Guten Morgen die lustigen Damen, guten Morgen natürlich auch allen Herren, die das Geplauder hier lesen,
also bei uns wird der "Sinn für Humor" auch mit regelmäßigen Trainingseinheiten weiterentwickelt. Besonders diebisch freue ich mich, wenn es mir gelingt, auch meine fast 15-jährige Tochter noch gelegentlich auf den Arm zu nehmen (sinnbildlich :P)
Am ausgereiftesten ist das Humor-Gen jedoch bei Tochter 2. Vorgestern kam sie von der Schule nach Hause und erzählte mit todtraurigem Blick von einer 4 in der Französisch-Schulaufgabe. Es seien richtig gemeine Fragen drangekommen... Dabei hatte sie sich fleißig drauf vorbereitet... Um mir dann mit einem breiten Grinsen keine 4, sondern eine 1- zu präsentieren...
Der gestrige Tag war gleich in zweifacher Hinsicht... ja, was war er eigentlich... Interessant? Schaurig-schön? Selbsterkenntnis-fördernd?
Hausputz
Solche Hausputz-Panik-Aktionen vor Besuchen gab es schon etliche. Lange Zeit schon waren sie eng verbunden mit Alkohol. Runter in Keller, Flasche angesetzt, Treppe hoch, Zimmer gefegt. Dort auch Flasche angesetzt (Belohnung!), Kinder motiviert, Musik an, Zimmer gewischt, Flasche angesetzt (Belohnung!).
Oops, Flasche schon leer? "Kinder, muss man schnell im Baumarkt noch was kaufen." Flasche gekauft (nicht im Baumarkt:-), weiter mit Hausputz. Schmerzen weggetrunken. Ärger über "arbeitsunwillige", zu langsame, sich verzettelnde Frau weggetrunken. Im See des Selbstmitleids geschwommen. Trotzdem viel Spaß mit den Kindern beim Putzen gehabt.
Das lief sehr oft im gleichen Schema ab. Gestern nicht, aber es war - um es vorsichtig auszudrücken - nicht einfach, den Alkohol wegzulassen.
Freunde-Besuch
Sie kommen jährlich einmal für einen Abend/eine Nacht. Und einen Kasten Weizen hatten wir meistens geschafft. Was tun? Ausladen? Blöd, freue ich mich doch auf sie, freuen sich meine Kinder auf deren Kinder.
Flugs an den Grundbaustein "Ehrlichkeit" erinnert und am Vorabend angerufen: "Ähm, ja, was ich noch sagen wollte: S'wird morgen ein alkoholfreier Abend. Ich hab da 'n Problem..." usw. Das zweite "Outing" nach meinem Hausarzt. Puh, Herzilein hatte zu pumpen wie bei einem 10-km-Lauf. Aber dann war es raus und gestern überhaupt keine Sache. Für die Gäste.
Für mich schon. Es war nicht wirklich Saufdruck, aber eine Unruhe, ein unterbewusstes Denken "da fehlt doch was". Ganz schön intensiv. Ich kann mir vorstellen, dass es ähnliche Situationen geben wird, wo der Rückfall ganz laut anklopft.
Was mich leicht irritierte: Es gab keine Nachfrage.
Ist's ihnen peinlich? Angst, den eigenen Konsum in Frage zu stellen? Oder ist das Thema für andere einfach nicht so wichtig wie für mich als Alki?
Auf jeden Fall war die Spielerunde mindestens genau so lustig wie mit Pegel UND ICH WEISS NOCH GENAU WER GEWONNEN HAT!
Euch allen einen Samstag, der hält, was Ihr Euch von ihm versprecht.
Georg