Beiträge von Carpenter

    Zitat von saufnix87


    Ich habe noch eine Arbeit und roch jetzt morgens noch nicht nach Alkohol.
    äh?
    das verunsichert mich recht und doch weiss ich, ich muss was für mich tun!
    auch wenn es irgendwie unangenehm ist :(

    Grüsse

    Hallo saufnix87,

    denkst Du wirklich, jeder User hier war vor seiner Anmeldung im Forum arbeitslos und hatte morgens ne Fahne, die man drei Meilen gegen den Wind riechen konnte ?

    Laß Dich von Deiner nassen Denke nicht einlullen...

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo Katha,

    da bin ich jetzt wirklich froh, daß es Dir gutgeht.

    Gibs doch gleich zu, Du wolltest uns mit dem für Deine Verhältnisse kümmerlichen Einzeiler bewußt auf die Probe stellen :)

    Und ich geb dafür zu, daß mir Deine verbalen Ausschweifungen hier ziemlich gefehlt haben :)

    Ein wunderschönes WE Dir

    Lieben Gruß

    Andreas

    Hallo Katha,

    schön, daß Du wieder da bist.

    mir geht es so wie Correns...wenn Du in einem einzigen Satz fertig bist, dann passt was nicht (hätte hier gerne nen Smiley gesetzt, aber der scheint mir irgendwie nicht angebracht grade).

    Ich hoffe, es geht Dir den Umständen entsprechend zumindest einigermassen gut.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von Paco_123

    in 2012/2013 sah ich mich nicht als Alkoholiker, genau deshalb tappte ich in die Falle und wurde rückfällig ( wie schon geschildert schleichend )
    eben aus der Überzeugung doch kontrolliert trinken zu können,
    fieser Trugschluss!

    Hallo Paco,

    genau darauf wollte Hartmut anspielen...nehm ich mal an :)

    Solange man sich immer nur vormacht, ein Alkoholproblem zu haben, scheint kontrolliertes Trinken funktionieren zu können...Problem gelöst.

    Nun haben wir alle hier aber diese Grenze irgendwann überschritten, kontrolliert trinken zu können bzw. den Konsum von Alkohol selbst steuern zu können...von Menschen mit einem Alkoholproblem sind wir zu Alkoholikern geworden, letztendlich mit der Konsequenz, daß es für uns nur noch eine Lösungsmöglichkeit gibt - konsequent auf Alkohol in jeglicher Menge und Aufmachung zu verzichten.

    Solange man noch über Trinkmenge und Alkoholgehalt diskutiert, ist man noch mittendrin in der Akzeptanzphase - sprich, man hat noch nicht komplett akzeptiert, daß man tatäschlich Alkoholiker ist und sucht unbewußt immer noch nach Hintertürchen, vielleicht doch irgendwann mal wieder was trinken zu können.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Paco,

    mir ist es am Anfang auch schwergefallen, mich als selbst Alkoholiker zu bezeichnen. Ich habe immer Begriffe wie "alkoholkrank", "Probleme mit Alkohol" u.ä. benutzt. Im Nachhinein war das mMn. ein Indiz dafür, daß ich mich noch nicht mit der endgültigen Diagnose "Alkoholiker" samt ihren Konsequenzen abgefunden hatte. Ich vermute mal, mein nasses Hirn hat mir vorgegaukelt, daß ich immer noch die Chance habe, irgendwann wieder Alkohol trinken zu können, wenn ich nur alkoholkrank bin.

    Nun, Kasten und Hartmut ist das ziemlich schnell aufgefallen und sie sind mir da, ums sportlich auszudrücken, gleich reingekrätscht :) Dafür bin ich Ihnen heute dankbar...damals hab ich lieber rumgezickt und rumdiskutiert.

    Ich kann da nur für mich sprechen, aber ab dem Zeitpunkt, an dem ich dieses eine Wort "Alkoholiker" in den Mund genommen und ausgesprochen habe, , war es für mich plötzlich leichter, die Konsequenz zu akzeptieren, daß ich nie mehr Alkhohol werde trinken können.

    Kein Rumgeeier mehr, kein Taktieren, kein Selbstbetrug...einfach diese klar gesetzte Linie...

    Natürlich ist das am Anfang schwer auf die Reihe zu kriegen...der Rest des Lebens dauert ja hoffentlich noch elendig lang und umso länger darf man nicht saufen. Aber dieses Gefühl, diese Beklemmung vergeht.

    Noch ein Satz zu den gesteckten Zielen:

    Ich denke, Du machst das schon richtig so. Sich am Anfang zu überfrachten bringt aus meiner Sicht nur unnötigen Druck. Es ist schwer genug, trocken zu werden und auch zu bleiben in den ersten Wochen und Monaten, da muß man nicht noch zig andere Baustellen gleichzeitig aufmachen.

    Trockenheit ist erstmal das Wichtigste...und trocken kann man dann das, was schiefgelaufen ist in den letzten Monaten und Jahren, auch besser analysieren...im wahrsten Sinne nüchtern analysieren und dann Schritt für Schritt weiter an seinem neuen Leben arbeiten.

    Ich will auch gar nix beschönigen...trocken ist auch nicht alles Gold, was glänzt...aber man sieht es wenigstens :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Paco,

    auch von mir erstmal herzlich willkommen.

    Die wichtigste Erkenntnis hast Du mMn. jetzt, nach Deinem letzten Rückfall, gewonnen. Du bist nicht nur ein bißchen alkoholkrank, sondern Alkoholiker. Das bedeutet, daß ein normaler Umgang mit Alkohol für Dich nicht mehr möglich ist...die Brücke ist endgültig abgerissen.

    Und das Abrißkommando kommt immer dann, wenn man die Kontrolle über seinen Alkoholkonsum verloren hat.

    Das Fiese daran ist, daß man den Kontrollverlust selbst gar nicht mitbekommt...ihn vielleicht ahnt, aber immer wieder verdrängt und gute gemeinte Ratschläge als absurd und störend in den Wind schlägt.

    Nun ging es mir tatsächlich auch so wie meinen beiden Vorredner(innen), daß mir beim Lesen Deiner Posts etwas seltsam vorkam, ohne es wirklich benennen zu können.

    Allerdings zeigen mir die eigene Erfahrung und auch einige andere Fälle hier im Forum, daß in dieser frisch abstinenten Phase nicht alles immer logisch klingt...etwas sprunghaft manchmal, weil man einerseits euphorisiert ist, sich fest vornimmt, sein Leben endlich in den Griff zu bekommen, Verantwortung übernehmen will für sich und die eigene Sucht, andererseits aber doch verunsichert ist, weil die Diagnose "Alkoholiker" ja nun nicht gerade zur allgemeinen Erheiterung beiträgt.

    In dieser Phase, vermute ich, befindest Du Dich. Du stehst vor einem Scherbenhaufen in Form von Trennung, Arbeitslosigkeit und Führerscheinentzug, aber das sollte Dich eher beflügeln, es in Zukunft besser zu machen...und das funktioniert, wenn Du das Saufen dauerhaft sein läßt.

    Es geht nun tatsächlich nicht darum, Dinge anders zu formulieren, im Gegenteil. Nur wenn Du so schreibst wie Du empfindest, kann da auch eine Rückmeldung erfolgen, die Dir unter Umständen weiterhilft. Es bringt Dich ja nicht weiter, wenn Dir hier über den Kopf gestreichelt wird, weil Du hier lobenswerte Sachen schilderst, während Du in den nächsten Rückfall schlitterst.

    Co`s haben feine Antennen, ganz sicher deutlich feinere Antennen als trockene Alkoholiker, deshalb würde ich die Aussagen der Damen an Deiner Stelle wirklich ernstnehmen und mich hinterfragen, was sie zu ihren Posts bewegt haben könnte.

    Ein Thema wurde schon angesprochen - gut möglich, daß der Entzug bei harten Alkoholikas wie Schnaps körperlich deutlich härter ist. Dafür, das ist nur meine Meinung, ist das Risiko, rückfällig zu werden, bei einem "Bierchen" größer, weil es eben nur ein "Bierchen" ist, wo man sonst gewohnt war, täglich 8, 10 oder 12 "Bierchen" zu saufen...die Sucht verharmlost hier die Menge und macht einen unvorsichtig.

    Kernpunkt der Trockenheit, und das zeigen mir hier alle Fälle, so unterschiedlich sie auch verlaufen mögen, ist die eigene Überzeugung, daß Dich der nächste Schluck Alkohol, egal ob Sekt, Bier oder Wein wie ein Staubsauger unvermeidlich wieder ins Suchtverhalten saugt. Das zu verinnerlichen, ist mMn. der wichtigste Schritt überhaupt. Wenn Du das verinnerlicht hast, gibt es auch keine Ausreden, keine Ausflüchte mehr, denn ab diesem Zeitpunkt hast Du die Fäden in der Hand. Du entscheidest ganz bewußt, ob Du wieder Saufen willst oder ob Du trocken bleibst.

    Nun hast Du viele Dinge angesprochen, die Du ändern willst, gleichzeitig aber auch angeführt, daß Du es langsam, Stück für Stück, angehen willst. Das widerspricht sich zwar auf den ersten Blick, zeigt aber, daß Du Dir die richtigen Gedanken machst. Man muß nur aufpassen, daß man die wichtigen Schritte zuerst macht - alkoholfreies Zuhause, alkoholfreies Umfeld. Gerade da wäre zu prüfen, ob der Tennisklub Deines Bruders da eine sinnvolle Umgebung für einen frisch abstinenten Alkoholiker ist...

    Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg...bleib am Ball, bleib standhaft und irgendwann wird es dann auch leichter, normal, keinen Alkohol zu trinken.

    Schönen Gruß Dir und schöne Zeit

    Andreas

    Moin saufnix,

    das Hinfallen ist zwar schmerzhaft, aber der Schmerz vergeht, wenn man wieder aufsteht und weiterläuft.

    Du bist nicht gescheitert und so darfst Du auch nicht denken. Es gibt so einige User hier, die mehrere Anläufe gebraucht haben, bis sie es dann doch gepackt haben. Es ist nie zu spät, es doch noch zu schaffen.

    Es ist wichtig, sich jede Hilfe zu holen, die man kriegen kann...und ein Hausarzt kann durchaus auch ne Hilfe sein.

    Ein Schlüssel zur Trockenheit ist ganz sicher der offene Umgang mit der eigenen Krankheit. Du sollst jetzt nicht mit einem T-Shirt rumrennen, auf dem Alkoholiker steht, aber ein offener und ehrlicher Umgang mit der Krankheit kann Dir weiterhelfen...und ein Gespräch mit dem Hausarzt beendet eine weitere Heimlichkeit und kann sich auch wie Ballast abwerfen anfühlen, Druck von Dir nehmen.

    Was Du mMn. momentan machst, ist Dir zusätzlich Druck schaffen. Nun ist das Trockenwerden eh schon kein Pappenstiel, also versuche, Druck wegzunehmen wo es nur geht.

    Was Deinen Kinderwunsch angeht:

    Warum setzt Du Dir nicht das Ziel, erst trocken zu werden und dann über Kinder nachzudenken ?

    Dieser Kinderwunsch gibt Dir immer wieder ne Ausrede an die Hand, doch saufen zu können. Du koppelst Deine Trockenheit an ein Kind, das noch gar nicht geboren ist.

    Insofern würde ich das Pferd umsatteln und sagen:

    Erst wenn ich die passenden Voraussetzungen für ein Kind geschaffen habe, kann ich auch drüber nachdenken, tatsächlich ein Kind zu bekommen.

    Vielleicht empfindet es Dein Partner als verantwortungslos, ein Kind mit einer trinkenden Mutter zu bekommen, würde seine Meinung aber ändern, wenn Du Verantwortung zeigst, indem Du trocken wirst ?

    Das ist natürlich ne Hypothese, das ist mir schon klar. Aber er handelt da, ob bewußt oder unbewußt, aus meiner Sicht schon richtig.

    Nun bist Du ja grad angekommen hier, also nimm Dir Zeit und beschäftige Dich mit den Grundbausteinen, lies in den Threads derjenigen, die hier schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

    Es gibt hier viele, wertvolle Ansätze, die einen weiterbringen können...

    Alles Gute Dir

    Andreas

    Hey Ihr Zwei,

    ich hoffe sehr, daß meine Zeilen sind nicht verkehrt bei Euch angekommen sind...ich habe überhaupt keinen Druck gespürt und mich über Eure Nachfrage wirklich sehr gefreut... bin nur ein bißchen eigen, wenn ich mir mal was vorgenommen habe - das will ich dann auch unbedingt durchziehen.

    Also bitte nicht sauer sein...war eher lieb gemeint von mir...

    So, ich tauch dann mal wieder ab...bis demnächst...

    Schönen Gruß an Euch Zwei

    Andreas

    Hallo die Damen,

    ich hatte gehofft, irgendein anderer User würde Euch vielleicht informieren, aber auch da - mal wieder -Fehlanzeige...

    Da ich aber nicht will, daß Ihr Euch irgendwelche unnötigen Gedanken macht, werd ich meine Schreibpause kurz unterbrechen und auch hier im Offenen Stellung nehmen:

    Es ist einfach so, daß ich in den letzten Wochen das Gefühl hatte, hier aktuell nichts Wichtiges beitragen zu können und zum Monologisieren fehlt mir momentan sowohl die Geduld als auch die Zeit.

    Kurz und bündig:

    Mit hat zuletzt sowohl die Muse als auch das Feedback gefehlt und deshalb habe ich mich entschlossen, mich mal für ein paar Wochen oder Monate auszuklinken.

    Ich lese hier und im Geschlossenen weiterhin alle paar Tage mal rein und schaue nach, wie es den Usern, die mir am Herzen liegen, so geht...also u.a. auch bei Euch Zwei :)

    Ich bin nach wie vor zufrieden trocken, arbeitstechnisch gesehen allerdings ne komplette Milchstraße vom Urlaub entfernt und ehrlich gesagt auch etwas am Nachdenken, Grübeln, Hinterfragen, Ausprobieren und Orientieren.

    Privat ist bei mir soweit alles in Ordnung, die Grübelei betrifft eher die Firma, die mir zunehmend Grummeln im Bauch verschafft.

    Wie gesagt:

    Ich bin nicht komplett weg, nehm mich nur mal ne zeitlang aus der täglichen Diskussion raus und werde irgendwann auch wieder meinen Senf dazugeben...ob nun erwünscht oder nicht :)

    Ich wünsche allen Usern bis dahin alles Gute und eine schöne, zufriedene, trockene Zeit

    Schönen Gruß

    Andreas

    Moin,

    ich denke, das liegt z.T. auch an der mangelnden Resonanz, die die Neuen erhalten.

    Da kommt es schon vor, daß bei den Neuen nur ganz selten jemand postet und dann sind es fast immer diesselben.

    Das kann grad am Anfang schon verunsichern, wenn man in eine Gruppe kommt und kaum jemand mit einem kommuniziert, grad zu nem Zeitpunkt, an dem man unheimlich viele Fragen hat.

    Ich nehme mich von dieser Kritik übrigens selbst nicht aus.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin panem,

    die letzten Posts in Deinem Thread sind ein sehr gutes Beispiel, wie es hier laufen könnte und eigentlich auch sollte.

    Und es zeigt, daß man gelesen wird, auch wenn man nicht so viele Antworten bekommt.

    Mir ging es übrigens genauso wie Hartmut - ich habe mich über Deine Aussage zunächst auch gewundert - grade mal ein paar Wochen abstinent und dann spielt der Alkohol keine Rolle mehr ?

    Dann hab ich drüber nachgedacht, ob Du das wirklich so meinst, wie Du das geschrieben hast und das in Relation zu Deinen sonstigen Posts gesetzt - in denen Du klar strukturiert und ziemlich straight rüberkommst. Und dann war mir klar, wie Du die Aussage gemeint hast.

    Mir ging es übrigens ähnlich. Die Phase, in der ich mich im Supermarkt mit Tarnkappe am Alkoholregal vorbeigeschlichen habe, bei Kneipen die Straßenseite gewechselt habe, wurde glatt übersprungen. Ich hatte nur ganz selten mit eher harmlosen Anflügen von Saufdruck zu kämpfen und fand mich relativ schnell mit meiner Abstinenz zurecht. Das kam mir zunächst einmal ziemlich spanisch vor, weil andere User da mehr zu knabbern hatten.

    Das hinderte mich allerdings nicht daran, täglich hier reinzuspitzen und ich denke auch, daß das wichtig ist. Dinge, die einem kaum Widerstand entgegensetzen, nimmt man menschlicherweise oft mal etwas zu leicht und genau darin besteht mMn. die eigentliche Gefahr.

    Ob einen der Saufdruck zum Saufen verleitet oder Leichtsinn oder die angebliche Sicherheit, die man sich erarbeitet hat - die Konsequenzen sind stehts dieselben...man fängt im besten Fall wieder bei Null an oder befindet sich im schlimmsten Fall sofort wieder in der Abwärtsspirale.

    Ich find es prima, daß Helmut (:-)) seine Bedenken geäußert und Du diese Bedenken ernstgenommen und entschärft hast.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Sunflower,

    daß irgendwas nicht passt, hab ich als Alkoholiker schon gemerkt. Aber ich habe immer wieder andere Dinge verantwortlich gemacht, nur um mir nicht sagen zu müssen, daß ich inzwischen alkoholabhängig bin.

    Natürlich ist ein saufendes Umfeld immer kontraproduktiv und man selbst hat immer ne zusätzliche Ausrede parat - die anderen saufen ja auch - die anderen saufen ja sogar deutlich mehr - und ähnlicher Bullshit.

    Man distanziert sich peu à peu von Leuten, die nicht trinken und schafft sich, teils absichtlich, teils unabsichtlich, ein saufendes Umfeld, denn da wird man als Säufer als normal eingestuft. Dort werden keine unbequemen Fragen gestellt, im Gegenteil...ein "Bierchen" geht doch noch, die Anderen trinken auch noch eins.

    Das Üble daran ist, daß der Gang in die Abhängigkeit schleichend verläuft...so schleichend, daß einem selbst keine Veränderungen auffallen - anderen Menschen schon.

    Sicher hat fast jeder saufende Familienmitglieder in der Ahnenreihe...bei mir war es sogar so, daß mein Vater als einziger von seinen Brüdern nicht gesoffen hat und trotzdem bin ich heute alkoholkrank. Alle Negativbeispiele in der Familie haben nicht abschreckend auf mich gewirkt und genausowenig bewirken Worte des Partners. Stellst Du Dich als Partner gegen den Alkohol, stellst Du dich gegen Deinen Freund...so empfindet es Dein Freund jedenfalls.

    Was ich auch gut kenne, sind diese Provokationen im Suff...da ist plötzlich der Lebenspartner an allem schuld, weil er den Finger in die Wunde legt, nicht einfach wegsehen will, wie sich der Partner immer tiefer in die Sucht reinsäuft.

    Es ist ein geflügeltes Wort hier bei den Co`s, daß man als Frau eines Alkoholikers immer nur die zweite Geige spielen kann...die erste Geige spielt immer der Alkohol.

    Das ist furchtbar, zumal der Alkoholiker es so ja gar nicht wahrnimmt. Er denkt, der Partner übertreibt oder lügt, ohne dem Partner was Böses zu wollen. Aber anstatt den Alkohol verantwortlich zu machen und damit sich selbst (denn wer flößt sich den Scheißdreck letztendlich ein ? Ich hab noch kein Bier gesehen, daß sich die Kehle selber runtergestürzt hat), wird der angegangen, der sich gegen die Krankheit stemmt.

    Das ist das wirklich Schlimme an der Krankheit...damit macht man nicht nur sich selbst, sondern auch die kaputt, die man eigentlich liebt.

    Ich weiß, Du willst Hoffnung, willst eine Nischenlösung, eine Idee, wie man den gordischen Knoten auflösen kann - das alles hab ich leider nicht zu bieten und das tut mir wirklich sehr leid.

    Rattenschwanz hat völlig recht, umso mehr Du den Partner bedrängst, umso mehr wird er saufen, um Dich damit zu strafen, weil Du ihm sein Suchtmittel wegnehmen willst oder der Partner säuft heimlich und behauptet, wie ich früher, nach 7 Bier, doch nur zwei getrunken zu haben.

    Es funktioniert nur, wenn Dein Freund selbst einsieht, daß es so nicht weitergeht. Das kann schon morgen sein, kann aber auch nie passieren.

    Natürlich kannst Du warten, hoffen, bangen, betten, betteln...und jede Nacht heulen.

    Du kannst aber auch die Beine in die Hand nehmen und laufen...um Dein Leben laufen, denn das geht mit einem Alkoholiker mit jedem zusätzlichen Tag ebenso vor die Hunde.

    Manchmal, aber nur manchmal, kommt ein Alkoholiker zur Vernunft, wenn ihm deutlich vor Augen geführt wird, daß er im Begriff ist, alles zu verlieren. Es gibt hier einige Beispiele, einige User, die die Kurve gerade noch rechtzeitig bekommen haben. Aber allzuviele sind es leider nicht...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Hallo Sunflower,

    Du wirst es nicht gerne hören, aber es ist absolut typisch für einen Alkoholiker, sich "bessern" zu wollen, es aber nicht mehr zu können. Manche machen Trinkpausen, um sich zu beruhigen und saufen danach mehr als vorher (so einer war ich z.B.), andere schränken sich krampfhaft ein, legen einen alkoholfreien Tag in der Woche ein - gemeinsam ist den Herrschaften nur eines:

    Sie haben ihre Trinkgewohnheiten nicht mehr im Griff, der Alkohol hat sie im Griff - und der läßt auch ganz ungern los...so funktioniert Sucht.

    Ich habe jahrelang mit dem Selbstverständnis gelebt, ein "Problem" mit Alkohol zu haben...und mit der festen Überzeugung, das Problem in den Griff zu bekommen.

    Fakt ist, daß man erst dann in der Lage ist, irgendwas zu ändern, wenn man selbst davon überzeugt ist, alkoholkrank zu sein.

    Dieses Eingeständnis einem selbst gegenüber ist überhaupt erst die Voraussetzung dafür, trocken werden zu können...und trocken werden kann man nur, wenn man sich eingesteht, vorher überhaupt nass gewesen zu sein.

    Die Sprüche Deines Freundes kenne ich alle - bis in den genauen Wortlaut hinein, denn es waren auch meine Sprüche.

    So leid es mir tut, Dir das zu sagen:

    Wenn er nicht selbst irgendwann einsieht, daß er alkoholkrank ist und sich selbst immer wieder die Hucke volllügt, hast Du keine Chance.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    N'abend Katha,

    da hört man wochenlang nix von Dir und dann holst Du scheinbar ganz tief Luft (falls das mit dem bösen Mieder überhaupt geht) und schreibst in zwei Tagen mehr als ich in vier Wochen :)

    Tja, ich bin nach wie vor sehr froh drüber, daß Du gänzlich nicht in der Lage bist, sofort zum Punkt zu kommen...da würde den Forumsmitgliedern, egal, ob offen oder geschlossen, einiges entgehen.

    Die Diskussion um das Offene ist weitestgehend an mir vorbeigehuscht...ich hätte diesmal auch überhaupt keine Lust gehabt, mich überhaupt zum Thema zu äußern. Sämtliche Argumente wurden schon zigfach hin- und hergeschleudert, da gibt es nix mehr Neues zu sagen.

    Ich begrüße es aber definitiv, daß Karsten den offenen Bereich nun doch halten will. Es gibt sehr gute Gründe dafür - mMn. auch für ihn.

    Vielleicht überlegt sich ja der ein oder andere User noch, einen Beitrag zu entrichten, obwohl er lieber im Offenen schreibt...Correns z.B. hält es so und ich finde das recht vernünftig.

    Ich hoffe, es geht Dir soweit gut und ich wünsche Dir von ganzem Herzen ein mehrstündiges Schaumbad :)

    Schön, daß Du Deine schreibabstinente Zeit hinter Dir gelassen hast...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Martin,

    Schlechtwettergeld ist schon lange passé. Wer innerhalb von zwei Jahren einen gewissen Zeitraum durchgearbeitet hat, hat während der Wintermonate Anspruch auf Arbeitslosengeld, welches 60 % des letzten Lohnes entspricht (bei einem Ledigen, verheiratete Bauarbeiter bekommen etwas mehr). Der Anspruch gilt, je nach gearbeiteten Monaten, zwei bis drei Monate. Danach fällt man unter die Hartz 4 - Regelung.

    Dabei werden regionale Unterschiede bei der Witterung nicht berücksichtigt und das führt natürlich zu Härten. Wenn Du als Tiefbauarbeiter bis Ende April nicht arbeiten kannst, weil der Boden gefroren ist, kannst Du den Hartz-4-Bogen schonmal ausfüllen.

    Und mit der Institution "Agentur für Arbeit" hast Du im Winter ständig zu tun. Zunächst muß Dir regulär gekündigt werden (unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist, die bei langjährigen Mitarbeitern ein halbes Jahr betragen kann) und Du mußt persönlich bei der Agentur vorstellig werden. Dann mußt Du Deinen Bogen fürs Arbeitslosengeld ausfüllen und dort abgeben. Dabei kommt es zu Einzelgesprächen, die öfter mal recht unangenehm ausfallen können. Manche Mitarbeiter vermitteln Dir den Eindruck, als würden sie Dein Arbeitslosengeld aus dem eigenen Geldbeutel bezahlen müssen und treten entsprechend auf. Danach bist Du vermittelbar, d.h. es wird immer wieder versucht, Dir Arbeiten zu vermitteln, egal, ob es sicher ist, daß Du wieder bei derselben Firma anfangen kannst oder nicht. Ich wurde auch schon gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in Österreich zu arbeiten, dort würden ständig Leute gesucht...die Tatsache, daß ich hier Haus und Familie hatte, wurde ignoriert.

    Und so ist das insgesamt ne unangenehme Sache, dort vorstellig werden zu müssen. Ich kenne Bauarbeiter, die nen richtigen Horror vor diesen Besuchen bei der Agentur haben.

    Fairerweise muß ich sagen, daß vereinzelt Bauarbeiter bei der Agentur oft angesoffen und agressiv vorstellig werden, insofern ist das für die Mitarbeiter der Agentur auch nicht immer ein Zuckerschlecken.

    Um es auf den Punkt zu bringen:

    Als Bauarbeiter in einer witterungsbedingt ungünstigen Gegend stehst Du jedes Jahr mit einem Bein in der Hartz-4-Maßnahme und das begleitet Dich und Deine Familie verunsichernd das ganze Jahr über...langfristige Planungen sind da kaum möglich.

    Das ist u.a. ein Aspekt, warum man im Bauhandwerk inzwischen kaum noch Nachwuchs findet. Die Bezahlung ist in der Regel recht gut, aber diese Unsicherheit im Winter und die Tatsache, daß man bei 35 Grad und - 5 Grad draussen arbeiten muß und körperlich schon ziemlich rangenommen wird, schreckt inzwischen viele junge Leute ab.

    Ich kann das durchaus verstehen, aber irgendwer wird diesen Job auch in Zukunft erledigen müssen.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo panem,

    die Winterpause war eindeutig zu kurz :)

    Wir sind eigentlich schon seit dem 7. Januar wieder am Arbeiten, allerdings mit halber Belegschaft und mit witterungsbedingten Unterbrechungen. Bei uns liegen inzwischen 40 cm Schnee und ich bin relativ froh drüber, zumal wir momentan ein Dachgeschoß ausbauen, also im Trockenen arbeiten können. Auf den Dächern geht im ganzen Frankenwald derzeit gar nix :)

    Neue Stücke hab ich im Winter nicht angepackt, ich feile eher noch an alten Stücken und hab auch ein paar Eigenkreationen, an denen ich mich weiterhin versuche.

    Es kommt halt immer drauf an, was für Stücke gespielt werden. Da ich z.T. auch Stücke spiele, die meinen Jungs auch gefallen, hält sich der Nervfaktor ziemlich in Grenzen. Und wenn ich E-Gitarre spiele, dann meistens mit Kopfhörern, weil ich dann wenigstens ordentlich aufdrehen kann, ohne jemanden dabei zu stören.

    Insgesamt hätte ich schon gerne eine etwas längere Pause gehabt, aber für die Liquitität der Firma ist es natürlich schon gut, wenn wir über den Winter auch genügend Aufträge haben. Als Selbstständiger auf dem Bau muß man sich dementsprechend anpassen, weil ein Teil der Einkünfte im Winter wegbricht. Aber es ist ein gutes Gefühl, vom Staat kein Geld mehr zu beziehen. Während sich andere, angestellte Zimmerleute bei der Agentur für Arbeit wieder wie Bittsteller fühlen und sich den ein oder anderen Spruch anhören dürfen, hab ich mit solchen Institutionen nichts mehr am Hut. Und das ist dem eigenen Seelenfrieden durchaus dienlich :)

    Freu mich, daß Du bei mir reingeschaut hast...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin panem,

    nur kurz:

    "Neu" ist hier für mich kein wichtiges Merkmal, wenn es um Austausch geht. Neue User sind hier genauso wichtig wie alte User und können genauso wichtige Impulse setzen wie diejenigen, die schon Jahre hier schreiben.

    Und darum geht es letztendlich...um Impulse, die einen selbst weiterbringen können. Und die gibt es hier in wichtiger Art und Weise immer wieder und zwar quer durch die Bank.

    Also bitte keine Berührungsängste :)

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Mäuki,

    da war mein etwas unsensibler Post gestern dann doch nicht ganz umsonst :)

    Ich hab Dich absichtlich etwas anstoßen wollen. Du bist mir schon wieder etwas zu sehr in dieser Negativspirale unterwegs, die einen gerne mal längerfristig nach unten zieht.

    Nun isses ehrlich gesagt bei Dir immer ein Vabanque-Spiel für mich. Einerseits habe ich einiges an Mitgefühl wegen Deiner Situation, andererseits will ich Dir hier nicht ständig nur sagen, wie leid mir das Ganze tut, was Du durchmachen mußt. Das bringt Dir ja auf Dauer nix.

    Natürlich hat man Dir diese Krankheit "zugefügt" und es ist leider immer noch ein Merkmal dieser Gesellschaft, daß sie einscheinend noch nicht in der Lage ist, gemessen darauf zu reagieren. Die Bestrafung der Täter ist eine Sache, die Betreuung der Opfer eine andere.

    Ein chilenischer Politiker hat einmal, allerdings in einem andern Zusammenhang, gesagt, daß sich der Zivilisationsgrad einer Gesellschaft daran zeigt, wie sie mit deren schwächsten Mitgliedern umgehe. Da ist viel Wahres dran, zumal man, wie in Deinem Fall, den eh schon geschwächten Mitgliedern noch zusätzlich Druck auferlegt, indem man sie behandelt, als wäre nix passiert.

    Aber daran können wir im Großen und Ganzen ad hoc nix ändern. Ein Brief an die Gesundheitsministerin halte ich für eine gute Idee, nicht, weil ich irgendeine Reaktion erwarte, sondern weil Du Deine Gedanken dazu nochmal ausformulieren und zu Papier bringen kannst.

    Du schreibst, Du hast Angst, das Schöne zu verlieren. Aber umbekehrt sorgt Angst nur dafür, daß man das Schöne gar nicht geniessen kann und bei Deinen Posts habe ich manchmal den Eindruck.

    Fakt ist doch auch, daß er Deine ganze Situation und Deine Gefühlswelt täglich mitbekommt und immer noch an Deiner Seite steht. Insofern gibt es doch gute Gründe, die Angst hier als irrational zu betrachten. Er ist da und tut Dir gut...das ist alles, was zählt. Und er scheint Dich eben ganz offensichtlich als wertvollen Menschen einzuschätzen, sonst wäre Deine Befürchtung schon eingetroffen und er wäre gegangen.

    Die Vergangenheit aufarbeiten ist manchmal nützlich, manchmal kann man sich damit aber auch zu sehr von dem entfernen, was wirklich wichtig ist. Und wichtiger als alles andere ist doch, daß er Dir jetzt Halt gibt, wo Du diesen Halt so dringend brauchst.

    Vielleicht ist dieser letzte Schritt, im komplett zu vertrauen, der Schlüssel dazu, die Angst abzubauen. Oft sind es große, manchmal auch kleine Schritte, vor deren Konsequenz man Angst hat, aber sehr oft (ich würde sagen, fast immer) ist das eigentlich Schwierige daran, den Schritt überhaupt zu machen. Danach stellt man oft fest, daß der Schritt und nicht die Konsequenzen daraus das eigentliche Problem darstellen. Danach wird es leichter.

    Es gibt hier einige Menschen, die viel mehr im Leben ertragen mußten als die Meisten. Aber ich bin fest davon überzeugt, daß man Dinge nur meistern kann, wenn man sich irgendwann aus dieser Opferrolle verabschiedet . Das ist natürlich leicht dahergesagt, aber diese Operrolle kann manchmal auch hinderlich sein, wenn es darum geht, den nächsten Schritt zu gehen.

    Ich hoffe, Du kannst mit meinen Gedanken irgendetwas anfangen.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Moin Frank,

    ich finde es erstaunlich, wie geradlinig Du in der letzten Zeit hier rüberkommst.

    Das Einzige, was mir fehlt, ist die Aussage, daß Du Dir wichtiger bist. Denn es geht ja nicht nur um Familie, sondern in erster Linie auch um sich selbst und das, was für Dich wichtig ist.

    Wenn ich Dir jetzt sage, daß man sich noch so freuen kann und dann trotzdem komplett überwältigt ist, wenn man den Zwerg das erste Mal in den Händen hält (Arme braucht man anfangs gar nicht :-)), dann wird Dich das sicher noch mehr freuen. Es ist ein magischer Moment, wie man ihn nur ganz, ganz selten erlebt in seinem Leben.

    Dein Vorsatz, bei Deinem Sohn alles besser machen zu wollen, ist Spitze, aber natürlich schon sehr ambitioniert. Ich denke, es geht nicht mal drum, alles perfekt hinzubekommen. Auch Väter sind nur Menschen und Menschen machen nunmal Fehler. Aber so wie ich Dich hier lese, wirst Du dem kleinen Mann sehr viel Liebe und Unterstützung mitgeben können und das ist in der Tat das Wichtigste.

    Der Satz "Ich will und werde das kleine traurige Kind loslassen" hat mich ziemlich beeindruckt. Was möglich ist, wenn man es nur wirklich will, erlebst Du grad mit Deiner Abstinenz. Der Wille ist ein ziemlich mächtiges Werkzeug, wenn man weiß, wie man es einzusetzen hat.

    Tja, und was Deine Frau betrifft, kann ich Dir leider nicht weiterhelfen...die Problematik teilst Du mit schätzungsweise 95 % der männlichen Weltbevölkerung *lachundabtauch*

    Ich denke, Du wirst einen tollen Vater abgeben...

    Schönen Gruß

    Andreas