Hallo zusammen
ich freu mich über die zahlreichen Besuche!... und Rückmeldungen.
Ich wollte ja ursprünglich derzeit nicht so viel von mir preiß geben. Aber die Antworten veranlassen mich jetzt dazu, einen Einblick zu geben, was in der jüngsten Vergangenheit zu einer großen Veränderung in mir drin geführt hat:
Wie leicht zu erkennen ist/war, gab es bei mir ein Muster. Eine Stelle an der die Melodie der Spieluhr ins Moll kippt, weil sie immer wieder über die gleichen Muster abgespielt wird. Die lagen bei mir viel tiefer, als nur im falschen Beuteschema oder der Faszination am geheimnisvollen Grübler.
Wie sagt man so schön:
Der Fisch stinkt zuerst vom Kopfe her. Soll heißen - Ursache finden.
Also gings zuerstmal beim Nachdenken in die Richtung, warum der "Deal" wie ihn Sternchen nennt, nie funktioniert hat. Schlimmer noch: Ich dachte ja ganz wichtig und dringend gebraucht zu werden, war aber am Ende die auf die man lieber verzichtet hat. Plöt ! würde Katha sagen.
Die einsamen Jungs hatten anscheinend mehr Wegzehrung für Alleingänge als ich. Waren nicht davon abhängig, was ich von ihnen dachte.
Der Fehler lag im System. Und zwar in meinem! Das wie Sternchen es beschreibt, trifft es ungefähr.
Ich war immer ehrlich - aber nicht gnadenlos ehrlich zu mir selbst.
In Wirklichkeit war auch mein glanzvoller Auftritt oft eine Fassade, und hinter den Kulissen saß auch ich melancholisch in einem Eck. In Wirklichkeit war ich sogar noch schlimmer dran, als mein tragischer Held.
Ich mußte verbergen, daß der Glanz den ich verbreite, in sich zusammenbricht - sobald das kleine Mädchen im Türrahmen erscheint - das einfach nur in den Arm genommen und geliebt werden möchte.
Hätte ich mein kleines Mädchen wirklich lieb gehabt, dann wäre es mit dabei gewesen, wenn ich unterwegs war. Dann wären die Auftritte sicher weniger glanzvoll und vor allem viel zurückhaltender abgelaufen. Dann hätte sich auch kein tragischer Held dafür interessiert. Dann wäre der Deal garnie zustande gekommen. Keiner dieser Männer hätte sich ein liebesbedürftiges Kind an Land gezogen.
Es galt also jetzt nicht nur die eigene Auswahl zu hinterfragen - die ich ja schon begründet habe. Sie war fest verankert durch die Erfahrung, daß die tragischen Gestalten in meinem Leben auch immer der Ort waren, an dem ich mich geborgen gefühlt habe.
Die Stinknormalen strahlten etwas aus, von dem ich wußte, daß ich es niemals mit ihnen teilen könnte: Eine glückliche Kindheit. - Eine Selbstverständlichkeit in der Gewissheit, einmal Kind gewesen zu sein und dort alles bekommen zu haben, was ein Kind an Liebe eben so braucht.
Ich war immernoch dabei, mir einen Eckplatz - eine Niesche zu suchen, in der ich verschwinden konnte. Natürlich mit Außenwirkung und dem Nebeneffekt der beiden einsamen verschworenen Seelen. Ha Ha.
Dabei ist das doch garnicht mein Platz!
Ich bin inzwischen tatsächlich erwachsen geworden. Ich stelle erstaunt fest, daß ich über eine längere Zeit dieses kleine Mädchen jetzt einfach mal existieren lies. Es mir genau angeguggt habe und mal nachgefragt, wie es denn eigentlich gerne untergebracht wäre. Also ihr war garnicht nach irgendwelchen seltsamen Typen. Sie wollte lieber zu mir. Die einzige, die ihr das geben kann, was sie braucht: Mutterliebe und Geborgenheit.
Ich hab es nie bekommen - aber ich habe so ne Art Instinkt, wie das geht. Und irgendwie hat es garnicht ein ganzes Kinderleben lang gedauert, bis sie groß geworden ist. Jetzt braucht sie das nicht mehr. Vllt. mal dann- wie alle anderen Erwachsenen auch - wenn man sich einfach wünscht, von jemand in den Arm genommen zu werden. - Aber als Erwachsene. Da bleibt immer ein bißchen Abstand dazwischen..... und das ist wirklich NORMAL.
Glanzvolle Auftritte schaff ich jetzt immernoch- mühelos. Und es gibt Stinos und tragische Helden, die gern mit mir unterwegs wären. Ich brauch sie aber grad alle nicht. Das kleine Mädchen und ich sind zu einer zufriedenen erwachsenen Person geworden.
Vielleicht begegnet mir irgendwann mal jemand, mit dem ich mein NEUES völlig unbedürftiges Leben teilen und mit dem ich seine Zufriedenheit teilen möchte.
Momentan kommt mir das vor, als würde ich Eulen nach Athen tragen, Butter auf's Schmalzbrot schmieren oder sonst noch irgendwas doppeltmoppeln.
Der Anreiz zur Zweisamkeit - das System - war früher falsch. Es bestand aus Nachholbedarf. Seit dem der weg ist.... besteht erstmal kein Bedarf. Vllt. werde ich irgendwann so erwachsen, daß ich tatsächlich einen Partner suche. Für die Zeit dazwischen hab ich ganz gut für mich gesorgt - und für alle Bedürfnisse, die eine erwachsene Frau eben so hat. Dazu braucht es nur klare Grenzen und einen klaren Kopf, der weiß was er will und auf was er verzichten kann 
LG Nys