Beiträge von herzeloyde

    Hallo zusammen,


    hatte einen schönen Tag..hab Stunden auf meinem Balkon herumgewurschtelt, in der Wohnung klar Schiff gemacht und hatte einen netten Interessenten für das WG Zimmer hier....alles in allem ein guter Tag..

    Und jetzt?
    Jetzt lass ich mich schon wieder aus der Ruhe bringen. Eben klingelte mein Handy...XY...war hin und her gerissen ob ich abnehmen soll oder nicht. Hätte aber irgendwie ein schlechtes Gewissen gehabt wenn ich nicht dran gegangen wäre...schließlich sind wir ja friedlich auseinander gegangen...also kein Grund/Recht ihn zu ignorieren...
    Ich hätte es besser wissen sollen...hätte wissen sollen, dass mich sein Anruf wieder aufwühlt.
    Er wollte mir eigentlich nur mitteilen, dass er n Zimmer hat...stolz wie Oscar...und er mich das einfach nur wissen lassen möchte...
    Ich war sichtlich zurückhaltend. Sagte einfach nur "schön" (in einem Tonfall, der drauf schließen lassen konnte, dass ich erleichtert bin)...

    Das Absurde ist aber, dass ich - nachdem ich aufgelegt hatte- die Unruhe hatte, dass ich ihm nicht genug gezeigt habe, dass ich mich für ihn freue und ein schlechtes Gewissen hatte, dass ich seine Freude nicht so geteilt habe...und hab ihm daraufhin eine SMS geschrieben, dass ich mich für ihn freue auch wenn es vorhin nicht so rüber gekommen ist...völlig unnötig....

    unfassbar, wie schnell ich wieder vom Gleis abkomme

    Gute NAcht
    Herze

    Hallo zusammen,

    Renate & Matthias
    Einfach nur Danke :)


    Heute geht es mit ganz gut. Genieße meinen freien Tag. Habe ausgeschlafen, ausgiebig geduscht und mich hübsch gemacht.

    Dabei ist mir klar geworden, dass ich dieses "auf-mich-schauen" viel zu sehr vernachlässigt habe in den letzten Monaten. Viel zu sehr waren meine Gedanken schon beim Aufwachen bei IHM. Wie geht es ihm, was für eine Laune hat er, steckt er gerade wieder in einem depressiven Loch oder ist er in der Stimmung, etwas gemeinsam zu unternehmen....anstatt z.B. das Duschen zu genießen war ich innerlich unruhig, konnte es nicht erwarten zu erfahren, wie es um IHN steht...

    Nur auf MICH zu schauen ist neu...und fühlt sich gut an. Eine innerliche Ruhe....

    Ein kleines (bzw für mich ganz großes) Erfolgserlebnis hatte ich gerade. Habe festgestellt, dass ich in den letzten Wochen sieben Kilos abgenommen habe :) und nach einer halben Ewifgkeit wieder in ne Jeans passe, die ich noch vor ein paar Wochen noch nicht mal übern A**** bekommen habe, geschweige sie zuzukriegen....optimal passen tut sie zwar noch nicht, dafür ist der ein oder andere Hüftspck noch da ;) ...aber irgendwann....

    Mir wird bewusst, dass ich in den letzten Monaten der Beziehung ein großes Problem von mir (Essstörung), wegen dem ich auch am Anfang unserer Beziehung zur Therapie gegangen bin, völlig aus den Augen verloren habe. Ging es am Anfang meiner Therapie natürlich noch um mich und mein Problem, so schlich es sich langsam ein, dass immer mehr der Fokus auf IHN gelegt wurde....wie ich mit der Suchtsituation zurecht kommen kann.....natürlich von mir aus, nicht von meiner Therapeutin. Mir war es wichtiger, statt über MEIN Problem zu reden, über IHN und SEIN Verhalten....auch hier merke ich JETZT, wie mein Verhalten (hier das Essen) abhängig war von IHM. Ging es uns gut, war Essen kein Problem, ging es IHM schlecht, so ging es mir auch nicht gut und das Essen war dann der Katalysator....

    Jetzt heißt es wieder, auf MICH und MEINE Probleme zu schauen....

    Und mein anderes großes Problem (Eifersucht) quält mich heute auch nicht mehr. Der Gedanke, dass er schon jetzt jemand anderes kennen gelernt hat, macht mich nicht mehr wütend oder lässt mich verzweifeln. Ich weiß, dass ICH die Beziehung mit ihm nicht bereue, dass ich sie trotz allem immer als etwas Besonderes sehen werde; auch wenn er sich jetzt evtl schon nach was Neuem umsehen würde. Dass ich durch all die schönen aber auch unschönen Ereignisse viel über mich erfahren habe und nun anfangen kann, an mir zu arbeiten...Und wenn er meint, dass es ihm gut tut jemanden an seiner Seite zu haben, so ist das seine Sache. Ich für mein Teil möchte erstmal wieder zu mir finden....heraus zu finden, wer ich bin, was ich möchte, mich anfangen selbst zu lieben....um mich dann- irgendwann- offen und frei wieder auf eine neue Beziehung einlassen zu können...ohne Abhängigkeit beider Seiten....


    Ich grüß Euch alle ganz herzlich und Danke nochmal an jeden von Euch, dass ihr in den letzten Wochen so für mich da ward. Ich glaube, ohne dieses Forums stände ich heute noch an einem anderen Punkt als ich es nun tue.

    DANKE!!!!

    Herze

    Liebe Mitzu,

    ich habe gestern Deinen threat nochmal von Beginn an gelesen und muss sagen, dass ich sprachlos bin.

    Beim Lesen der meisten Threats hier hatte und habe ich das Gefühl, dass genau MEINE Gefühle, Unsicherheiten und Ängste beschrieben werden. Auch wenn ich lese, dass die Schreiberin z.B. viel älter, verheiratet oder gar Kinder hat, so hatte ich trotzdem oft das Gefühl, mich in die Lage reinzuversetzen zu können und nachempfinden zu können, was in dieser Person gerade vorgeht

    Aber hier in Deinem Threat bin ich wie gesagt sprachlos....ich lese Dich; bin schockiert und frage mich nur "Auf was wartet sie????"

    Bitte lies Dir Deine Einträge selbst in aller Ruhe nochmal durch....frage Dich, was Du jemand anderem raten würdest, der solche grausigen Dinge erfahren hat....die DU gerade täglich erfährst....

    Herzliche Grüße
    Herze

    So, auch wenn er wie gesagt noch ein paar Sachen hier hat, ist ein weiterer Schritt in Richtung Veränderung gegangen. Vor allem, weil er nun keinen Schlüssel mehr für die Wohnung hat....
    Zu hören, wie er nebenan seinen letzten Kram zusammenpackt war seltsam...irgendwie unrealistisch...und irgendwie habe ich gerade eh das Gefühl, dass alles um mich herum so schnell passiert ist, dass ich gar nicht mitkam, das alles zu kapieren....zu kapieren, dass ich jetzt allein bin, nur noch auf mich schauen muss bzw darf, ...obwohl es doch tausend Schritte davor gab, die ganz offensichtlich in Richtung Trennung führen mussten...

    Über das Wiedersehen von vorhin bin ich zwiespältig. Auf der einen Seite war es schön nochmal zu hören, dass er es wirklich ernst mit mir gemeint hat (da bin ich leider immer sehr misstrauisch gewesen) und er es sich mit mir sehr gewünscht hätte, dass er alles so hinbekommt wie er es sich gewünscht hätte....und trotz meines Misstrauens glaube ich ihm das auch....
    aber ich merke für mich auch, dass - wenn ich an diese Worte von ihm denke - dass es mir dann verdammt schwer fällt, DIE Dinge zu sehen, die mich dazu gebracht haben "Ich will/kann nicht mehr" zu sagen....dann denke ich, es wäre einfacher von ihm loszukommen, wenn ich ihn hassen könnte.... genau das tue ich aber nicht...

    statt froh darüber zu sein, keinen Krieg gegeneinander zu führen, sondern in Frieden auseinander zu gehen (das was ich ja eigentlich immer wollte), tue ich mich mit dieser Situation gerade umso schwerer. Der Gedanke, Du verlässt jemanden, der Dich geliebt hat, macht mir Angst...


    Eine gute Freundin meinte vorhin, sie habe das Gefühl, ich wolle mit aller Macht das Gute, was noch zwischen uns vorhanden ist, zuerstören (z.B. indem ich ihn mit Fragen bohre ob er schon eine andere kennen gelernt hätte usw.) wäre dies der Fall, könnte ich ja sagen "Für ihn war ich halt doch nichts Besonderes".....aber solange ich dieses Gefühl noch habe, habe ich irgendwie noch die Angst, dass es falsch war.....

    Ich befürchte, dass ich gerade sehr wirr und unverständlich schreibe....aber dieses Chaos musste nun einfach mal raus...vielleicht versteh ich mich morgen ja schon wieder besser...


    Viele liebe Grüße an euch alle und einen schönen Abend

    Herze

    Zimttee
    ich glaube nicht, dass er mich (noch) irgendwo packen will. Ich glaube er hat die Trennung bzw dieses Kein-Zurück schon mehr realisiert als ich...
    ICH war wieder diejenige, die vorhin das Gespräch gesucht hat, ihn nach seinen Plänen gefragt hat...völlig absurd....aber den Schuh muss ich mir anziehen.
    Es ist nicht so, dass er von SICH aus rumjammert und mir n schlechtes Gewissen machen möchte....ich würde sogar sagen, im Gegenteil....

    Irini :
    Danke Dir für Deine Antwort. Aufzuhören, Hilfe anzubieten, ist wirklich schwer. Aber ich bin stark geblieben, habe verneint, ihm mit meinem Auto den Rest weg zu fahren, habe ihm kein Geld geliehen....nur eins hab ich ihm zugestanden: dass er noch ein paar Sachen hier lassen und bei Gelegenheit holen kann. Im Nachhinein hab ich mir ins eigene Fleisch geschnitten, da ich jetzt ja wieder merke, wie sehr es mich noch aufwühlt ihn zu sehen...tja, selbst schuld :(
    Ich wünsche Dir viel Kraft, den Auszug deines XY hinter Dich zu bringen. Und es freut mich zu hören, dass Du beginnst Dir auszumalen,wie Du sein ehemaliges Zimmer für DICH schön einrichten kannst.

    sinnfinder
    auch Dir ein herzliches danke-schööön für Deine Antwort.
    XY und ich hatten vorin noch ein längeres Gespräch und ich muss das mit dem Wohnsitz korrigieren: Er meinte, es sei idiotisch, eine Therapie anzufangen wenn man noch keine Bude hat. Er meinte, er müsse vor der Therapie eine Bude finden, damit es nicht so läuft, dass wenn er rauskommt wieder auf der Strasse hockt...sprich wieder Unterschlupf bei seinen Gleichgesinnten suchen muss...
    Irgendwie plausibel...
    Danke Dir fürs nochmal Klarmachen, dass ich nicht wieder anfangen soll, ihm Möglichkeiten zu verklickern....warum fällt das verdammt nochmal so schwer??? Hab das Gefühl, immer wieder reinzurutschen...


    Lindi
    Ich glaube nicht, dass er mir ein schlechtes Gewissen machen will. Vielleicht bin ich auch noch zu naiv....aber er hat vorhin wieder gesagt, dass ich mir keines Falls ein schlechtes Gewissen machen soll. er sagte selbst, dass er allein für seinen Scheiß verantwortlich ist und es ihm sehr leid tut, wie alles gekommen ist, bzw dass es mir dadurch auch schlecht ging bzw geht....und das glaube ich ihm auch.
    Das mit dem Bus fürn Umzug: Da hast Du sicher vollkommen Recht. Er hat bestimmt aufn letzten Drücker (wie immer) gefragt und ist dann aus allen Wolken gefallen, dass es halt SO mal nicht geklappt hat.
    Und nein, eigentlich würde ich sagen, dass ich solangsam an den Punkt gekommen bin, an dem ich ihn eben auch nicht mehr aufn letzten Drücker aus der Sch*** ziehen möchte.....und das werde ich auch nicht mehr....aber heir merke ich, dass ich noch einiges an mir arbeiten muss, damit ich mich nicht einfach nur dazu zwinge "Nein" zu sagen, sondern dieses "Nein" auch wirklich so empfinden und vertreten kann....

    Ihr Lieben,

    so der Auszug zieht sich ganz schön in die Länge...kein Wunder wenn man sich nur die Birne vollhaut...
    Gerade ist er dabei, seinen letzten Kram zusammen zu packen. Ein Anblick, der mir auf der einen Seite das Herz zerreiß (was ist mit dem Mann geworden, der damals mein Herz erobert hat...der Mann der es geschafft hat, dass ich mich nach einer schweren Enttäuschung wieder auf jemanden einlassen konnte).....auf der anderen Seite bestärkt es mich in meiner Entscheidung, dass ich ihm den Laufpass gegeben habe, wenn ich ihn so fertig sehe....wie würde meine Zukunft wohl aussehen mit ihm?? Kinder-no go. Und die möchte ich auf jeden Fall irgendwann mal haben...

    Er hält sich immer wieder die Hände an den Bauch, wahrscheinlich zeigt der übermäßige Alkkonsum in den letzten Wochen/Monaten seine Auswirkungen...aber darüber darf ich mir keine Sorgen mehr machen.

    Was mich aber gerade beschäftigt: Er meinte, dass er gerade nix lieber täte als auf stationären Entzug zu gehen. Da er aber ohne festen Wohnsitz ist, sei das nicht möglich...er müsse also erstmal das regeln bevor er auf Entzug gehen kann. Ist das wirklich so? hat da jemand Ahnung von Euch?
    Weil, ob er das mit der Wohnung hinbekommt bezweifel ich...ohne Job und in der jetzigen Situation...

    Ich habe ihm vorhin noch gesagt, dass ich ihm wünsche, dass er irgendwann mal aufwacht ...und dazu gehört auch, mal zu überdenken, ob die Leuts, mit denen er so rumhängt wirklich Freunde sind. Ich hab ihm unter Tränen gesagt, dass DIE ihm eben nicht mal sagen, dass er mit der Scheiße aufhören soll, weil sie ja das Selbe tun. In meinen Augen ermuntern die sich noch gegenseitig zum Selbstzerfall....Er solle sich mal fragen, warum ich ihm so oft gesagt habe, dass er mit dem Sch*** aufhören soll...nicht um ihn zu bevormunden, sondern weil er mir verdammt wichtig ist.....ich wünsche ihm so sehr, dass er das irgendwann mal sieht....

    Liebe Grüße
    Herze

    Danke Euch für Eure Antworten

    Ich denke, dass ich solangsam echt an den Punkt gekommen bin, wo ich nicht mehr schwach werden würde, wenn er z.B. nochmal kommen müsste um die Sachen zu holen..
    Aus diesem Grund frage ich mich, ob ich ihm nicht doch noch einmal meine Hand reichen sollte?? Ich habe aber wahrscheinlich Angst davor, dass ich mir vielleicht ewig ein schlechtes Gewissen machen würde; würde er wirklich nun völlig abstürzen...auch wenn ich vom Kopf her weiß, dass ICH das nicht brauche....dennoch ist es ein besch**** Gefühl, den anderen so unten zu sehen....und das Gefühl zu haben, "Jetzt sei nicht so hart....Dir gehts doch mittlerweile wieder ganz gut...jetzt helf ihm doch"....der Gedanke, dass er jetzt vielleicht seinen Tiefpunkt hat und womöglich durch meine nicht-Hilfe den Absprung auf den richtigen Weg nicht schaffen würde quält mich grad...


    ARRgghhh

    Ach, danke Dir nochmal für Deinen Filmtip
    Hab ihn gestern angeschaut und war/bin begeistert.
    Ich hab geheult, gelacht, gelächelt, war geschockt, begeistert, gerührt...selten ein Film gesehen, der soviel Emotionen ausgelöst hat :)
    Schöne Geschichte mit ganz wunderbaren Charakteren!!!

    und schon wieder hin und her gerissen...
    merke zwar so deutlich wie nie zuvor, dass es kein Zurück mehr gibt mit uns (kam gerade wieder betrunken nach Hause....fluchend, Türe knallend...dann wieder Liebesbekundigungen unter Tränen)....genau DIESES Unberechenbare macht mir Angst und möchte ich nicht mehr...

    und dennoch plagt mich jetzt doch das schlechte Gewissen, dass ich ihn ins offene Messer rennen lasse...frage mich, ob meine Härte wirklich nötig und vor allem richtig ist???
    Soll ich ihm nicht doch wenigstens anbieten, dass er ein paar Sachen hier lassen kann?? Würde ihm das eher helfen, sich wieder auf die Reihe zu bekommen oder wäre es genau das Falsche???

    Ich weiß grad wieder gar nicht, was richtig ist...

    Renate
    die Phase der Nichtbeachtung haben wir auch gehabt...nicht nur jetzt nach der Trennung, sondern auch des öfteren schon in der Beziehung. Und das auszuhalten tut wahnsinnig weh; macht einen wahnsinnig und wie Du im letzten Satz gesagt hast: irgendwann zerbricht man dran.

    Aber genau DAS hast Du erkannt!!! Halte Dir stets vor Augen, dass Du es wert bist, dass man Dir mit Achtung und Respekt begegnet...Du bist es wert, dass man Dir die Angst vom Verlassen-Werden nimmt (bzw Dich in Deiner Arbeit an Dir selbst darin unterstützt, diese Ängste zu verlieren)...und nicht, dass man Dich damit unter Kontrolle hat!!!!

    Ganz liebe Grüße und eine herzliche Umarmung
    Herze