Beiträge von Carpenter

    Hallo Forum,

    da dank ich Euch mal recht herzlich für die Glückwünsche. Als Aufforderung war mein Post gar nicht gemeint gewesen.

    Naja, gefreut hab ich mich trotzdem :)

    Schöne Zeit Euch allen...v.a. etwas Ruhe anstatt dem perfiden Weihnachtsstress...

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hi Pink,

    ganz ehrlich ? Wenn ich es hinbekäme, nur ab und zu zu Rauchen, würde ich das machen. Aber bei mir funktioniert das irgendwie genausowenig wie beim Saufen oder Fleischessen...entweder ganz oder gar nicht. Das ist irgendwie schlimm, wenn man merkt, daß da offenbar ein grundsätzliches Suchtpotential in einem schlummert, man eine Sucht offenbar im Griff hat und ne andere Sucht schon wieder hinter der nächsten Ecke lauern könnte.
    Eigentlich hatte ich generell gefragt, ob es Dir gutgeht...ging mir also nicht um den Alkohol...ist mir nur aufgefallen, daß Du ne zeitlang nicht mehr geschrieben hattest...
    Nun, mit der neuen Arbeit hat sich das ja positiv geklärt, wobei 3 freie Tage und somit Stress nicht unbedingt als positiv zu werten sind :)
    Und auf vier Hunde aufzupassen ist nun auch kein lockerer Job. Nachdem ich ja nun hier auch noch nen kleinen Kater habe, muß ich schon sagen, daß das Stresspotential enorm gestiegen ist...zumal der Zwerg sich die grenzenlose Energie anscheinend von meiner eh schon matten Energie abzuzwacken scheint :)

    Na, da wünsch ich Dir mal viel Spaß bei der neuen Arbeit und etwas bessere Arbeitszeiten :)

    Schöne Zeit Dir

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo Forum,

    so, seit gestern darf ich mich dann auch als "seit einem Jahr abstinent" betrachten.
    Daß mein "Jubiläum" keinem aufgefallen ist, weder hier noch zuhause, wundert mich ehrlich gesagt nicht wirklich.
    Letztendlich wird meine Abstinenz zuhause inzwischen als Selbstverständlichkeit angesehen, was einerseits ja auch positiv interpretiert werden kann. Man traut mir in dieser Beziehung anscheinend wieder über den Weg, hat Vertrauen, daß ich da konsequent bleibe. Der Alkohol ist bei uns zuhause nur noch sehr selten Thema, weil er einfach nicht mehr präsent ist...weder direkt noch indirekt als Gesprächsthema. Meine Abstinenz ist zu einer Normalität geworden...wohl auch für mich. Gerade das gibt mir immer mal etwas zu denken, denn was normal ist, wird selten hinterfragt.
    Nach wie vor schau ich hier täglich rein, um das Thema Alkohol nicht aus den Augen zu verlieren, um wachsam zu bleiben. Ich denke, das gelingt mir ganz gut. Eine Rolle in meinem Leben spielt der Alkohol indes nicht mehr.
    Ich merke allerdings auch, daß es mir immer schwerer fällt, hier im Forum noch irgendwas zu schreiben. Das ist vermutlich eine Sache der Resonanz. Irgendwie scheinen für mich interessante Themen für andere uninteressant zu sein...es entwickelt sich hier irgendwie keine Diskussion mehr. Das verblüfft mich etwas, weil ich sehr gerne diskutiere, um auch andere Meinungen zu hören, andere Sichtweisen kennenzulernen. Das funktioniert irgendwie nicht mehr...zumindest nicht in diesem Thread.

    Und so mach ich mal nen Absatz, beende das erste Kapitel, idealerweise mit dem Jahresjubiläum und lasse den Thread hier erstmal ruhen. Ganz loswerden werdet Ihr mich denoch nicht, denn ich hab hier doch schon einige User sehr ins Herz geschlossen.

    Ich wünsch Euch eine schöne Zeit...bleibt sauber...

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo Renate,

    lies Dir meinen Post bitte nochmal durch, denn Du ziehst Dir gerade ein paar Pantoffeln über, die ich Dir gar nicht vor die Tür gestellt habe.

    Vielleicht nochmal etwas deutlicher:

    Als Du noch ordentlich Kurven gedreht hast und den von Dir geliebten Satz zitiert hast, hab ich mich gefragt, ob Du das nicht selber merkst, daß Du eigentlich gar nicht nach Deinem Leitsatz handelst. Das fand ich schon etwas sonderbar, um nicht zu sagen sinnfrei.
    Ich übertrag das mal fiktiv auf nen Alkoholiker. Wie würde es klingen, wenn ich den Satz ständig zitieren würde und letztendlich dabei rauskommt, daß ich mir am Abend doch immer ein, zwei alkoholische Getränke reinpfeife ?

    Jetzt, und auch das hab ich doch deutlich geschrieben, machst Du mir den Eindruck, als hättest Du das, was Du immer wieder mit diesem Zitat ausdrücken wolltest, auch verinnerlicht. Es gibt doch keine Vorgaben, nach denen man sich richten kann und muß.

    Und jetzt reagiere ich, wie auch schon geschrieben, mit einem Schmunzeln und nicht mit einem Stirnrunzeln auf Deinen Leitspruch.

    Wo Du momentan Kritik siehst, ist gar keine...zumindest nicht von mir.

    Ich finde es richtig, daß Du bei Karl Deine Gedanken formulierst und Dich dort in die Diskussion einbringst und bin eben nicht der Ansicht, daß Du ziehst und zerrst...das hast Du gemacht, als Du noch Kurvenlage hattest :)

    Ich hoffe, ich konnte jetzt einiges klären.

    Ich wünsch Dir ne schöne Zeit...bleib auf Deinem eingeschlagenen Weg.

    LG Andreas

    Moin,

    da dieser Thread eh erstmal auf Eis gelegt ist, kann ich ja noch kurz reinposten :)

    Renate :

    Diesen einen Satz hast Du auch schon permanent rezitiert, als Du noch fröhlich im Kreisverkehr unterwegs warst.
    Ich mein das nicht böse, aber es ist schon etwas seltsam, wenn man ständig Wasser predigt und dann trotzdem was ganz anderes säuft.

    Allerdings, und da schließ ich mich Deinen Co-Kolleginnen gerne an, machst Du auf mich in der letzten Zeit einen aufgeräumten Eindruck. Man nimmt Dir ab, daß Du nun konsequent auf Dich schaust...man hat den Eindruck, Du hast die Abfahrt endlich gefunden, um mal im Bild zu bleiben :)

    Das find ich gut und ich find auch gut, daß Du Dir alles von der Seele schreiben willst...und verwende ruhig Dein Lieblingszitat weiter (mein ich im Ernst). Dieses "Arghh" kam eher mit einem Schmunzeln als mit einem Stirnrunzeln daher.

    LG Andreas

    @Matthias:

    "Werden Wahrheiten durch Wiederholungen unwahr", fragst Du...nee, ganz sicher nicht. Umgekehrt werden Wahrheiten aber auch nicht wahrer, indem man sie permanent wiederholt, auch wenn ich Dein Argument, daß immer wieder neue User hinzukommen, die den Satz noch nicht gehört oder gelesen haben, natürlich nicht von der Hand weisen kann :)

    LG Andreas

    Hi schnuffig,

    Du schreibst, daß Dein Vater selbst durch die Hölle gegangen ist. Das entschuldigt nix, bietet aber vermutlich z.T. ne Erklärung für manches...objektiv gesehen.
    Nur objektiv hilft einem selten. Objektiv betrachtet gibt es keinen Grund zum Saufen...wir habens trotzdem jahrelang gemacht.

    Bei all den wissenschaftlichen Untersuchungen, Betrachtungsweisen, philosophischen Ansätzen kommt eins immer irgendwie zu kurz - der Mensch und seine Eigenheiten, seine Schwächen, seine Verfehlungen.

    Tja, und wenn ich mir den Spruch mit dem Vertauschen im Krankenhaus genauer betrachte, kann das natürlich auch ein großes Kompliment für die sein, auch wenn es so sicher nicht gemeint ist...Du bist eben ganz anders als Deine Mutter.

    Und das scheint mir ein generelles Problem zu sein...daß viele Menschen nicht in der Lage sind zu akzeptieren, daß nicht jeder Mensch die gleichen Ideale, die gleichen Ansichten, die gleichen Verhaltensweisen an den Tag legt wie man selbst. Auch das meinte ich mit "andere Meinungen einfach mal stehen lassen", auch wenn man sie nicht teilt.

    Das funktioniert natürlich nicht immer...auch logisch.

    Na, und mit der Hilfe ist das so ne Sache. Vielleicht macht man den Fehler und bittet zu selten um Hilfe, weil man von vorneherein das Risiko sieht ? Aber gehören Enttäuschungen nicht irgendwie genauso zum Leben dazu wie wunderschöne Erfahrungen ? Oder anders gefragt:
    Würde man wunderschöne Erfahrungen denn überhaupt als wunderschöne Erfahrungen empfinden, wenn man das Gegenteil nicht kennen würde ?

    Puh, schon wieder zigtausend Fragen...denk lieber gar nicht erst drüber nach und hab lieber einen wunderschönen Tag :)

    Lieben Gruß

    Andreas

    Zitat von RenateO


    Hier kommt wieder mein Lieblingsspruch:
    wer will findet Wege wer nicht will findet Gründe.

    Arghhhh...

    Renate, Du machst mich fertig :)

    Murmelst Du das mantraartig den ganzen Tag vor Dich hin ?

    Sorry für den off-topic...aber manchmal kann ich nicht anders.

    LG Andreas

    Moin schnuffig,

    es ist wirklich schade, daß Deine Eltern bei Deinem Blickwinkel nicht mehr vorkommen. Sie müssen wirklich üble Dinge angestellt haben, daß Du sie nicht mehr in Dein Leben läßt.
    Komischerweise erwecken Menschen, die selbstbewußt und äußerlich stark durchs Leben gehen, nie den Eindruck, einer Hilfe zu bedürfen. Aber es liegt natürlich auch an Mauern, die man um sich selbst herum aufbaut.
    Wenn ich meine Situation so reflektiere, dann bin ich vermutlich auch so einer. Ich regle immer alles selber, lieber plag ich mich alleine, als jemanden um Hilfe zu bitten. Ach nee, laß mal...geht schon. Mitunter passiert es dann, daß sich, wenn mir alles zuviel wird, ein Gefühl einschleicht, daß alles immer auf meinen Schultern lastet...ich realisiere gar nicht, daß es ja letztendlich meine eigene Entscheidung war, ich selbst ja Hilfe fast immer abgelehnt habe.

    Ich denke fast, ich mach das, um niemanden dankbar sein zu müssen...ich geh lieber in Vorleistung...und erwarte dann vermutlich Dankbarkeit bei anderen. Warum das so ist, hab ich noch nicht rausgefunden.

    Irgendwie pervers, das Ganze...aber sobald man sich sowas eingesteht, kann man auch dran arbeiten.

    Ständig die Lage checken trifft es übrigens wie die Faust aufs Auge...das zeigt sich in so banalen Dingen wie die Platzwahl im Restaurant...ich setz mich immer so, daß ich alles im Blick habe und mir so wenig Menschen wie möglich im Rücken sitzen.

    Und ja, Zorn ist nur ein Gefühl, das aber zur Dauerbelastung werden kann...ich war mitunter ein recht zorniger Mensch und es ist ein schmaler Grat zwischen dem kurzzeitigen Aufkommen von Zorn und einer Dauerstimmung, die Einfluß auf Dein Leben nimmt.
    Kurzfristiges Abreagieren, eine zornige Reaktion kann auch Grenzen festlegen. Das ist insofern positiv. Auf Dauer kann Dich Zorn auf Gott und die Welt aber auch innerlich zerfressen.
    Momentan bin ich viel zu ausgeglichen, um Zorn empfinden zu können und ich würde fast behaupten wollen, daß ich, seit ich nicht mehr saufe, zornige Reaktionen auf irgendwas an einer Hand abzählen kann. Auch das also eine positive Entwicklung, die man der eigenen Trockenheit zuschreiben kann.

    Ach ja, weil Du neulich leicht spöttisch geschrieben hast, wir hätten nix gemein:

    Seit Freitag wohnt hier bei uns ein kleiner Katzenmann. Das Würstchen hat man lt. Zeugenaussagen aus dem Fenster geworfen und mein Jüngster hat ihn dann aufgelesen und in seiner Arbeitsjacke mit nach Hause gebracht. Es hat genau 3 Minuten gedauert, bis er die Tierhierarchie im Haus komplett auf den Kopf gestellt hatte :)

    Offenbar hat man den jungen Mann engagiert, um meine I-Net-Zeit zu begrenzen, denn aus sämtlichen, kuscheligen Schlafplätzen hat er sich ausgerechnet meine Notebook-Tastatur ausgesucht. Und da das Kerlchen recht umtriebig ist, fällt er meistens auch von einer Sekunde auf die andere um und schläft postwendend ein :)

    Es scheint so, als wäre momentan überall Katzenzuwachs angesagt...

    Lieben Gruß

    Andreas

    Moin schnuffig,

    klar überfordert es einen nicht mal halbwüchsigen Jungen, wenn er merkt, daß die angeblich heile, sichere Welt da draussen nicht so ist, wie man sich das eigentlich gedacht hat.
    Es nimmt einem einen Teil der unbeschwerten Kindheit, wenn man, so wie ich, jeden Tag so lange wie möglich draussen verbracht hat und dann plötzlich hinter jedem Busch nen Hinterhalt vermutet...ja, ich denke, das Unbeschwerte war von dem Punkt an passé.
    Nur denk ich, daß meine Eltern das gar nicht hätten verhindern können. Wie auch...ich war die meiste Zeit on tour.

    Man ist halt als Elternteil nicht perfekt...das waren meine Eltern nicht und ich als Vater bin es ganz sicher auch nicht. Aber das macht mMn. nichts. Ich hatte das Thema neulich mit meinen Söhnen...Ich hab ihnen gesagt, daß sie sich von dem Gedanken mal verabschieden müssen, daß man als Eltern immer richtig handelt. Eltern sind genauso Menschen mit Stärken und Schwächen, Problemen und Sorgen, die sich nicht immer vor den Kindern verbergen lassen.

    Ich will keine Vorwürfe machen, ich will drüber reden, Situationen auflösen, vielleicht aus solchen Situationen lernen für mich selbst...hinterfragen halt.

    Weißt Du was ich meine ? Verstehst Du den Unterschied, um den es mir geht ? Ich will nicht im Zorn zurückblicken, sondern Dinge aufarbeiten, klären und dann einfach auch abhaken. Und ich hoffe (und das ist vielleicht der Grund des Ganzen), daß meine Jungs auch lieber mit mir reden als mir Vorwürfe zu machen.

    Lieben Gruß

    Andreas

    Zitat von Plejaden

    Hallo zusammen,

    ich würde es davon abhängig machen, wie sehr der Alkohol bei diesen Feiern im Vordergrund steht. Wenn es so abläuft, wie in meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, würde ich auf jeden Fall hingehen. Da standen die netten Gespräche und das Beisammensein im Vordergrund, es gab auch Viele, die keinen Alkohol getrunken hatten.

    Wenn es so zugeht wie in dem Betrieb meines Ex, dann würde ich mich fernhalten. Das waren immer kollektive Besäufnisse.

    So würde ich das auch halten. Sauffeste sind für mich uninteressant und selbst bei Konzerten, bei denen nur Besoffene zu erwarten sind, sieht man mich nicht mehr.
    Weihnachtsfeiern hab ich in diesem Jahr auch schon einige abgesagt.

    Grundsätzlich hab ich aber kein Problem damit, wenn auf einer Feier Alkohol im normalen Rahmen konsumiert wird, d.h. eine gemischte Gesellschaft mit Nichttrinkern und Leuten, die wenig Alkohol konsumieren.

    Was ich wirklich absolut nicht mehr abkann, sind Leute, denen man ihren Alkoholkonsum sofort anmerkt...da bin ich in 0,3 Sekunden weg.

    LG Andreas

    Moin Frank,

    nun, das hatte ich mir schon gedacht :)

    Vermutlich ist Dir da irgendwas aufgestoßen in meinem Post, richtig ? Da mußt Du wirklich keine Skrupel haben, das auch direkt anzusprechen oder mich ruhig auch mal direkt damit zu konfrontieren. Ich finde einen offenen Umgang schon sehr wichtig und kann mit Kritik inzwischen einigermassen vernünftig umgehen.
    Also wenn Dich was stört, dann sprech das ruhig an. Möglicherweise kann man so auch Mißverständnisse aufklären, die nunmal in Foren recht häufig auftreten können.

    Wünsch Dir ne schöne Woche und gute Geschäfte

    Lieben Gruß

    Andreas

    Moin Frank,

    so siehts aus...hab ja zwei Jungs, die beide ihr Herz nicht wirklich auf der Zunge tragen. Das war schon immer so.
    Insofern muß man denen manche Dinge schon aus der Nase ziehen.
    Beide sind ja volljährig und können sich inzwischen körperlich sehr gut selbst wehren. Aber es gab natürlich Zeiten, da hatte man schon Angst, ihnen könnte was zustoßen.
    In der Regel funktioniert es aber so, daß mir schon auffällt, wenn bei ihnen was nicht passt und dann frag ich solange nach, bis sie dann mit der Sprache rausrücken.

    Aber ich nehme an, Deine Frage war eher rhetorischer Natur, oder ? :)

    Es ging mir bei der Park-Story nicht darum, meinen Eltern Vorwürfen zu machen...wir haben, seit ich mit dem Saufen aufgehört habe, inzwischen ein recht gutes und offenes Verhältnis und arbeiten hin und wieder auch solche Dinge im Gespräch auf.

    Und natürlich hab ich als Vater auch genügend Fehler gemacht, die ich aus heutiger Sicht gerne rückgängig machen würde...nur geht das eben nicht...man kann gemachte Fehler selten korrigieren. Aber man kann sie ansprechen, mit den Jungs ausdiskutieren. Schlimm wäre dagegen, wenn man so tun würde, als wären sie nie passiert. Das macht die Fehler selbst und ihre Folgen nicht ungeschehen, aber es findet eben eine gewisse Aufarbeitung statt, selbst wenn die dann und wann auch unbequem ist.

    Lieben Gruß und ne schöne Zeit

    Andreas

    Hey schnuffig,

    will Dir nur ganz kurz auf die Schulter klopfen...schön, daß es noch Menschen gibt, die sich einmischen, die noch reagieren...für mich hat das auch was mit Empathie zu tun.

    Weil ich vermute, daß Dir das eh peinlich ist, hör ich jetzt auch auf :)

    Schöne Zeit ohne Kopfschütteln

    Lieben Gruß

    Andreas

    Zitat von inbetween

    Hallo Andreas,

    als ich die Geschichte mit dem Jungen bei dir gerade las, habe ich mich gefragt, ob wohl ein Großteil der Kinder so eine Erfahrung macht?
    Ich hatte eine ähnliche Begegnung mit fremden Jungs, die ohne Vorwarnung ziemlich große Steine auf meine Freundin und mich geschmissen haben, ich habe heute noch eine Delle im Schienbein davon.

    Hey Lea,

    da bin ich mir ziemlich sicher. Mir ging es im Grunde auch nicht um die reisserische Story an sich, sondern an das Gefühl, als mir klarwurde, daß meine Eltern das nicht wirklich ernstnehmen.
    Nun kann man logischerweise sagen "Was hätten sie auch schon groß sagen können". Naja, sag ich dann...sie hätten mich zumindest ernstnehmen müssen. So stand ich halt da wie ein ängstlicher Scheißer, der aus ner Mücke nen Elefanten gemacht hat...nur wußte ich halt, daß der Elefant echt war.

    Egal...es geht mir auch nicht darum, jetzt meinen Eltern Vorwürfe zu machen...sie haben sich so entschieden und hielten es für richtig.
    Aber manche Dinge sind schon dann halb so wild, wenn man sie ausspricht...und das hab ich jetzt getan.
    Was lapidar klingt, ist gar nicht so lapidar...weil ich sonst nämlich nur sehr selten mit Dingen rausrücke, die mich belasten.

    Auch das als Teil meiner Aufarbeitung sozusagen...

    So, und nun werd ich mich mal wieder dem aktuellen Leben widmen.

    Schöne Zeit.

    Lieben Gruß

    Andreas

    Hey Lea,

    ich hätte Dein Verhalten schon gestern nicht als bizarr bezeichnen wollen. Zumindest nicht bizarrer als generell den Versuch, eine Beziehung mit einem Alkoholiker retten zu wollen :)
    Wenn einem etwas sehr wichtig ist, dann ist es sicher nicht falsch, Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um es zu erhalten. Wie das andere bewerten, muß einem erstmal egal sein. Auch im Nachhinein. Es gibt eben Dinge im Leben, um die es sich lohnt zu kämpfen...egal, ob nun mit Karate oder nicht :)
    Ob diese Anstrengungen dann letztendlich zum Ziel führen, ist ne andere Geschichte.
    Aber ich könnte mir vorstellen, daß es einfach ist, das Scheitern einer Beziehung zu akzeptieren, wenn man weiß, daß man von seiner Seite aus alles unternommen hat, was man selbst auch vertreten kann. Schlimmer ist es sicher, sich im Nachhinein zu sagen: Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn ich...
    So ist irgendwie ein Abschluß da, die Erkenntnis, das es nicht anders kommen konnte...das ist dann klar und eindeutig...unangenehm, aber sauber.

    Für mich war zu Beginn meiner Abstinenz wichtig, daß ich wieder Verantwortung für mein Leben und mein Tun übernehme...ich schäm mich teilweise für das, was ich getan habe, aber ich stehe inzwischen dazu...und dann hat man eine relativ vernünftige Basis, das aufzuarbeiten...warum hab ich das gemacht...welche Gründe hatte ich, so und so zu reagieren. Ich will es mir nicht so einfach machen und alles, was ich in meiner nassen Zeit so verbockt habe, auf den Alkohol schieben. Der Mensch hinter dem Alkoholiker war immer noch ich.

    Katha hat mir mal geschrieben, ich solle mir die Asche vom Haupt fegen...das hat sie gut beschrieben, denn am Anfang wollte ich schlichtweg für alles die Verantwortung übernehmen...auch für Dinge, die gar nicht in meine Verantwortung gefallen sind. Das hat sich mit der Zeit geändert. Ich laufe nicht im Büßerhemd rum, sondern versuche, diese langwierige Episode meines Lebens aufzuarbeiten, um zu erkennen, wo wann was schiefgelaufen ist und warum.

    Nicht, daß diese Gedanken mich 24 Std. am Tag beschäftigen...aber sie sind Teil meiner Metamorphose, wenn man das so bezeichnen kann. Für mich und mein Selbstverständnis sind sie wichtig.

    Schöne Zeit Dir

    Liebe Grüße

    Andreas

    Hallo Forum,

    ich würde aber ganz gern nochmal auf den Begriff "Egoismus" zurückkommen. Vielleicht hab ich mit dem Begriff so meine Schwierigkeiten, weil er doch oft recht negativ behaftet ist.
    Als Kind hat mich beispielsweise meine Mutter sehr oft als Egoisten bezeichnet, obwohl ich selbst nie den Eindruck hatte, wirklich einer zu sein. Ich dachte mir immer: Was will die eigentlich von mir ? Denn die Grenze, mit meinem Egoismus andere zu schädigen, hab ich als Kind so gut wie nie überschritten. Ich hab halt meine eigenen Interessen wahrgenommen. Die haben sich nicht zwangsweise immer mit den Interessen meiner Eltern überschnitten. Wenn ich Bolzen war, wurde es auch schonmal dunkel...und da kamen dann so Ansagen wie "Hast Du Dir überhaupt mal Gedanken gemacht, daß wir uns Sorgen gemacht haben ?". Nö, hab ich natürlich nicht...ich war Bolzen und hab nicht auf die Uhr geschaut. Schon gar nicht hab ich mir beim Bolzen nen Kopf über meine Eltern gemacht.

    Ist das nun egoistisch ?

    Gleichzeitig hatte ich als Kind ne ziemlich üble Erfahrung. Wir hatten im Stadtpark gespielt und dann kam ein deutlich älterer Junge auf uns zugerannt...die anderen Jungs sind stiften gegangen, ich bin, wie immer, nicht weggerannt. Der Junge wirft mich um, kniet sich auf mich drauf, zückt ein Messer und hält es mir an den Hals und sagt "Jetzt bist Du fällig, ich mach Dich kalt". Ich kenn den Jungen nicht, hab keine Ahnung, warum er mich kaltmachen will, sehe aber in seinen Augen, daß er nicht nur rumalbert, sondern drauf und dran ist, mir die Kehle durchzuschneiden. Bevor das passiert, kommen Spaziergänger gelaufen, die die Szene bemerken und der Junge steckt sein Messer ein, läßt mich los und sagt mir, bevor er flüchtet: "Irgendwann werd ich Dich erwischen."
    Ich renn nach Hause, erzähl das meinen Eltern und die Reaktion ist: "Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Wer sollte in unserem Stadtpark sowas machen ? Und den Jungen hast Du nicht gekannt ? Na, da mach Dir mal keine Sorgen, der hat bestimmt nur Spaß gemacht."

    Ich hab den Jungen nie wiedergesehen, aber bestimmt fünf Jahre lang Muffe geschoben, daß ich ihn wiedersehen würde...und er diesmal seine Androhung wahrmachen würde.

    Meine Eltern haben das damals als Spaß abgetan, ich dagegen hatte ab dem Zeitpunkt das sichere Gefühl, mich in Zukunft nur noch selbst schützen zu können. Meine Eltern würden mich nie wieder beschützen können...nicht wirklich. Sie wären nicht da, wenn der Junge wieder auftauchen würde. Und so kam es, daß ich schon mit 8 Jahren ein Klapptaschenmesser in der Hosentasche trug...was meine Eltern natürlich auch nicht sehen durften.

    Jetzt frag ich mich:

    Was ist egoistischer ? Seine Eltern in Sorge zu lassen oder sein Kind seinen Sorgen zu überlassen ?

    Sorry für die kleine Anektode...aber irgendwie mußte das jetzt mal raus, denn die Story trag ich schon seit Jahrzehnten mit mir rum :)

    Euch allen ne schöne Zeit und ein schönes WE

    LG Andreas

    Moin schnuffig,

    ich denke, daß viele Menschen einfach Angst haben, sich damit auseinanderzusetzen...es könnte ihre eigene, ach so heile Welt, die mühsame Fassade, die man sich aufgebaut hat, ins Wanken bringen.
    Was Menschen, die als Kinder mißbraucht wurden, angetan wurde, ist grausam. Genauso grausam scheint es mir, daß diese Thematik dann später mehr oder minder totgeschwiegen werden soll...so, als wäre es nie passiert.

    Ich weiß nicht, woher diese allgemeine Angst kommt, in die Tiefe gehen zu wollen...woher dieser Wille kommt, Gespräche auf Smalltalk-Niveau zu halten, wo es doch so viel Wichtiges zu bereden gäbe. Vielleicht, weil viele Menschen einfach ein oberflächliches Leben führen ? Weil immer mehr Menschen sagen: Was wollt Ihr denn, es geht uns doch allen gut ?

    Ich weiß nicht, seit wann der Einzelne nicht mehr im Mittelpunkt steht...seit wann die Menschen wegsehen, anstatt sich einzumischen. Seit wann die Menschen lieber in die Glotze schauen, anstatt ein Buch zu lesen...

    Aber eins weiß ich...Menschen, mit denen ich nicht über meine Ängste, meine Vergangenheit reden kann, kann man nicht als Freunde bezeichnen.

    Vielleicht liegt es daran, daß man im Leben wenig echte Freunde hat.

    LG Andreas

    Moin Forum,

    da ist ne Menge Input dabei, den es erstmal zu verarbeiten gilt.

    Grundsätzlich fand ich es sehr mutig von Lea, hier etwas Privates preiszugeben, von dem sie sicher annehmen mußte, daß es da ein gewisses Unverständnis geben könnte.
    Ich muß zugeben, ich hab auch erstmal geschluckt. Aber nur kurz. Denn sofort war bei mir dieses "Was hast Du denn alles gemacht, was bei Dir heute nur noch Kopfschütteln auslöst", da. Und da könnt ich heut, wenn ich denn wollte, den ganzen Tag mit Kopfschütteln verbringen. Seltsamerweise ist mir heut grad nicht danach :)
    Es ist, wie Hartmut eigentlich schon richtig gemeint, aber vermutlich in seiner unnachahmlichen Art wieder etwas drastisch ausgedrückt hat...es gibt Dinge, die man einfach auch mal stehenlassen kann, ohne sie selbst so zu sehen, zumal es einigen Mut erfordert, wie z.B. von Lea, dies hier öffentlich darzustellen.
    Wir sollten uns generell nicht abschrecken lassen, kontroverse Dinge zu schreiben, denn zum Kaffeeklatsch könnten wir sicher auch woanders hin.

    schnuffig :

    Über Deine Zeilen hab ich sehr viel nachgedacht...und mich hinterfragt. Es ist bei uns ein Prozess, der weh tut...mMn. wehtun muß, weil wir gerade Dinge aufarbeiten, die jahrelang schiefgelaufen sind.
    Und alte Verhaltensweisen lassen sich nicht von heut auf morgen ändern. Aber ich selbst seh uns auf einem guten Weg dazu.
    Emotionale Erpressungen wie "wenn Du mich wirklich lieben würdest, dann..." finden kaum noch statt, weil ich sie darauf angesprochen habe, ihr versucht habe, zu erklären, daß es so nicht laufen kann.
    Die Tatsache, daß ich auch Zeit für mich selbst brauche, hat sie mMn. eingesehen und akzeptiert.
    Es kommen bei uns manchmal noch Dinge hoch, die einfach noch nicht geklärt sind, weil wir noch nicht gewußt haben, daß es der Klärung bedarf.
    Durch meine jahrelange Bescheißerei und Lügerei hab ich eben auch Vertrauen zerstört, das sich nun langsam, aber auch spürbar wieder aufbauen muß und auch tut. Mir wäre lieber, es würde schneller gehen, aber ich lasse den Dingen Zeit...sowas muß mMn. wachsen und braucht ein vernünftiges Fundament.
    Wir sind gerade dabei, gegenseitig Grenzen zu setzen, ohne den anderen dabei auszugrenzen. Wichtig ist mir, daß ich klarmachen konnte, daß ich mich nicht mehr verbiegen lassen will, daß ich so sein will, wie ich wirklich bin...
    Ich fühle mich in der Gegenwart meiner Frau sehr wohl, geniese die Zeit mit ihr...ich brauch halt nur ab und zu auch Zeit für mich alleine...ich denke, das hat sie verstanden. Letztendlich will sie wohl nur wissen, woran sie ist. Und das ist aus meiner Sicht verständlich.

    Danke übrigens, daß Du Dir Gedanken machst...das freut mich sehr, daß Du Dich in diesem Fall entschlossen hast, mir zu antworten...und Deine Antwort hat mich dazu gebracht, sehr intensiv nachzudenken.

    LG Andreas