Beiträge von Carpenter

    Moin Forum

    Hey Mitch,

    kein Problem, selbstverständlich kannst Du Fragen, die Dich beschäftigen, auch hier bei mir im Thread stellen...das ist sogar erwünscht (von mir zumindest) :)
    Ich denke, Hartmut ging es zunächst mal um etwas anderes...er reagierte offenbar grundsätzlich mit Alkohol auf Wut und Zorn...ich hab versucht, es etwas zu differenzieren, weil mich manches wütend macht, aber nicht zum saufen verleitet und nie verleitet hat. Es gibt genaugenommen nur eine einzige Person, die mich in eine derartige Rage bringt, daß ich gegen jegliche Vernunft handle und total ausraste...bisher hab ich darauf mit wegbeamen reagiert (mein Ausdruck für "soviel saufen, bis nix mehr reingeht")...nun muß ich andere Möglichkeiten finden, um aus dieser Situation rauszukommen, denn wie Du richtig schreibst, kann hier die Risikominimierung nicht greifen, es sei denn, ich mach mich vom Acker...aber genau das hab ich eben nicht vor auf vermutlich verständlichen Gründen :)

    Es ist aber bei mir in diesem Fall wirklich eine Sondersituation und kann eigentlich schon deshalb nicht öffentlich und vermutlich auch nicht in der Geschlossenen diskutiert werden. Das ist eine Situation, die ich für mich selbst ganz alleine lösen muß...der erste Schritt ist getan, auch, weil ich mir gesagt hab, daß ich diese Abstinenz hauptsächlich auch für mich selbst erreichen will...wäre es anders und ich würde aus äußeren Zwängen heraus auf Alkohol verzichten, hätte ich am Samstag vermutlich einen Rückfall erlitten. Aber der eigene Wille, der hier mMn. recht oft unterschätzt wird bzw. von dem oft behauptet wird, daß er überschätzt wird, hat hier im Grunde dafür gesorgt, daß ich nicht rückfällig wurde.

    Vielleicht dazu später mehr, ich hab jetzt gleich nen wichtigen beruflichen Termin.

    Schönen Gruß an alle hier

    LG Andreas

    Ich würde Dir nicht raten, in einer schwierigen Situation jetzt auch noch die Zigaretten wegzulassen...ein Bekannter von mir (auch trockener Alkoholiker) hat mir kürzlich gesagt, daß er den Alkohol und die Zigaretten losgeworden ist...an einer Bäckerei kann er immer noch nicht vorbeigehen, ohne sich was leckeres mitzunehmen.
    Will sagen:
    Wenn Dir die Zigaretten momentan dabei helfen, trocken zu bleiben, dann setz Dich nicht unter Druck und versuch, die jetzt auch noch zu streichen, grade, wo Du momentan eh etwas mental angeschlagen scheinst.
    Ich hab auch 10 Jahre lang nix geraucht und dann wieder angefangen...und ich werd auch wieder aufhören, wenn der richtige Moment da ist...aber da gehört schon eine gewisse Stabilität dazu...
    Das "an der Fluppe rumnuckeln" kriegste später auch noch los :)

    LG Andreas

    Hi Cora,

    grade wenn es eine haltlose Anschuldigung war, gibt es doch keinen Grund, Dich schlecht zu fühlen. Und verkriechen ist manchmal für ein paar Stunden, vielleicht für einen Tag eine brauchbare Lösung, um wieder Kraft zu schöpfen. Aber dann gehts wieder raus auf den Hühnerhof...ich denk mir dann immer "Du selbst hast die Verantwortung für dein Leben"...und die gibt man irgendwie ab, wenn man sich von Leuten niedermachen läßt...sicher ist man grad in der frühen Abstinenzphase auch etwas verletzlicher...aber wenn Du Dich zuhause verkriechst, dann hat der, der Dich verletzt hat, gewonnen...laß das nicht zu, zieh Dir Deine Boxhandschuhe an und schlag zurück...laß die Arschgeigen dieser Welt nicht gewinnen, indem Du Dich von ihnen Dein Wochenende kaputtmachen läßt...

    Sei lieber stolz auf Dich, daß Du auf dem richtigen Weg bist mit der Sauferei...damit bist Du mehr wert als jeder dieser Pfeifen, die meinen, sich auf Deine Kosten profilieren zu müssen.

    Bleib stark...

    LG Andreas

    Guten Morgen, Forum

    tja, ich hab gestern nun auch meine erste schwierige Situation überstanden...ohne ins Detail gehen zu wollen gab es zuhause eine heftige Diskussion, die sich hochgeschaukelt hat und plötzlich war dieses Gefühl da, mich in meinem Büro verbarrikadieren zu wollen und mich vollaufen zu lassen. Es war genau so eine Situation, die mich schon früher oft dazu gebracht hat, mich wegzubeamen und es war dann gestern abend eine ganze Stunde lang ein harter Kampf mit mir selbst, es nicht zu tun, das, was ich bisher geschafft habe, nicht in die Tonne zu kloppen.
    Und nein, ich bin nicht weggefahren, um mir Alkohol zu besorgen, und nein, ich habe mich nicht verbarrikadiert, sondern habe versucht, runterzufahren, hab mir immer wieder eingeredet, daß das Gefühl irgendwann schwächer wird, hab in meinem Notfallkoffer gekramt und tatsächlich, nach einer knappen Stunde, wurde es besser...ein, zwei Kaffee später war ich wieder einigermassen runtergefahren, hab mich ins Bett gelegt und gelesen bis ich so müde war, daß ich auf der Stelle eingeschlafen bin.
    Heut früh hatte ich mich mit einem guten Bekannten, der ebenfalls Alkoholiker, aber schon seit Jahren trocken ist, zum Laufen verabredet und nach 10 km sieht die Welt jetzt schon wieder ganz anders aus. Ich bin gefühlsmässig wieder stabil und nehme die Situation gestern als wertvolle Erfahrung mit...zum einen sehe ich, daß ich auch in Extremsituationen noch klar denken und vernünftige Entscheidungen treffen kann, zum anderen weiß ich jetzt, daß es auf der Straße nicht immer nur auf aalglattem Asphalt vorwärts geht, sondern dann und wann gewaltige Schlaglöcher auf mich warten...meine Stoßdämpfer hab ich gestern zumindest mal überprüft.

    Wünsche allen hier noch ein schönes WE und Sternenhimmel ganz viel Kraft, falls sie das hier liest...auch mir geht es nicht immer blendend, auch ich habe diese Stimmungsschwankungen, bin ernster als zu Alkoholzeiten...aber ich mach mir nix vor...ich war schon früher ein ernster Mensch...auch mit Alkohol...ich habe es durchs Saufen lediglich vertuscht.

    @ mutig:

    Mit Slowhand kannst Du mich als Gitarrenfan natürlich auch hinter dem Ofen vorlocken...aber meine Helden sind andere...Mark Knopfler z.b...stylistisch sicher nicht der beste Gitarrist, aber mit einem unheimlichen Feeling beim Spielen...kaum einer kann Stimmungen so übers Griffbrett transportieren wie Mark...ein Mastermind, der völlig unterschätzt wird und wurde.

    LG Andreas

    Hi Carmelita,

    schön, wieder was von Dir zu hören...wie ist es denn so in der Geschlossenen ? :)

    Die Sache mit dem Büro klingt ja nicht so toll...aber daß Du relativ gelassen damit umgehst, find ich super.
    Ich drück Dir beide Daumen, daß sich die Situation auflöst, denn in irgendeiner Form belastet einen sowas ja immer.

    LG Andreas

    Hallo Forum, hallo Nys, Carmelita und Frank,

    nicht stolz auf was zu sein bedeutet für mich keinesfalls, mich gleichzeitig zu schämen...das eine bedingt nicht zwangsläufig das andere. Da gibt es zwischendrin schon gewaltige Abstufungen.
    Ich bin seit jeher der Meinung, daß es keinen fehlerfreien Menschen gibt...und ich vertrete seit jeher die Meinung, daß Fehler zum Leben dazugehören und sich Menschen nur durch Fehler weiterentwickeln...wichtig ist aber, daß man aus seinen Fehlern lernt. Das kann man auf jeden beliebigen Sektor ausdehnen...diese Regel passt immer, ob in Beruf, Privatleben oder Sport.
    Und da bin ich grad dabei...gänzlich ohne Büßerhemd...und mein Selbstwertgefühl hat ganz sicher auch nicht darunter gelitten. Ich habs ja schonmal geschrieben, an mangelndem Selbstvertrauen leide ich schon lange nicht mehr, eher im Gegenteil...
    Es ist eher so ein Gefühl, als hätte man sich jahrelang aus einer Kasse bedient und müsse diese nun endlich mal wieder ausgleichen. Und dieses Ausgleichen ist ja nicht nur für andere Menschen gut (den Partner oder die Kinder z.B.), sondern man selbst hat dabei auch ein richtig gutes Gefühl, wieder was zurückzugeben...auch hier ist keinerlei Müssen dabei, man handelt nicht unter Zwang, es ist eher so eine Art Erkennen, daß man Dinge jahrelang falsch gemacht hat und diese nun korrigiert. Und dieses Korrigieren geschieht freiwillig, bereitwillig...auch das hängt damit zusammen, daß man sich selbst wieder etwas nivelliert hat, zur Mitte zurückfindet.

    Ich bin alles andere als religiös...eine Religion, die sich auch nur ansatzweise mit meinen Werten deckt, müsste wohl erst noch erfunden werden...aber wenn z.B. der Buddhismus vermittelt, daß "seine eigene Mitte finden" wichtig und richtig ist, dann liegt er mMn. nicht allzu falsch darin.

    Ich wünsch Euch allen einen entspannten Tag und ein schönes, erholsames WE.

    LG Andreas

    Hallo Nys,

    freut mich zu hören, daß Dein Mann auch gerne Gitarre spielt...das ist eine schöne Art, entspannen zu können...und die Tatsache, daß man sich nur selten die Zeit nimmt, sich auszuklinken, um in Ruhe zu spielen, zeigt, daß man öfter mal vom Gas gehen sollte.
    Tja, es gibt für mich keinen Grund, Stolz auf irgendwas zu sein. Ich würde eher sagen, so langsam verhalte ich mich so, wie man es von einem normalen Menschen erwarten sollte. Das Leben auf der Überholspur ist zwar reizvoll, aber auf Dauer unheimlich anstrengend. Wenn man das kapiert, dann setzt man eben den Blinker und wechselt auch mal auf die mittlere Fahrspur und läßt andere Autos einfach an sich vorbeiziehen.
    Dankbarkeit von Seiten meiner Frau wäre kaum angebracht...schließlich hat sie jahrelang auf diese Normalität verzichten müssen...aber es ist so eine Art Einpendeln, die großen Schwankungen nach oben und unten werden weniger. Klingt zwar etwas esoterisch, aber man sieht seine eigene Mitte wieder deutlicher...
    Ich mach mir nix vor...es hilft nix, etwas in kurzer Zeit zu schaffen, es muß auch langfristig Bestand haben...das gilt sowohl für die Abstinenz als auch für die Art und Weise, wie man mit Problemen umgeht und Diskussionen führt.

    Schön, daß Du Dich mal gemeldet hast...und schön, daß Du und Dein Mann jetzt ne Basis gefunden habt, quasi neu anzufangen...dabei wünsch ich Dir alles Gute.

    LG Andreas

    Moin Forum,

    silberkralle und Nys:

    Dank Euch für Eure Einträge...selbiges wünsch ich Euch natürlich auch :)

    Georg :

    Tja, schon seltsam, wie sich manche Geschichten hier gleichen...ich sags ja immer, jeder Mensch ist anders, aber Parallelen gibts immer...wobei ich tatsächlich in vielerlei Hinsicht das Gefühl habe, anders als die meisten anderen Menschen zu sein.
    Aber auch bei uns Beiden finden sich doch Unterschiede. Zuhause hab ich nur bei meinen "Abschüssen" gesoffen. Klar, mal ein, zwei Bier beim Fuppesgucken, ein, zwei Bier beim Kochen...das war schon normal...aber am WE z.B. hab ich fast nie was getrunken, weil ich wußte, daß es meiner Frau nicht passt. Das hab ich dann unter der Woche auf Arbeit und in meiner Werkstatt aufgeholt so nach dem Motto: "Ich muß in der Werkstatt noch das und das aufräumen". Aufzuräumen waren dann v.a. Bierflaschen, die ich während des Aufräumens konsumiert habe...genaugenommen bin ich immer irgendwie angesoffen nach Hause gekommen und hab dann zuhause nichts mehr bzw. nur selten konsumiert. Das war eine gewaltige Belastung für die Familie...meine Frau hat das häufig angesprochen und kritisiert...dann hab ich, wie fast jeder Alkoholiker, erstmal weniger konsumiert bzw. ne Trinkpause eingelegt, gewartet, bis sie sich beruhigt hatte und dann weitergesoffen, als wäre nix gewesen...ich hab bis vor kurzem einfach nicht verstanden, warum ich hätte aufhören sollen. Nun ist der Groschen, auch dank meiner Frau, die sich einfach nicht damit abgefunden hat, daß ich Alkoholiker bin, gefallen.
    Tja, und wie steuert man dagegen ? Nun, ich hab in der Firma ein Alkoholverbot ausgesprochen (dafür rollt man mir jetzt zwar nicht gerade den roten Teppich aus, aber es wird akzeptiert...das reicht mir zunächst einmal), Werkstattbesuche wurden minimiert und selbstverständlich ist dort auch kein Alkohol mehr anzutreffen.
    Im Büro trank ich nur dann, wenn ich mich abschoß...und dieses Abschießen kam immer nach Streitereien, Diskussionen zuhause...nun versuche ich, Streitereien gleich auszudiskutieren, gar nicht mehr so viel anstauen zu lassen, daß es irgendwann mal zuviel werden könnte...genaugenommen rumpelt es dann mal gewaltig und ist in wenigen Minuten wie ein reinigendes Gewitter wieder verzogen. Vor meiner Trockenheit hab ich Diskussionen gemieden, mir meinen Sprit geschnappt und mich zugeschüttet...ich wollte einfach nicht mehr diskutieren...das hab ich jetzt komplett gedreht...ich versuche, Dinge sofort, noch an Ort und Stelle anzusprechen, zu klären oder notfalls auf einen geeigneten, späteren Zeitpunkt zu verschieben...allerdings mit klarer Terminierung.
    Diese Dinge scheinen mir wichtiger zu sein, als im Supermarkt einen Bogen um Schnapsregale zu machen. Es ist im Prinzip so eine Mischung aus Risikominimierung und dem Versuch, Situationen, die den Alkoholkonsum begünstigt haben, gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu gehört auch, daß ich versuche, meinen Stressfaktor zu senken.

    Und irgendwie hilfts :)

    LG Andreas

    Hallo Maik,

    Kaffee hab ich schon recht viel getrunken, als ich noch gesoffen hab...ich denke nicht, daß sich mein Kaffeekonsum durch die Abstinenz gesteigert hat, eher schon die Tatsache, daß der Kaffee zuhause im Büro halt schnell mal gemacht ist...wenn ich wieder draußen bin, geht der Konsum automatisch zurück. Mein Zigarettenkonsum hat sich sogar verringert und an Deine Mengen bin ich sowieso nicht rangekommen :)
    Die Sache mit dem Abschießen stimmt schon eher...da war es tatsächlich zum Schluß einmal die Woche so, daß ich mich verbarrikadiert hab und dann solange gesoffen hab, bis nix mehr reinging. Der Tag danach war dann meistens komplett gelaufen.
    Meine Lauferei ist mir sehr wichtig, weil sie mir beim Abschalten hilft...Laufen und Saufen verträgt sich nicht, deshalb bin ich, auch verletzungsbedingt, fast ein dreiviertel Jahr nicht mehr gelaufen...auch das hab ich geändert, ich lauf jetzt wieder regelmäßig und merke, was mir da gefehlt hat. Überhaupt realisiere ich immer mehr, daß mich der Alkohol davon abgehalten hat, die Dinge in der Art und Weise zu tun, wie ich sie gerne machen würde....ob nun Arbeit, Sport oder Gitarrenspielen. Alleine diese Tatsache ist für mich inzwischen Motivation, auch weiterhin nix zu trinken.
    Kneipen hab ich schon in den letzten Jahren nur noch sporadisch besucht, diese Besuche fallen halt jetzt komplett weg...für mich also keine besondere Herausforderung.

    So blöd es auch klingen mag:

    Ich habe nicht das Gefühl, auf Alkohol verzichten zu müssen...es ist eher ein Gefühl in die Richtung "Man, bist Du dämlich, daß Du das erst jetzt raffst, wieviel von Deinem Leben Du alkoholisiert verplempert hast."

    Das ist bei mir so eine Art Bilanz ziehen...und die Bilanz fällt verherrend aus :)

    Zeit, die Bilanz auszugleichen....

    LG und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Lindi,

    Du schreibst es ja selbst in Deinem Post...das resultiert vermutlich aus der Tatsache, daß Du keine Verantwortung übernehmen kannst/willst (womöglich auch nie gelernt hast...Nys schreibt, daß es zum großen Teil auch am Elternhaus liegen kann...Kinder, die frühzeitig lernen, eigene Entscheidungen mit allen Konsequenzen zu treffen, tun sich da sicher leichter...dabei muß es nicht zwangsläufig so sein, daß die Eltern das Kind verwöhnt, sondern ihm eigene Entscheidungen einfach nicht zugelassen haben).
    Aber ich kann Dich beruhigen...das kann man wirklich lernen. Das mag zwar recht seltsam klingen, wenn das ein Alkoholiker rät...ich hab lange gebraucht, um zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und dann auch selbst für die Folgen einzustehen. Man muß sich einfach die Frage stellen, ob man sein Leben selbst in die Hand nimmt...mit allen positiven oder negativen Konsequenzen...oder sich die Entscheidung von anderen abnehmen lassen will...und das ja auch wieder mit positiven und negativen Konsequenzen. DU führst Regie...und man darf nicht den Fehler machen, fehlerlos sein zu wollen...es gibt keinen Menschen auf der Welt, der keine Fehler macht...es ist im Gegenteil sogar wichtig für den eigenen Lernprozess, Fehler zu machen, zu analysieren und dann Dinge zu verändern. Man muß diese Angst vor Fehlern ablegen.

    Sehr lachen mußte ich über Deine Probleme, den Alltag zu strukturieren...ich kenn das von mir selber und muß mich immer wieder disziplinieren...aber es lohnt sich, weil man einfach ausgeglichener ist...ein gewisser, gleichmässiger Rythmus ist kein Zeichen von fehlender Kreativität, sondern nimmt einem Druck und gibt einem Stabilität...nicht ganz unwichtig für Menschen, die Suchtprobleme haben :)

    LG Andreas

    Guten Morgen, Nys

    ich würde Dir gerne auf Deine Frage ausführlich antworten...ich habe Dein Märchen hergenommen und es umgeschrieben...herausgekommen ist mein Märchen...es ist fertig...im Kopf...aber ich werde es hier nicht veröffentlichen, obwohl ich schon mit dem Gedanken gespielt habe.
    Das hat zwei Gründe. Erstens hat Hartmut in diesem Fall völlig recht...es ist nicht richtig, daß Du Dich mit Deinem Soldaten beschäftigst, auch wenn es aus meiner Sicht verständlich ist...was Du wissen mußt, weißt Du nun...erst wenn Du Dich gedanklich vollkommen gelöst hast von ihm, solltest Du fragen, warum und wieso...ich hoffe, daß es funktioniert.
    Zweitens ist mir aufgefallen, daß ich anfange, mein eigenes Märchen aufzuarbeiten...es geht hier aber nicht um mich, sondern um Dich. Und da wären wir wieder bei Punkt 1...es ist wirklich wichtig, daß Du Dich um Dich kümmerst.

    Vielleicht hilft es Dir weiter, zu wissen, daß der Soldat nie ein Waldmensch werden würde...er ist Stadtmensch, war es schon immer...er wäre vermutlich nie auf Dauer im Wald geblieben.

    Es klingt irgendwie blöd, das zu schreiben, aber Du hast einen Mann, der Dir verzeiht, der ganz offenbar zu Dir steht...ihm sollten Deine Gedanken gelten und nicht dem Soldaten.

    Und hör bitte auf, mir zu danken...auch wenn ich Dir in dem Moment helfen konnte...ein Soldat ist und bleibt immer ein Soldat...auch wenn man denkt, man könnte ihn zum Landschaftsgärtner umschulen.

    Die Antwort auf Deine Frage wirst Du irgendwann bekommen, falls das dann überhaupt noch wichtig ist. Und irgendwann werde ich Dir vielleicht auch mein Märchen erzählen...aber erst, wenn ich das Gefühl habe, daß es Dir guttun kann...

    Versprich mir, daß Du Dich jetzt mal nur um Dich kümmerst, okay ?

    LG Andreas

    Hallo Cora,

    nee, wegen dem Kaffee mach ich mir auch keine Gedanken. Ich seh es genauso wie Du...Hauptsache, erstmal Trocken bleiben...der Rest kommt dann mehr oder minder von selber.

    Wünsch Dir ein schönes Wochenende

    LG Andreas

    Moin Hartmut,

    verfälscht wird ein Inhalt mMn. dann, wenn man z.B. nur Teile eines Posts editiert bzw. löscht und dabei Fragmente zurückläßt, die, für sich alleine stehend, eine ganz andere Aussage haben.
    Dies war z.B. bei der Geschichte mit meinem Gedicht der Fall...da wäre es nett gewesen, wenn Du zumindest alles gelöscht hättest...so mußte man als neutraler Leser annehmen, das Gedicht wäre rein kritischer Natur gewesen...

    Das meinte ich mit Verfälschung, ohne jetzt diese alte Diskussion wieder aufleben lassen zu wollen...

    LG Andreas

    claro :

    Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher...grundsätzlich würd ich schon gerne auch in die Geschlossene eintreten, allerdings habe ich die Befürchtung, daß auch da editiert und gestrichen wird...und darauf hab ich, ehrlich gesagt, keine Lust.
    Ich kann es nachvollziehen, daß hier im offenen Bereich aus diversen Gründen von Moderatorenseite her eingegriffen wird. Verstehen kann ich es zwar nicht immer, aber ich akzeptiere es zumindest. Ich sehe es als Herausforderung, mich auch hier zu disziplinieren.
    In der Geschlossenen würde ich es allerdings nicht akzeptieren können, wenn die Mods an meinen Posts rumeditieren...wie gesagt, es geht mir dabei darum, daß Inhalte nicht verfälscht werden...dann wäre das ne überlegenswerte Sache.

    Contemplation :

    Tja, das mit dem Kaffee klappt nicht so wirklich...aber ich kann auch nicht behaupten, daß ich da mit einem besonderen Enthusiasmus rangehe...erstmal die Trockenheit auf feste Fundamente stellen, dann kann man weitermauern :)

    LG Andreas

    Moin Forum,

    wieder eine Woche rum, ohne dem schnöden Alkohol zu Hand zu reichen. Während ich anfänglich noch in Tagen und Wochen gerechnet habe, komme ich langsam dazu, es als Normalität zu sehen. Eine Anfrage von einem Bekannten zu einer dreitägigen Reise in die Schweiz habe ich aus vorbeugenden Gründen abgesagt...das ist mir noch zu früh und würde mich in ein fremdes Umfeld führen...ich fühle mich zwar sehr stabil, traue dem Frieden aber nicht...siehe Prinzessin...ich erwarte praktisch, daß der Sauftdruck in den nächsten Wochen an meiner Tür klingelt...und ich bin gewappnet.
    Ich fahre nebenbei noch eine andere Strategie...Leute, die ich selten sehe, aber mit denen ich gerne mal ne Stunde gequatscht habe, wollen mich immer mal wieder zu einem Bier einladen...denen sag ich dann, daß wir gerne reden können ich aber meinerseits keinen Alkohol mehr trinke...je nach Gesprächsverlauf bzw. auf Nachfragen reagiere ich mit Offenheit, spreche davon, Alkoholiker zu sein...die Reaktionen reichen von (was, Du doch nicht bis find ich eine gute Entscheidung). Negative Reaktionen sind wirklich selten und ich merke immer mehr, daß ein Großteil meiner Freunde und Bekannten Verständnis aufbringt. Nicht auszuschließen, daß viele davon sowieso der Meinung waren, daß ich Alkoholiker bin...der Vorteil ist dabei der Schneeballeffekt, den ich bewußt ausnutze...immer mehr Menschen wissen von meiner Alkoholkrankheit, ohne daß ich es in endlosen Gesprächen erklären muß.
    Ich kann ehrlich sagen, daß ich keinerlei Problem damit habe, wem auch immer zu sagen, daß ich Alkoholiker bin...und das gibt mir zusätzliches Selbstvertrauen, Sicherheit auch im öffentlichen Leben und zusätzlich das Gefühl, daß ich durch meine Krankheit nicht ausgegrenzt werde...ich habe momentan auch nicht den Drang, andere Menschen, die mMn. selbst Alkoholiker sind, zu bekehren...davor hatte ich ehrlich gesagt Angst...zu einem militanten trockenen Alkoholiker zu werden, dessen Mission die Bekehrung und Rettung des alkoholkranken Umfelds ist...das wäre irgendwie auch geradezu lächerlich nach meiner recht kurzen Trockenheit bzw. Abstinenz. Wer mich darauf anspricht, bekommt meine Meinung zu hören, ansonsten bleib ich bei mir.
    Die Idee, sich zunächst mal gar nicht tiefer zu graben, gefällt mir sehr gut und nimmt mir etwas Druck...ich muß nicht unbedingt wissen, warum ich getrunken habe...ich muß nur wissen, daß ich nie mehr trinken werde...never surrender...ein Grundsatz aus meiner Jugend, den ich über die Jahre durch Bequemlichkeit, Angepasstheit und einer gewissen Feigheit verwässert und vergessen hatte...nun ist er wieder da...die Trockenheit wird mit allem verteidigt, was ich zu bieten habe...komischerweise scheint der Angriff (noch) auszubleiben.
    Gestern abend hatte ich ne schwierige Phase...ich hatte einiges aufzuarbeiten, mußte mir einiges eingestehen und es waren unheimlich viele unangenehme Dinge dabei...ich kann nicht sagen, daß ich es abhaken konnte...aber es war gut so, wie es gelaufen ist und auch hier hatte ich keinerlei Bedürfnis, mich zuzudröhnen, um der Wahrheit aus dem Weg zu gehen.

    Ich für mich sehe mich auf einem stabilen und sehr guten Weg.

    Ich wünsche Euch allen ein schönes und trockenes Wochenende.

    LG Andreas

    Zitat von Contemplation


    (Ist ziemlich schwierig für mich meine Gedanken in Worte zu fassen, Sorry)

    Guten Morgen, contemplation

    ich finde, es ist Dir sehr gut gelungen. Ich kann zumindest nachvollziehen, was Du meinst. Solange man nicht selbst davon überzeugt ist, daß es am Besten ist, gar nichts mehr zu trinken, sich selbst von der überheblichen Überzeugung löst, man könne den Konsum von Alkohol als Alkoholiker peu à peu in den Griff bekommen (Trinkpausen, Reduzierung der Menge usw.), kann das mMn. nichts werden.
    Erst dieses berühmte Klick im Kopf, diese eigene Einsicht, daß man nur wieder in die Spur kommt, wenn man komplett mit dem Alkohol bricht, öffnet die Tür.

    Ich selbst muß das für MICH kapieren, erst dann kann ich meinen eigenen Willen zu 100 % einsetzen, um die Trockenheit anzugehen. Und diese 100 % sind nunmal die Grundvoraussetzung, die Basis.

    LG Andreas

    Du schreibst das völlig richtig...Du hast ihm diese Krone (zu unrecht) aufgesetzt und er hat sie sich bereitwillig aufsetzen lassen, wohl wissend, daß er sie nicht verdient hat.

    Es liegt an Dir, ihm die Krone wieder abzunehmen...vielleicht fällt das jetzt leichter.

    LG Andreas

    Hallo Nys,

    ich überleg schon seit gestern, ob ich dazu was schreiben soll...schon bei Deinem Märchen wurde mir flau im Magen und als ich dann Deine Posts hier gelesen habe, war das, als ob jemand meine Geschichte erzählt hat...nur von der anderen Seite. Ich will zu meiner Geschichte nix schreiben, nur eines solltest Du wissen:
    Alkoholiker können trotz Ihrer Krankheit Menschen manipulieren und ausnutzen...und sind dann zu feige, einen Schlußpunkt zu setzen. Du kannst Dir nicht mal sicher sein, ob Du das einzige Waldmädchen warst, das enttäuscht wurde.
    Mitleid für Deinen Soldaten ist überhaupt nicht angebracht, im Gegenteil...Du hast gar keine Ahnung, was für ein Glück Du hattest, das es so gelaufen ist.
    Nicht jede Geschichte hat ein Ende...und so eine ganz sicher kein gutes Ende.
    Es ist leicht gesagt, aber mach Dir bitte um ihn keine Gedanken...kümmer Dich um Dich.

    LG Andreas

    Dafür, daß Du auf dem Fest warst, wirst Du hier vermutlich nicht allzuviel Beifall ernten :)
    Zu der Sache mit dem Auto:
    Ich hatte vor ziemlich genau vor nem Jahr auch ein Schlüsselerlebnis mit dem Auto...allerdings eher der heilenden Art...das Auto hatte nen ordentlichen Schaden und ich war meinen Schein los...Gott sei Dank war kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt...diese führerscheinlose Zeit war für mich so ziemlich das Schlimmste, was ich bisher mitgemacht hab...ständig mußte ich jemanden bitten, mich zu fahren, meine Sachen mit zu erledigen...man kommt sich dermassen unselbstständig vor...übrigens ne gute Idee...das kommt gleich in meinen Notfallkoffer :)

    Bleib standhaft...ich finde, Du hörst Dich ziemlich klar an.

    LG Andreas