Guten Abend Jürgen,
nachdem wir wieder auf der sachlichen Ebene angekommen sind, möchte ich Dir natürlich hier antworten. Auch wenn ich im realen Leben Leuten mit erhobenem Zeigefinger gern aus dem Weg gehe. Und als so jemanden empfinde ich Dich. "Lerne dies...", "tu jenes...". Auch ohne psychologischen Grundkurs behaupte ich mal, dass da spontan nicht nur bei mir erstmal die Jalousien runterfahren.
Aber sei's drum. Mich würde interessieren, ob andere Foristen Deinen Eindruck teilen:
Zitat von juergenbausf
Ich erlebe Dich hier in Deinen Berichten als "Super-Schorsch", der morgens seinen blau-roten Umhang überwirft, keine Überlastung kennt, überall dabei sein muss, alles regelt und sich dann noch in der SHG Gedanken über die Motive und die Trockenheit der anderen Protagonisten macht.
Es wird Dich nicht überraschen, dass ich mich NICHT als "Super-Schorsch" empfinde. Ich mache einfach meinen Job (arbeits- und familienmäßig) und erlaube mir, außer dem Streben nach Abstinenz noch Interesse an weiteren schönen Dingen des Lebens zu haben (wobei ich selbstredend nicht "überall dabei sein muss"). Aufgrund meiner häuslichen Situation gibt es halt ein wenig mehr für mich zu tun. Aber deshalb werde ich meine Frau nicht ins betreute Wohnen und meine Kids nicht ins Kinderheim schicken.
Ähnlich wie Du hab auch ich unter anderem getrunken,
+++ weil ich überfordert war,
+++ weil ich Rückenschmerzen hatte,
+++ um meinen Erschöpfungszustand, die Signale meines Körpers zu ignorieren.
Da ich jetzt nicht mehr trinke, ist das zwangsläufig anders. JETZT reagiere ich auf die Signale, indem ich z.B.
+++ Dinge auf morgen verschiebe,
+++ keine Ausreden mehr für sporteln gelten lasse,
+++ früher schlafen gehe,
+++ meinen Perfektionismus gelegentlich abblitzen lasse.
Ich bin mit diesen Themen noch lange nicht am Ende, da gibt es noch viel zu tun. Aber ohne Chance, unangenehme Themen im Promille-Nebel verschwinden zu lassen, hab ich eine reelle Chance, mich immer weiterzuentwickeln. Wäre ja langweilig, wenn man mit 46 schon fertig wäre damit 
Außerdem bin ich - und war ich schon als Jugendlicher - ein sehr aktiver Mensch. Müßiggang ist nicht mein Ding. Und warum soll ich zum Yogi werden, wenn es mir einfach nicht liegt. Bei Versuchen mit Tai Chi, Qi Gong und Jakobsen bin ich kläglich gescheitert. Dagegen hat mir die Rolle eines "Projektleiters" schon immer gut gefallen. Während andere vor'm Fernseher hocken, plane ich unseren Urlaub oder schwätz mit meiner Großen oder bin im Fitnessstudio oder im Haushalt. Wenn es zu viel wird, höre ich einfach auf. Das geht jetzt "ohne".
Aber auch hier kann und muss ich noch viel an mir arbeiten.
Für mich ist der Spruch
Zitat von juergenbausf
Lerne, die Hälfte zu machen...
einfach Nonsens. Dann könnte ich den Laden hier dicht machen. Aber sicher hast Du es nicht so rein mathematisch gemeint 
Viele Grüße vom Schorsch (ohne blau-roten Umhang)
PS: Falls Du Lust hast, kannst Du hier gern auch die Fragen von Jonas beantworten. Die finde ich nämlich sehr passend für mich. Wie immer genau auf den Punkt gebracht.