Beiträge von Georg66

    Hallo marvormar,

    ich danke Dir für Deine netten Zeilen. Wenn Du - wie Du bei Dir schreibst - seit ca. vier Monaten nix mehr trinkst, dann sind wir ja zur gleichen Zeit losgelaufen. Mein letzter Schnaps datiert vom 14. Oktober...
    Deine ersten Beiträge klingen für mich richtig gut. So wohl durchdacht bin ich nicht hier gelandet. "Rahmenbedingungen. Ziele für drei Monate, ein Jahr und für drei Jahre. Das Ganze auf Flipchart immer sichtbar". Wow. Jetzt heißt es "nur noch" dranbleiben. Das finde ich im Alltagstrubel manchmal gar nicht so leicht.

    Zitat von marvormar

    ...dass noch einige Klippen auf meinem Weg ohne Alkohol zu umschiffen sein werden...


    ist klar. Doch die kann man sehen (und vermeiden). Schlimmer finde ich die gefährlichen, unsichtbaren Riffe...

    Tja, solche Sachen wie 'ne kranke Frau kann man nicht ändern. Deine Frau hat es leider nicht geschafft, meine hat es überlebt (auch wenn es zwei Wochen auf Messers Schneide stand und ich viele Stunden kettenrauchend vor dem Krankenhaus stand). Das Leben ist nicht immer gerecht. In Bezug auf Deine Tochter hast Du ja auch ein ganz schönes Päckchen zu tragen (wenn die Frage erlaubt ist - Du kannst sie natürlich ignorieren: schreibt sie an anderer Stelle unter dem gleichen Pseudonym?). Aber ist das nicht schon ein ganz großer Teil der Motivation, abstinent zu leben!?

    Ja, das mit den Freiräumen ist ein ganz heißes Thema. Dazu später mehr. Jetzt muss ich erst mal los - Suchttherapie Teil 2.

    LGvSchorsch

    Hallo Jonas,

    auch wenn ich Eurem Häkelclub - wie von Carpenter vorgeschlagen - aus Zeitgründen nicht beitreten kann und abgesehen von all den interessanten Beiträgen hier, möchte ich Deiner Krone der Bescheidenheit gern noch einen Diamanten hinzufügen. Dein Humor ist einfach köstlich!

    Es grüßt, mit Lachfalten im Gesicht, der Georg

    Hi Vreni,

    da darf ich natürlich in der Gratulanten-Schar nicht fehlen. Stell mich ganz hinten an, warte, bis ich dran bin, drücke Dich und wünsche Dir weiterhin diese Zielstrebigkeit, standhaft zu bleiben, auch wenn es mal stürmisch wird.
    Du weißt ja inzwischen, wie viel lebenswerter das Leben "ohne" ist.

    Mach's weiter so gut
    Schorsch

    Servus Andreas,

    danke für die Blumen, die stehen jetzt hier auf meinem Schreibtisch und bringen Farbe in mein häusliches Arbeitszimmer:-).
    Bist ja viel unterwegs in all den Fäden, was auch mir Anlass gibt, mich zu fragen: Woher nimmt der Franke Zeit, Energie und Motivation für dieses viele Schreiben? Ich meine, es liest sich ungemein gut, Du hast viele spannende, zum Nachdenken anregende Themen.
    Zu Beginn schrieb ich auch öfter. Doch ziemlich schnell hat sich mein Leben wieder mehr vom Virtuellen ins Reale verlagert. Wenn ich letzteres vernachlässige, komme ich in Teufels Küche. Ganz richtig stellst Du fest:

    Zitat von Carpenter

    Aber der Stressfaktor ist mMn. ein ganz, ganz wichtiger Punkt in der Risikovermeidung...Stress ist bei mir zumindest Auslöser Nr.1...


    Ist auch bei mir Thema Nr. 1. Denn Stress mach' ich mir meist selbst. Trotz Vollzeitjob, drei Kids, 'ner kranken Frau, diversen Hobbys will ich immer noch vieles perfekt machen. Ich finde ja das 80-20-Pareto-Prinzip klasse - nur bei der alltäglichen Anwendung hapert es noch. Auch in Sachen Zufriedenheit hab ich noch viel Optimierungsbedarf. Selbst wenn ich meine ganze ToDo-Liste für den Tag abgearbeitet hab, will ich immer schnell NOCH etwas erledigen und NOCH etwas und... Dennoch glaube ich, dass ich gaaaanz langsam kleine Fort-Schritte in die richtige Richtung mache.
    Was ich aber eigentlich sagen wollte: Diese persönliche Entwicklung, dieses täglich im "wahren" Leben daran arbeiten ist mir jetzt weitaus wichtiger als einige "sinnlose Diskussionen", wie Du ganz richtig schreibst. Ich übe das Argumentieren lieber mit meiner 15-jährigen Tochter :wink:. Und solche Auslassungen wie hier kürzlich von juergenbausf versuche ich einfach zu ignorieren. Sachliche Kritik: ja, deshalb bin ich hier. Polemik: nein, danke.

    Zitat von Carpenter

    Tja, und mit den Kids sind wir uns wieder einig...man möchte sie um keinen Preis der Welt mehr hergeben, auch wenn man sie manchmal an die Wand klatschen könnte :)


    Nein, hergeben keinesfalls. Aber das mit der Wand würde ich auch eher verneinen. Durch die Hirntumor-Erkrankung meiner Frau, die sich "dank" des vollen Programms lange hinzog und sich noch heute in einer Wesenveränderung, in Langsamkeit, Immunschwäche, fehlender Koordinationsfähigkeit etc. äußert, habe ich ein sehr inniges Verhältnis zu meinen Kindern (15, 13, 11), bei denen Alkohol zum Glück noch keine Rolle spielt. Zu meinen reichlich vorhandenen Vaterinstinkten hab ich mir wahrscheinlich auch noch einige mütterliche Instinkte antrainiert (aber das ist eine andere Thread-Geschichte :wink:).

    Herzliche Grüße vom Georg

    Buenas noches, Prinzessin mit dem Fragezeichen,

    da auch ich heute mit meiner Tochter gelernt hab - past participle, present progressive und all die anderen Formen, die ich in der Schule auch nicht kapiert hab - dachte ich, ich lass mal einen Gruß hier. So von "Lehrer" zu "Lehrerin". Wobei ich ja in letzter Zeit beim morgendlichen Lesen hier bei Dir den Eindruck gewinne, Du hast zumindest einen Zweitjob beim Wetteramt :lol:
    Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt fiel mir letztens hier ein... Schön, dass Du grad wieder auf der Welle oben schwimmst. Aber der "olle Correns" (ist gaaaanz freundlich gemeint) hat vollkommen recht - irgendwann geht's auch wieder runter ins Wellental.
    Ich glaube, ich bin da ein weniger emotionaler Mensch, eher rational veranlagt. Über Gefühle grübeln? Gar schreiben? Brrrrh... Schön, dass das bei Dir anders zu sein scheint.

    "Gut Zahn" und einen schönen Dienstag wünscht Dir
    der Schorsch

    Guten Abend Consuela,

    vielen Dank für Deine Zeilen, die - oh je - schon wieder so viele Tage zurückliegen.
    Mein erster Gruppen-Eindruck ist der, dass die meisten diese Therapie doch deshalb machen, weil sie trocken werden wollen. Aber viel lässt sich nach dem ersten Mal nicht sagen und selbst wenn, wäre ja hier nicht der richtige Platz für Details. Auf jeden Fall kann ich Deine Frage(n)

    Zitat von consuela

    Du gehst nur fur Dich hin oder? Stimmt doch so?


    mit einem klaren, überzeugten JA beantworten. Ja, ich gehe aus gänzlich freien Stücken hin und mir hat niemand das Messer auf die Brust gesetzt (außer ich mir selbst). Ich brauche kein Papierchen für irgendwas, bin auch in der glücklichen Lage, trotz vieler Promille-Fahrten noch meinen Führerschein zu besitzen. Ich hab diese Therapie beantragt, weil ich mein Haus der Trockenheit auf möglichst vielen Pfeilern bauen will. Allerdings merke ich, dass meine Erwartungshaltung ziemlich hoch ist - nach acht Wochen Reha in der Psychosomatik, diversen Psychotherapeuten-Terminen, vielen AA-Abenden.
    Na, ich lass mich überraschen und versuche, für alles offen zu sein und für mich mitzunehmen, was möglich ist. Wobei eine Gruppe ja immer nur so gut ist wie die Teilnehmer sie machen...

    Herzliche Grüße vom Schorsch

    Hallo Carpenter,

    da freu' ich mich aber, dass Du mir als Wegbegleiter nicht verloren gehst :wink:
    Oh wie gut ich das kenne: Häuslicher Stress = willkommener "Grund" zum Trinken. Nur dass ich nicht erst in die externe Werkstatt, sondern nur ein paar Treppen hinab in den Keller musste. Und mit einer Frau, die nach schwerer Krankheit manchmal etwas "neben dem Leben" steht und eine Selbstwahrnehmung hat, die von der äußeren stark abweicht, gibt es diese Pseudo-Trink-Gründe fast täglich. Und gelegentlich liefern meine drei Kids noch den einen oder anderen Grund dazu (obwohl sie insgesamt super Kinder sind, die sehr oft Anlass zur Freude geben).
    Alles Dinge, die nicht zu ändern sind. Und den Gedanken, sich von all dem Alltagsstress wie früher wegzubeamen, hab ich schon auch mal kurzzeitig. Aber ich weiß ja inzwischen, dass es an der jeweiligen Situation nichts ändert, sie eher noch eskalieren lässt. Lösungen sehen anders aus... Und da klar ist, dass diese Situationen immer wieder auftreten, sollten die Lösungen langfristiger Natur sein. Sport ist bei mir ein ganz wichtiger Teil der Lösung...

    Weiterhin alles Gute und erfolgreiches Durchhaltevermögen wünscht Dir
    Georg

    Hallo Frank,
    Guten Abend ans Forum,

    auch wenn's schon eine Woche her ist - möchte Dir trotzdem noch für Deinen Beitrag danken, der mich hier noch "am Leben erhalten hat." Wie immer sachlich, verständnisvoll, informativ, dennoch alles auch kritisch hinterfragend.
    Ich hab ja jetzt meinen ersten Therapieabend hinter mir. Wieviel es mir bringen wird, lässt sich natürlich noch nicht sagen, mein erster Eindruck ist sehr neutral. Ist vielleicht gar nicht so günstig, dass ich schon recht lange zu AA gehe und sich bei mir - eher unbewusst - eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt hat. "Alibi-Teilnehmer" konnte ich zumindest keine entdecken.
    Ganz klar, ich mach' das Ganze nur für mich. Mich hat ja keiner gezwungen, ich mach es aus freien Stücken. Ich hab keine Bange, mir etwas von Anderen verwässern zu lassen - ich weiß ziemlich genau, was ich will und was nicht.
    Für mich das Aufregendste an diesem Therapiebeginn war, dass ich meinen Kindern erklären "musste", wieso ich jetzt NOCH einen Abend in der Woche weg bin. Aber es hat sich keine größere Diskussion daraus ergeben...

    Abendliche Grüße
    Georg

    Hallo Carpenter,

    jetzt reicht's aber. Bzgl. Deines Posts von heute muss ich doch mal wieder aus der Versenkung auftauchen. Hab beim Lesen tatsächlich gedacht, da schreibt jemand über mich. So viele Ähnlichkeiten...
    Zum Beispiel der Sport. Darauf musste auch ich verletzungsbedingt (Knie-OP) längere Zeit verzichten. Jetzt habe ich wieder mit dem Laufen begonnen, gemäßigtes Schwimmen und Radfahren geht wieder und mein Rücken fordert sowieso regelmäßige Beachtung. Wie hat mir dieser Ausgleich zum Bürosessel gefehlt! Wo ich doch mein ganzes Leben bisher immer sportlich unterwegs war. Ich war auch noch mit Promille laufen, hab meine Schwimm-Kids "mit Fahne" trainiert oder bin mit der Flasche Whisky in der Sporttasche ins Fitnessstudio marschiert. Aber es kostete in den letzten Monaten enorm viel Kraft und Überwindung. Und Ausreden fanden sich immer öfter, um zu trinken statt zu sporteln.

    Was ich ganz genau so empfinde (und absolut nicht blöd finde):

    Zitat

    Ich habe nicht das Gefühl, auf Alkohol verzichten zu müssen.


    Ich bin dankbar - gerade nach einigen Posts in diesem Forum - bisher noch kein einziges Mal unter Saufdruck gelitten zu haben. Allein die Beantwortung der Frage "Was würde Alkohol jetzt besser machen?" reicht oft schon.
    Warum wir nicht schon viel früher auf diesen Trichter gekommen sind? Keine Ahnung. Die Suche nach einer Antwort ist m.E. ebenso vergeudete Energie wie die Überlegung, wieviel von meinem Leben ich schon verplempert habe. Wir hatten die Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufgegeben. Ist eh nicht mehr zu ändern. Doch es liegt (hoffentlich) noch so viel Zukunft vor uns. Und Du hattest die Erleuchtung immerhin vier Jahr früher als ich :wink:.

    Was mich interessieren würde: Du scheinst ja arbeitsmäßig einige Zeit im häuslichen Büro zu verbringen. Und Du schreibst, dass Kneipen für Dich eher auch kein Thema waren. Heißt, Du hast viel zu Hause getrunken? Machst Du da jetzt etwas anders?
    Denn bei mir ist's ähnlich. Seit kurzem arbeite ich komplett zu Hause. Und hier habe ich fast immer getrunken. Es wäre rein organisatorisch ein Leichtes, mir im Keller wieder einen Vorrat anzulegen und gleich nach dem Frühstück, wenn die Kids in der Schule sind, zur Flasche zu greifen.
    Wie "damals" an den Wochenenden. Manchmal waren die ersten Schlucke auch gleichzeitig mein Frühstück... Rückblickend finde ich diese Erinnerungen - jetzt, wo ich sie aufschreibe - einfach nur widerlich, abstoßend. Nein, das möchte ich nie mehr erleben. Nichts scheint mir heute ferner, als wieder all diese Heimlichkeiten aufflammen zu lassen. Als in den ewigen Kreislauf von Beschaffen, Trinken, Entsorgen zurückzukehren.
    Heute wimmelt es in meinem Keller nur so vor Sprudeln, Säften, Schorlen...

    Btw: Heute fanden die letzten Weizenbier-Gläser, die ich beim Entrümpeln noch fand, ihre letzte Ruhestätte auf dem Wertstoffhof :).

    So, lieber Carpenter (der mich immer an Bob Dylan denken lässt), jetzt reicht's für heute.

    Denn man weiterhin alles Gute auf Deiner Reise und bis neulich
    der Schorsch

    Hallo Hartmut,

    sicher bist Du kein Läufer. Bei einem Marathon, Volkssportlauf oder wie auch immer trägt natürlich jeder selbst die Verantwortung dafür, wie er die Strecke bewältigt, in welchem Tempo er läuft und welche Klamotten man trägt.

    Regelmäßige Trainingsläufe (allein) durch Wald & Flur sind für mich wichtig für die Kondition und gut für's Seele baumeln lassen. Gelegentliches Laufen im großen Pulk jedoch steigert meine Motivation ungemein für den nächsten Lauf allein zu Haus.

    Aber sei's drum...

    Georg

    Hallo Oli alias 4ö,

    da freut sich doch ein "newbie", wenn so ein "old-timer" (obwohl der gleiche Jahrgang) mal einen Hausbesuch abstattet. Musste erst mal ein wenig recherchieren, wer Du bist. Dein Thread-Titel spricht sicher nicht nur mich an...

    Zitat von Öööö

    Für deine ambulante Therapie wünsche ich dir, dass du dort ganz viel mitnehmen kannst.


    Das kann ich ganz sicher. Mehrere Einzelgespräche hatte ich ja bereits im Vorfeld...
    Ein interessanter Aspekt wird vermutlich sein, dass nicht alle freiwillig an dieser Therapie teilnehmen. Insofern könne ich, so wurde es mir von Freunden gesagt, ggf. auch eine Bereicherung für die Gruppe sein, da ich so vom Nichts-&-nie-mehr-trinken überzeugt sei... (natürlich nicht nur davon, ich weiß :-))
    Na, ich bin mal gespannt, nächste Woche geht's los...

    Schöne Grüße vom Schorsch

    Hallo steilbergauf,

    realistischerweise müsste man das Bild noch etwas ergänzen. Bei jedem Marathon gibt es natürlich auch die, denen unterwegs die Puste ausgeht. Die aufgegeben. Die anderen Läufern signalisieren (können): Pass auf, dass Du genug trainierst und den Marathon nicht zu schnell angehst.
    Abgesehen von den vielen, die gar nicht erst an den Start gehen...

    Aber Du hast recht: das Bild eines großen Läuferfeldes hat einen gewissen Charme.
    Ich wünsche Dir weiterhin einen guten "Lauf".
    Georg

    Guten Morgen Zotti,

    nur ganz kurz, da die Arbeit ruft. Es ist ein schönes (Lauf-)Bild, das Du malst. Aber ich sehe mich darauf nicht vorn weg laufen, sondern eher im hinteren Teil des Feldes.
    Entspricht auch grad meinem "echten" Leben: Nach einer Knieoperation vor einem Jahr lerne ich langsam wieder das Laufen, für ein paar Kilometer reicht es inzwischen...
    Noch eine Bitte. Können wir Deine Liste...

    Zitat von Zotti

    Georg und ich wir laufen vorne weg, kurz hinter uns Triiine und dann steilbergauf, aber noch in Sichtweite! Aber spätestens nächstes Jahr im Dezember, ist ja jeder von uns dreien in seinem 2.ten Jahr, dann laufen wir alle zusammen. :lol:


    ... um einige Weggefährten erweitern? Mit einer Prinzessin, einer Carmelita oder einem Zimmermann (Carpenter) im Schlepptau ist die Reise sicher noch viel anregender und abwechslungsreicher...

    Ich wünsche Dir einen richtig zufriedenen Tag ohne ZU VIEL Euphorie
    Georg

    Guten Morgen Zotti,

    "100 Tage ohne Alk" klingt doch für den Anfang gar nicht schlecht, oder? Vor 100 Tagen hätte ICH mir das überhaupt nicht vorstellen können. Und jetzt isses irgendwie selbstverständlich und völlig klar, dass das Leben viel lebenswerter ist als noch vor 101 Tagen. Oder was denkst Du?
    Auf jeden Fall mal Danke für's Zählen und weiterhin gutes Gelingen wünscht Dir
    der Georg

    Servus liebe Prinzessin,

    danke für Deinen ehrlichen Beitrag. Ich kann Dir zwar nichts über Erfahrungen mit dem Suchtgedächtnis erzählen. Aber ich kann Dir sagen, dass ein solcher Beitrag Leute wie mich davor bewahrt, überheblich und nachlässig zu werden. Das ist Erfahrungsaustausch...
    Ich hab nun bald 100 alkoholfreie Tage hinter mir, an denen ich - genau wie Du - sagen konnte, dass sie ohne "Nebengeräusche" verliefen. Worüber ich sehr froh und dankbar bin. Allerdings bin ich nie davon ausgegangen und gehe auch jetzt nicht davon aus, dass "mir das nicht passiert." Ich denke dabei auch an Verenas Weihnachtserfahrungen...
    Sollte ich damit konfrontiert werden, fange ich meiner Meinung nach nicht wieder von vorne an - zu viel hab ich bereits über mich und meinen Alkoholismus gelernt. Eigentlich hast Du Dir Deine Frage ja schon selbst beantwortet, wenn Du von Notfallkoffer und "keinen Alk im Haus" schreibst. Wäre doch vor 59 Tagen sicher noch anders gewesen, oder?

    Ich wünsche Dir weiterhin gutes Durchhaltevermögen und allzeit einen griffbereiten Notfallkoffer mit dem situationsbedingt richtigen Inhalt.

    Herzliche Grüße vom Schorsch

    Hallo Carpenter,

    nur eine Formalie, die eigentlich völlig unwichtig ist. Doch scheinbar bist Du ja ein überzeugter Franke, deshalb: Deine Grüße sind hier in Bayern angekommen, allerdings bei einem langjährigen "Exil-Sachsen" :wink:.

    So, so, Du findest also, ich klinge "sehr ausgeglichen". Darüber musste ich erstmal 'ne Weile nachdenken. Und komme zu der Erkenntnis, das ich momentan, im akuten abstinent-werde-Stadium, zwischen zwei Dingen unterscheiden würde:

    +++ Was das Leben im Allgemeinen angeht, versuche ich bei diesem Punkt stetig an mir zu arbeiten. Meine täglichen ToDo-Listen werden realistischer. Ich nehme mir regelmäßig Zeit für Sport. Ich denke öfter an den Gelassenheitsspruch und versuche mir öfter zu sagen: Morgen ist auch noch ein Tag. Aber ich muss leider gestehen, dass ich von "sehr ausgeglichen" noch ein ganzes Stück entfernt bin.

    +++ Was das Thema Alkohol im Speziellen angeht, fühle ich mich tatsächlich sehr ausgeglichen. Versuche aber auch hier, im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten stetig an mir zu arbeiten. "Gleichschritt-Zotti" hat ja errechnet, dass in Kürze 100 Tage rum sind. Ist mir aber ziemlich wurscht; wichtig ist, dass darunter kein einziger Tag war, an dem ich mit zitternden Händen nach der Schnapsflasche gelechzt hätte. Dafür bin ich - besonders beim Lesen in einigen anderen Threads - sehr dankbar.

    Wünsche Dir eine gute und ausgeglichene Woche, mit ausreichend Zeit und Energie für die wichtigen Dinge des Lebens.

    Georg

    Guten Morgen Carmelita,

    ich möchte mich Carpenter anschließen und meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Du auch hier öfter etwas über Deine Entwicklung schreibst. Du hast bisher viele Dinge geschrieben, die ich ähnlich sehe.
    Da ich keine Kapazitäten habe, auf zwei Hochzeiten zu tanzen, bleibe ich auch "draußen".

    Herzliche Grüße, bleib trocken und optimistisch
    Georg