Beiträge von Carpenter

    Moin Daniel,

    ich hab mich sehr gefreut, als ich gelesen habe, daß Du "Deinen" Roman schreiben willst. Dann wünsch ich Dir mal, daß keine Schwangerschaftsstreifen zurückbleiben :)

    Was mich vom Schreiben abhält ? Gestern noch wollte ich "Zeit" schreiben, aber ich habe das nochmal reflektiert und muß nun ganz ehrlich sagen, daß es nicht an der Zeit liegt...die Zeit könnte ich mir nehmen, indem ich andere Freizeitaktivitäten einschränke, gar nicht mehr fernsehe, weniger am Laptop hänge, weniger lese undundund.
    Nee, Du wirst lachen, im Winter noch hab ich so ne Literaturseite (hat was mit Schreiben und mit Lust zu tun...den Link selbst darf ich leider nicht schreiben) festgepinnt, bei der Hobby-Autoren Kurzgeschichten zu bestimmten Themen schreiben können. Die Themen wechseln jedes Monat...das klang sehr interessant, aber irgendwie fehlt mir die Muse...ich dichte sonst auch ganz gerne ein paar belanglose Zeilen, aber auch da bin ich momentan an einem toten Punkt.

    Ich vertrau einfach drauf, daß die Lust zu Schreiben wieder kommt irgendwann...

    Schönen Gruß und schönes WE

    Andreas (der sich immer wieder über jeden einzelnen Menschen freut, der mit Literatur und Büchern noch was anfangen kann)

    Zitat von Katharsis


    Niemals würde ich Andere mit Spanngurten fixieren, aber tatsächlich überlegte ich kurz, was es mich kosten könnte, einen Knebel einzusetzen *fg.
    Nun ist der gehbehinderte Herr kein 80Jähriger, sondern nur wenig älter als ich, was mich umgehend an den Punkt bringt, wo meine eigene Trockenheitsarbeit wieder einsetzt :-(.

    Moin Katha,

    den letzten Satz wirst Du mir bei Gelegenheit nochmal näher erklären müssen...da fehlt mir als Aussenstehender noch die logische Komponente oder ich bin einfach zu dämlich, um sie zu erkennen.

    Tja, Knebel...wenn ich dürfte, würde ich die wohl in der Großfamilienpackung hängerweise aus dem Supermarkt nach Hause schleifen. Es gibt tatsächlich Menschen (auch in meinem Umfeld), die den ganzen Tag vor sich hinbabbeln, jeden noch so unnützen Gedanken verbalisieren und damit ihre weniger mitteilungsbedürftigen Mitmenschen an den Rande des Nervenzusammenbruchs bringen. Ich frag mich oft, ob da im Hintergrund so ne Kasse vor sich hinklingelt...pro Wort gibts dann 10 Cent in die Quasselkasse.
    Ich kann schon auch mal quasseln, Unsinn meistens...aber den ganzen lieben langen Tag ständig den Mund auf- und zumachen ? Aufgrund des Kalorienverbrauchs vielleicht eine weitere Diätvariante ? :)

    Schönen Gruß und schönes WE

    Andreas

    P.S.: Am Teich ist momentan Schaffenspause...die Pumpe ist noch nicht bestellt und folglich auch noch nicht da :)

    Zitat von Dr.Gerner

    Danke dir, Matthias. :D

    Mein Fazit nach 100 Tagen: Körperlich hat sich das super entwickelt. Ich ernähre mich jetzt ganz anders, mache sehr viel Sport und das scheint tatsächlich zu fruchten. Ich muss 2 neue Löcher in den Gürtel stanzen! :D Nachts träume ich noch jede Menge, aber das habe ich als Kind schon und das kann auch Spass machen.

    Gut, aktuell bin ich etwas im Schwebezustand. Ich weiss nicht genau wo mein Weg hingeht. Hätte die Möglichkeit nebenbei Texte zu schreiben für andere, aber ob die ankommen? Ist so ähnlich wie bei "My Hammer", man schreibt zu Anfragen Texte und wenn sie gut sind, werden sie genommen. Gut, eigentlich will ich meinen Roman schreiben, aber vielleicht muss man erstmal kleine Brötchen backen, am besten Pizzabrötchen. Im Ernst, einzige Sorge, was ist, wenn mein Stil gar nicht ankommt? Andererseits die Autorin von Harry Potter hatte massiv Absagen anfangs, ebenso Stephen King. Wie die deutsche ELF einfach am Ball bleiben.

    Bisschen einsam ist es noch, mir hängen noch Dinge nach, die ich kaputt gemacht habe durch den Alkohol. Wie es aussieht, wird nicht alles ein Happy End geben. Manchmal stimmt es wenn es heisst: Hoffnung lenkt das Schiff der Narren. Ich denke, ich muss mit alten Dingen abschliessen, damit ich frei bin für Neues. :)

    Euch allen wünsche ich angenehme Tage und erholsame Nächte.
    Daniel

    Hallo Daniel,

    100 Tage ist doch schon ein ordentlicher Anfang und Dein Fazit klingt aus meiner Sicht schon richtig gut. Und selbstverständlich muß man mit alten Dingen abschließen...es ist ja nicht so, daß man nur mit dem Saufen aufhört. Man verändert sich in vielerlei Hinsicht...Ansichten, Freizeitgestaltung, Bekanntenkreis, Zeiteinteilung, Prioritäten...das geht ja nicht spurlos an einem vorbei. Zu sagen, man wäre jetzt ein neuer Mensch, ist übertrieben. Aber man ist abstinent sicher ein anderer Mensch als vorher...und wenn ich so auf meine Saufzeit zurückblicke, ist das ja nicht das Schlechteste :)

    Bzgl. Deiner literarischen Ambitionen:

    Die Frage ist ja tatsächlich, ob Du ein guter Schriftsteller werden willst oder ein bekannter Schriftsteller...bekannte Schriftsteller gibt es genug...gut sind die deswegen noch lange nicht...und selbst Boris Becker hat ne Biographie hinbekommen (wieviele Co-Autoren es da gebraucht hat, ist mir natürlich nicht bekannt).

    Warum willst Du Deinen Schreibstil dem Mainstream anpassen ? Es geht um Deinen Roman und gute Romane haben eine Seele, eine unverkennbare, eigene Handschrift...Du als Autor kannst etwas schaffen, was noch niemand vor Dir genau so ausgedrückt hat. Ist das nicht ein gewaltiger Ansporn ? Ein viel gewaltigerer Ansporn als nur der Anspruch, Bücher verkaufen zu wollen ? Was ist denn mit diesen ganzen Autoren, denen man den Druck der Verlage, einen neuen Roman bis zum Tag x fertigzustellen, förmlich "anliest", die rapide an Qualität verlieren, weil sie schreiben "müssen" ?

    Wie wäre es, sich für Deinen Roman alle Zeit der Welt zu lassen und ihn genau so zu schreiben, wie Du selbst es willst...die Texte, die etwas Geld nebenbei bringen, kannst Du ja trotzdem schreiben...

    Dein Vorhaben klingt für mich, der auch schon immer irgendwann einen eigenen Roman schreiben wollte, unheimlich spannend. Aber schreib "Deinen" Roman, nicht das, was die Leute lesen wollen.

    Viel Spaß...ich find das klasse mit dem Schreiben...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin,

    na, da wurde aus nem Artikel aus der Blöd ja doch ne ernstzunehmende Diskussion :)

    Das Hauptproblem scheint mir hier das Umfeld zu sein...die Frage ist natürlich die, wie man als C-Promi sein Umfeld komplett über den Haufen wirft. Schließlich ist es ja ein absolutes Merkmal der C-Promis, sich im Dunstkreis von A- und B-Promis rumzutreiben...sonst verliert man seinen Status als C-Promi (warum auch immer man den anstreben sollte).

    Insofern denke ich, daß sich das Umfeld von Frau E. nicht harmonisch entwickelt hat, sondern sich Frau E. das Umfeld bewußt geschaffen hat...um ihres Status willen. Da fällt es vermutlich wesentlich schwerer, nen Cut zu machen und zu sagen: Das wars, ich bin ab jetzt nur noch ganz normale Hausfrau und Mutter und pfeif auch die ganzen Promi-Parties.

    Aber das ist natürlich reine Spekulation.

    Allerdings denk ich schon auch, daß Matthias recht hat...da steckt ne rein finanzielle Komponente dahinter...und nicht nur da. Das könnte man sehr wohl auch auf andere Bereiche ausdehnen: Diäten, Schönheitsoperationen. Genaugenommen widerspricht das wirtschaftliche Ziel solcher Kliniken einer sofortigen, dauerhaften Heilung oder Besserung. Man will den Kunden ja nicht verlieren ?

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von Katharsis


    Ich hatte heute wieder eine meiner tollen Ideen, die mir zeigt, dass ich manchmal doch das Denken den Pferden überlassen sollte :-): Der Mann, den ich jetzt betreue, tat mir höllisch leid, weil er wegen seiner Gehbehinderung kaum mal aus der Hütte fallen kann und ich hoffte, es würde ihm gut tun, sich mal unters Volk zu mischen.
    Weil er dringend verschiedene Dinge benötigte, habe ich ihn an einen Einkaufswagen gehängt und in Rekordzeit von zwei Stunden durch ein riesiges Möbelhaus gelotst.
    50 % der Zeit ist er mir laut fluchend durch die Gänge nachgerollt und ich bekam eine leise Ahnung davon, wie es sein muss, z.B. 30 Jahre verheiratet zu sein :-). Die Blicke der anderen Leute sprachen jedenfalls Bände und ich kam mir vor wie ein Monster, finde aber, er hätte mir sagen können, dass so eine Shoppingtour auf seiner Wunschliste gleich nach Kannibalismus kommt. Hinterher bekam ich von ihm wieder massenweise Komplimente für meine Geduld und das würde mir nun wirklich niemand glauben von den Menschen, die mich kennen. Ich hab den gern, den Knaben.

    Moin Katha,

    Deine Ausführungen bringen mich immer irgendwie dazu, mir das Ganze bildlich vorzustellen. Und ich sah da gestern einen mit einem Spanngurt an einen Einkaufswagen fixierten, alten Herren, der von Dir durchs Möbelhaus gerollt wird..."Achtung, eine Durchsage...der 80jährige, gehbehinderte Herr X. sucht verzweifelt nach seiner gutmütigen Perle und kann ab sofort an der Kasse abgeholt werden" :)

    Ich denke, es ist dem guten Herrn X ziemlich schnuppe, ob Du ihn durch ein Möbelhaus, die Produktionshalle einer Textilfabrik oder einen Erotikcenter schiebst...Hauptsache, er ist mit dabei und hat etwas Abwechslung von seinem Alltag...und spürt, daß er wieder eine Rolle spielt, ernst genommen wird, wahrgenommen wird.

    Was solls, wenn die Anderen ungläubig vor sich hinglotzen...die Mission heiligt in diesem Fall die Mittel :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    P.S.:

    Finde Deinen Ansatz bei Correns sehr zutreffend. Ich bin ja eh ein Verfechter der Theorie, daß man Glück und Freude nur dann wirklich empfinden kann, wenn man das Gegenteil davon ebenfalls gründlich kennengelernt hat.

    Zitat von Katharsis

    Hallo Andreas,

    nun habe ich mir die Situation mit Deinem angeheirateten Verwandten immer wieder durch den Kopf gehen lassen und mir fallen nur noch zwei Möglichkeiten ein: Entweder ist der Bursche jetzt verlegen, weil er quasi „in Deiner Schuld“ steht oder er ist wirklich total abgefeimt und meint, er müsse sich jetzt nicht mehr bemühen, nachdem er bekommen hat, was er wollte. An die zweite Möglichkeit kann ich kaum glauben (und will ich auch am besten gar nicht, obwohl mir solche Subjekte schon öfter über den Weg gelaufen sind).

    Eine meiner Freundinnen wollte sich damals von ihrem Partner trennen. Sie wartete aber ab, bis er das kleine Tischchen, das er ihr gerade baute, damit sie im Bett frühstücken konnte, fertig gestellt hatte. Danach wurde er dann entsorgt. Tja, so gar nicht mein Fall.
    Ich kann mich nur wiederholen: Find´ raus, von welcher Fakultät Dein Verwandter ist ;-).

    Viele Grüße
    Katha

    PS: Ich bin gestern von der Perle zum Engel befördert worden xD

    Hallo Katha,

    nee, ich will gar nix rausfinden. Sowas beschäftigt mich ein, zwei Tage, dann hak ich das ab und denk nicht mehr dran.

    Und normalerweise interessieren mich so Kleinigkeiten auch nicht. Schlimm wirds nur, wenn sich diese Kleinigkeiten häufen. Eigentlich geht es mir mit allem so...ich häufe Kleinigkeiten zu nem mittleren Berg an und wunder mich dann, daß ich ins Schwitzen komme, wenn ich da raufkraxeln muß.
    Mit Beziehungsthemen funktioniert das bei mir inzwischen besser...ich spreche Dinge, die ich nicht okay finde, zeitnah an, sag was und warum mir was nicht passt. Aber erst, seit ich abstinent bin. Vorher hab ich auch da unzählige Kleinigkeiten angehäuft und bin dann, meistens im Suff, förmlich explodiert, hab dann jede Klitzekleinigkeit mit erheblicher, akustischer Untermalung auf dem Silbertablett serviert und damit regelmäßig frustrierte, ungläubige und enttäuschte Menschen um mich rum zurückgelassen...und hab mich dann in meine Werkstatt zurückgezogen, um mir den Rest zu geben.

    Für mich zählt es zu meinen persönlichen Grundbausteinen, nichts mehr anzustauen, sondern rechtzeitig Dampf aus dem Kessel zu lassen...ein leises "pffft" statt nem lauten "Bang". Das Beste ist: Es funktioniert.

    Allerdings nicht immer und überall...

    Zu Deiner Freundin:

    Die Situation ist wie gemalt für mich...wenn ich nachträglich erfahren hätte, daß sie nur wegen dem Tischchen gewartet hat, hätte ich aber mit tausendprozentiger Sicherheit meine Motorsäge ins Spiel gebracht und aus dem Tischchen ein Holzpuzzle mit 487 Teilen gebastelt...:-)

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hi Katha,

    also ich finde, im Vergleich zu Deinen sonstigen Posts ist dieser doch wirklich klar strukturiert :-):-)

    Es ist ganz sicher so, daß WIR lernen müssen, NEIN zu sagen. Oder zumindest nicht gleich "Ja, hier ich...ich würde helfen" schreien, noch bevor die Hilfsanfrage den Mund des Hilferufenden überhaupt verlassen hat.

    In dem Punkt hab ich tatsächlich schon dazugelernt...ich drängle mich weder auf noch sag ich sofort ja...es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, daß es mir immer gelingt, aber immer öfter, das stimmt schon.

    Nun verhält es sich in diesem Punkt ja anders...es kann ihm nunmal nur einer im Ort und aus seinem Bekanntenkreis ein Doppelcarport planen und bauen...und das bin eben zufällig ich. Er ist also auf mich zugekommen, hat gefragt, ob ich das für ihn machen könnte und dann bin ich der Letzte, der sagt: Och, nö Du, da hab ich nun wirklich keinen Bock drauf.

    Aber Du hast es ja weiter nördlich richtig angesprochen. Es ist keine Dankbarkeit, keine Anerkennung, die man erwartet. sondern eine gewisse Wertschätzung, die ich z.B. jemanden entgegenbringe, der mir hilft...und Du wirst lachen, auch das kommt ab und zu vor, daß mir jemand hilft :)

    Im speziellen Fall ist es so, daß der Entsprechende seit Jahren an meinem Geburtstag vorbeikommt, weil seine Mutter einen Kalender führt...sie hat mir übrigens auch gratuliert, er eben nicht. Es ist also eher so, daß er mir die ganzen Jahre gratuliert hat, in denen ich ihm nix helfen konnte oder mußte und ausgerechnet in diesem Jahr hat er es nicht getan.(So langsam komm ich mir schon ziemlich blöd und korinthenkackerisch vor mit dem Thema).

    Nun ist es so, dass es durchaus sein kann, daß ich demnächst tatsächlich Nein sage zu jemanden, der es gar nicht verdient hätte, ein Nein zu bekommen, weil ich immer mehr den Eindruck habe, den Trottel für andere zu machen. Und das wäre dann für mich auch wieder nicht in Ordnung.

    Pah, ein seltsames Thema...ich glaub, ich schalte lieber mal Fuppes ein :)

    Schönen Dank für Deine Antwort und dafür, daß ich ungestraft in Deinem Strafraum durch die Gegend grätschen darf...evtl. Verletzungen nehm ich in Kauf, ebenso wie evtl. Erleuchtungen, die ich in Deinem Thread tatsächlich schon öfter hatte.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von Katharsis


    „Macherin“, auch das höre ich öfter, aber es bedeutet doch lediglich, dass ich das Notwendige tue und alles zu erledigen versuche, weil es oft nur einen Weg gibt, auch wenn ich am Boden bin. Es bedeutet nicht, dass ich eine Maschine bin, die keine Gefühle hat, nie weint, nie verletzt wird oder ist, nie traurig, depressiv, ängstlich oder ohne Hoffnung ist, nie schwächelt, nie Hilfe benötigt, nie ungerecht wird oder unsachlich, zornig. Ich bin doch Menschin und ziemlich sensibel. Nur wenn ich bemerke, dass mich Jemand bewusst verletzten oder für dumm verkaufen will, klappt das Visier runter und da ist nichts als Gleichgültigkeit oder ein Hauch von Verachtung und letztendlich gibt es eine höfliche Antwort von mir.

    Hallo Katha,

    darf ich in Deine Antwort an Lena mal kurz reingrätschen ?

    Dieses Prädikat "Macherin/Macher", das man sich irgendwann "erarbeitet" hat, ist ne ziemlich beschissene Sache. Irgendwann sind nämlich einige Herren und Damen unserer Spezies der unerschütterlichen Meinung, daß man immer machen müsse...und sie sich dafür zurücklehnen können.

    Die Umwelt scheint sich drauf einzustellen, daß der Macher alles machen wird und reagiert mitunter irritiert, manchmal sogar beleidigt, wenn der Macher plötzlich mal nen lichten Moment hat und feststellt, daß er nur deshalb Macher ist, weil andere herausgefunden haben, daß es bequemer ist, andere machen zu lassen. Das Andere machen, ist selbstverständlich...man selbst ist dabei fein raus...Gegenleistung ? Fehlanzeige.

    Kleines Beispiel gefällig ?

    Ich habe im Winter meiner mir anverheirateten Verwandschaft ein Doppelcarport hingestellt und dafür nur das Material berechnet. Sowas kostet im reellen Leben bei recht massiver Bauweise knapp 10.000 Euronen. Gezahlt hat der junge Herr dann knapp 4000 Euronen, weil ich und mein mithelfender Schwager for free gearbeitet haben, wie es sich unter Kollegen ja gehört und ich meinen Firmenrabatt 1:1 weitergegeben habe.

    Nun hatte ich ja vor ein paar Tagen Geburtstag...und jetzt rate mal, wer mir nicht mal gratuliert hat, obwohl ich nur zwei Häuser weiter wohne und er sonst jeden zweiten Tag hier herumschleicht...

    Ich bin jetzt nun wirklich niemand, der Wert auf Geburtstagsglückwünsche legt...aber für mich zeigt das mal wieder ganz eindeutig, daß ich für viel zu viele andere Menschen mache und tue und es irgendwie gar nicht in deren Schädeln ankommt. Dabei geht es mir nicht um Dankbarkeit, sondern um...ich komm nicht drauf...

    Hab schon überlegt, das in meinem eigenen Thread zu thematisieren, aber als ich Deinen Post für Lena gelesen habe, dachte ich prompt: Ja genau, das isses...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von Hartmut

    Hallo

    Andreas . Hast du eine Glaskugel :) oder warum meinst du zu wissen was ich mache ? Lass das einfach Jürgen entscheiden und gut ist. Dann sehen wir weiter.

    Hi Hartmut,

    Glaskugel hab ich natürlich keine, aber es geht hier ja auch nicht ums Weissagen, sondern um Erfahrungsaustausch. Und meine Erfahrungen diesbezüglich sind noch nicht mal 24 Stunden alt...deswegen kann ich mich auch noch relativ gut daran erinnern :)

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo zusammen,

    @Karsten: Du meldest Dich zu Wort, nur um klarzustellen, daß Du Dich doch nicht äußern willst ? Wieso das denn ?

    Hartmut : Wozu soll Jürgen bei Dir "meckern" ? Wir wissen beide, daß Du solche Diskussionen nicht führen willst und wirst.

    Maria : Dein Post scheint mir in die richtige Richtung zu gehen. Es ist ja nicht so, daß Manni in seinem Thread gepostet hat, sondern diesen Extra-Thread eröffnet hat...und das geschah natürlich in einer etwas provokanten Art und Weise. Nun rechtfertigt das keinesfalls Bezeichnungen wie Forentroll, aber es schafft von vorneherein eine Mauer, über die keine vernünftige Diskussion mehr möglich scheint.

    Ich habs so ähnlich schon im Geschlossenen geschrieben: Wenn ich während eines katholischen Gottesdienstes aufstehe und rufe: "Unbefleckte Empfängnis ? Ihr habt doch ne Meise", dann kann man über den Inhalt der Aussage durchaus diskutieren. Aber man braucht sich natürlich auch nicht wundern, wenn es dann zu Unmutsäußerungen kommt...auf den Gegenwind muß man dann auch gefasst sein und ihn aushalten.

    Die Bereitschaft, andere, abweichende Meinungen erstmal stehenzulassen und die eigene Meinung zu hinterfragen, war im Fall Manni von beiden Seiten nicht zu erkennen...und es werden weitere Mannis folgen, das liegt in der Natur der Sache. Vielleicht sollte man sich die Grundsatzdiskussionen in Zukunft wirklich sparen (letztendlich bringen sie eh nie was und kosten nur Nerven) und mehr auf die Inhalte der einzelnen Posts eingehen...das dann allerdings mit etwas mehr Nachsicht und weniger Härte.

    Interessanterweise hat Manni ja durchaus auch ein paar Fragen gestellt, die sich wohl jeder Neue hier gestellt hat. Kann die strikte Einhaltung der Grundbausteine nicht zur sozialen Isolation, zum Scheitern meiner Beziehung, zu Problemen im Umfeld führen ?

    Hartmuts Aussage dazu find ich relativ knackig...seine Frau vor die Wahl zu stellen "Entweder Du verzichtest ebenfalls auf Alkohol oder das wars dann mit uns beiden" find ich schon extrem pragmatisch...und auch etwas egoistisch. Ich als Partner würde mir jedenfalls schon die Frage stellen, wie wichtig dem Partner die Beziehung wirklich ist, wenn man vor diese Wahl gestellt wird. Umgekehrt ist es natürlich auch so, daß ein Partner, dem die Beziehung wichtig ist, durchaus auf Alkohol verzichten können sollte...aber dieses "Vor die Wahl stellen" finde ich persönlich furchtbar. Im Normalfall wird ein empathischer Partner ganz von selbst darauf verzichten.

    Bei mir ist es so, daß ich nie ausdrücklich gesagt habe, daß meine Frau oder meine Kinder auf den Genuss von Alkohol in meiner Anwesenheit verzichten müssen. Meine Frau tut dies seit meiner Abstinenz aus freien Stücken, meine Kinder muß ich dagegen ab und zu daran erinnern, daß ich keinen Alkohol im Haus haben will. Aber auch das funktioniert in der Regel relativ reibungslos.

    Schönen, deeskalierenden Gruß an alle

    Andreas

    Zitat von Eniba

    Dzień dobry kochanie społeczności,

    bis heute sind es ca. 100 Flaschen, die ich nicht getrunken habe! Das macht 50 Liter, die nicht durch meinen Blutkreislauf gezirkelt sind. Boah…

    Übrigens nur einer, der vielen angenehmen Nebeneffekte des Nichttrinkens, kaum noch Leergut!

    Gestern Abend rief mich eine Bekannte mit schwerer Zunge an! Nein, DAS IST NICHT SCHÖN!!! Das MÖCHTE ICH NIE MEHR!!!

    Einen guten Morgen wünscht Euch
    Enib

    Moin Eniba,

    die Sache mit den Rückzugsmöglichkeiten kann ich nachvollziehen. Vielleicht hilft es, sich immer wieder vor Augen zu führen, daß der Zeitraum, verglichen mit dem Rest Deines Lebens, verschwindend gering ist. Vielleicht findest Du auch gelegentliche Rückzugsorte innerhalb der Einrichtung.

    Ja, irgendwie schon komisch, wenn man abstinent lebt und plötzlich sensibel reagiert auf Menschen im Umfeld, die getrunken haben...und denen man es dann auch noch anmerkt :)

    Das war ja auch so ein Negativeffekt des Saufens...man selbst hat ja nicht mitbekommen, wie man auf andere gewirkt hat, die ja zwangsläufig erkennen mußten, daß man was intus hatte...und selbst hat man sich immer vorgemacht, daß die nix merken oder wissen...lächerlich eigentlich :)

    Du sprichst das Leergut an...ich setz noch einen drauf...100 Flaschen, die Du gar nicht erst bezahlen mußtest :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit Dir...halt die Ohren steif

    Andreas

    Zitat von Penta

    Hallo Enya,


    ja.
    Auf jeden Fall sehe ich es so, dass es ab dem Zeitpunkt keinen Grund mehr für Lügen gab, an dem ich mir meine Alkoholabhängigkeit eingestanden habe und sie nicht mehr als Bedrohung oder ein Vergehen oder Verbrechen ansah. So lange ich vor dem Makel "Alkoholiker" mit den Folgen des Eingeständnisses größere Angst hatte als vor den Folgen meines Saufens, war es nötig, vor allem mir gegenüber unehrlich zu sein, um meinen Status aufrecht halten zu können oder dürfen.

    Treffend formuliert...wobei ich die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber und die gegenüber anderen Menschen nicht trennen würde. Denn genaugenommen hab ich selbst schon seit langer Zeit gewußt, daß ich ein Problem habe, aber die Definition "Ich bin Alkoholiker" brachte ich dann doch nicht so einfach über die Lippen...also weiter Selbsttäuschung, Selbstbetrug, das Hintertürchen offen gelassen, doch nicht alkoholabhängig zu sein.

    Komischerweise hat mir hier das Forum, insbesondere Karsten und Hartmut, geholfen, diesen Knoten zu lösen, indem sie darauf bestanden haben, daß ich mich mit einem Arzt unterhalte...genaugenommen hätte das auch der Bäcker von nebenan sein können oder ein Busfahrer...es ging einfach drum, die eigene Abhängigkeit zu verbalisieren und damit auch einzugestehen, daß es eben nicht nur Alkoholprobleme sind.

    Bei mir war es tatsächlich so, daß dieser Gang zum Arzt, dieses Outen vor einem Unbeteiligten, den Stein entgültig ins Rollen gebracht hat und mir persönlich ein ähnlich großer vom Herzen gefallen ist. Es war endlich raus, der ständige Selbstbetrug hatte ein Ende. Jetzt konnte es endlich weitergehen.

    Ich vergleich das mal mit einer Situation als Kind. Ich hab in meiner Kindheit nicht nur eine Fensterscheibe mit dem Ball getillt, aber nur ein einziges Mal habe ich tatsächlich behauptet, daß es ein anderer war. Es folgten Wochen des schlechten Gewissens, weil ein anderer meine Strafe abbekommen hatte. Und die Tatsache, daß ich um meine Strafe rumkam, konnte das Gefühl, falsch gehandelt zu haben, nicht kompensieren. Als ich dann nach Wochen doch noch zugab, der Übeltäter gewesen zu sein, war das eine Befreiung, für die ich jede Strafe in Kauf genommen hätte.

    So ähnlich ging es mir, als ich endlich offen zugab, Alkoholiker zu sein. Es war nicht beschämend, es war befreiend für mich.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von juergenbausf


    Das liegt insbesondere aber auch am Ergebnis der Sauferei.
    Dort wo nur getrunken wird, ist es sinnlos sich länger aufzuhalten, wenn man nicht mitmacht.
    Das wird jeder vernünftige Mensch so sehen, der nicht oder kaum trinkt.

    Das seh ich haargenauso. Eine komplett andere Kommunikationsebene...sinnlos und frustrierend, sich da aufzuhalten.

    Zitat von juergenbausf


    Kann aber im übrigen nicht schaden, Selters dabei zu haben, denn die Preise dafür in einem Lokal sind ja manchmal recht saftig.
    Da kostet der Liter umgerechnet schnell mal 12-15 EUR.

    Gruß Jürgen

    Sag mal, in welchen Nobelschuppen treibst Du Dich denn rum ? :)

    Schönen Gruß an Euch und schöne Zeit.

    Hi Katha,

    spitzfindig kann ich schon sein...wenn ich will...aber nur gegenüber Menschen, die es sich auf Dauer "verdienen":-)

    Es ist tatsächlich so, daß manche Menschen generell positiv auf einen wirken und man nicht genau beschreiben kann, warum das nun so ist. Umgekehrt funktioniert das haargenauso...ich treffe Menschen, die mir von der ersten Sekunde an unsympathisch sind...da haben die noch nicht mal den Mund aufgemacht.
    Mit Logik ist das nicht zu erklären...übrigens auch nicht, warum einem das Herz beim Anblick von Glühwürmchen höher schlagen läßt.

    Aber irgendwie ist es ein Trost, daß es in dieser materialisierten, hektischen, verwissenschaftlichten Welt, die immer nur fragt, warum das so oder so ist, die keine Fragen unbeantwortet lassen will, trotzdem noch Raum und Platz für Träume und Romantik gibt. Und das ist das Letzte, was man sich wegnehmen lassen darf...der Wunsch, zu träumen. Letztendlich ist es die Fähigkeit, zu träumen, sich Visionen hinzugeben, egal, ob die irgendwann in Erfühlung gehen, die einen zum Mensch machen bzw. menschlich machen.

    Ich habe diesen Kampf gegen den Realismus schon oft geführt...und oft verloren. Aber ich habe meinen Kampf nie aufgegeben, auch wenn ich viele Schlachten verloren habe. Was jetzt vielleicht etwas kryptisch klingt, ist es letztendlich gar nicht. Es gibt gute Gründe, realistisch zu sein...aber eben nicht immer. Wir können nicht alles über den Verstand lösen und wenn wir soweit sind, alles über den Verstand lösen zu wollen, haben wir wieder ne Schlacht verloren.

    Deswegen kann ich Deine Glühwürmchengeschichte sehr gut nachvollziehen.

    Das führt mich auch schon zum Grund meines Besuchs :)

    Deine Frage bzgl. der Gedanken, die man bei sich behalten sollte oder nicht:

    Ich denke, manche Gedanken sollte man für sich behalten und manche deutlich aussprechen. Ich kann aber der Grundintension Deines Bekannten sehr viel abgewinnen...

    Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

    Andreas

    Zitat von Eniba

    Jauchzend schnapp ich jetzt mein Radel


    :wink: Eniba

    Jauchzend schnapp ich jetzt mein Radel,
    das Ziel am Horizont ist klar,
    brauch weder Kart`noch Kompassnadel,
    weiß nur, so wie es gestern war:

    so solls in Zukunft nicht mehr sein.

    Mal rollt das Rad fast von alleine,
    das Ziel kommt näher, Stück für Stück,
    mal muß man treten ungemeine,
    und denkt, man radelt eher zurück.

    Man weiß: Es folgt noch mancher Stein.

    Und doch bringt einen jeder Tritt,
    ein jeder Tag ein Stück nach vorn,
    und so gehts weiter Schritt für Schritt,
    ganz ohne Bier und Doppelkorn.

    Unverkrampft und ohne Pein.

    Und irgendwann vergißt man dann,
    wie schwer am Anfang alles war,
    man fühlt, wie gut man ohne kann,
    und sagt sich: Einfach sonderbar

    warum fiel`s mir nicht früher ein.

    Etwas wirr und nicht ganz ausgereift, aber irgendwie hast Du mich heute mit Deinem Goethe angesteckt :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Liebe Katha,

    da hört man wochen/monatelang nix von Dir und urplötzlich wird ohne Vorwarnung die Haustür aufgerissen, herein stürmt ein weiblicher Tornado, auf der Suche nach romantischen Männern, Glühwürmchen und funktionstüchtigen Fahrrädern und erklärt einem kurz mal mit unglaublichem Wortwitz, was einem schon immer mal wirr durch den Kopf rauschte und was man doch nie in der Lage war zu verbalisieren...und das, obwohl sie eigentlich nur kurz um Hilfe bitten wollte :)

    Da mußte ich wirklich am Lautesten lachen...Du und kurz um Hilfe bitten...als ob Du, wenn Du mal in Fahrt bist, mit nem einfachen Satz auskommen könntest :)

    Liebe Katha, Du hast mir mal wieder den Abend versüßt mit Deinem Titanrückgrat. Ich würde Dich jetzt ja gerne bitten, Dich öfter mal hier blicken zu lassen...aber ich würde vermutlich etwas paff dastehen, wenn die Haustür irgendwann mal ganz normal aufgehen würde :)

    Ick freu mir, daß Du wieder hier bist...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Eniba,

    die Resonanz kommt sicher noch. In letzter Zeit kommen immer mal wieder neue User dazu und sind dann relativ schnell auch wieder verschwunden.

    Und selbst wenn Dir vielleicht nicht soo viele schreiben am Anfang, lesen tun sie Deine Zeilen sicher.

    Nun gut, das hilft Dir natürlich recht wenig, wenn Du nix davon mitbekommst :)

    Ich hab gelesen, daß Du Dich ganz gut in Kathas Zeilen wiederfinden kannst und Dein pfiffiger Schreibstil erinnert mich ehrlich gesagt auch an den von Katha...find ich prima :)

    In einem Deiner Posts stellst Du Dir die Frage "Für wen eigentlich ?". Die kann ich Dir beantworten...für Dich natürlich.

    So wie es aussieht bist Du auch ne Leseratte...ist es Dir da noch nie passiert, daß Du Dich am nächsten Tag nicht mehr daran erinnern konntest, was Du am Abend vorher eigentlich gelesen hast ? Also mir ist das sehr oft passiert...als ich noch nass war. Jetzt lese ich, bis mir die Augen zufallen und ich kann mich am nächsten Tag noch an den letzten Absatz erinnern...einer der vielen kleinen Vorteile, die man geniesen kann, wenn man dem Alkohol die Tür gezeigt hat.

    Also halt einfach durch und Du wirst peu à peu erkennen, wieviele Vorteile ein trockenes Leben mit sich bringt. Ich geb schon auch zu, daß das ne gewisse Zeit dauern kann...aber die Erkenntnis kommt, soviel kann ich Dir versprechen.

    Schönen Gruß und schöne Zeit...halt die Ohren steif.

    Andreas

    Moin Eniba,

    schön, daß Du den Bücherthread etwas entstaubt hast. Ich hänge momentan sehr im Thema "La grande guerre" und nehme an, das ist für die restlichen Leser hier nicht so interessant. Ein Buch hab ich dazu noch durchzulesen, dann werd ich mich mal um "Das Schweigen des Lichts" kümmern. Die Geschichte ist ein Steckenpferd von mir und seit der Arabellion interressiere ich mich auch für den Nahen Osten, da passt Dein Buchtipp sehr gut rein.

    Und weil grad Fußball-WM ist, kann ich "Fever Pitch" von Nick Hornby empfehlen. Das ist ein Roman eines leidenschaftlichen, englischen Fußballfans für andere Fußballfans...genaugenommen erklärt er all denen, die es nicht wirklich nachvollziehen können, wieso Millionen von Fußballfans jedes Wochenende in die Stadien pilgern, um mit ihrer Mannschaft zu feiern, zu hadern und zu leiden...und das über Jahrzehnte hinweg.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    P.S.: Im September erscheint der neue Ian Rankin...John Rebus ist zurück :)

    Andreas

    Zitat von Hartmut


    ich bin ja ein sehr positiver Mensch (auch wenn es hin und wieder nicht so rüberkommt ) Aus Trockener Sicht , finde es gut das es nicht heilbar ist . Wieder zurück, zu einem "geheilten" Saufen, ist für mich nicht denkbar.

    Auch ein wichtiger Ansatz, der mit der Eigendefinition "Alkoholiker" zumindest bei mir in direktem Zusammenhang steht. Ich war erst ab dem Zeitpunkt aus meiner eigenen Sicht Alkoholiker, als ich akzeptiert habe, daß Trinkpausen, Reduzierung und sonstige Späßchen nicht den von mir gewünschten Erfolg hatten. Letztendlich waren Trinkpausen z.B. hauptsächlich dafür da, um mir selbst zu beweisen, daß ich gar kein Alkoholiker bin. Das war ne verdammt anstrengende Sache...mal war ich überzeugt, mein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen, dann wieder Momente, in denen mir klar war, daß es so nicht auf Dauer weitergeht.

    Ich hatte zunächst ein Problem damit, mich als Alkoholiker zu sehen...die Konsequenzen daraus, dachte ich zumindest, wären eine Kröte, die ich nicht schlucken wollte.

    Dabei hat diese Eigenakzeptanz, diese "Sich selbst eingestehen", daß man Alkoholiker ist und eben gar nix mehr trinken darf, ne Menge Druck genommen. Die Rumeierei war vorbei, man hatte auf einmal ne klare Linie und die hieß: Für Dich ab jetzt gar keinen Alkohol mehr. Das ist für mich persönlich wesentlich einfacher und weniger anstrengend als ständig zu taktieren, ständig Trinkpausen einzulegen und sich selbst zu belügen.

    Nochmal zu meiner eigentlichen Intention:-)

    Ja, ich seh das auch so wie Hartmut. Zum Glück gibts keine Heilung für meine Krankheit. Die Fronten sind klar definiert...grad diese Ganz oder gar nicht - Situation ist für mich eine Erleichterung.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas