Beiträge von Carpenter

    Hi,

    na, das ist ja mal ne wirklich gute Idee im Zweierpack mit dem Rauchen aufzuhören.
    Ich bitte darum, uns auf dem Laufenden zu halten. Ich selber hab momentan irgendwie nicht den Willen, wieder aufzuhören...und den braucht es dazu wirklich. Ich hatte 10 Jahre nicht mehr geraucht und dann dämlicherweise wieder angefangen. Aber auch meine Raucherzeit geht zu Ende. Ich rauche inzwischen nur noch Menthol und die sollen ja bekanntlich verboten werden.
    Rationieren ging bei mir irgendwie gar nicht...entweder ganz aufhören oder weiterrauchen waren die zwei einzigen Alternativen für mich. Geholfen hat mir dann ein Buch von Alan Carr...warum auch immer :)

    Viel Erfolg Euch Beiden und laßt Euch von ein paar Pfunden mehr nicht schrecken...mit etwas Sport gehen die auch wieder runter...einfach öfter mal neben dem Pferd herlaufen :)

    LG Andreas

    Hi,

    ich würde gerne mal als neutraler Alkoholiker meinen Senf dazugeben, da ich hier bei Euch auch regelmäßig lese, obwohl ich selten Stellung nehme.

    Irgendwie hatten wir das Thema schon mal in ähnlicher Form. Bei den Alkis geht es mitunter schon etwas heftiger zur Sache. Wenn man da jeden Post persönlich nehmen wollte, wären wohl schon einige abgesprungen. Aber es ist schon auch wichtig, ab und zu mal ein paar deutliche Worte gesagt zu bekommen. Es geht nicht immer nur mit Streicheleinheiten, schon gar nicht, wenn man das Gefühl hat, die entsprechende Person würde sich in die völlig falsche Richtung bewegen.

    Wenn man sich manche Fäden bei den Co`s so durchliest, hat man z.T. schon das Gefühl, daß sich da einige widersprechen. Nur bringt es dann nichts, persönlich beleidigt zu sein, wenn ein anderer User den eigenen Ratschlag nicht annimmt. Letztendlich liegt es immer am Alki oder am Co selbst, ob er wirklich Hilfe annehmen will oder sich nur Dinge rausfiltert, die ihm persönlich passen. Das mag man gut finden oder nicht, aber so sollte Selbsthilfe eigentlich funktionieren.

    Wenn man der Meinung ist, daß sich jemand in Gefahr begibt, in die falsche Richtung unterwegs ist, kann man das dann auch mal ganz klar ansprechen. Wenn dann keine Reaktion kommt oder der Ratschlag ignoriert wird, dann klinkt man sich halt einfach aus, ohne nochmal nachzutreten.

    Sicher, man fühlt ja mit mit der entsprechenden Person...eine persönliche Enttäuschung sollte daraus aber nicht werden...das wird der Sache letztendlich nicht gerecht...für beide Personen nicht.

    LG und schönes WE

    Andreas

    Moin Forum,

    find ich immer wieder witzig...überall stöhnen die Leute über die fürchterliche Hitzewelle. Ja, schon fürchterlich...35 Grad im Schatten :)
    Aber was genau erwarten denn die Leute vom Wetter ? Wenn es regnet, wird gejammert, wenn es warm ist, wird gejammert...eigentlich ist es egal, wie das Wetter wird...gejammert wird eh immer.

    Und dann kann es dann schon mal passieren, daß ich jemanden, der grad am Jammern ist, dazu einlade, mit mir nen Tag aufs Dach zu steigen, bei 35 Grad im Schatten direkt in der Sonne schwarze Schiefer abzureißen und neue draufzumachen. Unter 6 Liter Flüssigkeitsaufnahme geht da gar nix mehr...und schon merkt man, wie es klick macht bei demjenigen. Halt, soo schlimm ist das ja gar nicht :)

    Während ich mich früher übers Jammern richtig aufregen konnte, seh ich das inzwischen mit einem Augenzwinkern. Es ist eben immer alles eine Frage des Betrachtungswinkels.

    Und während ich mich im letzten Jahr nach so einem sonnigen Arbeitstag noch mit drei, vier Flaschen Bier "entschädigt" habe, genieß ich jetzt meinen Kaffee auf der Terrasse und werf dann nochmal den Rasenmäher an, um den Garten zu mähen...steh morgens um 5 Uhr auf und genieße locker und entspannt und v.a. ohne Kater die noch angenehmen Temperaturen. Ob ich ne positive Veränderung an mir festgestellt habe, seit ich das Saufen aufgehört habe ? Aber sicher doch :)

    Wünsche allen noch eine schöne Woche...

    LG vom tief entspannten

    Andreas

    Zitat von Georg66

    Betrunken mit ihnen Auto gefahren, geklettert... Und allen voran die vielen Dinge, die ich mit ihnen gemacht oder besprochen hatte, am nächsten Tag jedoch nicht mehr wusste. Einfach weggetrunken. Manchmal schrieb ich mir Zettel (die ich morgens allerdings nicht immer entziffern konnte). Manchmal "half" das. Manchmal konnte ich solch peinliche Situationen mit einem Späßchen überspielen.
    Hatte z.B. am Abend nach einer Flasche Obstler zum Endspurt für die Französisch-Schulaufgabe geblasen - und fragte am nächsten Morgen, ob nicht bald eine Französisch-Schulaufgabe ansteht.
    Das ist jetzt anders, besser, um nicht zu sagen: klasse :)

    Es grüßt herzlich in die Runde
    der Schorsch

    Moin Schorsch,

    na endlich...wird höchste Zeit, daß Du hier wieder mehr schreibst, hatte Dich nämlich schon ein wenig vermisst :)
    Ja, diese Aktionen kenn ich selbst auch zur Genüge...diese Vergeßlichkeit und dieses kurz aufflackernde Schuldgefühl, das ich dann, wenn es schlimmer wurde, vorsichtshalber gleich wieder weggesoffen habe.

    Na, die Aussprache hätt ich mir liebend gerne mal angehört...ein Sachse im bayerischen Exil, der besoffen Französisch spricht :)

    Wünsch Dir ne schöne Restwoche...freu mich, daß Du wieder da bist.

    Lieben Gruß

    Andreas

    Hi Frank,

    ich bin der festen Überzeugung, daß für (fast) jeden Menschen genau der richtige Zeitpunkt kommt, um manche Dinge klar sehen zu können. Manche brauchen halt etwas länger...zu der Gruppe würde ich mich auch dazuzählen.

    Klar, jetzt könnte man es negativ sehen und drüber nachgrübeln, warum man so lange gebraucht hat...oder man ist einfach froh drüber, daß der Groschen überhaupt mal gefallen ist :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hi Nys,

    schön, daß Du mal bei mir vorbeigeschaut hast.

    Nee, es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Ich bin ein ganz Braver, nach wie vor unterwegs auf meinem angestrebten Weg, hab allerdings zur Zeit unheimlich viel um die Ohren, v.a. auch beruflich. Nach der langen Regenzeit will jetzt natürlich jeder seine Baustellen erledigt haben und alle kommen mal wieder gleichzeitig :)
    Bzgl. des Hochwassers hab erfreulicherweise auch keine Sorgen...liege auf fast 600 Metern Höhe und da muß schon viel zusammenkommen, bis ich mir vorsichtshalber ne Arche baue :)
    Aber erschütternd ist das schon, wenn man sieht, bei wievielen Menschen innerhalb von wenigen Tagen ihre komplette Existenz sprichwörtlich den Bach runtergegangen ist.
    Tja, und nun beschweren sich schon die ersten Zeitgenossen wieder über die unerträgliche Hitze...pervers, oder ? :)

    Ich hoffe, Dir gehts soweit gut. Ich wünsch Dir ne schöne Woche...ich werde mich am Wochenende mal in Deinem Suchtthread zu Wort melden, da hab ich dann hoffentlich etwas mehr Zeit.

    Danke fürs Nachfragen

    Liebe Grüße

    Andreas

    Hi trockener,

    ja, diese Angst hatte ich im Dezember auch noch...es erschien einem so endgültig im negativen Sinne. Und es schien natürlich eine unvorstellbar große Aufgabe zu sein.
    Jetzt, nach einigen, abstinenten Monaten hat sich doch einiges relativiert. Dieses "Nie wieder" hat seine negative Wirkung verloren...wohl, weil es einem nicht mehr wie ein Verzicht, sondern eher wie eine positive Aussicht erscheint...ne Verschiebung der eigenen Wahrnehmung sozusagen.

    Hab einfach etwas Geduld :)

    Viel Glück dabei

    Schöne Zeit

    Andreas

    Hi Sabine,

    ich hoffe, die Lage hat sich wieder etwas gebessert bei Euch. Ich könnt mir vorstellen, Du hättest Dir etwas mehr Zuspruch erwartet hier...aber was soll man in so einer Situation auch groß sagen ? Da kann man nur Daumen drücken und hoffen, daß der Alte endlich mal wieder die Schleusen zumacht und die Sonne rausläßt.

    Prima, daß Du Dich in dieser schwierigen Situation ans Mineralwasser gehalten hast...bestimmt hast Du vom Wasser erstmal die Nase voll.

    LG Andreas


    Hi Sternenhimmel,

    schön, daß Du Dich mal wieder bei mir blicken läßt.

    Naja, den großen Mann spielen...manchmal hab ich schon so Anwandlungen...in dem Fall aber nicht...die Hebebühne war eben grad an diesem Freitag verfügbar und ich muß am Montag ne neue Baustelle anfangen, weil der Bauherr extra zwei Wochen Urlaub genommen hat...und offene Baustellen hab ich nicht mehr so gerne, seit ich abstinent bin.
    Wetter war so klar eben nicht...ja, ab und zu nen Regenschauer, mehr eigentlich nicht bei uns. Aber auf Wetterberichte kann ich mich auf dem Bau nicht mehr verlassen...wir haben schon Baustellen verschoben, weil es angeblich den ganzen Tag regnen sollte und dann hat es nicht einen Tropfen geregnet. Trotz aller Technik sind Wettervorhersagen nicht besser wie noch vor 50 Jahren, im Gegenteil...da wußten die alten Bauern oft besser, wie das Wetter wird.

    Und klar, den Film hab ich noch komplett gesehen...witzigerweise dachte ich, ich reservier lieber mal vorher, nicht, daß ich dann keinen Platz bekomme und dann saßen grad mal 6 Leutchen im Filmsaal :)

    Ich wünsch Dir auch ein schönes WE...und Glückwunsch für 10 Monate...prima.

    LG Andreas

    Hallo Forum,

    ich hatte gestern einen ziemlich üblen Tag. Während die meisten Handwerker hier bei uns einen Brückentag hatten, hab ich entschieden, mit reduzierter Mannschaft zu arbeiten. Für die Arbeiten an einer Gaube benötigten wir eine Teleskophebebühne und die mußte in der Früh bei der Verleihfirma abgeholt werden. Unterwegs gab es Stau aufgrund eines Unfalls und so kam ich ne halbe Stunde später dort an als geplant. Die Dame dort begrüßte mich mit den Worten "Ihr wollt bei dem Wetter was arbeiten ?". Nee, wollen eigentlich nicht, eher müssen. Egal...weitermachen. Ich hab dann den LKW auf die Baustelle gefahren, den Kran aufgebaut....um 10 Uhr war ich das erste Mal komplett durchgeweicht bis auf die Haut. Egal...weitermachen. Schon zur Mittagspause war eigentlich klar, daß wir heute länger machen müssen, um die Baustelle zu packen, weil Probleme auftauchten, die vorher nicht zu erkennen waren. Egal...weitermachen. Um 14 Uhr dann die erste Seite geschafft, ich will aus acht Metern Höhe den LKW anlassen und mich mit der Bühne runterfahren und nix geht mehr. Der LKW macht keinen Mucks mehr. Ich stehe in acht Metern Höhe in einer Kanzel und es gibt keine Möglichkeit, die Kanzel von unten zu bedienen. Es bleibt mir also nix anderes übrig, als in dieser Höhe durch ein 70 x 70 cm großes Fenstern in die Wohnung der Bauherren zu klettern und dort den Wartungsdienst anzurufen. Egal...weitermachen. Der Wartungsdienst kommt, dringt aber nicht in das Führerhaus vor..das Ding ist so konstruiert, daß die Abstützung beide Türen blockiert und man diese nur nen Spalt öffnen kann. Ich öffne die Tür also um die möglichen 10 Zentimeter und kurbel das Fenster runter. Jetzt muß man nur noch an den Hebel für die Motorhaube kommen...aber wie ? Der Wartungsmann hat ungefähr 110 Kilo und sieht keine Chance, an das Teil ranzukommen. Ich klettere also wieder mal durch ein Fenster, diesmal in den LKW, öffne die Motorhaube und kletter wieder raus. Egal, weitermachen...er überbrückt das Ding, empfiehlt mir, den Kranmotor laufen zu lassen (obwohl das lt. Beschreibung gar nicht nötig ist) und ich kletter wieder durch das Fenster des Bauherren, um in die Kanzel zu kommen, da nur von dort der Kran bedient werden kann. Jetzt also schnell den Kran eingefahren und umgesetzt, damit wir wenigstens bis 19.00 Uhr fertig werden. Nee...der Kran läßt sich zwar einfahren, allerdings nicht bis in die Verankerung....die Stützen lassen sich so nicht einfahren, ein Umsetzen ist so unmöglich. Ne knappe halbe Stunde rangieren der Wartungsmann und ich das Teil auf und ab, nach links und nach rechts, bis sich die Hydraulik endlich erbarmt und der Kranarm einschnappt...warum, das kann mir auch der Wartungsmann nicht plausibel erklären. Egal, weitermachen...Kran ist umgesetzt, steht jetzt auf der anderen Seite des Hauses, ich fahr das Teil komplett aus...und es fehlen mir nur lächerliche 5 Meter bis an die Stelle, an der ich eigentlich arbeiten muß. Satz mit x...mittlerweile liegen die Nerven blank, ich bin kurz vorm Explodieren. Es bleibt mir nix anderes übrig, als das Teil wieder einzufahren...das bedeutet, wir können die Arbeiten heute nicht mehr fertigstellen. Ich sag den Jungs, daß wir abbrechen...es ist kurz vor Fünf. Da fällt mir ein, daß ich meinem Schwiegervater versprochen habe, mit dem Teil sein 7 Meter hohes Windrad umzulegen. Egal, weitermachen...ich fahre als die 30 km und als ich den Kran beim Windrad aufbaue, kommt die Sintflut...ein Regenschauer, wie ich ihn selten erlebt habe...ich bin inzwischen zum dritten Mal durch bis auf die Haut, lege das Windrad um, der Rotor wird geschmiert und das Teil wieder aufgestellt...es dreht sich wieder...wenigstens etwas, was funktioniert....so, jetzt nur noch das Teil wieder bei der 50 km entfernten Verleihfirma abliefern und dann Feierabend. Um 20.00 Uhr treff ich dann endlich mal zuhause ein. Mein Großer kommt in die Küche, und fragt mich, was ich heute so getrieben habe...ich bin zu müde, um ihm irgendwas zu erzählen...ich sag nur ein Wörtchen zu ihm..."Brückentag".
    Ich mach mir grad ne Tasse Kaffee, aber Ruhe will sich irgendwie nicht richtig einstellen...da war doch was...was war denn da noch...ach ja, richtig...gestern hast Du blöderweise für heute Abend Kinokarten für die Nachtvorstellung reserviert...Madame ist auch schon fix und fertig angezogen...also gut, schnell unter die Dusche, rasch angezogen und dann nix wie weg...schlafen kann ich im Kino ja immer noch :)

    Was genau wäre vor einem Jahr an dem Tag anders gelaufen ?

    - Ich hätte spätestens nach der Sache mit dem Fenster das Saufen angefangen

    - Ich hätte spätestens nach der Sache mit dem Umsetzen meine Wut an einem Mitarbeiter ausgelassen

    - Ich hätte dem Bauherren mal klargemacht, daß ich ihn für ein Hinterteil halte, weil er mir von seiner warmen Wohnung aus süffisant klargelegt hat, wie schön es doch sei, daß er im Trockenen zusehen kann, wie ich im Regen draussen arbeite

    - Ich hätte meinen Schwiegervater angerufen und gesagt, er solle sein scheiß Windrad selber einlegen

    - Ich hätte meiner Frau gesagt, daß sie sich den Kinobesuch heut abschminken könne, da ich zu müde (in Wirklichkeit besoffen) sei

    So bin ich locker flockig noch ins Kino gefahren und auch wieder nach Hause, ohne dabei einzuschlafen. Meine Mitarbeiter und der (sorry) Arsch von Bauherr sind nicht sauer auf mich, genausowenig wie mein Schwiegervater.

    Ich denke schon, daß man deutlich merkt, daß ich abstinent bin :-))

    Wünsch Euch allen ein schönes WE

    LG Andreas

    Moin Stern 13,

    Du hast in einem anderen Thread folgendes Geschrieben:

    "ich bin Co-Abhängige und habe mir diesen Beitrag durchgelesen. Mein Vater ist alkoholiker und hat nicht mehr viel Zeit. Ich habe versucht ihm zu helfen aber warum auch immer er sieht es nicht ein.
    Mann will es immer nicht wahrhaben, du schreibst mir ich will mal sagen direkt aus der Seele. Genau das erlebe ich nämlich bei meinem Vater auch. Er verspricht aufzuhören aber nichts ist.(ich glaub es eh nicht mehr) er versteckt alles etc. Du hasst mir damit nochmal ein bisschen die Augen geöffnet und gezeigt, das ich nicht daran schuld habe es nicht gleich mitbekommen zu haben. ich bin jetzt schon soweit, das ich ihn nciht mehr auf das Thema alkohol anspreche es sei den ich sehe das er etwas trinkt. Da es dann immer in einen großen streit ausartete und er keinen mehr an sich rangelassen hat. Dann sage ich nur "du braucst es nicht verstecken, ich bin nicht blöd und sehe das da ein bier standt". Vielleicht ist es auch falsch zu resignieren, eventuell bestärke ich ihn darin das er weiter trinkt. Aber meine Kraft reich einfach nicht aus, um immer wieder dieselbe leier anzufangen. Aber ich gebe die hoffnung nicht auf das er es vielleicht doch schafft, denn in diesem Forum gibt es so viele die Trocken geworden sind. Danke für eure Beiträge und eure Ehrlichkeit. Auch als Co-Abhängiger helfen eure Beiträge sehr."

    So blöd das klingt, aber ein Alkoholiker denkt tatsächlich, daß er seine Umwelt täuschen kann...viele kommen damit sogar durch. Ich hab nach fünf, sechs Bier zuhause steif und fest behauptet, daß ich nix getrunken hätte, obwohl wirklich jeder sehen konnte, was Sache ist. Im Nachhinein erkläre ich mir das mit ner immensen Verdrängung. Nichts kann mir im Nachhinein erklären, wie ein halbwegs intelligenter Mensch annehmen kann, seine Umwelt würde nichts mitbekommen. Zum Teil kamen Aussagen wie "Soo viel hab ich ja nicht getrunken" auch daher, daß man es selbst schon als normal betrachtet hat, auf diesem Level zu sein.

    In Deinem, wie ich finde, schlimmen Fall will ich Dir mal etwas erzählen:

    Alkoholismus hat in meiner Familie eine lange Tradition. Meine Oma soff, meine beiden Onkel (Söhne der saufenden Oma) soffen ebenfalls. Der Ältere der Beiden war ganz offensichtlich Alkoholiker, sein erster Akt, wenn er mal aus seinem knapp 300 km entfernten Wohnort zu Besuch kam, war die Schnapsbar zu öffnen und sich ungeniert zu bedienen. Als mein Vater (der einzige der Brüder, der keine Zeichen von Alkoholabhänigkeit zeigt) dieses Verhalten ansprach, ging mein Onkel eben plötzlich immer sein Auto tanken...das dauerte 15 Minuten, danach hatte er ne ordentliche Fahne. Der jüngere Onkel (mein Lieblingsonkel) hatte Probleme im Beruf...immer wieder wurde er von einer Referendarstelle zur anderen geschoben, ohne fest übernommen zu werden. Im Nachhinein betrachtet hat dies sein Selbstvertrauen offenbar ziemlich kaputtgemacht. Er hatte gewaltig zugenommen, war aber nach wie vor immer nett zu mir, so, wie man sich nen lieben Onkel eben wünscht. Als ich 14 war, kam ich gerade aus einem Auslandsurlaub mit meinen Fußballverein wieder, als man mir sagte, daß man meinen Onkel mit Gelbsucht ins Krankenhaus eingeliefert hatte. Als ich ihn besuchte, sollte ich auf Wunsch meiner Eltern von meinem Urlaub erzählen...ich fand es unheimlich unpassend, weil ich ihm ansah, daß er genau wußte, daß es nicht nur ne einfache Gelbsucht war. Es stand ihm ins Gesicht geschrieben, daß er Todesangst hatte. Die Hoffnung, meine Reiseerzählungen würden ihn aufmuntern, waren natürlich von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Er war danach noch trauriger, denn er wußte, er würde sein geliebtes Frankreich nie wiedersehen, nie mehr eines der Loire-Schlößer besuchen können.
    Zwei Wochen später hat die Dialyse nicht mehr angeschlagen und mein Onkel starb im Alter von 30 Jahren. Nie wieder hat mich der Tod eines Menschen so bewegt wie seiner...ich fand es unfair, daß so ein lieber Mensch so früh gehen mußte und ich hasste Gott dafür.

    Einer seiner letzten Einträge in sein Tagebuch kurz vor seinem Tod lautete:

    Bin ins Krankenhaus eingeliefert worden mit Gelbsucht..........Alkohol ?

    Ich weiß, daß er es in den letzten Tagen realisiert hat, daß es der Alkohol war, der ihm das Leben genommen hat. Aber noch wenige Wochen, Tage vorher war er nicht bereit, seine Krankheit anzuerkennen, sich selbst klarzumachen, daß er Alkoholiker ist.

    Als meine Eltern seine Wohnung ausgeräumt hatten, wurden hinter der Wohnzimmercouch ungefähr 20 Flaschen Wein gefunden. Er hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Flaschen zu verräumen.

    Ich weiß, daß mein Vater meinen Onkel immer und immer wieder auf seinen Alkoholmißbrauch angesprochen hat...ich habe erst sehr viel später realisiert, warum mein Vater sich mit unserem lieben Onkel so oft gestritten hat (was ich damals als Kind unfair fand und meinem Vater übel anlastete)...er wollte ihn von seiner Sucht losbringen und hat es nicht geschafft.

    Was ich Dir damit eigentlich sagen will:

    Man hat wirklich keine Chance, den Alkoholiker zu bekehren, zu ändern, ihm zu helfen. Mein Vater konnte seinen Bruder nicht retten, Du kannst Deinen Vater nicht retten, obwohl ihr Beide alles versucht habt.
    Du darfst auf keinen Fall den Fehler machen und Dich jetzt schuldig fühlen. Akzeptiere seine Krankheit und versuche, die Zeit, die Euch noch bleibt, sinnvoll und liebevoll zu nutzen. Das ist das Einzige, was Dir bleibt.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft

    LG Andreas

    Zitat von Contemplation

    Nicht weil ich die Grundbausteine auswendig gelernt habe, sondern das sagt mir einfach mein gesunder Menschenverstand.

    lg Maik

    Hi Maik,

    wir sind immer noch nicht ganz auf derselben Gesprächsebene :)

    Klar ging es um Volkmars Aussagen, aber in dem Moment, indem Du die langjährige Trockenheit meines Kumpels in Deine Argumentation mit einbeziehst, geh ich davon aus, daß Deine Aussagen auch auf mich bezogen waren.
    Ich hab übrigens auch nicht von auswendig gelernten Grundbausteinen gesprochen, sondern von akribischer Anwendung derselben. Akribie ist für mich überhaupt nichts Negatives, eher im Gegenteil, während auswendig lernen für mich durchaus negativ behaftet ist in der Form, daß man etwas einpaukt, ohne den Sinn des Ganzen zu erkennen bzw. zu begreifen. Das seh ich bei Dir nicht, eher schon eine gewisse Konsequenz in der Anwendung. Wie gesagt, da war überhaupt kein ironischer Unterton dabei.

    Wünsch Dir noch einen schönen Feiertag und ein hoffentlich entspanntes WE

    LG Andreas

    Hallo Cora,

    freut mich, mal wieder was von Dir zu hören. Wie kommst Du denn damit zurecht, gleichzeitig auch noch das Rauchen abzulegen ? Da bist Du offensichtlich schon ein ganzes Stück weiter als ich...die Baustelle hab ich mir noch ne Weile offengelassen.
    Tja, sechs Monate...für nen Langzeittrockenen ne kurze Zeitspanne, aber für uns doch schon ein erster, kleiner Erfolg, oder ? :)

    Alles Gute weiterhin

    LG Andreas

    Zitat von marvormar


    Sorry, dass ich jetzt recht viel über mich geschrieben habe, aber musste einfach noch mal raus. Denke aber, dass du das eine oder Andere nachvollziehen kannst.

    Gute Nacht

    Volkmar

    Moin Volkmar,

    wieso sorry ? Ist ja schließlich Dein Thread, den wir da ganz ordentlich in Anspruch genommen haben :)

    Klar, ich denk schon, daß ich einiges nachempfinden kann...ich kann mir auch tatsächlich vorstellen, daß Du Dir vorher intensiv Deine Gedanken machst und dann klar entscheidest, was in Ordnung ist und was nicht. Daß manche Entscheidungen bei den Mods nicht so gut ankommen, kann ich schon auch nachvollziehen...in diesem einen Punkt wird es keinen Konsens geben...allerdings geht es ja hier auch um einen Erfahrungsaustausch...und da gehören halt unsere Erfahrungen auch mit dazu :)
    Ich seh das ehrlich gesagt nicht mehr ganz so verbissen...rückblickend hab ich, als ich hier im Dezember angefangen habe, schon auch so manchen Post geschrieben, den ich heute so nicht mehr verfassen würde. Naiver Jungabstinenzler halt :)

    Tja, daß mit der Reli tut mir wirklich leid...hab Dir fest die Daumen gedrückt und gehofft, daß der Plastikklub absteigt...aber selbst unser ehemaliges, schlampiges Genie konnte mit seinem Freistoß wohl nix mehr retten. Vielleicht tröstet es etwas, daß man zumindest die Fans als absolut erstligatauglich einstufen kann und schon immer konnte.

    Ich wünsch Dir einen schönen Feiertag und ein schönes WE

    LG Andreas

    Moin Maik,

    Du hast wieder mal nicht richtig reingelesen :)

    Ich kann in Deiner Situation (zu viele vergebliche Versuche) durchaus nachvollziehen, daß Du Dich jetzt fast akribisch an die Regeln der Risikominimierung hältst...das ist eben Dein Weg und Du bist der festen Überzeugung, daß Du nur so ein alkoholfreies Leben führen kannst...dann mach das doch genauso...ich find das in Ordnung und würde den Teufel tun und Dir was anderes raten.

    Eines muß ich anscheinend nochmal ganz klar herausstreichen:

    Weder mein langjährig trockener Freund noch ich "nehmen jede Party mit, die geht". Ich denke, ich hatte das in diversen Posts auch schon deutlich gemacht. Das absolute Gegenteil ist der Fall. Wir waren vor unserem Break ordentlich unterwegs, seit wir keinen Alkohol mehr konsumieren , sind wir unglaublich wählerisch, was Feste angeht, weil diese Feste, bei denen viel Alkohol getrunken wird, einfach nicht mehr unseren Interessen entsprechen. Wir haben ganz andere Schwerpunkte...wir gehen lieber Laufen, besuchen sportliche Veranstaltungen, gehen Kaffeetrinken, wandern viel...jetzt erklär mir mal, ob das was mit "Risiko suchen" zu tun hat...das einzige Risiko, das wir eingehen, ist, daß wir ab und zu overpacen...das ist schon alles.
    Im Übrigen war unser Kontakt jahrelang relativ oberflächlich...logisch, mein Kumpel war schon Jahre trocken, während ich gesoffen hab...da gab es kaum gemeinsame Interessen.

    So, das muß jetzt mal als Klarstellung reichen...das war mir allerdings wichtig, denn ich habe manchmal den Eindruck, Du redest über eine völlig andere Person..."Durchschlängeln" war vor der Abstinenz...

    Wünsch Dir ein schönes Wochenende und alles Gute auf Deinem Weg

    LG Andreas

    Hi Maik,

    es gibt viele Dinge im Leben, die man nicht sofort versteht...manche sogar nie...aber grad seit dem Beginn meiner Abstinenz versteh ich viele Dinge besser.

    Ich sag Dir mal ein einfaches Beispiel:

    Ein früherer Bekannter, heute guter Freund von mir, ist nun seit 10 Jahren trocken und hatte bisher noch nie einen Rückfall. Wir reden viel über das Thema Alkohol...das sind gute, ehrliche Gespräche und man reflektiert sich gegenseitig. Wir sind uns beide einig, daß es für uns ein wesentlich größeres Risiko wäre, uns zuhause einzuigeln. Wir suchen keine Nähe des Zeugs, wie Du es nennst...wir registrieren lediglich, daß das Zeugs manchmal da ist, wo wir auch grad sind. Das läßt sich leider nicht immer vermeiden. Aber wir sind der festen Überzeugung, daß der Alkohol nicht länger unser Leben bestimmen soll...

    Ich respektiere grundsätzlich mal jede Meinung, ohne sie zwangsläufig teilen zu müssen.

    Verbleiben wir doch einfach mal so :)

    LG Andreas

    Zitat von Bruce

    Hi Carpenter!

    Vorhin hast Du bei Contemplation geschrieben:


    Warum solltest Du ihm so etwas nicht sagen können? Wenn Dir so etwas auffällt, kannst Du es doch schreiben, das ist doch auch mit ein Teil des Austauschs in diesem Forum hier. Für meinen Geschmack geschieht dies in letzter Zeit sogar viel zu wenig. Ich ertappe mich selbst ab und zu dabei, in meinen Beiträgen ja niemanden auf die Füsse treten zu wollen, wenn doch klare Worte viel nützlicher wären. Der Austausch wäre viel einfacher, und sicherlich auch sinnvoller, wenn jeder es endlich einsehen würde, dass warnende Worte nicht gegen die einzelne Person gerichtet sind, sondern um auf das betreffende Handeln aufmerksam zu machen.

    Gruß, Bruce

    Hi Bruce,

    es geht mir nicht darum, niemanden auf die Füße zu treten. Ich spreche, wenn nötig, die Dinge schon auch direkt an. Es ist aber tatsächlich auch so, wie hier oft geschrieben wird...ich stehe erst am Anfang meines Weges und einige Dinge haben sich bei mir schon relativiert. Am Anfang hatte ich irgendwie das Bedürfnis, mich mitzuteilen, mich etwas zu oft einzuklinken, über Dinge zu reden, über die ich eigentlich noch gar nicht hätte mitreden sollen. Das hab ich mittlerweile vernünftig einordnen können...und aus meiner Sicht logischerweise meine Schreibaktivitäten etwas heruntergefahren. Heute ist mal ne Ausnahme :)

    Klare Worte sind immer nützlich...aber die Worte müssen schon auch Substanz haben. Und man selbst hat nicht immer etwas Substanzielles beizutragen. Die meisten User hier sind wesentlich länger abstinent bzw. seit vielen Jahren trocken...ich denke, es ist besser, wenn die sich bei gewissen Tendenzen zu Wort melden.

    Meine Zurückhaltung funktioniert nicht bei allen Themen, das will ich gerne eingestehen :) aber wie gesagt, ich steh ja erst am Anfang...

    LG Andreas

    Hi Maik,

    ich schreib Dir mal hier zurück.

    Du kannst einige Äußerungen von Marvormar nicht verstehen und ich kann es nicht verstehen, warum man mit einem agressiven Post reagiert, nur weil man den anderen nicht versteht. Du schreibst in letzter Zeit relativ wenig hier, nachdem Du hier täglich viele Posts abgesetzt hast...ich finde, damit gehst Du auch ein Risiko ein...aber ich käme nie auf die Idee, es in Deinem Thread anzusprechen...schließlich kenne ich nicht die Hintergründe und so ein Eindruck ist ja letztendlich auch immer subjektiv.

    Ich lese öfter mal in Deinem Thread und krieg ja mit, daß Dir Dein Weg nicht gerade leicht fällt. Ich denk mir öfter mal: Nee, so wie Maik würde ich das garantiert nie machen. Aber es ist ja Dein Weg und es ist gut möglich, daß dieser Weg für Dich richtig ist. Vielleicht würdest Du mit meinem Weg überhaupt nicht klarkommen. Das wäre aber für mich nie ein Grund, Dich und Deinen Weg zu kritisieren. Du mußt selbst wissen, was für Dich das Beste ist.

    Unterschiedliche Wege heißt doch nicht, auf Risikominimierung zu verzichten.

    Ich hoffe sehr, daß sich das mit den Tabletten einpendelt und Dir die Einnahme auch wirklich weiterhilft. Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute auf Deinem Weg.

    LG Andreas

    Hallo Frank,

    schön, daß Du mal wieder vorbeigeschaut hast.

    Du hast irgendwann mal erwähnt, daß Du inzwischen ziemlich untolerant geworden bist :)
    Aber daß Du von Deinem Besuch erwartest, daß er Dein alkoholfreies Heim akzeptiert, ist doch eine absolute Selbstverständlichkeit. Es würde doch vermutlich auch keiner auf die Idee kommen, sich bei Dir in der Küche ne Zigarette anzustecken (ich weiß ja, militanter Nichtraucher bist Du ja auch noch :)
    Ich hatte in den 12 Jahren, in denen ich nicht mehr geraucht habe, auch so Phasen, wo ich dachte, Raucher bekehren zu müssen...als Nichtraucher war ich manchmal ein fürchterlicher Besserwisser...eigentlich Schwachfug sowas...jeder muß doch letztendlich selbst wissen, was er tut oder läßt...ob er säuft oder raucht oder beides...nur eins ist klar:

    Zuhause ist Dein Reich...und das sollte genau so aussehen, wie Du es Dir wünscht...wem es nicht gefällt, soll eben in seinem Zuhause bleiben :)

    Fleischloses Essen ist bei mir zur Zeit auch ein großes Thema...neben meinem Jüngsten hat jetzt auch noch meine Frau ihre vegetarische Ader entdeckt. Ich find das gar nicht so schlecht, ehrlich gesagt...auch ich werd in Zukunft weniger Fleisch essen, dafür drauf achten, wo es herkommt. Aber ganz auf ein leckeres Rumsteak zu verzichten, scheint mir unrealistisch :)

    Lieben Gruß, gute Zeit und gute Geschäfte

    Andreas

    Zitat von Hartmut

    Hallo Carl und Andreas

    was soll denn nun die Diskussion? Volkmar schreibt doch das er es ignoriert.

    Gruß Hartmut

    Da hast Du natürlich auch wieder recht :)
    Allerdings hatte ich das jetzt auch nicht unbedingt als Diskussion verstanden...

    @Mutig:

    Fuppes ist nix anderes wie Fußball

    LG Andreas