auf den Weg zu machen, meine kaputten Stellen in mir zu finden....
    Mir ist klar geworden, dass dieser Weg MEINER ist und nicht in die Verantwortung eines anderen gelegt werden kann.


    Ich grüß Euch alle ganz herzlich und wünsch Euch einen schönen Tag....die Sonne scheint hier :)


    Herze

    Liebe Miriel,

    habe an Deinen letzten Einträge als stille Leserin teilgenommen...konnte aber irgendwie nichts darauf antworten, da ich mich selbst wieder in einem Gefühlschaos verstrickt habe..

    Aber auch heute, wo ich wieder etwas Klarheit in mich, in meine Gedanken und in meine Gefühle gebracht habe kann und möchte ich mir nicht anmaßen Deine Frage, ob du Du Dein Vorhaben, ihn zu besuchen, wieder verwerfen sollst, zu beantworten.

    Was ich Dir allerdings schreiben möchte, ist mein Eindruck, den ich beim Lesen bei Dir habe: ich hatte bei Dir bis zu DEiner Reise das Gefühl, dass Du auf dem Weg bist, Deinem Ziel "wieder frei zu sein" immer näher zu kommen....hin und wieder kamst Du mir so klar vor, dass ich dachte "ja, sie hats geschafft sich wirklich zu lösen....ist bei SICH angekommen"
    Nach Deinen letzten Einträgen habe ich das Gefühl nicht mehr. In Dir rattert es wieder, Du bist wieder mit den Gedanken bei IHM, bei EUCH....
    Was erhoffst Du Dir genau von einem Besuch bei ihm?? Dass er Dir Klarheit bringt? Dass Du dadurch wieder zu Dir findest??? Ich denke, Du merkst selbst wie die Telefonate allein schon Dich wieder ins Chaos stürzen....meinst Du ein Treffen bringt Ruhe in Dich??

    Ich umarm Dich fest und wünsch Dir alles Liebe
    Herze

    Wie Zimttee schon fragte: was machen die Klosterpläne???
    Übrigens: eine Idee die auf meine to-do Liste fürs nächste Jahr gekommen ist :)

    Liebe Irini,

    hatte endlich mal wieder etwas Zeit und Ruhe, um Deine letzten Einträge zu lesen.

    Der Auszug von XY war/ist ein ganz großer Schritt in Richtung "eigenes Leben"....nimm Dir die Zeit diesen sacken zu lassen....

    Ich glaube zu wissen, wie DU Dich fühlst....habe auch ich mich mental auf den Auszug von XY wochenlang vorbereiten können, so ist es doch etwas anderes, wenn der Tag dann gekommen ist und man in einer halb leeren Wohnung steht.

    Aber ich kann Dir nur sagen: es wird jeden Tag besser und mit jedem Tag wirst Du dir ein Stückchen näher kommen.

    liebe Irini, ich wünsch Dir alles Gute, viel Kraft und nicht zuletzt viel Freude beim Neugestalten Deiner Wohnung.

    Herze

    Zimttee
    danke Dir für Deine Worte.
    Eigentlich weiß ich ja, dass es gut ist, dass ich die Reißleine gezogen habe...und nun meinen Weg gehe.
    Ich denke, dass vielleicht einfach grad der Zeitpunkt mir grade so zu schaffen macht und ich so emotional und verunsichert bin. Mir kommen in den letzten Tage einfach so viele Erinnerungen hoch von meinem Geburtstag im letzten Jahr mit ihm zusammen. Es war einach einer der schönsten den ich hatte. Tagsüber mit ihm gemütlich und abends eine große Party mit vielen lieben Freunden...Ich erinnere mich an die Zuversicht die ich da noch hatte, an das Vertrauen, dass alles gut wird und an das Gefühl, dass das mit uns etwas für die Zukunft ist...es ist traurig, wie schnell sich doch alles ändern kann...vor einem Jahr hätte ich im Traum nicht daran gedacht, dass die Dinge sich so entwickeln...
    Und dieses Jahr habe ich meinen Geburtstag quasi ausfallen lassen....

    Aber Du hast Recht, ich muss bzw kann nun, passend zum neuen Lebensahr beginnen, mein Leben neu zu gestalten....und das werde ich auch wieder...heute zwar noch nicht, aber ich bin optimistisch, dass die nächsten Tage wieder besser werden.

    Etwas Schönes gibt es allerdings zu berichten :)
    habe mich fürn orientalischen Bauchtanzkurs angemeldet. Im Oktober gehts los und ich freu mich schon sehr drauf. Habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, in die Richtung was zu tun, und nun mach ich es :)

    Liebe Grüße und eine gute Nacht euch allen
    Herze

    Ihr Lieben,

    Lindi & Miriel
    ich weiß auch nicht,warum ich gerade wieder dabei bin, vor allem meine Augen zu verschließen, was ich in den letzten Monaten endlich zu sehen begonnen habe. Ich vermisse ihn gerade einfach furchtbar, vermisse die liebevolle Seite an ihm, das Gefühl der Geborgenheit die er mir gegeben hat... das Gefühl der Leere in mir lässt mich wahrscheinlich grade alles verdrängen und durch die rosa Brille sehen...

    dachte eigentlich, dass das nun solangsam ein Ende gefunden hat...aber ich muss mich scheinbar damit abfinden, dass es solche Tage wie heute noch öfters geben wird...

    Ich habe gerade sehr lange mit einer Freundin telefoniert und sie sagte genau die gleichen Worte wie ihr...ICH konnte mit der Situation nicht mehr umgehen, es ging mir nicht mehr gut, was spielt es da für eine Rolle was er getrunken hat bzw wie stark seine Sucht ausgeprägt ist.....wie schnell ich das aber wieder vergessen bzw verdrängen kann, unglaublich....

    Lindi, Du triffst es mal wieder völlig auf den Punkt wenn Du schreibst, dass mein Wunsch einem schönen Märchen gleicht, das ich aber ganz schnell wieder vergessen muss, da es unrealistisch ist.....Danke Dir, dass Du mich wieder an die Realität erinnerst. Und dazu gehört de facto das Trinken, das Kiffen, Depression, Tatenlosigkeit, meine Hilflosigkeit und so weiter und so fort....
    DANKE LINDI!!!!
    DANKE MIRIEL!!!

    Liebe Miriel, vielen Dank für Deine Worte!!! Deine Sätze, dass ich auch in den schwachen Momenten schreien soll, ermutigen mich gerade DAS nun zu tun....

    Die letzten Tage liefen eigentlich ganz gut, war unterwegs, habe Freunde und Familie esucht, habe es mir gut gehen lassen.
    Dass ich immer noch nicht ganz frei in habe ich vor ein paar Tagen gemerkt: Ich hatte Geburtstag und war innerlich irgendwie unruhig....stets mit dem Gedanken bei ihm... hin und her gerissen zwischen dem Hoffen, dass er sich meldet (sprich an mich bzw einen Geburtstag denkt) und dem Gedanken, dass es mir dch eigentlich egal sein müsste...
    Abends hat er dann tatsächlich angerufen. Er hat es zweimal versucht, ich bin aber nicht ans Telefon. Anfangs empfand ich ein kleines Glücksgefühl, dass er an mich gedacht hat....aber irgendwann ist dieses Gefühl gewichen und ich hab angefangen Zweifel zu bekommen, ob er wirklich an meinen Geburtstag gedacht hat oder nicht vielleicht einfach nur angerufen hat um zu fragen, ob er seine restlichen Sachen zu holen. Sonst hätte er doch auch ne kurze Glückwunsch-sms schreiben können...
    Völliger Kindergarten, aber ich merke trotzdem, wie sehr es mich beschäftigt, dass ich noch immer nicht richtig loslassen kann.
    Gerade eben habe ich ihm nun eine sms geschrieben, dass ich gesehen hätte, dass er angerufen hat. Ob es darum ging, dass er seine Sachen holen wollte....argghhh diese Aktion war Kindergarten hoch zehn...und nun merke ich, wie ich ungeduldig auf ne Antwort von ihm warte
    Und in mir rattert es schon wieder...statt ruhig zu sein und auf mich zu konzentrieren...

    Ich merke gerade auch, dass ich wieder anfange zu zweifeln....der Gedanke, dass er vielleicht gar nicht alkoholsüchtig ist, macht mich verrückt...ich weiß zwar, dass er ein Problem mit Alk hat (keine Grenzen zu kennen, zu trinken um Proleme zu verdrängen) aber süchtig??? Er hatte keine zittrigen Hände wenn er mal keinen Alk getrunken hat, brauchte es auch nicht schon am frühen morgen, trank keinen Hartalk sondern "nur" Bier....
    Was meint ihr dazu????

    Ich hoffe die Zweifel lassen bald wieder nach


    Ich grüß Euch alle ganz lieb
    Herze

    Liebe Irini,

    allein die Tasache, dass Du selbst sagst, dass Du keine Lust mehr hast, seine Beraterin zu sein und keine Kraft mehr für sein Problem hast, zeigt Dir, dass Du auf dem richtigen Weg bist, wenn Du nach Dir schaust.

    Ich habe schon tausend Male von meinem XY und seiner Drogenberaterin zu hören bekommen, dass ich nicht SEINE Sozialarbeiterin bin...vor allem die Drogenberaterin hat wahrscheinlich schon sehr früh gemerkt, wie sehr ich mich in SEINE Probleme reinhänge und auf dem guten Weg bin, mich selbst dabei zu vergessen....ich habe lange Zeit nicht verstanden (oder verstehen wollen?) was sie bzw er mir damit sagen wolte, dass ich mehr auf MICH schauen solle.
    Es hat mich immer sehr gekränkt bzw verunsichert; auf die Art, er wolle keine ernsthafte Beziehung mit mir, sondern nur ein oberflächliches Techtelmechtel, in der jeder nur auf sich schaut. Ich habe lange Zeit gedacht, dass es zu einer Beziehung dazu gehört, die Probleme des anderen auch zu meinen zu machen...
    Aber das stimmt so nicht!!! Nicht DIESES Problem.

    Wie gesagt, allein weil Du für Dich erkannt hast, dass Du eben NICHT seine Beraterin bist zeigt, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Und hey: steck Deine Kraft in Zukunft mehr in DEINE Probleme und nicht in SEINE.

    Ich grüß Dich ganz herzlich und wünsch Dir einen schnen Abend

    Herze

    Liebe Renate,

    danke Dir!!
    Im Grunde war der gestrige "Vorfall" ja echt was Belangloses und ich komm mir grad auch n bischen blöd vor, dass ich wegen so nem Pipifax hier was rein schreib. Hat sowas wie "Jammern auf hohem Niveau"...

    Aber mich nervt es, dass ich merke, dass ich noch immer nicht ganz frei bin...meine Empfindungen (z.B. nicht ans Handy rangehen weil ich weiß, dass es mich aufwühlt) nicht ernst nehme bzw nicht danach handele...sondern mir immer noch Gedanken darüber mache, wie es bei IHM rüberkommt...

    Ich dachte, mit der Trennung ist alles getan...

    Liebe Grüße an Euch, ein Kraftpacket (wie Silberkralle immer so schön sagt) und alles Liebe

    Herze


    P.S. Ich befürchte, dass es bei XY so weiter geht wie bisher. Hat durch Nixtun das Glück gehabt, ein Zimmer zu bekommen....ist quasi wieder mit einem blauen Auge davon gekommen....es hört sich fies an, aber ich hatte irgendwie gehofft, dass er endlich mal an einen Punkt kommt, wo er wirklich strampeln und kämpfen muss und merkt, dass der Alk und die Drogen ihn daran hindern sein Leben auf die Reihe zu bekommen....aber wies aussieht schafft er es immer wieder, seinen Tiefpunkt zu umgehen....