Ich noch mal.
Es ist schwierig drüber zu schreiben - aber ich denk den ganzen Tag an nichts anderes. Es ist wirr. Es ist verwirrend und es wäre der Stoff für einen Bestseller.
Lindi - es ist irgendwie nicht gerecht auf dieser Welt und doch habe ich immer wieder das Gefühl gehabt, gut auf mich aufpassen zu müssen. Habe klare Grenzen gesetzt und immer wieder verweigert Versprechungen abzugeben, die ich evtl. nicht halten kann. Ich habe Bedingungen gestellt und Dinge klar gestellt und war echt anstrengend.
Es ist jemand, der mich zum lachen und zum weinen bringt, - jemand der mich liebt aber sich selbst nicht.
Jemand der meint aus Liebe auf mich verzichten zu müssen. Na ja - weil........ es einen driftigen Grund gibt, dem jeder vernünftige Mensch zustimmen würde. So war auch alles immer mehr ein Kennenlernen und ein gleichzeitiges sehr vernünftiges Nein zu einer realen Beziehung. Es war schon öfter "aller Tage Abend" als wir uns überhaupt gesehen haben.
Und es gab einen Grund für unser Treffen. Einen Grund, der nichts mit Schmetterlingen im Bauch zu tun hat - sondern mit der Gewißheit, das es evtl. morgen Winter sein wird und kein Schmetterling mehr überleben kann. Weil das Leben manchmal einfach nur grausam ist.
An diesem Punkt hätte die Geschichte enden können.
Hat sie aber nicht. Eigentlich hat sie da erst angefangen. Obwohl es noch viel viel unvernünftiger
wurde überhaupt über eine Beziehung nachzudenken. Geschweigedenn irgendetwas in diese Richtung zuzulassen. Und deshalb sollte es auch diesmal nur ein Besuch sein. Schließlich bin ich ja auch gerade erst von meinem Mann getrennt und wollte nichts in keiner Weise überstürzen. Unvernünftig wurde es erst hinterher - als ich wieder daheim war und irgendwie klar wurde, daß wir den Gedanken an eine Beziehung nicht lassen können. Er hat zunächst alles getan, damit meine Bedingungen an eine Beziehung und den weiteren Kontakt erfüllt wären und sich dann aber von mir verabschiedet. Aus Liebe, ? aus Angst?
aus Vernunft? -
Es ist mir nicht klar was es mit mir macht, bzw was passiert ist. Es ist mir nicht klar, was es bedeutet hätte wenn. Es wäre sehr außergewöhnlich gewesen und komischerweise hat mich der Gedanke daran immer weniger gestört,- je mehr wir feststellten, daß ansonsten alles paßt. Aber versprechen konnte ich immer noch nichts und die Zukunft voraussehen - das meinte er zu können- und wollte sie deshalb lieber garnicht erst anfangen. Ich habe das Gefühl einen Menschen zu verlieren, der mich liebt wie es vorher noch keiner getan hat und mit dem ich ein Leben lang den absoluten Blödsinn und innige Liebe teilen können. Gleichzeitig bin ich verletzt, ........ weil ich eben lieber scheitere als nicht lebe. Ich geh von mir aus und sehe allerdings auch ein, daß man mit zu viel Angst vor der Zukunft (die evtl. ja daraus kommt, daß er mich so liebt) -... die Gegenwart auch nicht genießen kann - vor allem wenn man nicht weiß wie es morgen weiter geht. 
Aber vllt. geht es auch noch um ganz andere Dinge. ... die ich hier nicht erwähnen werde. Die mich aber gestern so wütend sein ließen.
LG Nys