Zitat von Nys
Mein Vater sei ein guter lieber Mensch, der mich nur leider nicht vor ihr beschützen kann. Ich wollte schon damals fort.
So da haben wir meinen Hang zu einem abhängigen Partner:
2.) Angst vor Kontrollverlust
Ich suche Männer, die von der Harmonie-Bedürftigkeit
meinem Vater ähneln und mir Liebe und Geborgenheit geben. Die nach außen unnahbar aber nach innen sehr verletzlich sind. (Kontrollierbar?)
Warum?
a) weil ich immer noch auf das Happy End warte - es zwanghaft herbei wünsche gerettet zu werden. UND ZWAR von einem Mann der genauso schwach ist wie mein Vater!
Guten Morgen, Nys!
Zunächst möchte ich mich entschuldigen. Ich hatte dich gestern tatsächlich verwechselt und war irritiert als ich las, dass "du" nicht co-abhängig bist.
Vielen Dank für die wichtigen Informationen. Deine Mutter erlebtest du als mächtig, kalt und grausam, deinen Vater als guten, lieben Menschen, der aber schwach ist. Bei näherem Hinsehen ist das Verhältnis zu deinem Vater ambivalent: "der mich nur leider nicht vor der Mutter beschützen konnte." Hier sehe ich eine Idealisierung des und gleichzeitig einen Vorwurf gegen den Vater. Warum konnte er dich denn nicht vor der grausamen Mutter beschützen? Charakterliche "Schwäche" kann doch nicht immer als Entschuldigung herhalten. War nicht auch deine Mutter sehr schwach? Die Konstellation erinnert übrigens an die in vielen Märchen, nur dass in den ("gereinigten") Grimm'schen Fassungen die "gütige", aber tote Mutter gegen eine böse Stiefmutter ausgetauscht wurde.
Tiefenpsychologisch bist du in einer Wiederholungszwangs-Falle gefangen: endlich möchtest du von deinem Vater gerettet werden. Endlich soll der schwache Vater stark genug sein, dich zu retten. Der kindliche Hilferuf: "Papa, du kannst mich retten, wenn du nur willst! Du bist gar nicht so schwach!". Das wiederholtst du ständig. So suchst du dir immer wieder (!) den schwächsten Ast, setzt dich darauf und stürzt natürlich ab.
Vielleicht wäre es sinnvoll, an deinem Vater- und Mutterbild zu arbeiten. Vielleicht hilft es schon ein wenig, den Begriff des "lieben, guten, aber schwachen Vaters" gegen "Waschlappen" auszutauschen: De-Idealisierung des Vaters. Deine Mutter war ich-schwach, neurotisch und überfordert, möglicher Weise wollte sie kein Kind.
LG Jonas