Beiträge von Carpenter

    Moin Forum,

    der gestrigen Wandermarathon hat den Teilnehmern einiges abverlangt. Das zeigte sich schon allein an der Tatsache, daß einige Wanderer nach dem gemeinsamen Abendessen einen etwas roboterartigen Gang an den Tag legten :)
    Die Teilnehmer, die schon an den vorherigen Marathons teilgenommen hatten, waren sich einig, daß dies aufgrund der vielen, steilen Anstiege der von der Streckenführung her anspruchvollste WM war. Belohnt wurden die knapp 450 Wanderer mit optimalen Wanderwetter, auch wenn dann ab 17.00 Uhr der Himmel seine Schleusen geöffnet hat. Etwas geschwindelt hat man mal wieder bei den Kilometerangaben. Anstatt der 42 km waren es letztendlich 44 km, die über knapp 1500 Höhenmeter zu bewältigen waren.

    Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir unsere Laufzeit um knapp 1 Stunde unterboten und der Körper hat sich für die intensive Vorbereitung bedankt, indem er gestern klaglos durchgehalten hat und heute keine allzu großen Nachwirkungen zu spüren scheint.

    Insgesamt ein sehr gelungenes Event und man hat einfach mal wieder gespürt, wie gut es Körper und Geist tut, fast den ganzen Tag in der Natur unterwegs zu sein.

    Erwähnenswert finde ich, daß im Vergleich zum letzten WM diesmal kaum Alkohol ausgeschenkt wurde. An den einzelnen Versorgungsstationen gab es praktisch überhaupt keinen Alkohol, das sogenannte Wanderbier hatte man durch alkoholfreies Weizen ersetzt. Ich empfinde das als wichtiges Zeichen.

    Interessant auch, daß ab 20 Jahren aufwärts praktisch alle Altersklassen vertreten waren. Es handelt sich dabei sozusagen um einen generationsübergreifenden Event.

    Für nächstes Jahr ist der WM schon wieder fest im Kalender eingeplant.

    Euch allen ein schönes Restwochenende

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Forum,

    mal wieder ne kurze Wasserstandsmeldung von mir.

    Am WE findet wieder der Wandermarathon statt, an dem ich auch schon im letzten Jahr teilgenommen habe. Diesmal sind es wirklich nur 42 km, dafür aber etwas mehr Höhenmeter gesamt. Ich bin gespannt, einige Passagen der Wanderstrecke kenne ich schon und die sind nicht ohne. Für diesmal würde ich gerne mal auf Regen verzichten :)

    Ansonsten gibt es wenig Spektakuläres zu vermelden. Mein Anti-Stress-Programm läuft, auch wenn ich zuhause an meiner Granitmauer baue und der Gartenteich so langsam nach Gartenteich ausschaut...alles in angemessenem Tempo, ohne Stress, ohne Zeitdruck, je nach Lust und Laune eben.

    Ich hab mir sogar die Zeit genommen, meine eigenen Pflanzkästen zu bauen...zunächst scheint das nicht gerade ungewöhnlich, fällt es doch in mein Metier. Aber ich hatte in den letzten Jahren weder die Zeit noch die Muse (da ich lieber gesoffen habe), mich mit solchen "Kleinigkeiten" zu beschäftigen. Inzwischen nehm ich mir die Zeit wieder und die Muse ist auch wieder da :)

    Allen hier ne schöne Zeit

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von juergenbausf

    Hallo carpenter,

    noch ein Zitat aus einem anderen "Fred" ...


    Das geht letztlich nur deshalb, weil ich zwischen 20-37 sehr gut verdient habe, zwischen 37-45 trotz Sauferei und Selbständigkeit viel Geld ranschaffen konnte und mir ein etwas größeres Grundstück mit mehreren Gebäuden kaufen und erhalten konnte, von dem ich die Teile vermiete, die ich nicht benötige.
    Also mit "in den Tag hineinleben" wird das in aller Regel nix.

    Gruß Jürgen

    Hi Jürgen,

    hab grad erst gesehen, daß Du hier nochmal geantwortet hast. Da hast Du mich mißverstanden. Es war eher so eine selbstironische Aussage mit dem "finanziell geregelt kriegen", also keineswegs abwertend.

    Der Ausdruck "Lebenskünstler" hat für mich auch überhaupt keinen negativen Beigeschmack. Ein guter Bekannter ist Betriebsleiter bei ner großen Firma, der verdient ein Vielfaches von dem, was ich nach Hause bringe, redet aber immer öfter davon, alles hinzuschmeißen, weil der Stressfaktor unheimlich hoch ist. Er hat tatsächlich Angst davor, seine Rente gar nicht erst zu erleben. Und da frag ich mich schon, ob es das wert ist. Was bringt mir ein Haufen Kohle, ein schicker Schlitten, ein fettes Haus oder zwei Kreuzfahrten im Jahr, wenn ich mich das ganze Jahr über nur schinden soll und dann mit 50 den Fahrstuhl nach unten nehme ?

    Ich hab das in der Firma in diesem Jahr etwas modifiziert. Wir machen im Jahr ein bis zwei Baustellen weniger und nach jeder fertiggestellten Baustelle machen wir einen Tag frei, um ne Baustelle auch mental abschließen zu können.
    Bis jetzt hat sich das bewährt. Dieser Hetzerei von einer Baustelle zur nächsten ist somit erstmal ein Riegel vorgeschoben.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von Alex69

    Aber um mir meine Krankheit immer wieder zu vergegenwärtigen hilft es mir ungemein meinen eigenen Vorstellungstext zu lesen. Unglaublich (schön), was sich bereits schon jetzt zum Positiven verändert hat :D . Ich bin ja selber gespannt darauf, wie ich mich weiterentwickeln werde. Ich habe das Gefühl, daß ich da immer noch ganz am Anfang stehe und noch viele weitere positive Dinge folgen werden :D .

    Hi Alex,

    das Gute ist:

    Da kommen tatsächlich noch mehr positive Dinge :)

    Bei mir war und ist es nach wie vor keine lineare Entwicklung. Ich habe auch Wochen und Monate dabei, in denen ich kaum Fortschritte spüre...bzw. vielleicht mache ich Fortschritte, bemerke sie aber nicht.

    Davon darf man sich aber nicht entmutigen lassen. Wichtiger als wenige, große Schritte sind stetige, kleine Schritte auf dem Weg nach vorne.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von Alex69


    Ansonsten bin ich aber recht erfreut, daß ich bereits seit vier Wochen überhaupt keinen Saufdruck mehr habe. Allerdings empfinde ich das auch etwas gefährlich. Manchmal kommt es mir so vor, als ob das mit der Abstinenz zu einfach ist. Ich bin da jedoch besonders auf der Hut - zumal es bei mir das erste Mal ist, daß ich meine Alkoholkrankheit offensiv angehe. Aus den Meetings bei meiner SHG sowie den Erfahrungen hier aus dem Forum weiß ich wie schnell so ein Rückfall passieren kann. Das hilft mir sehr weiterhin wachsam zu bleiben.

    Moin Alex,

    es ist nicht ungewöhnlich, daß einem die Abstinenz irgendwie zu einfach vorkommt. Ich habe mich in der Anfangszeit auch immer gewundert, daß es relativ einfach ging und kein Saufdruck aufkam. Da schien mir etwas faul zu sein...ist es aber nicht. Denoch bedeutet es nicht automatisch, daß es immer so einfach bleiben muß. Man kann auch nach nem halben Jahr plötzlich ne Phase haben, in der man plötzlich gefährdet ist. Nicht umsonst kommt es auch nach Jahren immer wieder zu Rückfällen. Die Gründe dafür sind vielfältig, haben aber aus meiner Sicht immer damit zu tun, daß die Wachsamkeit nachgelassen hat.

    Das bedeutet nicht, daß man den ganzen Tag mit Argusaugen durch die Welt marschieren muß...oft recht es schon, kleine Rituale zu pflegen...z.B. hier kurz reinschauen, sich seiner Krankheit wieder bewußt machen. Denn irgendwann kommt es einem normal vor, abstinent zu sein. Das ist einerseits gut, weil sich das Leben dann eben nicht mehr nur darum dreht, wie man die Nachwirkungen der eigenen Alkoholkrankheit in den Griff bekommt, andererseits kann dadurch auch die Wachsamkeit nachlassen.

    Ich denke, sich immer mal wieder bewußt machen, daß man krank ist, vorbelastet ist, ist der Schlüssel. Unabhängig davon, ob einem die Abstinenz leicht fällt oder nicht.

    Viel Glück auf Deinem Weg

    Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

    Gruß Andreas

    Moin slowly,

    da wünsch ich mal viel Spaß.

    Wir sind momentan auch im Wanderfieber. In zwei Wochen startet wieder der Wandermarathon über 42 km und mit 1450 Höhenmetern, da sind wir seit vier Monaten schon angemeldet.

    Letztes Jahr haben wir da auch schon teilgenommen und waren dann im Ziel relativ geplättet. Es hatte geregnet und die Strecke war noch drei Kilometer länger.

    Letzte Woche sind wir dann im Rahmen der Vorbereitung das erste Mal über 30 km gewandert und man wundert sich einfach immer wieder, was für Strecken der Mensch doch so zu Fuß zurücklegen kann.

    Viel Spaß bei Deiner Tour.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von NNGNeo

    hallo andreas

    ich akzeptiere auch deine sichtweise, und ich kenne den unterschied zwischen alkoholfreiem und 0,0% bier.
    dies ist nun mal meine meinung, und ich halte alkoholfreies und 0,0% bier für ein spiel mit dem feuer.

    ich bin jetzt 1 jahr und 6 monate trocken, ohne rückfall oder sonst irgendwelche ausrutscher. und da ich möchte das dies so bleibt halte ich mich von sowas fern.

    ich möchte nicht über deinen kumpel urteilen oder sonst was, er kann machen was er will, ich habe gesagt was ich davon halte, mehr nicht.

    wie auch immer, ich finde wir sollten das thema jetzt nicht unnötig hochschaukeln und wieder zum eigentlichen thema kommen.
    schöne grüße
    NNGNeo

    Moin Neo,

    das ist ein vernünfiger Vorschlag, den ich gerne annehme. Find ich übrigens sehr angenehm, daß wir auch bei einem recht kontroversen Thema einfach mal die Meinung des Anderen so stehenlassen können.

    Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

    Andreas

    Moin NNGNeo,

    ich habe Deine Sichtweise zur Kenntnis genommen und akzeptiere Deine Meinung, auch wenn ich sie nicht teile. Ich werde mir jetzt hier nicht die Mühe machen und Dir erklären, daß es zwei unterschiedliche Arten gibt, dem Bier den Alkohol zu entziehen und daß es eben schon einen Unterschied zwischen alkoholfreiem Bier und einem 0,0 % Bier gibt. Deine Sichtweise wird sich dadurch kaum verändern und insgesamt wird inzwischen der Thematik "alkoholfreies Bier" hier auch zu viel Platz eingeräumt (woran ich vermutlich nicht ganz unschuldig bin)...ein Platz, den es in meinem Leben gar nicht hat. Es ist ein Randaspekt, den ich nur erwähnt habe, weil ich seit meiner Abstinenz im Dezember 2012 generell mit offenen Karten spiele und nix verheimliche...auch hier nicht.

    Etwas anmaßend finde ich dagegen die Tatsache, daß Du hier im virtuellen Raum über meinen Kumpel urteilen willst, der sich seit über 10 Jahren einer zufriedenen Trockenheit erfreut. Egal, wie Du das definierst, er ist seit über 10 Jahren zufriedener, trockener Alkoholiker, von dem ich mir so einiges abgucken durfte. Ich weiß jetzt nicht genau, wie lange Du schon trocken bist, aber ein Jahrzehnt Trockenheit nötigt mir persönlich schon einen gewissen Respekt ab. Da ändern auch irgendwelche persönlichen Definitionen nix dran.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Jürgen,

    ich kann Deine Gedanken schon nachvollziehen und ich find es gut, daß Du mir Deine Bedenken diesbezüglich mitteilst. Dafür sind wir hier.

    Es ist tatsächlich so, daß ich am Anfang meiner Abstinenz eine Phase hatte, in der ich feststellen konnte, daß der Konsum von alkoholfreiem Bier bedenklich zugenommen hatte. Ich hat mich für die Thematik sensibilisiert und ich habe mich doch schon recht ausgiebig mit der Frage beschäftigt, ob darin eine Gefahr liegen kann.

    Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, daß ein regelmäßiger Konsum von alkoholfreiem Bier ganz sicher eine Art Suchtverlagerung darstellen und unter Umständen einen Rückfall begünstigen kann.

    Bei mir hat sich rausgestellt, daß sich, wohl auch bedingt durch meine vegetarische Ernährung, die Geschmacksnerven komplett umgestellt haben. Der typische Geschmack von Bier an sich gibt mir nichts mehr. Deshalb kommt es wirklich nur sehr selten vor, daß ich z.B. nach einem Laufwettkampf ein alkoholfreies Weizen trinke.

    Ich achte da schon sehr genau drauf und mir ist aufgefallen, daß ich in typischen Saufsituationen von früher (Konzerte, nach dem Fußball, bei Familienfeiern) gar nicht auf die Idee komme, ein alkoholfreies Bier zu trinken.

    Ich habe z.B. zu Weihnachten von einem Bekannten ein paar Flaschen alkoholfreies Bier bekommen, der wohl meinte, mir damit was Gutes zu tun. Die stehen nach wie vor unangerührt im Keller (es sei denn, meine Jungs haben sich da inzwischen bedient).

    Wie gesagt, ich kann durchaus nachvollziehen, daß es da bei manchem Bedenken gibt. Da ich aber einen ziemlich offenen Umgang mit meiner Krankheit pflege, fand ich es richtig, die Sache zu erwähnen.

    Für mich selbst seh ich dadurch keine Gefahr, rückfällig zu werden. Da fehlen aus meiner Sicht einfach die Voraussetzungen.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo Forum,

    so langsam kehrt wieder etwas mehr Ruhe und Gelassenheit in mein Leben ein.

    Die letzten Monate waren doch recht anstrengend, v.a. in beruflicher Hinsicht. Ganz auf Kurs ist das Schiff noch nicht, aber aus dem größten Sturm bin ich inzwischen hinausgesegelt. Ein Sturm, dessen Ursprung hauptsächlich noch in meiner nassen Zeit zu suchen ist.
    Würde ich noch saufen, wäre das Schiff definitiv mit abgesoffen, aber meine Abstinenz hat es mir erlaubt, die richtigen Maßnahmen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

    Nun gilt es, diese Maßnahmen auch dauerhaft durchzusetzen...nicht nur in Bezug auf die Firma.

    Denoch habe ich aus dieser turbulenten Zeit mitgenommen, daß feste Angewohnheiten helfen, aber auch lähmen können. Es ist vernünftig, ab und zu eine Bestandsaufnahme zu machen, Dinge zu hinterfragen, die auf den ersten Blick eigentlich gar nicht hinterfragt werden müssen...den Tunnelblick einfach ab und zu überwinden.

    Und manchmal ist weniger mehr. Sich zuviel vorzunehmen, kann gefährlich sein. Im Speziellen hab ich mein Open-Air-Projekt erst einmal aufs nächste Jahr verschoben, sowohl aus finanziellen als auch aus zeitlichen Gesichtspunkten.

    Ich lerne langsam, mir Auszeiten zu nehmen. Anstatt sich abends noch mit dem nächsten Bauprojekt zu beschäftigen, schnapp ich mir immer öfter ein Buch, das nix mit meinem Beruf zu tun hat und schließe den Arbeitstag ab.

    Im Mai werde ich, wie letztes Jahr schon, wieder am Wandermarathon teilnehmen. Mein Training ist derzeit zweigleisig...Hauptaugenmerk liegt auf langen Wanderstrecken, nebenbei laufe ich nur relativ kurze Strecken (um die 10 km), um nach dem Wandermarathon relativ schnell wieder in die Spur zu finden.

    Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten hab ich mir das restliche Jahr nicht mit irgendwelchen Events vollgestopft, im Gegenteil. Ich werde in diesem Jahr bewußt etwas kürzer treten, mich mehr meinem Gartenteich und dem Garten allgemein kümmern, ohne Hektik und Zeitvorgaben allerdings. Ich mache das, worauf ich Lust habe, nicht mehr. Zeitvorgaben, die mir mein Hirn irrtümlicherweise machen will, werde ich in diesem Restjahr nicht akzeptieren :)

    Ich wünsche Euch allen ein paar ruhige und entspannte Feiertage.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von NNGNeo


    für mich ist auch alkoholfreies bier oder sekt auch nicht besser als mit alkohol. jeden alkoholiker den ich kenne (und das sind so einige), sind alle wieder rückfällig geworden eben durch dieses "alkoholfreie" bier oder "alkoholfreien" sekt.
    jemand der sowas trinkt, ist in meinen augen schon rückfällig geworden, und dabei geht es noch nicht mal um den restalkoholgehalt, sondern darum wie du schon richtig geschrieben hast um klatsch nasses denken und handeln. so jemand wird sich nie geistig vom alkohol lösen können.
    diese menschen können sich nicht vom alkohol verabschieden.

    Inzwischen sind wir vom Threadthema etwas abgekommen, aber auf diese spezielle Aussage wäre ich gerne etwas näher eingegangen.

    Ich trinke gelegentlich mal ein Malzbier und es kommt auch schon vor, daß ich zu besonderen Anlässen auch mal ein alkoholfreies Bier trinke. Gemäß Deiner Ausführung bin ich somit bereits rückfällig.

    Ich seh das etwas anders. Ich habe weder das Bedürfnis, danach dem einen alkoholfreien Bier noch sieben weitere hinzuzufügen, noch lauere ich am nächsten Tag darauf, mir wieder so ein Getränk einzuverleiben. Auch spreche ich mit dem alkoholfreien Bier kein Belohnungszentrum an.

    Als ich abstinent wurde, hat mir mein Arzt gesagt, daß ab und an ein alkoholfreies Bier unbedenklich wäre, solange ich nicht wieder in alte Verhaltensmuster fallen würde.
    Heute würde ich am Anfang der Abstinenz möglicherweise diese Aussage etwas kritischer sehen. Grad am Anfang scheint mir das nicht angeraten und da sehe ich Deine Bedenken auch als berechtigt an.

    Mein Bekannter ist nun seit über 10 Jahren trocken und trinkt auch gelegentlich mal ein alkoholfreies Bier (genau wie ich ein 0,0 %). Er wurde nie rückfällig und geht unbeirrt seinen trockenen Weg. Er ist weit entfernt davon, nass zu denken...
    Insofern kann ich Deine Argumentation, er wäre durch den Konsum enes gelegentlichen, alkoholfreien Bieres bereits rückfällig geworden, nicht so recht nachvollziehen.
    Wenn jemand sich alle heilige Zeit ein Malzbier zu Gemüte führt, würde ich ihn jetzt auch nicht als rückfällig bezeichnen.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hi Bruce,

    aus meiner Sicht wirst Du hier eine Lücke hinterlassen, die nicht so leicht zu schließen ist.

    Ich nehme an, Du wirst gute Gründe für Deinen Weggang haben, deshalb will ich auch gar nicht erst nachfragen.

    Gut finde ich, daß Du die Tür nur leise schließt, ohne sie abzusperren. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sich diese Tür irgendwann mal wieder leise öffnet und Du mal wieder bei uns reinschaust.

    Ich wünsch Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Frank,

    5 Jahre Trockenheit bzw. Abstinenz sind schon ne Marke und bei Dir hat man immer den Eindruck, als sei diese konsequente Trockenheit ne ganz normale Angelegenheit. Bei Dir, so scheint es, gibt es keinen Raum mehr für Zweifel oder negative Gedanken in Bezug auf Alkohol. Damit ist Du ganz sicher eines der Vorbilder hier im Forum.

    Auch mich hast Du in der Anfangszeit hier motiviert und ermutigt, dafür nochmal herzlichen Dank.

    Jürgen :

    Diese autarke Lebensweise hat mich seit jeher fasziniert. Und ein Leben abseits der bürgerlichen Gesellschaft muß ja nun wirklich nicht das Schlechteste sein. Kein Konsumterror, keine Amtsschimmel, keine selbstverliebten Vorgesetzen...das klingt erstmal richtig gut. Wie man das finanziell geregelt kriegt, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Aber ich freu mich sehr für Dich, daß Du das gebacken bekommst.
    Ich wünsch Dir viel Spaß beim Bildhauen (egal, ob mit Stein oder Holz).

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Jim,

    ich kann Deine Ausführungen sehr gut nachvollziehen, schließlich hab ich zu Beginn meiner Abstinenz ähnlich getickt. Es ist keine Arroganz, die einen da treibt, sondern einfach ein plötzliches Erwachen, ein Erkennen. Man hat jahrelang in einer Art Trance gelebt und plötzlich, auf einen Schlag, ist man wach, sieht die Dinge klar und deutlich und fragt sich einfach, wie man die ganzen Jahre so leben konnte.

    Auch was Konzerte angeht sind wir uns ziemlich ähnlich. Ich habe recht früh wieder angefangen, auf Konzerte zu gehen. Im Nachhinein sehe ich es für mich selbst nicht so, daß ich ein Risiko eingegangen bin. Aber man kann halt wirklich nur für sich selbst sprechen, für einen anderen Menschen kann es natürlich hochgefährlich sein, sich inmitten einer zugesoffenen Meute aufzuhalten.

    Aber es ist schon ein ziemlich häßlicher Spiegel, der einem da vorgehalten wird, damit muß man erstmal klarkommen. Andererseits ist es schon auch Motivation, weil man direkt vor Augen geführt bekommt, aus was für einer Endlosschleife man da ausgebrochen ist.

    Ich gehe bei Konzerten den Säufern aus dem Weg, seh sie nur im Vorübergehen oder Vorüberstolpern. Ich empfinde nach wie vor eine Mischung aus Erleichterung und Mitleid, wenn ich sie sehe. Ich weiß, daß ich unheimliches Glück hatte, aus dieser Trance zu erwachen und gleichzeitig ist mir bewußt, daß ich nie wieder Teil ihrer Gemeinschaft sein will.

    Es gibt nicht einen einzigen Grund dafür, sich ihnen wieder anzuschließen, aber tausend Gründe dagegen.

    Schöne Zeit Dir und schönen Gruß

    Andreas

    P.S.: Jim Morrison hatte übrigens unrecht. Das ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang :)

    Moin Lindi,

    auch ich wünsch Dir alles Gute auf Deinem Weg ins Unbekannte. In Deinem Fall habe ich den Eindruck, daß es ganz gut ist, daß die Würfel nun endgültig gefallen sind. Diese ständige Ungewissheit, so denk ich mir zumindest, haben sicher auch an Dir genagt.

    Aber Du bist tough und wirst das packen.

    Schöne Zeit Dir und schönen Gruß

    Andreas

    Moin,

    ich bin ja nun auch einer, der das Wort Co-Kuscheln ab und an aus der Tastatur gelassen hat. Aus meiner Sicht hat er aber nur zum Teil damit zu tun, wie ein User auf die Posts eines anderen Users reagiert.

    Der grundlegende Unterschied zwischen dem Alkoholiker- und dem Co-Bereich ist einfach der, daß man hier als nasser Alkoholiker rausfliegt und erst wieder aufgenommen wird, wenn man abstinent ist, d.h. eine gewisse Basis bereits geschaffen hat, um überhaupt hier schreiben zu dürfen.
    Im Co-Bereich sieht das etwas anders aus. In meiner Anfangszeit hier hat mich das irritiert, das muß ich ehrlich zugeben. Da waren doch einge Threads dabei, in denen ich den Eindruck hatte, daß sich einige monatelang im Kreis drehen, ohne erkennbaren Fortschritt. In der Form ist das bei den Alkoholikern nicht denkbar.
    Inzwischen hab ich aber erkannt, daß ich das anders bewerten muß, getrennt voneinander bewerten muß. Als Co-Abhängiger kommt man eben sozusagen nass hier an, das geht gar nicht anders. Die Voraussetzungen sind eben ganz andere. Ein Quervergleich kann eigentlich nur scheitern.

    Im Übrigen find ich es ganz gut, diese Thematik am Thread von Mariechen festzumachen, denn da waren quasi sämtliche, klassische Verhaltensweisen hier im Forum quasi exemplarisch zu bestaunen.

    Und nun endlich zum Thema selber:

    Für mich hat Girasole hier den wichtigsten Ansatz geliefert, allerdings in einem anderen Thread. Den Betreffenden dort mitnehmen, wo er tatsächlich ist, so hat sie sich, denk ich, ausgedrückt. Und das ist gerade dort in diesem Thread nicht passiert.

    Ich war beim Durchlesen zunächst auch schockiert, aber noch mehr schockiert hat mich ehrlich gesagt die Art und Weise, wie Mariechen dann mehrfach abgewatscht wurde. Ich funk ja nun auch gerne mal dazwischen, setze mal ein Ausrufezeichen, provoziere etwas, um mal nen ganz anderen Ansatzpunkt zu liefern. Aber was da vorgefallen ist, hat mich zutiefst an jemanden erinnert, der eh schon in einem Sack steckt und ordentlich mit Knüppeln bearbeitet wird. Und so, fürchte ich, ist sich Mariechen vermutlich auch vorgekommen.

    Umgekehrtes ist übrigens im Thread von Lynette passiert...und da waren es vorwiegend Alkoholiker, die über die Maßen gestreichelt haben. Warum das so war, dürfte jeder mit etwas Abstand und etwas Selbstreflexion selber rausfinden können.

    Etwas mehr Neutralität und etwas mehr persönliche Emotionen täten hier vielleicht ganz gut. Mir selbst gelingt das auch nicht immer, das geb ich gerne zu. Aber ich arbeite dran.

    Insgesamt finde ich den Thread von Aurora hier sehr wichtig und ich hoffe, daß sich soviele Alkoholiker und Co`s hier beteiligen und ihre Sicht der Dinge darstellen. Denn Aurora hat da eine ganz wichtige Sache angesprochen, die sich wie ein roter Faden hier durchs Forum zieht.

    Wünsche allen eine schöne Zeit

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von schnuffig

    Kuckuck Andreas, Lea, Nys, Matthias und Forum!

    Zu versuchen aus einer Drehung heraus mit meinem Fuß das Kinn eines imaginären Gegners zu treffen ist ne höchst spaßige Angelegenheit. Ich glaub ich treff schon das Knie. :D

    Grauzone, ist das das andere Wort für Entscheidungsschwäche?

    Hi schnuffig,

    Grauzone wäre dann Dein Begriff, nicht meiner. Ich für mich hab mich ja klar positioniert. Ich bin kein Radieschen, sondern ein Meerettich. Ich hab mir mal eingebildet, es wäre schöner, ein Radieschen zu sein. Hab mir eingebildet, es wäre falsch, ein Meerettich zu sein...und im Suff hab ich mich dann auch für ein Radieschen gehalten, habe gedacht, jetzt gehör ich auch zu denen.

    Aber warum eigentlich ? Konform war ich noch nie, bequem ganz sicher auch nicht. Anders sicher. Es gab mal ne Zeit, da hab ich dieses "Anders sein" hinterfragt. Hab mich gefragt, ob ich nur anders bin, um mich von anderen abzugrenzen. Hör ich eigentlich immer nur andere Musik als andere, weil ich nicht zum Mainstream gehören will oder weil ich diese Musik wirklich mag ? Les ich andere Bücher, um mich abzugrenzen oder grenz ich mich dadurch ab, daß ich andere Bücher lese ? Hab ich ne andere Einstellung zu gewissen Dingen aus eigener Überzeugung heraus oder nur deshalb, weil andere diese Einstellung eben nicht haben ?

    Aber die Tatsache, daß ich ein Meerettich bin, bedeutet nicht zwangsläufig, daß ich Krieg gegen die Radieschen führen muß. Warum auch ? Wenn die so glücklich sind, meinetwegen. Solange sie mich in meinem Dasein nicht beeinflußen wollen, ist das okay für mich.

    Und warum sollte ich mich an ihrer Moral orientieren, wo ich doch ne ganz eigene habe ? Ich bin weder ihnen noch ihrer Moral etwas schuldig. Genausowenig sind sie mir und meiner Moral etwas schuldig.

    Das ist keine Frage der Entscheidungsschwäche, sondern der eigenen Überzeugung. Und dann brauchts auch keinen Krieg, um Fronten zu klären...weil die eigenen Fronten schon längst geklärt sind.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hi schnuffig,

    Du und Deine Radieschen :)

    Gibt es zwischen Krieg und Frieden denn keine Grauzone ? Ich meine, weder Frieden schließen noch Krieg führen ?
    Die gute, alte schweizer Neutralität z.B. ?

    Ich find nämlich beides anstrengend...nen Krieg führen, den man nie gewinnen kann als auch verzweifelt Frieden schließen wollen, wo ein Frieden gar nicht möglich ist.

    Warum läßt man Radieschen nicht einfach Radieschen sein und ist einfach nur froh, keines zu sein ? Und wenn die Radieschen dann sagen: Mensch, das ist doch gar kein Radieschen, sondern ein Meerrettich", dann ist das doch auch okay.

    Mir wird öfter mal gesagt, ich sei ein schwieriger Mensch. Komischerweise hat mich das immer an mir selbst zweifeln lassen...inzwischen seh ich das etwas komplexer...ich bin halt einfach anders als andere Menschen...interessanterweise habe ich dieses "Anders sein" im Suff immer einigermassen kaschieren können. Im Nachhinein ist das lediglich ein weiterer Grund, nicht mehr zu trinken...ich wär dann zwar nicht mehr anders als andere, aber ganz sicher nicht ich selbst.

    Du und Zumba also...:-)

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Frank,

    tja, solche Events kenn ich natürlich auch. Und dieses Gefühl, manche Menschen kaum ertragen zu können, natürlich auch. Aber es sind meistens Menschen, die mir eh nicht so wichtig sind, deshalb lache ich auch nicht mehr über ihre schlechten Witze, antworte mit einem "hmmm" auf ihre unheimlich wichtigen Neuigkeiten und verlasse den Raum, sobald es anzüglich wird.
    Aber es gibt auch die anderen Menschen, die mir wichtig sind, die aber meinen Beispiel nicht folgen wollen oder können...für die der Alkohol immer noch die Hauptrolle im Leben spielt. Ich bewege mich zwischen dosierten Ansagen und Schweigen...ich weiß, daß ich ihnen nicht helfen kann...ich weiß, daß sie es irgendwann selbst kapieren müssen. Bis es soweit ist, muß ich wohl oder übel mit ansehen, wie sie sich weiter im Kreis drehen. Ich habe mein Leben von ihnen abgetrennt, besuche weder ihre Geburtstagsparties noch komm ich so mal vorbei. Aber ich geh ihnen nicht aus dem Weg...ich werde da sein, wenn sie irgendwann zu dem Entschluß kommen, daß sie ohne Alkohol besser dran sind.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas