Beiträge von Nys

    Hallo Andreas

    also ich bin fast ein bißchen traurig, daß es nichtmehr so heiß ist. Ich liebe diese Hitze-Tage. Nach meinem Geschmack gibt es davon viel zu wenige im Jahr (seufz).

    Wenn mir wirklich zu heiß ist, brauche ich nur etwas Bewegung und genug Wasser zum trinken. Die Hitze im Auto, das sich auflädt, mag ich auch nicht so sehr - aber dafür ist das Leben nie so leicht, wie an Tagen an denen man auf festes Schuhwerk und Jacke verzichten kann.

    Dafür nehme ich gerne Schweißperlen in Kauf. Nachts das Fenster offen lassen können und morgens schon zu wissen, daß es mich heute weder an den Füßen noch sonst wo frieren wird - ist Lebensfreude pur.

    Mein Mann, der fast jeden Tag einen Anzug tragen muß, fand damit auch einen Grund für schlechte Laune, bei 37 Grad.... - als ich ihn an die Palastwache in London erinnerte, die sich nichtmal bewegen darf und auch noch einen Pelz-Hem tragen muß - war er dann wieder etwas zufriedener. :wink:

    LG Nys

    Huhu Renate!!

    krasse Worte da von Dir. Scheint so als wär da jemand der Geduldsfaden gerissen.....:o

    --- so böße wie das klingt, bist Du im Grunde ja nicht und daß es jetzt n bißl viel auf einer einzelnen Person rumgeritten ist.....ist sicher diesem lose baumelnden Geduldsfaden zuzuschreiben. :?

    Also um jetzt mal von Time abzulenken und das etwas allgemeiner zu formulieren:

    Nicht jeder wird vom Holzhammer heller. Und es treffen hier einfach auch sehr unterschiedlich gestrickte Leute aufeinander. Was dem einen hilft, treibt den anderen in den Wahnsinn. ME ist es wichtig, als Teilnehmer klar zu formulieren was das eigene Ziel des Austausches ist.

    Die Grundbausteine sind eine Orientierung wo es hin gehen sollte.
    Da heißt es: Eigene Bedürfnisse erkennen, sich selber wahrnehmen.
    Und das ist mE eine aufwendige Reise. Das hat etwas mit Selbstliebe zu tun, die man nicht von heute auf morgen lernt und auch nicht eingetrichtert bekommen kann. Das was vllt. wie "Weichspüler" rüber kommt -kann auch heilsam sein. Wenn es erst mal darum geht, sich selbst annehmen und lieben zu können; damit man nicht mehr von der Liebe eines anderen Menschen "abhängig" ist.

    Da hat inbetween schon recht. Nimm das Suchtmittel und die Sucht ist deshalb nicht beseitigt! Schon garnicht wenn die Sucht darin besteht, an etwas festzuhalten und nicht loslassen zu können. Je weiter es weg ist.

    Deshalb muß der Fokus auf einem selbst liegen. Solange man voll drin hängt, merkt man nichtmal, daß der Wunsch nach XY an den eigentlichen eigenen Bedürfnissen vorbeigeht. Man sehnt sich doch nach Liebe (wie verrückt) und sucht sie so lange im Außen, bis es mal
    KLICK macht -und man sich selbst liebevoll annehmen kann. Ab da wurde es bei mir viel viel viel viel viel einfacher. Aber weißt Du was? Es war nicht die Vernunft, die mich mich selbst lieben lernte - sondern der Zuspruch, daß ich ok bin - so wie ich bin. Das hat mir ganz viel Kraft gegeben. Alles andere war immer ein verstandes-gemäßes Einsehen und sofort kam der innere Mensch in einen Zwiespalt. Das hat mir unheimlich Druck gemacht. Und unter Druck verstärkte sich der Hilfeschrei nach dem
    Allheilmittel (Liebe von XY). Sobald ich mal davon ausging, daß ich das alles fühlen DARF - merkte ich , daß es friedlicher wurde in mir.

    DANN kam erst der Schritt - diesen Schrei nach Liebe mal selbst zu beantworten. Mich auf die Suche nach dem zu begeben, was da in mir so gnadenlos schreit. UUps und es war garnicht so schwer, dieses kleine Bündel mal einfach an mich zu drücken und ihm Liebe, Essen und Schlaf zu geben. Es war auf einmal ein kleines Mädchen das hat versucht mit dieser (meiner realen Mutter) nochmal einen Mutter-Tochter-Versuch zu starten. Das kleine Mädchen hat 2 Tage im Bett gelegen, als es wieder abgewiesen wurde. Ich hab ihm aber dann erzählt, was für ein großes Mädchen es immer schon war - und daß es genug Kraft hat, um ohne Mutter leben und noch stärker werden zu können.

    Meinst Du da hätte mir ein Holzhammer geholfen?

    Als ich das alles hinter mich gebracht hatte -war es nur noch Zeit Abschied zu nehmen. Damit auch XY weiß, daß ich flügge geworden bin. Kein Nestling mehr, der da sitzt und bibbert, ob er etwa verhungert, wenn nicht bald eine Fütterung stattfindet. Für mich war es wichtig. Es war auch wichtig zu sagen, daß Friede ist und daß ich mich losmache von jeder Verantwortung, die ich mit meinem "Liebes-Versprechen" mal eingegangen hatte. Das war wichtig.

    Ich hätte nicht loslassen können - und wär man mir noch so auf die Finger gestanden - wenn ich nicht gewußt hätte wohin ich falle. Ich konnte mich erst lösen, als ich wußte, daß mich meine Selbstliebe auffangen und tragen würde.

    Jeder geht seinen Weg. Wenn einer noch am Suchen ist, dann sucht er seinen Weg. Es wird ihm nichts helfen einen Weg "nachzugehen" den andere gegangen sind. Wenn einer blind durch ein Zimmer tappt, dann sollte er sagen wo er hin-begleitet-werden möchte.

    Einen Weg zu sich selbst muß man selbst finden.
    Einen Weg weg von XY können wir hier begleiten und ggf. auch zeigen.

    Beides schließt sich nicht aus, sondern eher aneinander an. Aber manchmal habe ich das Gefühl, daß hier versucht wird den zweiten Schritt vor dem Ersten zu machen. Kein Wunder, wenn das dann ein Rumgehüpfe wird.

    LG Nys

    Liebe Miriel

    was ich hier lernen durfte ist:

    Daß ich mich erstmal selbst akzeptiere. Mit allem was dazugehört. Auch die Träume, Wünsche und Sehnsüchte, die mich ausmachen.

    Das hat mir geholfen,
    (über das daraus gefundene SELBST- WERT-GEFÜHL) die anderen Gefühle zu integrieren und ich habe aufgehört sie "totschlagen" zu wollen. Damit wurden sie auf einmal weniger aufdringlich in meinem Denken.

    Es ist mein Weg auf dem ich mich mitnehme. Wir sind hier ja nicht bei einer Wettbewerbs-Situation in der der eine besser und der andere schlechter abschneidet - je nach dem wie schnell er wieder klar sieht. So eine Denke setzt Dich unter Druck und damit ist jeder Sucht (ganz besonders der XY-Sucht) Tür und Tor geöffnet. Ist ja doch irgendwie Dein Halt und sei er noch so weit weg. Die Gedanken an seine Gefühle zu Dir, tun Dir gut. Du kannst Dich umso weniger lösen, je weniger Du Dir selbst gut tust.

    Dann eierst Du halt grad rum. Dann verbringst Du halt gerade Deine Zeit mit "Warten". Meine Vorschreiberinnen haben alle recht, aber was hilft Dir eine "Ross-Kur" wenn das Ross nicht dabei ist?

    Weißt Du was ich meine? Du kannst nur das tun, was DU bist und was mit Dir zusammengeht. Wenn Du Dich in erster Linie darum kümmerst, Dich selbst wert zu schätzen. So richtig!!! Als was, das es nur einmal gibt und von Dir selbst als GANZES angenommen wird. Dann fällt Dir schnell auf, wenn DU das WARTEN nicht mehr willst. Wenn DU noch etwas anderes erleben willst, als einen unerfüllten Traum. Dann kommt die Dynamik ganz von selbst und Dein Denken lenkt sich wo anders hin.

    Das Denken abzustellen, weil es verquer oder verklärt ist und weil die Vernunft schon übel mit Dir ins Gericht geht ----- das funktioniert nicht. Das Denken läßt sich nur umlenken, wenn DU Dich dort abholst wo Du gerade stehst. Und wenn Du länger da stehst??? Hat jemand einen Zeitplan gemacht? Wenn DU gerade verharren mußt - dann tue es. So lange bis die Reise weitergehen kann.

    Hier schreiben ist trotzdem gut. Es zeigt Dir immer wieder auf - ob Du das für Dich so möchtest, was gerade mit Dir passiert bzw. nicht passiert.
    Es ist immer gut, kritisch zu hinterfragen. Aber das Urteil über Dich solltest immer Du fällen und es sollte ein liebevolles Urteil sein. Kein Kapitulationsgedanke, wie der den Du grad gepostet hast.

    Eine viel erzählte Geschichte handelt von einem Eingeborenen, der zum ersten Mal mit der Eisenbahn fuhr. Als er ausstieg, setzte er sich hin. Er saß lange und wurde gefragt, warum er da sitze. Darauf meinte er nur: "Ich bin so schnell gefahren, jetzt muß ich warten bis meine Seele nachgekommen ist".

    Mein Vorschlag: Denk nicht über Dein Denken nach, sondern über nur über das, was von Dir selbst nicht geliebt wird -aber geliebt werden möchte. Wenn Du da durch bist, hast Du auch alle Sachen beieinander um aufbrechen zu können.

    Liebe Grüße
    Nys

    Hallo Lea, Miriel, Sarawen und Natalie!

    Vielen Dank für Eure Beiträge. Ich fand sie alle so vielseitig und nachdenklich gut, daß ich gehofft habe, noch mehr von den anderen Forenmitgliedern würden darauf antworten.

    Nun scheint's ja doch nicht für jedermann das Thema zu sein.

    Ich hatte versprochen auch noch zu schreiben, weshalb ich mich als Suchtpersönlichkeit einstufe.

    Es ist die Tatsache, daß ich es noch nie geschafft habe nur halb erfüllt zu sein. Ich brauch das irgendwie, daß mich was ausfüllt. Damit laufe ich
    immer wieder Gefahr in unerfüllten Zeiten in irgendeiner Art eine Befriedigung zu suchen.
    In irgendeinem Engagement oder einem Rausch, der bislang nichts mit Stoff-Abhängigkeit zu tun hatte. Ich könnt mir aber vorstellen, daß die Grenze zu einer Stoffabhängigkeit da sehr schmal ist.

    Ich stell mir manchmal vor, wie es wäre als alte gebrechliche Frau zuhause zu sitzen. Der Mann tot - keine Kinder, keine Ansprache und ein Haushalt, der längst nicht mehr zufriedenstellend bewältigt werden kann. Nicht schwer für mich, dabei die Gefahr vom Griff zum Glas dazuzurechnen. Die Nikotinabhängigkeit hab ich ja grad auch - also doch ein Stoff bereits vorhanden.

    Was das mit Co zu tun hat? Klar -auch in der Beziehung zu einem Suchtkranken kann man wunderbar aufgehen. Erfüllt sein von Liebe, Wut, Sorge, Verlustangst und alles noch mal von vorne bis zum Erbrechen.

    Ist also angesagt an einer Erfüllung zu arbeiten, die nichts mit dem Außen zu tun hat - sondern von Innen kommt.

    Ohne sich dabei in welt-entrückte Sphären zu begeben. Sondern einfach im SEIN und im HIER -SEIN zu finden. mmh. Vielleicht mag dazu noch jemand was erzählen?

    Ich weiß ich spreche da Dinge an, die nicht jeden so wahnsinnig interessieren. Aber es sind halt so meine Gedanken über mich und die Zufriedenheit, die Vorraussetzung ist, um nicht in alte Muster zu verfallen. Ich glaube Zufriedenheit kann man lernen und die Kunst mit wenig zufrieden und trotzdem erfüllt zu sein ist mM nach, eine Überlegung wert.

    LG Nys

    Hallo Andreas

    .... jetzt bin ich mal dran, mit mir Sorgen machen:

    Hat Dich das Hochwasser erwischt - oder warum
    hast Du so lang nix geschrieben?

    Ich hoff mal alles ist so gut, daß Du einfach zu
    viel mit glücklicher Trockenheit beschäftigt bist, um Dich hier zu melden.

    Liebe Grüße
    Nys

    Hey Cocomel

    nicht traurig sein. Du hast alle Chancen neu glücklich zu werden. Laß ihm seine Freiheit, die er sicherlich auch braucht um über sich selbst nachzudenken und nutze Deine Freiheit, um zu Dir selbst zu finden. Nachzuschauen was Du wirklich brauchst. Und denk nicht zu viel über Eure gegenseitigen Fehler nach. Das tut nur weh und bringt Dich nicht weiter. Für mich war es wichtig Frieden zu finden und das gelang mir erst, als ich sah, daß es nicht in schwarz und weiß eingeteilt werden kann. Daß immer etwas hinter den Handlungen stand, was nicht gegen mich gerichtet sondern einfach nur Unfähigkeit war. Als ich dann von seiner Unfähigkeit bei meinen Unfähigkeiten angekommen bin, konnte ich verstehen und mehr als verzeihen: Es war einfach gut. Keine kreisenden Fragen und Vorwürfe mehr. Es war traurig aber so wahr und noch eine kleine Überwindung hat es gekostet - für mich den Anspruch zu erheben, daß meine Kraft wieder mir allein gehört. Jetzt ist für Dich alles noch sehr aufwühlend. Ich wünsch, Dir daß es nicht noch mal erneut aufgewühlt wird. Sicher kommen auch Gedanken, daß Du dies oder das hättest anders machen sollen. Aber letztenendes ist das nur dieses "Nicht loslassen können". Und da kannst Du anfangen zu fragen warum. Es hat meist damit zu tun, daß wir den an dem wir so hingen zu sehr gebraucht haben. Für uns selbst. Wenn Du rausfindest, was das ist, das Du brauchst, dann kannst Du es von ihm loslösen und frei sein.

    Das wünsche ich Dir von Herzen
    Nys

    Liebe Cocomel

    ich hab jetzt leider nicht viel Zeit, muß gleich weg.
    Meld mich heut später noch mal.

    So viel vorab: Ich versteh Dich schon.
    Du möchtest, daß er was tut, damit ihr wieder zusammen kommen könnt. Du möchtest, daß er um Dich kämpft und seine Liebe zeigt in dem er was tut.
    Gleichzeitig willst Du, daß er Deine Liebe nicht als selbstverständlich ansieht. Es war halt bissl ungeschickt ihm das in der Aussage über einen anderen Mann (der an Dir interessiert ist) zu verpacken.

    Ich denk, er ist halt auch verunsichert, ob Eure Beziehung noch trägt (nach der Trennung) So halb da sein und halb weg sein - wie Du es für ihn gerade bist ist nicht der Zustand in dem man sich sicher fühlt.

    Natürlich will er, daß es am besten so weitergeht wie vorher. Aber wenn er was ändert, dann sollte das in erster Linie damit zusammenhängen, daß er für sich selbst erkennt, daß der Alkohol alles kaputt macht. In erster Linie mal ihn. Im Moment dreht sich bei Euch noch mehr um die Frage Beziehung und Liebe. Sein Problem mit dem Alkohol sollte davon losgelöst
    werden. Weil es in erster Linie um ihn geht. Um sein Leben. Und daß Du damit nicht leben kannst, daß er trinkt wäre zB eine Aussage, die frei von "ich lieb Dich noch" mal im Raum stehen könnte. Ja schade - ich muß jetzt echt los. Unter Zeitdruck ist immer schwer schreiben. Ich meld mich noch mal.

    LG Nys

    Liebe Cocomel

    nicht böse sein, aber ich find das was Dein Ex Dir da gesagt hat (am Anfang) eigentlich sehr menschlich. Und zwischen den Zeilen war da schon drin, daß noch Gefühle da sind - er aber selbst auch drauf schaut, wie er da mit klar kommt. Daß er von der Trennung eben verletzt ist und deshalb nicht mit der großen Liebeserklärung kommen kann. - Daß Du ihm dann von dem anderen erzählt hast, hat er sicher als mehr oder weniger gewollte Verletzung angesehen und die Tatsache, daß er hinterher so viel SmS geschickt hat, zeigt doch wie weh im das tat. (Auch wenn er sich nur vorstellt, Du wärst jetzt mit dem anderen zusammen.) Weißt Du , Du möchtest, daß er ganz klar eine Linie sich zu seiner Liebe Dir gegenüber bekennt. Du setzt ihn aber einem WEchselbad der Gefühle aus. Da find ich seine Reaktionen einfach nur menschlich. Bös hat er das sicher nicht gemeint. Er ist ja wie er schreibt selbst verunsichert, weil er weiß, daß er in Eurer Beziehung Mist gebaut hat. Also ich will Dich jetzt nicht in seine ARme zurück treiben. Eher Dir die Verwirrung nehmen. Dann solltest Du diejenige sein, die entweder ein JA zu ihm hat oder ein NEIN - und wenn es ein NEIN ist, dann solltest Du ihm auch das Recht zugestehen, Dich (aus Selbstschutz) weniger zu lieben.

    LG Nys

    Hallo Forum

    grad vorher hab ich noch gejammert, daß ich auch gern mal nach 8 Std. Feierabend hätte und Gartenpflege oder andere schöne Sachen draußen machen würde.

    Jetzt freu ich mich schon wieder: Einfach darüber, daß es immer noch hell ist, die Sonne so warm scheint, daß ich nach 20 Uhr noch das Fenster im Büro offen stehen hab und den Amseln beim Abendlied zuhören kann, - während hier der Drucker unromantisch vor sich hin rasselt.

    Ich freu mich, daß ich nicht (noch nicht ) im Dunkeln arbeiten muß, was mir immer sehr schwer fällt und ich freu mich, daß ich mich wieder auf die Arbeit konzentrieren kann.

    Eine Zeit lang war alles so unglaublich schwer und jeder Anlauf erstickte im Keim. so als hätte ich Bleikugeln an mir hängen. Jetzt sieht jeder Berg nur noch aus wie ein Berg und nicht wie das Ende der Welt. Die Aufgaben kommen mir nichtmehr unlösbar vor und alles nur, weil ich keine Zweitbaustelle mehr im Kopf habe. Einfach schön. - Schön wär natürlich auch die neue Freiheit mal in entspannter Feierabendstimmung zu verbringen. Aber das kommt auch mal wieder. (Ich hoff wir haben dann noch Sommer)... man weiß ja heutzutage nie wann der Herbst kommt....

    LG an alle
    Nys

    Hallo Sarawen

    ich hoffe Du läßt uns an den Fortschritten teilhaben. Da ist auch immer viel für mich dabei, wenn
    ich lese, wie andere Aufarbeitung betreiben und neue Wege finden. Gerade das richtige Maß an Distanz und Nähe, das Miteinander das nicht fordernd am anderen hängt und eigene Bedürfnisse trotzdem leben läßt - ist für mich ein spannendes Thema. Auch was die Eltern-Kind-Beziehungen angeht lerne ich gern noch von anderen. Schnuffig hat ja eine Autorin hier erwähnt, die mich jetzt doch neugierig macht.
    Andererseits denke ich auch, daß ich jetzt erst Mal in Ruhe sacken lassen muß, was sich bei mir verändert hat - sonst komm ich noch unter die Räder. Aber so kleine Erfahrungsberichte hier im Forum, sind für mich sehr spannend und regen immer wieder zur Selbstreflektion an.

    Liebe Grüße
    Nys

    Hallo Agi

    herzlich willkommen!

    Schwierige Situation und sicher gibt es keine
    Pauschal-Lösung, die Dir da von null auf 100 die gewünschten Antworten bringt.

    An Deiner Stelle würde ich mit der Frage beginnen, warum Du so sehr liebst? Ist ja an sich nichts Falsches - aber manchmal ist es mehr als nur Liebe, was uns an einen Partner fesselt. Ist da das Gefühl dabei daß Du ihn brauchst? Daß ein Leben ohne ihn nicht so wirklich lebenswert wäre? Was gibt er Dir, was Du Dir selbst nicht geben kannst?

    Trennung oder nicht, das kannst nur Du entscheiden. Die innerliche Distanz stellte sich bei mir nicht automatisch mit der Trennung ein.

    Soweit meine Erfahrung:
    Distanz bekommst Du nur, wenn Du Dich von ihm unabhängig fühlst und umgekehrt ist Unabhängigkeit die Grundlage für ein eine gesunde Nähe, in der man den Partner als eigenständigen selbstverantwortlichen Menschen lieben und schlimmstenfalls auch loslassen kann. Wenn Deine Liebe Dich von ihm abhängig macht, könnt da mehr dran sein, als nur die Tatsache, daß er Dein Traummann ist. Dann könnt es sein, daß er für was herhalten muß, das bei Dir nicht ganz selbständig ist. Das überfordert irgendwann jeden.

    Ich habe das letzte Stück Loslassen erst geschafft, als ich mit mir selbst und meinen Defiziten durch war.
    Habe jetzt nicht mehr das Gefühl XY zu brauchen und auch nicht mehr das Gefühl für ihn da sein zu müssen, (falls er meint, mich zu brauchen). Das hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Füreinander da sein und sich gegenseitig zu unterstützen ist ja typisch für eine Partnerschaft. Aber dieses Brauchen im Negativen Sinne löst eben die Ängste aus, die Du beschreibst und die dem Anderen die Freiheit nehmen. Ein Druck, den nicht nur Du spürst, sondern sicher auch er. Das hat aber alles garnichts mit seinem Trinkverhalten zu tun. Sondern nur mit Dir selbst. Danach kannst Du noch mal über sein Trinkverhalten nachdenken und entscheiden, ob Dir so eine Partnerschaft wirklich gut tut oder ob Du damit nicht Deine eigene Trockenheit riskierst?

    LG Nys

    Hallo DFR

    mein Notfall-Plan
    (ich hab dauernd Panik wg. Zeitmangel)

    1. Prioritäten setzen
    2. Prio-Liste nochmals auf das nötigste zusammenstreichen bis da auch Mut zur Lücke dabei ist.
    3. Wenn's irgendwie geht früh ins Bett und früh raus
    (morgens kommt nicht so viel dazwischen)
    4. Auf liebgewonnene Hobbies verzichten, wenn sie im Nachhinein mehr Streß als Genuß wären.
    5. Beim Hobby-Verzicht klar geplante Ausnahmen machen, bei denen ich mich für die Disziplin entschädige.
    6. Die unangenehmen Aufgaben so angehen, als wären sie meine einzigsten Sorgen.

    Vorraussetzung für 1 - 6 : Mit mir selber im Reinen sein. Das hat Vorrang. Dafür nehme ich mir auch Zeit die ich nicht habe. Sonst wird es irgendwann ein Innedruck, der zu Explosionen neigt :wink:

    Für Dich könnt das so aussehen:

    Dich auf die Maßnahme als neue Herausforderung freuen.
    Den Garten mal sich selbst überlassen und staunen, daß Natur auch ohne Mensch auskommt. Das Fitness-Studio für 12 Wochen mit einem Schwimmbadbesuch am Wochendende ersetzen und so tun, als hättest Du nie was anderes gewollt, als endlich mal wieder Zähne zusammenbeißen und Abstriche machen für den Arbeitsalltag, der Dir
    (nach einem alten irischen Sprichwort) am Abend den Rücken wärmt. :)
    Ich wünsch Dir viel Erfolg und bin gespannt, ob in diesem Thread für mich auch noch was geschrieben wird, das mir neue Anregungen gibt.

    LG Nys

    Hallo Sarawen

    Dein Thema beschäftigt mich jetzt schon seit Du es aufgemacht hast und irgendwie weiß ich doch nicht so recht wo ich anfangen soll. Irgendetwas scheint mir, liegt da noch so tief verborgen bei Dir. Ich kann es nicht einordnen. Es fühlt sich beim Lesen an, als ob ein innerlicher Druck auf Dir lastet. So ne Art Streß-Druck, der sich dann unkontrolliert genau dort entlädt, wo Du endlich ankommen und (vielleicht? bedingungslose Liebe?) erfahren willst. Mir kommt es manchmal so vor, als ob Du Deinen neuen Partner da irgendwie mit einer Feuerprobe testen willst, ob er wirklich zu Dir steht. Das käme dann wohl aus der Unsicherheit, die Dich in Liebesdingen begleitet. Wenn man Liebe nur für Leistung bekam und Angst vor Zurückweisung hat, dann schleppt man viel Unsicherheit im Gepäck. Unsicherheit kann so irritieren und manchmal ist es dann auch so etwas wie Wut gegen sich selbst, die einen klein macht. Du schreibst, daß Du dieses Buhlen um Liebe genau dann wieder an den Tag legst, wenn Du so grantig warst. Diesen Irrsinn habe ich auch in meinem Elternhaus erlebt. Zuerst habe ich Prügel bezogen, dann wurde erwartet, daß das Kind einsieht, wie notwendig das war und wieder zum Schmusen auf den Schoß kommt. Mir wird heut noch übel bei dieser Erinnerung. Ich hab damals früh dicht gemacht. Aber die Angst vor Liebesentzug sitzt tief und kann mich noch heute verunsichern. Ich hab mich von meinem Elternhaus innerlich verabschiedet. Ich war allein. Immer. Ich bin stolz drauf, daß ich es auch allein geschafft habe ein halbwegs funktionierendes Leben aufzubauen und neue Wege gefunden habe, mir die Sicherheit zu geben, die mir die Eltern entzogen haben. Ich bin ihnen nicht böse. Sie waren's halt nur nicht: Eltern. Dafür daß sie keine Eltern waren, haben sie doch vieles für mich getan, was Fremde nicht tun würden. So hab ich meinen Frieden gemacht. Seit dem ich nichtmehr Wiedergutmachung in einer Form von neuer Mutter-Tochter-Beziehung suche, sondern auf mich selbst schaue und mir sage: Ich komm auch ohne sie klar. Seit dem bin ich nichtmehr so liebeshungrig. Das hing irgendwie zusammen. Und auch der Druck hat nachgelassen. Der Druck
    meine Mutter nicht aufregen zu dürfen und der Zwiespalt, der dann immer entstand: Entweder ich sein - oder mich aufgeben, damit ich meine Ruhe habe. Ihre Einflußnahme prallt jetzt wesentlich früher an mir ab und dadurch ist der Druck weniger geworden. Solange mich die Eltern-Vergangenheit so sehr beschäftigt hat, war ich wie ein Tiger im Zoo. Auf und ab ohne Ausweg. Ohne Freiheit. Immer an der Wand lang und immer irgendwie verletzt. Ich wünsch Dir einen Ausweg. Vielleicht steht die Tür ja schon lange offen, und Du siehst sie nur nicht, weil das eine ungewohnte Freiheit wäre in der Du erst mal Fuß fassen mußt.
    So meine Gedanken dazu. Ich wünsch Dir viel Erfolg!

    Liebe Grüße
    Nys

    Guten Morgen Sarawen!

    Ich freu mich wieder mehr von Dir zu lesen und daß Du hier bei mir reingeschaut hast. Danke auch für Deinen letzten Beitrag zum Thema Suchtpersönlichkeit.

    Ja ich denke, so eine Beziehung wie Du sie mit Deinem XY gelebt hast, hinterläßt Spuren. Vielleicht gerade deshalb so tiefe Spuren, weil man in so einer Beziehung immer mehr sich selbst verliert und das Erlebte dann so etwas wird was "mit einem geschehen" ist. Man hat ja den eigenen Einfluß auf das was passiert mehr oder weniger unwissentlich aufgegeben und sich in dem Hin- und Her total verloren.

    Ich find es toll, daß Dein neuer Partner so viel Verständnis aufbringt und Deine Therapie wird Dir sicher helfen, daß Du das auch genießen kannst und weißt, daß Du es genießen darfst (ohne Hintergedanken). Mir geht es jetzt erst richtig gut, seit dem ich das Alte hinter mir lassen konnte und mich nicht mehr verpflichtet fühle, die große Liebe die ich XY versprochen habe, ein restliches Leben aufrecht halten zu müssen. Erst jetzt ist wirklich Raum für eine intensiv gelebte Beziehung zu meinem Mann. Wir haben da ja auch noch unsere ganz eigene "Großbaustelle" bei der ich
    jetzt hoffnungsvoller in die Zukunft sehe. Es war jetzt auch gut, daß die Ablenkung mit Hauskauf und Kinderwunsch nicht nahtlos an das Alte drangehängt wird. War wohl auch mal wieder so ein Fluchtversuch, um sich den scheinbar unlösbaren Problemen unserer Beziehung nicht stellen zu müssen. Die erste Lösung habe ich für mich bereits gefunden. Loslassen von in Stein gemeiselten Vorstellungen. Offen sein für diese individuelle Beziehung ohne Vorgaben - aber trotzdem auch den Mut "gestalterisch" mitzuwirken und die eigenen Bedürfnisse klar zu stellen und behutsam einzufordern. So daß sich der Partner nicht kritisiert sondern wahrgenommen und bereichert fühlt. Das klingt jetzt sehr patetisch ich weiß es grad nicht besser auszudrücken. Aber ich bin so froh leben und Neues erleben zu dürfen.

    Ganz liebe Grüße
    Nys

    Hallo Renate

    ich freu mich für Dich, daß es Dir offensichtlich sehr gut geht. Und wünsche Dir und Deinem XY natürlich, daß er trocken bleibt und Ihr auch zukünftig viel schöne gemeinsame Zeit verbringt. (Wie ich aus Deinem Thread lese seid ihr ja gerade kein Paar?) Egal - hauptsache für Dich passt es, so wie es gerade ist.

    Abgesehen, davon daß es in meinem Fall außer dem Alkohol noch andere "Beziehungsprobleme" gab - wünsche ich mir XY ehrlich gesagt auch nicht trocken zurück. Der Abschied den ich neulich hinter mich gebracht habe, war ein endgültiger. Völlig unabhängig vom Alkohol. Ich hab ihm gesagt, daß es gut so ist wie es jetzt ist. Und das war keine Floskel.

    Neben dieser Aussage, die in erster Linie seine und meine Ehe betraf gibt es aber auch noch meine innere Überzeugung, daß XY auch in trockenem Zustand für mich eine großer Herausforderung wäre, was eine intakte Partnerschaft angeht. Er wäre immer noch ein Mensch, der in mir bestimmte Dinge auslöst. Dinge die er nur auslösen kann, weil er Suchtpersönlichkeit ist und ich auch.Für mich ein gefährliches Ding. Letzten Endes wäre es immernoch so, daß er nicht gelernt hat für sich selbst gut zu sorgen und ich wäre mit wehenden Fahnen dabei dies zu übernehmen, wenn er mir dafür das Häppchen Geborgenheit gibt, das ich in ihn hineininterpretiere. Er hat mich immer zutiefst berührt, selbst damals als ich noch garnicht in ihn verliebt war - und bei unserem letzten Gespräch, habe ich unterschwellig schon gespürt, daß ich doch nicht gehen darf. Daß ich ihn doch nicht im Stich lassen darf. Einfach nur weil er nach 10 Monaten total vor den Kopf gestoßen war, daß ich jetzt mein Herz wieder meinem Mann geschenkt hab. (Da hab ich kurz wirklich überlegt, ob ich das tatsächlich durfte!!! so kann XY mich manipulieren. Mir sofort das Gefühl geben, daß ich ihm zur bedingungslosen Liebe verpflichtet bin... das ist nicht gesund ... und gott sei dank konnte ich das ablegen. Ich mußte mich aber regelrecht dazu durchringen, mir das Recht einzugestehen, wirklich gehen zu dürfen. ) Weißt Du, ich glaube auch trocken würde XY immer noch erwarten, daß ihn seine Partnerin zu 100% glücklich macht - und ich würde ihm den Himmel auf Erden bereiten - und wäre unsäglich traurig, wenn er das nicht schätzt, wenn er dann immernoch nicht glücklich ist - und würde irgendwann wütend, wenn ich erleben würde, wie selbstverständlich das für ihn ist. Dann hat man gegeben und gegeben und wartet immer auf den großen Dank. Dabei gibt's vom anderen irgendwann nur noch das Gefühl, daß es schon recht so ist, und im schlimmsten Fall auch noch nen Fußtritt, weil wenn man sich so erniedrigt, immer gibt und gibt, machtmn sich dabei selbst so klein, daß man irgendwann Mißachtung erfährt. Wie soll einen der Partner da achten? Andererseits ist XY so einer, der den Anspruch ja stellt, daß er selbst zu seinem Glück nix tun muß - nur das Umfeld. Erwartungshaltung, die nicht in Glück oder Dank endet sondern in immer neuen Erwartungshaltungen. Also auch mit einem trockenen XY hätte ich gute Chancen gehabt eine gewisse Zeit im 7ten Himmel zu leben um dann nach und nach das Treppchen hinunter zur Hölle zu steigen. Trocken oder Nass wäre da kein Unterschied. Es liegt in der Konstellation unserer Persönlichkeit, die sich allein durch die Abstinenz nicht um 180 Grad ändert. Ich habe mich oft gefragt, wieso er nicht so ist, wie andere Männer um die 50. Wieso er so wenig lebenserfahren und so unreflektiert ist. Damit hat er bei mir eine Art Freifahrschein für jeden Mist gehabt, den er baut(e). Bei anderen übrigens auch. Er hat so gelernt durch's Leben zu kommen. Solche Muster legt man nicht eben mal mit der Flasche zur Seite und das was mich an ihn gefesselt hatte, war teilweise schön, teilweise aber auch genau das Falsche um mich selbst weiterzuentwickeln. Ich hätte eine Rolle übernommen, die mir wie auf den Leib geschneidert erschien: Fürsorglich, Managerin für's Alltägliche, se*y und heiß auf ihn bis zum Umfallen,, jederzeit bereit mich nach seinen Arbeitszeiten zu richten und ihn zu entlasten wo es nur geht, nur um dann unvergeßlich harmonische Stunden zu zweit zu haben. Dafür hätte ich ganz schnell wieder alles unter den Teppich gekehrt, was meine Ansprüche an ein gemeinsamens Leben betrifft. Nur damit kein Streit ist und der kostbaren kurzen gemeinsamen Zeit. Und dann hätt er es sicherlich trotzdem geschafft unzufrieden zu sein mit sich und seinem Leben. Da wette ich drauf. Weil wir beide nicht wirklich in der Lage waren gut für uns selbst zu sorgen. Und wir würden sofort wieder in dieses Muster verfallen uns vom anderen die "Versorgung" zu erhoffen, wenn wir zusammen kämen. Ne - da paßt es schon viel besser mit meinem Mann. Der kriegt keinen Freifahrtschein für's Mist-Bauen. Braucht er auch nicht - wir können ja drüber reden, ohne daß er beleidigt wäre. Und er berührt mich auch nicht in der Art, daß ich denke ich müßte ihn retten und mich von ihm retten lassen. Das ist bei uns gar kein Thema. Weil er nicht verloren ist und ich inzwischen auch nicht mehr das Gefühl habe, als ob ich noch einen Unterschlupf vor dem Leben bräuchte :roll:

    LG Nys

    Das Spiel um den DFB-Pokal fand ich spannend.
    So ein Spiel macht auch mich zum begeisterten Zuschauer. Dabei habe ich nicht mal einen Verein, der
    mein Favorit wäre. Bei Spielen in denen nichts voran geht, schalte ich immer gleich um. Ich mag es, wenn auf dem Platz nicht taktiert sondern angegriffen und gekämpft wird. Und dann sollen die Besseren gewinnen. Das ist für mich Freude am Sport.

    Ein bißchen geschockt hat mich danach die Interview-Runde, bei der die Jungs gleich mit der Bierflasche ankamen und fröhlich angestoßen wurde. Früher hätte ich mir da nix bei gedacht. Seit dem ich hier lese und mitbekomme, wie anstrengend Risikominimierung für den einen oder anderen Trockenen sein kann - bin ich für solche Szenen etwas mehr sensibilisiert und hab mich dann gefragt, ob das jetzt unbedingt sein mußte,: daß da in einem Augenblick, in dem niemand mit rechnet, der Alkohol als
    Symbol für's Feiern und Fröhlichsein mit auf die Mattscheibe kommt.
    Die Bierdusche für Jupp fand ich da weit weniger schlimm. Bei den Interviews empfand ich es sogar selbst animierend.

    Mein Tag heut ist leider mal wieder Arbeitstag. Würde auch lieber ne Staffelei aufstellen, wie Correns -
    und was ich auch noch nicht abgestellt habe, ist das, daß ich mir zum Trost eine Zigarette auf dem windigen Balkon anzünde.

    LG Euch allen einen schönen Sonntag! Nys

    Hallo zusammen

    um hier noch was Sinnvolles beizutragen, habe ich mir Gedanken gemacht, was in dieser Sparte des Forums noch nicht diskutiert wurde. Es wird Neuen Co's ja immer geraten, in erster Linie auf sich zu schauen und darauf wo bei ihnen der Hund begraben liegt. Das Thema über die Erziehung zur/zum Co deckt da schon einen großen Teil ab.

    Hier also noch eine Frage: Seht Ihr Euch als Suchtpersönlichkeit?

    Die Wissenschaftler sind sich mit der CoAbhängigkeit noch nicht ganz einig. Ich glaube sie wird inzwischen als Krankheit anerkannt. Man nennt es auf jeden Fall eine "nicht stoffliche" Sucht. Meine Einschätzung ist, daß man auch gewisse Tendenzen einer Suchtpersönlichkeit in sich trägt, wenn man auf einen Menschen oder eine Beziehung süchtig wird. (Hinweis: Alles dreht sich um XY)

    Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Ich werde noch genauer schreiben, was mich bei mir selbst auf diese Gedanken gebracht hat. In erster Linie geht es mir hier um Eure Meinung, Selbsteinschätzung und Erfahrung. Was macht einen Menschen zur Suchtpersönlichkeit und wie sehr hängt Eure CoAbhängigkeit mit dem Wesen einer Suchtpersänlichkeit zusammen? Ich bin gespannt auf Eure Antworten

    LG Nys

    Zitat

    Mir wurden Zusammenhänge klar, die ich früher nie in Verbindung gebracht hätte.

    Hallo Morgenrot

    das könnt ich grad 1 zu 1 auch so sagen. Ich gehe sogar so weit, daß ich
    glaube, mein Loslösen mein "mich ganz los machen" von XY hat erst da funktioniert, wo ich die Beziehung zu meiner Mutter aufgearbeitet hatte und mich dort los gemacht habe. Von diesen, an meinen Kräften saugenden Erwartungen und unterschwellig untergeschobenen Forderungen ihrerseits. Aber auch von diesem Gefühl, das mich umtrieb,- dieses "Mama, so hilf mir doch. Mama, jetzt lieb mich doch". Ich konnt es abstellen, in dem ich
    unsere Mutter-Kind-Beziehung "abgestellt" habe. Das klingt hart. Aber es war nur die Bitte, sie beim Vornamen (anstatt Mama) nennen zu dürfen.
    Das ist für mich ein Cut, der einen liebevollen Umgang miteinander nicht ausschließt, gleichzeitig aber die gegenseitigen Erwartungen auf ein Maß
    bringt, das mir Luft zum Atmen gibt. Ich habe sie nicht als Mutter erlebt. Nur als Mensch, der viel für mich getan, aber mich nicht mütterlich geliebt hat. Jetzt habe ich die Vorstellung einer Mutter, von ihr als Person getrennt und fühle mich dadurch weniger verpflichtet und weniger enttäuscht. Das hat mich auch irgendwie von XY befreit. Es ist mir schon beim letzten XY vor 20 Jahren aufgefallen, daß ich immer wenn ich nach Hause fuhr und dann emotional gestreßt von meinen Eltern zurückkam, - Daß ich da jedes Mal auf direktem Weg zu XY mußte. So auch jetzt wieder (nach 20 Jahren!) Die Sehnsucht nach XY kam immer dann extrem auf, wenn ich bei meiner Mutter gewesen war und mich von ihr völlig ausgesaugt und manipuliert und leer gefühlt habe. Dieses Gefühl, XY nicht loslassen zu können - selbst nach 10 Monaten Trennung - das war immer am stärksten, wenn ich mit meiner Mutter Kontakt gehabt hatte. Ich kann da nur vermuten, wie alles zusammenhing. Jedenfalls konnte ich den Teufelskreis von Abhängigkeit und Pflichtgefühl bzgl. XY erst durchbrechen, als ich diese Mutter-Kind-Beziehung aufgelöst habe.
    Da war auf einmal auch das Gefühl da, XY nicht für den Rest meines Lebens vermissen zu müssen. Oh je. Ob das jetzt jemand versteht, was ich da schreib?

    Egal - ihr könnt ja noch mal fragen falls es gar zu seltsam klingt.

    LG Nys

    Hallo stern

    Zitat

    Ich unterstütze meinen Vater so gut es geht aber verstehe auch nicht, warum er es einfach nicht kapiert.

    der Satz hört sich so an, als ob Du noch ganz schön tief drin steckst, im verstehen und helfen wollen.

    Ich persönlich glaube, daß manche selbst im allertiefsten Tiefpunkt noch keinen Wendepunkt finden. Nicht jeder wird trocken, wenn er nur tief genug drinsteckt oder schlecht genug dran ist. Was ist genug? Was ist für einen süchtigen Menschen genug? Ich glaube es geht weniger darum, daß er etwas kapieren muß. Sondern welche Konsequenzen er vorzieht.
    Lieber tot als trocken? Oder lieber trocken als tot? Für ihn hat das Suchtmittel ja noch eine sehr große Bedeutung. Eine Bedeutung mit mittel- und langfristigen und schon erlebten Konsequenzen. Aber es bleibt seine Konsequenz und auch die Verdrängung der Tatsachen ist eine mehr oder weniger bewußte Entscheidung, wenn er konsequent bis zum Tod trinken will.

    Um Dich besser zu fühlen, darfst Du nicht nach Antworten suchen, die
    Antworten für sein weiteres Vorankommen betreffen. Du mußt nach Antworten suchen, die Dein weiteres Vorankommen, Deine (innerlichen) Überlebenschancen betreffen. Du suchst hier nach einem Stein der Weisen, den es so nicht gibt. Jeder Mensch und jeder Süchtige ist anders und entscheidet sich anders.

    Es tut mir sehr leid, Dir nichts hoffnungsvolleres schreiben zu können.

    LG Nys