Beiträge von herzeloyde

    Hallo zusammen,

    so, das Gespräch ist rum...und hinter mir liegen ein paar Stunden im völligen Gefühlschaos, das ich mit essen, schlafen, heulen, denken und wieder essen herum gebracht habe.

    Aber solangsam habe ich mich wieder gefangen und kann sagen, dass es eigentlich gut gelaufen ist und ich vielelleicht doch einiges gelernt habe in den letzten Wochen (nicht zuletzt durch Eunre Hilfe hier)

    Im Gespäch kam gleich rüber, dass er auf meine Hilfe gehofft hatte. (z.b. Wollte er noch ein paar Sachen im Keller lassen...meine Antwort dazu : NEIN!!! Er fragte ob ich ihm morgen mein Auto leihen könnte ....ich antwortete NEIN.....er fragte mich ob ich ihm Kohle ausleihen könnte...ich antwortete mit NEIN!!!
    Ich kann stolz auf mich sein....bin ich auch :)

    Als diese Dinge geklärt waren, wurde es etwas emotionaler, da ich ihm mein Gefühl mitteilte, dass ich merke, dass es nur um ihn geht,...wie es mir geht, wer mir hilft zwei neue Mitbewohner zu finden, danach frägt auch keiner...habe mich aber schnell wieder im Griff gehabt und somit ließ ich das Thema so stehen...schließlich ist keiner mehr für den anderen mehr veranatwortlich...auch er nicht mehr für mich.
    Aber traurig macht mich der Gedanke schon, dass ein Mensch in der Not echt nur noch an sich denkt...auf der einen Seite verständlich, dass er gerade nur an sich denken kann (keine Wohnung, kein Jo, keine Freundin, kein Geld, Drogen und Alk haben ihn im Griff)...aber es erschreckt mich...vor allem macht es mich fassungslos was ein Mensch alles verlieren kann auf Grund von Alk/Drogen und wie man sich verändert...dass man es überhaupt erst soweit kommen lassen kann....warum man nicht vorher merkt "Oje, da passieren Dinge, die tun mir nicht gut"

    Ich habe ihm aber auch noch gesagt, dass ich IHM von Herzen wünsche, dass er sich und sein Leben auf die Reihe bekommt und er irgendwann glücklich wird...glücklich mit sich...ohne Drogen....

    Er wiederum hat mir glaubhaft gesagt, dass er das alles so nicht wollte....dass er es sich anders gewünscht hätte ...dass er wirklich gedacht hat, mit mir schafft er es, sein Leben auf die Reihe zu bekommen....dass ich wissen soll, dass ich nicht nur irgend Eine für ihn gewesen bin...

    Und ich kann es so stehen lassen. Hänge keinem Gedanken hinterher, dass es vielleicht doch falsch war, mich zu trennen... habe keine Angst mehr, dass ich womöglich einen Menschen verlasse, der mich WIRKLICH geliebt hat und ich es mein Leben lang bereuen werde, da danach niemand anderes mehr kommne wird...

    So wie es jetzt gerade ist, ist es ok....nicht gut oder gar perfekt...aber ok :)


    Liebe Grüße
    Herze

    Guten Morgen zusammen,

    so, heute wäre eigentlich der Tag des Auszuges gewesen.
    Komme gerade von der Arbeit heim und er meinte, dass er es heute wahrscheinlich nicht schaffen wird mit dem Auszug. Der Kollege mit dem Bus ist bis heute noch im Urlaub....was sagt man dazu?
    Ich für mein Teil werde wieder weich!!!! ISt das zu fassen??? HAbe so lange auf den heutigen TAg gewartet, mit dem Wissen zwar, dass dieser hart für mich werden soll, aber auf der anderen Seite mit der Gewissheit, dass ich dann endlich mal zur Ruhe kommen kann...anfangen kann mich zu sortieren...
    In mir steckt immer noch das Gefühl, dass ich ihm noch etwas schuldig bin, da ich ihn rausgeschmissen habe und bring es nicht übers Herz knallhart zu sagen, dass es mir wurscht ist WIE er seinen Kram hier raus bekommt, aber ich drauf bestehe, DASS er es tut...und zwar heute....habe aber klar gesagt, dass ich möchte, dass er es noch an diesem Wochenende machen soll.

    Zu sehr habe ich habe ich Angst vor einem weiteren Streit mit ihm und möchte das alles in Frieden über die Bühne bringen. Könnt ihr das nachvollziehen???

    Nacher reden wir nochmal....ich habe mir vorgenommen, mich auf keine Diskussionen einzulassen.....auch möchte ich nicht wieder damit anfangen, auszuklamüsern, wer was falsch gemacht hat in unserer Beziehung....ich möchte ihm einfach nochmal sagen, dass ich mich von ihm getrennt habe, weil ich gemerkt habe, dass mich die Beziehung krank macht....dass ich mich selbst krank gemacht habe....dass ich wieder lernen muss auf mich zu schauen....dass es mir wieder gut gehen soll

    Auch möchte ich ihm mit auf dem Weg geben, dass ich ihn nach wie vor für einen wundervollen Menschen halte, dem ich es von Herzen wünsche, dass er seine Süchte in den Griff bekommt...irgendwann....und dann irgendwann mal das Leben führen kann, welches ihn glücklich macht...

    Keine Ahnung ob es eine gute Idee ist...ob es mir danach wirklich besser geht...aber im Moment fühlt es sich so richtig an....oh Gott, ich hoffe ich kann gerade klar denken und es ist wirklich das was ich möchte bzw das was mir gut tun wird....und nicht wieder irgend eine Aktion von mir auf Grund meines Cos...

    Liebe Lea,

    danke Dir für Deine Worte!!! Hab mich mal über den Film erkundigt und werde ihn auf jeden Fall in den nächsten Tagen mal ansehen. Hört sich sehr interessant an.
    Ähnlich wie Dein Traum mit dem Reittherapiezentrum sieht mein Traum aus: ein Bauernhof mit Tieren (Pferde, Esel, Hunde, evtl Ziegen, Schafe und Hühner) auf dem man therapeutische Angebote für behinderte/traumatisierte Kinder anbietet. Und dann noch ein großer (Nutz)-Garten....
    Aber solangsam sehe ich auch etwas klarer und muss mir eingestehen, dass das alles mit IHM nicht zu verwirklichen wäre. Ich wäre diejenige gewesen, die das Ganze wahrscheinlich zu tragen gehabt hätte, da er sich sehr schwer tut mit Verantwortung übernehmen und mal "Biss zeigen".....Biss zeigen für Dinge, die einem wichtig sind.
    Und da beginne ich mich zu fragen, ob es halt nicht immer mehr MEIN Traum war, in den ich IHN hineingedrängt habe....mittlerweile sehe ich solangsam, dass SEIN Leben eben anders aussieht...er sucht und braucht keine großen Ziele und Herausforderungen im Leben...

    Aber ICH möchte mir das Träumen beibehalten. Auch wenn nicht alles so kommen wird, wie ich es mir so ausmale...aber ich möchte kein Leben mehr, in dem solche Träume immer mehr in den Hintergrund rücken, weil andere Probleme (Alk, Drogen, Areitslosigkeit) so viel Raum einnehmen , dass man das Träumen hinten an stellt


    Solangsam beginne ich, meine Augen zu öffnen...sehe Dinge, vor denen ich bis vor kurzem noch die Augen verschlossen habe.
    Ich lasse die letzten Monate revue passieren und bin erschrocken über mich....darüber, wie wenig ich mir selbst wert war.
    Was habe ich mich an etwas geklammert, was wahrscheinlich schon lange nicht mehr zu retten war.
    In meinem Vorstellungsbericht habe ich geschrieben, dass ich ja eigentlich Anfang Juli schon an dem Punkt war, dass ich in der Beziehung nicht mehr glücklich war und keine Kraft mehr hatte, zu warten, dass sich was ändert. Neben dem Alkoholproblem kam belastend noch dazu, dass er seine Pläne (endlich eine Ausbildung zu machen und aus der Arbeitslosigkeit zu kommen), einfach nicht auf die Reihe bekam.
    Ich war überfordert, unzufrieden und genervt von der Situation...von dem ewigen Stillstand...und trennte mich wie gesagt.

    Und dann passierte etwas, über das ich heute wirklich erschrocken bin: nach zwei Wochen Trennung gestand er mir, dass er seit über einem halben Jahr wieder am Kiffen ist....heimlich, da er wusste, dass ich die ganze Sch**** mit Entzug nicht nochmal mitmachen möchte. Und trotz dem Schock, dass er mich so lange angelogen hatte (habe ihn ab und zu gefragt, ob er was gekifft hatte, da ich das Gefühl hatte, dass er "anders" ist....er hat es abgestritten und ich habe ihm geglaubt. So auf die Art, er würde mir niemals ins Gesicht lügen können)
    trotz dieses Vertrauensbruches hat es in mir gerattert....habe für mich quasi wie eine Erklärung gefunden, warum er nichts mehr hinbekommen hat. Und begann wieder Verständnis für ihn aufzubringen....und wieder Hoffnung, dass alles gut wird, wenn er doch nochmal eine Therapie macht...wahnsinn!!!! So kam es, dass ich wieder eingeknickt bin und uns noch eine Chance gegeben habe.....
    Wenn ich das so schreibe, komme ich mir so naiv vor...und kann nich selbst nicht verstehen....

    Mein Weg ist nun, heraus zu finden, was ich in ihm gesucht habe zu bekommen, was ich mir selbst nicht geben kann....warum ich mich und meine Gefühle so hinten an gestellt habe...warum die Tatsache, dass er mich über einen so langen Zeitraum angelogen hat, mich nicht wütend gemacht hat und mich nicht nur noch darin bestärkt hat, dass die Trennung das einzig richtige ist....

    Aber diesen Umweg bin ich nun gegangen, muss dazu stehen und kann aber jetzt sagen, dass ich den Absprung schaffen werde....endlich!!!!


    wahrscheinlich ziemlich wirr was ich geschrieben habe, aber dieses Revuepassieren der letzten Wochen/Monate musste einfach raus..

    An Euch alle ganz liebe Grüße und Kraft, wieder zu EUCH SELBST zu finden


    Herze

    Hallo ihr Lieben,

    Renate ,
    lass Dir Zeit, das Geschehene zu verarbeiten. Setz Dich nicht unter Druck, nur Positives zu spüren!!!

    auch ich bin sehr froh, dass ich mich vor einigen Wochen hier angemeldet habe. Ich habe zwar gute Freunde und eine Familie, die mir jeder Zeit zuhören und mich unterstützen, wofür ich sehr dankbar bin, da ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist...aber dennoch habe ich immer öfter das Gefühl (vor allem jetzt wo ich mich getrennt habe), dass das Thema solangsam mal eine Ende finden muss. Der Satz "Sei froh, dass Du Dich getrennt hast; Du findest bald einen Mann, der dir gut tut und der mal auf DICH schaut" höre ich immer öfter...auch wenn ich weiß, dass sie wahrscheinlich Recht haben, so ist es mit der Trennung eben allein nicht getan....
    Hier zu sein, zu wissen, dass man ohne schlechtem Gewissen seine Schwächen zugeben kann, Rückfälle beichten kann und auf Verständnis zu treffen....das tut so gut....hier muss ich keinem was vormachen; die Starke spielen, die sich getrennt hat....es ist schön hier bei Euch sein zu können!!!!


    Und ja, unsere Träume müssen weiterleben....erstmal nur für mich...unabhängig von jemand anderes....


    Lindi
    Danke, dass Du mir nochmal klar gemacht hast, dass es beser ist, am Freitag nicht hier zu sein. Verrückt, wie man in manchen Situationen den klaren Blick verliert. Sich irgend welche Wunschvorstellungen zusammen spinnt....
    Natürlich würde es nicht so kommen , wie ich es mir erhoffe...ein Abschied, eine Umarmung, das Gefühl in Frieden auseinander zu gehen....
    Ich werde nicht hier sein...werde was schönes für mich machen, um Kraft zu tanken für den Moment wenn ich die leere Wohnung wieder betrete...

    Das mit Deinem Wiedersehen nach 30 Jahren hat mich lächeln lassen. Du hast Recht, das Leben steckt voller Überraschungen...man muss nur wieder frei und offen für diese werden.
    Ich bin gespannt wie sich Deine Geschichte weiter entwickelt und wünsche Dir alles Liebe und Gute auf der Welt.....Du bist es wert und hast es verdient!!!

    Ganz liebe Grüße
    Herze

    Hallo ihr Lieben,

    danke für Eure Antworten und dass ihr mich darin bestärkt habt, dass er von nun an seinen Kram alleine machen soll.
    Das tut er auch gerade. Er hat gestern Kartons besorgt und meinte vorhin zu mir, dass er am Freitag auszieht.

    Miriel
    war schon des öfteren kurz davor, das Buch zu bestellen. Nach deinem Kommentar werde ich es mir demnächst wirklich besorgen :)

    Renate
    Ich kann Deine Liebe zum Gärtnern absolut teilen. Zwar habe ich keinen eigenen, dafür aber auf Arbeit und freue mich jedes Mal, wenn ich das eine oder andere Kind dazu motivieren kann, im Garten rumzubuddeln :)
    Ich hoffe, dass Dein Tag heute besser war??
    Wir gehen den richtigen Weg!!!!


    Auf der einen Seite nehme ich mir vor, am Freitag nicht zu Hause zu sein, da ich mir seinen Auszug nicht so direkt geben will.....auf der anderen Seite habe ich aber Angst, dass ich es vielleicht bereuen werde, wenn ich nicht die letzte Chance nutze, ihn beim Abschied in den Arm nehmen zu können......einfach um das Gefühl zu haben, dass wir in Frieden auseinander gegangen sind...blöd oder????

    Seine Therapie hat er nun wirklich verschoben....zwinge mich aber dazu, mir kein schlechtes Gewissen einzureden...hätte er sich um seinen Kram gekümmert, statt sich täglich volzudröhnen mit Alk und Kiff, so könnte er nun wie geplant seinen Entzug machen....ist aber nun ja SEINE Sache.

    So geht es mir eigentlich grade gut. Natürlich kommen in mir noch des öfteren Gefühle hoch, dass ich einen (eigentlich) ganz wunderbaren Menschen verloren habe, mit dem ich mir eine Zukunft hab vorstellen können....mit Kindern auf einem Bauernhof, mit Tieren und einem eigenen kleinen Cafe :)......aber in solchen Momenten versuche ich mir vor Augen zu führen, dass DAS zwar sehr schöne Träume sind, die aber SO nicht zu verwirklichen sind....

    Jetzt heißt es, gut zu mir zu sein....mich nicht mit der Angst zu geißeln, dass ich meine große Liebe verloren habe und danach nix mehr kommen wird...mich selbst mit meinen Schwächen und Fehlern lieben zu lernen und darauf zu vertrauen, dass irgendwann nochmal jemand kommt, der mich so liebt wie ich bin...

    Ich wünsche Euch allen einen schönen und (innerlich) ruhigen Abend

    Herze

    Ich für mein Teil habe gemerkt, dass ich durch die Erfahrung mit meinem alkoholabhängigen Ex-Partner heute sehr viel bewusster Alkohol trinke als früher....

    Als wir zusammen kamen, trank ich gerne und auch oft das ein oder andere Bier mit ihm mit...da war ich mir seiner Sucht noch nicht bewusst oder vielleicht wollte ich es auch einfach nicht wahr haben und habe naiverweise die Augen davor verschlossen...

    In den letzten Monaten (als wir noch zusammen waren) habe ich immer seltener Alkohol getrunken....mit ihm zusammen schon gar nicht mehr....

    heute, wo ich getrennt bin und mit dem Wissen, welche Macht die Alkoholsucht hat, trinke ich wie gesagt bewusster.
    Früher hätte ich mir nie die Frage gestellt "warum trinkst Du jetzt das Glas Wein oder die Flasche Bier"....heute stelle ich mir in bestimmten Situationen schon diese Frage... und wenn ich traurig oder deprimiert bin, lasse ich ganz bewusst den Griff zum Alkohol....

    Die Erfahrung mit XY hat mich Respekt vor dem Alk gelehrt...einen gesunden Respekt....

    Hiob :
    Herzeloyde bedeutet wirklich "Herzleid"....aber ich habe diesen Nick damals (als ich mich hier angemeldet habe) gar nicht wegen der Bedeutung an sich gewählt, sondern weil ich kürzlich "Parzival" gelesen habe und mich eben die Rolle der Herzeloyde sehr beschäftigt hat...Du hast aber Recht, kann man auch anders interpretieren....festhalten und so....

    Du hast Recht, dass wir uns an solch "Selbstverständlichkeiten" erfreuen, zeigt uns eigentlich, wie weit es mit uns schon gekommen ist...das ist nicht gut!!!!

    Weiß nicht, ob das hier an der Stelle hingehört, aber mir kommt gerade eine Idee, warum ich so eine verschobene Wahrnehmung bekommen habe, dass aus Selbstverständlichkeiten Besonderheiten geworden sind.
    Ich erinnere mich an viele Situationen, in denen ICH deutlich das Gefühl hatte, dass er nichts hinbekommt (z.B. für seine angedachte Ausbildung zu lernen) und war genervt und frustriert. Er wiederum war aber stolz auf sich, da er beispielsweise die Wohnung geputzt hatte oder sich um Behördenkram gekümmert hatte. Für MICH eben Selbstverständlichkeiten, für IHN aber Aktivitäten, die nicht selbstverständlich waren. Ihm gab es ein gutes Gefühl und mich nervte es noch mehr, da ich das Gefühl hatte, er mache sich selbst was vor. (das bekannte Aufschieben wichtiger Dinge zu Gunsten unwichtiger)
    Der springende Punkt ist, dass er mir des öfteren sagte, dass ihn das verletzt bzw runterzieht, wenn ich nicht sehe/wertschätze, was er doch alles gemacht hat. Ich glaube, dass ich irgendwann nicht mehr wusste, was nun Selbstverständlichkeiten waren...zumindest was IHN betraf....dachte irgendwann echt, ich verlange zu viel von ihm und bekam ein schlechtes Gewissen, dass ich ihm sein gutes Gefühl zerstört hatte durch meine Meckerei....aber das ist ja jetzt rum...

    Renate
    ich hoffe Dir geht es heute auch wieder besser???
    Ich befürchte, dass solche Tage noch einige Zeit immer wieder mal kommen. Aber sie vergehen auch wieder und mit jedem weiteren traurigen Tag, den wir überstanden haben, kommen wir unserem ICH ein Stückchen näher....und irgendwann können wir auch unsere Freiheit wirklich genießen können, ohne dass sie uns Angst macht...


    Mir geht es heute ganz gut.
    Habe heute nach der Arbeit seit langem mal wieder einen Stop an einer Blumenwiese gemacht zum Blumen schneiden :)
    Eigentlich mache ich das regelmäßig und mit großer Freude; quasi als Belohnung für einen anstrengenden Arbeitstag oder oft auch einfach nur so, weil es mir FReude macht und ich es liebe, wenn in der Küche ein schöner großer Blumenstrauß steht.
    In den letzten Wochen bin ich aber immer nur lustlos an der Wiese vorbei gefahren und habe gar keine Freude an dem Gedanken empfunden, für mich einen Strauß zu plücken.
    Heute war das Gefühl wieder da :) nur für MICH einen Strauß....es geht wieder bergauf....

    Zwischen XY und mir ist immer noch Funkstille. Es ist aber erträglich; wir grüßen uns wenn wir uns in der Wohnung mal übern Weg laufen worüber ich froh bin, denn mit gegenseitigem Ignorieren komme ich nur ganz schlecht klar....aber sonst macht jeder sein Ding.

    Nun ist es so, dass er mich vorhin gefragt hat, ob ich ihm in den nächsten Tagen mal helfen könnte, Kartons im Bauhaus zu besorgen. Da er kein Auto hat....und da fängt mein Wankeln wieder an. Anstatt ein klares "Nein" oder "Ja" von mir zu geben, rattert es in mir und ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
    Am Liebsten würde ich sagen "Geh doch zu Deinen Saufleuten, zu denen Du sonst als immer gegangen bist statt bei MIR zu sein. Die können Dir ja jetzt helfen".....auf der anderen Seite bin ich aber auch froh, dass diese eisige Stimmung zwischen uns aufgehört hat....fühle mich irgendwie dazu verpflichtet, ihm zu helfen, da ich ihn jetzt ja doch schon zum Sep rausgeschmissen habe....habe Angst davor, wenn ich ihn komplett auflaufen lassen, dass ich dann das letzte "gute Gefühl zueinander" kaputt machen würde....

    Auch hier merke ich wieder, dass ich am Liebsten jemanden hätte, der sagt "mach dies und mach das"...weil ich Angst habe, wieder etwas falsches zu machen.....krass, dass man sich mit 30 so unselbstständig fühlen kann...und dann in eigentlich banalen Angelegenheiten...

    Hatte ich gestern noch einen guten Tag und bin mit dem Gefühl ins Bett gegangen, dass ich alles richtig gemacht habe und es auch mit mir wieder bergauf geht, gehts mir heute nicht so gut...

    Habe vorhin für einen kurzen Moment gedacht, dass XY wirklich anfängt zu packen (hat er aber nicht). Auch wenn es genau das ist, was ich ja möchte, hat es mir mein Herz zusammen geschnürt.

    Ich dachte, ich habe das Schlimmste rum (Entscheidung treffen, dass ich nicht mehr möchte) aber nun habe ich das Gefühl, dass das Schlimmste noch bevorsteht....sein Auszug....ich habe gerade Angst, dass ich mir meine ganze Stärke nur eingeredet habe und dass das ganze Gefühlschaos wieder von vorne anfängt wenn er dann wirklich weg ist....ich weiß auch nicht...ich denke schon wieder viel zu viel....

    Ich merke einfach trotz allem Wissen und Einsehen, dass wir SO (oder vielleicht auch generell) nicht zusammen sein können, dass ich ihn vermisse...

    Auch wenn ich weiß, dass es der richtige Weg ist, fühl es sich (gerade) nicht gut an....

    Liebe Lindi,

    Du sagst es, es ist SEIN Problem.
    Und nein, er hat in den letzten wochen rein gar nichts gemacht zwecks Wohnungssuche. Das war auch einer der Gründe, warum ich seinen Entschluss "ich will was ändern" nicht mehr für voll nehmen konnte...

    kann sein, dass er meine Ansage nicht ernst genommen hat...Grund dafür hätte er, da ich mir eingestehen muss, dass ich schon oft was angedroht habe und es nie wirklich durchgezogen habe.

    Kohletechnisch habe ich keine Bedenken. Würde die Miete für sein Zimmer aus eigener Tasche zahlen, wenn ich bis sep keinen nachmieter gefunden habe, Ist aber auch ok, denn im Moment kann ich es mir gar nicht vorstellen, dass in seinem Zimmer jemand anderes wohnen wird....nehme ich aber dann im September in Angriff...

    Ich halte die Türe feste zu, damit er eben kein Fuß mehr reinbekommt....

    Liebe Grüße
    Herze

    Hallo ihr Lieben,

    bin gerade sehr stolz auf mich:)

    XY hat mich gefagt, ob er nicht doch bis Oktober bleiben könne....anscheinend bemerkt er endlich, dass die Kacke am Dampfen ist und seine Felle davon schwimmen.

    Auf jeden Fall habe ich ihm klar gesagt, dass ich möchte, dass er zum 1. Sep auszieht.
    Habe nur diesen Satz gesagt, ohne Erklärung oder Rechtfertigung....

    Die ersten Stunden bin ich zwar dann in meinem Zimmer herumgetigert...hin und her gerissen zwischen schlechtem Gewissen "wie kann ich nur so hart sein" und Mitleid "der Arme, wie soll er das GAnze nun hinbekommen"...aber eben auch das Gefühl, dass ich mir versprochen habe, nun auf mich zu schauen. Und das habe ich vorhin getan...

    im mOment fühle ich mich wohl, dass ich hart geblieben bin.


    Das wollte ich nur kurz mitteilen:)

    Liebe Melanie,

    ich verstehe was Du meinst. Und Du hast sicherlich Recht.
    Ich glaube, dass es solangsam an der Zeit wird, mich in Runde zwei zu trauen.
    Getrennt habe ich mich, beginne mich auch emotional von ihm zu lösen (was sicherlich noch ne Zeit dauern wird, was aber auch ok ist), ich beginne einiges was bei mir/in mir falsch gelaufen ist/immer noch falsch läuft, zu hinterfragen und Alternativen dafür zu finden.

    Was jetzt zu tun ist, den Ratschlag "schau auf Dich", "Tu was DIR gut tut" in die Realität umzusetzen.

    Ich bemerke, dass diese Ratschläge nicht nur im Kopf umzusetzen sind (also nicht nur theoretisch überlege, welche Sportart mir gut tun würde, welchen VHS Kurs ich belegen möchte, zu welchem Konzert ich gerne möchte), sondern diese Ideen wirklich in die Tat umsetzen muss.
    Ich meine damit, dass ich wirklich anfangen muss, aktiv etwas zu machen.

    Die Vorstellungen etwas für MICH zu tun, fühlen sich gut an, aber auf der anderen Seite macht mir das Ganze aber auch (noch) Angst.....dieses Gefühl "wirklich auf mich gestellt zu sein"...ich kann es nicht richtig ausdrücken....

    Aber ich will nicht darüber jammern ;) ....sondern anfangen mir klar zu werden, wovor ich Angst habe...mich meinen Ängsten stellen und dafür Lösungen finden....und ich vertraue darauf, dass es für alles eine Lösung geben wird :)

    Herzliche Grüße

    Hallo zusammen,

    Lindi
    zuerst möchte ich Dir sagen, liebe Lindi, dass ich beim ersten Lesen Deiner Antwort ehrlich schlucken musste. Zu lesen, dass ich aufhören solle zu jammern, machte mich kurz wütend. Ich dachte "das tu ich doch gar nicht"...mit diesem Gefühl bin ich gestern eingeschlafen..

    Vorhin habe ich Deine Antworten nochmal und nochmal durchglesen und kann solangsam sagen, dass ich verstehe was Du meinst und dass Du Recht hast.
    Ich habe mich damals ganz klar FÜR dieses Chaos entschieden. Die "Attraktion" der Beziehung mit XY bestand eben vielleicht genau aus dem was Du schreibst.....von der innigen Zweisamkeit auf der einen Seite bis hin zur völligen Verzweiflung...und genau darin bin ich hin und her gewandert. Habe zwar schon früh gemerkt, dass mich dieses extreme Auf und Ab viel Kraft kostet, ABER ich habe es immer wieder gewählt....habe es eben als was Besonderes erlebt, als nicht was "normales" oder "alltägliches"...wenn ich mir andere Beziehungen (z.B. von Freunden) angeschaut habe, so beneidete ich sie zwar für dieses "ruhende Miteinander" ...und auf der anderen Seite fragte ich mich immer wieder "wo sind denn da die ganz großen Gefühle"....ich wollte das Besondere, was sich von anderen Beziehungen unterscheidet...ich wollte- wie Du Lindi- die ganz großen Gefühle...von Himmelhochauchzend bis zu Tode betrübt....SOMIT habe ich (mich?) GESPÜRT....
    Danke Lindi für Deine klaren Worte.....

    Und auch damit, dass XY (wenn er denn keinen Alk mehr trinken und nicht mehr kiffen würde) wahrscheinlich ein ganz anderer Mensch sein würde, der mich womöglich dann gar nicht mehr sooo in den Bann ziehen würde, weil er eben dann auch so "normal" und "berechenbar" wäre...darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.
    Ich dachte immer ganz naiv, dann bleibt bzw wird alles gut zwischen uns, nur dass er eben klar bei sich (und bei mir) ist....aber Du hast völlig Recht, dass das so nicht funktionieren kann und wird.

    Lindi, Du schreibst, dass Miriel und ich aufhören sollen, rumzuammern. Darin kann ich dir mittlerweile Recht geben. Aber Du schreibst auch, dass wir aufhören sollen, uns in dieser Rolle zu betsärken. Dies empfinde ich so überhaupt nicht. Mag sein, dass ich falsch liege und noch nicht klar sehen kann, aber ich hatte nie das Gefühl, dass wir uns gegenseitig dazu ermuntern, uns in Selbstmitleid zu suhlen. Ganz im Gegenteil. Ich für meinen Teil konnte in vielen Momenten viel Kraft gewinnen, indem ich einfach nur lesen konnte, dass ich VERSTANDEN werde. Dass ich Gdanken/Gefühle von mir preis geben kann ohne die Angst haben zu müssen als einzige Antwort zu bekommen "Stell Dich nicht so an, Dir tut die Beziehung nicht gut, trenn Dich und gut"....
    Einfach zu hören, dass jemand versteht, wie ich mich fühle tut mir gut...und ich empfinde es gar nicht so, dass wir uns in unserem (selbst gewählten) "Leid" bestärken indem wir sagen "Ja Du Arme, ich verstehe dass es Dir nicht gut geht"....vielmehr ein Vestehen aber dennoch ein Aufzegen und Ermuntern zum Weitergehen auf dem Weg, den man gerade beginnt neu für sich zu entdecken...

    Auch Deinen letzten Satz nehme ich mir sehr zu Herzen; dass ich erstmal selbst werden muss um mich verschenken zu können.....ich wünsche, dass ich DAS irgendwann erlangen werde.

    Alles Liebe und Gute
    Herze

    ich erinnere mich gerade an einen Satz den mir jemand hier geschrieben hat (ich glaube es war Miriel) und zwar, dass wir meistens auf ein Agieren des Anderen warten, um dann darauf REagieren zu können.
    Das trifft die jetztige Situation völlig. Ich warte bzw schätze die Reaktion von XY auf mich ab, um dann darauf zu reagieren...meine Reaktion ist also völlig abhängig davon was in IHM gerade vorgeht....

    Unabhängig vom Anderen zu Agieren/Reagieren würde natürlich bedeuten, dass ich anfangen muss, Verantwortung für mein Verhalten/Entscheidungen zu übernehmen...

    so wie es bis jetzt gelaufen ist bzw wie es immer noch läuft, kann ich ja immer schön zu mir sagen "er hat so und so auf mich reagiert deshalb hab ich das und das gemacht"....

    Mir macht dieses Verantwortung-nehmen für meine Entscheidungen/Reaktionen oder sonstwas aber auch Angst....das ist mir irgendwie gerade bewusst geworden....hmmm...was nun machen mit diesem "Wissen".....??....

    Hallo ihr Lieben,

    Miriel
    Danke für Deine Antwort. Du hast sicherlich Recht damit, dass es nur noch ordentlicher werden kann....irgendwann.....


    Fühlte ich gestern noch die Sicherheit und das Vertauen, dass es genau die richtige Entscheidung war, so komme ich gerade wieder ins Stolpern....
    Haben uns grade kurz gesprochen....er hat mich etwas Belangloses gefragt und ich habe ihm geantwortet...bin dann wieder in mein Zimmer....und schon begann es wieder zu rattern...

    Mich hat seine Art mir gegenüber sehr irritiert....dachte eigentlich, dass er einen enormen Groll auf mich hat wegen des Rausschmisses. Aber dieser ist nicht vorhanden, was mich völlig verunsichert...
    Er hat, während ich auf der Arbeit war, meine Wäsche reingestellt weil es geregnet hat...auch damit hätte ich nicht gerechnet....mit allem, nur nicht damit, dass er noch etwas für MICH tut. Vielleicht interpretiere ich auch einfach in allem zu viel rein. Er hat halt gesehen, dass es regnet und ohne zu überlegen hat er die Wäsche reingestellt...so wie er es bei jedem machen würde. ICH an seiner Stelle hätte es halt nicht gemacht....aber ich denke wieder zu viel....
    habe mich auf ein Hassgefühl eingestellt, welches mir nun nicht entgegengebracht wird....merkwürdig...ich weiß grad nicht, wie ich das finden soll....

    Obwohl es schlimm gewesen wäre, mit einem negativen Gefühl auseinander zu gehen, wäre es eben ein Gefühl gewesen, auf das man sich irgendwie einstellen kann.....habe mich irgendwie dagegen gewappnet. Und das ist vielleicht das Prolem; ich gehe davon aus, dass es so uns so ablaufen wird, wappne mich dafür und bin dann völlig überfordert wenns ganz anders läuft als ICH mir gedacht hab...

    Nun ist es so, dass er so NORMAL zu mir ist...natürlich anders als davor...aber ich kann die Art nicht einordnen......in mir kommen dann natürlich Fragen auf wie "Wie kann er das alles so einfach von sich abschütteln"..."Warum dreht es MIR den Magen um, schnürt es mir den Hals und das Herz zu wenn ich ihn sehe"....warum kann er SO damit umgehen...

    Aber mit mir macht es wieder was...ich mache mir wieder zuviele Gedanken um ihn.....bin dann vorhin auch nochmal zu ihm, um nochmal nachzufragen was er mit seiner Frage gemeint hat....völlig unnötig, nur damit ich einen Grund hatte nochmal mit ihm kurz zu reden....abzuchecken wie er drauf ist...wollte dann wissen, wie das mit dem Umzug laufen wird und habe dann gemerkt, dass NICHTS geplant wird von ihm. Seine Therapie wird evtl verschoben, da alles nun so eng ist....und schon wieder schlechtes Gewissen auf meiner Seite...es macht mich rasend, dass ich das Gefühl habe, dass er mich emotional bereits völlig abgeschrieben hat und ich mir trotzdem wieder nur Gedanken um IHN mache....Angst habe, dass er wegen MIR nun die geplante Therapie verschiebt...

    Gerade alles wieder blöd.....dieses Hin und Her zerrt ganz schön...


    Merke gerade, dass ich immer noch viel zu sehr darauf schaue, wie er sich fühlt und wie er mir begegnet. Wäre er voller Hass würde es mir schlecht gehen, aber ich würde ihm dementsprechend ausm Weg gehen...ist er "normal" zu mir, bin ich einerseits irritiert aber dennoch erleichtert....mache meine Gefühle immer noch völlig von seiner Laune abhängig, schaue immer noch viel zu wenig darauf was ICH empfinde....und das weiß ich momentan wirklich grad gar nicht....

    Ist doch eigentlich völlig egal, ob er sauer ist auf mich, ob er mich vermisst oder nicht, ob er auf Thera geht oder nicht....und trotzdem bin ich wieder völlig weg von mir...

    Liebe Miriel,

    Du sagst es selber: völliger Irrsinn.
    Du bist nicht verantwortlich für das, was Dein Vater/Dein Ex aus ihrem Leben machen. Aber für Deins!!! Das mit dem Urlaub war die richtige Entscheidung....nutz die Zeit in der Ferne, um wieder zu Dir zu finden.

    Muss jetzt los zur Arbeit, deswegen nur so kurz.
    Einen guten Tag wünsch ich
    Alles Gute
    Herze