liebe Renate, lieber Matthias, liebe Lindi
vielen Dank für Eure Antworten!!!
Im Grunde weiß ich, dass ihr Recht habt...es sind SEINE Kinder...er bzw die Mutter der Kinder werden den Kontakt zueinander regeln...da habe ich keine Verantwortung mehr...bzw ich hatte sie ja eigentlich nie....
Das was Du, liebe Lindi, geschrieben hast, hat einen wunden Punkt bei mir getroffen....
Natürlich spielte bei diesem Thema mein eigener Kinderwunsch mit ihm eine sehr große Rolle...in guten Phasen unserer Beziehung habe ich (teilweise wir beide zusammen) das Luftschloss "große glückliche Patchworkfamilie" ...er mit seinen Kinder plus gemeinsame Kinder aufgebaut....vor allem habe ICH mir diese Vorstellungen bis ins kleinste Detail ausgemalt...aber auch hier vielleicht Selbstüberschätzung? Alles etwas anders als gewohnt, alles etwas komplizierter als bei anderen, aber WIR bekommen das natürlich hin...?
mich an diese Träume zu erinnern tut gerade weh...habe gerade das Gefühl, dass das Gefühl wieder Oberhand gewinnt...der Verstand, der in letzter Zeit das Sagen hatte, schweigt...
Das was Du schreibst Renate lässt mich auch wieder an unsere schöne Anfangszeit erinnern. So wie Dein XY Dich fragte, "warum hast Du Dich für MICH entschieden", hat XY mich gefragt "Warum willst Du MICH an Deiner Seite?". Und genau wie Du, habe ich in ihm etwas gesehen, das er (nicht mehr?) gesehen hat. Ich war anfangs so voller Zuversicht, dass ich ihm genau DAS wieder zeigen kann...ihn von all seinen Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen zu "befreien" und er anfängt, sich so zu sehen wie ich ihn gesehen habe...oder im Grunde eigentlich immer noch sehe....als einen Menschen, der es auf den ersten Blick nicht geschafft hat, sein Leben auf die Reihe zu bekommen, da er so voller Zweifel ist und sich als Versager sieht... aber im Innern ein wunderbarer Mensch ist, der die Fähigkeit besitzt, in anderen das Gute zu sehen, der jeden Menschen so annimmt wie er ist ohne zu verurteilen (das habe ich an ihm besonders bewundert)...nur leider nicht bei sich...ich dachte lange Zeit, dass ich ihm durch meine Liebe zu ihm helfen kann, seine komplizierte (Familien)-Vergangenheit zu verarbeiten und beginnt sich irgendwann selbst zu lieben, sich wieder etwas zutraut...
Um nochmal zum Thema Kinder zu kommen: natürlich war es nicht meine Aufgabe, den Kontakt zwischen Vater und Kinder zu regeln. Aber ich wurde in meinem Verhalten insofern bestätigt, dass sich während unserer Beziehung eben auch der Kontakt zwischen XY und seinen Kindern verändert hat. Hatte er Anfangs unserer Beziehung kaum bis keinen Kontakt zu ihnen, so wurde der Kontakt intensiver...und ich würde schon sagen, dass es auch daran lag, dass ich ihm immer und immer wieder versucht habe bewusst zu machen, dass er an der Vergangenheit nichts mehr ändern kann. In ihm nagte das schlechte Gewissen, seine Kinder damals im Stich gelassen zu haben (die Ex trennte sich aus den gleichen Gründen wie ich) und er fühlte sich als Versager und auf Grund des schlechten Gewissens hat er sich davor gescheut, den Kontakt wieder aufzubauen...ich weiß nicht ob es anmaßen klingt, aber ich hatte schon das Gefühl, dass er unter anderem auch durch mich diese negativen Gefühle ein Stück weit ablegen konnte und sich seiner Aufgabe (den Kindern wieder nahe zu kommen) gestellt hat...Besuche, regelmäßige Telefonate, dadurch dass er dann bei mir wohnte (sprich: in keinem Loch mehr) durften ihn seine Kinder dann irgendwann besuchen kommen...
Ich merke selbst, dass ich mir wieder n Kopp um alten Kram mache...
Aber durch das Schreiben versuche ich gerade für mich selbst etwas Klarheit in mich zu bringen...auch wenn sich alles noch sehr konfus und unproduktiv anhört.
Ich stelle mir auch die Frage, warum mir seine Kinder so wichtig waren bzw dass ER einen guten Kontakt zu ihnen hat. Ich erinnere mich an mehrere Situationen, in denen ich mal wieder auf ihn einredete, dass er sich doch endlich mal bei seinen Kindern melden soll. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe....als sei ich selbst ein kleines Kind, das um die Liebe des Vaters bittet. ich hatte Tränen in den Augen, als ich ihm versucht habe begreiflich zu machen, dass Kinder doch seinen Vater brauchen...dass es Kindern doch erstmal egal ist, ob der Papa sein Leben auf die Reihe bekommt oder nicht...dass Kinder doch einfach nur die Gewissheit haben wollen, dass der Papa an sie denkt und für sie da ist....ich glaube da kommen gerade ein paar Knackpunkte in mir zum Vorschein....
Das Gefühl des schlechten Gewissens den Kindern kommt glaube ich auch daher, da ich mich sebst so unter Druck gesetzt habe am Anfang. Die erste Zeit habe ich darauf bestanden, dass er mich als gute Bekannte vorstellen soll und nicht als seine neue Partnerin. Ich wollte erst als eine Partnerin vorgestellt werden, als ich für kich sagen konnte "a, das ist etwas für dei zukunft"...Ich glaube, ich habe mich (selbst) zu sehr in die Kinder reingefühlt....habe aus meiner eignen Sicht auf die Kinder geschaut...wahrscheinlich kommen die mit der Tatsache viel besser klar als ich denke....wahrscheinlich hatte/habe ich den Gedanken in mir "ich als Kind würde unter Trennungen/Veränderungen leiden" und projeziere MEIN Gefühl in sie hinein...
Ohhjjjeee, in mir kommen gerade so viele Gefühle/Gedanken/Unsicherheiten/Verdrängtes zum Vorschein....weiß gar nicht wo ich anfangen soll....wo zuerst hinschauen....was zuerst im Angriff nehmen...vor allem WIE??
Nachdenkliche und aufgewühlte Grüße
Herze